Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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g – gâchlîchen
gâchmuot – gagen
gagen – galander
galanderisch – 1galle
2galle – galter
galtnüsse – gamerot
gamîe – gancheil
ganclîche – ganteren
ganz – gärmic
garn – gartenhuon
gartenhûs – 3garwe
garwwurz – gastmeisterin
gastnusse – gaʒʒenspringer
ge- – gebæric
gëbærin – gëbendic
gebenedîunge – gebietære
gebietærin – gebiurischlich
gebiurlich – geböume
gebôʒ – gebrëst, gebrëste, gebrësten
gebrëstelîn – gebrûchic
gebrûchlich – gebunt
gebunt – geburst
geburt – gedâht
gedâht – gedense
gederbe – gedinge
gedinge – gedrange
gedrâte – gedünste
gedurchtriben – gegate
gegatrom – gegenkouf
gegenlëder – gegensetzunge
gegensidele – gegenwertes
gegenwertic – gegihte
gegiric – gehaʒʒic
gêhe – gehëlfe
gehëlfelîche – gehilfe
gehilfic – gehœric
gehœrlich – gehügenisse
gehugesam – geifer
geifervrâʒ – geiselrieme
geiselruote – geisticlich
geistîn – geiʒhorn
geiʒhût – gejeitschuoch
gejeitvogele – gekünne
gël – gelegede
gelegelich – gelende
1gelende – gêlîche
gelîcheit – gelîchmëʒʒunge
gelîchnisgëbende – gelide
gelidemâʒe – gêlingen
gelîp – gëlm
gëlmen – geloup
geloup – gëlte
gëltel – gelückede
gelückederat – gelüstelîn
gelustic – gemahel
gemahelbettelîn – gemæʒicheit
gemæʒiclich – 2gemeine
1gemeinen – gemeinsin
gemeinunge – gemerrede
gemêrsal – 2gemüete, gemuote
gemüetic – gemutzet
gemʒe – genâdenschüʒʒel
genâdensol – genæmicheit
genamʒôn – genemede
genende – genëserinne
genetzen – genieʒen
genieʒlich (?) – genôʒen
genôʒgeselle – gensîn
gensischen – genuhtlîchen
genuhtrîch – genuʒ
genuʒt – gephrange
gephünde – 1gerat
2gerat – gerëhen
gerëht – gereisic
gereitære – gerieme
geriemen – gerihticlîche
gerihtinsigel – geriune
1geriusche – gerouche
geröufe – gerte
gerte – gerûmiclich
gerummel, gerumpel – gêrvalke
gerwære – gesaten
gesatznissede – gescheftbrief
geschefte – geschepfnisse
geschepfunge – geschiuwede
geschoc – geschrihte
geschrîp – gesëhen
gesëhenheit – geselliclîcheit
geselligen – gesihtic
gesihticlich – gesite
gesiten – geslihte
geslinge – gesnæren
gesnarren – gespenstnisse
gesper (?) – gespræchelich
gespræchetac – gespunst
gespür – gestelle
gestellet – gestifte
gestille – gestrenglîche
gestrenze – ge|stunge
gestungede – gesuoch
gesuochære – geswerme
geswërte – gesworn
gesworne – getelle
getelôs – getougen
getougen – getreigeret
getrenke – getrüese (?)
getrügede – getwædicheit
getwædigen – gëtzen
getzsal – gevalte
gevanclich – gevëderen, gevëdern
gevêhe – geverte|lehe
gevertinne (?) – gevlester
gevlitter – gevrier
gevrist – gevülle
gevuoc – gewahsenheit
gewahst – gewaltroubunge
gewaltsame – gewar
gewar – gewe
gewëbe – gewellen
geweltigen – gewërben
gewërbic – gewern
gewërn – gewiere
gewieret – gewinnen
gewinnic – gewist
gewiste – gewonunge
geworden – gewzen (?)
gezagel – gezëmelich
gezemen – gezît
gezîte – gezoc
gezogen – gezwîen
gezwîge – giefen
giege – gifticheit
gifticlich – giht
gihtboum – gimbîʒen
gimme – gippengappen
gippentuoch – giric
giricheit – gischen
gîse – gîtigære
gîtige – 1glan
2glan – glas(e)väʒʒelîn
glas(e)vënster – gleimel
gleimelîn – gleten
glêtphenninc – glipfen
glise – glocke
glockehûs – glôriôs
glôriôslich – gluothaven
gluothert – goder
goedertieren – golf
gollen – goltgesmîde
goltgesteine – goltreit
goltrîch – golttropfe
goltvar – gos (?)
got – gotesarm
gotesbeckære – gotesmordærinne
gotesphenninc – gotgeformet
gotgelâʒen – gotmeinunge
gotmensche – gouch
gouch – goukelære
goukelbilde – goukelspil
goukelsprütze – göumütte, -mutte
göu|phâwe – grabe
grabe – grâf-
graft – gramerʒîe
gramerʒîen – gransprunge
gransprunge – gras(e)phenninc
gras(e)spier – grâvenrëht
grâveschaft – grebinc
grebnisse – gremiclich
grempære – griekech
grien – griffel
griffelære – grimmetât
grimmic – grisegrammen
grîseleht – griuslich
griuwe – groppe
gros – grôʒmüetic
grôʒmuoticheit – grüenheit
grüenlich – grunderëbe
gründic – gruntübele
gruntvestære – gruon-
gruon- – grütschîn
grutte – 1gücken
2gücken – güfticheit
güfticlich – gûlen
gülle – gumpenîe
gunderam – guotdunken
      gunderam F.
      gunderamen|saf stN.
      gunderëbe F.
      gunnen Prät.-Präs.
      gunner stM.
      guns stFM.
      gunselen swV.
      1gunst stFM.
      2gunst stSubst.
      günstebære Adj.
      gunster stM.
      günstic Adj.
      günsticlich Adj.
      gunstlich Adj.
      gunt stM.
      guollîche stF.
      guol- stF.
      guollîchen swV.
      guome swstM.
      guonlich Adj.
      guot Adj.
      guot stN.
      guotære stM.
      guotbotescheftlich Adj.
      guotdunken stN.
guotdunkende – guotswender
guottât – gürtelgewant
gürtellîn – gymnosophiste

   gunderam - guotdunken    


gunderam F. gunderëbe

MWB 2 1015,63;

gunderamen|saf stN. ‘Saft aus gunderam nim gunderamensaf vnde boumole, [...] vnde salbe dine nasa vnde din houbit da mite, so wirt dir baz SalArz 31,38

MWB 2 1016,1; Bearbeiter: Tao

gunderëbe, grunderëbe, gunderam F. zur Wortbildung und Umbildung zu gunderam unter dem Einfluss des Personennamen Gund(e)ram, Gunt(e)ram vgl. Etymol.Wb.d.Ahd. 4,686ff. – eine Heilpflanze, ‘Gundermann, Gundelrebe’ (Glechoma hederacea L., vgl. Marzell 2,698ff.): de gamandrea: gunderebe Gl 3:593,45; acer herba: gundereba, gunderebo, grundereba SummHeinr 2:176,415. 1:192,275. 2:51,327; nim wermute vnde rute vnde gunderam vnde luter honic [...] vnde tu iz in ein schone tuch, vnde bint iz vmme din houbit, so wirt dir baz SalArz 31,32; sabenboum, cle vnde gunderam, daz rip allez zusamene, [...] vnde gip iz im zu trinkene ebd. 31,36

