g – gâchlîchen gâchmuot – gagen gagen – galander galanderisch – 1galle 2galle – galter galtnüsse – gamerot gamîe – gancheil ganclîche – ganteren ganz – gärmic garn – gartenhuon gartenhûs – 3garwe garwwurz – gastmeisterin gastnusse – gaʒʒenspringer ge- – gebæric gëbærin – gëbendic gebenedîunge – gebietære gebietærin – gebiurischlich gebiurlich – geböume gebôʒ – gebrëst, gebrëste, gebrësten gebrëstelîn – gebrûchic gebrûchlich – gebunt gebunt – geburst geburt – gedâht gedâht – gedense gederbe – gedinge gedinge – gedrange gedrâte – gedünste gedurchtriben – gegate gegatrom – gegenkouf gegenlëder – gegensetzunge gegensidele – gegenwertes gegenwertic – gegihte gegiric – gehaʒʒic gêhe – gehëlfe gehëlfelîche – gehilfe gehilfic – gehœric gehœrlich – gehügenisse gehugesam – geifer geifervrâʒ – geiselrieme geiselruote – geisticlich geistîn – geiʒhorn geiʒhût – gejeitschuoch gejeitvogele – gekünne gël – gelegede gelegelich – gelende 1gelende – gêlîche gelîcheit – gelîchmëʒʒunge gelîchnisgëbende – gelide gelidemâʒe – gêlingen gelîp – gëlm gëlmen – geloup geloup – gëlte gëltel – gelückede gelückederat – gelüstelîn gelustic – gemahel gemahelbettelîn – gemæʒicheit gemæʒiclich – 2gemeine 1gemeinen – gemeinsin gemeinunge – gemerrede gemêrsal – 2gemüete, gemuote gemüetic – gemutzet gemʒe – genâdenschüʒʒel genâdensol – genæmicheit genamʒôn – genemede genende – genëserinne genetzen – genieʒen genieʒlich (?) – genôʒen genôʒgeselle – gensîn gensischen – genuhtlîchen genuhtrîch – genuʒ genuʒt – gephrange gephünde – 1gerat 2gerat – gerëhen gerëht – gereisic gereitære – gerieme geriemen – gerihticlîche gerihtinsigel – geriune 1geriusche – gerouche geröufe – gerte gerte – gerûmiclich gerummel, gerumpel – gêrvalke gerwære – gesaten gesatznissede – gescheftbrief geschefte – geschepfnisse geschepfunge – geschiuwede geschoc – geschrihte geschrîp – gesëhen gesëhenheit – geselliclîcheit geselligen – gesihtic gesihticlich – gesite gesiten – geslihte geslinge – gesnæren gesnarren – gespenstnisse gesper (?) – gespræchelich gespræchetac – gespunst gespür – gestelle gestellet – gestifte gestille – gestrenglîche gestrenze – ge|stunge gestungede – gesuoch gesuochære – geswerme geswërte – gesworn gesworne – getelle getelôs – getougen getougen – getreigeret getrenke – getrüese (?) getrügede – getwædicheit getwædigen – gëtzen getzsal – gevalte gevanclich – gevëderen, gevëdern gevêhe – geverte|lehe gevertinne (?) – gevlester gevlitter – gevrier gevrist – gevülle gevuoc – gewahsenheit gewahst – gewaltroubunge gewaltsame – gewar gewar – gewe gewëbe – gewellen geweltigen – gewërben gewërbic – gewern gewërn – gewiere gewieret – gewinnen gewinnic – gewist gewiste – gewonunge geworden – gewzen (?) gezagel – gezëmelich gezemen – gezît gezîte – gezoc gezogen – gezwîen gezwîge – giefen giege – gifticheit gifticlich – giht gihtboum – gimbîʒen gimme – gippengappen gippentuoch – giric giricheit – gischen gîse – gîtigære gîtige – 1glan 2glan – glas(e)väʒʒelîn glas(e)vënster – gleimel gleimelîn – gleten glêtphenninc – glipfen glise – glocke glockehûs – glôriôs glôriôslich – gluothaven gluothert – goder goedertieren – golf gollen – goltgesmîde goltgesteine – goltreit goltrîch – golttropfe goltvar – gos (?) got – gotesarm gotesbeckære – gotesmordærinne gotesphenninc – gotgeformet gotgelâʒen – gotmeinunge gotmensche – gouch gouch – goukelære goukelbilde – goukelspil goukelsprütze – göumütte, -mutte göu|phâwe – grabe grabe – grâf- graft – gramerʒîe gramerʒîen – gransprunge gransprunge – gras(e)phenninc gras(e)spier – grâvenrëht grâveschaft – grebinc grebnisse – gremiclich grempære – griekech grien – griffel griffelære – grimmetât grimmic – grisegrammen grîseleht – griuslich griuwe – groppe gros – grôʒmüetic grôʒmuoticheit – grüenheit grüenlich – grunderëbe gründic – gruntübele gruntvestære – gruon- gruon- – grütschîn grutte – 1gücken 2gücken – güfticheit güfticlich – gûlen gülle – gumpenîe gunderam – guotdunken guotdunkende – guotswender guottât – gürtelgewant gürtellîn – gymnosophiste
|
gestandene
swM.
