genouwiclîchen
Adv.
‘genau, intensiv’
ach kinder, der mensche solte als
newelichen [La. gnaweclichen
] sehen in sin
leben und in sine wandelunge das er inkeinen standen gebresten enbehielte
Tauler
319,22
MWB 2 468,25; Bearbeiter: Runow
genôʒ
stswM.
1
‘Ebenbürtiger, Gleichgestellter’ , auch abgeschwächt zum
‘Gefolgsmann’
1.1 allgemein bezogen auf gesellschaftliche Stellung (vgl.
ëbengenôʒ
) 1.2 in höfischer Gemeinschaft 1.3 bezogen auf die Zugehörigkeit zu unterschiedlichen Gemeinschaften wie z.B.
Familie, städt. und dörfl. Gemeinwesen, Zünfte, an deren Rechten und Pflichten
der
~
teil hat 2 einer Person oder Sache in Eigenschaften ähnlich oder gleich, Ausdruck einer
Ähnlichkeitsbeziehung (nicht immer klar von 1 zu trennen) 2.1 in Genitivkonstruktion 2.2 mit präp. Erg. 2.3 verneint Einzigartigkeit ausdrückend
1
‘Ebenbürtiger, Gleichgestellter’, auch abgeschwächt zum
‘Gefolgsmann’
1.1
allgemein bezogen auf gesellschaftliche Stellung (vgl.
ëbengenôʒ
):
er enist niht min genoz / noch mir gliche geborn
Herb
11396;
ich tuon iu allen kunt, / die mîne genôze hinne sîn, /
mîn vater und die bruoder mîn, / und die mir ze mâgen sîn benant, / und die des
rîches herre hât gesant Wh
297,7;
ein ieglîch man weigert wol, daz er niht kemphet mit
sînem undergenôze. ein ieglîch man muoz kemphen mit sînem genôze oder mit sînem
übergenôze SpdtL
141,6;
ein vrîe vrauwe mac gewinnen fünf hande kint: einez daz
ir genôz ist, alsô ob ir man ir genôz ist. si mac gewinnen einen mittern vrîen,
alsô ob ir wirt ein mitter vrîe ist. si mac [...]
ebd.
141,17
1.2
in höfischer Gemeinschaft:
nu sît ir an gebürte doch / allen künegen ebengrôz / und
aller keisere genôz Tr
6142;
RvEBarl
11625;
künec Vridebrant / und sînre genôze viere
Parz
25,21;
sin recht ware uil groz, / er ware aller fursten genoz
Rol
8738;
er ist gut ritter und koniges genoß Lanc
510,31
1.3
bezogen auf die Zugehörigkeit zu unterschiedlichen Gemeinschaften wie z.B.
Familie, städt. und dörfl. Gemeinwesen, Zünfte, an deren Rechten und Pflichten
der
~
teil hat:
sint widwen worden, / diͤ ir genoze
[Ehemänner] hant verloren MarlbRh
119,31;
dem gottshus im hoff zuͦ Lucern sol alweg vorbehalten sin sin
gerechtigkeit des faals [Abgabe des Todfalls ] von
den absterbenden gnossen WeistGr
1,166
(a. 1303? kopial);
swer oͮch rehte gînoz ist des antwerkes vnd sich dir mitte begat
UrkCorp (WMU)
80,31;
es scholl auch derselb ir meister all den gebresten und all den valsch,
der unter in ufersteht, suchen und pezzern nach seiner genozzen rat
StRRegensb
90;
do inbarte sich der grunt sa / da furen di
genozen [das Volk Israel] / mit truchenen
fuͦzen / in daz intheizene lant VMos
68,7;
choment auch mer jvden, vnserre genozze, her UrkCorp (WMU)
3056,10.
