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ABCDEF s.VGHIJKL
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g – gâchlîchen
gâchmuot – gagen
gagen – galander
galanderisch – 1galle
2galle – galter
galtnüsse – gamerot
gamîe – gancheil
ganclîche – ganteren
ganz – gärmic
garn – gartenhuon
gartenhûs – 3garwe
garwwurz – gastmeisterin
gastnusse – gaʒʒenspringer
ge- – gebæric
gëbærin – gëbendic
gebenedîunge – gebietære
gebietærin – gebiurischlich
gebiurlich – geböume
gebôʒ – gebrëst, gebrëste, gebrësten
gebrëstelîn – gebrûchic
gebrûchlich – gebunt
gebunt – geburst
geburt – gedâht
gedâht – gedense
gederbe – gedinge
gedinge – gedrange
gedrâte – gedünste
gedurchtriben – gegate
gegatrom – gegenkouf
gegenlëder – gegensetzunge
gegensidele – gegenwertes
gegenwertic – gegihte
gegiric – gehaʒʒic
gêhe – gehëlfe
gehëlfelîche – gehilfe
gehilfic – gehœric
gehœrlich – gehügenisse
gehugesam – geifer
geifervrâʒ – geiselrieme
geiselruote – geisticlich
geistîn – geiʒhorn
geiʒhût – gejeitschuoch
gejeitvogele – gekünne
gël – gelegede
gelegelich – gelende
1gelende – gêlîche
gelîcheit – gelîchmëʒʒunge
gelîchnisgëbende – gelide
gelidemâʒe – gêlingen
gelîp – gëlm
gëlmen – geloup
geloup – gëlte
gëltel – gelückede
gelückederat – gelüstelîn
gelustic – gemahel
gemahelbettelîn – gemæʒicheit
gemæʒiclich – 2gemeine
1gemeinen – gemeinsin
gemeinunge – gemerrede
gemêrsal – 2gemüete, gemuote
gemüetic – gemutzet
gemʒe – genâdenschüʒʒel
genâdensol – genæmicheit
genamʒôn – genemede
genende – genëserinne
genetzen – genieʒen
genieʒlich (?) – genôʒen
genôʒgeselle – gensîn
gensischen – genuhtlîchen
genuhtrîch – genuʒ
genuʒt – gephrange
gephünde – 1gerat
2gerat – gerëhen
gerëht – gereisic
gereitære – gerieme
geriemen – gerihticlîche
gerihtinsigel – geriune
1geriusche – gerouche
geröufe – gerte
gerte – gerûmiclich
gerummel, gerumpel – gêrvalke
gerwære – gesaten
gesatznissede – gescheftbrief
geschefte – geschepfnisse
geschepfunge – geschiuwede
geschoc – geschrihte
geschrîp – gesëhen
gesëhenheit – geselliclîcheit
geselligen – gesihtic
gesihticlich – gesite
gesiten – geslihte
geslinge – gesnæren
gesnarren – gespenstnisse
gesper (?) – gespræchelich
gespræchetac – gespunst
gespür – gestelle
gestellet – gestifte
gestille – gestrenglîche
gestrenze – ge|stunge
gestungede – gesuoch
gesuochære – geswerme
geswërte – gesworn
gesworne – getelle
getelôs – getougen
getougen – getreigeret
getrenke – getrüese (?)
getrügede – getwædicheit
getwædigen – gëtzen
getzsal – gevalte
gevanclich – gevëderen, gevëdern
gevêhe – geverte|lehe
gevertinne (?) – gevlester
gevlitter – gevrier
gevrist – gevülle
gevuoc – gewahsenheit
gewahst – gewaltroubunge
gewaltsame – gewar
gewar – gewe
gewëbe – gewellen
geweltigen – gewërben
gewërbic – gewern
gewërn – gewiere
gewieret – gewinnen
gewinnic – gewist
gewiste – gewonunge
geworden – gewzen (?)
gezagel – gezëmelich
gezemen – gezît
gezîte – gezoc
gezogen – gezwîen
gezwîge – giefen
giege – gifticheit
gifticlich – giht
gihtboum – gimbîʒen
gimme – gippengappen
gippentuoch – giric
giricheit – gischen
gîse – gîtigære
gîtige – 1glan
2glan – glas(e)väʒʒelîn
glas(e)vënster – gleimel
gleimelîn – gleten
glêtphenninc – glipfen
glise – glocke
glockehûs – glôriôs
glôriôslich – gluothaven
gluothert – goder
goedertieren – golf
gollen – goltgesmîde
goltgesteine – goltreit
goltrîch – golttropfe
goltvar – gos (?)
got – gotesarm
gotesbeckære – gotesmordærinne
gotesphenninc – gotgeformet
gotgelâʒen – gotmeinunge
gotmensche – gouch
gouch – goukelære
goukelbilde – goukelspil
goukelsprütze – göumütte, -mutte
göu|phâwe – grabe
grabe – grâf-
graft – gramerʒîe
gramerʒîen – gransprunge
gransprunge – gras(e)phenninc
gras(e)spier – grâvenrëht
grâveschaft – grebinc
grebnisse – gremiclich
grempære – griekech
grien – griffel
griffelære – grimmetât
grimmic – grisegrammen
grîseleht – griuslich
griuwe – groppe
gros – grôʒmüetic
grôʒmuoticheit – grüenheit
grüenlich – grunderëbe
gründic – gruntübele
gruntvestære – gruon-
gruon- – grütschîn
grutte – 1gücken
2gücken – güfticheit
güfticlich – gûlen
gülle – gumpenîe
gunderam – guotdunken
guotdunkende – guotswender
guottât – gürtelgewant
gürtellîn – gymnosophiste

