Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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g – gâchlîchen
gâchmuot – gagen
gagen – galander
galanderisch – 1galle
2galle – galter
galtnüsse – gamerot
gamîe – gancheil
ganclîche – ganteren
ganz – gärmic
garn – gartenhuon
gartenhûs – 3garwe
garwwurz – gastmeisterin
gastnusse – gaʒʒenspringer
ge- – gebæric
gëbærin – gëbendic
gebenedîunge – gebietære
gebietærin – gebiurischlich
gebiurlich – geböume
gebôʒ – gebrëst, gebrëste, gebrësten
gebrëstelîn – gebrûchic
gebrûchlich – gebunt
gebunt – geburst
geburt – gedâht
gedâht – gedense
gederbe – gedinge
gedinge – gedrange
gedrâte – gedünste
gedurchtriben – gegate
gegatrom – gegenkouf
gegenlëder – gegensetzunge
gegensidele – gegenwertes
gegenwertic – gegihte
gegiric – gehaʒʒic
gêhe – gehëlfe
gehëlfelîche – gehilfe
gehilfic – gehœric
gehœrlich – gehügenisse
gehugesam – geifer
geifervrâʒ – geiselrieme
geiselruote – geisticlich
geistîn – geiʒhorn
geiʒhût – gejeitschuoch
gejeitvogele – gekünne
gël – gelegede
gelegelich – gelende
1gelende – gêlîche
gelîcheit – gelîchmëʒʒunge
gelîchnisgëbende – gelide
gelidemâʒe – gêlingen
gelîp – gëlm
gëlmen – geloup
geloup – gëlte
gëltel – gelückede
gelückederat – gelüstelîn
gelustic – gemahel
gemahelbettelîn – gemæʒicheit
gemæʒiclich – 2gemeine
1gemeinen – gemeinsin
gemeinunge – gemerrede
gemêrsal – 2gemüete, gemuote
gemüetic – gemutzet
gemʒe – genâdenschüʒʒel
genâdensol – genæmicheit
genamʒôn – genemede
genende – genëserinne
genetzen – genieʒen
genieʒlich (?) – genôʒen
genôʒgeselle – gensîn
gensischen – genuhtlîchen
genuhtrîch – genuʒ
genuʒt – gephrange
gephünde – 1gerat
2gerat – gerëhen
gerëht – gereisic
gereitære – gerieme
geriemen – gerihticlîche
gerihtinsigel – geriune
1geriusche – gerouche
geröufe – gerte
gerte – gerûmiclich
gerummel, gerumpel – gêrvalke
gerwære – gesaten
gesatznissede – gescheftbrief
geschefte – geschepfnisse
geschepfunge – geschiuwede
geschoc – geschrihte
geschrîp – gesëhen
gesëhenheit – geselliclîcheit
geselligen – gesihtic
gesihticlich – gesite
gesiten – geslihte
geslinge – gesnæren
gesnarren – gespenstnisse
gesper (?) – gespræchelich
gespræchetac – gespunst
gespür – gestelle
gestellet – gestifte
gestille – gestrenglîche
gestrenze – ge|stunge
gestungede – gesuoch
gesuochære – geswerme
geswërte – gesworn
gesworne – getelle
getelôs – getougen
getougen – getreigeret
getrenke – getrüese (?)
getrügede – getwædicheit
getwædigen – gëtzen
getzsal – gevalte
gevanclich – gevëderen, gevëdern
gevêhe – geverte|lehe
gevertinne (?) – gevlester
gevlitter – gevrier
gevrist – gevülle
gevuoc – gewahsenheit
gewahst – gewaltroubunge
gewaltsame – gewar
gewar – gewe
gewëbe – gewellen
geweltigen – gewërben
gewërbic – gewern
gewërn – gewiere
gewieret – gewinnen
gewinnic – gewist
gewiste – gewonunge
geworden – gewzen (?)
gezagel – gezëmelich
gezemen – gezît
gezîte – gezoc
gezogen – gezwîen
gezwîge – giefen
giege – gifticheit
gifticlich – giht
gihtboum – gimbîʒen
gimme – gippengappen
gippentuoch – giric
giricheit – gischen
gîse – gîtigære
gîtige – 1glan
2glan – glas(e)väʒʒelîn
glas(e)vënster – gleimel
gleimelîn – gleten
glêtphenninc – glipfen
glise – glocke
glockehûs – glôriôs
glôriôslich – gluothaven
gluothert – goder
goedertieren – golf
gollen – goltgesmîde
goltgesteine – goltreit
goltrîch – golttropfe
goltvar – gos (?)
got – gotesarm
gotesbeckære – gotesmordærinne
gotesphenninc – gotgeformet
gotgelâʒen – gotmeinunge
gotmensche – gouch
gouch – goukelære
goukelbilde – goukelspil
goukelsprütze – göumütte, -mutte
göu|phâwe – grabe
grabe – grâf-
graft – gramerʒîe
gramerʒîen – gransprunge
gransprunge – gras(e)phenninc
gras(e)spier – grâvenrëht
grâveschaft – grebinc
grebnisse – gremiclich
grempære – griekech
grien – griffel
griffelære – grimmetât
grimmic – grisegrammen
grîseleht – griuslich
griuwe – groppe
gros – grôʒmüetic
grôʒmuoticheit – grüenheit
grüenlich – grunderëbe
gründic – gruntübele
gruntvestære – gruon-
gruon- – grütschîn
grutte – 1gücken
2gücken – güfticheit
güfticlich – gûlen
gülle – gumpenîe
gunderam – guotdunken
guotdunkende – guotswender
guottât – gürtelgewant
gürtellîn – gymnosophiste