–
daz er [Luzifer] vil sciere
sî verstôzzen mit allen sînen gnôzzen / vone himile in die helle
Gen
31
2
einer Person oder Sache in Eigenschaften ähnlich oder gleich, Ausdruck einer
Ähnlichkeitsbeziehung (nicht immer klar von 1 zu trennen)
2.1
in Genitivkonstruktion:
Genelûn was schœne unde grôz, / er was des grôzen boumes gnôz
StrKarl
2506;
huite wirstu sente Laurentien genoz Rol
6189;
so ist er des toren gnoz StrKD
96,36;
joch ist din rehtekeit diner barmherzekeit genos
Mechth
3: 22,4.
–
ein her mehtic unde grôz, / iedoch was ez niht genôz
/ an der zal der franzoisære her Ottok
3758.
–
jmdn. ~ machen:
liden machet der martrer genoz, es fuͤret hine
daz lob, es fuͤret hin den sig Seuse
252,21;
sô mache uns, vrouwe, der genôz / die bûwent Abrahâmes
schôz KvHeimHinv
1208
2.2
mit präp. Erg.:
wer könde mir an fröiden sîn genôz SM:Te
1: 2,7;
niender lebete sîn genôz / an milte RvEBarl
208
2.3
verneint Einzigartigkeit ausdrückend:
iz wâren ouh chunege creftic / uber manec dît gewaltic, /
[...] / der ne wart nî neheiner sîn genôz
VAlex
56;
des giwalt wirt sô grôz daz er niwil haben niheinin gnôz
Gen
2866;
sîn manheit ist sô grôz, / ich enweiz niender sînen gnôz
UvZLanz
342;
du [Maria] wers doch
muͦder ’s künings groz, / de niͤrgen hat engein genoz
MarlbRh
42,10;
des Endecristes gewalt ist also gros, das nieman ist sin
genos Mechth
4: 27,125
MWB 2 468,30; Bearbeiter: Diehl
genœʒelîn
stN.
‘Spielgefährte’
daz guͤrteltaubel [...] hat
sein genoͤzzel floren Teichn
261,2
MWB 2 469,34; Bearbeiter: Runow
genôʒelôs
Adj.
‘ohne seinesgleichen, ohne ebenbürtigen Partner’
dû [Maria] niender hâst genôz / wan einen
[sc. Gott] , der genôzelôs / ist LobGesMar
47,12
MWB 2 469,36; Bearbeiter: Runow
genôʒen
swV.
1
‘etw./ jmdn./ sich (mit etw.) gleichstellen, vergleichen’ , tr.
und refl. 1.1 mit Dat. 1.2 mit präp. Erg. 1.3 tr. ohne Ergänzung ‘sich jmdn./ etw. zum Genossen machen, mit jmdm./
etw. im Bunde sein’
2 intr. mit Dat. ‘jmdm./ einer Sache gleichen, gleichgestellt
sein’
1
‘etw./ jmdn./ sich (mit etw.) gleichstellen, vergleichen’, tr.
und refl.
1.1
mit Dat.:
dem vich mag man sew genossen, / die nicht hant
beschaidenhait HvBurg
134;
ich han davor gelichet dich [Maria] / dem
cristallinen steine: / dem wil ich, frouwe reine, / noch zeimal dich genozen
KvWGS
1799;
nv secht wie si genozzet sint den goteschinden. vnt den heiligen gesellet
PrLeys
11,38;
SüklV
198;
RvEBarl
2926.
–
der keiser sterben muoz als ich, / dem mac ich wol genôzen mich
Freid
74,6;
uf var ich [Lucifer] und
wil [...] genozen / mich gote deme grozen
Daniel
4801;
dem [Unfreundlichen] saltu
dich gesellen nicht, du wiser, noch genoßen Mügeln
64,15;
Roth
1327;
KLD:Kzl
2:14,1.
–
sich der heiligen ê ~
‘am Sakrament der Ehe teilhaben’
weder barfuozenbrüeder noch prediger noch grâwe müniche die mügent
sich ein teil der heiligen ê niht genôzen PrBerth
1:306,12.
