g – gâchlîchen gâchmuot – gagen gagen – galander galanderisch – 1galle 2galle – galter galtnüsse – gamerot gamîe – gancheil ganclîche – ganteren ganz – gärmic garn – gartenhuon gartenhûs – 3garwe garwwurz – gastmeisterin gastnusse – gaʒʒenspringer ge- – gebæric gëbærin – gëbendic gebenedîunge – gebietære gebietærin – gebiurischlich gebiurlich – geböume gebôʒ – gebrëst, gebrëste, gebrësten gebrëstelîn – gebrûchic gebrûchlich – gebunt gebunt – geburst geburt – gedâht gedâht – gedense gederbe – gedinge gedinge – gedrange gedrâte – gedünste gedurchtriben – gegate gegatrom – gegenkouf gegenlëder – gegensetzunge gegensidele – gegenwertes gegenwertic – gegihte gegiric – gehaʒʒic gêhe – gehëlfe gehëlfelîche – gehilfe gehilfic – gehœric gehœrlich – gehügenisse gehugesam – geifer geifervrâʒ – geiselrieme geiselruote – geisticlich geistîn – geiʒhorn geiʒhût – gejeitschuoch gejeitvogele – gekünne gël – gelegede gelegelich – gelende 1gelende – gêlîche gelîcheit – gelîchmëʒʒunge gelîchnisgëbende – gelide gelidemâʒe – gêlingen gelîp – gëlm gëlmen – geloup geloup – gëlte gëltel – gelückede gelückederat – gelüstelîn gelustic – gemahel gemahelbettelîn – gemæʒicheit gemæʒiclich – 2gemeine 1gemeinen – gemeinsin gemeinunge – gemerrede gemêrsal – 2gemüete, gemuote gemüetic – gemutzet gemʒe – genâdenschüʒʒel genâdensol – genæmicheit genamʒôn – genemede genende – genëserinne genetzen – genieʒen genieʒlich (?) – genôʒen genôʒgeselle – gensîn gensischen – genuhtlîchen genuhtrîch – genuʒ genuʒt – gephrange gephünde – 1gerat 2gerat – gerëhen gerëht – gereisic gereitære – gerieme geriemen – gerihticlîche gerihtinsigel – geriune 1geriusche – gerouche geröufe – gerte gerte – gerûmiclich gerummel, gerumpel – gêrvalke gerwære – gesaten gesatznissede – gescheftbrief geschefte – geschepfnisse geschepfunge – geschiuwede geschoc – geschrihte geschrîp – gesëhen gesëhenheit – geselliclîcheit geselligen – gesihtic gesihticlich – gesite gesiten – geslihte geslinge – gesnæren gesnarren – gespenstnisse gesper (?) – gespræchelich gespræchetac – gespunst gespür – gestelle gestellet – gestifte gestille – gestrenglîche gestrenze – ge|stunge gestungede – gesuoch gesuochære – geswerme geswërte – gesworn gesworne – getelle getelôs – getougen getougen – getreigeret getrenke – getrüese (?) getrügede – getwædicheit getwædigen – gëtzen getzsal – gevalte gevanclich – gevëderen, gevëdern gevêhe – geverte|lehe gevertinne (?) – gevlester gevlitter – gevrier gevrist – gevülle gevuoc – gewahsenheit gewahst – gewaltroubunge gewaltsame – gewar gewar – gewe gewëbe – gewellen geweltigen – gewërben gewërbic – gewern gewërn – gewiere gewieret – gewinnen gewinnic – gewist gewiste – gewonunge geworden – gewzen (?) gezagel – gezëmelich gezemen – gezît gezîte – gezoc gezogen – gezwîen gezwîge – giefen giege – gifticheit gifticlich – giht gihtboum – gimbîʒen gimme – gippengappen gippentuoch – giric giricheit – gischen gîse – gîtigære gîtige – 1glan 2glan – glas(e)väʒʒelîn glas(e)vënster – gleimel gleimelîn – gleten glêtphenninc – glipfen glise – glocke glockehûs – glôriôs glôriôslich – gluothaven gluothert – goder goedertieren – golf gollen – goltgesmîde goltgesteine – goltreit goltrîch – golttropfe goltvar – gos (?) got – gotesarm gotesbeckære – gotesmordærinne gotesphenninc – gotgeformet gotgelâʒen – gotmeinunge gotmensche – gouch gouch – goukelære goukelbilde – goukelspil goukelsprütze – göumütte, -mutte göu|phâwe – grabe grabe – grâf- graft – gramerʒîe gramerʒîen – gransprunge gransprunge – gras(e)phenninc gras(e)spier – grâvenrëht grâveschaft – grebinc grebnisse – gremiclich grempære – griekech grien – griffel griffelære – grimmetât grimmic – grisegrammen grîseleht – griuslich griuwe – groppe gros – grôʒmüetic grôʒmuoticheit – grüenheit grüenlich – grunderëbe gründic – gruntübele gruntvestære – gruon- gruon- – grütschîn grutte – 1gücken 2gücken – güfticheit güfticlich – gûlen gülle – gumpenîe gunderam – guotdunken guotdunkende – guotswender guottât – gürtelgewant gürtellîn – gymnosophiste
|
gelâʒ
stMN.
