gütinne
stF.
→
götinne
MWB 2 1060,32;
gutta
Subst.
aus lat. gutta (s.a. Gutt DWB 9, 1477 ).
‘Gicht’
swenne er [Harn] aber gar bliuar ist.
so bezeichent er den sichtum der da heizet gutta SalArz
115,29.
115,17.
113,25.
114,1
MWB 2 1060,33; Bearbeiterin: Herbers
guttrël
stN.
s.a.
kuterolf
;
aus lat. gutturnium? (vgl. Suolahti 1,102; Vorderstemann, Fremdw.
99).
‘enghalsiges Trinkgefäß’
wir sulen [...] in die clâren brunnen /
hâhen guttrel von glase Wh
326,17
MWB 2 1060,37; Bearbeiterin: Herbers
gützen
swV.
‘vergießen, verschütten’
waz bluͦtes samen [Blutstropfen]
/ von in [gefangenen Vögeln] do wart geguͤtzet
WhvÖst
8313
MWB 2 1060,41; Bearbeiterin: Herbers
guʒ
stM.
auch gütze.
1
‘das Ausgießen, Sich-Ergießen von Flüssigkeit’
1.1 aus einem Gefäß 1.2
‘Regenguss’
1.3
‘Flutwelle, Sturzbach, reißender Strom’
1.4 von Blut 1.5 von Pech 1.6 übertr. 2
‘Guss’
2.1
‘das Gegossene, Erguss’
2.2 übertr. 3
‘Gussform’
1
‘das Ausgießen, Sich-Ergießen von Flüssigkeit’
1.1
aus einem Gefäß:
dô der stolze Iwân / sînen guz niht wolde lân / uf der
âventiure stein Parz
583,30
1.2
‘Regenguss’
gerigens wazzirs guz RvEWchr
1629;
von dem tage nie wazzers guz / uf das ertriche kam
ebd.
34338;
es waz in der naht ein gús wassers komen, und
waren die beche gross Seuse
71,15;
in regenes guzze HeslApk
18742;
[Traumbild:] mit krache gap der doner duz: / brinnde
zäher was sîn guz Parz
104,6
1.3
‘Flutwelle, Sturzbach, reißender Strom’
dâ von koment dike grôz güzz auz den pergen
BdN
113,20;
ob aver holtz auf der Yser von guͤzzen oder
suͤst ân danch an die prugk rinnet StRMünch
354,16;
ein wazzer chlain / [...]
swellet [...] ez pricht weit / und wiͤrt ein
grozzer guͤzz der van Teichn
123,39;
Parz
603,7
1.4
von Blut:
mit bluote gaber [der abgetrennte
Löwenfuß] solhen guoz / daz Gâwân mohte vaste
stên [kaum noch stehen konnte]
Parz
572,2;
[die Ungarn] heten ouch darumb erliten / vil manigen
bluotes guz Ottok
40779.
45866;
bluͦtes gutze [:
geschuͤtze
]
WhvÖst
19040
1.5
von Pech:
[die Sünder] moessen sich gemelen
[beflecken] / in der hellen putze
[Höllenpfütze] / in [l.
und
] in des heyssen pechs gutze
Karlmeinet
469,21
1.6
übertr.:
dû bist der brinnden minne vluz, / der minnend giuzet manegen guz / und
süezen duz / in brinndiu minndiu herzen LobGesMar
76,2;
nun merkend wie der suͦsse Jhesus / von ÿmmerwerender minne
guss / sich geben wolt durch úns in not / und och in den vil grimmen
tod! KvHelmsd
1130.
–
der may hat da sinen guz / in manig rosen gegozzen
WhvÖst
6796
2
‘Guss’
2.1
‘das Gegossene, Erguss’
den ersten gutz [von Wein] nemen UrkEssl
382
(a. 1343)
2.2
übertr.:
alz si [die Freude im Herzen] an Johannes waz,
da Johannes nicht ein menschen alein daz wort enphinch sunder got in dem
menschen mit dem gusze der gnaden seiner gnaden Eckh (J)
58,21;
in tugenthafter lere / solde wesen da ir [der
Hauptstadt] guz, / mit der gerechtikeite vluz: / daz ist die
groze Roma Pass III
49,35;
si [
barmherzekeit
] pfliget ouch in
ir guzzen / noch hute vil genugen / mit ir snelle vugen
[Geschicklichkeit] / uz untugenden vlozen ebd.
4,32;
Elis
10339
3
‘Gussform’
er sprach: sin muͦt wirt als ein zin / daz uz dem guzze
glentzet WhvÖst
577.
– von der Natur (vgl. FrlWB 139):
wie, wa und wenne tete ez der naturen guz? Frl
10:2,13
MWB 2 1060,44; Bearbeiterin: Herbers
güʒwaʒʒer
stN.
‘Wasserstrom, Sturzbach’
wenn dû die walvisch mit enander sæhest gên, dû wæntest
verrlingen [von weitem] , daz ain grôz güzzwazzer dâ flüzz
BdN
247,30;
du zefurtest die brunnen und div guͦssewazzer [:
torrentes
]
PsM
73,15
MWB 2 1062,5; Bearbeiterin: Herbers
Gwelf
stM.
auch Gelf.
‘Anhänger der Welfen’ (ursprünglich ‘Feind der Ghibellinen’, vgl.
Guelfen LexMA 4,1763-1765; →
gibelîn
):
in Italiâ / dî partîen wesin sâ / Gelfin unde Gibbelîn
NvJer
1482.
26753;
dû beginnest hetzen / den Gwelph an den Gibelîn, / der grœste schade der
wirt dîn BuchdRügen
229.
234;
ze einem mâle unvride was / under Roͤmeren, und michel has / von Gelfen und
von Gibellîn Ammenh
7329.
7339;
Loheng
3510
MWB 2 1062,10; Bearbeiterin: Herbers
gymnosophiste
Subst.
‘nackter Weiser, Asket’
auch sint läut, die haizent oxidrates oder gymnosophiste,
[...] die gênt plôz in armuot und in diemüetichait und
versmæhent die üppigen werlt BdN
491,13
MWB 2 1062,20; Bearbeiterin: Herbers |