– mit zusätzlicher präp. Erg.:
dem [Salomo] an wiseit man
noh wip / sih mohte in allin richin / genozen noh gelichin
RvEWchr
33014;
wer kan sich ir [der Minne] genôzen / an
hôher meisterschefte? KvWTroj
14744;
die vorleiten vil der grozen, / die sich wol hie
mochten genosen / der sunnen an irme schine HeslApk
13520;
RvEWchr
14447
1.2
mit präp. Erg.:
der welte vreude ist als ein wint / genôzet an daz reine
leben, / daz got der kristenheit wil geben RvEBarl
10931.
–
man möhte wol genôzen / ir kintlich gemüete / hin zuo der engel güete
AHeinr
464;
zuo der lûterkeit unde zuo der schônheit noch zuo der gelpfe die diu
sunne hât, dâ kan sich niht zuo genôzen hie in dirre werlte PrBerth
1:539,30;
zuo dir sich nieman genôz / an schœn und an tugent
EnikWchr
12528;
PassI/II
220,31.
–
der [Wunderbaum] gap sô guoten gesmac / daz
ingeber und negelîn, / zitwân unde zinemîn, / galgân unde muscât / sô guotes
smackes niht enhât, / der sich möhte genôzen dar Flore(S)
2085;
daz sich dhein guot genôz / mit widerwâg dâgegen
Ottok
4912
1.3
tr. ohne Ergänzung ‘sich jmdn./ etw. zum Genossen machen, mit jmdm./
etw. im Bunde sein’
wiltu nu han von got trost, / so mus din hertz sin erlost
/ gar von der welt trost. / wel tumber si genost, / sit alle creatúre giht: /
‘ich mag ain hertz satten niht, / ich trúg und nim och abe!’ / da
von du dich zuͦ got habe! SHort
2346
2
intr. mit Dat. ‘jmdm./ einer Sache gleichen, gleichgestellt
sein’
kein leit mag genozen, / ich wæne wol, mime leide
Rennew
23954;
ich bin zerbarmen nû geschehen, / den ich vil wol genôzte ê KvFuss
929;
der luft gab in da suͤze, dem aller smak uz kramen niht genoͤzet
JTit
6109,4;
welch hunt möht im [Petitcreu] genôzen!
UvTürhTr
1238;
Wh
4,30.
– mit zusätzlicher präp. Erg.:
an miltikeit deheine wîs / dhein kunic im moht genôzen
Ottok
875
MWB 2 469,40; Bearbeiter: Runow
genôʒgeselle
swM.
‘jmd., mit dem man etw. Gemeinsames teilt’
contubernius: ginozgiselli Gl
4:169,30
(BStK1020)
MWB 2 470,32; Bearbeiter: Runow
genôʒiclîche
Adv.
‘mit Gefolge’
da Krist mit grozem ellen / in sie [die vorbvͦrg der
hellen
] genvͦzecliche qvam, / sine frvnt er dan
vz nam, / alle, die er dinne fant PrHess
29,41
MWB 2 470,35; Bearbeiter: Runow
genôʒinne
stF.
auch genœʒinne.
1
‘(ebenbürtige) Gefährtin, Gleichgestellte’
2
‘Genoßsame’ (organisierte Rechtsgemeinschaft der grundherrlichen Eigenleute)
1
‘(ebenbürtige) Gefährtin, Gleichgestellte’
dû [Gott] gâbe
mir [Adam] eine gnôzzinne Gen
391;
si enphie si wol mit minnen, / sam si ir
genôzîn [ihresgleichen] solte sîn Kchr
12012.
12127;
alle reine magde, di mit sant Marîen sint [...] sant
Margarêten, s. Lûciam, s. Juliânam und alle ir gnœzinne PrStPaul
130,29.
– rechtsspr.:
daz wîp ist auch des mannes genôzinne zehant als si an
sîn bette trit nâch des mannes rehte SpdtL
223,5.