   genge - genis    


genge Adj., Adv. 1 ‘gangbar, gut im Gange’
1.1 bezogen auf Pferde ‘zugeritten, gut zu reiten’
1.2 ‘schnell (bei der Hand)’
1.3 geschickt (?)
2 ‘gängig, üblich’ (vgl. gengic )
2.1 ‘bekannt, (weithin) verbreitet’
2.2 von Münzen ‘im Umlauf, gültig’ (vgl. WMU 1,545 mit zahlreichen Belegen)
   1 ‘gangbar, gut im Gange’ gar genge waz ir worte pflug, / si menten [führten] in her und dar MinneR480 292; die gesoten ruoben waichent den leip und machent in geng [lösen die Verstopfung] BdN 419,11    1.1 bezogen auf Pferde ‘zugeritten, gut zu reiten’ ezn wart nie ros so genge, / wil manz ze allen ziten / ungezoumet riten, / ane gerten und ane sporn, / elliu sin tugent si verlorn StrKD 86,172; ‘wâ nû ros? ich wil rîten!’ / [...] ein zelter schœne und genge / hiez der künic ziehen dar Flore(S) 2736    1.2 ‘schnell (bei der Hand)’ Nectarius von Karnand / sprang uss dem getrenge, / zü füss waz er genge / da er die minenklichen vand GTroj 6008; mit präp. Erg.: den bosen was er herte, / er strafte ir geverte / an gerichte strenge, / zu ir straphe genge Elis 3994. sô er wînglocken hœre liuten, / daz er kome ginge [Hs. genge ] / und sîn silber bringe Niemand 169. Monagris waz strenge, / Paris unmassen genge [streitlustig] . / [...] mitt grossen schlegen manig valtt GTroj 8414; owê spotlîchez schimpfen, / wie bist du dâ sô genge Hadam 459,2    1.3 geschickt (?): dô wundert’ vrouwen unde man, / daz der jung’ vürste wære / ein genger videlære Bussard 464    2 ‘gängig, üblich’ (vgl. gengic ): swer kunst in sînem herzen hât, / den kan si [ valsche milte ] wol versmâhen, / swer aber âne fuoge stât, / dem wil si balde nâhen. / si [Kunst âne fuoge (?)] kan dur valsche missetât / die gengen gâbe emphâhen KvWKlage 17,6    2.1 ‘bekannt, (weithin) verbreitet’ din [Marias] lenge reichet von des hohen trones vunt / mit voller kraft biz in der tiefen helle grunt: / ach Got, wa wart ein maget ie so genge AveMaria9 8; sein nam der wær noch genger / in manigen landen worden Suchenw 16,176; sine [Platos] kvnst vnde sine list, / die zv Paris genge ist / me denne anderswa: / daz ist dialetica Herb 10672. – in der Verbindung ~ mære: ez waz ein gengez mære, / waz im âventiure was geschehen UvZLanz(K) 7812; daz was ein gengez mære / in allem dem lande Iw 3374; Dietr 2873; präd.: ouch wart des heilegen mære genge / an die breite und an die lenge LvRegFr 1372    2.2 von Münzen ‘im Umlauf, gültig’ (vgl. WMU 1,545 mit zahlreichen Belegen): zwai phunt phenninge, die ze Nvrenberch genge sint UrkCorp (WMU) 949,7; die münze sint nu sêre genge worden Renner 13815. – meist in paarigen Ausdrücken, v.a. mit gæbe: swer einem phenninge gelobet, der sol enem phenninge geben die dâ genge unde gæbe sint SchwSp(W) 251,3; hundirt marc gengis vnd gæbis silbers UrkCorp (WMU) 150B,13; sessuntryzig marg pening, gengir und gebir, [...] an gereydeme gelde UrkFrankf 2,186 (a. 1323). – mit gibe bzw. guot: mit guten Regenspurger phenningen, die denn gib vnd geng sind ze Regenspurch UrkCorp (WMU) 2823,33; mit gvͦtem vnd gengem silber ebd. 1341,16