1
‘Verleihung, Gnade’
2
‘Überlassung, Auftrag’
3
‘Aussehen, Gestalt, Form’
4
‘Benehmen, Verhalten, Haltung’
5
‘Raum, Vorratsraum’
1
‘Verleihung, Gnade’
ouch scolte er geniezzen sînes vater gelâzze, / der der erde
gebôt daz si ime gebe wuochere genuoch Gen
1721;
und daz mochte nicht gewesen / nur inmir were von gelaz / waz
merkliches und stetis waz Hiob
5205
2
‘Überlassung, Auftrag’
der kost [...], der ist gelaz an den seluen greuo van
Lucenburg, dat her hin sal heruaren UrkCorp (WMU)
9,8
(oder Verschreibung für gelâzen?)
3
‘Aussehen, Gestalt, Form’
ze mitterest des garten hiez got zwêne boume wahsen, /
misliches gelâzes, unglîches obezes Gen
259;
ei werlt, dise unmâze / dîner lieplîchen gelâze, / die du dem menschen
biutest! UvEtzAlex
27310;
dú valscheit hat den schoͤnsten gelas, / dú
vollekomenheit ist von den hoͤhsten lúten versmehet Mechth
4: 4,15
4
‘Benehmen, Verhalten, Haltung’
sie lobeten sinen gruz, / sine gelaz vnde sinen ganc
Herb
14107
u.ö.;
kan ich rehte schowen / guot gelâz und lîp Walth
57,4;
er hæte sîne mâze / an rede und an gelâze / sô wol, daz es
die wîsen [...] / ze grôzen sælden jâhen Tr
2740.
966;
im erzeigeten dienstlîchen site / vier künege und rîterlîch
gelâz Wh
33,13;
wie wunderlîch gelâz / hât der küene starke ebd.
142,18.
249,3;
vf ir phert sie sazin / mit sconin gelazin
Athis
D 110
u.ö.;
der bischof [...] sprach / in zornlichem gelaze
PassI/II(HSW)
529;
KvWTroj
15175;
Mechth
5:Reg. 15.
–
mit gelâʒe(n)
‘durch Gebärden’
sie begunden sich vndergrazzen / zv erst mit gelazzen, /
dar nach mit worten Herb
4961;
sô möhte ich mîn leit / eteswenne mit gelâze ir künden
MF:Mor
11b: 1,6
5
‘Raum, Vorratsraum’
vol was vruchte sin gelaz, / zuvlizende an unkust, / aller vreude vremde lust
HistAE
954
MWB 2 314,1; Bearbeiter: Bohnert
gelæʒe, gelâʒe
stF.
‘Benehmen, Verhalten’; an/ in/ nâch aller
~
:
[das Jesuskind] was [...] vil
gemaeze / in aller gelaeze. / ez was nit als ändriu kint / unrüewec WvRh
3949.
6416;
der roc im stalte sich gelîch, / daz er nâch alr gelaeze / dem lîbe was
gemaeze ebd.
6014.
–
ein lamp von ir [Kuh] erworfen wart, / wîz und grôz
ze mâze / nâch rehter gelâze WvRh
11979
MWB 2 314,35; Bearbeiter: Bohnert
gelæʒe
stN.
1
‘Ort, wo jmd. sich niederläßt’
2
‘Benehmen, Betragen, Art’
3
‘Fügung, Anordnung’
4
‘Sachverhalt’
5
‘Hinterlassenschaft’ , als Abgabe beim Todesfall eines
Leibeigenen (vgl. DRW s.v. Gelaß ; 2 HRG 4,1964 s.v.
Sterbfall )
1
‘Ort, wo jmd. sich niederläßt’
ich wil dir [...] / von werder minne tugende sagen, /
wie ez umbe ir gelæze stê. / [...]. / ez
[
ein herze
] muoz gereinet innen sîn, /
ê daz si ûzen klophe dran: / ist im alsô, si sitzet drîn Winsbeckin
39,3
2
‘Benehmen, Betragen, Art’
nu sehet [...] mit wiegetanem gelæzze / er
[Teufel] besweich [...] daz
wip GenM
13,33;
magtlîcher zühte sihe ich den degen rîch / mit guotem gelæze
sô minneclîche stân NibB
414,3;
allez sîn gelæze / was unmâzen töbelîch HBirne
196;
du solt mit undertenigem gelesse
[...] sprechen dis Mechth
6: 1,54;
mir [Sünder] was zuͦ der
welte alze liebe an gedenken, worten und gelaͤsse ebd.
3: 17,14;
diz bezeichenet die mortressen, / die bi schefenen gelessen /
die wolfinnen herze tragen HeslApk
19308;
UvZLanz
43;
Warnung
281;
Neidh
WL 28:3,4.
WL 26:5,8;
Tauler
13,19.
