Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
  Ansicht: Standard Gliederung    |     Zusatzinformationen   Links      |     Portion: Artikel pro Seite

g – gâchlîchen
gâchmuot – gagen
gagen – galander
galanderisch – 1galle
2galle – galter
galtnüsse – gamerot
gamîe – gancheil
ganclîche – ganteren
ganz – gärmic
garn – gartenhuon
gartenhûs – 3garwe
garwwurz – gastmeisterin
gastnusse – gaʒʒenspringer
ge- – gebæric
gëbærin – gëbendic
gebenedîunge – gebietære
gebietærin – gebiurischlich
gebiurlich – geböume
gebôʒ – gebrëst, gebrëste, gebrësten
gebrëstelîn – gebrûchic
gebrûchlich – gebunt
gebunt – geburst
geburt – gedâht
gedâht – gedense
gederbe – gedinge
gedinge – gedrange
gedrâte – gedünste
gedurchtriben – gegate
gegatrom – gegenkouf
gegenlëder – gegensetzunge
gegensidele – gegenwertes
gegenwertic – gegihte
gegiric – gehaʒʒic
gêhe – gehëlfe
gehëlfelîche – gehilfe
gehilfic – gehœric
gehœrlich – gehügenisse
gehugesam – geifer
geifervrâʒ – geiselrieme
geiselruote – geisticlich
geistîn – geiʒhorn
geiʒhût – gejeitschuoch
gejeitvogele – gekünne
gël – gelegede
gelegelich – gelende
1gelende – gêlîche
gelîcheit – gelîchmëʒʒunge
gelîchnisgëbende – gelide
gelidemâʒe – gêlingen
gelîp – gëlm
gëlmen – geloup
geloup – gëlte
gëltel – gelückede
gelückederat – gelüstelîn
gelustic – gemahel
gemahelbettelîn – gemæʒicheit
gemæʒiclich – 2gemeine
1gemeinen – gemeinsin
gemeinunge – gemerrede
gemêrsal – 2gemüete, gemuote
gemüetic – gemutzet
gemʒe – genâdenschüʒʒel
genâdensol – genæmicheit
genamʒôn – genemede
genende – genëserinne
genetzen – genieʒen
genieʒlich (?) – genôʒen
genôʒgeselle – gensîn
gensischen – genuhtlîchen
genuhtrîch – genuʒ
genuʒt – gephrange
gephünde – 1gerat
2gerat – gerëhen
gerëht – gereisic
gereitære – gerieme
geriemen – gerihticlîche
gerihtinsigel – geriune
1geriusche – gerouche
geröufe – gerte
gerte – gerûmiclich
gerummel, gerumpel – gêrvalke
gerwære – gesaten
gesatznissede – gescheftbrief
geschefte – geschepfnisse
geschepfunge – geschiuwede
geschoc – geschrihte
geschrîp – gesëhen
gesëhenheit – geselliclîcheit
geselligen – gesihtic
gesihticlich – gesite
gesiten – geslihte
geslinge – gesnæren
gesnarren – gespenstnisse
gesper (?) – gespræchelich
gespræchetac – gespunst
gespür – gestelle
gestellet – gestifte
gestille – gestrenglîche
gestrenze – ge|stunge
gestungede – gesuoch
gesuochære – geswerme
geswërte – gesworn
gesworne – getelle
getelôs – getougen
getougen – getreigeret
getrenke – getrüese (?)
getrügede – getwædicheit
getwædigen – gëtzen
getzsal – gevalte
gevanclich – gevëderen, gevëdern
gevêhe – geverte|lehe
gevertinne (?) – gevlester
gevlitter – gevrier
gevrist – gevülle
gevuoc – gewahsenheit
gewahst – gewaltroubunge
gewaltsame – gewar
gewar – gewe
gewëbe – gewellen
geweltigen – gewërben
gewërbic – gewern
gewërn – gewiere
gewieret – gewinnen
gewinnic – gewist
gewiste – gewonunge
geworden – gewzen (?)
gezagel – gezëmelich
gezemen – gezît
gezîte – gezoc
gezogen – gezwîen
gezwîge – giefen
giege – gifticheit
gifticlich – giht
gihtboum – gimbîʒen
gimme – gippengappen
gippentuoch – giric
giricheit – gischen
gîse – gîtigære
gîtige – 1glan
2glan – glas(e)väʒʒelîn
glas(e)vënster – gleimel
gleimelîn – gleten
glêtphenninc – glipfen
glise – glocke
glockehûs – glôriôs
glôriôslich – gluothaven
gluothert – goder
goedertieren – golf
gollen – goltgesmîde
goltgesteine – goltreit
goltrîch – golttropfe
goltvar – gos (?)
got – gotesarm
gotesbeckære – gotesmordærinne
gotesphenninc – gotgeformet
gotgelâʒen – gotmeinunge
gotmensche – gouch
gouch – goukelære
goukelbilde – goukelspil
goukelsprütze – göumütte, -mutte
göu|phâwe – grabe
grabe – grâf-
graft – gramerʒîe
gramerʒîen – gransprunge
gransprunge – gras(e)phenninc
gras(e)spier – grâvenrëht
grâveschaft – grebinc
grebnisse – gremiclich
grempære – griekech
grien – griffel
griffelære – grimmetât
grimmic – grisegrammen
grîseleht – griuslich
griuwe – groppe
gros – grôʒmüetic
grôʒmuoticheit – grüenheit
grüenlich – grunderëbe
gründic – gruntübele
gruntvestære – gruon-
gruon- – grütschîn
grutte – 1gücken
2gücken – güfticheit
güfticlich – gûlen
gülle – gumpenîe
gunderam – guotdunken
guotdunkende – guotswender
guottât – gürtelgewant
gürtellîn – gymnosophiste

