gensebrâte
swM.
‘Gänsebraten’
luͦfe [Akk.Pl. von
luof
] , vresse, vaisse / tuͦnt gense
bratten [Subj.] haisse SHort
4836
MWB 2 472,38; Bearbeiter: Runow
gensedistel
stMF.
Pflanzenbezeichnung, ‘Gänsedistel’ (?), (vgl. Marzell
4,399):
endivia: gense tystel VocClos
En4;
scariola: gense tystel ebd.
Sc41;
Gl
3:541,13
(BStK808)
MWB 2 472,41; Bearbeiter: Runow
genseei
stN.
‘Gänseei’
gens eier. vnde entin eier deuwent sich nicht
SalArz
18,27
MWB 2 472,45; Bearbeiter: Runow
gensekorn
stN.
‘(geschältes) Gerstenkorn’ (wohl zu lat.
ptisana):
tipsana: genschorn Gl
3:617,12
(BStK926)
MWB 2 472,47; Bearbeiter: Runow
gensekrage
swM.
‘Gänsehals’
ein hamer unde ein krâ, / ein wambez unde ein pfâ, / die
[...] spilten mit dem gense kragen: / daz hôrte ich ein
meisen sagen Wachtelm(W)
1154,31
MWB 2 472,50; Bearbeiter: Runow
gensekrësse
swMF.
‘Gänsekresse’ (der blutbildende Wirkung zugeschrieben
wird?):
sanguinaria: gensecresse Gl
3:545,1
(BStK947)
MWB 2 472,54; Bearbeiter: Runow
gensel, genselîn
stN.
Dimin. zu gans
‘Gänseküken’
wenne ireu gensel noch krank sint, sô hüet ain gans allzeit
und rekt den hals auf BdN
168,32.
– in Vergleichen:
al senfte was ouch diu künegîn, / reht als ein jungez
genselîn Wh
100,12;
vil wisser denn ain gensel / waz [l.
was
] do der trutelloht lip SHort
7030;
als ein gans auf einem eis, / die ire genselein hat verlorn Neidh(S)
2,16c6:3,8;
Renner
3760.
12487
MWB 2 472,57; Bearbeiter: Runow
gensesmalz
stN.
‘Gänseschmalz’
der cresse gestossen mit gensesmalze vertribet den bosen
swern an dem houbte Macer
44,11;
mit genssmalz ist daz
kraut [
weizpapel
] guot dem smerzen, der
in der gelider zuofuog ist, dâ diu gelider auf ainander stôzent BdN
386,5;
SalArz
60,56;
OvBaierl
76,8
MWB 2 473,1; Bearbeiter: Runow
gensesmër
stN.
‘Gänsefett’
nim daz gensesmer. zirlazes. vnde trvofez in div oren
Ipocr
44;
nim artimesiam unde genssmer unde misch daz mit rôsenole unde
lege daz an die stat, dâ dû die geswulst habest Barth
133,7
MWB 2 473,7; Bearbeiter: Runow
gensevleisch
stN.
‘Gänsefleisch’
nvn merkch daz du die taeg nicht scholt [...]
gensfleysch ezzen Barth(H)
502
MWB 2 473,12; Bearbeiter: Runow
gensevuoʒ
stM.
‘Gänsebein’
frou, ich war nie sô siech, / ich viselet
[knabberte] iu ein ohsendiech / für ein kleinen
gensefuoz, / daz tet mir des hungers buoz Helbl
1,431
MWB 2 473,15; Bearbeiter: Runow
gensevurt
stF.
‘Gänsefurt’ (als Flurbezeichnung?):
ein [Acker-] stucke an der gensevurte
UrkCorp (WMU)
N101,24
MWB 2 473,19; Bearbeiter: Runow
genseweide
swF.
‘Gänseweide’ (als Flurbezeichnung?):
jn den ban ze Goͮdertheim ein acker an der genseweiden
UrkCorp (WMU)
N722,39
MWB 2 473,22; Bearbeiter: Runow
gensic
Adj.
‘nach Art einer Gans’
was ich dem tummen schrie, / doch liebet im sin gensig mut
Mügeln
271,12
MWB 2 473,25; Bearbeiter: Runow
gensîn
Adj.
‘von der Gans’
wirouch gestossen unde mit gensin- oder mit entensmalze
getempert, hilf den gebranten lidden mit bestrichen Macer
87,11;
mit gensiem smer Barth(H)
476
MWB 2 473,28; Bearbeiter: Runow
gensischen
Adv.
‘wie eine Gans’
der mensch ist aller ungeordenst in den
werken [beim Geschlechtsakt] , wan er verkêrt
menschleicheu werk und würkt iglischen oder gensischen BdN
139,33
MWB 2 473,32; Bearbeiter: Runow
genste (?)
stF.
zum Ansatz der zweisilbigen umgelauteten Form vgl. 2
5Mhd.
Gr. § M 19 (s.a.
enste
).
‘Wohlwollen, Zuneigung’
daz quam uon sinen gensten, / daz er [...] uon dem himele
her nider steich, / [...] vnde wart mensche Glaub
565;
dise rede [...], / di ih arme Hartman / uon deme heiligen
gelouben han getan / mit inniclicher genste ebd.
3739.
591.
2193
MWB 2 473,36; Bearbeiter: Runow
genster
Subst.