   gevâre - gevellicheit    


gevâre stF. ‘Absicht, schaden zu wollen’ dô sprach Rüdegêr der degen / ze Brünhilt der rîchen ‘[...] ich wæn mîn rücke iht werde heil / in einem halben jâre.’ / ‘ich tete ez âne vâre [La. on gfare ] ’ / sprach des edelen küneges wîp Bit 12596

MWB 2 659,39; Bearbeiterin: Czajkowski

gevære Adj. auch gevere, gevâre. ‘(jmdm.) nachstellend, versessen (auf etw.); feindselig’ 1 präd.
1.1 meist mit Dat.d.P.
1.2 mit Dat.d.S.
1.3 mit Gen.
2 attr.
   1 präd.    1.1 meist mit Dat.d.P.: man was den vrouwen wîlent sô gevære, / [...], / ein küssen von ir rôten munde / het man ir gerner abe verstoln / denne alle ir ungerische voln RvZw 222,7; huete dich, wan er [der Teufel] gevare / allen gueten leiten ist! HvBurg 3154; er [Baaza] slug tot Jehu alda. / des wart im got gevere HistAE 2775; war vm ir sint gefer / dem wibe, die gewirket hat / an mir eins guden werkes dat? [ quid molesti estis mulieri Mt 26,10 ] EvStPaul 1614; an dir sô müez mir swinden / der minne haz. / diu ist mir gevære; / dâ von mîn gemüete / ist nû vil fröiden lære. / guot wîp, wende daz KLD:UvL 6: 3,9; JMeissn B1:5,18; NvJer 27096. 27355; Seuse 81,8. – in vergleichender Konstruktion, auch mit Präp. (gegen): doch was der werde Cyprian / gegen dem ungestalten Kolkan / verr mer gevëre / denn er dem wilde [das Cyprian ursprünglich jagte] wëre HvNstAp 4597. – mit Inf. mit zuo: vnd redte er [Jesus] von Iudase dis / [...], / der zu verraden yn gefer / was EvStPaul 12086    1.2 mit Dat.d.S.: swer uns [ diu arme diet ] von dem gemache schiet, / den wir heten unz her, / der was diser stat [Wien] êr / gehaz und gevære Ottok 65985    1.3 mit Gen.: an swelhem dinge er sich versach / daz sîn [Tristans] vröude wære, / des was er [Herzog Gilan] gevære / und leite sînen vlîz dar an Tr 15784. 13852; mînes ungelingen vreut er sich [...]: / der ist mînes schaden zallen zîten vlîzic und gevære Neidh WL 20:1,10; [Räuber,] die sinis guͦtis weren / girig und vil gevere RvEWchr 25239; WälGa 10418; HvBurg 698. 5193; Ottok 82658    2 attr.: weder ist ir lob billicher dem, der lieb, leit mit vreide / wol treit, oder dem, der durch daz lon nicht komt in not gevere? Frl 5:105,6