   geliep - gelîte    


geliep Adj. 1 ‘(einander) lieb’ ;
2 subst. Pl., ‘Personen, die einander lieben’
2.1 überw. ‘Liebende, Liebespaar’
2.2 anders
   1 ‘(einander) lieb’; präd.: dô wurden vile gelieb die zwêne bruoder, / Esau unde Jacob Gen 1713; GenM 72,19; got sende sî zesamene, die gelieb wellen gerne sîn MF:Kürenb 2:7,4; der kúnec und diu kúnegin [...] / warent gelieb under in zwain RvEWh 14251; wie geliep wir [Rennewart und Alise] ein ander waren Rennew 9213; Komp.: zwei gelieber wurden nie Er 2208. – attr.: die gebruͦder gelieben [Moses und Aaron] / uon dem chunige giengen Exod 1423; der wuocher, den daz ouge bar, / daz was ir zweier lîpnar [...]. / diu geliebe massenîe / diu was ir mangerîe Tr 16821. 12983    2 subst. Pl., ‘Personen, die einander lieben’    2.1 überw. ‘Liebende, Liebespaar’ der gelieben mûzen zwei wesen, / diu sich underminnen En 10222. 11599; seht, dise zwei geliebin / bi ein andir lagin / vil uroudin phlagin Athis D 64; da ergienc ein trûrec scheiden / von den gelieben beiden Parz 333,14; MF:Eist 1:2,3; UvZLanz 1099; Tr 11856. 4272; Elis 1489; SHort 5879; Hiob 9734. in der himmelporten koment zesammene die zwene gelieben, got und die sele Mechth 4: 24,9. 5:13,7    2.2 anders: duͦ sich die gelieben [Genelun und seine Krieger] / uone ein ander geschieden, / der iamer tet in uile we Rol 1728. 3225; daz wart dicke wole schîn, / daz si [Nisus und Euryalus] geliebe wâren En 6545; hine gienc dô Kâedîn / zuo sînen gelieben [Lieben, Verwandten] allen drîn UvTürhTr 118

MWB 2 348,24; Bearbeiter: Bohnert

gelift stN. vielleicht zu bair. gelifter (vgl. DWB 4,1,2,3016 s.v. Gelichter 1 c). ‘Sippschaft, Anhang’ ein [d.h. das göttliche] wort des Luciferis gift / gewaldiglich und sin †gelift / in füres flammen treib Mügeln 344,17

MWB 2 348,53; Bearbeiter: Bohnert

geligere stN. 1 ‘Lager, Schlafstätte, Nachtquartier’
2 ‘Beilager’
3 ‘Heer-, Kriegslager (zum Zweck der Belagerung)’
   1 ‘Lager, Schlafstätte, Nachtquartier’ spreto cubili surgimus: versmahtem geligere ufsten wir PsM H 12,1; ê dich dîn jungistez geligere / begrîff an dem bette Erinn 648; alsus gewan er ein jemerlich geliger Seuse 45,5    2 ‘Beilager’ den [Antichrist] wirt ein wib und ein man / mit unreinem geligere [...] / zu diser werlde bringen HeslApk 18515; swenne der sin uz wandert, / so enzundet sich des herzen ger [...] / zu sundigen geligere ebd. 1929. 10749    3 ‘Heer-, Kriegslager (zum Zweck der Belagerung)’ dâ schuofen ir geligere die von Tenelant Kudr 723,1; dâ er den Ungern schaden mêrte / und si müete mit geliger Ottok 11358; wand er niht enmöhte / geliger haben einen tac / an der stat, dâ er dâ lac ebd. 11168. 48351. 78783. – bildl. von Heuschrecken: dô daz geliger / die haberschrecken rûmten Ottok 96113

MWB 2 348,58; Bearbeiter: Bohnert

geligeric Adj. ‘bettlägerig’ sî [Minne] schuof, daz er [Liebender] ze lest gedêch / geligeric an ein bette nider. [...] für in wurden brâht / erzt die besten, die man vant HvBer 5458; do ich da aber kom vierzehen tag vor ostern, do wart ich geligerik [...], und die selben vierzehen tage lig ich also, daz ich ain wort nit gesprechen mag EbnerMarg 63,20. – subst.: wir, die dúrftingen und geligrigen dez spitals von Berne [...] tuͦn kunt [...] UrkBern 7,304 (a. 1347)

MWB 2 349,11; Bearbeiter: Bohnert

gelihtergit stM. oder stN. schwäb. ‘Familiengut, -besitz an etw. (Gen.)’ (vgl. SchwäbWb 3,292; DWB 2,1,2,3016 s.v. Gelichter 1 b): her Sch. hat derselben vischentzen gelihtergit DRW 4,9 (WürtVjh.; a. 1344); vnd darumbe setzze ich in ze gewern vnd ze burgen zu mir vnd minen erben [...] Withalem von Wal, der der vorgenanten halben hub gelihtergit haut UrkUlrich 2,57 (a. 1326); [Bertolt der Schiltower verkauft seinen Hof,] des fronhoves gelihtergit vnt mit namen: den Broͤiel wider dar in UrkFürstenb 5,318 (a. 1313)