133,7;
vnd ist ein man sinem wibe niht eben bvrtic, er ist doch ir vormvnd vnd ir
voget vnd ist si vri, si mvͦz doch sin genozinne sin SchwSp
32a;
SSpAug
133,7
2
‘Genoßsame’ (organisierte Rechtsgemeinschaft der
grundherrlichen Eigenleute):
swa ein gotshusman usser siner genössinne grifet
[heiratet] , unde gewinnet die ein kint, das enhat
dikein reht an dem erbe WeistGr
1,669
(a. 1320)
MWB 2 470,39; Bearbeiter: Runow
genôʒlich
Adj.
‘ebenbürtig’
mîn name wirt bekant / [...] / und andern rittern
genôzlîch Wigam(B)
1434;
künicrîche unde lant / wær mir vil zuo grôzlîch, / wan ich bin dar zuo
genôzlîch: / daz ich mit dienste sî gereht ebd.
2281
MWB 2 470,57; Bearbeiter: Runow
genôʒsam
Adj.
‘jmdm. ebenbürtig’
ich gesach nie mit ougen frowen noch magedîn, / die dir hie ze lande mugen
genôzsam sîn WolfdB
11,4.
14,4;
jâ vürhte ich, iuwer geburt / diu sî mir alze genôzsam [mehr als
ebenbürtig]
Greg
2597;
min tohter sol nemen einen man / der ir wol si genozsam RuprvWü
120;
Wernh
1548;
Er
3868.
–
dâ vor uns got behûte, / daz wir im icht werden genôzsam / von
dem diu ubermuot anegenge nam Erinn
309;
diu lere des heiligen gelauben [...]
hat vns den heiligen genozsam gemachte da ze himel Konr
19,93.
– subst.:
div [
lere des hailigen gelovben
]
[...] hat üns der hailigen genosamen gemachet PrWack
27,78.
– rechtsspr. jmdn.
~ machen
‘beteiligen’
das wir [...] vnsers gotzhuses lúte vnd gvͦt
ze V̂re [...] genôsam vnd anteilig
[
consortes et participes
] haben
gemachet aller der rechtunge vnd aller der friheit UrkCorp (WMU)
N477A,25
MWB 2 470,62; Bearbeiter: Runow
genôʒsame
stF.
‘Genossenschaft, organisierte Rechtsgemeinschaft grundherrlicher
Eigenleute’ (nur in schweiz. Rechtstexten):
ze Ludiswile ist ein dinghof; da hoͤret in die vrye gnozami von
Gundoldingen UrbHabsb
1:180,1.
1:518,11;
her Walther von Hallwil [...] hat ze pfand die
gnossame ze Egliswil ebd.
2,1:101,7;
swa ein man stirbet bi der gnossami UrkThurgau
7,830
(a. 1296)
MWB 2 471,16; Bearbeiter: Runow
genôʒschaft
stF.
‘Gemeinschaft, Gesellschaft’
1 allg. 2 bezogen auf die Gemeinschaft der Gläubigen im Diesseits und Jenseits 3 rechtsspr. 3.1
‘Genossenschaft’
3.2 bezogen auf den Stand ‘Ebenbürtigkeit’
3.3
‘Beistand’
1
allg.:
daz wîb [...] die du
[Gott] mir [Adam] ze
gnozsêfte gâbe, div gab mir daz obiz Spec
7,19;
daz er [Christus] unser nith
uergezze, der sanctum Matheum uon sinen sunden loste unde in in siner heiligen
zwelfpoten genozscaft erwelte ebd.
106,4;
die kùnigin [...] lehe yme hofes genoszschafft
Krone
12588;
Wh
159,5;
RvEWchr
26439.
–
dô der vater mîn verdarp / und in der werdekeit erstarp / daz er in sîner
genôzschaft / an lobe erwarp alsolhe kraft / daz man in wîte erkande
RvEGer
1133.
