gesmaclich
Adj.
‘wohlschmeckend’, übertr.:
der contemplierer mvͦs gemechlich vnd staffelich zuͦ nemende vf
gan [...] in dem gesmachlichen enphindenne der wurchlichen
beschoͮde [
in saporoso gustu contemplationis
practicæ
]
RvBib
60,9
MWB 2 578,14; Bearbeiter: Richter
gesmahte
stF.
‘Duft, Geruch’
daz rou sî alsô sêre / daz sî hâte lützel ahte / umbe der bluomen gesmahte /
noch deheiner slahte spil Flore(S)
5682
MWB 2 578,19; Bearbeiter: Richter
gesmeckede
stF.
‘Geruch’, ‘Wahrnehmung’
da sint ôuh míte uirtuosi et misericordes. dîe mít operibus
uirtutum reddunt de se fraglantiam bonę opinionis. also dîe tîuron sálbon dîe quékke
[La. gesmêccheda
] des gûotes stánkes
Will
70,9
MWB 2 578,22; Bearbeiter: Richter
gesmeiʒe
stN.
‘Kot, Dreck’
von kraft der wurze waze, uz paradis betowet, / pfligt daz tier der maze, daz
iz nach gelwer bluͦmen bletern schowet, / swan iz sin gesmeize von im reret
JTit
1681,3;
die veivaltern [Schmetterlinge]
setzent sich auf den klê und [...] daz edel taw
verunrainent si mit irm gesmaiz, wan dâ wahsent würmel auz BdN
291,31.
274,16
MWB 2 578,27; Bearbeiter: Richter
gesmelze
stN.
‘Metallschmelze, Legierung’
der gîtige unde daz unrehte guot [...]: daz kan
nieman gescheiden, als wênic als man zin unde kupfer iemer gescheiden mac; wan des
tuon sich alle die meister abe [sie verzichten darauf] ,
die hiute lebent unde die von gesmelze ie kunst gelernten PrBerth
1:225,9;
electrum et piropus: gesmelce Gl
3:359,32
(BStK927);
electrum metallum auro clarius fulgens mixtum ex auro et argento, auro
argentoque preciosus id est gesmelze, gesmide SummHeinr
2:271,55
u.ö.
– meist ‘Verzierung aus geschmolzenem Metall,
Emaille’
umb den helm ein lîste gie / von golde zweier vinger breit; /
oben was dar in geleit / mit gesmelze ein adamas Wig
7388.
778;
golt, silbir und als edil er [Erz]
/ das decheinis gesmelzis schin / mohte edilrre uf der erde sin
RvEWchr
28265;
sin edel hoch geslechte, [...] / daz was geschriben
rechte in rotez golt mit gruͤnen schriften kluͦgen / und stuͦnt
ouch sunder in dem helm ergraben / mit gesmelze wæhe JTit
1684,4;
VMos
82,1;
Rol
3288;
SpeyrerP
60.
– bildl.:
der von Eschenbach / sie [
diu wort
]
schôn floriert mit rîcher witz gesmelze Loheng
7636
MWB 2 578,35; Bearbeiter: Richter
gesmîde
stN.
auch
gesmey GrAlex
5862;
gesmît [:gît] WälGa
7779.
1
‘Metall’
2
‘Schmiedearbeit, metallenes Gerät’
2.1
‘Rüstung, Waffe’
2.2
‘Metallbeschlag, Zierrat am Reitzeug’
2.3
‘Schmuck, Geschmeide’
1
‘Metall’
daz góld tûrer íst dánne dechêin ánder gesmîde
Will
52,20;
PrOberalt
32,15;
Vulkânus ist ein hôher got, / des gewalt in sîn gebot /
betwungen daz gesmîde hât, / daz sich nâch sînem willen lât / smiden unde giezen
RvEBarl
9723;
von dem gesmeid. daz ist nu daz sibend stuck des puoches, in
dem wir sagen wellen von dem gesmeid. wan daz ist sibenlai: golt silber gunderfai
kupfer zin plei und eisen BdN
474,2
u.ö.;
Orosius [...] schreibt von ainem giesmaister des
gesmeides Schachzb
33,81;
MNat
12,21;
Renner
17591.
– bildl.:
die selbe rede ist niht gesmidet / von wilder wort
gesmyde Minneb
4641
2
‘Schmiedearbeit, metallenes Gerät’
alle die missehellunge, die die smide hetten wider die cremere vmbe daz sú
sporen veile hattent vnd ander gesmide UrkCorp (WMU)
2948,38;
bi dén selbin zitin do / hat alda der heidene hant / der
Israheliten lant / betwungin als eiginliche / das man do inir riche / niendir ubir
al ir lant / smit noh dehein gesmide vant RvEWchr
23268
2.1
‘Rüstung, Waffe’
ne weder schilt noch gesmide / neschirmit in dem libe /
minere denne der swam [sie boten soviel Schutz wie ein Pilz (s.a.