MWB 2 349,21; Bearbeiter: Bohnert

gelihterîde stF. ‘Art, Sippschaft’, übertr.: sie [Sünde] heizet diu stumme sünde. [...] daz dû wænest daz ist ez, unde dannoch mêr alle sîniu glîhtrîde PrBerth 1:93,7

MWB 2 349,32; Bearbeiter: Bohnert

gelimde? stF. Bed. unklar: daz si gegen Troie vüeren / und dô die suone swüeren / in der gelimde valscheit KvWTroj 47793 (Bartsch, Troj. z.St.: "lies gelîmde?"; F. Bech bei Lexer 1,817 s.v. vermutet gelübede)

MWB 2 349,36; Bearbeiter: Bohnert

gelîme Adv. ‘wie angeleimt: fest angedrückt, angeschmiegt an jmdn. (Dat.)’ ir munt und ir wangen / vant si [die Mutter des G.] sô gelîmet [La. si im (ihrem Bruder) so gelime ] ligen / als dâ der tiuvel wil gesigen Greg 373

MWB 2 349,41; Bearbeiter: Bohnert

gelimpf stM. , gelimpfe swM. 1 ‘Benehmen, Verhalten’
2 ‘angemessenes Benehmen, Anstand, Takt’
3 ‘Angemessenheit, angemessener Eindruck’
4 ‘Eignung, Fähigkeit’ , ze etw.
5 ‘Heiterkeit; heiter stimmende Handlung, etw. Erfreuliches’
6 ‘Nachsicht, Erlaubnis’
   1 ‘Benehmen, Verhalten’ si [...] triben mit im iren schimpf. / dâ wider kund er den gelimpf, / der tôren was gemæze HBirne 194; Er 2169 (Konjektur). – meist näher bestimmt; durch ein Adj.: schœn unde guot was sîn gelimpf / und alliu diu gebærde sîn KvWTroj 610; UvZLanz 818; UvTürhTr 3570; MinneR302 184; der [Schächer zur Linken Christi] begundiz vble meine / mit sinem schimfe, / bose was sin glimfe Glaub 1861; daz was unfrouwenlîch gelimpf Parz 392,16; daz was gein friunde ein swach gelimpf ebd. 675,16; daz ich dir [...] wil gehôrsam sîn / mit dienstlîchem gelimphe RvEBarl 709; KvHeimUrst 1379; Vät 20131; PassI/II 65,75; HeidinIII 1040. mit guoter gehabe ich reit / âne des lîbes arbeit: / ich gap im [= dem lîbe ] sô senften gelimph / als ez wære mîn schimph Greg 1611; dô was ez gar ûz dem schimph: / in gap herten gelimph / der sweiz und daz bluot, / daz [...] ûz den wunden ran Ottok 58624. – durch Gen.: das git mir jamers gelimph RvEWh 619; er [Kaiser Decius] hete uz im [hl. Ypolitus] sinen schimpf. / sin honlicher spotes glimpf / begonde in anlachen PassIII 390,42    2 ‘angemessenes Benehmen, Anstand, Takt’ ouch behalt dû dînen glimph, / daz sî in ernest ode schimph HartmKlage 1633; habe aller dinge gelimph RvEWh 3431; dîn gelimpfe / sol sîn gein allen dingen Mai 18,32; min antwurt / hat gein der rede niht gelimpf WhvÖst 5201; sô hât leider mîn schimph / deheiner slahte gelimph HartmKlage 342; Iw 4412. Troyære valt er sunder zal / und âne gelimpfes mâze KvWTroj 12597; zuht, gebærde, mazze, scham / mit gelimpf er truͦg, / er was ze allen fuͦgen kluͦg WhvÖst 14299; daz wir die [ sache ] schiedin nach glimphe [Billigkeit, Rechtmäßigkeit] vnd vuͦge UrkCorp (WMU) 550,23. 245,37; KvWSchwanr 638; Seuse 370,6. – vereinzelt mit unbest. Art.: dô wart im [ künic ] diz mære / gesaget durch einen gelimph, / daz jener sprach durch sînen schimph RvEBarl 11719; und dûht in dô ein gelimpf / allez sîn geverte Flore(S) 7450    3 ‘Angemessenheit, angemessener Eindruck’ [der von seiner Niederlage gegen Erec berichtende Keiîn] gap dem schaden selhen gelimph [wusste ihn so zu beschönigen] / daz man gar vür einen schimph / sîne schande vervie Er 4842; jo dunkte mich niht zimelich [...], / das si hettint soͤlichen schimph / der in manlichen gelimph [einem Mann ziemendes Ansehen, Mannesehre] / brehte niht RvEWh 9862    4 ‘Eignung, Fähigkeit’, ze etw.: an den Bêheim man spurt / vil bezzeren gelimph / ze buhurdiern in schimph / denn zernstlichen strîten Ottok 17917; kunic Ruodolf si enphie / als ein man, der gelimph / hât zernste und ze schimph ebd. 26026; er het ze ritterschefte / [...] liutsæligen gelimph ebd. 16501 u.ö.    5 ‘Heiterkeit; heiter stimmende Handlung, etw. Erfreuliches’ mit den [Frauen] het er solchen schimpf getriben / daz ez in allen gap gelimpf Loheng 1325; dem vil trurigen man / ward gelimpffes vil getan / der vor nie waz geschechen [...] / durch daz daz sy frölich / machtind den geertten kaisser rich GTroj 17930; dô wart aber an gevangen / durch niuwe fröude unde schimpf / manic schœne gelimpf, / den di spilman kunden Flore(S) 7606. – ‘Scherz’, ~ trîben: sich began dar under triben / von worten maniger hande glimpf, / biwilen lachen ouch durch schimpf Vät 4269; wir [...] triben mit in unßn gelimpf ebd. 40644    6 ‘Nachsicht, Erlaubnis’ mit im [seinem Herrn] begieng ez [ ein kleinez hündelîn ] manigen schimpf. / dar zuo gap im guot gelimpf / beide vrouwen unde man Boner 20,12