‘jmd. der verlässlichen Rückhalt gibt, Anhänger’
wir [...] tvͦn kvnt vch, vnseren burgeren von
Strazburc, [...] vnser ansprache, die wir hant gegen den,
die sich meisterschefte vnd des rates zi Strazburc an nemment, vnd iren gestandenen
UrkCorp (WMU)
N2AB,22
MWB 2 593,1; Bearbeiterin: Baumgarte
gestandenheit
stF.
‘Standhaftigkeit’
vnd do der richter sach die gantz trew vnd westendichait tzwischen den tzwain
gesellen [...], da lie er den schuldigen mit den
vnschuldigen ledig vnd wundert in von der gestandenhait in rechter frewntschaft
Schachzb
85,158;
herre Ihesu, [...] dv̍ wist vnd geleitest in
mit gestandenheit, daz ist, daz er gestat in dinem willen, vntz vf daz iungst ende
RvBib
111,10
MWB 2 593,7; Bearbeiterin: Baumgarte
gestanget
Part.-Adj.
‘mit einer Stange versehen, (zum Tragen) an einer Stange
befestigt’
min herren gebitent ouch, daz di schrotaͤr alle di meister sind und
heizzent, schuͤlen haben von ir ampte zwelf zuͤber gestanget
[...] und swa ein fewer uz chumet in der stat
[...] da schuͤlen si di
[...] zuͤber hin schikhen bi den chnehten
UrkRegensb
726
(um 1350)
MWB 2 593,16; Bearbeiterin: Baumgarte
gestat
stN.
‘Gestade, Ufer’ (vgl.
gestete
):
der swan der wîst daz schiffelîn / gein dem gestade Loheng
712;
man setz ain zil an dez meres ufer oder an daz gestat
KvMSph
15,15;
der vogel [Alcio] legt sein air
winterszeiten in den sant und allermaist wenne sich daz mer aufzeuht auf daz lant
und daz ûfer oder daz gestat beswært mit seinen ünden BdN
172,2
MWB 2 593,24; Bearbeiterin: Baumgarte
gestæte
Adj.
‘standhaft’
joncfrow, [...] / so ratich uch mit
rechten rate / daz ir ur hertze halt ghestate / end vander mynnen keren
MinneR336
56.
–
~ stërne
‘Fixsterne’
alle sternen an dise siben heizent die steten sternen oder die
gesteten, wonde si gestetent sint in die witen, die da heizit daz firmamentum
MNat
2,17
MWB 2 593,32; Bearbeiterin: Baumgarte
gestate
Subst.
‘Überbringer, Bote’
legalma interpretatur nuntius: gestate Gl
2:624,1
(BStK221)
MWB 2 593,39; Bearbeiterin: Baumgarte
1gestaten
swV.
→
staten1
MWB 2 593,41;
2gestaten
swV.
zu deutlich seltenerem
staten2
.
‘(jmdm.) etw. erlauben, gestatten, zugestehen’ (oft zusätzlich
mit Dat.d.P.)
1 mit Gen.d.S. 2 mit Akk.d.S. 3 mit abh. Satz 4 mit Inf. oder Gerundium mit ze 5 mit Ersparung des Gen./Akk.d.S.
1
mit Gen.d.S.:
die heten vil ungern / gestatet solher tât
Ottok
31328;
des enwil sîn magenkraft / niht verhengen, noch gestaten
KvWTroj
7041;
GenM
78,2;
Lanc
385,35.