MWB 2 1016,5; Bearbeiter: Tao

gunnen, günnen Prät.-Präs. lexikalisierte Präfixbildung mit ge- zum mhd. nicht mehr belegten Simplex ahd. unnan; mit doppeltem Präfix gegunnen Tr 2372; HeslApk 22288. – Näheres zu Form und Flexion vgl. 2 5Mhd. Gr. §§ M 94, 97 und DWB 4,1,5,888ff. – meist mit Dat.- und Gen.-Obj. (selten auch mit Akk.-Obj.: KvWTroj 21797; UrkCorp (WMU) 1893,1; Frl 13:60,1. 14:29,13; WernhMl 2,12 ). 1 ‘jmdm. wohlgesonnen, zugeneigt sein, sein Wohlwollen bezeigen’
2 ‘jmdm. etw./jmdn. (aus Wohlwollen, Gnade, Machtvollkommenheit, Recht und Billigkeit usw.) zuteil werden lassen, geben, überlassen’ , mit unterschiedlichen Bedeutungsnuancen
2.1 Subj. ist ein Mensch; Gegenstand des gunnen s ist
2.1.1 etw. Gegenständliches, Körperhaftes, Dinghaftes
2.1.2 Amt, Erbe, Besitz
2.1.3 Dienst
2.1.4 Freundlichkeit, Annehmlichkeit, Ehrerbietung, Freude, Liebe usw.
2.1.5 eine Handlung, ein Vorgang, ein Geschehen, das man einem anderen als ein Gut zuteil werden lässt (von 3 nicht scharf zu trennen)
2.1.6 selten auch etw. Negatives: ‘jmdm. etw. (Kummer, Leid, Schaden) bereiten, zufügen’
2.1.7 ein Recht, eine Eigenschaft: ‘jmdm. etw. zugestehen’
2.1.8 eine Person
2.2 Subj. ist Gott, eine Gottheit, eine höhere Macht; Gegenstand des gunnen s ist
2.2.1 Lebenszeit, geistige Fähigkeit, Hilfe usw.
2.2.2 eine Person
2.2.3 ein Vorgang, eine Handlung, ein Geschehen (von 3 nicht scharf zu trennen)
3 ‘jmdm. etw. (zu tun) erlauben, zulassen, dass’ (von 2.1.5 und 2.2.3 nicht scharf zu trennen)
4 ‘gern sehen, dass jmd. etw. (seltener: jmdn.) hat oder haben soll, tut oder getan hat, dass ihm etw. geschieht, geschehen ist’ , auch refl. ‘sich etw. wünschen’
4.1 der Gegenstand des gunnen s ist etw. für den andern und für einen selbst Gutes, Erstrebenswertes
4.1.1 allg.
4.1.2 ein Geschehen, eine Handlung
4.1.3 formelhaft: jmdm. guotes (alles guoten) ~ ‘jmdm. Gutes wünschen, jmdm. wohlgesonnen, zugeneigt sein’ (von 2 nicht scharf zu trennen)
4.2 der Gegenstand des gunnen s ist etw. für den andern (selten für einen selbst) Schlechtes, Schlimmes
4.2.1 allg.
4.2.2 eine Handlung, die einem nicht lieb, tadelnswert ist; mit Verneinung ( ne, niht, übele ):
4.3 der Gegenstand des gunnen s ist eine Person: ‘jmdm. (Subj.) ist lieb, dass jmd. (Dat.) jmdn. (Gen.) (als etw.) hat’
   1 ‘jmdm. wohlgesonnen, zugeneigt sein, sein Wohlwollen bezeigen’ nie muoter gunde ir kinde baz / denn im der wirt, des brôt er az Parz 552,3; nû, waz clage ich, sît si mir / niht engan? joch gund ich ir / rehte alse ich mir selbem gan SM:UvS 23: 2,6; truwe, daz ist daz ein mensche sime nebincristin gunne alse ume selbir Parad 62,25; sú [selbstgerechte Leute] tuͦnt vil guͤter wercke [...] und betten vil, [...] daz man in deste bas gúnne, got und die lúte Tauler 76,24; ê der phalzgrâf het gunt [bei der Wahl] / dem kunic von Bêheim Ottok 59168    2 ‘jmdm. etw./jmdn. (aus Wohlwollen, Gnade, Machtvollkommenheit, Recht und Billigkeit usw.) zuteil werden lassen, geben, überlassen’, mit unterschiedlichen Bedeutungsnuancen    2.1 Subj. ist ein Mensch; Gegenstand des gunnens ist:    2.1.1 etw. Gegenständliches, Körperhaftes, Dinghaftes: ob si [die Ritterrüstung] mir missestât, / sô gan ich ir wol eim andern man / und lege die kutten wider an Greg 1561; des [Opfergabe] sol er gote gunnen Glaub 1238; neve, disiu spîse / sol dir niht versmâhen. / dune fündst in allen gâhen / dehein wirt der dir gunde baz / guoter wirtschaft Parz 486,25; swenne er [Laban] geriet ze diu daz er mir [Jakob] gab wîzziu oder swarziu [Tiere als Lohn] , / sô wart diu meiste menige der selben varewe. / sô gerou in daz, sprach er gunde mir der vêhen baz, / sô gewunnen si alle sprekchelohte wolle Gen 1418 (vgl. Gn 31,8); daz gewunnen ors er liez [gab auf] durh nôt. / hindern büegen stach erz tôt: / er engundes der heidenschefte niht, / als noch en vîentscheft geschiht Wh 57,17; [Enite will nicht länger leben:] ir tier vil ungewizzen, / nû habet ir erbizzen [...] armer liute vihelîn, / die ius niht engunden / [...]. / wæret ir nû wîse, / ir holtet iuwer spîse / hie mit vollem munde, / wan ich iu mîn wol gunde Er 5848; mines leibes ich [Maria] nieman gan, / alten noch iungen / ze chranker wonunge, / ze sundegen sachen Wernh A 1860    2.1.2 Amt, Erbe, Besitz: daz si [die Römer] beide durch nît / unde durch der êren gît / bescheiden niene kunden / wem si des [päpstlichen] stuoles gunden Greg 3154; [die jüngere zu der älteren Schwester:] deiswâr sît ichs [mein Erbteil] niht haben sol, / ichn gan es niemen alsô wol [wie dir] Iw 7314; iz in were dan also, daz wir [...] ane erben abe gingen, so ingunde wir vnsers erbes nimanne baz dan vnser swester Annen vnd iren kinden UrkCorp (WMU) 3165,20; Ottok 22006    2.1.3 Dienst: dir hât enboten, vrowe guot, / sînen dienst, der dirs wol gan, / ein ritter der vil gerne tuot / daz beste, daz sîn herze kan MF:Hartm 12:1,2; Kriemhilt, liebiu vrouwe, jâ sult ir mir sagen, / wie ich iu müge gedienen an Sîfride iuwerm man. / daz tuon ich gerne, vrouwe, wand ich es niemen baz engan NibB 895,4    2.1.4 Freundlichkeit, Annehmlichkeit, Ehrerbietung, Freude, Liebe usw.: mir hete wîlent ze einen stunden / so wol gedienet ein man, / daz ich ime wol guotes gunde MF:Veld 2b:1,3 ir juncfrouwen süeze, / iwer zuht iu danken müeze, / sît ir gundet mir gemaches wol Parz 450,29; elliu diu êre und daz gemach, / daz erm erbieten kunde, / daz teter, als er im gunde Tr 4106; si nâmen zweinzeh tûsint gesellen / unde tâtin zim chêren, / si gunden im sîner êren VAlex 1482; dâvon ich im niht êren gan Wig 1910; ir ist saeleclich geschehen, / welhez wip hat einen so reinen man, / der ir wol wunne mit im gan, / daz si in vindet so gemuot, / daz er durch liebe iren willen tuot UvLFrb 384; ich enmag getriuwen leider des nicht ir, / daz si mir noch günne heiles vunt SM:Had 12: 5,2; daz sium [= siu im ] wolte gunnen / ir süezer minne unerwert UvZLanz 7386; (mit Akk.:) [Helena zu Paris:] wærent ir geswinde komen [...] / ich hæte iu mîne minne wol / für tûsent man gegunnen, / die nâch mir alle brunnen KvWTroj 21797. – mit refl. Dat.: sich selbst etw. ~ : ganst dû dir selben guotes, dû solt ouch im [deinem Nächsten] guotes günnen PrBerth 1:359,20    2.1.5 eine Handlung, ein Vorgang, ein Geschehen, das man einem anderen als ein Gut zuteil werden lässt (von 3 nicht scharf zu trennen): [Rüdiger als Bote Etzels zu König Gunther:] welt ir ir [Kriemhild] des gunnen, sô sol si krône tragen / vor Etzelen recken NibB 1199,3; si [Kriemhild] dâhte z’allen zîten: ‘ich wil den künec [Etzel] biten’, / daz er ir des gunde mit güetlîchen siten, / daz man ir friunde bræhte in der Hiunen lant ebd. 1399,2; Marke [...] bat in offenlîche, / ob er iht rotten kunde, / daz er in allen gunde, / daz si vernæmen sîn spil Tr 13188; Kreuzf 5259    2.1.6 selten auch etw. Negatives: ‘jmdm. etw. (Kummer, Leid, Schaden) bereiten, zufügen’ wol ime [meinem Herzen] des, daz ez [...] mir der süezen arbeite gan MF: Reinm 10: 2,6; bistuz Urjâns? / ob du mir nu schaden gans, / den trag ich âne schulde Parz 524,20; [Willehalms Klage um den tödlich verwundeten Vivianz:] ouwê, sprach er, Vîvîans, / waz dû nû stæter sorgen gans / Gyburge der künegîn Wh 62,24; got sælden im erbünne, / der Triuwen leides günne, / wan Triuwe ist under künne / ein freudeberndiu wünne KvWEngelh 70    2.1.7 ein Recht, eine Eigenschaft: ‘jmdm. etw. zugestehen’ wî er lantreht bescheiden kunde / allen den er is gunde SAlex 251; daz er [der Lehensherr des Verkäufers] dem goteshoͮs ze Seccowe [als Käufer] des zehenden niht engunne UrkCorp (WMU) 1301,37; vnd swaz sie rehtes zuͦ der cappelle vnd zuͦ dem holze [...] hant, daz gan ich in wol ebd. 1893,1; ze jungst er überkam / der burgær sumelich, / daz si im heimlich / ir gunst darzuo gâben, / möht er die stat behaben, / daz si im des gunnen Ottok 25895(App.). swer hirzen [mit ihrer Edelkeit] unde geizen [mit ihrem Gemecker, Sinnbild für kunstlose Sänger] / gelîcher werde gan KLD:Kzl 1: 6,8; ist minne ir unfuoge [Gen.] balt, / dar zuo dunket si mich zalt [zu alt] , / ode giht sis ûf ir kintheit, / swem si füeget herzeleit? / unfuoge gan ich paz ir jugent, / dan daz si ir alter [Dat.] bræche tugent Parz 533,13; unsamfte ich mac der sunnen / sô liehtes blickes gunnen, / alsô dâ heten die sîne / von ir zimierde schîne / ab ir tiuren pfellelmâlen Wh 394,28    2.1.8 eine Person: – ‘jmdn./sich einem anderen zur Verfügung stellen’ fünf hundert mîner man, / der ich iu ze dienste mit rehten triuwen gan NibB 1284,2; frowe Minne, ich wil dir danken [...], / daz du mir ze frowen funde, / der ich mîn ze dienste ie gunde SM:KvL 5: 3,5. – ‘eine Frau einem Mann (zur Ehe) geben’, auch refl.: ‘sich einem Mann (als Ehemann) anvertrauen’ er bit, daz ir im gunnet / ŷsôt mîne swester ze ê UvTürhTr 124; si [die hohen Geistlichen und höchsten Repräsentanten der Bürger von Paris] wolden nemen war, / ob sîn der herzog wære wert, / daz er irer juncfrouwen gert. / und dô siz erkunden, / vil wol si im ir gunden Ottok 75400; ob ez anders umb in [Iwein] stât / alsô rehte und alsô wol / daz ich [Laudine] im mîn gunnen sol [mich (als Ehegattin) ihm anvertrauen darf] , / sô muoz er mich mit triuwen / ergetzen mîner riuwen Iw 2068; mirn getete daz weter nie sô wê / ichn woldez iemer lîden ê / danne ich ze langer stunde / mînes lîbes gunde / deheinem sô gemuoten man / der nie dehein ahte ûf mich gewan ebd. 8086    2.2 Subj. ist Gott, eine Gottheit, eine höhere Macht; Gegenstand des gunnens ist:    2.2.1 Lebenszeit, geistige Fähigkeit, Hilfe usw.: gan mir got sô vil der tage Wh 4,25; die sinne / der mir unser herre gan Iw 7889; ob mir got sîner helfe gan Winsb 57,4; swen got fürdern wil, / dem er ganzer êren gan KvHeimHinv 1165; ob dir got der gnaden gan das dir rúwe wirt an dinem ende, [...] das du behalten wirst Tauler 138,17; die dâ ze hove der gâben pflegent [Apollo und die Musen] , / ir genâde teilent unde wegent, / als sir der werlde gunnen, / die gebent ir sinne brunnen / sô volleclîche manegem man Tr 4875; ist daz uns got gelückes gan, / wir mugen vil wol mit ime genesen ebd. 8662. – Freude, Leid: [Luzifer] was anderer engele wunne, wante ime got wol gunde / wunne in dem himele Gen 14; waz weiz mir got daz er mir swære gunde? KLD:UvM 1:2,6    2.2.2 eine Person: [Klage Karls über den Tod Rolands u.a.:] daz mir iwer got nine gunde [beließe, erhielte] , / harte iameret mich des Rol 6981. 2537; [Laudine will Iweins Gemahlin werden:] ob mir iuwer got gan, / sô bin ich wol mit iu bewart / vor aller vremder hôchvart Iw 2324; [Artus überlässt Ginover die Entscheidung, ob sie fortan seine oder Gasoeins Frau sein soll:] so wil ich scheiden den streit / vnd wil ez an si [...] / lazen [...]. / swem ir nv baz gvnne [zuspricht] heil [Subj.] , / der müez si mit gnaden han Krone 10889    2.2.3 ein Vorgang, eine Handlung, ein Geschehen (von 3 nicht scharf zu trennen): nû ire [Sarah] got des negunde / daz si bern solte Gen 845; in gotes namen vuor er dan / und kam in kurzer stunde, / als es im got gegunde, / wider heim Tr 2372; gehabent iuch wol. / unser herre got uns gunnen sol / zuo lebende mit einander noch TristMönch 2541; obe ime got des gan das er ane totsúnden funden wurt Tauler 126,15; Êolûs [Gott der Winde] hât in gegunnen, / daz si sint uber sê En 1078; unde ist, daz mirs mîn saelde gan, / daz ich abe ir wol redendem munde ein küssen mac versteln MF:Reinm 10: 3,1; ze lest iedoch gunde / vrowe Sæld an disem ringen, / daz Gawein muost gelingen Krone 12132    3 ‘jmdm. etw. (zu tun) erlauben, zulassen, dass’ (von 2.1.5 und 2.2.3 nicht scharf zu trennen): lieber herre, / [...] unser tohter ist ze muote / daz si den tôt durch iuch dol. / des gunne wir ir harte wol AHeinr 980; si wolden kurzewîle mit den Burgonden hân. / het ers in gegunnen, si hetenz gerne getân. / [...] daz spil er in verbôt NibB 1873,4. 2313,4; dur daz sî ist also guot / und so rehte wol gebâret / und so lieblîch lachen kan, / dâvon hüget mir der muot, / swie si mîn damitte vâret: / des ich ir mit willen gan SM:KvL 9: 2,6; ich bin ein büttenære: / swer mir des gunde, / sîn vaz i’im bunde KLD:GvN 39: 2,4; gund mirz mîn œhein Hiltebrant, / sô wolt ich dem von Beren / des allerêrsten rîten nâch [um ihn zu rächen ] JSigen 124,2. – mit Inf. mit ze: ich wil iu ze redenne gunnen Walth 86,7; [die beiden Unterhändler] bâten, daz man [d.h. die Bürger der Stadt] in bêden / mit dem keiser gund ze reden Ottok 32451; dô was aber ich sô vrô der stunde, / und der vil kurzewîle, daz man der guoten mir ze sehenne gunde MF:Reinm 13: 4,6; wol ûf, ich [Wächter im Tagelied] gan iu niht ze blîben bî der nœte. / ich fürhte daz der minne ir teil verderbe KLD:WvB 3:1,12; [wer] die kunst, die er dâ kan, / ze lernenne niemen gan Freid 78,20. – mit daz-Satz (und Korrelat des im Hauptsatz): vrouwe und herre[...], / ich han muoter und vater. / gunnet mir, daz ich var hein Kistener 663; warumbe dû [Gott] gunde [zuließest] / unde verhengte des, / daz der mordær Johannes / sô gar umbsust [ohne Grund] hât getân / den tôt disem man, / der mit dheiner schulde / wider dîn hulde / nie verdiente dise nôt / noch sô getânen tôt Ottok 94747; so sol er sprechen: her schulteiße, gunnet ir mir, daz ich syn wort spreche, und sal den nennen mit syme namen? des spricht de schulteiße, ja; er gynne is ime wol WeistGr 2,213 (um 1350)    4 ‘gern sehen, dass jmd. etw. (seltener: jmdn.) hat oder haben soll, tut oder getan hat, dass ihm etw. geschieht, geschehen ist’, auch refl. ‘sich etw. wünschen’    4.1 der Gegenstand des gunnens ist etw. für den andern und für einen selbst Gutes, Erstrebenswertes    4.1.1 allg.: – mit Verneinung (ne, niht, übel): der [Teufel] negunde uns des nieht daz wir habeten daz êwige lieht / daz er flôs durch ubermuot Gen 671; der [Rabe] hatte [...] einen neͮwen kese gewvnnen. / des begvnd er [Fuchs Reinhart] im vbel gvnnen, / daz er in solde bizin an [= âne ] in ReinFu K,224; dar engan ich nieman heiles, swenne ez mich vergât [mir entgeht] MF:Reinm 8: 4,7. – ohne Verneinung; meist mit wol zur Verdeutlichung des Wohlwollens: die andern muosen alle / hern Îwein wol gunnen / sînes landes und des brunnen / und aller sîner êren Iw 2647; ez swachet manec bœse man / den biderben swâ er iemer kan: / [...] und ist im gar ein herzeleit / swem dehein êre geschiht. / [...] des entuon ich niht, / wan ich einem iegelîchen man / sîner êren wol gan: / ich prîs in swâ er rehte tuot, / und verswîge sîn laster: daz ist guot ebd. 2492. 7457; si sprach si gunde [wünschte] in guoter naht Parz 641,24; ich [ein Ritter] gedâht: hie ist manic biderb man, / den ich wol aller êren gan / und doch der êren, daz dâ bî / mîn êre iht deste minner sî UvLFrd 201,10; und alle, die mir gunden / gelückes unde guotes, / die sint nu swæres muotes / und sêre trûric umbe mich Tr 2600; dar nach úber manig jar gadachte ich es [das Buch] ze túsche machen, umb das es ungelerten lúten och nucz moͤcht bringen umb ir seldenhail [l. selenhail?] , und nucz da von enphachend (das gunde ich mænigklichem wol, wie vil des wurd) WernhMl 2,12. – mit refl. Dat.: mir selben ich wol gunde / des er het an den lîp gegert [was er verlangt hatte anzuziehen] : / wand ez was maneger marke wert Parz 71,4; ervar ir willen swâ dû kanst, / ob dû dir sælde und heiles ganst HartmKlage 1637; ditz brot gib vns, niht alein mir; wan des gemeinen gvtes, daz vnser aller ist hail vnd trost, des svl wir alle an einander [ a. e. für einander ] ginnen vnd wunschen als vns selben DvAPatern 192. 23; [Tristan zu seiner Frau Isolde Weißhand:] frouwe, duont uwerem libe / was ir guotes kunnent, / ob ir iuch eren gunnent. / wir sullen faren zuo einer hochgezit TristMönch 284    4.1.2 ein Geschehen, eine Handlung: [Laudine hat beschlossen, Iwein doch zu heiraten; ihre Dienerin sagt:] ez dunket mich guot / und gan iu wol [freue mich sehr für Euch] daz ir den muot / sô schône hât verkêret Iw 2102; ich bin [...] frô, / daz man mir wol ze lebenne gan Walth 41,14; die vrowen also lossam [...] gunden Rothere wol, / daz in got gesande / mit eren heim zo lande Roth 2940; deiswâr ich gan [wünsche] iu beiden wol / daz ir in gesunden vindet Iw 5914; jane redent siz durch deheinen haz, / wan dazs iu des gunden baz / daz ir dise burc mitet [miedet] / unde noch vürbaz ritet ebd. 6140; des müezen sî mir [Iwein] gunnen [lassen, d.h. sich damit abfinden] / daz ich in [den Brunnen] eine begieze ebd. 938. – bezogen auf etwas Irreales: jâ gonden wir dir wol, / daz du nie komen wærest von Wormez über Rîn NibB 2093,2; wie wol ich iu des gunde, het iuch der bote betrogen, / durch Rüedegêres liebe, daz lebte noch sîn lîp [...] ! ebd. 2256,2    4.1.3 formelhaft: jmdm. guotes (alles guoten) ~ ‘jmdm. Gutes wünschen, jmdm. wohlgesonnen, zugeneigt sein’ (von 2 nicht scharf zu trennen): swer auer der ist, der selecheit siner sele gert ze gewinnenne unde simme ebenchristen als wol goͮtes gan als ime selben, der minnet sich selben Spec 136,13; [Kriemhild:] si suln durch mîne liebe lîden ungemach [Mühen der Totenwache] , / die im [Siegfried] iht guotes günnen und mir wesen holt NibB 1053,3; die mir guotes günn, die gên mit mir, / und rât mirz wægest was ich tuo Parz 422,16; vrouwe, ich muoz von dem lande varn, / und ir hie derbî bestân / bî mînen vriunden [...]. / [...] der mir dekeines guotes gan, / der muoz iu guot und êre bern, / als ir an in es wellet gern Tr 14040; ob ich dir vor allen wîben guotes gan MF: Mor 21: 1,1; Arabes [...], / di Tyro gûtis gunden SAlex 1110; nû was ir lutzel iemen wider [feindlich] , / si gunden ir alles guoten wol Ottok 1175; besent alle ure deinstman / ind allet dat uch guedes gan / ind treckyt myt eyme starcken her / her vur Coelne HagenChr (G) 2690    4.2 der Gegenstand des gunnens ist etw. für den andern (selten für einen selbst) Schlechtes, Schlimmes    4.2.1 allg.: – mit Verneinung (ne, niht, übele usw.): lasters ich in [den Frauen] nienen gan MF:Veld 35,7; si [...] gunde enwederm helde schaden Parz 262,29; min man nimt iu den lip. / [...] ich gan iu ubel iwers schaden; / ich nert iuch gern, wesse ich wie StrKD 159,20; hüet iuch: dâ gênt unkunde wege: / ir muget an der lîten / wol misserîten, / deiswâr des ich iu doch niht gan Parz 226,9; der bischof, die tuomhêren, / [...] enmohten sich dâr niht genern, / noch der Wenden erwern. / dem bischove ichs doch ubel gan [den Bischof bedauere ich wegen dieser Sache] EbvErf 405; vil tugenthafter man, / dînes tôdes ich dir übel gan, / und möcht ich dich mit mînem schaden / zuo der werlt her wider geladen, / daz tæt ich sicherlîche EnikFb 1996. – ohne Verneinung: ‘jmdm. etw. (Tod) als verdient zubilligen’ die ir man des tôdes gunden UvZLanz 81; maniger mînen kumber klagt / mit süezzen worten ûz dem munde, / der mir wol des tôdes gunde SM:WvK 4: 6,7; so mag ich on not / leben hinfür me, / wenne [weil] ich von sinen [Tristans] schulden e / han leides vil gewunnen. / des dodes wil ich yme gunnen / und lobe es got, ob ez wor ist TristMönch 1753    4.2.2 eine Handlung, die einem nicht lieb, tadelnswert ist; mit Verneinung (ne, niht, übele):: awî wie ubele ich ime des gan, / daz mir iwer hêre drowet ze slahen VAlex 1096; ach wê, wie übele gunde / si den boten dirre sage [gemeint: wie leid es ihr tat, die (schlechte) Nachricht von den Boten zu hören] KlageB 2766; ich gesach nie wîp sô staete, / – des ich ir doch niht engan – / diu sô harte missetaete, / sô si tuot an einem man MF:Reinm 57: 5,2; [Ottokar zwingt Herzogin Gertrud, die Steiermark zu verlassen:] unlange si dâ beleip, / daz er si ouch von dannen treip. / der untugent ich im niht gan Ottok 6556; ich gunde [wünschte] es guoten vrouwen niet, / daz iemer mê kœme der tac, / daz sî deheinen heten liep, – / wan ez wære ir êren slac MF:Hausen 7:2,1    4.3 der Gegenstand des gunnens ist eine Person: ‘jmdm. (Subj.) ist lieb, dass jmd. (Dat.) jmdn. (Gen.) (als etw.) hat’ Cundrîe nant uns einen man, / des ich iu wol ze bruoder gan Parz 328,4; sît ich dîn künde ie gewan, / sô bist dûz alters eine / der ich mir ze frouwen gan [die ich mir zur Herrin wünsche] HartmKlage 1737; ichn gan dîn niemen alsô wol / als dem der dich dâ haben sol, / mit dem du, vrouwe, solt genesen Wig 9740