MWB 2 459,6; Bearbeiter: Runow

genge stF. unklar; vielleicht ‘vertraute Erscheinung’ (?): doch so erstant si da [beim Jüngsten Gericht] gar / die guoten vnd der svnder schar / mit ir ganzen liben / die man zvo den wiben / in vollekomener genge / vnd in der selbin lenge / als in div nature verlech Martina 199,57

MWB 2 460,1; Bearbeiter: Runow

genge stN. ‘Ausgang, Ursprung’ (vgl. anegenge ): wiltu wizzen uon welcher vuchte iglich sichtum ein genge habe SalArz 110,32

MWB 2 460,7; Bearbeiter: Runow

gengelære stM. ‘Umherziehender’ daz bin ich, der arme gangelære Schlegel 545; erbarme dich noch uver den armen gengelere, / so wirt noch vrolich sin herberg Lilie 18,29. 33,18

MWB 2 460,10; Bearbeiter: Runow

gengelich Adj. ‘im Umlauf, gültig’ da bi haͮn wir in oͮch gegeben funf schillinge haller gengeliches geltes UrkHohenz 1,152 (a. 1340)

MWB 2 460,14; Bearbeiter: Runow

gengelîn stN. ‘Äderchen’ (übers. lat. venula): ander maister sprechent, daz sich daz kint [im Mutterleib] fürb und sauber von wäzzriger überflüzzichait in ainem gänglein, daz hât diu nâtûr gemacht zwischen dem pälglein, dâ mit si daz kint umbhüllet in der muoter leib BdN 34,7

MWB 2 460,17; Bearbeiter: Runow

gengen swV. ‘jmdn. zum Gehen bringen, antreiben’ herzog Wildhelm ersprangt / daz ros mit kraft er gangt WhvÖst 14796; den dieb er dannen gengete PrHess 42,134

MWB 2 460,23; Bearbeiter: Runow

gengic Adj. 1 ‘im Umlauf, gültig’ (vgl. genge 2.2 )
2 ‘(weit) verbreitet, bekannt’ (vgl. genge 2.1 )
   1 ‘im Umlauf, gültig’ (vgl. genge 2.2): daz si vns dienen [...] zehen schillinge phenninge, di danne gengich sint UrkEnns 4,124 (a. 1290). – in der Wendung ~ unde gæbic: einen shillinch phennige, di daz [ da ze ] Nvͦrnberch gengich vnd gebich sint UrkCorp (WMU) 2887,20    2 ‘(weit) verbreitet, bekannt’ (vgl. genge 2.1): als ez des morgens wolde tagen, / do hort man in der stat sagen / (vil gengich was daz mære), / man sagt, daz entrunnen wære / ouz der stadt chunich Ermrich Dietr 6930