– bildl.:
ouch wont dem roten golde mit / oft pleicher messinch. / disiv misleichiv
dinch / behabent oft genozschaft, / da in gebristet werdes chraft Krone
62
2
bezogen auf die Gemeinschaft der Gläubigen im Diesseits und Jenseits:
ouwê, trûtgeselle. / got versperre dir die helle / und gebe
dir durch sîne kraft / der engel genôzschaft Iw
1474;
in der gnozschefte der heiligen engel Spec
19,7;
genozscaft der oberosten burgare ebd.
124,23;
PrWack
3,82.
–
daz ir ivch vroͮwet [...]
mit den heiligen patriarchen, in der gnozzeschâft ir mit dem heiligem
gloͮben, mit der heiligen toͮfe sit gelâdit Spec
16,19;
unser manich suͤnt, die habent uns gesundert von
der gnoscheft der rechten und der sæligen PrOberalt
39,32.
–
daz wir bescirmet sin unter dinere
[Gottes] herscefte / noch von ime
[dem Teufel] abegeleitet werden ire gnozscefte
Himmelr
12,18;
vnde [reuige Sünder] nu in diner
[Marias] genozschefte sint / geheizin di waren
gotis kint Litan
1239
3
rechtsspr.
3.1
‘Genossenschaft’
vnd zvͦ pênen sol man in scheiden von der andern broͮtbeckin
genôzschaft UrkCorp (WMU)
1653,19;
da nach in den ahte tagen sol men in scheiden von der andern burgere
genôzschaft vnd hin vsser den ciln der selbin stat ebd.
1653,31.
–
‘grundherrlicher Verband’
jst aber, daz er Cvͦnrat ald kain sin kint wirt fluhtik ald
kumt uz der gnoschaft wider minem willen UrkCorp (WMU)
2633,27;
eyn slos [...], daz von deme stifte
zuͦ lehene giͤnge, [...] vorlihen
luͦten von suͦlcher genozschaft, also diͤ waren, den
wir iz an gewonnen UrkErf
2,132
(a. 1337).
– bezogen auf eine vertraglich begründete Einigung
‘Genoßsamevertrag’
es hant ouch min froͮwen ein gnoͮßschafft mit sant
Fridlin dem goczhus ze S. [...], dz wer den andern
behuset ode behovet, der sol ien auch vallen UrkAargau
2:3,153,9
(a. 1324);
wir [...] hein gemacht ein genoschaft mit den
geislichen UrkBern
6,343
(a. 1337)
3.2
bezogen auf den Stand ‘Ebenbürtigkeit’
ze besserunge, daz ich min vngenoessin genomen han vnde vs der genosschaft
widerm rehten wissentlich gegriffen han [unstandesgemäß geheiratet
habe]
UrkCorp (WMU)
2311,21;
dem [Angeklagten] sul der stadtrichter benennen
20 erbern manne der genossschaft sein DRW
4,232
(BlNÖLk; a. 1305).
– hierher (?):
die hohin edilckeit / dú ir geburt was ane geleit /
von Abrahamis samen, / da von dú geslehte kamen / und in der genoschefte
blibin RvEWchr
33185
3.3
‘Beistand’
vnd [
wir
] geben den vor genantden
gezvgen vnser genozschaft zvͦ einer gezugnuͤst in dir sach
UrkCorp (WMU)
2991,17
MWB 2 471,24; Bearbeiter: Runow
genôʒslahære (?)
stM.
‘Verwandtenmörder’
parricida: brudersleccho vel gnoslecko Gl
4:154,7
(BStK391)
MWB 2 472,23; Bearbeiter: Runow
genôʒunge
stF.
er [Christus] blickt in vremdem schîne
/ verborgen sô und nicht mit sîme [
lîbe
] / und hât
mit andern lîben nicht / eigner
genôzunge [
societas
] glîche phlicht
JvFrst
2360
MWB 2 472,26; Bearbeiter: Runow
gensebluome
swMF.