427,5;
Stagel
60,29.
–
das panthier [...] winckte dem
vil werden / das er auff es sässe. / zam was sein gelässe HvNstAp
10261.
– umschreibend:
daz sînes lîdens swêr gelêz / geschêch durch aller welde
trôst JvFrst
9228.
– zur Bed. ‘Äußeres, Gestalt’ hinneigend (vgl.
gelâʒ):
ir sind doch von gote so gar gnadenrich gestalt in allem
úwerm gelesse Seuse
137,15
3
‘Fügung, Anordnung’
daz liden dem menschen als reht we tuͦt, und es in
doch gaischlich als schon zieret, daz ist ein wunderlich geless von got
Seuse
65,3;
daz heil der sele, dú von gottes geleze [vgl.
permissione divina Seuse, Horologium 569,25] in
hertikeit stat, wirt dik allein in dem lieht des lutren gloͮben
[...] volbracht ebd.
301,22;
daz mich von dir weder tot noch leben noch keines gelúckes
gelesse [vgl. nec ulla fortunae sors Seuse, Horologium
433,27. 608,23] niemer mug gescheiden ebd.
554,28
4
‘Sachverhalt’
jâ möhte mir noch etswenne / kunt werden diz gelæze Schlegel
920
5
‘Hinterlassenschaft’, als Abgabe beim Todesfall eines
Leibeigenen (vgl. DRW s.v. Gelaß; 2HRG 4,1964 s.v.
Sterbfall):
und, was andrú gotzhus reht zuͦ iran lúten und guͦtern von
vaͤllen und von gelassen und von aller erbschaft hant, das hat och únser
gotzhus UrkThurgau
3,733
(Ende 13. Jh.s)
u.ö.
MWB 2 314,43; Bearbeiter: Bohnert
gelâʒenheit
stF.
Pl.
Seuse
514,5.
– vgl. mnl. gelatenheit (MNW 2,1202).
Zentrales Wort der myst. Literatur (s. Zirker, Wortschatz S. 53f.; Largier, Eckh.
1,959-962 mit weiterführender Literatur); vgl. die entspr. Bed. von
lâzen.
1
‘Haltung, in der jmd. die Welt und sich selbst gelâzen,
losgelassen, sich davon befreit hat’
2
‘Haltung, in der jmd. sich gote gelâzen, Gott ergeben,
hingegeben hat’
3 zu 1 und 2 4 passivisch gewendet, ‘Verlassensein’
1
‘Haltung, in der jmd. die Welt und sich selbst gelâzen,
losgelassen, sich davon befreit hat’
(vgl.
abegescheidenheit
):
volkomnú gelassenheit sin selbs Seuse
54,3;
Tauler
255,8;
MerswNF
37,20;
versenke dinen geist in gottes geist, in wore gelossenheit
aller diner obersten und nidersten kreften Tauler
67,30;
also darbende und enberende in rechter gelossenheit het man
me und nimet man me danne nemmende und habende in eigen willen ebd.
79,6;
er [Mensch] sol im selb nah sin
selbsheit mit tiefer gelassenheit entsinken, und ellú ding von got, nút von der
creatur nemen Seuse
23,10;
wa ist nu din gelassenheit, wa ist
glichstan [ebenmäßiges Verhalten] in lieb und in leide
ebd.
127,6.
161,23;
ez kome [...] von wârer
abegescheidenheit oder von gelâzenheit Eckh
5: 283,8
(einziger Beleg bei Eckh );
MerswZM
24,5
2
‘Haltung, in der jmd. sich gote gelâzen, Gott ergeben,
hingegeben hat’
‘ich’ daz meinet eine lûterre gelâzenheit gote und sîner gewalt
HvFritzlHl
14,34;
wellen wir nv Cristus ettewas noch gon, so mvͤsen wir vns ime al zǔ
mole losen vnze in den tot, also er vns ǒch vorgangen ist in rehter gelosenheit sins
himelschen vatters MerswZM
25,2;
so lert der mensche gelossenheit und sterben und sich ergeben
den gruwelichen verborgenen urteiln gottes Tauler
108,10;
ein gelăssnú gelassenheit in natur ist [...] daz der
mentsch in allen kreften der natur sich got lăsse und lasse in wúrken wie er welle
DreiFragen
139;
HvFritzlHl
228,8;
MerswBgR
148
3
zu 1 und 2:
wer einen rehten wideringang welle haben und sun werden in
Cristo, der kere sich mit rehter gelazsenheit ze im von im selb Seuse
334,21.
– zu 1 oder 2:
kynder, uff alle die gelaszenheit, die nit usz geubet
enist, engebe ich nit eyn bone, sie werde erfulget mit den wercken
Seuse
513,20;
Stagel
121,8
4
passivisch gewendet, ‘Verlassensein’
das sich der mensche [...] hielte
trostlos und verlossen und ellende von allem enthalt, und stuͤnde in rechter
gelicher gelossenheit als unser herre Jhesus Christus was verlossen [in
Gethsemane, Lc 22,39-46
]
Tauler
371,24;
du solt in dien guͦten tagen die boͤsen an
sehen, und in dien boͤsen der guͦten nit vergessen, so enkan dir weder
úbermuͤtikeit in der gegenwúrtikeit [der ewigen
Weisheit] , noch swarmuͤtikeit in gelazenheit geschaden
Seuse
235,4.