MWB 2 349,46; Bearbeiter: Bohnert

gelimpfe Adj. ‘passend, angemessen’ di vursten mit den êwarten [...] gevîlen in den willen / wî si [...] di sache [Jesus zu töten] recht anvengten, / daz iz in zîtlich hengte [zu rechter Zeit gelänge] / in gelimpher mâzen JvFrst 725; gewinnent si aber hinnanthin me guͦtes, daz stúre sol geͣn, daz súnt si verrihten, als gelimpfe und fuͦge ist UrkFreiburg 3:195,33 (a. 1312) (oder swM.?)

MWB 2 350,55; Bearbeiter: Bohnert

gelimpfen swV. 1 ‘angemessen sein’
2 ‘etw. (bei jmdm. [Dat.]) angemessen finden, gutheißen; (jmdm.) etw. nachsehen, gestatten’
2.1 mit Akk.d.S.
2.2 mit Gen.d.S.
3 ‘jmdn./etw. mutwillig, achtlos behandeln, verspotten’
4 refl., ‘sich freundlich zeigen, sich angenehm machen’
   1 ‘angemessen sein’ (vgl. ahd. gilimphan stV., AWB 5,1000ff.): swelch kint schimpht, der schimphe alsô / daz man dervon nien werde unvrô. / bœs ernst kumt von bœsem schimphe: / man sol schimphen daz ez glimphe WälGa 662. – subst., ‘Angemessenheit, angemessenes Verhalten’ si sol sprechen, lachen unde schimphen, / alsô daz si sich tiure mit gelimphen RvZw 44,8 der kunic den ernst scheiden / begunde mit schimphen; / des kund im mit gelimphen / der burcgrâf antwurten wol [eine passende Antwort geben] Ottok 13312; WhvÖst 14512    2 ‘etw. (bei jmdm. [Dat.]) angemessen finden, gutheißen; (jmdm.) etw. nachsehen, gestatten’    2.1 mit Akk.d.S.: wan [...] si [ untrúwe ] so manig unselig man / geraten und gelimpfin kan, / davon si leidir tegelich / meret unde breitet sih RvEWchr 27640; die mirren und den wirouch / begonde er [Gott] für daz dimphen / der [als Brandopfer dargebrachten] kelber sit gelimphen KvWGS 1406; getriuwer sun Achille, / kein übel dû gelimpfe! / unhovelicher schimpfe / niht lache, noch ensmiere! KvWTroj 15015. 33882. sin swester och, Marie, / dú wolt im stete gelimphen / sin ritterliches schimphen SHort 6297; doch wizzest, daz min [des Evangelisten Johannes] heilickeit / gein im [Johannes dem Täufer] ist niht gebere. / davon so hast du mangen tak / unrehten krieg gehalten, / dez ich dir niht gelimpfen mak, / du solt sin niht me walten! HeinzelJoh 35,3; StRZürich(B) 61,35; MinneR439 562. – mit daʒ-Satz: dar umbe soltû mir vergeben / daz ich dir niht gelimpfe nû [...], daz dû / vor gotes ougen schuldic stâst KvWSilv 2471; Hätzl 1:23,13. – mit zusätzlicher Präp.-Gruppe: diz begundens ir gelimpfen [zum Guten auszulegen] / ze tugenden und ze höfscheit Tr 15616; subst.: mac ieman widerbringen / ein brechen rehter stæte? [...] / mac ieman kein gelimpfen dar zuo vinden? Hadam 523,5    2.2 mit Gen.d.S.: die dir dines unzúchtigen schimpfes under dine oͮgen [d.h. in deiner Anwesenheit] gelimpfen, die geben dir dar nach in irer bescheidenheit ungelimpf und getruwen dir dest minder Seuse 485,10    3 ‘jmdn./etw. mutwillig, achtlos behandeln, verspotten’ swer der kindre got glymphet / odir en me beschymphet, / verterbet sal der werden Daniel 1607; mit Ersparung des Obj.: darzû [Hostienschändung] sî sprâchin glimpfinde / unde hônlîch schimpfinde NvJer 23550. – subst.: gebunden sie en [Christus] vurten / zu Annam unde rurten / en schentlich mit gelimpfen Daniel 4201    4 refl., ‘sich freundlich zeigen, sich angenehm machen’ ez stôzent künige lant an dich, / die habent sich gen dir gesterket. / hâstû die lêre mîn gemerket, / enprîs dich in (daz ist mîn rât), / daz si sich müezen gelimphen / als ein wolf, der vor dem löwen stât KgTirol 35,6; nu wizzet, daz er [Fahrender] den nuz harte erarnet. / dâ von er sich den liuten muoz gelimpfen Litschauer 1:4,9

MWB 2 350,63; Bearbeiter: Bohnert

gelimpfer stM. ‘jmd., der alles, auch das Schlechte, angemessen findet, leichtfertiger Mensch’ nû ist der glimpfer âne zil, / sô vil die nû die bôsheit / minnent für die rehtekeit KvWTroj 49670; wan in die glimpfer bî / gestânt ir mordes, dâ von si / ze triuwen hânt kein minne ebd. 49679