1
‘Gänseblume’
2 übers. lat. ligustrum
‘Rainweide’ (vgl. Marzell 2,1279 )
1
‘Gänseblume’
waz solten mir bi rosen gensebluͦmen? JTit
499C,3.
– als Bestandteil von Personennamen:
fro Gesz, sin muom, / Bentz der Genspluom, / Girstibrot und Backenstosz, /
[...] / disz was fro Mätzen geslächt Bauernh
88
2
übers. lat. ligustrum
‘Rainweide’ (vgl. Marzell 2,1279):
ligustrvm: gensebloͮme Gl
3:580,58
(BStK926)
MWB 2 472,30; Bearbeiter: Runow
gensebrâte
swM.
‘Gänsebraten’
luͦfe [Akk.Pl. von
luof
] , vresse, vaisse / tuͦnt gense
bratten [Subj.] haisse SHort
4836
MWB 2 472,38; Bearbeiter: Runow
gensedistel
stMF.
Pflanzenbezeichnung, ‘Gänsedistel’ (?), (vgl. Marzell
4,399):
endivia: gense tystel VocClos
En4;
scariola: gense tystel ebd.
Sc41;
Gl
3:541,13
(BStK808)
MWB 2 472,41; Bearbeiter: Runow
genseei
stN.
‘Gänseei’
gens eier. vnde entin eier deuwent sich nicht
SalArz
18,27
MWB 2 472,45; Bearbeiter: Runow
gensekorn
stN.
‘(geschältes) Gerstenkorn’ (wohl zu lat.
ptisana):
tipsana: genschorn Gl
3:617,12
(BStK926)
MWB 2 472,47; Bearbeiter: Runow
gensekrage
swM.
‘Gänsehals’
ein hamer unde ein krâ, / ein wambez unde ein pfâ, / die
[...] spilten mit dem gense kragen: / daz hôrte ich ein
meisen sagen Wachtelm(W)
1154,31
MWB 2 472,50; Bearbeiter: Runow
gensekrësse
swMF.
‘Gänsekresse’ (der blutbildende Wirkung zugeschrieben
wird?):
sanguinaria: gensecresse Gl
3:545,1
(BStK947)
MWB 2 472,54; Bearbeiter: Runow
gensel, genselîn
stN.
Dimin. zu gans
‘Gänseküken’
wenne ireu gensel noch krank sint, sô hüet ain gans allzeit
und rekt den hals auf BdN
168,32.
– in Vergleichen:
al senfte was ouch diu künegîn, / reht als ein jungez
genselîn Wh
100,12;
vil wisser denn ain gensel / waz [l.
was
] do der trutelloht lip SHort
7030;
als ein gans auf einem eis, / die ire genselein hat verlorn Neidh(S)
2,16c6:3,8;
Renner
3760.
12487
MWB 2 472,57; Bearbeiter: Runow
gensesmalz
stN.
‘Gänseschmalz’
der cresse gestossen mit gensesmalze vertribet den bosen
swern an dem houbte Macer
44,11;
mit genssmalz ist daz
kraut [
weizpapel
] guot dem smerzen, der
in der gelider zuofuog ist, dâ diu gelider auf ainander stôzent BdN
386,5;
SalArz
60,56;
OvBaierl
76,8
MWB 2 473,1; Bearbeiter: Runow
gensesmër
stN.
‘Gänsefett’
nim daz gensesmer. zirlazes. vnde trvofez in div oren
Ipocr
44;
nim artimesiam unde genssmer unde misch daz mit rôsenole unde
lege daz an die stat, dâ dû die geswulst habest Barth
133,7
MWB 2 473,7; Bearbeiter: Runow
gensevleisch
stN.
‘Gänsefleisch’
nvn merkch daz du die taeg nicht scholt [...]
gensfleysch ezzen Barth(H)
502
MWB 2 473,12; Bearbeiter: Runow |