233,12.
233,29.
250,3
MWB 2 315,22; Bearbeiter: Bohnert
gelâʒenlîche, gelæʒenlîche
Adv.
‘ergeben, gleichmütig’
so gap er sich gotte also gar demüetikliche und also gar gelessenliche
gewillekliche und frœliche in den tot MerswBgR
183;
sint demüeteclich und gotte gar geloszenlich [...]
wartende der gnoden gottes MerswBrf
308;
MerswFM
31,28;
ach herre, [...] du meinest, daz ich
mich halte [verhalten soll] ledklich und gelazenlich an
luste, und din lob allein suͦche in hertikeit als in der suͤzikeit
Seuse
232,14.
34,15.
189,5
MWB 2 316,10; Bearbeiter: Bohnert
geldevëlt
stN.
vgl.
galt
.
‘unfruchtbares Feld’
der [Gott] hât [...] dîne
[des Heiligen Landes] zinnen, / dî vestin stark, dî
turme grôz / zustrouwit und gemachit blôz, / und ligen sam ein geldevelt
NvJer
21982
MWB 2 316,20; Bearbeiter: Bohnert
gelebe
stN.
‘Labung, Erfrischung’
daz der maister dez vor genanten spitales von Regenspurch daz pfvnt pfenninge
[...] halbes geb alle iaͦr bei vns lebentigen
avf div sihstuben den siͤchen zv ainem gelæb dvrch ein vrchivnd des
gvͤtes UrkCorp (WMU)
2470,12
MWB 2 316,25; Bearbeiter: Bohnert
gelebede
stF.
→
gelabede
MWB 2 316,31;
gelëcke
stN.
‘leckere Speise, Leckerbissen’
brenge mir [Luzifer] den byͤrschencken, /
den wil ich in dyͤ helle vorsencken, / brenge mir den becken mit dem wecke, /
dem wil ich machen eyn gruͤz gelecke OsterSpI
320
MWB 2 316,32; Bearbeiter: Bohnert
gelegede
stN.
1
‘Fallstrick, Falle’
2 Bed. unklar
1
‘Fallstrick, Falle’
da es [Ungeheuer] mich gesach
kommen, / [...] mit ungestummekeit / hub is an zu richten
sin geleidt / und sine stricke in mynen weg [
commença
[...] à tendre en ma voie ses
las
]
Pilgerf
11707
2
Bed. unklar:
HeslApk
5472
(La. zu →
legede)
MWB 2 316,37; Bearbeiter: Bohnert
gelegelich, gelëgenlich
Adj. , -lîche(n)
Adv.
Superl.
RvEWh
7208.
1
‘nahe gelegen, angrenzend, benachbart’
2
‘günstig, passend, bequem’
3
‘angemessen’ , etw. ist jmdm.
1
‘nahe gelegen, angrenzend, benachbart’
nu hiez [...] her Wilhelm
[...] uf slahen sin gezelt / an das naͤhte velt
/ das vor der vroͮwen palas / da gelegenlichenste [La.
-lichste
] was RvEWh
7208.
– ein Land ist dem anderen (sie beide sint)
gelegenlich, gelegenlîche gelegen:
von ritterschaft daz beste, / daz man in allen landen
weste, / diu dem von Francrîch / sint gelegenlich Ottok
64379;
RvEWh
15580;
Hanegoͮ und Brabant / gelegenliche sint gelegen
ebd.
265
2
‘günstig, passend, bequem’
daz her leite Dietrich / mit ganzer eben maze / die gelegenliche straze / reht
ze Ysterich unz in daz lant Dietr
8097;
Kartâgô was rîche / und stunt gelegenlîche [La.
gelegeliche
] / aller slahte gûte
[befand sich in günstiger Lage in Bezug auf Güter aller
Art]
En
384.
– rechtsspr. ‘genehm, vereinbart’
das er ihm gelegeliche tage besheide vnd lass im recht widderfaren
WeistGr
4,574
(a. 1324);
das sie uns bynnen dysen neysten achte dagen eynen dag wollin bescheiden,
der gelegelich sii UrkWetzl
1,676
(a. 1350, kopial);
were es das der unreht bobest von Avion [...]
wolte kumen an eine gelegeliche stat [...], so wolte
dirre Gregorius ouch dohin kumen ClosChr
609,33
3
‘angemessen’, etw. ist jmdm. ~ :
dô begunden dâ die schar / den roup zerteilen under sich, /
dar nâch ez was gelegenlich / dem man nâch sîner wirdekeit KvWTroj
48560;
und sullent danne die herren [...] die, ir dienere
und ir helfere angrifen, die den schaden hant getan, daz ez gerihtet werdi danach,
alse ez in gelegelichen ist UrkStraßb
2:429,10
(a. 1327)
MWB 2 316,43; Bearbeiter: Bohnert
gelëgene
stF.
