gesellic
Adj.
‘verbunden, zugetan’
si wâren aller sache / gesellic und gemeine Greg
287;
den armen milde unde gutig, rittern unde rittirmezigin lutin gesellig unde
hogelich Köditz
19,18;
Elis
3260;
sîn wîb, dî im was wordin / an der ê gesellic NvJer
8550;
KvWEngelh
797;
her nach so wirt der mensche [...]
von minsamer [liebevoller] wandelunge mit allen menschen
gemein und gesellig Tauler
176,14;
hierher (Ausfall von ge- häufiger im Text, vgl.
Glossar):
das löblich volk ze inndia gehorsames unnd selliges
[
unanimen ‘einmütig’]
HvHürnh
11,7.
–
‘gesellig, lebenslustig’ (?):
des man in [den verlorenen Sohn]
hin und her zoch / zuͦ dirr und derr geselleschaft. / wie gesellig und wie
tugenhaft / er wær, so daz da wirt gesait, / so wart von im ez gar berait / swaz da
was ze gebende SHort
4016
MWB 2 561,6; Bearbeiter: Diehl
gesellich
Adj., Adv.
adv. -lîchen.
‘gemeinsam, gemeinschaftlich, freundschaftlich’
1 Adj. 2 Adv.
1
Adj.:
ie lieber dir, ie leider mir! / din geselliche gunst / ist mir ein ungemaches
brunst, / und din vientlicher zorn / ist mir zu eime troste erkorn PassIII
123,17;
ane geselliche pflicht / gienc er alleine hinden na MarLegPass
22,56.
–
‘gesellig, lebenslustig’
nach mime rate gevellich / sal er [der Sohn]
uch sin vil gesellich Macc
9572
2
Adv.:
Ortwîn der küene bî vrou Uoten reit / vil geselleclîchen
[La. gesellichen
]
NibB
583,2;
wenne [...] der valken zwên
sint [bei der Jagd] , sô vliegent si geselleich, ainer
auf, der ander nider pei der erd BdN
188,13
MWB 2 561,23; Bearbeiter: Diehl
gesellicheit
stF.
1 Verbundenheit, Gemeinschaft (als Bestandteil adelig-höfischen Lebens das Teilen
einer Lebensweise, Handlung oder Haltung; aber auch freundschaftlich) 1.1 allg. 1.2 direkt bezogen auf das Beizusammensein mit anderen,
‘Gesellschaft’
1.3 rechtl. ‘Teilhaberschaft’
2
‘gesellschaftsfähiges Benehmen, Höflichkeit’ (vor dem
Hintergrund von 1 )
1
Verbundenheit, Gemeinschaft (als Bestandteil adelig-höfischen Lebens das Teilen
einer Lebensweise, Handlung oder Haltung; aber auch freundschaftlich)
1.1
allg.:
daz er gelobte sunder / den von der tavelrunder / sîn
rîterlîch gesellekeit Parz
308,29;
dô weinden durch gesellekeit / mit ir manc juncfrouwe
clâr ebd.
431,20;
mit ganczer gar ainhellikait / und guͦter
gesellekait WernhMl
6062;
da rittent do die ritter nach, / der was zwai hundert
nach der zal. / die hatent sich oͮch úber al / gezwaiget mit gesellechait
[paarweise verbunden]
RvEWh
6025
1.2
direkt bezogen auf das Beizusammensein mit anderen,
‘Gesellschaft’
daz sim êre bæren / mit rede und mit gesellekeit
Tr
3391;
Gyburc diu künegîn / bat al diu juncvrouwelîn, / daz si
in næmen in ir gesellekeit, / und daz si im semften gar sîn leit
Wh
296,17;
diu künegîn in dem venster lac, / diu der gesellekeite
phlac ebd.
243,18;
magez mit iweren hulden sîn, / ich priche iu nu
gesellekeit [lasse euch allein]
Parz
402,11;
er bat den wirt gesellekeit, / "lât mit mir ezzen dise
magt." ebd.
550,14.
784,25;
hern Adam [...] / und ain weib
aus ertreich / aͮn natürleich gesellchait Teichn
464,813.