MWB 2 460,27; Bearbeiter: Runow

genibele stN. Koll. zu nëbel , ‘Nebel, Dunst’ naht vnd vinster vnd genibele [interl. zu nox et tenebre et nubila ] PsM H 19,1; div naht vnd ir genibele / was so groz hie nidene / daz man si mohte greiffen Wernh A 3617; so vallit vil dicke / mit regne joch mit blicke / ein viurin genibile / mit stinkindim swebile LAntichr 816; dô was daz genibel sô dicke, / daz si kûme bî dem blicke / die burc kuren nâch wâne UvZLanz 7589; Kchr 4296; Kudr 1134,1. – bildl.: si [Adam und Eva nach der Vertreibung aus dem Paradies] gingen in ellende / in dizze genibele / daz haizet Babylonię / daz ist uinster unde blint VMos 10,20

MWB 2 460,38; Bearbeiter: Runow

genibelet Part.-Adj. ‘neblig’ an aim genibelten morgen SHort 3276

MWB 2 460,51; Bearbeiter: Runow

genîc (genîge ?) Subst. ‘Verneigung’ (?): ich achte nicht auf ir genig, / ich will mit ine streiten Neidh(S) 2,33c12:5,7

MWB 2 460,53; Bearbeiter: Runow

genicke stN. 1 ‘Genick’
2 ‘Niederbeugung, Besiegung’
   1 ‘Genick’ hartt uff sin genyke / wurde menger straich gegeben GTroj 8006; der kneht, der sînes [des römischen Triumphators] genickes pflac [der ihn durch einen sanften Schlag in den Nacken auf die nachfolgende Sentenz aufmerksam machte (vgl. V. 22665f. ] Renner 22684    2 ‘Niederbeugung, Besiegung’ so sy dir, ritter, wider saitt / uff vil stark genike, / dem tödlichen strike / keme du nie so nache GTroj 979

MWB 2 460,56; Bearbeiter: Runow

genicsam Adj. ‘wie gebeugt’ (vgl. Felder, Krone, S. 532): es [das Pferd] was von allem dem tadel wunt, / das ie roszen missezam: / krump vnd gnigksam, / kellig [halskrank] vnd vnersam Krone 19859

MWB 2 461,1; Bearbeiter: Runow

geniete stN. gibt an einer Jesaja-Stelle, die von der Anfertigung ehener Götterbilder handelt, lat. glutinum ‘Leim’ wieder; möglicherweise Koll. zu niet stM. ‘Niete’, dann etwa ‘Zusammenheftendes’ der ysensmit, der zu stocke [Amboß] hemirt, wirt manen den, der denne wirt tengiln, und wirt sprechen deme lutere adir deme genyte [ glutino ] : is ist gut. und wirt is [das geschmiedete Eisen] heften mit naylen [mit Nägeln an den Holzkern des Götzenbildes] , daz is sich icht rege Cranc Jes 41,7