MWB 2 351,58; Bearbeiter: Bohnert

gelimpfic Adj. 1 von Personen, ‘anmutig, gesittet’
2 von Unbelebtem
2.1 ‘angemessen’
2.2 ‘geeignet, passend für etw. (Gen. des subst. Inf. oder Rel.-Satz)’
   1 von Personen, ‘anmutig, gesittet’ ich wen in sulhen jaren / hab niemant kein junchfrawen / gesehen [...], / der sulch hubscheit wone by / und auch so rechte gelimpfig sy Minneb 4034; gelimpfigers noch gefugers / noch also schons [ wîp ] wart nie gesehen ebd. 1984; Hätzl 1:40,4    2 von Unbelebtem    2.1 ‘angemessen’ daz der vorginante Oswalt vnd sine erben [...] sollent geben [...] zwo herberge imme jare sich [dem Aussteller der Urkunde] selbe dritte, zwene ritende vnd einen loͮfende, ein mal ze gelinphiger zerunge vnd den pherden hoͮwe vnd fuͦter UrkCorp (WMU) 1050,16; der obeman hat oͮch gewalt, obe in ehafte not irret, disen missehel ze scheidenne, nach winahten vf ein gelinphfic zil [zu einem angemessenen Termin] dise schidunge stete ze habende ebd. 206,43; von dem geuͥberten guͦte sulent des vorgenanten spittals meistere [...] den selben bresten ufrihten und erfellen, als suͥ danne dunket gevellig und gelimpfig UrkStraßb 2:283,31 (a. 1315); UrkFreiburg(Sch) 247 (a. 1322); UrkRapp 437,12 (a. 1344)    2.2 ‘geeignet, passend für etw. (Gen. des subst. Inf. oder Rel.-Satz)’ vnd dar vmbe dv̍ gelinpfigu̍ zit gandes ze gotte ist nv̍ RvBib 30,24. 30,17; als das fu̍r niemer hirmt noch ab lat an wu̍rkende, die wil es glinphig materie het [ dum invenit materiam aptam ] , die es brennen mag ebd. 122,16.18

MWB 2 352,1; Bearbeiter: Bohnert

gelimpflich Adj. , gelimpflîche Adv. 1 ‘angemessen, passend’
2 ‘mutwillig, achtlos’ (vgl. gelimpfen 3 )
   1 ‘angemessen, passend’ diese versazzunge vnd dis verkoͮfen sol gegen dem gotshus von Basil [...] in der vuͦge geschehen, alse biderbe lúte achtent, daz es gelimphlich si nach dem dinge, als es har enzwischent mir vnd dem gottishuse alles geuertiget ist UrkCorp (WMU) N154A,5; vnd [ er ] sol ovch die [ vierhvndert marg ] weren mit silbere oder mit eigine oder mit lehenne, also ovch gelinflich vnde zimelich vnd reht ist ebd. 343,22; UrkHohenz 1,127 (a. 1313); MGHConst 6,1:738,9. hie vor dô zierten die man ir lîp / mit zöpfen [...]. / dô wâren die kalwen vil unwert. / durch einen glimpflîchen [zweckmäßigen] nutz / gedâhte man der almutz [Kopfbedeckung der Kanoniker] Bîspel(Pf) 38,21; in eren vnd in tugent glimpffig [schicklich, sittsam] , / hübsch, kurtz weilig vnd schimpffig, / mündlin rott, lieplichen sprach! Hätzl 1:40,4. – Adv.: vnd [ wir ] setzent deme Sengere [...] allez daz guͦt [...] zuͦ pfande vir den selben schaden vnd vir alle die mvͤgesal, gelimpfliche abezutuͦnne, dîe er oder sin nachkvmmen sin gewinnent UrkCorp (WMU) N100,14    2 ‘mutwillig, achtlos’ (vgl. gelimpfen 3): sinen glimplichen spot / [...] hette ein man / vnde sprach also [zu den die Gebeine des hl. Marcus in ihre Stadt überführenden Venedigern] : nu secht dar an, / daz ir icht effet vwer leben / vnde man uch habe aldort gegeben [...] / einen anderen lichamen, / des helfe ist an genaden swach PassI/II 330,83; Vät 41503

MWB 2 352,29; Bearbeiter: Bohnert

gelinc Adj. ‘link, auf der linken Seite befindlich’ sô heizet der almehtige got die rehten ze im kumen und stellet sie zuo der gerehten hant. sô stellet er die übeln zuo der gelinken hant PrBerth 2:211,15; die richter uff die rechten seytten und die burgermaister und rautgeben uff die glinken seytten StRAugsb 269,1; den glinggen arm Hätzl 2:33,86; EvPass 243,17(La.). – subst., ‘die linke Hand’ mit der glinggen ysz, das ist cluͦg Hätzl 2:71,85