Friedrich, PhrasWB S. 390 s.v. swam)]
Rol
4467;
da wapent sych swinde der kune Wolffart, / an leyt er sin gesmyde
Alph
1573;
ouch ist dehein gesmîde / daz den wurm snîde / wan diu
glävîe eine Wig
4771;
ich [die personif. Hoffart]
machen den weg an der spitzen, / an den swerten und den senssen / und an allem
anderm gesmyede / die gemacht sint die lude zu doden mide Pilgerf
7641;
KvWTroj
4086.
31015;
Rab
972,5
2.2
‘Metallbeschlag, Zierrat am Reitzeug’
nu heizet iu bereiten iuwer pfertkleit! /
[...] / si heten noch gesmîde, daz man dâ vor reit
/ bî Sîfrides zîten NibB
1268,1;
swa irre frowen ros spranc, / ir gereite
[Reitzeug] als von schellen clanc / vnde ander ir
gesmide Herb
14507;
wol hundert ritter wol gekleit / ûf schœnen pferden bî mir riten. / ir
kleider wâren wol gesniten / und allez ir gesmîde guot UvLFrd
259,5;
Er
2025.
1444;
Athis
D 112;
Krone
7769
2.3
‘Schmuck, Geschmeide’
an dem einleften tage [...] zerget
vil sciere, da diu werlt mit ist gezieret, / golt unde silber unde ander manech
wunder, / [...], daz gesmide der frouwen
AvaJG
13,4;
uile manich edele wib / zierte wole ir lib / mit phellel
unde mit sidin, / mit guldinim gesmide Rol
670;
man sant in klainot dar / und manig stoltzes geschmeyde,
/ gott und edel seyde, / silber und auch edel gestaine HvNstAp
11428;
Tr
16711;
Mügeln
253,11
MWB 2 578,58; Bearbeiter: Richter
gesmîdekünstler
stM.
‘Alchemist, Metallurg’
sein [des Quecksilbers] rauch ist
den glidern gar schad [...], und alsô verderbt ez mangen
goltsmit und mangen gesmeidkünstler, die alchimiste haizent, wan ez ist ain
ursprinch alles gesmeids in der erden BdN
477,4;
wenn man ez [Auripigment] erhœhen
wil, daz ze latein haizt sublimari, sam die gesmeidkünstler wol wizzent, sô benimt
man im der dünst ebd.
477,32
MWB 2 579,46; Bearbeiter: Richter
gesmîdezierde
stF.
‘Halsschmuck, Geschmeide’, s.a.
halszierde
:
dîn hals ist gesmîdezêrde [
collum tuum sicut
monilia
Ct 1,9
]
TrudHL
23,14;
dîn háls. ist sámo smîdezîereda. [La. gesmîde
zêreda
]
Will
17,1
MWB 2 579,55; Bearbeiter: Richter
gesmîdic
Adj.
‘formbar, leicht zu schmieden’
der junge starke degen guot / vant [...] einen helm
wol geslagen / von gesmîdigem stâle Bit
2149
MWB 2 579,60; Bearbeiter: Richter
gesmûse
stN.
‘Gerede’
daz vns der edil [Jesus] brehte / zvo sines vater
hvse / der himilschen cluse / von dirre welte gruse / und ir valschin gesmvse
Martina
82,90
MWB 2 579,63; Bearbeiter: Richter
gesmutzet (?)
Part.-Adj.
(oder gemutzet [Vorschlag des Hrsg.], zu
mutzen2
; s.a.
smitzen
‘beschmieren’).
‘geschminkt, herausgeputzt’
och zuͦ der predie von der stat /
[...] / geslichen sam die pfawen / kunt vil der tiefel
clawen [gemeint: eitle Leute] / gesmútzet, uf
gespitzet dar, / dur daz man ir da næmi war, / gevarwet und geweschen
SHort
5305
MWB 2 580,3; Bearbeiter: Richter
gesnabel
Adj.
‘mit einem Schnabel versehen’ (von dem Volk der
Kranichschnäbler):
uns ist von mæren worden kunt, / [...] waz herzog
Ernest nôt erleit, / waz er unt grâve Wetzel der gesnablen diet versneit RvZw
162,5;
daz gesnabel her Reinfr
20343
MWB 2 580,11; Bearbeiter: Richter
gesnapperen
swV.