–
wir mugin vil wole / in wîgis gestaten. / weiz got, wir
sulin si gesaten / strîtis unde vehte SAlex
4542;
do Herman [...] dem eine offene wunde stach
[...], darumme nu zu rechte Herman dem richtere
gevangens gestaten sal StRFreiberg
196,31;
Mechth
2:24,77;
5:34,25;
Litan
1386;
Tr
1240
2
mit Akk.d.S.:
‘hey herre got’, sprach die konigin,
‘warumb gestattet das myn herre? Lanc
139,5;
wer, das aber der vorgenante schultheise [...]
dekeinen [irgendeinen] vbergrif wolte tvͦn anders,
danne da erteilet wurt, das sol ein bischof von Strasburg weren vnd dekeine wis
gestaten UrkCorp
N185,39 (WMU).
–
alles das dir got gestattet, das tuͦ mir
Mechth
4: 17,23;
‘ez [Euch mein Reitpferd zu leihen; Hs.
er
] mohte mir licht gestaten’, / sprach er,
‘die rede, die ir tūt [die Vereinbarung, die Ihr vorschlagt,
würde mir das sehr wohl erlauben]
Krone
19587
(anders BMZ: intr. ‘angemessen sein’
3
mit abh. Satz:
gestatestû, daz dich diu minne / verleitet
Eracl
2988;
gestatent ir, daz Pârîs / belîbet hie ze hove niht
KvWTroj
3368.
–
von diu so nesol dehein vrouwe / gestatten ir diwe, / daz
si sie vor lazze gan VRechte
210;
herre got, gestate mir, / daz ich si sehen müeze
MF:Reinm
7: 10;
swelch rihter [...] andern
liuten gestatet daz si unreht urteil sprechent SpdtL
149,24;
auch mit des als Stellvertreter im übergeordneten Satz (vgl.
1):
dar umbe gestatet des der getriuwe got, daz dicke sîne
vriunde vallent in krankheit Eckh
5: 260,4;
Parz
701,24;
Mühlh
103,13.
–
nu gestate, herre, mir des, / daz ich din lop gesprechen mege
SüklZw
2
4
mit Inf. oder Gerundium mit ze:
daz si nieman dehein unreht tuon noch gestaten ze tuon
SpdtL
151,9.
–
das si [die Pflanze] di bosen
druse vertribet unde in nicht gestatet zu wachsene Macer
6,23
5
mit Ersparung des Gen./Akk.d.S.:
daz almusen gebet mit gutem willen eur iegliches alz im got
gestat PrOberalt
116,39
MWB 2 593,42; Bearbeiterin: Baumgarte
gestæticlîche
Adv.
zur Suffixvariante -enclich vgl. Mhd. Gr. Wortb., A102.
‘beständig’
tzo dem iersten mael suldir ur lief / altzyt mynnen sonder
blyf / und gestedencliche mynnen MinneR336
365
MWB 2 594,23; Bearbeiterin: Baumgarte
geste
stF.
‘Geschichte’ (aus lat. gesta, vgl. afrz.
geste):
wider daz tal zAnferginân; / daz was des trachen
heimwist [Heimstätte] , / alsô man an der geste list
Tr
8942
MWB 2 594,28; Bearbeiterin: Baumgarte
gesteguot
stN.
‘fremdes Kaufmannsgut’ (vgl. DRW 3,1194 s.v. Gastgut; vgl.
gastguot
):
were aber daz etlich burger gesteguͦt fuͤrten
und doch burchreht darumb niht ufgeben, die sullen die buͦzze dulden
StRAugsb
44,10;
der geste gut fuͤret NüP
106
MWB 2 594,32; Bearbeiterin: Baumgarte
gesteige
stN.
auch gasteige.
‘ansteigender Weg’
an deme gesteige [
per ascensum
Is 15,5
] Luit wirt er ufgen weininde Cranc
Jes 15,5.
Jer 48,5;
daz der erber herre, [...] gechauffet hat
[...] iren weingarten, [...],
vnd ist gelegen an dem gastaig ze nachst dem Radecker UrkKlostern
1,138
(a. 1313)
MWB 2 594,37; Bearbeiterin: Baumgarte
gesteine
stN.
Koll. zu
stein
.