MWB 2 352,59; Bearbeiter: Bohnert

gelinc stM. , gelinge swM., stFN. ‘das Gelingen, Glück, Erfolg’ daz uͤns der almaehtig got sick und geling geit gen hertzog Fridreich von Oesterreich StRMünch 88,3; minnenclîch gedinge fröit mich mange stunde, / daz mich trœste ein rôter munt [...]. / minnenclîch gelinge, / obe ich daz dâ funde, / sône kunde mir ûf erde niemer werden baz KLD:GvN 4: 4,4. guot, hôch, kranc ~ : der kunic wart sô balt / ûf unguotiu dinc, / daz im guot gelinc / von got solt wesen tiure Ottok 11990; MF:Reinm 48:2,7; KvWEngelh 4684; TvKulm 1; daz ist an fröiden mîn hœhste gelinge KLD:  TSchreiber 1:5,3; nu gihes vür hôch gelinge [halte es für einen großen Glücksfall] Wh 121,28; wie rechte krank daran gewesen ist mîn gelinge SM:Te 6: 1,8. daz in got het gegeben solch gelinge Loheng 6096; Brun 7333. – mit Poss.-Pron.: nû wârens under in beiden / des willen ungescheiden [...] : / ir gelinge was ab mislîch Iw 2579. 1525; allen sinin gelingen / liez er an gotis helfe da RvEWchr 24188; sîn heil unsælde [Subj.] nider zôch / und irte daz gelinge sîn KvWTroj 37059; Mai 133,11; CrescC 182; Neidh(S) 2,219 c124:4,9. sîn ~ sagen/schîn tuon ‘sagen/zeigen, wie es einem gelungen ist, welchen Erfolg man hatte’ ir sache und ir gelinge / ein ander si dâ seiten KvWTroj 29530; KvWEngelh 5060; er tete im sîn gelinge schîn / und al sîn âventiure kunt / mit rede gar biz ûf den grunt KvWTroj 23092. durch/  nâch ~ ‘auf gut Glück’ daz geschach [...] / tzu Muldorf, do man durch geling / fur stet und vest vil dike sŭcht [Angriffe unternahm] Suchenw 14,30; swen si [Pelikane] suochen wolden, / daz si ezzen solden [...], / sô samt sich ein schar / und flugen nâch gelinc / etswâ ûf einen klinc [seichte Stelle im Fluss] Ottok 96194. 81942. ûf (den) ~ ‘zu dem Zweck’, mit abh. Satz: dar nach gedaht er manigen suͦch [Plan] / uf den gelingen / wie daz er mohte bringen / den brief zu sinem lieben WhvÖst 6777; durch di sache quam / gotes sun und an sich nam / di menscheit uf gelinge / daz er [...] / gohorsam dem vater were TvKulm 2275

MWB 2 353,4; Bearbeiter: Bohnert

gelinde Adj. ‘sanft(mütig), schmeichelnd’ blandus: gelinder SummHeinr 2:200,01.21

MWB 2 353,46; Bearbeiter: Bohnert

gelinge swM., stFN. gelinc stM.

MWB 2 353,48;

gelingen stV. unpersönl. mit Dat.d.P. (vereinzelt persönl. konstr., s. unter 4). 1 jmdm. gelinget ‘jmd. hat Erfolg, Glück’
2 mit adv. Best., jmdm. gelinget wol / übele ‘jmd. hat guten / schlechten Erfolg, es ergeht jmdm. gut / schlecht’ u.ä.
3 mit näherer Best. (Gen.d.S., Präp.-Gruppe), in Bezug worauf (wobei, womit) jmd. Erfolg, Glück hat
4 ‘Freude haben, Gefallen finden an (an / in) jmdm./etw.’
5 ‘etw. gefällt jmdm.’
   1 jmdm. gelinget ‘jmd. hat Erfolg, Glück’ nû saz diu burcmûre [...] / vol ritter unde vrouwen / die daz wolden schouwen / wederm dâ gelunge Greg 2115; in dûht, im wær niht gelungen EnikWchr 25450. – subst. Inf., ‘das Gelingen, Erfolg, Glück’ disem liep, jenem lait / was do der [Gegner] gelingen WhvÖst 8829; er wolt durch gelingen [auf gut Glück] / baizzen [mit dem Falken jagen] an des meres stade ebd. 1118; Ottok 1076; SM:Had 48:4,5; Hiob 2345; die doch frô gedingen / hêten uf gût gelingen Kreuzf 1844    2 mit adv. Best., jmdm. gelinget wol / übele ‘jmd. hat guten / schlechten Erfolg, es ergeht jmdm. gut / schlecht’ u.ä.: er [Artus] saget in [Iwein und Gawan] gnâde unde danc, / daz in sô ofte wol gelanc Iw 3076; uns wil schiere wol gelingen [bald wird uns alles nach Wunsch gehen] Walth 51,21; Rol 8896; wie moͤhte úch bas gelingen? Mechth 7: 37,31; Parz 685,28; zwene riche chuͦnige, / den gelanc da uil uͦbele Rol 6335. 7762; daz uch in dem engeslichen gerichte ubel sol gelingen HlReg 70,12; Herb 11894; ein núwis getihte er sang, / wan im so selichlich gelang RvEWchr 20877; sît im sô schône gelanc KvHeimUrst 2112. nu prüevt wie Lucifern gelanc / unt sînen nôtgestallen Parz 463,4; im was komen mære / wie in gelungen wære Iw 3074; NibB 224,1; KvWWelt 3; in ist dicke alsus gelungen Parz 450,8; Tr 409. – vereinzelt mit Dat.d.S.: gelinget mînen dingen wol, / daz wirt im schiere bekant Tr 7452. – mit ( und korrelierendem) Konsekutivsatz: ob dir sô wol gelinge, / daz dich ein slâ dar bringe, / aldâ du Munsalvæsche sihst Parz 442,11; do gelanch im so an siner vart, / daz er maniges mannes esel wart StrKD 70,149; Kudr 372,1; doch gelanc dem keiser Fridrîch, / daz die sînen sicherlîch / den sic an gewunnen EnikWchr 28727    3 mit näherer Best. (Gen.d.S., Präp.-Gruppe), in Bezug worauf (wobei, womit) jmd. Erfolg, Glück hat: im müest des baz gelingen, / swaz er fürbaz het ze schaffen Ottok 9269; des weges gelang im deste baz [er kam umso leichter vorwärts] Boner 77,14. ja gelinget einem ofte an zwein [einer hat doch oft Erfolg gegen zwei] Iw 6619; dem an stæte nie gelank Walth 97,4; im wære wol gelungen [er habe Glück gehabt] an sînem lieben kinde Kudr 182,3; jâ gedâhten si in beide, daz in möhte noch an ir gelingen [dass sie noch ihren Zweck bei ihr erreichen könnten] ebd. 1045,4; MF:Mor 16:1,3; SM:HvS 4:5,8. den vünf vanen wol gelanc / gein mangem kumber der si twanc Wh 433,19. swaz er [...] getuot, / dâ muoz im an gelingen / ze allen sînen dingen Volmar 979; got der lat sin [Riese] niht genesen, / daz ist min gedinge, / daz mir zu im gelinge Rennew 35292. 36472    4 ‘Freude haben, Gefallen finden an (an / in) jmdm./etw.’ delectabuntur in multitudine pacis: in gelinget in dem michelem fride PsM 36,11. – persönl.: delectare in domino: gelinge an dem herren PsM 36,4    5 ‘etw. gefällt jmdm.’ er bot in golt daz rote [...]. / div miete began in gelingen Wernh D 1510