‘Art und Weise, wie etw. liegt; Lage, Beschaffenheit’
daz er niht verbære / der lande aht und ir gelegen ErnstD
3801;
ir wizzet die gelegene [kennt die Gegend] /
allenthalben rechte wol LivlChr
4814
MWB 2 317,12; Bearbeiter: Bohnert
gelëgenheit, -keit
stF.
-keit
BgRIglau
300,12.
1 räumlich 1.1 von Personen 1.1.1
‘Art des Liegens, Lage’
1.1.2
‘Ort, Gegend, wo sich jmd. befindet, aufhält’
1.1.3 von der Lage, dem Lager des Feindes im Krieg, das vom Gegner erkundet wird 1.2 von Ländern, Gegenden, Städten 1.2.1
‘räumliche Gegebenheiten, Terrain’
1.2.2
‘Lage eines Landes (im Verhältnis zu einem anderen)’
1.2.3
‘Ort, Gegend, wo sich etw. befindet’
2 übertr. 2.1 von Personen 2.1.1
‘Umstände, Verhältnisse, worin jmd. sich befindet,
lebt’
2.1.2
‘Gestimmtheit, Haltung, Befinden’
2.1.3
‘körperliche oder geistige Eigenschaft’
2.2 von Tieren, Sachen, ‘Art, Beschaffenheit’
2.3 allg., ‘Art, Lage, Beschaffenheit’
2.4
‘Lage der Dinge, Sachlage; Umstände’
2.5 wohl für die rechtl. festgesetzten Bedingungen, unter denen ein Zweikampf vor sich gehen soll 2.6
‘Möglichkeit’
1
räumlich
1.1
von Personen
1.1.1
‘Art des Liegens, Lage’
dâ lac lîp unde lîp / in vremeder gelegenheit. /
[...] si lâgen sunder, ein und ein
Tr
17411;
diu verre [getrennte]
gelegenheit / diu was im liep unde leit ebd.
17511.
–
‘Ort des Liegens, Lager’
er hæte ir [Minne] reht
vil rehte erkant, / der ir die cristallen sneit / zir legere und zir
gelegenheit: / diu minne sol ouch cristallîn, / durchsihtic und
durchlûter sîn Tr
16982;
bildl., von den Augen und ihrer Behausung, aus der sie sich zu
weit hinauswagen und von der Liebe gefangen werden:
[Medea blickt Jason an:] si liez ir spilenden
ougen varn / ze verre ûz ir gelegenheit KvWTroj
7839
1.1.2
‘Ort, Gegend, wo sich jmd. befindet, aufhält’
aber in unser gelegenhait gent di sterne nimmer auf oder gent auch
nimmer nider Sphera
84,35;
mir ist [...] geseit / ir aller drîer
gelegenheit Georg
656.
–
daz minne und ir gelegenheit / niht ûf die strâze
sint geleit Tr
17075;
si schiden da mit ouz der stat [...]. /
ir gelegenheit in rehter maze / si cherten ouf die straze Dietr
3708
1.1.3
von der Lage, dem Lager des Feindes im Krieg, das vom Gegner erkundet
wird:
der [Alphart] was ouch bi den vinden
gewesen / und het ir gelegenheit gesehn / und ouch die stat eben gespehen
Dietr
6334;
daz ir boten sendet [...] / zuͦ dem
Ermriches her, / die betrahten chunnen alle ir wer / und uns sagen ir
gelegenheit ebd.
6114.
6198;
sie sint unser eigen [uns ausgeliefert] ,
ist daz man sie morgen vindet / als hînt in der gelegenheit Loheng
2698;
Reinfr
8121.
– zu 2.1.1 übergehend:
nû sage mir [...] / der
Franzoyser gelegenheit Wh
335,29;
swenn ich von im wurd
gefreit [gefragt] / von der vînde
gelegenheit / und ich im niht gesagen kunde, / wie und ze welher stunde
/ die vînde wærn zuns komen Ottok
25307;
auch von den eigenen Truppen:
si chomen [beim nächtlichen Umreiten des
Feindes]
[...] / in eine vil guͦt gelegenheit. /
in der huͦte wrden si bereit Dietr
8674
1.2
von Ländern, Gegenden, Städten
1.2.1
‘räumliche Gegebenheiten, Terrain’
daz sie [Pilger] ir wolden sagen mêr / von
Krist, dem grabe und übermer / und von der lande gelegenheit UvEtzWh
4819;
in die [die Stadt Jericho] santer zwen
boten dc si speheten der stat gelenhait PrSchw(St)
1,166;
daz in ninder baz beheit [günstiger
erschien] / diu gelegenheit / ze varen durch der erden
murc [durch unterirdische Gänge] , / denne bî
der burc, / diu des kunigs von Cipper was Ottok
50118;
Rennew
27356.