1 i.d.R. bezogen auf Edelsteine; häufig in Kollokation mit
edel
, seltener mit
guot
und Adjektiven, die den Glanz hervorheben 1.1 bezogen auf eine Anzahl von Edelsteinen 1.2 bezogen auf das Material 2
‘Schachfiguren’ (sowohl als bloße Mehrzahl als auch als vollständiger Satz) 3
‘Steine, Gesteinsbrocken’
1
i.d.R. bezogen auf Edelsteine; häufig in Kollokation mit
edel
, seltener mit
guot
und Adjektiven, die den Glanz hervorheben
1.1
bezogen auf eine Anzahl von Edelsteinen:
di tabele, dâ si zô saz, /
[...], / di was von elfenbeine, / gezîret mit gesteine
SAlex
5902;
er gap im rîcher koste solt, / lieht gesteine und rôtez
golt / und silbers manegen stærlinc Parz
335,28;
daz nie dhein künic sîn krône / mit gestein sô wol
gezieret, / also der palast was gefurrieret EnikWchr
18177;
milte zieret edeln muot / sam daz golt gesteine tuot
KvWLd
18,2
1.2
bezogen auf das Material:
daz muosen tiure näphe sîn / von edelem gesteine, / wît,
niht ze kleine. / si wâren alle sunder golt Parz
84,25;
da lach ane der iachant / so man in bezzesten uant /
saphirus unde tobazivs / zirten wole daz gotes huͦs / unde andere edele
gesteine VMos
56,10;
ein kunigin [...] brachti michilin
scaz, / thymiama undi opes, / des edilin gistenis / grozzis undi cleinis
LobSal
141
2
‘Schachfiguren’ (sowohl als bloße Mehrzahl als auch als
vollständiger Satz):
Tristan in dem schiffe ersach / ein schâchzabel hangen, /
[...] / vil schône und wol gezieret, /
[...] / dâ bî hienc ein gesteine / von edelem
helfenbeine / ergraben wol meisterlîche Tr
2225;
daz virde teil [des Buches] wil rangin
[bemüht sich um] / von der gesteine gangin. / daz
erste capitil in der gemein / sagin wil von dem gestein. / daz andir capitil sundir
wanc / sagit von des kungis ganc PfzdHech
164,18;
ir daz bret und sîn velt / mit dem gestein bestellet seht HvBer
9644;
ieglîchs gestein zwên alten hât ebd.
10212
u.ö.
3
‘Steine, Gesteinsbrocken’
do floc in [den Angreifern] engeine
/ schutze vnde gesteine Herb
4330;
liebe mynne, / du bist sterker dann gestein
Minneb
2055.
5371;
do sprach zv im ainre vz sinen ivngern. meister siech vf.
welich gesteine vnd welich gestifte. do antwurt Ihesus vnd sprach zv im. siehst dv
dis grozzen bawvnge [hier der Tempel] . niht wirt gelazzen
steine vf steine [
Mc 13,1
]
EvAug
110,17
MWB 2 594,43; Bearbeiterin: Baumgarte
gesteinede
Subst.
‘Edelsteine’
[Das wâpencleit war] von baldekîn ein phellel
breit, / dar ûf gesteinde mancher hande: / robîn men dâr erkande, /
[...], / smaragdus und adimant, / crisolde und
calcidône Demantin
8489
MWB 2 595,20; Bearbeiter: Richter
gestelle
stN. (?)
1 der Ort oder der Unterbau, auf den etw. gestellt oder aufgebaut wird, tragende
Konstruktion, Gerüst (vgl. mülen ~
, tisch ~
) 1.1
‘(Aufenthalts-)Ort, Stelle’
1.2 Gestell eines Wagens 1.3 hierher wohl auch, im weiteren Sinne einer Ablage ‘Kiste,
Truhe’
2 Arm-/ Handhalterung, mit der man den Schild in Stellung bringt (vgl.
armgestelle
und Schultz, Höf. Leben, 2,72) 3
‘Beschaffenheit, Aussehen, Zustand’ (vgl.
gestalt
1.3 und DWB, 4,1, 2,4221) 4
‘Nachstellung’ (vgl.
stellen
‘nachstellen’ )
1
der Ort oder der Unterbau, auf den etw. gestellt oder aufgebaut wird, tragende
Konstruktion, Gerüst (vgl. mülen ~
, tisch ~
)
1.1
‘(Aufenthalts-)Ort, Stelle’
[Geistwesen sind ausdehnungslos. Wenn sich alle Engel, Seelen usw.
in einer Kirche versammelten] giengen als vil lauͤt in
chor / zu der weil als nach und vor, / [...] / so gar
chlain ist daz gestell / da sich gaistleich dinch
enthaben [aufhalten]
Teichn
7,72.
311,106
1.2
Gestell eines Wagens:
der herwagn / der den künec solde tragn ─ / daz gatr und
daz gestelle was / silber wîz lieht als ein glas RvEAlex
5443;
dô hiez der künic Nerô / bereiten einen wagen dô, / der
was aller silberîn. / die schîben wâren guldîn / und daz geriht
[La. gestelle, vgl.