MWB 2 659,44; Bearbeiterin: Czajkowski

gevære stN. auch gefer. ‘Hinterlist, Betrug’ (s.a. geværde ), überwiegend in präp. Konstruktionen: getar aver man daz niht bereden [beweisen] , ez sei gever da pei gewesen UrkCorp (WMU) 2872,11; durch dez spotes gevere / worde du Herodi gesant HvNstGZ 2562; wer uf dem wege in gefer / dir nicht engan, das er im selber meinet, / des geselleschaft nicht lenger ger Mügeln 64,7. 225,2; do sprach der kunig werder man, / ich hab es nicht ze gevere getan HvNstAp 12604; Suchenw 30,234. – formelhaft: âne (alles) ~ ‘ohne Hintergedanken, aufrichtig’ wer liebet sich dem schimphe / mit tzuͤchten ân gevære? Suchenw 2,21; er muos aver bereden, daz er di hantvest ân gevær floren hab RbRupr 142; urloup ze dem keiser wart genumen, / dise viere und gelobten wider kumen / ân allez gevaer, dâ in was hin bescheiden Loheng 3763; HvNstVis 379; BairFreibr 6. – in Paarformeln: scham unde tzucht was ye sein hort, / pei reinen spruchen ware wort / ân valsch und ân gevere, / daz ist nu leider swere Suchenw 6,59; UrkCorp (WMU) 2899,25

MWB 2 660,17; Bearbeiterin: Czajkowski

geværic Adj. ‘hinterlistig, feindselig, gefährlich’, mit Dat.: swer disen zwein geværic sî / und wone mit valscher huote bî, / der werde zeinem steine KLD:HvM 5:1,10; nu wer dich, man, vertrîp daz kint [Kleinmut] : swie kleine ez sî, ez ist dir doch geværec KLD:LvS 8:2,4; do er dich mit mir sande / durch vnse viande / die vns durch arch geverech sin PassI/II 37,66; KarlGalie 11584; Wernh 3218. D 3043; Märt 12088. – ‘nachstellend’ derselben frawen ward lieb ain ritter, der hies Mündus, vnd der gye ir tag vnd nacht nach vnd was iren ern geuärig mit worten vnd mit gehaissen Schachzb 89,43; dennoch wiͤrs iz [l. ist (e)z ] umb den toren / der unserm herren Jesu Christ / seiner praut [einer Nonne] gevaͤrig ist / und im die verswachen chan Teichn 258,132; Ottok 44866

MWB 2 660,39; Bearbeiterin: Czajkowski

geværlich Adj., Adv. auch -lîchen; überwiegend in Rechtstexten. ‘in böser Absicht, gefährlich’, adv. auch ‘widerrechtlich’ wir wîp bedurfen alle tage / daz man uns tumbe rede vertrage; / wand sî under wîlen ist / herte und doch ân argen list, / geværlich und doch âne haz Iw 7683; SpdtL 168,18; ez ist ouch gesetzet, swer den andern âne wâfen sleht, roufet, wirfet oder stôzet geværlîchen unde vrevellîchen, der sol unde muoz als dicke daz geschiht einen mânot von der stat sîn unde gît ein pfunt heller, dem anklager als vil und dem amman sîniu reht StRDinkelsb 95; swer den andern geværlichen haim svͦchet [...], der geit dem rihter fvͤnf pfunt vnd sehzick pfennig UrkWittelsb 2,51 (a. 1294); WüP 82,3