–
die unervorhten / [...],
dies marcrâven leit / sô truogen mit gesellekeit, / daz si nâmen gelîche
phliht / der vlüstebæren geschiht Wh
235,10;
der vürste et selbe vierde reit: / niht mêre was ir
gesellekeit ebd.
246,4;
der gesellikeit / und der grôzen triwe / danct im
der soldan niwe Ottok
47654;
friuntschaft und gesellikeit / erbôt in der soldan
ebd.
47990.
–
~ leisten, tuon
‘Gesellschaft leisten’
Artûs bat sîner swester suon / gesellekeit dem künege
tuon Parz
221,8;
der von Salzpurc selbe wart / zuo der reis bereit. /
dem teten gesellikeit / von Gurke bischolf Johan
[...]
Ottok
17398;
er leiste ir wol gesellekeit; / wan er nam sich ir
senede leit / vil inneclîche mit ir an Tr
1433;
ich gevolg iu wol ze vuoz, / gesellekeit ich leisten
muoz Wh
131,30
1.3
rechtl. ‘Teilhaberschaft’
sal der R., sine erben [...] in der stat alle
burgerliche rechte haben, beyde an koufen vnd verkoufen vnd an ander gesellikeit
DRW
4,503
(CDWarm; a. 1348)
2
‘gesellschaftsfähiges Benehmen, Höflichkeit’ (vor dem
Hintergrund von 1):
Heimrîch durh gesellekeit / bat Rennewarten sitzen dort / ûf
den teppich an der tavelen ort Wh
274,2;
mir wære gesellekeit unkunt, / soldet ir mîn garzûn sîn
ebd.
131,26;
ir enwedriu dâ niht vergaz, / ir gesellekeite / wârns ein
ander vil bereite Parz
763,3;
manger in der schuzzel wandelt / und smucket daz beste in sinen munt: / dem
ist gesellikeit unkunt, / der sinen genozen uberizzet Jüngl
572
MWB 2 561,36; Bearbeiter: Diehl
geselliclich
Adj., Adv.
adv. auch -lichen; auch gesellencliche.
‘wie unter Gefährten üblich, freundschaftlich verbunden’
nû wil ich in niht eine lân / und wil im geselleschaft / mit
geselleclîcher kraft / leisten RvEBarl
14948;
daz ich iu gerne leiste / gesellenclîche stæte
UvZLanz
2717;
do die getrúwen baide / mit geselleclichem sitten / als bi an
ander rittent RvEWh
7035;
SM:UvS
34:1,4;
do bat in der geselle durch geselleklich trúwe
Seuse
143,21;
er nam geselliclîche / den herren Gâwein bî der hant
Wig
685;
Tr
6959;
sie [Maria und Joseph] wonten sament, daz ist wâr,
/ geselleclîchen manec jâr, / daz dar under disiu meit / nie verlôs ir kiuschecheit
WvRh
7549;
wann ein ainvaltiger man / guͤt gesellen wil pey im
han, / so nem nur ein schon weib / dw da hab ein tumen leib / und geselchleich
[umgänglich] ist und chlug: / so gewint er gesellen
genueg Teichn
432,75.
– in der Minne,
~ ligen u.ä. für den Beischlaf:
sôn sulet ir der künigîn / ze bette noch ze tische sîn /
geselleclîch Tr
15391;
sus kunden sî dô vlehten / ir munde, ir bruste, ir arme, ir
blankiu bein. / [...], / geselleclîche als si lâgen
MF:Wolfr
1: 3,8;
geselliclicher umbevanc / mit blanken armen sunder wân tuot
senede herze hôhgemuot SM:UvS
7: 2,1.
–
‘gemeinsam, zusammen’
zwêne ûz erwelte man, / die sach man geselleclîchen bî den
künegen gân NibB
1807,2;
Parzivâl niht eine [allein] lac: /
geselleclîche unz an den tac / was bî im strengiu arbeit Parz
245,2;
ain iegleich visch, der des raubs lebt, der swimt
gesellicleich, sam der hecht BdN
243,8
MWB 2 562,25; Bearbeiter: Diehl
geselliclîcheit
stF.