MWB 2 1016,19; Bearbeiter: Tao

gunner stM. 1 ‘Freund, Anhänger (einer Person, einer Partei, eines Glaubens)’
2 bœser ~ ‘Missgönner’
   1 ‘Freund, Anhänger (einer Person, einer Partei, eines Glaubens)’ van Hircani gunnern [...] / Pompeius der herre [...] / in Jerusalem da wart / enphangen HistAE 5369. 5374; der konig [...] lud den herczog zcu huͦs / mit sinen gunnern Dalimil (B) 80,75. 80,68; nu hette di marcgravinne di kemenate besazt mit iren gunnern Köditz 33,19; [der Papst zu den Ordensbrüdern:] vorchtit keinerhande wê [...], / want sô ir leistit dî gebot, / dî ûch hât gebotin got, / sô [...]. / des nemt zu ûch gewêre / alle der ê gunnêre / und andit ûwirs volkis leit NvJer 2125    2 bœser ~ ‘Missgönner’ mich hât begriffen wisenten zorn: / wirt der mir niht benomen, sô scherph ich mîner zungen dorn / unt lüppe mîne phîle ûf mîne bœsen gunner zaller stunt RvZw 151,6

MWB 2 1022,7; Bearbeiter: Tao

guns stFM. 1gunst

MWB 2 1022,23;

gunselen swV. ‘winseln, wehklagen’, hier subst.: o ir starken rittere [...], / die got im selber welde / zu dem ewigen lone, / ir sult uwer krone / und der hohsten vreuden stam / durch gunseln dirre wibesnam / nimmer lan versturzen! Pass III 104,2

MWB 2 1022,24; Bearbeiter: Tao

1gunst stFM. mit Abfall des -t (vgl. Weinhold, Alem. Gr., § 177): UvTürhTr 187; Rennew 19354. 28616; Dietr 8741. 1 ‘Wohlwollen, Zuneigung (zu jmdm./einer S.), Liebe’ , als Haltung und deren Bezeigung
1.1 allg.
1.2 bezogen auf das Verhältnis der Höher- zu den Niedrigergestellten
1.3 bezogen auf das Verhältnis der Niedriger- zu den Höhergestellten
1.4 bezogen auf das Verhältnis der Geschlechter
1.5 bezogen auf das Verhältnis von Künstler und Publikum
1.6 bezogen auf das Verhältnis Gottes, Marias, der Heiligen sowie heidnischer Götter zu den Menschen
1.7 bezogen auf das Verhältnis der Menschen zu Gott, Göttern, Luzifer
1.8 bezogen auf das Verhältnis der Menschen zu einer Sache
2 ‘das Gewähren, Verleihen’ , verblasst
3 ‘Erlaubnis, Zustimmung, Einverständnis’
   1 ‘Wohlwollen, Zuneigung (zu jmdm./einer S.), Liebe’, als Haltung und deren Bezeigung    1.1 allg.: der sich hete an im erkant [...] / mit deheiner slahte günste zil, / den [Dat. Pl., bezogen auf den kollektiven Sg. der ] wart von im gedanket vil Parz 12,21; [Willehalm zu seinem Gastgeber:] ir habt mir gunst erzeiget; / ist mîn leben ungeveiget, / mîn danc belîbet ungespart Wh 138,3; ob si [Ärzte] im trüegen guote gunst / mit temperîe ûz würze kraft Parz 643,22; vnd swer dem mansleggen sin gunst, helfe old rat [ fauorem [...] consilium vel auxilium ] [...] git UrkCorp (WMU) 26AB,17; sô gebe wirs [unsere Tochter] iu [Tristan] mit guoter guns [gern, bereitwillig] UvTürhTr 187; in muderlicher gunste Elis 507; zu bruderlicher gunste ebd. 3934; der vriunde gunst RvEBarl 8439; Renner 8862; Pass I/II(HSW) 38415; der liute gunst diu milte koufet unde gotes hulde KvWLd 18,7; ähnl. SM:JvR 1: 13,13; diu manigem guot, êre und gunst / hât brâht Renner 16658; sú behaltent sich in [bleiben stehen bei] sinnelicher genuͤgeden, gunst und ungunst, und daruz wurt geborn unrehte urteil Tauler 29,32. der werlt ~ , diu werltliche ~ : si kêrte ir herze an guote kunst [= kunst der güete ] : / des bejagte si der werlde gunst Parz 103,2; zuht, reinikeit, niht grôziu kunst, / erwerbent der werlde und gotes gunst Renner 17470; nâch der welte gunst SM:Te 11: 2,4; abwertend in relig. Sinne: [sie gelobte, dass sie] des nummer niht geplege, / da uppekeit an lege / unde werltliche gunst Elis 1961; es beleibt nimmer lauter gar, / da sy [sei] pey der welt gunst HvBurg 3337    1.2 bezogen auf das Verhältnis der Höher- zu den Niedrigergestellten: ich hân sô breit der erden, / daz ieslîch vürste reichet dar [davon erlangen kann] , / nimt sîn mîn hant mit günste war Wh 184,20; [der Kaiser:] hæt er den vater mîn erslagen, / ich lieze in mîne gunst bejagen / und tæte im mîne gnâde schîn KvWHvK 658; diu keiserlîche ~ ebd. 219; KvWSilv 2365; swer in [den Herzog von Kärnten] ouch vor dem rîch / an sprichet hezlich / umb deheine schulde, / des rîches gunst und hulde / hât er darzuo wol, / daz er dem niht antwurten sol / wan in windischer sprâch Ottok 20149; durch der gnaden und gunst willen, die wir [Kaiser Ludwig] zû der stat und den burgern haben UrkHeilbr 61,22 (a.1333)    1.3 bezogen auf das Verhältnis der Niedriger- zu den Höhergestellten: alsus gewan er [Absalon] an sih / der lúte gunst und ir frúntschaft RvEWchr 29399; den liuten si [die Königin] sich kunde / wol lieben ze aller stunde. / dâ von si grôze gunst gewan Mai 96,35; dô [...] des landes meister quam, / man entphienc in sô wol [...]. / war er in die hûs quam, / die gunste er gerne von in nam LivlChr 2314    1.4 bezogen auf das Verhältnis der Geschlechter: und wie ir manlîchiu kunst / wîbe minne und herzen gunst / mit rîterschefte bejageten Wh 7,4. 162,7; mit stætem muote, mit lîbe, mit guote / mit reiner fuoge, ân alle arge site, / soltu verschulden die gunst von ir hulden, / daz si dir herze unde lîp teile mite KLD:UvL 10: 6,3; wîbes gunst / sorgen brunst / löschet mit der minne kunst / swem ir güete fröide gan KLD:Kzl 10: 2,5; wer hât ir [der Frauen] gunst, der sitzet ûf dem glükes rade SM:JvR 1: 10,13; SM:KvL 20: 5,7; SM:Gl 3: 8,6; SM:Te 6: 1,5    1.5 bezogen auf das Verhältnis von Künstler und Publikum: hæt ich gelücke und dâ bî kunst / und ouch die herren milte bî ir guote, / erwurbe ich dan der edelen gunst, / armuot, sô schiede ich gar von dîner huote KLD:Kzl 16: 6,11; in der tiuvel hœne / der ûf si [Plagiatoren] kêre sîne gunst! KvWLd 32,188; ich wölte maniges mannes kunst / ungern haben und sîn gunst, / die er von rîchen und armen hât Renner 2000    1.6 bezogen auf das Verhältnis Gottes, Marias, der Heiligen sowie heidnischer Götter zu den Menschen: der [Gott] neme mîn dâ mit günste war Wh 122,13; gotes gunst: KvWLd 32,308; KLD:Kzl 2: 3,19. SM:JvR 1: 7,11; Loheng 3633; Mügeln 140,8; svnder godelichen gvnst MarHimmelf 218; den gebe got sælde unde guns! Dietr 8741; von der gunst und von der minne, die er [Gott] ze der sêle hât Eckh 3:425,8; dines heligen geistes gunst Mechth 6: 37,21; dat din herze ind din munt reine / sprechen min orn ein wort aleine / bit der gunst ind bit der macht, / diͤ din gruͤz sent Elsben bracht! MarlbRh 72,35; irbuit ir [der hl. Barbara] wirde grôz, / daz sî vlechte [...] / zu dir [dem Deutschen Orden] in stêtin gunstin sich / und mit dir blîbe êwiclich NvJer 6659. die gote [...], / die mit gewalte in ir hant / menschlîcher sælden pflegent / und nâch ir selber muote wegent / den liuten sæleclîche gunst / an guote, an witzen unde an kunst RvEBarl 9775. 10438    1.7 bezogen auf das Verhältnis der Menschen zu Gott, Göttern, Luzifer: hant ir herze und iren gunst gekert zuͦ gotte in alsolicher wise das si in fúr alle minnent und meinent Tauler 138,30. 216,25; swer in [ den goten ] treit dienestlîche gunst, / dem lânt sie ungelônet niht RvEBarl 9696; dô muoste er [Luzifer] [...] / von der unrehten sünde / in daz endelôse abgründe, / und alle, die im truogen gunst ebd. 2013    1.8 bezogen auf das Verhältnis der Menschen zu einer Sache: rîchtuom hât werder liute gunst KvWTroj 1988; durch liebe, durch gâbe, durch vorhte nieman / sol pfaffen wîhen noch pfarre in lân / denne durch got, durch zuht, durch kunst, / durch ordenliches lebens gunst Renner 2746; wand er mit triwen und mit gunst / dem rîche zuo legte [half] Ottok 936; ez warnd in Egipten land / vor alter maister vil erkand / in astronomia der künst, / die ubten sie vast mit günst GrAlex 100; als die guͦten juden gottes, die in in [sich] vindent [...] eine minne und einen gunst, ein neigen zuͦ allem guͦte Tauler 63,7    2 ‘das Gewähren, Verleihen’, verblasst: dû [Gott] hâst in wîser volleist / allen herzen gegeben / sin, verstân, vernunstlîch leben / mit mislîches teiles gunst. / [...] einem gît er wîsheit [...]; / dem andern kunstrîchen hort [...]; / dem dritten manegerhande list [...] RvEBarl 73; von mîner [Pallas] helfe günste / wirt sælde vil gewunnen KvWTroj 1956; als er [der Hl. Geist] den dornigen stift, / den suntlichen smerzen / subert von dem herzen / mit vruntlicher helfe gunst Pass I/II (HSW) 10889; [die Weisheit spricht:] die sieben hohe kuͦnst. / sie mußent mir ir helfe guͦnst / mit dinste duͤn zu miner vart [zu Gott] HvNstGZ 776    3 ‘Erlaubnis, Zustimmung, Einverständnis’ mit ~ : [der Sohn zum Vater:] ich wolde man und dar zuo wîp / und ander dinc vil gerne sehen, / möht ez mit dîner gunst geschehen RvEBarl 1124; mit willeclicher guns Rennew 19354; swaz der keiser vnd die fvrsten den steten rehte hant gegeben vnd div si selb gemachet hant mit ir gvnst, daz ist reht, ob ez ioch niht gesriben ist SchwSp 25a; mit beidér teil günste / maht er sînn neven bâbest sus Loheng 7453; si [ mîne zunge ] müez ein teil von im [von dem schönen Absalon] sagen / mit frouwen und mit megde gunst EnikWchr 11433. ~ geben: der prister widersten began, / daz er si nit gewerte / laube, der si gerte, / unde ir nit sine gunst engab Elis 6517; daz guͤt [...], daz mein vater [...] verkauft het, doch ane meine hant, wand ich dannoch kaum bi drin iaren waz vnd mein gunst da zu nicht gegeben muͦchte UrkCorp (WMU) 3301,7. 1510,28. 829,45; der [ tuomprôbst ] gap sîn gunst [seine Stimme (bei der Bischofswahl)] im gar ân allez kriegen Loheng 3246. – in Urkunden oft verbunden mit wille, gehelle, urloup u.ä.: swer auch in der stat totfeintschaft hat, der sol beleiben vor der stat, vnd sol in niͤman dar in belaitten, won mit der gvͤnst vnd willen, den der schade wider varen ist UrkWittelsb 2,93 (a. 1296); daz wir mit vnsers vetern [...] vnde mit vnserre muͦter [...] hant, gunst, willen vnde gehelle, mit gesamenater hant haben verkuͦfet [...] vnsern hof UrkFürstenb 1,339 (a.1299); mit vnserm gvnste, willen vnd vrlobe ebd. 2,18 (a.1303); StatTrient 122 (a.1307); UrkEnns 6,150 (a.1335); BairFreibr 7; WüP 9,5; weitere Belege s. WMU 1,769f.