MWB 2 660,55; Bearbeiterin: Czajkowski

gevatere, gevater swMF. ‘Verwandter, Freund, Gevatter/-in’ (oft als Anrede): ez warn zwene zimberman, / den an ir chunste niht zeran, / si wærn harte meisterlich. / gevatern hiezzen si sich / und warn gesellen dar zu StrKD 63,4; ein gevater gein irer gevatern / beginnet snatern über den gatern Renner 18373; louf ze miner gevatern Reiher 275; wahter, trut gefatter min, / [...]: wie stot es vmb min kindelin? WolfdD 185,3. 254,2; daz ich dem ersamen meinem lieben gevattern probst [...] erloubt han einen hof ze paun UrkPölt 222 (a. 1308); StatDtOrd 51,1; Wildon 2,182. – ‘Taufpate, -patin’ conpater: gevatere Gl 3:427,53 (BStK926); StRAugsb 133,27; ez sol auch ze kainer kintauffe niht mer gen denne vier frawen unde die gevattern und auch niht mer manne denne vier man und die gevatern NüP 148; StRRotenb 492; SchwSp 165b; Rennew 9269. – zur wechselseitigen Bezeichnung zwischen Taufpaten und Kindseltern: des kint dû [aus der Taufe] erhaben hâst der ist dîn gevater PrBerth 1:313,26; er [Reinhart] sprach [zu Ysengrin] : ‘gevater, [...] / redet min pate [Ysengrins Sohn] tvmpliche, / daz ist niht wunder, deswar, / von dev er treit noch daz garze har [Flaumhaar] .’ ReinFu K,546 u.ö.

MWB 2 661,6; Bearbeiterin: Czajkowski

gevaterinne stF. hier -în. ‘Gevatterin’, Frau aus der Bekanntschaft: sî sprach: ‘gevaterîn, ir sult gân, / ich wil ouch triuten mînen man.’ Wildon 2,243

MWB 2 661,31; Bearbeiterin: Czajkowski

gevaterlich Adj. ‘wie es sich für einen Paten/ eine Patin gehört’ nu machet aber niwe / di gevaterlichen triwe / und helfet mir, daz ich iwer chunst / und iwer gevaterlichen gunst / dar an geniezzen muze! StrKD 145,312. 63,25; die kinde si [die hl. Elisabeth] zuͦ gotten [Patenkindern] nam / daz si in von gevaderschaft / zu druwen were ime behaft; / daz si die [um so] beldeclicher, / di me verbundenlicher / gevaterlicher wise / den armen brechte ir spise Elis 2367

MWB 2 661,35; Bearbeiterin: Czajkowski

gevaterschaft stF. ‘Gevatterschaft’, auf Patenschaft oder Freundschaft beruhende Beziehung: di kinde si zuͦ goten [Patenkindern] nam / daz si in von gevaderschaft / zu druwen were ime behaft Elis 2363; ein ungebeten gevaterschaft / diu wert wan siben naht unt vürbaz hât si keine craft [zum rechtlichen Hintergrund vgl. Roethes Anm.z.St.] RvZw 168,1. – in epischen Konflikten zur Betonung, dass ohne Rücksicht auf persönliche Bande gekämpft wird: ze bêder sît die helde gar / âne gevaterschaft da sint Wh 386,1; Parz 78,7; iedoch ein alt gevaterschaft zergienc alsam in heizer sunne rifen JTit 1965,4; dâ würde gevaterschaft entrant / sô sich die poinder vlæhten / und nâch gewinne dæhten Wig 8448. 10965; Ottok 17218. – ‘Tauffestlichkeit’ swer ain gevaterschaft hat, der sol datz dem wein nicht mer gebn dann zwelf pfenning seinen gevatern StRMünch 198,16

MWB 2 661,45; Bearbeiterin: Czajkowski

gevæʒe stN. md. gevêʒe. ‘Gefäß, Geschirr’ jn welchin czitin man den wyn sulle tvn in andir gevese Pelzb 119,28. 136,19; he saz / uf sinir burge do er az, / und di an deme geseze / sahen sin geveze / daz iz was von holzce PfzdHech 210,27; HeslApk 9688; MarcoPolo 22,14; ain geväz, daz gemacht ist auz rehtem nâtürleichem gunderfai BdN 478,13; RvMunre 141

MWB 2 661,63; Bearbeiterin: Czajkowski

gevaʒʒede stN. Riemen, mit dem man einen Greifvogel hält: hie sult ir hœren mære / wie dem gevazzede wære / daz an dem sparwære lac Bit 7042