‘(mit dem Schnabel) klappern, schwatzen’ (vgl. DWB 9,1173 und
snappen
swV.):
der [Lesertypus] hat des storches orden, / der vil
gesnapert uber sich PassI/II(HSW)
42149
MWB 2 580,17; Bearbeiter: Richter
gesnære
stN.
‘Geschwätz’
maniger rüemet sich grôzer dinge / daz er künne und müge volbringe, / und hât
mit schalle grôz geschrei, / [...] / waz sol sôgetân valsch
gesner? Renner
21308
MWB 2 580,21; Bearbeiter: Richter
gesnæren
swV.
‘schwatzen’
sô hât er [Gott] uns niwan eine zunge gegeben. dâ
mite sîn wir gemant, daz wir niht ze vil gesneren suln unde gebrehten PrBerth
1:159,13;
dû gesnerst sô vil mit der einigen [mit der einen
Zunge] , daz dir wê wart daz dich dîn muoter ie getruoc an dise
werlt ebd.
1:159,19;
swer [...] bî den dingen uns wil versuochen / waz wir
reden ze den mêren, / daz er hin wider müge gesneren Renner
15098
MWB 2 580,25; Bearbeiter: Richter
gesnarren
stN.
→
snarren
swV.
MWB 2 580,34;
gesnatel
Subst.
eine Speise (vgl. DWB 4,1,2,3951 s.v. Geschneitel):
gesnattel UrkKlostern
1,XLIV Anm. 8
(Küchenamtsrechn. 14. Jh.)
MWB 2 580,35; Bearbeiter: Richter
gesnebelet
Part.-Adj.
von Schuhen ‘mit einer Spitze, einem Schnabel versehen’ (zu
snabel
, s.a.
gesnabel
):
ez sol ouch ir deheinre [der Bürger von Speyer]
keinen spiczen snabel vornan an schuͦhen oder an lederhosen dragen. unde sol
ouch dehein schuͦchmecher hie zuͦ Spire der selben gesnebelten
schuͦhe oder lederhosen niht me machen SpeyrerP
60
MWB 2 580,38; Bearbeiter: Richter
gesneren
swV.
→
gesnæren
MWB 2 580,45;
gesnerre
stN.
zu
snarren
.
‘Schmettern’
busine groz gesnerre, tambur und rotubumbes [eine
Trommel] / [...] / die gaben aber
suͤzer vil gedoͤne JTit
4072,1
MWB 2 580,46; Bearbeiter: Richter
gesnetze
stN.
‘Geschwätz’ (zu
snateren
?):
er saget vil manig gesneptze [
:
gebletze
] . / swig er, ez were alz gut MinneR410
360
MWB 2 580,50; Bearbeiter: Richter
gesnipfen
swV.
‘seufzend den Kopf senken, in sich zusammensacken’ (?):
zehant vür mich gesnipfte
ich [Priamus] / und saz verdâht als ein man, / der
weder sin noch rede kan KvWTroj
41906
MWB 2 580,53; Bearbeiter: Richter
gesnîwen
swV.
in groben Beschimpfungen ‘jmdn. (die Mutter) schänden, sexuell
entehren’ (in Anlehnung an
gehîwen
‘heiraten, sich paaren’, vgl. SchweizId 2,1106-08 sowie 9,1212-14
mit zahlreichen frnhd. Belegen):
du versniter düfel, du muͦs herus und soltestu joch dine muͦter
gesnien ClosChr
119,15;
wer och ieman saget in einem gechen zorn: du bist ein diep
[...] oder schalklich sprichet
[...], daz du din muͦter geschnigest,
[...], der git zechen schilling und vert einen manot
von vͥnser stat StRBern
2:5,13;
das du din muͦter geschnyest ebd.
1:38,17
MWB 2 580,57; Bearbeiter: Richter
gesnürre
stN.
‘Rauschen’
si mohten ouch dâ schouwen / ûf den helmen manec gesnürre
[rauschenden (Feder-)Schmuck; vgl. Nellmann, Parz.
z.St.]
Parz
718,9;
von trumben groß gesnurre, businen, heidenisch pfifen / da doz JTit
2001,1;
Killikrates der wilde wunder fuͦrt gesnurres, / busine ein groz unbilde
ebd.
3506,1
MWB 2 581,5; Bearbeiter: Richter
gesol
stN.
‘Schmutz’
hiete ich mine sele in daz gisol / aller laster nieht versenchit
Litan(M)
398
MWB 2 581,12; Bearbeiter: Richter |