‘Gemeinschaft’
bœse wort und freidikeit / ist [gilt als]
schimpflich gesellikeit [La. geselliclicheit
]
Renner
17090
MWB 2 562,57; Bearbeiter: Diehl
geselligen
swV.
tr. ‘zum Gesellen machen, vereinigen’ (mit Dat.):
[er] sol niht geselliget werden
[
sociari
] den die in dem chore singent
BrAlt
43.
53.
– mit präp. Erg.:
jst daz auch ieman pfaffen [
si quis
clericorum
] mit sämlicher begird gesellegt wil werden zü
dem kloster BrAlt
60;
daz si [die Gerechtigkeit] fureint vnd geselligot
ist mit dem obrosten goͤtlichen gemvͤte vnd mit im ewig frvntschaft
het RvBib
175,24.
176,7.
– refl.:
also süllen si [die Gäste] sich
geselligen in dem fride [
socientur in pace (im
Friedenskuss)]
BrAlt
53;
wie die minnende sele sich geselleget gotte und sinen
userwelten lieben Mechth
2: Reg. 37
MWB 2 562,60; Bearbeiter: Diehl
geselligunge
stF.
‘Gesamtheit, Vereinigung’
so sol er [der fremde Mönch] niht
allein enpfangen werden zü der geselligung der sämenung
[
congregationi sociandus
]
BrAlt
61
MWB 2 563,9; Bearbeiter: Diehl
gesellinne
stF.
‘Gefährtin, Begleiterin’
er vorte ouch mit minnen / ir gesellinnen, / die wichaften
amazones Herb
14592;
sîn gesellîn diu hæt ime benomen / beidiu zwîvel unde wân
Tr
14012;
SM:Wi
1:4,7;
Vät
29321;
ich gruͤsse dich vroͮwe, liebú Maria, / das du
bist ein gesellin der heligen engelen hie und in gottes riche Mechth
7: 19,7;
des landes frowe mit ir gesellin oder dv́ kvnigin oder ir tohter och mit ir
gesellin UrkCorp (WMU)
287,5.
– Inhaberin eines bestimmten Klosteramtes (vgl. SchweizId 7,730, nur
Stagel ):
sy was fil jar gesellin ze dem fenster und so sy denn erst in den crútzgang
kam, so hat sy vergessen was sy gesechen ald gehoͤrt hat Stagel
61,21.
40,32.
62,8
MWB 2 563,13; Bearbeiter: Diehl
gesemede
stN.
‘Versammlung, Menge, Gruppe’ (vgl.
gesamene
):
in mitten dirre menige / so was groz gesemede / di hizen
leuite VMos
78,17;
alle dî dî imme rîche wâren / unde ander manige helde / dî quâmen ze dem
gesemde JJud
192.
– von Geistlichen:
clerum: gisemidi Gl
1:784,47
(BStK632);
ebd.
1:784,47
(BStK558)
MWB 2 563,27; Bearbeiter: Diehl
gesemene
stN.
→
gesamene
MWB 2 563,34;
gesende
stN.
‘Besendung, Einladung’
ein teidinch sie gelobeten; / sie gebutten ein gesende
Wernh
D 1607
MWB 2 563,35; Bearbeiter: Diehl
gesengelîn
stN.
Dimin. zu gesanc
‘kleines Lied’
der jungling vie an ein froͤlichez gesengeli von dem
kindlin Jesus, daz sprichet also: in dulci jubilo Seuse
21,18
MWB 2 563,38; Bearbeiter: Diehl
gesêr
Adj.
‘betrübt, von Schmerz erfüllt’
amaricati: giseri Gl
2:283,17
(BStK637)
MWB 2 563,42; Bearbeiter: Helmich
gesêrde
stF.
zu
sêrde
.
‘Verletzung, Schmerz’
des liezen sie en [Timotheus] ledic do / ane geserde
unde vro, / uf daz ir brudre dort irlost / wurden mit heile wol getrost Macc
10332
MWB 2 563,44; Bearbeiter: Helmich
geserwe
stN.
zu
sarwe
.
‘Rüstung’
arma: gisarewe SummHeinr
1:351,59;
er brâhte im fiunfzich tûsent helede / mit guotem geserwe
Kchr
7309.