MWB 2 1022,29; Bearbeiter: Tao

2gunst stSubst. Ansatz unsicher, wohl zu ginnen V. oder eine präfixlose Var. von begunst. Zu erwägen auch 1gunst zu gunnen Prät.-Präs. (s. unter 2.1.6). – ‘Beginn, Anfang’ [Christi Tod,] der [...] uns vil armen lôste / von iemer wernder brinnder brunst, / dâ jâmer ist und jâmers gunst [d.h., wo das Leid immer wieder von neuem beginnt; oder, falls zu 1gunst: wo (einem) immer wieder von neuem Leid zugefügt wird] LobGesMar 57,6

MWB 2 1025,1; Bearbeiter: Tao

günstebære Adj. ‘wohlwollend’ si leite ûf in gar hôhen vlîz / und einen günstebæren sin KvWTroj 2917

MWB 2 1025,10; Bearbeiter: Tao

gunster stM. ‘jmd., der wohlwollend ist’ swenne nû diu sêle ein sêlic geistlich himel wirt, sô zieret sî unser herre mit disen sternen geistlîche [...]. [...] der êrste sterne, Saturnus, ist ein fürber; der ander, Jupiter, ist ein gunster; der dritte, Mars, ist ein zürner [...] Eckh (Pf) 212,36

MWB 2 1025,13; Bearbeiter: Tao

günstic Adj. nur präd. 1 mit Dat. d. P.: ‘wohlgesonnen, gewogen’
2 mit Dat. d. P. und Gen. d. S.: ‘jmdm. etw. gewährend, gönnend’
3 mit Dat. d. S.: ‘für etw. förderlich’
   1 mit Dat. d. P.: ‘wohlgesonnen, gewogen’ darumbe solten mir die biderben günstic wesen / unt mir mîn armuot mit ir güete büezen Sigeher 10,12; sô wil ich niemer werden / den Kriechen holt noch günstic KvWTroj 26635; man was im günstic unde holt ErnstD 4596; dat wir [Vogt von Köln] [...] der stede van Kolne inde in die [desto] holdere inde deste guͦnstigere bliuen UrkCorp (WMU) 76,25; KvWHvK 635; JvFrst 11233; Ottok 12391; Seuse 129,1. – von Gott: got waz im so gunstic HeslApk 5260. – in Bezug auf das Verhältnis zwischen Mann und Frau: ‘zugeneigt, zugetan’ wil si mir gunstic sin, / so lobe ich mit schalle / si für des meien schin Tannh 15,44; daz im ir herze günstic was KvWTroj 16383; si [Paris und Helena] wurden beide ein ander holt / und âne mâze günstic ebd. 22947; sô bin ich immer ungenesen, / ir enwellet danne wesen / gnædic unde günstic mir / alsô daz mînes herzen gir / an iu gestillet werde noch KvWEngelh 2291    2 mit Dat. d. P. und Gen. d. S.: ‘jmdm. etw. gewährend, gönnend’ dem probst vnd der samnvng [...], den wir besvnderlichen fuͤdervng vnd gnaden guͤnstig sein UrkCorp (WMU) 3447,2; wem got des rîches gunstic wære Ottok 12534; liebe swestir, tuoz / durch minir sele genist, / ob duͦ mir der gunstic bist Athis F 132    3 mit Dat. d. S.: ‘für etw. förderlich’ daz blut ist baz getempirt denne decheinerslachte vuchte in dem libe. da uon ist ez der nature gunsteger SalArz 70,5

MWB 2 1025,19; Bearbeiter: Tao

günsticlich Adj. , günsticlîchen Adv. ‘wohlwollend, gnädig’ sô ger ich, lieber herre guot, / [...] daz ir lâzent sie / mit günstlîchen hulden hie / in disem künicrîche / belîben vridelîche RvEGer 6216; da von so nem wir di vorgenanten stat ze Wienne in vnser genade guͦnstichlichen vnd gæntzlichen UrkCorp (WMU) 2345,27

MWB 2 1025,50; Bearbeiter: Tao

gunstlich Adj. , gunstlîche, -en Adv. 1 ‘wohlwollend, gewogen, gnädig’ ; Adj.
2 bezogen auf das Verhältnis zu heidn. oder christl. Gott: ‘hingebungsvoll, fromm’
   1 ‘wohlwollend, gewogen, gnädig’; Adj.: ir gunstlîchez grüezen Reinfr 6411; in gunstlicher gnade Elis 5072; daz sî wârn im zûgewant / in gunstlîchir pflichte NvJer 7383; sô bejagt [...] der welte gunstlîchen muot RvEAlex 1704; hulde und gunstlîchen muot / [...] enbiut ich Alexander hie / iu von Atêne ebd. 3621; iz solde nîmant sich / kunic nennen sunderlich / ân des keisers gunstlich rât JvFrst 7777; Tauler 159,6; MinneR 496 116. – Adv.: do infienc in die riche / harde gunsteliche Roth 3182; [der Graf von Berg] sal vnsen burgeren [...] reihten [Recht sprechen] naͦ sines landes reihte guͦnstlichen [gnädig, milde] UrkCorp (WMU) 380,43    2 bezogen auf das Verhältnis zu heidn. oder christl. Gott: ‘hingebungsvoll, fromm’ er [Saturnus] ist gewaltic unde guot; / swer im hât gunstlîchen [La. dienstl. ] muot, / des sælden wirt er ein gewer RvEBarl 9712; das der mensche [...] habe ein milt gunstlich anhangen an gotte Tauler 155,6

MWB 2 1025,57; Bearbeiter: Tao

gunt stM. fast nur Krone . wie 1gunst 1 ‘Wohlwollen, Zuneigung, Liebe’
2 ‘Erlaubnis, Zustimmung, Wille’
   1 ‘Wohlwollen, Zuneigung, Liebe’ mit hertzen vnd mit gunde / wart er von jnen enpfangen wol Krone 22301; da mit wol berüchet / hern Kay wart sin wonde, / so man von warem gonde / ymer beste kunde ebd. 27181; nü hatt Ygern vernomen / von Gansgutern, [...] das disen raup in dheine wijse / yeman widder gewynnen kund / wann von sinem gunde [Hilfe] ebd. 25740; mit wercken vnd mit gund ebd. 29821. – bezogen auf das Verhältnis zwischen Menschen und höheren Mächten: so besorget in [den Träger des wunderkräftigen Gürtels] daz heil, / daz der Sælden gvndes teil / einem man nie mer geviel [zufiel] Krone 4883. 27780; diu mâze ist ganzer tugende urspring, / so kan unmâze brechen glükes günde SM:JvR 1: 7,10; dis ist von mynnen gund, / das man frauwen also pflege Krone 26459; was man mit den augen / dar an [an dem Gral] ersehen kunde, / das were von gottes gunde ebd. 29599. ob ein sinnerîche man / schœn unde niuwe liste vant, / der wart ouch bî der zît erkant / für einen got der selben kunst, / und truogen im die liute gunst [La. gunt: stunt ] / dur daz meisterlîche dinc KvWTroj 882    2 ‘Erlaubnis, Zustimmung, Wille’ da [erg.: er] von siner túgend ger / vnd auch des kúnigs gund / die stat zü der tauelrund / hett ader haben sold Krone 29801; mit gemeinlichem gund ebd. 22562; er muͦst iren munt rot / kuszen [...] mit willigem gund, / des sie ir hertz schund ebd. 18739; nu Gawein in dem gund / vnd willen Gansgutern vant ebd. 27272; Lantzelet enchvnde / von des kopfes [des magischen Bechers] gvnde / getrinchen des leides [= lîtes ] ebd. 2128

MWB 2 1026,13; Bearbeiter: Tao

guollîche stF. guotlîche

MWB 2 1026,47;

guol-, guonlîcheit stF. in guon- ist -ll- dissimiliert, vgl. Etymol.Wb.d.Ahd. 4,962 s.v. guollîh. ‘Herrlichkeit’ (entspr. lat. gloria); auf Gott bezogen: von diner [Christi] guͦlicheite / der ewigen goteheite Glaub 1535; in siner ewigen guͤnlicheit Seuse 547,34; ich suͦchte din guͤnlicheit und du erzoͤgest mir din erbeitsaͤlikeit ebd. 550,9; PsTr 83,12. 48,20. – auf Menschen bezogen, üppige guonlicheit ‘Stolz, Hochmut’ uppige guͤnlicheit dú heisset in latine vana gloria. diese vppige günlicheit die ist nút anders, denne das der mensche begere vppiges ruͦmes vnd vppiger ere von dien lúten BdT 433,4 u.ö.

MWB 2 1026,48; Bearbeiter: Bohnert

guollîchen swV. guotlîchen

MWB 2 1026,61;

guome, goume, guom, goum swstM. -ou- selten. – ‘Gaumen, Mundhöhle, Rachen, Kehle’ 1 allg.
2 als Sitz des Geschmackssinns, als Organ der Nahrungsaufnahme
3 als Werkzeug des Sprechens, Singens
   1 allg.: [ adherat lingua mea ] faucibus meis: zu dem gumen min PsM 136,6; vf daz houbet einen slac, / [...] durch den gumen vnz an die zvngen, / vnde vurbaz in die lungen / vnde vurbaz vnz an den satelbogen Herb 8897; vnde wirt im [dem Kranken] di zunge trucken, vnde der gume vnde di naseluger SalArz 53,24; di viol in wasser gestossen unde getrunken hilfet das swernde zanvleisch unde gumen Macer 17,5; [Beschreibung einer Schindmähre:] der %\vnder [Zahn] fùr die andern trang / vsz dem guomen, der wolffs zan Krone 19827; jch gewynne u̍ch der bluͦmen; / vnd hette sie in sinen guomen / der tu̇fel besloszen ebd. 21194; sie sahen im in sinen munt: / do was di wurtz der blumen [der Ave Maria-Lilie] / entsprungen uf dem gumen / in des menschen munde Pass I/II(HSW) 14666. 15758. – Bedeutung nicht ganz klar: [der Phönix] hât ain gekrœnt haupt sam ain pfâwe und gevalten [en] guomen BdN 186,20    2 als Sitz des Geschmackssinns, als Organ der Nahrungsaufnahme: des ezzenden gume [ fauces Iob 12,11] mac / intscheiden allerleyge smac Hiob 4611; diu wîsheit in des herzen grunde / smecket rehte als in dem munde / dem guom ein guotiu spîse tuot LvRegSyon 2798. 1023; daz man dâ pflegelîche dî lectien zu tische habe, die alle, die dâ ezzent, mit swîgene sulen hôren, daz in alleine die gûmen iht werden gespîset [ ne sole eis fauces sumant cibum ] , sunder ouch ir ôren hungere nâch gotes worte StatDtOrd 41,23; HeslApk 4198; Martina 77,110; als Bestandteil eines Räubernamens: mîn geselle Wolvesguome [Wolfsrachen] Helmbr 1195. – bildl. ~ des herzen, der sêle: aller brote suzzeste, heil den guͦmen [ palatum ] mines hercen, daz ich innen werde unde verste der suzze diner minne LambGeb A,18; daz amor [...] ires hertzen guͤmen / bestrich mit mynnen honge Minneb 2386; er vloc uz als ein wise bin, / beide her und ouch hin. / von der vetere blumen / spisete er der sele gumen Vät 440; das du [Gott] die pine mines geistlichen armuͤtes und die gallen miner bitterkeit ze honig wellist machen in dem guͦme miner sele Mechth 5: 35,36. 4: 12,71; Seuse 491,29. 493,31    3 als Werkzeug des Sprechens, Singens: wil dû machen daz der mensch schiere sprechent werde, sô er sprâche beleit, sô nim populion unde salbe ime den guemen dâ mit Barth 136,6; laboraui clamans, rauce facte sunt fauces mee [Ps 68,4] . [...] hân ich im also uil nach geruͦfet, dc mir min munt vnd mine guͦmen haiser sint worden PrSchw (St) 6,171; PsM 68,4; sy log auch also vil durich ruem, / das ist wunder das ir der guem / genczleich nicht zefur HvBurg 5382; secht, sin gotlicher gume / sprach von der geschichte [Passionsgeschichte] vor, / als sie Matheus dar nor [= nâch ] / beschreib in siner lere Daniel 4442. 1709; sust git der lerer gume HistAE 1678; gicht min goum [vgl. aber FrlWB, 131 unter goum ‘Wahrnehmung’] Frl 2,17:2; Maria, [...] dyn lob aller engil gum / in himelrieche singet TvKulm 1324. 2126; mein munt im nimmer schol / floryeren lobes pluͦmen, / ich wil in meinem guͦmen / sein lob versperren und verhagen Suchenw 21,148. 15,21

MWB 2 1026,62; Bearbeiter: Tao

guonlich Adj. , -lîche stF. , -lîchen swV. guotlich (unter 1.5), -lîche, -lîchen

MWB 2 1027,63;