MWB 2 461,6; Bearbeiter: Runow

genieʒ stM. 1 ‘(aus einem Gut, Geschäft o.ä. erwirtschafteter) Gewinn, Ertrag’
1.1 übertr. ‘Lohn’
1.2 phras. himelisch ~ , bezogen auf das Jenseits
2 allg. ‘Nutzen, Vorteil’ (materiell wie ideell; nicht immer streng gegen 1 abzugrenzen)
   1 ‘(aus einem Gut, Geschäft o.ä. erwirtschafteter) Gewinn, Ertrag’ ir lêhen sie enphiengen, / ir lant, ir landes geniez RvEBarl 14769; kornnis geniez RvEWchr 7452; ein ieclich burgere [...] sal abir dichein silbir wechsiln, daz he vort virkofin wolle durch geniez UrkCorp (WMU) 1161A,45; die ir geniez unde ir gut / den erzeten hete gar vergeben PassIII 499,32; Parz 52,6; PassI/II 6,21. – hierher oder zu 2: Ysaac von godis gnade / gar dvgentliche sade / den samen sin vmme sinen geniz PrHess 19,75    1.1 übertr. ‘Lohn’ der rehten werdekeit geniez, / des diu werlt was gereinet, / het got an im [Ither] erscheinet Parz 475,28; Iohannes ein diaken hiez, / der durch tugentlich geniez / sante Gregorius leben schreib PassIII 214,30; durch hoher tugende geniez ebd. 333,15; GTroj 23404; WernhMl 8859. solichen geniezz emphahen die hochferttigen mit sambt jrm maister, dem tievel SchlierbAT(LS) 1,44    1.2 phras. himelisch ~ , bezogen auf das Jenseits: daz gotes fiwer [...] enzundet manigen man / der die werlt varen liez / durch den himelischen geniez Vät 3406; in den himelischen geniez / fuͦrten in mit vrouden groz / die engel in der selden schoz ebd. 4944. 17532; vgl. do wisete got wie reine / zu himele were sin geniez PassIII 18,53. werltlich ~ : den vnuczen knecht [...] der sich nicht fleizzt, sel zu dem himl gewynnen, nur wie er im vppigen lob vnd welttlichen genies gesammen muͤg SchlierbAT(LS) 1,122; vmb welttlichen lob vnd genies ebd. 1,116. 1,162    2 allg. ‘Nutzen, Vorteil’ (materiell wie ideell; nicht immer streng gegen 1 abzugrenzen): daz vervie niht zir genieze UvZLanz 7494; wir cherten ze ir geniezze / alle unser chraft und unser maht StrKD 66,30; ieder mensch suͦchet sinen geniess Seuse 380,14; Teichn 280,45; wohl hierher: dit brengit schaden, keynen genis [:proverbiis ] PrHess 10,835; wer daz dut, daz ist ein genis ebd. 10,829. 10,901. 19,75. sie [...] gehielten daz wazzer [in dem das Christuskind gebadet wurde und das heilende Wirkung hat] dô / ûfen künftigen geniez WvRh 4386. – ‘Genuss’ als er durch spîse genîz / krebze wolde vâhin NvJer 14566; nicht enget der wegeman / durch genis willin [zum Vergnügen] uf der ban / sundir daz he an di stat / kome da hin he willin hat PfzdHech 173,28. – ‘Zweck’ und swes muot begunde gern / jagen swîn oder bern, / der vant ze dem genieze / vil starke breite spieze Er 7176

MWB 2 461,17; Bearbeiter: Runow

genieʒære stM. ‘Selbstsüchtiger, nur dem Eigennutz Verpflichteter’ pei dem geir verstên ich die geitigen zucker [Räuber] und geniezer [...], die sich anderr läut schaden fräuwent, dar umb, daz si [auf zucker zu beziehen] vol werden BdN 230,22

MWB 2 462,3; Bearbeiter: Runow

genieʒe F. ‘Gefährtin’ die kinder [...], / di ir genieze waren / an aldere unde an jaren Elis 711; wi daz si [ungeachtet des Standesunterschiedes] ir geniezen / ein ander solten nennen ebd. 7188. 875

MWB 2 462,8; Bearbeiter: Runow

genieʒe stN. (?) Ansatz unsicher, Bed. unklar, vielleicht ‘Gemeinschaft’ (vgl. genieʒe F.); oder zu ganeist ‘Funke’? (oder ist von enein genôzen ‘vereinen, versammeln’ auszugehen? Vgl. Glr.z.St.): wer wazzer is sne zusamene stize / allentsamen in ein genize / und trebe daz zu vure, / di dru worden al eine nature Brun 4440

MWB 2 462,12; Bearbeiter: Runow

genieʒelîn stN. Dimin. zu genieʒ ‘kleiner Gewinn/ Vorteil’ ir [der gîtikeit ] ist vil lieber ein geniezelîn / denne got Renner 4679