MWB 2 662,7; Bearbeiterin: Czajkowski

gevêch Adj., Adv. auch gevê; selten gevêhe ( Reinfr 5486 ), gevach ( NvJer 15035; TvKulm 748 ); zur Zuordnung von gevâch zu gevêch vgl. DWB 4,1,1,2059. ‘feindselig, feindlich’ des sint sî [die boesen ] vil deste mê gevê, / des darf doch niemen ruochen, / wan si suochen birn ûf den buochen MF:Veld 7:2,5; nu sihich [Abner] wol, [...] / das ih als ein unwerdir hunt / Davide und aldén sinin / muͦz widirzeme schinen, / geveh und ungeneme, / unwert und widirzeme, / das niht geschehe wan durh dich [Ysboset] ! RvEWchr 27325. 19118; Athis C 35. – jmdm./etw. ~ sîn: ez ist ein grôze wunder: / die ich alre sêrste minne, / diu was mir ie gevê MF:Hausen 14:3,3; die juden loucken des durch nit, / si sint der warheit gevech HeslApk 9877; er wânde si wær im gevêch, / durch daz er si unrehte zêch, / unt wânde ir hulde hân verlorn KvFuss 517; UvZLanz 879; Ottok 9831. – mit Präp.: der edil gotis degin wis [Abraham] / wart der lant lútin nah gebur / zwischent Cades unde Sûr, / das er nie wart gein in gevech RvEWchr 4974; si im truͦgin steten haz / und wider im waren sere geveh ebd. 19148. – subst.: er begunde wachen unde erschrac, / alse die gevêhen dicke tuont StrKarl 11525

MWB 2 662,10; Bearbeiterin: Czajkowski

gevêchschaft stF. auch gevêhschaft. ‘Fehde, Feindschaft’ waͤre ouch, das dehain burger von der statt ze Bischofscelle ziehen welti, [...] es sige von gevechschaft alder von andren sachen, der het sin gewalt UrkThurgau 5,342 (a. 1350); ez waͤr dann, das sù sich erkandint, das ez von gevêhschaft oder von siechtagen, ald der stat êhaftigi not waͤr StRStGall 36,28; ob ain gevêhschafft gen im ald von im uffgestanden waͤr ebd. 52,38

MWB 2 662,35; Bearbeiterin: Czajkowski

gevëder Adj. auch gevider. ‘gefiedert, mit Federn versehen’ er fuorte schenkel unde bein / bî sînem rosse ûf unde nider, / als ob si wæren wol gevider / und als ein valke flücke KvWTroj 39480; gevedere schâchblicke [geflügelte Räuberblicke] / die vlugen dâ [beim Anblick der schönen Isolde] snêdicke Tr 10957; Zacheus, sam er waͤr gevider, / kam bald von dem bom nider SHort 7657. 1789; MinneR 37 7

MWB 2 662,44; Bearbeiterin: Czajkowski

gevëderen, gevëdern swV. auch gevideren. ‘Federn bekommen’ etlich went fúr varen und went fliegen e daz si geviderent PrGeorg 182,11; wer stæte ruowe welle hân, / der sol ân vliegen sich begân. / wer aber ân vliegen nicht wil sîn, / der volge doch dem râte mîn, / und beit unz er gevedre wol Boner 64,49

MWB 2 662,53; Bearbeiterin: Czajkowski

gevêhe Adj. gevêch

MWB 2 662,60;

gevêhede stF. ‘Feindseligkeit, Streit’ du [die Schlange] jouch daz wîb trîbet iemer zeinanderen nît, / noch unter iureme chunne niemer gefehede zerinne Gen 410

MWB 2 662,61; Bearbeiterin: Czajkowski

geveht Subst. eine Maßeinheit: 4 pullos et 5 geveht voitfuter DRW 3,14 (GöttweigUrb.; a. 1322)