–
von disem berge und disem hol / sô was ein
tageweide wol / velse âne gevilde / und wüeste unde wilde. / darn was
dekein gelegenheit [(bequeme) Zugänglichkeit]
/ an wegen noch stîgen hin geleit Tr
16765
1.2.2
‘Lage eines Landes (im Verhältnis zu einem anderen)’
Sicilia und dú lant vil gar / dú mit namin
hoͤrent dar, / mit gelegenheit sint nahgebur, / Calabrie, Púlle,
Terre de Labúr / und Capis das principat RvEWchr
2604.
2134;
ich hab euch rechte gesait / di ausser
gelegenhait [d.h. die umliegenden Länder] / dy
da was pey dem lande. / nu will ich euch [...] /
sagen wy das lant lag HvNstAp
10997
1.2.3
‘Ort, Gegend, wo sich etw. befindet’
diu gelegenheit der purge ze Liechtenburch diu gehoret
ze Niunburch EnikLB
726,13;
vmbe die vogtei des closters ze Wislinkon sints also gischeiden: daz
der von Lvpfen vn̄ sin erbin niemer an livten noh an gvͦte dihein
ansprache gwinnen, dar vmbe liht im dir bischof zi vier marchin geltis in
der ginandvn gilæginhæit UrkCorp (WMU)
17,33
2
übertr.
2.1
von Personen
2.1.1
‘Umstände, Verhältnisse, worin jmd. sich befindet,
lebt’
waistu die gelegenhait / wie es umb die werden
[erfolglose Freier] ist
gestalt? [sie wurden getötet]
HvNstAp
662;
die jungern wurdent alle erfúllet mit dem heiligen
geiste. hie ist zuͦ merckende weles die gelegenheit werent die dise
jungern hettent [...] : sú worent versamnet und
worent inbeslossen, und sú sassent stille Tauler
103,28;
als verr es denn die [...]
menscheit nach eins ieklichen gelegenheit minr und me mag erliden
Seuse
93,24.
358,14;
und sols der rat rihten [...] nach der
gelegenheit, beide des, dem da geschiht und ders da tuͦt
StRZürich(B)
27,31;
har u̍ber ist der rat gebunden und die burger den gevangen ze
lidigonne ane schaden und im ze besseronne nach der schulde und nach sinr
gelegenheit [seinen Vermögensverhältnissen]
ebd.
48,26.
14,3;
StRAugsb
75,25.
– i.S.v. ‘Ansehen, gesellschaftliche
Stellung’
wer dir [= der, Christus]
ain wisag, als man seit, / er wisset [=
wiste
] die gelegenheit / dez wibes
[Maria Magdalena] , dú da rúret in; / wan
si ist ain súnderin SHort
8026;
die edelrn und die
weisern [Akk.]
[...] erenn nach aines ieglichenn gelegenhait
und wirdigkait HvHürnh
10,1
2.1.2
‘Gestimmtheit, Haltung, Befinden’
ich sach an dînre gelegenheit, / dir was diu
sicherheit vil leit, / die mir tâten zwêne man Parz
50,7;
darnah an eime tage santin / sin vatir zuͦ dén
bruͦdirn sin, / das er im rehte solte spehin / ir geleginheite und
besehin / ob si wol fuͤrin oder niht RvEWchr
7087
2.1.3
‘körperliche oder geistige Eigenschaft’
sú [die vier
Temperamente] gent och me gelegenhait: / zorn, lugi,
schnellekait, / kúrczi, lengi, mager, vais, / kúnhait, vorcht und mænige
frais / mit bresten mæniger hande WernhMl
6049.
6066
2.2
von Tieren, Sachen, ‘Art, Beschaffenheit’
daz ros [...] wart vor den kuninc
Philippum geleit. / und als er vernam sîne gelegenheit, / Bucival hîz erz namen
SAlex
297;
er seite [...] / wie er des turnes glegenheit /
besach dô lanc unde breit Flore(S)
7423;
das si [Schöffen] in di gruben varen und
besehen alle di gelegenkeit der gruben, und wi si das ercz an dem stein vinden
BgRIglau
300,12;
disin sol werdin das lant! / man sol tuͦn die
teile [Landesteile] irchant / dén geslehten
[...] / îe nah der zal geleginheit
[gemäß dem jeweiligen Ergebnis der
(Volks-)Zählung]
[...]. / der nah der zal si mere, / die suln den meren
teil ouh han RvEWchr
15006;
HvNstAp
3653.
14751
2.3
allg., ‘Art, Lage, Beschaffenheit’
dô het erz [der Diener die Kleidung und
Rüstung des Helden für das Turnier] allez bereit / ze rehter
gelegenheit UvZLanz
3092;
sich het mîn will, mîn wunsch, aldar / in schœner gelegenheit / beide
gefüeget und geleit, / als ich in legen wolte UvLFrd
385,5;
swenne ich liebe und senede clage / vür mîniu ougen
breite / und ir gelegenheite [gegenseitiges
Verhältnis] / in mînem herzen ahte Tr
12204;
aber seiter [erzählte er seine
Geschichte] iegelîchem dô / in der
gelegenheite [auf dieselbe Art] , / als er den
boten ê seite ebd.