MWB 2 353,49; Bearbeiter: Bohnert

gêlingen Adv. gæhelingen

MWB 2 354,47;

gelîp Adj. ‘mit einem lîp versehen, beschaffen’ ir [Frauen] sît alle alsô gelîp, / alsô gartet unde gemuot: / iuch dunket ie daz arge guot Tr 9868

MWB 2 354,48; Bearbeiter: Bohnert

gelisem stN. vgl. lismen swV. (vgl. Rosenfeld, lesa und lese S. 130). ‘Unterredung, Beratung’, jmd. hât (ein) ~ , mit folgendem indir. Fragesatz: besunder het er ain gelisem / mit ieglichem kuͤnge hoch / wie si den kuͤng von Marroch / mit strite do entworhten WhvÖst 7868; die kuͤnge grozz gelisem / under ain ander heten / waz todes si tæten / Wildhelme von Österrich ebd. 10786

MWB 2 354,51; Bearbeiter: Bohnert

gelit stN. auch gelide; Pl. auch gelide und gelider. 1 eigentl., ‘Körperglied, -teil’ (vereinzelt ‘Gelenk’
1.1 allg.
1.2 bestimmte Glieder
1.3 umschreibend
2 bildl. und übertr.
2.1 auf das Zugehörigkeitsverhältnis von Leib und Gliedern bezogen, überw. für Personen
2.1.1 die Gläubigen als Glieder des Leibs Christi, der Christenheit
2.1.2 die Verdammten als Glieder des Teufels
2.1.3 ‘Anhänger(in) eines Glaubens’
2.1.4 ‘Angehöriger, Mitglied eines Ordens’
2.1.5 für die Schachfiguren außer König und Königin (= den houbeten )
2.1.6 als Teil eines Ganzen
2.2 auf Mehrgliedrigkeit, eine Folge von Gliedern bezogen
2.3 mit unklarem Bezug;
3 ‘Knoten des Pflanzenstängels’
4 ‘Türflügel’
5 wohl ‘Glied (eines Kettchens)’
   1 eigentl., ‘Körperglied, -teil’ (vereinzelt ‘Gelenk’ artus: glider PsM H 110,2; SummHeinr 2:178,01.30, vgl. 3)    1.1 allg.: er [Gott] gischuf an uns du gilit alli / ein andir dininti SuTheol 197; augen, nas, hent, fuͤzze und elliu unseriu glid PrOberalt 27,1. 151,28; er was [...] / an geliden und an geliune / gewahsen alse ein hiune Tr 4035; di irscraken also sere daz si ein gelit nicht regen mochten HlReg 45,6; im tâten gar wê sîne gelide HvFreibTr 5235; EbvErf 2642; iz czymt baz daz eynes dyner gelede vorterbe, denne alle dyn licham gesenket wurde in dy helle [ Mt 5,30 ] EvBerl 107,20; Barth 140,14; UrkCorp (WMU) 475B,8; StRBrünn 345; Volmar 554; Daniel 6683. 6866. ein stvcke reben [Rebland, Weingarten] [...] wart gekoifet [...] vme xii phvnt, die wir mit vnsirn geliden [mit eigener Hände Arbeit] gedienit hetten UrkCorp (WMU) 3575,24    1.2 bestimmte Glieder: ich gæbe ê [...] / ein mîn lit [La. gelit ] von mîner hant, / ê ieman wære bekant, / daz ich hie bî iu wære Tr 14743; kegin eyme gelede breyt des lengistin vingirs Pelzb 121,1; Cranc Dan 5,5. waz dutet dit, / daz got heiset der ougen gelit [die Augenlider] / mit ougsalben bestrichen? HeslApk 7076 (vgl. collyrio inunge oculos tuos Apc 3,18; oder zu 1.3?). wan er [in der Hölle] mer gewitzet [gepeinigt] waz an der zungen dann an andern sinen gelidern PrOberalt 118,37; die zvnge ist ein glit / die maniger sunden vbertrit / an den luten menget [vermehrt] PassI/II 116,82. wen der man sin manlich gelit / besneit HeslApk 12472; [ein Sud] benimpt hitz oder prunst [...], und allermaist wenn man diu schämigen gelider dâ mit handelt BdN 312,13. – für innere Organe: werin ellú minú gelider daz edelste gelid, daz an mir ist, daz ist daz herz, daz wolt ich lazen durwunden und toͤten Seuse 210,1; die schüllent muskât kewen, daz diu gaistleichen gelider gesterkt werden, daz herz und diu leber und andreu gelider BdN 372,11. 339,15. 393,12    1.3 umschreibend: siner zungen gelit / berihtet jenes und ouch dit Vät 12319; siner ougen gelit / sint groz PassI/II(HSW) 31774; siner liebe gebot / lac ir ie vollen nahen / und kondez wol gevahen / mit ires herzen gelide PassIII 618,55; Vät 15951. 