MWB 2 663,1; Bearbeiterin: Czajkowski

gevëhte stN. auch gevaht ( WhvÖst 4758 ). ‘Gefecht, Kampf’ (auch übertr.): dô huop sich der turnei. / man sach dâ grôz gevehte Heidin IV 339; wer czu gevecht lauft mit gespannen pogen oder mit armwrust StRBrünn 348; SchöffIglau 103; WhvÖst 17718; getruwe sint die knechte [Schadrach, Meschach und Abed-Nego] , / sie quamen zu gevechte [Bedrängnis] / durch sins gelouben zierheit Daniel 1592; in disem gevehte [innerer Widerstreit, Anfechtung] waz er neiswi lang; ze jungst gewan er ein getúrstekeit und kerte sich vermúgentlich von den sachen Seuse 9,23. 371,15

MWB 2 663,3; Bearbeiterin: Czajkowski

gevelgen swV. ‘sich aneignen, beanspruchen’ (zahlreiche ahd. Belege s. AWB 3,721f.): daz er [...] ime mêre mazzes nebevalgte [La. negeualchte ] / newane daz turre brôt Gen 1864

MWB 2 663,15; Bearbeiter: Graën

gevelle stN. 1 ‘Fall, Sturz’
2 ‘Töten, Getötetwerden, Fällen’
3 ‘Abhang, Abgrund’
4 ‘Schicksal’
5 ‘Gefälle, Abgabe, Ertrag’
6 ‘Gefallen, Belieben, Verlangen’ (s.a. geval 1 )
   1 ‘Fall, Sturz’ Damascus wirt nymme sin eyne stat und wirt ein steinhufe in gevelle Cranc Jes 17,1. Jes 61,4; der sele gevelle / ist unrecht gewunnen gût GvJudenb 2574; ez wart ein ertbibunge / also groz, daz si genuc / derselben stat nidersluc / darinne man die iuncvrowe briet. / daz gevelle [Einsturz] ouch verschriet [erschlug] / deme herren zwene ratgeben Pass III 183,7. 562,21. 588,31; hi von [wegen seiner Sünden] ist sin gevelle / von rechte untz in di helle Pass I/II (HSW) 13915; Er 5519; Daniel 8256; Pass III 540,45. 423,55. – in den Wendungen (ein) ~ nëmen, ~ s phlëgen ‘fallen’ min hertze wil in bitterkait / nemen ain gevelle WhvÖst 5437; der junge Lysavander / hinderm orse ûf den bluomen lac, / wan er von tjost gevelles pflac Parz 381,2. 60,20; Wh 118,11    2 ‘Töten, Getötetwerden, Fällen’ der haiden wart ain michel ual, / si waren gerne uon dem wal, / uon dem grozen geuelle Rol 6420; margrâve Cunrât / vil ouch ir [der Sarazenen] gefrumet hât / mit des tôdes gevelle / menlich zû der helle Kreuzf 3023. – metonym. für im Kampf Gefallene: ain geuelle hiwer umbe sich / daz er selbe chume uz gebrach Rol 5920. – jägersprachl.: dô erliefen in [den Hirsch] die hunde. / und an der selben stunde / kam Marke und sîn Tristan / und mit in zwein manc hoveman / gerant ze dem gevelle Tr 3453; nu wâren ouch die jegere komen / mit michelem geschelle / hürnende zuo gevelle ebd. 2772; vgl. haiden di gesellen / pliesen ze geuelle, / sam si tiêr iageten Rol 4104; StrKarl 5084    3 ‘Abhang, Abgrund’ daz selbe tal was alsô tief, / swer ûf die zinnen sitzen gie / und er ze tal diu ougen lie, / den dûhte daz gevelle / sam er sæhe in die helle Er 7880; seht ir daz gevelle / und die steinwende? Wig 606; dû bist hie in ainem gevelle, / du nehâst niht wan gebirge unt enge Kchr 13971; Renner 5953; EbvErf 589; NibB 948,3; die [ sarrazînen ] er [Landgraf Ludwig] warf an daz gevelle / der bitterlîchen helle Kreuzf 643; HeslApk 4237. 9119; HeslNic 3224. 3463. 4104    4 ‘Schicksal’ die unverzagten ritter zartt / [...] warend ires gevelles do / alle unmessenklichen fro GTroj 15393; [Hiob] spricht als eyn gernder man: [...] wer gibt mir alsuch gevelle / so dastu mich inder helle [...] oder in Abrahamis schoz [...] beschirmes sichirlich Hiob 5585. – in der Wendung guot ~ ‘Gelingen, Erfolg’ gut gevelle geb dir got HvNstAp 8132; daz spil hât guot gevelle Tr 9924; he, he, lieber geselle, / wirf her din gut gevelle / und teile mit mir den gewin Pass III 407,80. – ‘Zufall’ soliche lúte [...] gebent dise ussewendigen gevelle dem gelúcke und unglúcke, und meinent als sú soltent die liden bas bewart han Tauler 19,20    5 ‘Gefälle, Abgabe, Ertrag’ vgl. differenzierter DRW 3,1397ff. (s.a. anegevelle ): von den buͦzen und gevellen, die in dem ampte von gerichtes wegen vallen UrkMoselQ 181,28 (a. 1341); mit allen den rechtin, frieheytin, gewonheytin, ludin, gudin, gefellin, zollin, waszerin, weydin UrkDuderstadt 49 (a. 1342); das der vorgenant [...] und sine erben daz halb ungelt [...] inne habent und niessen mit allen nutzen, rechten, eren und gevellen, die da von gevallen sullent StRSchlettst 34; UrkFriedb 178 (a. 1349); UrkCorp (WMU) 2746,10. 2746,19    6 ‘Gefallen, Belieben, Verlangen’ (s.a. geval 1 ): wir [die Teufel] haben uber dich gewalt, / daz wir nach gevelle / dich pinigen in der helle Pass III 34,89. – ‘Wohlwollen, Gewähren’ erbútt dich nieman ze vil: da aller maist erbietens ist, da ist etwen aller minst gevelles Seuse 167,1