MWB 2 462,19; Bearbeiter: Runow

genieʒen stV. 1 mit Gen. ‘einen Nutzen oder Vorteil von etw./jmdm. haben, mit etw. erfolgreich sein’
1.1 allg.
1.2 ‘etw. innehaben; Einkünfte/Gewinn aus etw. haben’
1.3 ‘in einer Streitfrage recht bekommen’
1.4 ‘für etw. unbestraft bleiben, straffrei ausgehen’
2 mit Gen.d.S. und Gen.d.P. ‘jmdm. etw. verdanken’
3 mit Gen.d.S. und präp. Erg. d.P. ‘Anerkennung, Dankbarkeit finden bei jmdm.’
4 ‘unbestraft bleiben, davonkommen’ , meist als als Part.-Adj. ‘(von etw.) verschont, ungeschoren’
4.1 ohne Zusatz
4.2 mit Gen.
4.3 mit präp. Erg.
5 mit Akk.-Obj.
5.1 ‘etw. genießen’
5.2 ‘etw. zu sich nehmen, essen’
5.3 rechtsspr. (vgl. 1.3 ) ‘etw. innehaben’
6 mit Obj.-Satz
7 jagdspr. in der Verbindung genoʒʒen hân (ohne Zusatz), von Jagdhunden ‘durch den Genuss von Wildfleisch scharf gemacht die Witterung aufnehmen’ (vgl. Dalby, Mediaeval Hunt, S. 60f.)
   1 mit Gen. ‘einen Nutzen oder Vorteil von etw./jmdm. haben, mit etw. erfolgreich sein’    1.1 allg.: umbe Sampsônen merke, / waz gnôz er sîner sterke? Eracl 2606; nu volg aber ich, swie ich es niht genieze MF:Reinm 4: 3,6; sîner sælikheit er [Lanzelet] gnôz, / diu benam im müeje UvZLanz 418; der walt was sô grôz / daz si ir suochens niht genôz Wig 5923; NibB 2061,4; KLD:GvN 9:5,10. – häufig mit lâʒen: bittet in [Christus] , das er vns lazze geniezzen sines vil heren crûces Konr 11,50; habe si wol ze iu getân, / des sult ir si geniezen lân Tr 1622; lâ mih der lobe geniezzen, diu ich hân von dir geseit SM:We 1: 3,13; MF:Reinm 2:3,6; RvEBarl 4825. – Ggs. zu engëlten : ir soldet mîn geniezen, nu engeltet ir mîn NibB 2175,3; des engildet, der ez [in Hs. zu es korrigiert] nie genoz Herb 9505; OberBairLdr 246; so sol ein ieglich man oder frauwe einen guͦten lumundes geniezzen und eins boͤsen engelten WüP 46,3; Iw 940; Teichn 439,50. – ‘jmds. Unterstützung/Wohlwollen genießen’ jâ geniuzet man vil selten / der bœsen gesellen Wig 2337; cumit abir die tac vuri unde inis he nicht ein bisezzin man, so sal he dis richteris gnizi Mühlh 164,3; daz er vnser geniezze [ propter amorem nostrum ] UrkCorp (WMU) 1197B,18; dur got vnd vmb ir sele heil vnd oͮuch fúr alle die selen, der si ie genussen ebd. 1337A,22. – nachteilige Folgen von etw. bezeichnend, auch ironisch: dô Alexander Pâris / Menelâô sîn wîb nam, / dâ michel ubel abe quam, / des maneger ubele genôz En 923. 3352; schiuzet er, sô stiche ich in, / sô sehe, waz ers genieze [was er davon hat] MF:Reinm 67: 5,6; swer mir nimpt mîn êre, / der geniuzet es borvil [dem nützt es gar nicht, d.h. es schadet ihm sehr] UvZLanz 1147    1.2 ‘etw. innehaben; Einkünfte/Gewinn aus etw. haben’ er [der Fisch] was lanc unde grôz, / des er [der Fischer] vil gerne genôz / an den phenningen Greg 3286; koufit abir ein phaffe odir ein ritter vffe winnvnge ettewaz, des he wolle vort geniezin UrkCorp (WMU) 1161A,15; UrkSalem 2,481 (a. 1295)    1.3 ‘in einer Streitfrage recht bekommen’ moͤhte si daz bringen mit zwæin gezivgen zvͦ ir [...], si genvͦzze sin UrkCorp (WMU) 39,13; sagent aber mich di selben fvmf herren vnschvldich, des sol ich geniezzen ebd. 2125,35 u.ö.; StRWien 75    1.4 ‘für etw. unbestraft bleiben, straffrei ausgehen’ dô sprach aber Sîfrit: «geniuzet es mîn wîp, / daz si hât ertrüebet den Prünhilde lîp, / daz ist mir sicherlîchen âne mâze leit NibB 861,1; der ez [das Zücken von Waffen] aber von im selber lezzet, der sol des geniezzen und sol ledig sin WüP 41,10; vnde swer das versessen hat, het er sich mit vnseren vrowen verslihtet, dez sol er geniezen UrkCorp (WMU) 240,33. nu ist wol recht das sie [die zum Tode Verurteilte] mines herren des koniges daran genieß [Gnade findet] , des gesellschafft sie lang hat gehabt. darumb sol man sie leben laßen [aber schwer bestrafen] Lanc 525,8    2 mit Gen.d.S. und Gen.d.P. ‘jmdm. etw. verdanken’ daz ich daz lant niht verlos, / des genoz ich do sin Herb 3941    3 mit Gen.d.S. und präp. Erg. d.P. ‘Anerkennung, Dankbarkeit finden bei jmdm.’ gegen: ich hân tal unde berc / mit maneger tjost überzilt [...], / daz es die vînde an mir verdrôz, / swie