2gerihte
2
] gemeine. / mit edelm gesteine / was daz
geriht [La. gestelle
] beleit
EnikWchr
23237
1.3
hierher wohl auch, im weiteren Sinne einer Ablage ‘Kiste,
Truhe’
theka: kaste, gestelle VocOpt
8.005
2
Arm-/ Handhalterung, mit der man den Schild in Stellung bringt (vgl.
armgestelle
und Schultz, Höf. Leben, 2,72):
die [Schilde] wurden ouch alsô gar / unz anz
gestelle zeslagen, / daz si ir niht mêre getragen / vor den armen mohten / und in ze
wer niht tohten Er
9142;
er stach ir einen [einem von
ihnen] ûf den schilt, / daz daz gestelle gar zerbrach / und man den
schilt vallen sach / verre und der man gesaz UvZLanz
6385;
En
5760
3
‘Beschaffenheit, Aussehen, Zustand’ (vgl.
gestalt
1.3 und DWB, 4,1, 2,4221):
wer in einen spiegel sehen well, / der sech nur in der werlt
gestell. / alle dw werlt mit iͤr sach / ist als ein
vaym [Schaum] in einem pach Teichn
22,54;
in grozer andacht si enphienc / von meister Cunrade / zu dugentlicher gnade /
in grozer odmudekeit / ein hertes unde ein smehes cleit, / an gestelle dunkelvar /
unde an gulde snode gar Elis
6805
4
‘Nachstellung’ (vgl.
stellen
‘nachstellen’):
do [am Kreuz] die menscheit wider
quam / zu ir rechten vrilichen art / und der tuvel geschelket wart, / der mit
spen [l. spæhen
] gestellen / zu der tiefen
hellen / den menschen dachte vorsenken HeslApk
19621
MWB 2 595,25; Bearbeiterin: Baumgarte
gestellet
Part.-Adj
→
gestalt
Part.-Adj. und →
stellen
swV.
MWB 2 596,3;
gesteltnisse
stFN.
(stF. z.B.:
Eckh
3:24,3;
stN. z.B.:
ebd.
3:37,8
)
auch gesteltnis und gestaltnisse.
‘Gestalt, Aussehen’ (vgl.
gestalt
):
Maria ir zu helfe quam, / di sulche forme an sich nam / an gesteltnisse und an
cleide: / ane alles underscheide / was an ir der volle schin, / als ob ez di
[von Teufel bedrohte] vrouwe solde sin
MarLegPass
20,177;
wiltu di selbin genantin frucht, das si habin menschlich
gesteltnisse odir eynis andir tyris, so tu als ich habe gesaczt eyn wenik do vorne,
do ich sprach von den quiddin Pelzb
129,21.
126,15;
swer wissen wil der wegetrete gesteltnisse, si iz der ruten
gelich an den bleter, di blumen wiz rosenlecht var Macer
65,7;
eines nachtes im
[
Vlixes
] zv quam / in dem finsternisse /
sines gotes gesteltennisse, / nicht vollen gotliche, / wen ein teil mensliche
Herb
18211;
gang von mir, du furunge der sunden und du spîse des tôdes und du gesteltnisse
des vîndes HvFritzlHl
67,22;
Mügeln
230,2;
NvJer
4100
MWB 2 596,5; Bearbeiterin: Baumgarte
gestëmen
stV.
‘jmdm./etw. widerstehen, Stand halten’
mîn rât ist daz ir gestement / iuwerm zorne Flore(S)
942;
UvZLanz
1814;
nieman darf des wunder nemen, / daz sî mich hât gebunden. / ich enmác ir
kreften niht gestemen MF:UvG
1:5,35.
– mit Dat. des Pers.-Pron. ‘sich zurückhalten’
swelhes rîters schilt geruort wart, / der muos die êrste
juste nemen. / die andern muosten in [sich] gestemen, /
sin gesæhn wie im gelunge UvZLanz
5466;
frou Scham ir selber des gesteme / daz si in [den
dienestman der Milte] gar vermîde
KvWKlage
29,1
MWB 2 596,25; Bearbeiterin: Baumgarte
gestempfe
stN.
‘wiederholte Anstrengungen’ (zu
stempfen
‘stampfen, prägen’):
der tuvel ist der kempfe, / der machet manic gestempfe, / daz
her die sele vordige [überwältige] , / daz
sie [Akk.] daz vleisch ubersige HeslApk
4916
MWB 2 596,37; Bearbeiterin: Baumgarte
gesten
swV.