guot Adj. 1 ‘geeignet, tauglich, brauchbar, nützlich’ zu, für, gegen etw., für jmdn. (Dat.)
1.1 präd.
1.1.1 mit Präp.-Erg.
1.1.2 mit Dat.-Erg.
1.1.3 mit Präp.- und Dat.-Erg.
1.1.4 mit Dat.d.P. und Part.Prät. (vgl. 2 5 Mhd. Gr. § S 30,5)
1.1.5 etw. vür ~ haben (vgl. ➙ 12 )
1.1.6 von Personen: ‘Hilfe, Unterstützung bietend (gegen jmdn.)’
1.2 attr. ‘(aufgrund einer bestimmten Eigenschaft) für seinen Gebrauchszweck geeignet’
2 ‘tauglich, geschickt, tüchtig’ im Hinblick auf eine Fertigkeit, Tätigkeit, Handlung
2.1 von Personen
2.2 bei Verbalabstrakta
3 ‘passend, angemessen, ratsam, tunlich, richtig’ , vom Verhalten, Benehmen
4 ‘günstig, glücklich’ im Hinblick auf den Ausgang, das Gelingen einer Sache;
5 Wirksamkeit, Geltung, Verlässlichkeit bezeichnend, vor allem rechtl.
5.1 von Urkunden, Rechten, Gewohnheiten usw., ‘beglaubigt, sicher, gültig’
5.1.1 attr.
5.1.2 präd., in den Wendungen etw. machen, ~ blîben , etw. vür ~ haben / nemen / entphâhen (vgl. unter ➙ 12 )
5.2 von Zahlungsmitteln, ‘vollwertig’
5.3 von Bürgen, ‘zuverlässig’
5.4 allg. guote liute ‘bewährte, unbescholtene, rechtsfähige Personen’
5.5 guoter liumunt ‘untadeliger Ruf’
6 ‘wertvoll, hochwertig, kostbar, edel’
6.1 von Kleidung, Schmuck usw.
6.2 von Speisen und Getränken
6.3 terminol. bei Zeitbestimmungen ‘hoch, heilig’
6.4 bezogen auf geistige und künstlerische Werte ‘wertvoll, gehaltvoll’
7 ‘von gehobenem sozialem Rang; vornehm, edel’
8 ‘angenehm, bequem, erfreulich, schön, vorteilhaft; zufriedenstellend’
8.1 ‘angenehm’ hinsichtlich Geschmack, Geruch, Klang, Anblick
8.2 in Bezug auf das Wohlbefinden insgesamt
8.2.1 körperliches
8.2.2 seelisches
8.3 bezogen auf einen Zeitabschnitt (Tag, Nacht, Tageszeit usw.), häufig in Grußformeln und guten Wünschen
8.4 allg. für alles, was gefällt
8.5 ‘zufriedenstellend, annehmbar, hinnehmbar’ in den Wendungen etw. vür ~ haben / nemen / entphâhen (vgl. unter ➙ 12 )
8.5.1 ‘jmdn./etw. den Ansprüchen genügend finden, mit jmdm./etw. zufrieden sein, vorlieb nehmen’
8.5.2 ‘etw. billigen, hinnehmen, durchgehen lassen, dulden’ , häufig neg.
9 ‘geneigt, wohlmeinend, freundlich’
9.1 von Personen
9.1.1 eher aktiv, ‘freundlich gesinnt, liebreich, gewogen, gütig’ (gegenüber jmdm./etw.)
9.1.2 eher passiv, ‘gutmütig, gutwillig’
9.1.3 ein Verhältnis der Freundlichkeit, Geneigtheit zwischen Personen bezeichnend;
9.1.4 guote liute ‘Aussätzige’ (verschiedene Erklärungsmöglichkeiten werden erörtert in DWB 4,1,6, Sp. 1292; anders unter 10.1 )
9.2 bezogen auf Gesinnung, Meinung, Wille
9.3 guoter wille ‘freiwillige Geneigtheit zu einem Handeln, Tatbereitschaft’
9.4 bezogen auf Wort, Gebärde, Tat als Ausdruck freundlicher Gesinnung
10 ethisch ‘gut’
10.1 von Personen ‘rechtschaffen, tugendhaft, ehrenhaft’
10.2 von Gesinnungen, Handlungen und Zuständen;
10.3 dem äußeren Anschein nach guot
11 als Maßbegriff
11.1 ze guoter mâze ‘genau passend, angemessen’ , hier litotisch für ‘überaus’
11.2 ‘reichlich, beträchtlich’ ;
12 vür ~ haben / nemen / entphâhen s. unter 1.1.5, 5.1.2, 8.5, 9.1.1, 9.4 ; vgl. auch → verguot Adv.
13 subst. Gebrauch
13.1 MF. ‘der, die Gute’
13.1.1 allgemeiner, ‘Rechtschaffener’
13.1.2 stärker religiös, ‘Frommer, Heiliger’
13.2 N. ‘das Gute’
13.2.1 ethisch
13.2.2 ‘Erfreuliches’
13.2.3 ‘Wertvolles’
14 Ansätze zu adv. Gebrauch
14.1 zus. mit → wol
14.2 in der Wendung ez guot tuon , hier ‘tapfer kämpfen’ (vgl. 2.1 )
   1 ‘geeignet, tauglich, brauchbar, nützlich’ zu, für, gegen etw., für jmdn. (Dat.)    1.1 präd.    1.1.1 mit Präp.-Erg.: ze erzenîe guot / was dâ maneges steines sunder art Parz 792,2. 124,2; der leopard wirt [...] etswenne [...] sô zam, daz er zuo jagen guot wirt, alsô daz man ander wilt dermit væht BdN 145,19; done was der Hagenen wille niht ze kurzewîle guot NibB 1919,4; der site was ze trûren guot Parz 231,19. 2,18. 479,2. brôt / daz guot was vür siechtuomes nôt, / swer sô sîn ein lützel az LvRegFr 2611; luͤbstikel vnd minzze [...] sint guͦte wuͤrtze / fuͤr die grozzen furtze BvgSp 54; daz ist gar guot wider die kalten huosten BdN 367,2; für trûren und für ungemüete ist niht sô guot, / als an ze sehen ein schœne frowe wol gemuot Walth 27,34. – von Pers., ‘geeignet für (ze) ein Amt, eine Aufgabe’ si bedûhte des, er wære guot / ze herren in ir lande Iw 3808; wer [...] wære / guot ze rihtære Greg 3160    1.1.2 mit Dat.-Erg.: eine wurz i’u geben wil, / dâ von ir slâfet: deist iu guot Parz 580,21; kundestu noch geswîgen, daz wære dir guot NibB 839,2; sô nemet [...] in iuwern muot / waz iu sî nütze unde guot Iw 1988; daz der stat [...] gvͦt wær vnde nvͤtze UrkCorp (WMU) 476,18; ich wil mich von dir scheiden, / daz ist uns beiden guot Walth 88,24    1.1.3 mit Präp.- und Dat.-Erg.: daz was in guot vür den tôt Iw 5395; [er] tæte swaz im guot wære / vür des siechtuomes swære LvRegFr 3609; Parz 818,2; unt hete si dar zuo rehten muot, / daz was gein werdekeit ir guot [verhalf ihr zu w. ] ebd. 403,28    1.1.4 mit Dat.d.P. und Part.Prät. (vgl. 2 5Mhd. Gr. § S 30,5) von du ist [...] di heilige misse / uns sundigen also gut gehort [ist es gut für uns, die Hl. Messe anzuhören] , / wande di heiligen gotis wort / di machent uns gote gemeine Glaub 1127; merkent rehte mîne wort, / hêrre, sie sint iu guot gehôrt UvEtzAlex 1412; [die Erzählung] ist in sêre guot gelesen Tr 172    1.1.5 etw. vür ~ haben (vgl. ➙ 12): der mensche [...] sol merchin, daz elliv dinch von gotte sint vnde och da uon nutze vnde guͦt sint, vnde dannan von sol er ez alliz fúr guͦt han vnde ensol enhain dinch virsmahin PrGeorg (Sch) 21,123.121    1.1.6 von Personen: ‘Hilfe, Unterstützung bietend (gegen jmdn.)’ vil gerne ich dir wære guot mit mînem schilde, / torst’ ich dir in bieten NibB 2196,1; er bat si flîziclichen, / daz si im guot wæren / gegen den stîræren Ottok 2313    1.2 attr. ‘(aufgrund einer bestimmten Eigenschaft) für seinen Gebrauchszweck geeignet’ recken siben hundert twang er [...] mit dem guoten [scharfen] swerte, daz hiez Balmunc NibB 95,1; ein garzûn [...] der einen guoten bogen truoc Iw 3265; mít den gûoten [heilkräftigen] sálbon gehêilet uuérdent dîe [...] sîechon lîchamon Will 70,10; Parz 484,15; Iw 3689; dô nam ein alter jegere einen guoten spürhunt NibB 933,1; dise [faulen] oͤphel die wile si do ligent, so sint si als [...] schoͤn geschaffen als die guͦten [essbaren, noch nicht verdorbenen] e man si an ruͤre und si uf hebe Tauler 185,2    2 ‘tauglich, geschickt, tüchtig’ im Hinblick auf eine Fertigkeit, Tätigkeit, Handlung    2.1 von Personen: ich bin niht bote guot. / lât mich pflegen der kamere NibB 531,1; swaz der [Tiere] von legere stuont, / die erjagten die gesellen, sô noch guote jeger tuont ebd. 933,4; sam er entworfen wære an ein permint / von guotes meisters listen ebd. 286,3; wie guot er ie wart in der verberkunst BdN 245,27; gute vogeler MarcoPolo 4,21. – besonders von Kriegern, ‘tapfer, mannhaft’ sô seht ir helme houwen von guoter helde hant NibB 195,3; Sîvrit was geheizen der snelle degen guot ebd. 21,1; [sie] pflâgens mitten swerten / als guote rîter solten Iw 5345; nâch ir minne / ist waldes vil verswendet [Speere] : / ir minne hât gepfendet / an freuden manegen rîter guot Parz 769,13    2.2 bei Verbalabstrakta: im ist ab guoter helfe nôt Parz 578,2; guoten dienst Walth 96,23; ain iegleich gefügel, daz krum klâen hât, daz ist guotes fluges BdN 164,21    3 ‘passend, angemessen, ratsam, tunlich, richtig’, vom Verhalten, Benehmen: ich prîs in swâ er rehte tuot, / und verswîge sîn laster: daz ist guot Iw 2494; swaz man den biderben êre tuot, / daz ist billîch unde guot ErnstD 1832. – ~ dünken: dô daz den künec niht dûhte guot, / dô bekêrte sî ir muot Iw 5749; sô diuht in lîhte guot, / ob ein eit hie wurd zebrochen Ottok 4132; ovch geben wir deme obermanne die gewalt, ob ez in gvͦt dúnket, daz er langer zil setze UrkCorp (WMU) 1388,15; als vns beschaidenlich vnd gvt dunch ebd. 1312A,11; du salt unse gote anebete, / daz dunkit mich gut noch unseme sete KathSp 130. – höfisch ‘geziemend, anständig, fein’ ir sult mit guoten siten / durch iuwer swester liebe der bete in vriuntlîchen biten NibB 532,3; guot gebærde und kiuscher site, / den zwein wont vil stæte mite Parz 414,23; sîn leben daz ist höfsch unde guot Tr 501; dar zuo gebt mir vier kint, / mit guoter zuht, von hôher art Parz 8,5; swaz ie guoter tugende an vroun Helchen lac, / des vleiz sich nu vrou Kriemhilt dar nâch vil manigen tac NibB 1389,1    4 ‘günstig, glücklich’ im Hinblick auf den Ausgang, das Gelingen einer Sache; speziell von Wind, Wetter: Hetele und die sîne guoten luft gewan. / si begunden segelen nâch ir vîanden Kudr 846,2. 1132,4; guͦt si uch weder unde wint. / der heilge geist hab uwer plege / alle zit unde alle wege Elis 594; got was dem werden gebende / guͦt weter gar die stunde Rennew 26377. – allgemeiner: wir haben niht guoter reise zuo dirre hôhgezît getân NibB 1738,4; swer ir vîent ist, dem wil si mite / rûnen; daz guot ende nie genam Walth 53,12; daz anegenge ist selten guot, daz bœsez ende hât ebd. 83,39. des wirt ~ rât ‘das wird schon, wird guten Ausgang nehmen’ des sol doch guot rât werden Parz 340,13; des wirt danne guot rât Iw 944. ~ heil ‘Glück, glücklicher Erfolg’ sô hâstû guot heil, / gescheidestû mit êren dan Iw 596; vart iuwer strâze / mit guotem heile ebd. 833    5 Wirksamkeit, Geltung, Verlässlichkeit bezeichnend, vor allem rechtl.    5.1 von Urkunden, Rechten, Gewohnheiten usw., ‘beglaubigt, sicher, gültig’    5.1.1 attr.: an unsern alten rehten, / diu uns mit guoten und mit slehten / hantvesten sint bestætigt Ottok 19849; UrkCorp (WMU) 1029,21; mid guͦden briven ebd. 2787,43; mit meines vater hantfest und mit anderm guͦten vrchuͤnd ebd. 2669,9; nach guoter gewonhæit ebd. 2706,20; mit guͦtem rehte ebd. 1320,40; dise guͦten gesetzide ebd. 80,9    5.1.2 präd., in den Wendungen etw. ~ machen, ~ blîben, etw. vür ~ haben / nemen / entphâhen (vgl. unter ➙ 12): mit gîseln und mit hantvesten / woldens in daz machen guot [verbürgen] Ottok 46317; vnd daz tiz ganz vnd gvͦt blibe, so ist dirre brief bisigilt UrkCorp (WMU) 346,8; di borigschaft sol man fvͤr gvͦt haben nach der fier manne rat ebd. 475AB,20,24; sie [...] namen vergut den eit Herb 16011; den eit er vur gut enphienc ebd. 16022    5.2 von Zahlungsmitteln, ‘vollwertig’ eine marc gvͦtis vnd lvtirs silbers UrkCorp (WMU) 87,18. 293,2; sechundert fpunde guͦter Haller ebd. 1008,18; fúnfhvndert pfvnde Trielscher phenninge, guͦder vnd geber ebd. 986,30; gulden, die also [ebenso] guͦt sint ebd. 1000,32; ên andere muͦnze [...], swi gewere ove gut du were, it si an gewichte, gemelde ove swere ebd. N548AB,5,7    5.3 von Bürgen, ‘zuverlässig’ vnd sweder halb der porgen einer stirbt, so sol man einen an des selben stat setzen, der als guͤt sî UrkCorp (WMU) 1024,17; jnde da vuͦre sulen [...] vͦnse zveilf burgin [...] ze Kolne leisten, alse guͦdir burgin reiht is ebd. 380,16    5.4 allg. guote liute ‘bewährte, unbescholtene, rechtsfähige Personen’ und her ime sîne kost gelde nâh gûter lûte kure SSp (W) 2,29; in Zeugenlisten: Ot der Sneider, Leutwein von Teusendorf vnd ander guͦt vnd getriwe leut UrkCorp (WMU) 3411,14; Blankart der Durwarder jnde ander guder lude genuch ebd. N160,10    5.5 guoter liumunt ‘untadeliger Ruf’ unte uón den túgeden quám gûot lûimunt Will 42,6; guͦt livmunt lat ev niht wesen leit VMos 83,21; swie gar guot unde hel / âne alles tadels mâs / des erwelten liunt was Ottok 23523    6 ‘wertvoll, hochwertig, kostbar, edel’    6.1 von Kleidung, Schmuck usw.: die arâbîschen sîden, wîz alsô der snê / unt von Zazamanc der guoten [sc. sîden ] , grüen’ alsam der klê, / dar in si leiten steine; des wurden guotiu kleit NibB 362,3; guot man ist wol guoter sîden wert Walth 44,10; vil guotiu kleider hêtens an / von bunt und von samîte Wig 7300; RvEBarl 4289. vier unt zweinzec bouge mit gesteine guot / die gap si im ze miete NibB 558,1; silber vnde golt, / gut gesteine, schone gewant Herb 1629; daz edele gesteine, / daz guot ist unde reine Volmar 3; NibB 850,2. nemet von mir ze minne diz golt vil guot NibB 1559,2; daz gereite guot von golde Iw 3463; Herb 4708. 