7663
2.4
‘Lage der Dinge, Sachlage; Umstände’
Tristant im zuhant vorjach / der gelegenheite sîn
HvFreibTr
4111;
hêtes dû [...] die gelegenheit /
von anegenge mir geseit ebd.
6733
u.ö.;
vn̄ der bischof sprach, dv́ ansprach wer ime vnkvnt vn̄ móchte darvmbe
nv́t antwúrten noch enkónde, é er keme in sin bistvͦm
[...] vn̄ darvmbe erfvͤre an siner gedigen
die rechten gelegenhet UrkCorp (WMU)
3272,45.
188,1.
– oft nâch einer Sache/der/aller ~
:
nach der gelegenheit der getat vnd des, dem da beschehen ist
UrkCorp (WMU)
1961,38.
681,40;
StRZürich(B)
40,8;
die [
sach
] haben wir
einhellekliche gischeiden nach aller gelegenheit UrkCorp (WMU)
550,24;
StRZürich (B)
61,9;
daz sie deste baz zu den gescheffeden unde der
berihtunge des hûses nâch der gelegenheit kunnen gerâten
StatDtOrd
98,13
2.5
wohl für die rechtl. festgesetzten Bedingungen, unter denen ein Zweikampf vor
sich gehen soll:
sî hât im des kampfes stat, / die zît, die gelênheit / ûf ein ende gar
geseit Reinfr
7287;
des knappen munt der maht im bar [...] / den
kampf, den tac und ouch die stunt / mit aller der gelegenheit ebd.
7611.
7678.
7779
2.6
‘Möglichkeit’
sît man niht enkunde / vinden die gelegenheit, / daz den
heiden dhein leit / [...] möht geschehen
Ottok
48865;
mæniges [l.
mæniger
] in [Christus] nút
geloͮben wil, / wie doch hab alle gelegenhait / got alles zwivels hin
gelait WernhMl
4387.
– in der Wendung
~ hân mit ze und Inf.
‘in der Lage sein, die Möglichkeit haben, etw. zu
tun’
alliu obern dinc hânt allermeist gelegenheit ze würkenne in dem, daz
under in ist Eckh
2:567,6;
dâ von würket got allermeist in einem dêmüetigen herzen, wan er
allermeist gelegenheit dar inne hât ze würkenne ebd.
2:565,10
MWB 2 317,17; Bearbeiter: Bohnert
gelëgenlich
Adj.
→
gelegelich
MWB 2 319,56;
gelëger
stN.
1
‘Lager eines wilden Tieres’
2
‘Heer-, Kriegslager’
3 Bed. unklar
1
‘Lager eines wilden Tieres’
do ginc der lewe widere / ze sinem gelegere Glaub
2318
2
‘Heer-, Kriegslager’
Melchinor von Marroch, / des geleger sich gezoch / zwischen
stat und burg WhvÖst
6494
3
Bed. unklar:
wirf si [die dreißig Silberlinge]
nider von dir / zû dem geleger [
ad sanctuarium (La. ad
statuarium = Za 11,13) 81,4]
JvFrst
5805
MWB 2 319,57; Bearbeiter: Bohnert
gelehte
stN.
‘Gegenstand des Gelächters, Ziel des Spottes’ (meist in Übers.
von lat. [alicui] in derisum esse/fieri);
(jmdm.) zu ~ werden/sîn:
du wirst zu gelechte und zu honunge Cranc
Ez 23,32.
Jer 48,26;
ja was dir, Israhel, zu gelechte, ab du in undir den dibin
vundin hettist ebd.
Jer 48,27.
– jmdm. ein ~
, jmds.
~ werden:
ich bin wurdin eyn gelechte alle minim volke
Cranc
Kl. Jer 3,14.
Jer 48,39;
er wirt gesygen kunigin an, unde vreidige herren werden sin
gelechte [
tyranni ridiculi eius erunt
]
ebd.
Aba 1,10
MWB 2 320,1; Bearbeiter: Bohnert
gelehter
stN.
1
‘Gelächter’
2
‘Gegenstand des Gelächters, Spottes’
1
‘Gelächter’
sich hüb von in über all / michel gelächter unde schal
GTroj
15346;
er fraget, waz da waͤre, / vor glechter in niemant beschaiden
moͤcht der gemelichen mere Neidh(S)
2,278 z1:6,8;
maniger loufet hinnen gein Compustellâ ze sant Jâcobe
[...] unde gênt danne mit gamel unde mit gelehter unde
sprechent [...] selten iemer dehein pater noster
PrBerth
1:493,13.
2:671,1;
Krone
17436.