wênc ich des gein iu genôz Parz 787,30; nu ist billich, daz er des gein rehten liuten wol genieze SM:UvS 30: 3,3; rechtsspr.: mag er daz bereden mit sinen zwain vingern, des sol er geniezzen [recht bekommen, vgl. 1.3 ] gen dem vogte unde gen dem clager StRAugsb 114,10. wider: ouch sulnt si geniezen / wider iu ein teil der reise mîn UvZLanz 2424; daz in heidenschaft doch eteslîch wîp / des clâren Vîvîanzes lîp / mit mir sol beriezen [beweinen] , / des muost dû geniezen, / bruoder, immer wider mich [das werde ich dir nie vergessen] Wh 208,12; Eracl 5385; Iw 3139. – vereinzelt umbe: sît daz mich dîn tumber sin / ze vriunde ersach, des ich niht bin, / sô wil ich doch des wortes dich / lân geniezen umbe mich RvEBarl 4842. 11862    4 ‘unbestraft bleiben, davonkommen’, meist als als Part.-Adj. ‘(von etw.) verschont, ungeschoren’    4.1 ohne Zusatz: lat stan, lat stan, lat disen man / geniessen! tuͦt im laides niht! RvEWh 1439; so suldir in geniezen lan / ob ich u ie dienest getete GrRud F 17. des nemac sin: / dune scolt so genozin nicht hinnen uaren Rol 4295. 8581 u.ö.; StrKarl 7091; ir [Frau Minne] hât mich geschozzen, / und gât sî [die Geliebte] genozzen, / ir ist sanfte, ich bin aber ungesunt Walth 40,33; swer mit lobe in [Gott] êrt der vert genozzen Sigeher 11,13; Serv 1022; Lanc 230,5    4.2 mit Gen.: hêr, mir tuot immer wê, / sol ers genozzen scheiden hin Parz 290,9; si megens uns jehen z’ unêre, / komen sis hin genozzen Wh 43,23; Jüngl 1187. do wart gesmelzet bli bracht / [...] / und nach des keisers gebote / in den munt gegozzen. / des bleib er noch genozzen [am Leben] , / wand im half der gute got PassIII 278,82    4.3 mit präp. Erg.: nû haiz dû smide sizzen, / daz hûs wol besluzzen / mit vil vesten slôzen. / sô birn wir genôzen / vor unsern vîanden Kchr 11555    5 mit Akk.-Obj.    5.1 ‘etw. genießen’ der [Sünder] ist in dem riche [der irdischen Welt] / vil harte werltlichen, / unz [solange] er daz guot geniuzzet Hochz 628; wie hastu [Sünder] alles dein leben / unrecht genossen und verzert HvBurg 4397. die selben heiligen froun [die Reliquien der Hl. Hedwig] / wolt der kunic ouch geniezen [sich zu Nutze machen] . / er lie sich niht verdriezen, / er fuor dar mit andâht Ottok 9612    5.2 ‘etw. zu sich nehmen, essen’ ein galle unsuͦzze, nieman chan si geniezzen GenM 6,13; steinfar [Steinfarn] genozzen mit prote ist den goͮt, den lanche [die Hüfte] we toͮint PrüllK 11; und sterbent die hüenr von des menschen mist, der die nieswurz hât genozzen BdN 400,26; VMos 51,15; Konr 24,20    5.3 rechtsspr. (vgl. 1.3) ‘etw. innehaben’ also, daz wir noh enkein vnser erbe daz reht niemer svn geniessen me noh getvͤn UrkCorp (WMU) 1730,17. – ‘etw. (wirtschaftlich, gewinnbringend) nutzen’ was sy geniesen mvͤgen meines wælds cze czimmer, cze prennen vnd cze caufen UrkCorp (WMU) N123A,6; swaz si mohten geniezen / des guots [in der erstürmten Burg] , daz man darinne sach, / daz fuorte man gen Friesach Ottok 61280; also ez [das Lehen] der egenante Heinzelin [...] het gehebet besessen vnd genossen UrkBergh 33 (a. 1342). – wohl hierher: mit allem genieze, als er vnde sine kint [...] nv oder immermer geniezen mvgen UrkCorp (WMU) 777,10    6 mit Obj.-Satz: si [Maria] gnoz, / du vil heiliger Crist, / daz du so guot bist SüklV 664; Diomedes genoz, / hern Tydeus son, / vnde daz Agomennon / ime wol bi stunt Herb 9048; lât mich geniezen, daz ich / durch iuwer êre und iuwern vromen / her bin in iuwer rîche komen Tr 10470. 14887; wê, daz ich niht geniezzen sol, / daz ichs ûz hân gesundert / mir ze vrœden gar SM:UvS 33: 1,4; Spec 6,6; Wh 92,20; MarseqM 50    7 jagdspr. in der Verbindung genoʒʒen hân (ohne Zusatz), von Jagdhunden ‘durch den Genuss von Wildfleisch scharf gemacht die Witterung aufnehmen’ (vgl. Dalby, Mediaeval Hunt, S. 60f.): einen bracken, der sô genozzen hât, / daz er die verte erkenne der tiere durch den tan NibB 932,2; Fürst [d.i. ein Hund] was unverdrozzen, / er het wol genozzen, / im was von der vert niht gâch Helbl 4,412; der hunt hât ûf der hiute vil genozzen Hadam 415,7; Winsbeckin 25,6