6539;
ia lucht ir geserwe / uon schilten unt uon helmen
Rol
4492;
Amelung [...] sluog ime durch den helm
[...] daz ime daz bluot mit kreften durch daz geserwe
ran RosengC
1631;
Roth
4933;
WhvÖst
8027.
– hierher oder geswërbe (zu
swërben
) ‘Chaos, Wildnis’ (?):
do zôch er [Wolfdietrich] ab die brünne und warfs
ûf einen ron. / mit trûriclîchem muote sô schiet er dar von. /
[...] harte barmiclîche er von dem geserwe
[Hs. geswerbe
] flôch / über ronen und über
steine WolfdA
459,1
MWB 2 563,48; Bearbeiter: Helmich
gesetze
stN.
‘Gesetz, Regelung’ (vgl. 2HRG 2,294f., LexMA
4,1388ff., LThK 4,579ff., s.a.
gesetzede
)
1 auf der Autorität einer übergeordneten Instanz beruhende Verhaltensnorm;
Vereinbarung 1.1 als eine göttlich gesetzte Regel 1.1.1 allg. 1.1.2
‘Schicksal, Bestimmung’
1.2 als eine vom Menschen gesetzte Regel, i. d. R. schriftlich niedergelegtes
Recht, ‘Rechtsordnung, Statut, vertragliche Vereinbarung, Artikel einer
Rechtsordnung’
1.2.1 für eine geistliche Gemeinschaft 1.2.2 für ein Land, eine Stadt 2
‘Textabschnitt, Absatz’
1
auf der Autorität einer übergeordneten Instanz beruhende Verhaltensnorm;
Vereinbarung
1.1
als eine göttlich gesetzte Regel
1.1.1
allg.:
daz wort genzlîchen / ouch nicht dar zû gehôrt durch
nôt, / dan von gesetze und von gebot / der kristenheit JvFrst
2112;
der ê gesetze und ir recht ebd.
6306.
–
das alte ~
‘Bund im Alten Testament’
[
Moyses
] wolde fleisch han genuge
/ zu syme essen und auch blut, / da mit zu underdun das alde gesetze
Pilgerf
1352.
–
warumme ubirgên dîne jungeren di gesetze
[
traditio
] der alden
EvBeh
Mt 15,2;
EvAug
35,2.
1.1.2
‘Schicksal, Bestimmung’
dô nâhte ir werdekeit gewin: / wand ez was ir
gesetze. / dô riten se in ir letze Parz
378,27
1.2
als eine vom Menschen gesetzte Regel, i. d. R. schriftlich niedergelegtes
Recht, ‘Rechtsordnung, Statut, vertragliche Vereinbarung, Artikel einer
Rechtsordnung’
1.2.1
für eine geistliche Gemeinschaft:
wî iz ergîng, des sagen si nicht. / sô was des ordens
nâch gesetze JvFrst
1867;
sol ime fuͤrlegen div gesetz der brvder vnd die
gewonaiht des spitals SpitEich
5,14
1.2.2
für ein Land, eine Stadt:
von dir burgere gisezzi, da ein man burgeri werdi sal
Mühlh
162,15;
SpitEich
14,35.
24,6;
StRAugsb
74,9;
wiͤr Otte von gotes gnaden bischof
[...] haben gesetzt die gesetze, die hernach
geschriben sint WüP
11,7;
dise vorgenanten gesetze suͦln halten arm unde
riche in der stat zu Wirzebuͦrg ebd.
7k,2.
7a,4.
11,8;
StRAugsb
131,11.
2
‘Textabschnitt, Absatz’
dis ist das andir gesecze der vorrede Pelzb
118,20
MWB 2 563,61; Bearbeiter: Helmich
gesetzede
stFN.