–
‘Spott’, sîn ~ trîben/hân:
sie triben ir gelechter grôz Kolm(B)
75,140
(¹Regb/9/1);
die vrouwe [...] nam wunder, / ob der wechter /
sin gelechter / tribe in tages tones ruf FrlSuppl
14:204,40;
die [...] begunden ir gelechter han Krone
16810
2
‘Gegenstand des Gelächters, Spottes’
ez [dem Sünder drohende Höllenstrafen] ist halt
niur sîn gelehter [...] und ist sîn spot PrBerth
2:159,34
MWB 2 320,12; Bearbeiter: Bohnert
geleich, geleiche
stN.
ahd. gileih, -leihhi.
1 am menschlichen Körper, ‘Gelenk’
2 an der Rüstung;
1
am menschlichen Körper, ‘Gelenk’
des wart gezogen er [Jesus bei der
Kreuzigung] so gar / mit sailen hin und och har wider / das gar
allú sinú lider / us den glaichen kament WernhMl
9977;
ir arme vz dem geleiche / vz den ahziln slichen Martina
186,42;
div zwiger man gelichen sol / den vingern dez menschen wol / mit allen irn
geleichen ebd.
124,27;
da die gelaich der gelider zesamen giengent Stagel
115,4;
SummHeinr
1:131,213.
2:6,97;
Pilgerf
8205.
– übertr. ‘(vom Gelenk begrenztes) Glied (eines
Fingers)’
das [...] nieman [...]
dheinen spitz oder snabel lenger denn ungeverlich das vorder gleich eins vingers
an iren schuͦhen [...] tragen
[...] sol StRBern
1/2:370,13;
wer den andren wundet eines gleiches tief, der beszret dem kleger 27 lb.
WeistGr
4,383
(a. 1346)
2
an der Rüstung;
als Mittel zur Befestigung der Plättchen eines Schuppenpanzers:
diu [
blate
] was
gesniten [...] / ûz eines kocatrillen hût
[...] alsô wol gegerwet, / daz si was linde unde
weich; / ir glanzen blech und ir geleich / beliben ungeschertet. / ûz stahele
wol gehertet / wâren si gemachet KvWTroj
3718.
– zur Befestigung des Schildes, etwa ‘Halterung,
Haken’
er enpfie den wol gestalten / mit ainem starken straiche:
/ Wildhelm im daz gelaiche / ab swanc da der schilt an hienc
WhvÖst
8420
MWB 2 320,29; Bearbeiter: Bohnert
geleiche
stN.
zu
leichen
.
‘Verhöhnung’
diz ist ir geleiche [
ista subsannatio
eorum, dafür werden sie verhöhnt] in Egyptenlande
Cranc
Os 7,16
MWB 2 320,56; Bearbeiter: Bohnert
geleichic
Adj.
‘gelenkig, beweglich’
sin vinger schlecht, lang und fin
[...], / behende und wol
gelaichig [
mobiles
]
WernhMl
5979;
umb daz tier [Elephant] ist ez gewant / daz ez alle
wege stât [...], wan ez hât / nienâ ein geleichic lît / daz
ez möht gehelfen mit / ûf im selben, kæme ez nider Reinfr
26255;
ez [das Tier Cale
] hat
ouh zwei vil wessú horn, / dú sint geleichig: so der zorn / das tier begriffet, sa
zehant / tuͦt ez werlichen strit irchant / und reckit
[...] das eine horn hin fúr, / das ander lit im hindir
sih RvEWchr
1705
MWB 2 320,59; Bearbeiter: Bohnert
geleie
swF.
→
gleie
MWB 2 321,6;
geleifet
Part.-Adj.
→
gleifen
swV.
MWB 2 321,7;
geleise
stN.
‘betretener, allgemeiner Weg’
kuͦmet er [wer im Wald Holz fällt und
abtransportiert] zuͦ rehteme geleise [d.h.
wenn er nicht Schleichwege fährt] , so sol nieman in phenden
WeistGr
1,761;
si fuͦren degeliches / alles in geleise / ir vollen dagereise /
[...] von Misen zu Beheimen, / biz si gerieden sweimen
[über Land fahren] / durch Merhern zu Stire
Elis
383
(anders DWB 4,1,2,2981: alles in geleise
‘glücklich, ohne alle Störung’).
– Bed. unklar:
mit sporn nam er daz ruͤnsit, / uf ein
gelait [La. geleiß
] wit er hielt
WhvÖst
3695
MWB 2 321,8; Bearbeiter: Bohnert
geleisinic
Adj.
‘folgsam’
daz mensche wirt alse gelaisinich unde alse gehorsam, daz man mit ime
tuͦt, swaz div gehorsami wil PrGeorg(Sch)
32,50
MWB 2 321,19; Bearbeiter: Bohnert
geleist
stSubst.
‘Wirken’
es sint an allen lúten / conplexiones viere
[...] : / melancolya und coleria, / sangwis und flegma
[...], / und der ainú aller maist / mit ir gewalt und
ir gelaist / da wil och so gewaltig sin; / [...] den lúten
man nach in sprichet / melancolici, colerici, / sangwinei, flegmatici, / dar nach
als iegklichú allermaist / het anden lúten ir geleit [l.
gelaist wie 6032] ; / WernhMl
6032.
6040
MWB 2 321,22; Bearbeiter: Bohnert |