‘Ginster’ (vgl. Marzell 2,601f.):
genesta: genster SummHeinr
1:182,160
MWB 2 473,44; Bearbeiter: Runow
gensterlîn
stN.
→
ganeistelîn
MWB 2 473,46;
gent
stF.
‘Leute’ (zu afrz. gent, vgl. Suolahti
1,94):
das volk ysset lewte. / roes flaisch ist ir kost, /
[...] es ist gar ein mala gent HvNstAp
10961;
ir bringet die toten gente / von mir zu einer presente / dem
kuͤnge Terramere Rennew
12109.
14643;
Tr
16700
MWB 2 473,47; Bearbeiter: Runow
gentil
Adj.
‘fein, vornehm’ (zu afrz. gentil, vgl. Suolahti
1,94f.):
merzi, gentil sir! HvFreibTr
1201;
bêamîs, gentil Gâwân, / sô bin ich dîn vriunt Tristân ebd.
1850;
Liduc gentil de Lorens RvEWh
659;
Tr
3355
MWB 2 473,52; Bearbeiter: Runow
gentisch
Adj.
‘aus Gent stammend’
dem emeral [...] gap man kandaris /
nach der Franzoyser gis [Weise] / mit richem bvnt Gentisch
lachen [Tuch]
TürlArabel
*A 208,13;
daz ist Ginthisch gewant unde Ypirsch [aus Ypern]
unde Broslisch [aus Brüssel?] gewant StRFreiberg
252,3
MWB 2 473,57; Bearbeiter: Runow
genüe-
s.a. genuo-
MWB 2 473,63;
genüege
stF.
auch genug (
Eckh(J)
48,32
).
1
‘ausreichende Menge, Auskommen’
2
‘Genügsamkeit, Bescheidung’
1
‘ausreichende Menge, Auskommen’
daz man niht welte nâch rîchtum; / wand wær er biderb unde
frum, / swer des rîches krône trüege, / der gewunne schiere genüege
Ottok
12494;
zu hant wart ir ein gnuge unde lipzucht wol unde gewis bestalt Köditz
69,3.
– übergehend zu ‘Fülle’
so wil got der herre [...]uns gebe in richir
genuge unse narunge unde wes wir dorfin zu libe unde zu der sele Köditz
76,8;
es [das Kind
Jesus] truͦg in [den
Besuchern] brottes die gnuͤgi dar [obwohl kaum
etw. im Haus war] , / bi der vili úber gnuͦg
WernhMl
4448;
in gnaden voller gnuͤge, /
[...] / do ist guͤt uber guͤt
HvNstGZ
7808.
– in subjektiver Sicht: so viel, wie gerade gebraucht wird, nicht mehr als
ausreicht ‘maßvolle Menge, Bedarf’
nu sich, was fülle schaden heit: /
[...] / o werder man, hüt din vor solchem leide, /
nim nach genüge trank und ouch die weide Mügeln
240,10.
–
~ tuon: ‘einen Bedarf decken, ein Bedürfnis
stillen’
minne [Imp.] , daz dû mit minne gewinnen maht,
und behalt daz, daz dîner sêle genüege mac tuon Eckh
3:97,4
2
‘Genügsamkeit, Bescheidung’
der erste stein
[
demuͤtekeit
] dez erlichen palastes,
[...] der also wol gebiket
[behauen] ist mit der suͤssen genuͤge
irdenischer zergenglicheit Mechth
6: 1,66;
so sol daz edel zarte kint / haben under sinem baniͤr
/ ein mynnencliche junchfrawen ziͤr: / die heißet genuͤg und gantze
Truwe Minneb
2949.
1312
MWB 2 474,1; Bearbeiterin: Baumgarte
genüegede
stF.
das subjektive Gefühl, materiell, körperlich, seelisch oder sinnlich ausreichend
versorgt zu sein ‘Genughaben, Befriedigung, Zufriedenheit,
Genuss’
da ist uollú fróde mit allerslahte gnuͦgede ane alle
dúrfte Lucid
159,4;
iz [
daz êwige wort
] ist in den heiligen
als ein ubirfluzig rîchtum irre êwigen gnugede HvFritzlHl
26,34;
das sint weltliche hertzen, die iren lust und ir
genuͤgede nement in den creaturen und in den sinnen Tauler
47,33.
151,20;
dru dinc sint darumme di sele keine gnugide gehabin mac an der creature. daz
eine ist daz si teilunge habin, wan di gnugide dez trankis en ist nicht gnugide der
spise noch der cleidir Parad
40,11.
50,17;
swenne oͮch din begirde hat ein turstiges heischen,
genuͤgde und lust in úte [d.i. ihte
] ze
suͦchenne, daz dir gar lustlich were Seuse
274,8.
–
mit ~
‘ausreichend, in hinreichendem Maße’
wan âne zwîvel, got [Akk.] enminnet
nieman mit genüegede und lûterlîche, der niht gotes sun enist Eckh
5: 42,14.
–
bî/in grôʒer ~
‘während mehr als genug da ist’
das er [der hl. Wilhelm] wol mochte
fasten / bij große gnuͤgde und wol lyden durst Pilgerf
4067;
es geschah kúrzlich hie na, daz er na gewonheit in grosser
genuͤgde mengerley trankes einen turstigen mund ab tische hat getragen
Seuse
49,26
MWB 2 474,30; Bearbeiterin: Baumgarte |