Part. Prät. auch gegast (
RvEGer
5733
) und gegest (
SM:Had
19:1,1
).
Die Belegzuordnung ist nicht immer eindeutig zu entscheiden.
1
‘jmdn./ sich zum Fremden machen, Abstand nehmen’ (mit
ane oder Gen.d.S.; zu
gast
1
‘Fremder’ ) 2
‘sich feindlich verhalten’ (zu
gast
2
‘Feind’ ) 3
‘sich (auf einen Besuch, ein Fest o.ä.) vorbereiten’ (teils mit
gegen, ûf ; zu
gast
3
‘Hausgast, Besucher’ ) 4
‘schmücken, ausstatten (mit etw.)’
4.1 refl. (teils mit gegen, ûf, ze ) 4.2 tr. 4.3 als Part.-Adj. 5
‘rühmen, preisen’ (teils mit Gen.d.S.) 5.1 tr. 5.2 refl. 6 refl. ‘sich freuen, erfreuen’ (mit Gen.d.S.) 7
‘vergleichend beigesellen, messen’
1
‘jmdn./ sich zum Fremden machen, Abstand nehmen’ (mit
ane oder Gen.d.S.; zu
gast
1
‘Fremder’):
die sich helent under in, / sît daz si sich
enbârent [nachdem sie einander ihre Gefühle offenbart
haben] / und danne ir schame vârent / und gestent sich an liebe, /
die sint ir selber diebe Tr
12383;
ich kan mich freuden gesten / und sorge, die mich nit verbirt MinneR503
220
2
‘sich feindlich verhalten’ (zu
gast
2
‘Feind’):
ze jungist tribent sis daran / baidenthalp ir baide man / das si sich ze allen
stunden / gasten, swa si kunden, / uf an ander gastecliche ze aller zit / in allen
wis en widerstrit RvEWh
290.
– mit Dat. ‘sich jmdm. feindlich zuwenden’
vurbaz wirt er sich gesten / den werdirn
[Inseln, Dn 11,18
] in dem mere
Daniel
7026
3
‘sich (auf einen Besuch, ein Fest o.ä.) vorbereiten’ (teils mit
gegen, ûf; zu
gast
3
‘Hausgast, Besucher’):
waͮ ain waibel benahtet by ainem armen man, da sol sich der arm man
nützit vff jn gesten, er sol im des geben, sô er hât ze ezzen und ze trinken
ungevaͮrlich WeistGr
4,497
(wohl a. 1315);
si [die Artusritter] tâten daz der
künec gebôt. / er muoste sîn an fröiden tôt, / swer sich niht gaste dar
gegen [Hoffest Lanzelets] . /
[...] / von allen landen wîte / kam volc ze der
hôchgezîte UvZLanz
8951.
9134;
alle die des wâren wert / die bat ich durch den willen mîn / alle gelîche bî
mir sîn. / die gelobten ez gemeine gar / und gasten sich mit vlîze dar RvEGer
3434.
3420;
RvEWh
5585
u.ö.
– übertr.:
man sol sich gen dem tage gesten / swâ liep bî liebe tougen lît: / ich
sihe in durch diu wolken glesten KLD:BvL
2:1,1
4
‘schmücken, ausstatten (mit etw.)’
4.1
refl. (teils mit gegen, ûf, ze):
sist ein wunneberndez bilde, / sô si sich mit bluomen
gestet: / swer si siht, demst trûren wilde KLD:BvH
11: 5,3;
[da] warent [...] / der
aventúre vroͮwan komen / hainlich an hainlich gemach, / da man si sich
engesten sach / ir raiseclaiden und da si sich / mit richen claiden wunneclich /
ze hoͮf gesten woldent RvEWh
13257.
13265;
gegen im [den Geliebten] müezet ir iuch gesten
/ mit allen iuren sachen LvRegSyon
3818;
si sich gelich / wappen kostlich wolten. /
[...] / so ieder man sich gast / uf den andern
vast, / wie er daz best braht, / so daz man sin gedaht / vor andern sinen
genozzen WhvÖst
17431;
SHort
757;
KvWTroj
4181;
WolfdD
875,2.