10759    6.2 von Speisen und Getränken: si fuorten rîche spîse, dar zuo vil guoten wîn, / den besten, den man kunde vinden umben Rîn NibB 380,1; sibin svͦme [...] gvͦtes wines UrkCorp (WMU) 201,24; dô hiez dar tragen diu wîse / trinkn unt guote spîse Parz 581,24; nim huͤnre magen vnd lebern, snit abe daz herte, daz guͦte snit duͤnne BvgSp 40    6.3 terminol. bei Zeitbestimmungen ‘hoch, heilig’ up eynen gueden Cristus daich / [...] hie misse sprach HagenChr (G) 128; vonme guten vrietage [Karfreitag] nach mittime tage biz an den phingistabint nach mittimetage UrkCorp (WMU) 1161A,45; anders in ➙ guotentac stM.    6.4 bezogen auf geistige und künstlerische Werte ‘wertvoll, gehaltvoll’ in disem exemplar stand geschriben vier guͦtú buͤchlú Seuse 3,2; biscoph Guntere vone Babenberch, / der hiez machen ein vil guot werch: / er hiez di sine phaphen / ein guot liet machen VEzzo 2; Reimâr, waz guoter kunst an dir verdirbet Walth 82,29    7 ‘von gehobenem sozialem Rang; vornehm, edel’ mir ist harte wol geschehen, / sît ich hie solde gesehen / alsô guote liute Greg 3279; swelich man dheme anderen sleit enen orslach oder enen duͦntslach, he weddet deme vogede ver scill [...], of he en gvͦt man es UrkCorp (WMU) 2,2; vort die gude luͦde [Angehörige des städt. Patriziats] , die uzzir irme ampte wordin gedan inde vmbidinget sint, die sulin wiedir in ir ampt kuͦmin, of it den bruderen sceffin inde den gudenluden in der gemeidin bevelt ebd. 62,1. – besonders neben Standesbezeichnungen: Gunther der künec guot NibB 325,3; des guoten marcgrâven wîp ebd. 2259,4; diu guote künegîn Iw 230    8 ‘angenehm, bequem, erfreulich, schön, vorteilhaft; zufriedenstellend’    8.1 ‘angenehm’ hinsichtlich Geschmack, Geruch, Klang, Anblick: ob des wines in dem chloster niht enwære, der erber vnd guͦt ze trinchen wære UrkCorp (WMU) 2216,22; diu wîsheit in des herzen grunde / smecket rehte als in dem munde / dem guom ein guotiu spîse tuot, / wan sie troestet den muot / mit allen den dingen, / diu man kan ze guote bringen LvRegSyon 2798; der brunne der was küele, lûter unde guot NibB 979,1; wilt du einen guͦten fladen machen von kalbslebern, so nim [...] BvgSp 90; do sint ouch stere [Störe] gar groz unde vet und gut czu essin MarcoPolo 8,21. dîe quékke [Frische] des gûotes stánkes [von kostbaren Salbölen] Will 70,9; vier boume gâben in / guoten smac unde schaten Flore 191; die engele [...] tróstent sie mit guteme lufte oder mit guͦteme gesmacke Lucid 126,11. swenne ir die seiten mîn / verirret guoter dœne, der iuwer helmschîn / der muoz vil trüebe werden NibB 2270,2; ir stimme ist lûter unde guot Tr 4759; wil dû guote stimme gewinnen, sô nim [...] Barth 134,5. des [Rubins] schîn was ze sehen guot / und gap dem herzen wünne Wig 7085; daz golt [...] was guot ougen weide ebd. 7281    8.2 in Bezug auf das Wohlbefinden insgesamt    8.2.1 körperliches: der wirt vil minneclîche [...] schuof in guot gemach NibB 1165,3; Iw 1783; guote herberge gap man den gesten sint NibB 1297,4; ouch enwirt diu wirtschaft nimmer guot / âne willigen muot Iw 2693; diu alte küniginne wîs / ein bette hiez bereiten [...] bî einem guotem fiure Parz 578,7; die wîle sult ir gân / in iuwer herberge und sult vil guote ruowe hân NibB 1450,4    8.2.2 seelisches: lâ guoten muot den bœsen muot von dir vertrîben; / minne got, sô maht dû vrô belîben Walth 37,28; sît bî guotem muote UvEtzAlex 2593; der künic in guotem wâne dô vrœlîchen saz NibB 659,1; TristMönch 1482; diu grœste fröude, die ich hân, / deist guot gedinge und lieber wân Freid 134,23; SM:UvS 17: 3,8; Boner 22,5; ouch hân ich guoten trôst dar an Tr 13314; mit guoten freuden er az Parz 581,26; Iw 6531    8.3 bezogen auf einen Zeitabschnitt (Tag, Nacht, Tageszeit usw.), häufig in Grußformeln und guten Wünschen: Êrec und vrouwe Ênîte / hâten guote zîte [...] unz in erschein der morgen Er 8615. mac ein man danne hân / guoten tac und senfte zît Iw 1749; schœnen morgen, guoten tac / und süeze zît müezet ir hân Eracl 3498; nymmer ich me gewinne / vor leide keinen guͦten tag Rennew 35159. er gedâhte, des lîhte niht geschach, / mit ir vil guote naht hân Er 6356; nû gap im Êrec / mit gruoze guoten morgen ebd. 3508; der wirt bôt im guote naht Parz 242,22; got gebe iu, frowe, guote naht. / ich wil ze herberge varn Walth 101,21; guͦte naht in allen sprach / der kuͤnc und diu kuͤnginne Rennew 32258; die herren riten sâ zehant / von dem kunic ze guoter naht Ottok 1621; siu hieß in guoten obent han TristMönch 2281    8.4 allg. für alles, was gefällt: sich treit der werlde sache / vil ofte zungemache / und aber von ungemache / wider ze guoter sache Tr 1868; durch gemach si fuoren von schiffen ûf den sant. / guoter dinge genuoge hei waz man der dâ vant! Kudr 1143,2; gotes hulde / ist mir ein übergulde / vor allen guoten dingen EnikWchr 3985. – ‘lieblich, schön’ guoter rede kunnt ir vil Heidin IV 959; guot geticht und süez gedœne SM: Had 8: 3,10; guot sang ebd. 8: 1,10; si nam den brief sâ in die hant, / dar an si wol geschriben vant / [...] / mit guoter schrift wîse unde wort UvLFrd 321,24. – ‘erfreulich’ ‘waz mære hâstû vernomen?’ / ‘guotiu mære.’ Iw 2207; ich sünge gerne hübschen sanc / und seite ouch guote [erheiternde, unterhaltsame] maere FvSonnenburg 73,2    8.5 ‘zufriedenstellend, annehmbar, hinnehmbar’ in den Wendungen etw. vür ~ haben / nemen / entphâhen (vgl. unter ➙ 12)    8.5.1 ‘jmdn./etw. den Ansprüchen genügend finden, mit jmdm./etw. zufrieden sein, vorlieb nehmen’ anderhalp die megede gar / in hôher wirde ruome / sî stuonden engellîch gevar / [...]: / sô edel wart ein keiser nie, / er müeste ir eine hân verguot Virg 306,13; [Adam zu Eva nach der Vertreibung aus dem Paradies:] nû hab ein trûrigen muot, / sît dû niht freud hêtst für guot EnikWchr 1200; swer kinde pflegen sol, / der mac vil kume tuͦn also wol / das man es habe an im verguͦt RvEWh 2531; BuchdRügen 416; daz her nimmer so wole geto, / daz siez alle vuͦr got / nimen, die in deme hove sin Roth 2008; Portalaphê diu rîche [...] / liez ir kostberlîch gewant / und gienc [...] / in tegelîcher wæte: / die müeste hân genomen verguot / diu tiurste in ir lande Virg 195,7. – in Aufforderungen: er dailte mit im was er hett, / geleich was er aß. / ‘hett ich mer, ich date paß. / hab verguett was ich han! [...] ’ HvNstAp 1417; die wîle ich singen wil, sô vinde ich iemer wol / ein niuwen lop, der ir gezimt. / nû habe [sc. siu ] ir diz für guot: sô lobe ich danne mê Walth 64,26; RvEWchr 26179    8.5.2 ‘etw. billigen, hinnehmen, durchgehen lassen, dulden’, häufig neg.: ez was dem abte ungemach / unde het ez niht verguot Ottok 26624; nu suochet solher wîbe muot, / die solhe [entehrende] schimphe hân verguot Wildon 2,348; mit sîner herten kiulen / mahte er starke biulen / den knehten [...]. / doch muosten siz verguot haben / von dem tœrehten knaben, / wan der mit tôren schimpfen wil, / der muoz verdulden narrenspil HBirne 203; EnikWchr 7661; UvLFrb 1963.66; unreht hohvart nimt er [Gott] die lenge niht fúr guot: / Lucifer muoste von dem himel vallen Wartb Anh 14,2; EnikWchr 22844; Hawich 2382; Erz III 194,69. von jmdm.: daz du [...] mich daz verholn hast, daz han ich niht vür guot von dir PKchr 141,48; KvWTroj 24430; ZürBrf 4,17. – subst.: daz ist mîn hêrre Zorn [...] / und mîn her Grimmeclîcher Mût / und ‘Nîmer Nemen nicht vergût, / swaz man sprichet oder tût’ Widerstr 1114. 737    9 ‘geneigt, wohlmeinend, freundlich’    9.1 von Personen    9.1.1 eher aktiv, ‘freundlich gesinnt, liebreich, gewogen, gütig’ (gegenüber jmdm./etw.): bistu übel ode guot? Iw 483; si ist sô guot, / swenne ir güete / erkennet mîn gemüete, / daz si mir daz beste tuot Walth 14,18; hie hete her Îwein / sîn nôt überwunden / und guoten [gastfreundlichen] wirt vunden Iw 3654; das gein im [Jakob] were niht Laban / alse guͤtliche gemuͦt / und in niht alse wol fúr guͦt / hette als ê davor RvEWchr 6421. – mit Dat.d.P. : wie solde ich den geminnen, der mir übel tuot? / mir muoz der iemer lieber sîn, der mir ist guot Walth 26,11; unde gebôt / al dem hovegesinde, / daz si dem vremedem kinde / guot unde genædic wæren / und daz sim êre bæren Tr 3389; sît enruochet sî swiez mir gât: / daz ist ein starker wîbes muot. / ichn weiz wes sî mir niht ist guot HartmKlage 98. – mit Dat.d.S. oder Präp.-Obj.: zucht und êren ist si guot SM:Had 11: 5,8; got selbi lerti unsich chuschi undi dimuot, / gidult undi wesin widir ubili guot / undi vremidiz leit irbarmin SuTheol 256; Minne, [...] wis mînen fröiden guot KLD:Rub 15:3,6. – besonders von Gott ‘gnädig, gütig, hilfreich’ got ist sô guot / daz er nieman übel tuot LvRegSyon 1263; daz [Gott] er si giwaltic undi guot SuTheol 23; rîcher got der guote Iw 5972; der guot unde der gehiur EnikWchr 17306; si bat got den guoten sîner sêle pflegen NibB 1103,3; wan got guͦt ist, darumb sint wir [gibt es uns] Tauler 8,25. – vom Schicksal: wirt mîn gelücke alsô guot / sô mîn herze unt der muot Iw 5517    9.1.2 eher passiv, ‘gutmütig, gutwillig’ er tet als ein guot man / und liez ez aber hin gan, / iedoch begund er prüeven daz / und der vrouwen hüeten baz Frauenlist 577; swâ guot man hât ein übel wîp / und dâ bî unverwizzen gar, vervluochet sî der lîp! RvZw 105,1; swelch guot man hât ein biderbe wîp, / der slâfe unt habe gemach! ebd. 102,1. – ‘versöhnt’ Esau wart alse guͦt, / das er vil gar ze guͦte / becherte in sinim muͦte / swas er zornes îe gewan RvEWchr 6695    9.1.3 ein Verhältnis der Freundlichkeit, Geneigtheit zwischen Personen bezeichnend; guoter vriunt ‘geneigter, wohlgesinnter’, dann ‘hilfsbereiter, treuer v. ensamet solten wesen / gerne guote friunde; sô möhten si genesen / vor ir starken vînden immer dester baz Kudr 237,2; vnt ist daz allez also verrihtet vnd verteidinget vor frvͦmen lævten vnd vor guͦten frivnden UrkCorp (WMU) 418,2; vnd svn von beiden sîtton vmbe alle die selben getêtj einer ander gvͦten vnd getrivwen frivnde wesen ebd. 3054,3. 1699,24. N146,23; saget, wer brâhte iuch her? / – guote vriunt. – nu saget doch, wer? / – mîn herze und mîn selbes muot Er 9034; wer hât mich mînes kindes und iuch des iuwern man / bî alsô guoten friunden sus mortlîche âne getân? NibB 1023,4. guoter geselle: sô sagten sie dâ bi, / daz er ein gût geselle sî / gewesen mit den rittern, wunneclich, / frô, milde, trôstlich Kreuzf 2626; ez giengen zwên gesellen guot / (doch wârens ungelîch gemuot) / mit einander dur einen walt Boner 73,1; Teichn 376,30; erotisch: wol dir, geselle guote, daz ich ie bî dir gelac MF: KaiserHeinr 2:2,1. – in vertraulicher Anrede: suochent, guote liute, / in winkeln und under benken Iw 1286; als ichz iu ’nbiute, / komt wider, guoten liute Parz 208,30; ir guote schifliute, ir bringet mich ze lande, / des lône ich iu gerne Kudr 133,3    9.1.4 guote liute ‘Aussätzige’ (verschiedene Erklärungsmöglichkeiten werden erörtert in DWB 4,1,6, Sp. 1292; anders unter 10.1): die bruͦder phleger des hvses der guͦten lûte [des Gutleuthauses] [...] bi Friburg an dem velde UrkCorp (WMU) 1648,13; an der nvͥwen mvͦlen die da gelegen ist vf der wisen [...] bi den gvͦten lvͥten vor der stat ze Halle UrkCorp 2539,40; und setzet den siechen [...] nuͤn untze heller [...] und den guͦten luͤten ein phunt hellere ZGO 12,13 (a. 1318)    9.2 bezogen auf Gesinnung, Meinung, Wille: weder wider mich sîn muot / wære übel ode guot Iw 476; dem vil übeln wîbe / gap diu minne guoten muot Wig 5465; RvEWchr 31075. ich enweiz, wie dîn wille stê / wider mich; der mîne ist guot / wider dich Walth 60,21; der helt von Burgonden in allen guoten willen truoc NibB 1736,4; mit guotem willen gruozter sî Iw 7953; ob wir den genedich sein, di sich mit trewen vnd mit dienst vnserm gebot machent vndertan, so wehset ovch der diener schar vnd wirt ir wille guet UrkCorp (WMU) 2918,33; vnd beschach daz alles mit sines brvders Eberhartes gvͦten willen ebd. 1152A,5. 