19539. – formelhaft: mit des toufes gelit / was si [Katechumenin] dennoch unbewart PassIII 117,6; Elyphas [...] / nu habe Job gestrafet vil / durch syner sunden gelyder Hiob 9099; durch daz gelyt / diner claren gerechtekeit ebd. 3552    2 bildl. und übertr.    2.1 auf das Zugehörigkeitsverhältnis von Leib und Gliedern bezogen, überw. für Personen    2.1.1 die Gläubigen als Glieder des Leibs Christi, der Christenheit: daz er nicht wil sin ein gelit an dem lichamen da Got selbe houbet ane ist HlReg 78,7; SuTheol 246; Tauler 81,6; wir sin alle der cristenhait gelide PrGeorg(Sch) 19,287. 15,277; DvAPatern 197. – die Gläubigen als Glieder Christi: merket daz unser trechten / ist houbet der gerechten / unde sie wider sine gelit HeslApk 1971. 3299. 16881; do erschein im [Papst Gregor I.] Cristus / und sprach wider in alsus: / Gregori, du pfligest bevriden / mich dicke an minen geliden PassIII 202,86; ellú dú menschen, dú sinú gelider sint Seuse 339,7; Stagel 72,35. – die Gläubigen als zueinander gehörende Glieder ( Rm 12,5): swel mentsche der cristinhait gelit ist, dem tuͦt we und wol, daz ouch sin ebinmentschin we tuͦt, der sin gelit ist uon der cristenhait PrGeorg(Sch) 15,277; swaz minem bruͦder alde miner swestir wirret, daz sol och mir werren, sit si min gelid ist vnde ich ir gelid bin ebd. 19,288    2.1.2 die Verdammten als Glieder des Teufels: alle vorlorne sint gelit / des tuveles HeslApk 10784; slafestu, tyranne, / dins vatter Sathans ain gelid? SHort 10521; PassI/II 377,25    2.1.3 ‘Anhänger(in) eines Glaubens’ ich han vernumen daz Judit, / rechtes gelouben ein gelit, / sich zierte [...], / uf daz sie mochte wol behagen / dem herren Holoferni Vät 36360    2.1.4 ‘Angehöriger, Mitglied eines Ordens’ dirre heilige ritterliche orden des spitâles sente Marîen von dem thûschen hûse [...] ist gezîret mit manigeme êrsamen gelide StatDtOrd 25,29 u.ö.; bruder Helwic von Goltbach, der ouch ein gelit ist des selben ordens UrkCorp (WMU) 1508,10; NvJer 830. 853    2.1.5 für die Schachfiguren außer König und Königin (= den houbeten): ir habt der houbet vert [Gangarten] vernomen; / nu bin ich [in meiner Darlegung] an diu glider komen HvBer 10201    2.1.6 als Teil eines Ganzen: uß den teilen [ partes orationis ] wird gesmit / der rede lib und ir gelit MügelnKranz 178    2.2 auf Mehrgliedrigkeit, eine Folge von Gliedern bezogen: darnach so ist Judith / das buch, der bibel ouch ein gelit Mügeln 83,2    2.3 mit unklarem Bezug; ‘Ort, Stelle’ des cirkels trit / nindert quam an daz gelit, / da die sunne blint stat / unde eclipsim begat PassIII 544,42; an des jares umme trit / ist der stunden [La. stunde ] gelit / gevallen nu uf disen ort, / daz man der propheten wort / vernuwet und ir wisheit PassI/II(HSW) 2034. – ‘Reihe’ (wie späteres milit. ins Glied treten)? nu was er [Johannes der Evangelist] also veste an gote, / daz er nindert einen trit / uz des gelouben gelit / besit weich durch vorchte PassI/II(HSW) 26590; der da vrolichen trit / in des gelouben gelit / nam und ouch bestunt dar an ebd. 35418; [Paulus ergänzt seine bisherige Lehre:] so wil ich nu dar zu sagen / werlich ane hindertrit / an miner lere gelit, / daz [...] du [Maria] sist ane zwivel kumen / in daz himelriche ebd. 11820    3 ‘Knoten des Pflanzenstängels’ manchirleyge ist der boume pfroppunge, doch is gewonlich, das man das rys snyt von syme stamme benedin deme knoufe odir dem gelede Pelzb 120,17. 19-21    4 ‘Türflügel’ [der Weinkeller soll haben] von czwen gelidin eyn gatir Pelzb 138,31    5 wohl ‘Glied (eines Kettchens)’ di [ suckenîe ] was von golde gar durch slagen. / mit giliden was dar auf getragen / manig kostlicher stain HvNstAp 18372 (vgl. Anm. z.St.)

MWB 2 354,59; Bearbeiter: Bohnert

gelit stMN. geliz

MWB 2 356,51;

gelîte stNF. galîte swF.

MWB 2 356,52;