– übertr. auf das Wiedererwachen der Natur im Frühling:
willekomen sî diu zît / vil wünneclich, / diu mit
gelfen cleiden hât / geziert anger unde plân! / heide in liehter varwe lît;
/ si gestet sich / mit rîlicher sumerwât KvWLd
22,6;
mit grüenem loube stêt der walt / bekleidet wol, /
recht als er sol / gên der wunne gesten sich, / in manger hande varwe rîch
SM:Tu
6: 1,12
4.2
tr.:
du sælden keiserinne, / din crone luter glestet, / got der hat dich
gegestet / mit einem liehten cranze: / zwelf sternen mit ir glanze / din houbet
zierent schone KvWGS
1833;
KvWTroj
1187;
die sternen spehe / die so schone glestent / und den himel gestent
Martina
112,96;
da von du dich zuͦ got habe! / mit im din hertz
geste! / er ist der aller beste SHort
2351.
6974;
mit fröden ward geziertt / vil menig hoch edel wib, / die
hayden gasten och iren lib GTroj
908.
13676.
– mit Ersparung des Obj.:
ob allen tugenden hôhe treit / vro Triuwe die krône: si ist daz alre
beste kleit, / daz man an sich gesnîden kan, si gestet wol vor aller edelen
wæte SM:JvR
1:1,3.
–
mit worten ~
‘schmücken’ im Übergang zu 5
‘rühmen, preisen’
sprich frou ‘est der wille mîn, / kanstu mich
mit worten gesten.’ / für die schœnsten und die besten / lobe ich dich
KLD:BvH
17: 2,8
4.3
als Part.-Adj.:
ouch het Helêne ir bestiu cleit / des mâles an ir lîp
geleit / und was gezieret alsô wol, / daz man gesehen niemer sol / ein wîp, diu
baz gegestet sî KvWTroj
23029
u.ö.;
nû ist sumer so wol gegest, daz er êre hât
SM:Had
19: 1,1;
nû liezen sich hie schouwen / mit süezer minneclîcher schar / von der stat
die herren gar, / mit solher rîcheit gegast / daz in nihtes gebrast / an rîcher
gastunge dort RvEGer
5733;
darzuͦ ist si [die Stadt
Basel] gevestit, / gewehit und gegestet / mit maneger burc vil
schone RvEWchr
2269;
RvEWh
3487
u.ö.;
wan ez [das Götzenbild] ist gegestet / uon
edilem gesteine Martina
156,34;
zer predien gan / gegestet als an ainen tantz
SHort
5267;
GTroj
2937;
UvZLanz
601
5
‘rühmen, preisen’ (teils mit Gen.d.S.)
5.1
tr.:
da von [wegen ihrer Pflege des Knaben
Paris] man daz raine wib [die Hirtin
Lixa] / sol gesten und rümen, / mitt zartten wortten blümen /
umb ir rechten wibhaitt GTroj
1429.
2459;
ze stade kâmen si zehant / und stiezen an des meres sant
/ vor einer schœner veste, / die prîse ich unde geste / vor manger hôher werden
stift [Bau]
KvWTroj
7230;
KvWEngelh
5237;
ich wil die burg des gesten / daz man mit kainen dingen /
besitzent noch betwingen / si mag SHort
6450.
6803;
kan ich [der Dichter] die wol
gegesten / die mir diu schrift vor bestet / und zuo den besten gestet
RvEAlex
100;
HBirne
10;
Virg
222,9.
–
man hôrte manic zungen / sîn lop in wirde gesten / man zalt in für den
besten Reinfr
2051;
man hôrt sîn êre gesten / wît in allen landen ebd.
4352
5.2
refl.:
mitt rechter helffe usserlessen / bin ich dir, kaysser,
ie gewessen / nach by den besten, / des mag ich wol mich gesten
GTroj
23188;
got ist ain, ainig, ewig, guͦt, /
[...] / si [die
Seele] sol sich gesten siner namen SHort
1466;
ob sî [die Wörter Ja und Nein] ein ander niht
mit valsche dringent ûz ir veste, / daz sich daz ein des andern überstrîtes
iemer geste, / sô mac in beiden wonen bî / gewaltes kraft an wîte und an der
enge KLD: WvBreis
1:7,6.
1:5,4;
Boppe
1:9,15
6
refl. ‘sich freuen, erfreuen’ (mit Gen.d.S.):
Paulus, da bi alle / junger gar mit schalle / gasten sich der wünniklichen
mære [Christi Auferstehung]
AveMaria10
19;
ûf esten gestent sich nit mê / vogellîn als ê
SM:AvR
2: 1,1.