‘Gesetz, Regelung’ (vgl. 2HRG 2,294f., LexMA
4,1388ff., LThK 4,579ff., s.a.
gesetze
)
1 auf der Autorität einer übergeordneten Instanz beruhende Verhaltensnorm;
Vereinbarung 1.1 als eine göttlich gesetzte Regel 1.1.1 allg. 1.1.2
‘Schicksal, Bestimmung’
1.2 als eine vom Menschen gesetzte Regel, i. d. R. schriftlich niedergelegtes
Recht, ‘Rechtsordnung, Statut, vertragliche Vereinbarung, Artikel einer
Rechtsordnung’
1.2.1 für eine geistliche Gemeinschaft 1.2.2 für ein Land, eine Stadt
1
auf der Autorität einer übergeordneten Instanz beruhende Verhaltensnorm;
Vereinbarung
1.1
als eine göttlich gesetzte Regel
1.1.1
allg.:
vnde gedenche an elliu werch diniu vnde an den geseceden
dinen [interl. zu in adinventionibus
tuis
] ich flize mich PsM
76,13;
gesecede [
propositiones
]
ebd.
77,2;
des moͤchtist du
[Maria] zelaide komen / und wider gottes
hulden / der geseczden fluͦch verschulden, / als es geschriben ist
von gotte / inher Moyses gebotte WernhMl
1484;
Seuse
243,21;
Teichn
568,106.
–
‘das Alte Testament’, ‘das Neue
Testament’
die eine das waz die alte e, das alte gesetzede;
das ander die nuwe e, das nuwe gesetzede. das alte gesetzede die
muͤstent alle menschen halten [...]
bitze daz Cristus geborn wart Tauler
395,7.
– Ordnung der Schöpfung:
in alle wis die stæte behabent des gesuntes / nach
dinere gesezzede in die tieffe allere dinge gruntes
Himmelr
5,20
1.1.2
‘Schicksal, Bestimmung’
der meister sprach: ein iegelich dinc het sine
gesezede Lucid
106,11;
ich nihabo réhte biháltin daz ambat nóh den líb
[...] noh réht êra, nóh rein herza
[...], mîn reht gisézzide, noch mîn guot
bimeinida BambGlB
147,38
1.2
als eine vom Menschen gesetzte Regel, i. d. R. schriftlich niedergelegtes
Recht, ‘Rechtsordnung, Statut, vertragliche Vereinbarung, Artikel einer
Rechtsordnung’
1.2.1
für eine geistliche Gemeinschaft:
ez ist ein heilsam gesetzede
[
consilium
] disses ordenes
StatDtOrd
42,18;
in allen disen vorgenanten
gesetzeden [
institutio
]
[...]
habe der meister des gewalt ebd.
55,32;
brûdere [...], dî dâ wider
ires ordenes gesezzede [
statutum
] sich
anderswâr berûfent ebd.
61,10;
sal man die regele unde die gesetzede
[
regula
] geschriben hân ebd.
71,14;
sô sal man die regelen lesen unde die gesetzede
[
constitutum
]
ebd.
92,12
1.2.2
für ein Land, eine Stadt:
dis sint uͥnser gesezte und unser alte gewonhait
UrkZürich
7,1
(a. 1297);
disiu gesetzed satzet der guot sanctus Silvester der pâbest unde der
künic Constantinus von Rôme SchwSp(W)
320,4;
nu wizzent ir wol die gesetzet und och gebot, die wir iuch darûber
gesetzet, gebotten und gemachet haben UrkFriedb
117
(a. 1332);
setzen in bedenthalben von unserm cheiserlichen gewalt die gesetzt,
stuck und artikel StRLauda
131.
– mit Präp.:
daz sint diu gesetzede von dem korn StRMeran
414;
daz ist daz gesetzede über das fleisch ebd.
417;
daz ist daz gesetzede umbe den wec ebd.
425
MWB 2 564,30; Bearbeiter: Helmich
gesetzedemeister
stM.
‘Verfasser von schriftlich niedergelegtem Recht,
Schriftgelehrter’
legisperitus: gesezde meister EvAlem
51(L 11,45);
scriba: gesezde meister ebd.
65(Mt 16,21)
MWB 2 565,18; Bearbeiter: Helmich
gesetzunge
stF.
vgl.
gesatzunge
.
‘Satzung, Gesetz, Festsetzung’
wol habet ir [
di pharisei vnd alle
ivden
] irrgemachet di gepot gotes. daz ir ivr
gesetzvnge [
traditionem hominum
Mc 7,8
] haltet EvAug
93,15;
ir zereizzet daz wort gotes dvrch ivr
gesetzvnge. [
traditionem vestram
Mc 7,13
] di ir gegeben habt ebd.
93,21.