2719,5. 668,26. dat luͦtere inde eweliche vruͦntschaf inde guͦde guͦnst tuͦschen vͦns inde in sal wesin UrkCorp (WMU) 60,10    9.3 guoter wille ‘freiwillige Geneigtheit zu einem Handeln, Tatbereitschaft’ wir wellen sciere hinnen, des ich vil guoten willen hân NibB 76,4; under den arm sluoc er / mit guotem willen daz sper / und nam daz ors mitten sporn Iw 5026; als der einen starken stap / mit gvͦtem willen bræche enzwei TürlArabel *A 54,9; und vinde des in ime einen wol bereiten guͦten willen Tauler 139,6; si wolten sich bereiten: das schein ein harte guͦter wille ebd. 137,27; RvZw 19,6    9.4 bezogen auf Wort, Gebärde, Tat als Ausdruck freundlicher Gesinnung: lobe ich si, sô man ander vrouwen tuot, / daz engenimet si niemer tac von mir vür guot MF:Reinm 10: 1,6; er hôrte wol, daz man vür guot / dâ sîner worte niht enpfienc KvWTroj 18236; diu rede was im ande und dûhte in niht ze guot Kudr 992,2; ir mochtet mir bescheinen / doch mit guoter rede, daz / ir mir wêret nicht gehaz HvFreibTr 1027; lützel guoter sprüche redet’ er dar zuo NibB 1500,2; dô gap er mir vil guotiu wort Loheng 1404; [von einer Beschimpfung:] hebe, swa vúr du wilt wand vúr guͦt [ tene verbum a me dictum in omni genere nisi pro bono ] UrkCorp (WMU) 26AB,37,38. der guote gruoz der vreut den gast, swen er în gât MF:Sperv 2:13,1; mit guotem urloube si kômen ûf den sê NibB 526,3; dô wart der rîterlîchen maget / von mir gnâde gesaget / ir guoten handelunge Iw 389. 6480; gûte gâbin EvBeh Mt 7,11; so suͦlen wir den buͦrgere van Kolne guͦd inde geneitlig [gnädig] gerichte duͦn UrkCorp (WMU) 3485,20. 83,40. der rîche friunt sol hân [La. nemen ] für guot / den dienst, den ime der arme tuot Freid 98,5    10 ethisch ‘gut’    10.1 von Personen ‘rechtschaffen, tugendhaft, ehrenhaft’ da mit [...] er im selben ein urchunde tuot, / daz erne ist reht noch guot VRechte 286; man wirt mit guoten liuten guot, / mit übeln übel, dâ man übel tuot Freid 107,10; soliche reht [...], da von die gvͦten vnd die vnschuldigen lvte in fridelicheme gemache bliben UrkCorp (WMU) 372,36; der guote man swaz der in guot / und niwan der werlt ze guote tuot, / swer daz iht anders wan in guot / vernemen wil, der missetuot Tr 5; Iw 4898; reht und einvaltis muͦtis / was er der reine guͦte [Jakob] , / in herzen und in muͦte / hater sih valschis gar bewegin RvEWchr 5490; des hiet ich gern mir erkorn / einen schenken der wære / guot und êrbære EnikWchr 5420. 19898. – im Sinne höfischer Standesethik: Gâwein, / an dem niht tes enschein / ezn wære hövesch unde guot, / der erzeicte getriuwen muot / hern Îwein sînem gesellen Iw 2699; jâ hoere ich vil der tugende sagen von eime ritter guot MF: Eist 12:2,1; vor gote ich guoten wîben bite, / daz in rehtiu mâze volge mite Parz 3,3. 128,2; swer guotes wîbes minne hât, / der schamt sich aller missetât Walth 93,17. – übertr. von herze, muot: ir wîplîch herze was sô guot, / ein arke für unkiusche fluot Parz 477,11; reinez herze und reiner muot / diu sint in allen wæten guot Freid 112,22; sô was doch innerthalp der muot / sô reine gartet und sô guot, / daz edeler muot und reiner art / under helme nie bedecket wart Tr 6718. – betont religiös: dîe guoton sêla. dîe der ín sélbon conscię sint íro brôde Will 52,40; di undir iv werden guͦt die sin mine sun in got, / die ubelen ich zersprenge, elliv genade si in enge GenM 107,34; der guͦte lidet sich darinne durch got, und der ist luterlichen sin grunt [...]; aber der boͤse enmeinet got nút und vellet in die súnde sunder bekorungen Tauler 116,15; gute Engel (im Ggs. zu den gefallenen): do di gutin engili al / an sahin den sinin [Lucifers] val SuTheol 59. – als Epitheton heiliger, frommer Personen: der guote biscoph Guntere vone Babenberch VEzzo 1; Wärbel der vil snelle den guoten bischof vant NibB 1427,2; Moyses der vrone bote guot VEzzo 326; do sprach Jacob der guͦte RvEWchr 5519; den guͦten sanctum Brendanum Lucid 39,5; ir habet ainen hêren lîchnâmen, / den guoten sante Stephânen Kchr 13754; hey waz guoter pfaffen ze sîner bîfilde was! NibB 1065,4; den seligen vnd den gvͤten swestern prediger ordens ze Tvln UrkCorp (WMU) 2740,29; man liset in der heiligen schrift, daz die guoten liute in der alten ê gesworn hânt unde die heiligen in der niuwen ê PrBerth 1:266,13; swâ sô man diu klôster und guote liute vant NibB 1061,2 (nicht wie 9.1.4, vgl. Heinzle z.St.).    10.2 von Gesinnungen, Handlungen und Zuständen; guoter sin, wille usw.: an swen got hât geleit / triuwe und andern guoten sin, / volle tugent Iw 2427; diu cristenheit gelepte nie sô gar nâch wâne. / die sî dâ lêren solten, die sint guoter sinne âne Walth 33,32; der bose wille machet den menschen bose vnd uͦbel. vnd der guͦte wille machet den menschen guͦt PrLpz (L) 53,26; ein guͦte begerunge eins nuwen wesens und eins guͦten dinges Tauler 12,25. – formelhaft guotiu triuwe: ir triuwe diu ist guot, / der mîner vrouwen mâge sô schône kunnen pflegen NibB 1815,2; si habent uns iu recken ûf guote triuwe her gesant ebd. 1440,4; Parz 428,22; daz guot behielt diu vrouwe wol / mit guoten triuwen, als man sol / behalten daz bevolhen ist Boner 72,21; dat wir, die stat van Kolne [...] in guͦden truwen sunder arge list dar ane suͦlen halden UrkCorp (WMU) 380,18; wir súlen inen mit guͦten trúwen oͮch behaben, was da vor verschriben ist ebd. 5C,34. 1310B,5; hêre, ist iuwer triuwe iht boese, / sôn durft ir sie niht loese; / seht, ist sie aber guot, / nemt ez rehte in iuwern muot Rittertreue 721. guotiu werc: sámo zîerent díh gûotív uuérch in mînero ána sûne Will 66,14; so der tiuvel niht erwenden kan / guotiu werc an guotem man Freid 68,17; wan swer guoten willen hât, / ist daz er guotiu werch begât, / der ist ûf der rehten strâze LvRegSyon 1898; und tete als vil guͦter werke als alle die welt mit einander tuͦt Tauler 188,9. guotez leben, guotiu site: swâ mensche in guotem leben ist, / dar kêrt der tiuvel sînen list, / wie er in unstæte gemachen müge Freid 68,22; hüetent iuwere ougen / offenbâr und tougen, / lânt si guote site spehen / und die bœsen übersehen Walth 87,19; swer sich flîzet guoter site, / dem volget dicke sælde mite Freid 108,23. guotiu lêre, guotez bilde (Beispiel, Vorbild): daz ist ál daz gerúste [die Waffen] gûoter lêro unte gûoter uuércho Will 58,25; stûret míh mít íuvueren gûoten bíliden ebd. 31,6; daz geborn wart Christ, / daz er die touffe enphiench / unde uns manich guot bilede vor begiench, / manege diemuotin Hochz 896; swer iu guote lêre gebe / und selbe iht gæbeclîche lebe, / dâ nemet ir guot bilde bî / und enruochet, wie dem andern sî Freid 71,3; die uns guot bilde solten geben, / die velschent gnuoge ir selber leben ebd. 69,21. alliu guotiu dinc: got, vater ewich, ist daz angengi / allir guoten dingin SuTheol 2; wande er rehte ein anevanch / aller guͦten dinge ist Kröllwitz 437    10.3 dem äußeren Anschein nach guot: sîniu wort diu sint guot: / von den scheidet sich der muot Iw 3125; aber haut er guͦten schin / und ist guͦtz willen blozz Teichn 492,92. – ~ schînende: also ward er jemerlich zertragen in verrú land [weithin verleumdet] von derley guͦtschinenden menschen Seuse 125,18. 156,17; den genuͤget mit iren guͦtschinenden werken Tauler 288,2 u.ö.; 36,1. 288,18. 374,11; Eckh (Pf) 340,30; MerswZM 49,2    11 als Maßbegriff    11.1 ze guoter mâze ‘genau passend, angemessen’, hier litotisch für ‘überaus’ unz daz in zeinen stunden / slâfende vunden / drî vrouwen dâ er lac, / wol umb einen mitten tac, / nâ ze guoter mâze / bî der lantstrâze / diu in ze rîten geschach Iw 3365; der künic was sînen gesten ze guoter mâze holt Kudr 325,2    11.2 ‘reichlich, beträchtlich’; bei Mengenbezeichnungen: unt swaz der wîten rîche ist uns undertân, / der sult ir teil vil guoten mit samt Kriemhilde hân NibB 693,4; von den chæsen sol man einem iechlichem herren gebn ein guot fierteil in daz chrowt UrkCorp (WMU) 3204,7; [...] Rvͤdmar der Havengazzer vnd ander ain guͤtail, die der bei gewesen sint ebd. N662,18; einen guͦten halben braten BvgSp 94. – bei Längenmaßen, Streckenbezeichnungen: einer guoten mîle / an der lenge het diu schar Ottok 96001; Lûnete, / diu im geselleschaft tete / einen guoten wec hin Iw 5553; Achiron lieff hinder sich / ainen guten weg hin dan HvNstAp 5043. – bei Bezeichnungen der Dauer: dâ stuont er guote wîle Tr 18650; wiez [...] nu guote wîle si gewant ebd. 8483; do er ein guͦt wili sin herz also mit got erkuͦlte Seuse 85,23; in guͦtim altir man in sah / von dirre welte scheiden hin RvEWchr 18961; guot zît Heidin IV 1390    12 vür ~ haben / nemen / entphâhen s. unter 1.1.5, 5.1.2, 8.5, 9.1.1, 9.4; vgl. auch → verguot Adv.    13 subst. Gebrauch    13.1 MF. ‘der, die Gute’    13.1.1 allgemeiner, ‘Rechtschaffener’ swem mîns dienstes nôt geschiht / und swer guoter des gert, / dern wirt es niemer entwert Iw 6003; sîn keiserlîchez houbet zimt ir alsô wol, / daz sî ze rehte nieman guoter scheiden sol Walth 18,33; das ir dekeinir das niht lat / guͦter noh unguͦter, / si slahin vater und muͦter RvEWchr 1550; Sant Francisk het die ger / ze gote alle zît, daz er / bat die tumben und die wîsen, / guot und unguot, sich bewîsen, / wie er möhte baz geleben LvRegFr 3260    13.1.2 stärker religiös, ‘Frommer, Heiliger’ die vriunde an dem rate / daz sint die tougen guote, / wan si uns helfent bringen / zuo den christenlichen dingen Hochz 376; die guoten enphahent vröuden leben, / die übelen varent der helle grunt JTag 370; alsust beteilet got dy beyde [Gute und Böse] , / ydoch mit underscheide. / wan dem guten gybt und tut / daz man nennet geistlich gut / und riche geistliche gab Hiob 10579    13.2 N. ‘das Gute’    13.2.1 ethisch: von dem holze des lebenes, des guͦten und des ubeles, / uon dem holze der gewizzene uindet hie geschriebene GenM 9,23 (Rubrik); ir ist sô vil, die des nu pflegent, / daz si daz guote zübele wegent, / daz übel wider ze guote wegent Tr 30; alsô kleine schat ez iht, / dô der man daz guote sagt; / ez schat im mêr, ob erz verdagt UvEtzAlex 22461    13.2.2 ‘Erfreuliches’ du bewîsest mich des guoten / bî [dem Sach-Symbol] der krummen ruoten: [...] daz noch von dem getwange mîn / ir knie müezen biegen / alle künge und sich smiegen UvEtzAlex 1917    13.2.3 ‘Wertvolles’ und der mage der kochet die spise und teilet das grobe, das boͤse von dem guͦten Tauler 294,7    14 Ansätze zu adv. Gebrauch    14.1 zus. mit → wol: was das îe ze keinir vrist / reht, guͦt unde wol getan, / so muͤzes iuh ze guͦte irgan RvEWchr 19105; geschieht daz: wol vnd gvͦt. mag aber sin [...] niht geschehen [...] UrkCorp (WMU) 1058,41    14.2 in der Wendung ez guot tuon, hier ‘tapfer kämpfen’ (vgl. 2.1 ): Sîvrit der recke, der het ez guot getân, / des im jehen muosen alle Guntheres man NibB 221,3. 2135,1; der was von rîterschefte wunt, / und hetz ouch dâ vil guot getân Parz 46,19; si [Frauen] vuorten mannes kleider an / und hêtenz ofte guot getân / an manger rîterschefte / mit wîplîcher krefte Wig 9139. 11016; RvEAlex 7091