3:1,9;
do wart ich alles laides vri / und lie das ungemuͤte
nider / und wuͦhs in hohem muͦte sider / und gaste in minem herzen
mich / der saͤlden das dú saͤld an dich / nach wunsche in richer
werdekait / hat aller saͤlde vlis an dich gelait RvEWh
7583;
ich [
Dietherich
] wais kaines
[Schwertes] me so guͦt. /
[...] / davon so gestet sich min muͦt, / swie
[obgleich] ich es hab mit laide / gewunnen
EckenlE2
222,9;
war umbe húget manige sele abe dir [verlangt
nach Dir] , war umbe gestet sich din [erfreut sich an
Dir] maniger muͦt? Seuse
498,27
u.ö.
7
‘vergleichend beigesellen, messen’
– refl. mit gegen:
ich hân gehabet êr unde guot, / ich truoc sô hôhe ie
mînen muot, / daz sich mit lobe die besten / gên mir ie muosten gesten
RvEBarl
8626;
hierher?:
liehter varwe kan si glesten, / daz ir minneclîcher lîp /
schaffet daz sich müezen gesten [Hs. muos
engesten
] / gein ir schœne alliu wîp
KLD:BvH
4: 1,7.
– tr. mit ze:
gewære, milte und kiusche / was er mit keiserlîcher tugent / in daz alter
von der jugent / alsô lobelîchen komen / daz er ie was ûz genomen, / swâ man an
lob die besten / ze den besten solte gesten RvEGer
98;
die studen [den brennenden, aber unversehrten
Dornbusch]
[...] sol man, vrouwe, gesten / zuo dime magetuome
KvWGS
456;
si [Maria] worchte was sú
wolte, / inallerhande wise / mit loblichem prise, / das man ir werk zembesten /
mocht allenthalben gesten WernhMl
5516
MWB 2 596,42; Bearbeiter: Richter
gestênde
stN.
‘Zeugnis, Aussage’
der daz allez gesên het / er mit zûgnis des gestêt, / ouch
wâr ist sîn gestênde, / er weiz ouch ûf ein ende, / swaz er sprichet daz ist wâr, /
daz ir geloubet âne vâr JvFrst
10943;
‘Eli, Eli, / lamazabathani?’ /
[...] Eli ist der name sîn, / i besunder sprichet
‘mîn’, / lama ‘war um’ ist sîn genende, / zabathani stift
ditz gestende / daz ‘verlâzen’ ist vermelt ebd.
9918.
6981
MWB 2 599,1; Bearbeiterin: Baumgarte
gestendic
Adj.
1
‘Beistand leistend, beständig, treu’
2
‘unveränderlich’
1
‘Beistand leistend, beständig, treu’
sit mir nu gestendig. / wizzet, ez ist unwendig, / ich
[...] wil die heiden pfenden, / mag ich, mit solhen
pfanden / daz sie uz minen landen / mit shanden muͤzen riten
Rennew
13731;
alsô soltû sîn / mit triuwen uns gestendic / und bis dar an genendic, / daz dû
mit triuwen uns gestêst / und dû uns niht abe gêst / KvWTroj
46133;
swer [...] da wider wirbet ald des hilfet, da mit
unser gesetzede ald unser gewerb gekrenket ald geirret mu̍gen werden, dem und
allen dien, die ime des gestendig werin StRZürich(B)
107,20
2
‘unveränderlich’
vnd svͤlen die pfenning, di man nu schierst verniwͤt, stæt
beleiben vnd gestendich sein bis an vnser peder tot UrkWittelsb
2,146
(a. 1307);
wan wir nu gestendich pfenning haben, so wellen wir und setzen, daz man bi dem
niwͤn wein dez pesten Welchweins den halben pfunder umb zwen pfenning
schenchen und niht hoͤher StRMünch
278,18
MWB 2 599,9; Bearbeiterin: Baumgarte
gestenke
stN.
Koll. zu stanc
‘Gestank’ (vgl.
gestanc
):
[denen die Welt] vil zu gibt der eren, / die betreugt si
dester e / in ires rechtes schrenken, / und nach wollust tut si we / mit wurmen und
mit gestenken SeeleLeichn
344
MWB 2 599,28; Bearbeiterin: Baumgarte
gestepfen
swV.
→
stapfen
MWB 2 599,33;
gestëppe
stN.
Bed. unklar, ‘bestickter oder mit Ziernähten versehener Teil der
Bekleidung’ (?) (zu
stëppen
; vgl.
stëppe
stN.):
in valde / lag ir veyertaglich gewandt, / sie trabt und gieng ein zelte
[l. enzelt
] . / wer möcht ir gevolgen, wer
sie iungk? / ir gesteppe [La. gestüppe
] was
gekrispet hart woll Neidh(S)
1,447c51:4,9
MWB 2 599,34; Bearbeiterin: Baumgarte |