[
traditiones seniorum
Mc 7,3
]
ebd.
93,2;
vnt binden vns [...], stete zv́ hebenne dv gvdinge
vnt diͤ gesezvnga, diͤ hiͤ vor geschriben sint
UrkCorp (WMU)
890,8
MWB 2 565,22; Bearbeiter: Helmich
gesëʒ
stN.
→
gesæʒe
stN.
MWB 2 565,32;
gesidele
stN.
auch gesedele.
1
‘Sitze, Sitzgelegenheiten’
2 Räumlichkeit, in der man sitzt, ‘Festsaal’
3 Ort, an dem jmd. angesiedelt ist, ‘Wohnsitz’
4
der sunne
‘Sitz der Abendsonne’
1
‘Sitze, Sitzgelegenheiten’
(s.a.
sëdel
):
her quam in einin vili kuniglîchen sal / ci wuntirlîchimi gesidele, / sô iz
mit rehti solde sîn ci himele Anno
42,3;
gerihtet wart gesidele: der künic wolde gân / ze tische mit
den gesten NibB
604,1;
si truogen an gesidele bréit únde lanc, / stüele unde tische Kudr
181,1;
ûf ein gras / wart gesidel und wîter rinc genomn, / dâ si
zem brôte solden komn Parz
803,25;
Kchr
4020.
3983;
Will
52,44.
–
‘Thron, Herrschersitz’
des sule wir alle sin gwis, / daz er uf uor zo den himelen, / zo den
heiligen gesedelen Glaub
1450;
du kerten die not uesten / widir zu des keiseres gesidele
Rol
1242;
wis gegrüezet, donerstrâle! / dû bist in dem himelsâle / Salmônes trôn,
gotes gesidel MarGr
255
2
Räumlichkeit, in der man sitzt, ‘Festsaal’
zo hove indaz gesidile / die kamerere quamin
Roth
1137
3
Ort, an dem jmd. angesiedelt ist, ‘Wohnsitz’
wilde merekatzin / und freislîch gefugele, / daz hete dâ sîn
gesidele SAlex
5832;
ze der klâren klârheit dîner immer wernden êwikeit,
[...] zuo dem immer geruowigen gesidele, zuo dem al
umbe gevridem lande DvASchr
384,4;
Kchr
8851
4
~ der sunne
‘Sitz der Abendsonne’
ich kam zu Gilest inn die heubt stat, / da die sunne ir gesidel hat
SalMor
256,2;
nechten da die sunne under iren gesiedel solte gan ebd.
679,3;
div perhtel [glänzende,
leuchtende] sunne / uertribe daz genibele / uz dem ir gesidele
Wernh
D 3848
MWB 2 565,33; Bearbeiter: Helmich
gesidele
stM.
‘Tischnachbar’
accubitor: gisedalo Gl
2:19,1
(BStK686)
MWB 2 565,62; Bearbeiter: Helmich
gesigære
stM.
‘Sieger’
Diterich Russouecz, / ein gutir jungir, wol geczogin stets, / der vndir den
gesigern / als ein horn dem einhorn / irwirbet ruom vnd gutin leunt Dalimil
60,38.
45,39.
45,53;
an vaterlicher ere gesiger [interl. zu in paterne glorie
victor
]
PsM
H 62,6.
H 65,3
MWB 2 566,1; Bearbeiter: Helmich
gesige
stM.
‘Sieg’
daz der han kræe nâch dem streit und nâch dem gesig und niht
diu henn BdN
192,26;
so behielt ie der hertzog Obreht den gesig und gewan daz romesche riche mit
gewalt des tages mit strite ClosChr
62,27.
42,16;
es ist nit swer noch engestlich so der mensche sinen strit
und sinen gesig uf got lot Tauler
405,23;
Daniel
5889
MWB 2 566,7; Bearbeiter: Helmich
gesigel
stN.
meist →
ingesigel
.
‘Siegel’
die burger gemeinlich sint ueberein komen, daz der burger gesigel nieman han
sol StRReinf
249;
dar vmbe henkent die vor genanten [...] ir gesigel an
disen brief UrkCorp (WMU)
412,20.
146,20
MWB 2 566,14; Bearbeiter: Helmich |