MWB 2 663,19; Bearbeiter: Graën

1gevellen swV. vellen

MWB 2 664,26;

2gevellen swV. ‘jmdm. gefallen’ (vgl. gevallen 3): nu lâts die vrowen walten / und gebe siu swem siu welle / sô vil als ir gevelle UvZLanz 8652; gebt dar swie iu gevelle! Rennew 3039

MWB 2 664,27; Bearbeiter: Graën

gevellic, gevel|lich (?) Adj., Adv. ‘passend’ die lanthêrren sprâchen dô, / daz diu suone wære / gevellic unde gebære Tr 11384. 5416; wil dû in bî vreuden hân, / sô soltû die rede lân, / biz dir ein gevellic zît / der sage rehte vuoge gît RvEBarl 7235; entphâhe gevelliche bûze StatDtOrd 77,41; unde wan dîn güete diu oberste sache ist, diu dich bewegete den menschen ze machenne, sô ist daz gevellic, daz si sich ouch ze förderst üebe den menschen ze behaltenne [retten] DvAOff 17; DvASchr 333,20; ThvASu 40,25; sô diuhte mich / gevellic unde mügelich, / daz guot getihte wære / ze hove niht unmære KvWTroj 28; sô ez den meister unde sînen rât gevellich dunket StatDtOrd 98,4; als ez bedenthalben gevellich vnd bescheidenliche tvnket UrkCorp (WMU) 331,31. aller gevellichest Tauler 280,19. 46,16. – mit Dat.  d.P.: wizzet ir iender hie bî / ein stat diu mir gevellic sî Greg 2972; herr, gip mir ein leben, daz dir gevellig si Seuse 320,12; [wenn der Falke] den raup siht den er vâhen wil, sô swingt er sich auz und schawet, ob er im eben sei und gevellig BdN 186,8; da es mir gelegen si geuelliche UrkCorp (WMU) 1577,32

MWB 2 664,31; Bearbeiter: Graën

gevellicheit stF. 1 ‘Würde, Ernst’
2 ‘Gelegenheit, Möglichkeit’
   1 ‘Würde, Ernst’ [Jesus] was wunneclich mit behaldener geuellikeit EvBeh Einl. 15; liplich strenkeit git zuͦ den dingen vil gevellikeit, der es tuͦt mit bescheidenheit Seuse 469,25. 373,9    2 ‘Gelegenheit, Möglichkeit’ [Judas] svchet di gevellicheit wi er in [Jesus] verchavft EvAug 114,3. 197,15

MWB 2 664,55; Bearbeiter: Graën