MWB 2 462,22; Bearbeiter: Runow

genieʒlich (?) Adj. ‘nützlich’ (vgl. Johansson, NvJerAdalb., S. 59): daz ich mit worten redelîch, / genîzlich unde wêrlîch, / vol schrîbe, des ich hân gedâcht NvJerAdalb 106

MWB 2 464,44; Bearbeiter: Runow

geniftel swF. nur im Pl. ‘Cousinen, enge Verwandte’ ze künde rechenten si sâ / daz si [Enite und Mabonagrins Geliebte] genifteln wæren nâ Er 9717. 9738. – übertr.: daz geistlich leben und himelesch leben di di sint geniftelen HlReg 50,11

MWB 2 464,48; Bearbeiter: Runow

genîgic Adj. ‘geneigt’, mit präp. Erg. (s.a. geneiclich ): die wüntärtzt [...] süllen nicht genaigig sein tzw sneyden oder tzw prennen wunten oder geswern Schachzb 99,131; arm an allen tugenden, genîgic gên den sünden DvASchr 321,2

MWB 2 464,53; Bearbeiter: Runow

genihte stN. ‘Nichts’ du achtest mich uff erden / gar für ain genychte [Nichtsnutz, Schwächling] . / dir vil argen wichtte / ich das wol erzaigen kan / ich haissen mag ain man GTroj 16917

MWB 2 464,58; Bearbeiter: Runow

genis stM. (Glr. PrHess : stF.); s.a genieʒ und genist . ‘Gewinn’ dit brengit schaden, keynen genis [: Proverbiis ] PrHess 10,835; nicht enget der wegeman / durch genis willin uf der ban, / sundir daz he an di stat / kome da hin he willin hat PfzdHech 173,28. – ‘Rettung’ for des rihteris grimmekeit, / da enist andirs kein genis PrHess 54,231

MWB 2 464,62; Bearbeiter: Runow