MWB 2 1028,1; Bearbeiter: Plate

guot stN. Pl. (nur in Bed. 2) guot und güeter, s. WMU 1,772. 1 ‘etw. Zweckmäßiges, Nützliches, Zuträgliches, Förderliches; etw. Erfreuliches, Angenehmes’
1.1 ohne Präp.
1.1.1 allg.
1.1.2 etw./jmd. ist dehein/  nehein ~ ‘nichts nütze, unbrauchbar, ungeeignet’
1.1.3 daz hœhste/  obereste ~
1.1.4 personif.
1.2 mit Präp.
1.2.1 durch
1.2.2 in
1.2.3 mit
1.2.4 ze guote , oft mit Dat.d.P. (vereinzelt d.S.)
1.2.4.1 ‘(jmdm.) zum Vorteil, zu jmds. Gunsten, zum Nutzen einer Sache’
1.2.4.2 ‘in guter, nutzbringender Absicht’
1.2.4.3 ‘mit Wohlwollen, in Güte’
1.2.4.4 in besonderen Verbindungen mit bestimmten Verben.
1.3 in der Wendung swaz jmd. guotes kan/  weiz u.ä. ‘was jmd. an Zweckmäßigem leisten, beitragen kann’
2 ‘(liegendes oder bewegliches) Eigentum, Besitz’
2.1 allg.
2.1.1 ohne Präp.
2.1.2 mit Präp.
2.2 in mehr oder weniger festen Verbindungen
2.2.1 mit verschiedenen die Art des Besitzerwerbs bzw. die rechtliche Stellung des Besitzes bezeichnenden adj. Attr.,
2.2.2 bereitez/  gereitez ~ ‘nicht fest angelegter Besitz, verfügbare Habe, bares Geld’
2.2.3 geltendez ~ ‘abgabepflichtiger, zinsbarer Besitz’
2.2.4 ligendez ~ ‘unbewegliches Gut, Immobilie(n)’
2.2.5 varndez ~ ‘bewegliche Habe’
3 ‘Ertrag, Gewinn’ einer Liegenschaft
4 ‘Bezahlung, Kaufpreis’
   1 ‘etw. Zweckmäßiges, Nützliches, Zuträgliches, Förderliches; etw. Erfreuliches, Angenehmes’    1.1 ohne Präp.    1.1.1 allg.: daz under allen den dingen, die man handelt, notduͤrftig ist ein muͦter allez guͦtes, daz ist die einhellekeit UrkCorp (WMU) N77,21. ob im von guotem wîbe / ie dehein guot geschach Iw 3351; Tr 2; swâ liep unde guot / den recken widerfüere NibB 1402,2; ich enbiute mînen vriunden liep unde allez guot ebd. 1410,2; UrkCorp (WMU) 3290,10; si enbuten ouch Prünhilde dienest unde guot NibB 1426,1; got gebe dir hiute und iemer guot Walth 49,26; Roth 1256; wie moht er dô verstên, / waz er dâ mit meinte, niwan allez guot? NibB 2171,3. dune solt an mir niht vinden niwan triuwe unde guot NibB 2337,4; der [...] erkennet übel unde guot Walth 44,2. 123,20; swer merket übel unde guot Freid 107,8; der man, / der guot und übel betrahten kan Tr 18. daz ir im niemer mê getuot / deweder übel noch guot Iw 5006; Freid 107,4; daz er im liep unde guot / [...] wider sînen willen tuot Iw 6667; er’n hât uns niht getân / niwan guot und êre NibB 868,2. daz mîn munt in [Frauen] iemer sprichet guot MF:Berng 5:3,6; Wig 2954; KLD:RvR 10:1,7; ich wil in niuwan guotes jehen Iw 1887. 7322; und hat mir rehte und redeleich allez daz gelaistet, daz er mir het gelobt, also daz ich in nihtes zeihe danne liebs und guͦts UrkCorp (WMU) 3320,23; liebes unde guotes, des wurde ich von ir gewert Walth 14,23; jmdm. guotes gunnen: En 4284; Parz 422,16. 647,22; SM:UvS 25: 1,1; ir vrouwe wære / unbekêriges muotes: / sine kunde si deheines guotes / mit nihte überwinden Iw 1998; sô man danken sol / sô wirdeclîches guotes, / [...] des mir ist von iu getân RvEGer 5551    1.1.2 etw./jmd. ist dehein/  nehein ~ ‘nichts nütze, unbrauchbar, ungeeignet’ zorn ist nehein guͦt Rol 1498; si wolden trœsten im den muot. / daz enwas dehein guot [vergeblich] KlageB 2480; die schilte [...] / vür stiche wâren dehein guot [schützten nicht] Wig 6662; so pin ich dir dehein guot [d.h. so nützt dir der Besitz meiner Person nichts] ArnoltJul 146; Spec 44,29; Greg 2660; HartmKlage 462    1.1.3 daz hœhste/  obereste ~ : jr frauwen, [...] vwere grüsze der welt gebent / freude vnd hohen muͦt! / das ist das öberste gút, / das der welt mag geschehen Krone 29993; KLD:Kzl 10: 2,14; [stufenweise Teilhabe an Gottes Gutsein:] wesen iht [etwas zu sein] , daz ist des nidersten guotes; wesen reht ist des mittelen guotes; wesen in dir [Gott] unde dich niezen völleclîche, daz ist daz hœhste guot, daz crêâtûre haben mac DvAOff 10; diu gotes minne [...] wil offenbære / sîn in dem herzen’z hœhste guot [der oberste Zweck, Ziel alles Strebens] LobGesMar 2,11. – entspr. dem philos. Begriff des summum bonum: daz oberste guot, daz got ist, daz ist unbewegelîcher denne niht Eckh (Pf) 506,25; WälGa 5709; Eckh 2:440,6; DvASchr 357,15; DvAOff 50    1.1.4 personif.: dich [Gott] minnet, guot [Vokativ] , / des reinen herzen güete LobGesMar 74,3; DvASchr 370,19; swenne ich für si gên, dur daz si grüezze mich, / so kêrt si sich von mir, daz reine guot SM:Had 7: 4,4    1.2 mit Präp.    1.2.1 durch: daz ez [Zurechtweisung] ir nútze ist an der sele unde daz ez dur guͦt [in guter Absicht] ist geschehin PrGeorg (Sch) 19,311; ichn râtez iu niuwan durch guot Iw 1862; NibB 2016,1; daz hân ich gar durch guot getân Iw 1990; und tete daz durch allez guot ebd. 1785; er ne gert diner minne / niewen durch din gut [zu deinem Besten] En 9778(App.); duͦrch offenlich guͦt unde gemeinen nuͦtz gesezzener luͤte in unser stat UrkCorp 3496,35; VRechte 301; SuTheol 47    1.2.2 in: swaz er uns zu leide / durch unsern geloben tut, / daz wandelt uns got in gut [beim Jüngsten Gericht] Vät 38486; der guote man swaz der in guot [in guter Absicht] / und niwan der werlt ze guote tuot, / swer daz iht anders wan in guot [als etwas in guter Absicht getanes] / vernemen wil, der missetuot Tr 5.7; dar an er im bescheinte / daz erz in guot meinte Er 4903; ‘desiderium’ [ ist ] ettewenne in guote [in gutem Sinne] , ettewenne in ubile gesprochen PsWindb 105,14(Randgl.); TrudHL 79,17    1.2.3 mit: ze samene sie [Liebende] gesâzen, / ir leides sie vergâzen / mit frouden unde mit gûte [Wohlbefinden] En 12889; lieber herre, / ir hât uns vil verre / geliebet unde gêret; / daz enwære niht wol gekêret, / wir engultenz iu mit guote AHeinr 977; ob sî ir vrouwen haz / bekêrte mit guote [in Güte, durch Zureden] / ze senfterem muote Iw 2007; sich setzet manger wider mich / also vesteclich, daz ich / mit guͦt sin nvͥt betwingen kan JvKonstanz 321 (ähnl. Wig 2634 ); ‘â bon eure’ sprach daz kint / ‘mit guote [wohlan, nun gut] , daz lât alsô sîn.’ Tr 3203 (vgl. Tobler/  Lommatzsch 6,1214). 3377    1.2.4 ze guote, oft mit Dat.d.P. (vereinzelt d.S.)    1.2.4.1 ‘(jmdm.) zum Vorteil, zu jmds. Gunsten, zum Nutzen einer Sache’ si tet mir [...] / vil ze liebe und ouch ze guote MF:Veld 16:2,2; daz siͤ daz stete haben und leisten, wende si iz in zu guͤte haben getan und durch rechte truͦwe UrkCorp (WMU) 611,4. 2859,25; und ist dis beschehen beiden guͤtern ze nutze und ze guͦte ebd. 2389,30; wes ich mir von ir ze guote, wes ich ir von mir ze dienste [...] / hân gewünschet KLD: UvL 14: 3,3; ze guote bist dû mir genant [bestimmt] HartmKlage 1685; ohne Dat.: ich [...] wânde weln ze guote / und hân [...] michel leit genomen ZwBüchl 634; der eine tuot mit sînem lîbe / al daz er mac ze guote [zu seinem Vorteil] KLD:Namenlos h 34,4; got rihtet [...] / ze übele unde ze guote Freid 3,10. – etw. ergât/  geræt/kumt jmdm. ze guote: Rûal, dem ez [Tristans Abreise, bei der er Rual mit Parmenien belehnte] ze guote ergienc, / der grôze vrume dâ von enpfienc Tr 5837; kum ze dem der dich dâ ladet / ze gnâden und ze heile, [...] / daz kumt dir gar ze guote LBarl 4042; ReinFu K,1028; KlageB 136; RvEBarl 9828. – etw. jmdm. ze guote geben / kêren / vüegen: got gebe/  vüege mirz ze guote: KLD:UvL 25,1; UvLFrd 45,18; Dietr 6137; daz si mîme lîbe / iht des ze guote kêre / daz ich si minne und êre KLD:Namenlos h 35,5; Wig 9588; KLD:UvW Leich 1,41    1.2.4.2 ‘in guter, nutzbringender Absicht’ tuost dû daz ze guote, / sône wîze ich dir dar umbe niht Walth 50,29    1.2.4.3 ‘mit Wohlwollen, in Güte’ daz irz [meine freimütigen Worte] ze guote wellet hân Bit 8086; daz ein wîp ze guote mîne klage verneme KLD:Rub 15B:4,8; daz mirz diu werlt ze guote verstât [in einem mir günstigen Sinne auffasst] / und mich deste lieber hât HartmKlage 1101; Walth 109,3. – mit denken, niht vergezzen: nu gedenket ouch dar an / ze guote und alse der vriunt sol Tr 14201. 1; [ ich ] gedenk ze guote dîn SM:Ro 2: 2,4; so mac ich des von Oesterrich ze guote niht vergezzen Tannh 5,67; MF:Rugge 1:2,8; SM:WvK 2: 5,7. 7: 2,3; Renner 1278    1.2.4.4 in besonderen Verbindungen mit bestimmten Verben. – etw. ergât/  geræt/  kumt ze guote ‘etw. entwickelt sich günstig, geht günstig aus, führt zu etw. Gutem’ iuwer dinc sol [...] / ze êren und ze guote ergân Tr 1637; daz kumet niht wol ze guote MF: Reinm 39: 2,9; Iw 2705. – etw. (jmdm.) ze guote bringen / kêren ‘etw. zu einem (für jmdn.) günstigen Ende, Ergebnis führen’ des wil mir sender smerze / von nôt gesigen an, / sin [die Minne] kêre mirz dannoch ze guote, / daz sî die reinen twinge gegen mir ê SM:Had 1: 7,9; ir hânt [...] ze guote gekêret / mîn dinc Iw 7534; sus brâhte siz [...] / ze suone und ze guote ebd. 2052; Er 6307    1.3 in der Wendung swaz jmd. guotes kan/  weiz u.ä. ‘was jmd. an Zweckmäßigem leisten, beitragen kann’ kunde er, swaz ieman guotes kan, / daz hulfe niht ein blat Walth 103,35. 18,21; ich wil der küniginne / mich willeclîchen nemen an, / und allez daz ich guotes kan, / dâ mit wil ich besorgen / sî âbent unde morgen Reinfr 14434; ich wil vil gerne singen, swaz ich guotes kan, / durch dich SM:Ta 1: 4,6; ZwBüchl 530; Tr 2651; Flore (S) 4593; Ottok 14349. 27366. swaz si guotes westen / der vrouwen und ir kinde, / daz riet in daz gesinde / und trôsten die künegîn KlageJ 810; HartmKlage 573; Ottok 14379. 68704    2 ‘(liegendes oder bewegliches) Eigentum, Besitz’    2.1 allg.    2.1.1 ohne Präp.: der wirt bôt im sîn guot Iw 4841; nu dienet michel guot NibB 1414,1; nieman mac sîn erbe verkaufen wan durch êhafte nôt, die wîl er ander guot hât BuchdKg 53,12; ze Hinperc het ich schoeniu guot. [...] / wenne sol ich iemer mer die gülte drabe enpfahen? Tannh 14,39; das wir hant gegeben ze kovffende [...] Walther Kvssepfenninge von Kolmer das guͤt, das er vnder sime pfluge hette UrkCorp (WMU) N533,12; ich wil daz [geliehene] guot niht lenger ûf mir hân: ich wil ez gelten unde widergeben PrBerth 1:7,12; zwiu sold’ ich mînen fînden lân sô michel guot? NibB 1272,3; du hâst erslagen Naboth [...] unde hâst der witwen und den weisen ir guot genomen BuchdKg 57,2; NibB 1141,2; duo wurten die brûdere [Kain und Abel] [...] des inein, / daz ir iewederer nâme sînes guotes sô file in gezâme / unt si gote oppherôten Gen 606; deme brach sîn schif unt virlôs sîn gût unt virarmite PrMd (J) 347,28. wâget, rîter, daz leben. / nû ist iu lîhte guotes nôt: / werdet rîche, od liget tôt Iw 6615; mîn bruodr ist guotes rîche Parz 497,3; En 12801; vil manec rîchiu malhe / wart guotes îtel KvWTurn 787; RvEBarl 10063; KLD:Kzl 16: 6,4; KvWLd 31,59. – bes. in Verbindung mit anderen Subst.: êre unde guot / hât nû lützel ieman Walth 90,29; dô clagetes harte sêre / ir guot und ir êre Iw 5704; AHeinr 398. 495. 617; SM:UvS 31: 1,10; daz im diu armuot benam / sîne habe und sîn guot Eracl 665; die vorgenanten weyngarten vnd all ander hab vnd guͤt [...], daz di vorgenant Margret lazzen hat UrkEnns 6,407 (a. 1342); StRBrünn 369; guot unde lîp / daz wâget er durch êre Kudr 347,2; Iw 1467. 1922. 8140; er hæte lant, liute unde guot Tr 341; liute und guot, swaz heizet mîn, / daz kêr ich iu gein diens siten Parz 362,2; daz wir [...] haben verkouft [...] allu̍ reht und guͦt, vnd eigen lu̍te, die wir haben ze Merkelingen UrkHerrenalb 6,343 (a. 1346)    2.1.2 mit Präp.: Esau fuor an sîn guot [Landgut, Anwesen] , Jacob irbeizte ze Sochot Gen 1589; sie hete aber gar ir muot / an habe gewant und an daz guot Eracl 1998; dreut ein man dem andern an sin lip oder an sin gut StRAugsb 132,22; UrkCorp(WMU) 312AB,14. er lie deheinen âne guot / von im gân mit armuot RvEBarl 14451. dur guot man nieman morden sol Boner 61,68; WälGa 13228; daz her dorch dehein gût [um nichts in der Welt] / iemer dâ niht belibe En 1624. daz ich [...] verkouft han [...] mynen hob [Hof] zu Aslor in dem dorf mit huse, schuren unde schoppen unde mit allen den guden, die dar zu gehorent UrkDOHess 2:504,14 (a. 1341); stirbet oͮch eine hie, der so arn ist, daz man în mit sime guͦte niht bestatten mac UrkCorp (WMU) 80,7; NibB 29,3; Iw 2907. sie [Akk.] getraf diu liebe nie, / die dâ nâch dem guote und nâch der schœne minnent Walth 49,36; lâ dir niht ze wê sîn nâch dem guote ebd. 22,35. daz er úns ein burg buwe uf únsirme guͦt, swa wir wellen UrkCorp (WMU) 485,15; ez sol auch Ulrich der Guldin sitzen [...] auf seinem guͦt ze Chuͤbach ebd. 1418,5. er bôt sîn dienest umbe guot Parz 17,11; [Kain] sluoc Abeln umb krankez guot ebd. 464,17. wil ein herre wîsen sînen zinsman von sîme gûte SSp (W) 2:59,1. diz glas mit disem tranke nim, / daz habe in dîner huote. / hüetes vor allem guote [mehr als jeden anderen Besitz] Tr 11454; mirst ein wîp [...] / liep und wert vor allem guote KLD:TSchreiber 4:5,2; vil guot vor allem guote / ist der wîbe güete, unde ir schœne schœne ob aller schœne [auch Bed. 1 ist mitgemeint: ‘mehr als alles, was gut ist’ ] KLD:UvL 25,31. 39: 5,6; SM:WvT 4: 4,5; KvWTroj 21696. swer sich ze guote alsô verpflihtet, / daz er beider [d.h. gotes hulde und êre ] wirt entwert Walth 20,27; sprichw.: swer ze guote wirt geborn, dem kumt bî troume in slâfe guot Marner 15,30; Klausner 319    2.2 in mehr oder weniger festen Verbindungen    2.2.1 mit verschiedenen die Art des Besitzerwerbs bzw. die rechtliche Stellung des Besitzes bezeichnenden adj. Attr., z.B. erbehaftez, ane erstorbenez, eigen, gemeinez, vrîez ~ : s. WMU 1,773    2.2.2 bereitez/  gereitez ~ ‘nicht fest angelegter Besitz, verfügbare Habe, bares Geld’ (s.a. WMU 1,192 s.v. bereite): und mac er [Vormund] bewisen, war an daz [ihm anvertraute] guͦt geleit wart, ob er bereitez gvͦt dar umbe gab, selbe drite, er ist [...] ledic [vom Vorwurf der Veruntreuung] SchwSp 31a. 29b; sô nim gereitez guot in dîne hant unde lege im [Gläubiger] daz für, reht als vil dû im gelten solt PrBerth 1:74,16; StRGörlitz 475    2.2.3 geltendez ~ ‘abgabepflichtiger, zinsbarer Besitz’ so schol das vorgeschriben gotzhaus umb dieselben pfenning mir und auch meiner iunckfrawn [...] ain geltentz gut kaufen [...]; und swas das iareleichen gilt, das schuln si uns geben [...], dieweil wir leben [...]: und nach unser baider tod schol sich dasselb gut mit aller seiner gult [...] an das oftgenant gotzhus vervallen UrkFürstenf 161 (a. 1331); UrkHohenb 381 (a. 1343). – Kapitalanlage an geltendez ~ : dc her Cunrat [...] zu unserm kloster geleget hat an geltende guet drizik fphunt und hundert fphunt heller UrkCorp 1581,10; UrkEssl 323 (a. 1334). – Kredit ûf geltendez ~ : er lihet mir sin guͦt uf mine huͦbe oder uf anders geltendez guͦt oder uf andriu phant SchwSp 75a; PrBerth 1:437,29. – übertr. auf die Einkünfte, den Ertrag: sô habe wî ouch gesatzet dî erbe vf deme lande vnde daz geldende gût. swer eine gewisse mark geldes hât an getreide, an silbere oder an phenningen, der schol sî verschozzen [versteuern] zv einem mâl indeme iâre vor ein lôt UrkZeitz 13 (a. 1322) (s.a. Anm. z.St.)    2.2.4 ligendez ~ ‘unbewegliches Gut, Immobilie(n)’ (s.a. WMU 2,1136 s.v. ligende): so wendet si alle ir sinne, / daz si ligende guͦt gwinne StrKD 119,410; noch enmugen sú noch súln von iren ligenden guͤtern [ ab ipsis bonis immobilibus 5A,29] enkein gotzhus wan únserm dekein selgerêt setzen UrkCorp (WMU) 5C,35. N613,21; Mühlh 143,9    2.2.5 varndez ~ ‘bewegliche Habe’ (s.a. WMU 3,2015 s.v. varnde): daz varnde guͦt heizzet, das suln wir iu sagen: golt unde edel gesteine unde silber unde vihe und ros vnde allez daz man getriben unde getragen mag SchwSp 80b; er [...] begunde geben / sîn erbe und ouch sîn varnde guot AHeinr 247; liute, lant, noch varnde guot, / der decheinez mac gehelfen dir Parz 267,10; Eracl 532; WernhSpr 17,4; SpdtL 137,8; Pl.: ebd. 88,27. 89,1. Joseph gewan dem künige [...] grôzez varndez guot BuchdKg 27,13; schœniu varndiu guot PKchr 182,30. 164,53. ich wil nû teilen, ê ich var, / mîn varnde guot Walth 60,35; diu liebe hât ir varnde guot / geteilet sô, daz ich den schaden hân MF:Reinm 6a: 3,1; swer deme andern sîn varnde gût lîhet oder sazt oder zu behaldene tût SSp (W) 1:15,1; Iw 7191. êre und varnde guot, / der ietweders dem andern schaden tuot Walth 8,14 (nach C); varnde gut / ieslichem gehaltere tut / an siner sele [...] schaden StrKD 4,393. – umgedeutet, ‘vergängliches Gut’ êst varnde guot, mit dem wir varn: / nu füege, herre, mir des stæten guotes iht SM:UvS 35: 4,7    3 ‘Ertrag, Gewinn’ einer Liegenschaft: das die von Heiligenstein iemer sulnt haben zeime rehten erbe das vorgenante guͦt [...] und sulnt cehenden und cins verrihten mit solicheme guͦte, das duffe wehset UrkCorp N391,12    4 ‘Bezahlung, Kaufpreis’ dc ich han gegeben [...] zuͦ coufende umbe zehendehalb phunt Baseler min holz [...], unde han enphangen von den vorgenanten herren von Paris dis guͦt unde bewendet in bessern nuz mir unde minen erben UrkCorp (WMU) N591,9; und sol man von dem guͦte des koufes unserre wirtinne fur [Frau] Sophien zem allerersten berihtet [l. berihten ] und dar nach mit dem andern unser sele dinc schaffen ebd. 331,35

MWB 2 1038,1; Bearbeiter: Bohnert

guotære stM. ‘jmd., der gut ist’ got [...] ist der hoͤhste guͤter Gnadenl 3:A2,133. – als Personenname: der Guͦtere, der Ghuͦter (hsl. Überschriften in: Holz, Jenaer Liederhs. S. 66 und 78)

MWB 2 1043,1; Bearbeiter: Bohnert

guotbotescheftlich Adj. ‘das Evangelium betreffend’ euangelicas choruscationes: die guotbotesceftlichen blechchezunge PsWindb 96,Oratio

MWB 2 1043,5; Bearbeiter: Bohnert

guotdunken stN. Substantivbildung aus der Verbindung mich/  mir dunket etw. guot (vgl. guot Adj. 3); flekt. wie subst. Inf. ‘eigenes Belieben, freies Ermessen’ die sich zuͤ got gekert hant, [...] die volgen im [...]. aber die sich von got gekert hant [...], die volgen irem gutt duncken und der beheglicheit irs eigen willen Geistb 1,140; alse si got irvechten wollen, alliz bit in selver in irme eygenen willen, vol guͦtdunkens in ire eygenre naturen Seuse 533,3; [der Mensch soll] warten uf den aller liebsten willen gotz und uf sin werk in aller gelossenheit und nút gotz werk verderben in eime vermessenlichen guͦt dunkende Tauler 184,26; ir wellent einen ieklichen [...] urteilen nach úwer wise und nach úwerm guͦtdunkende ebd. 180,15. 287,7. 335,28

MWB 2 1043,8; Bearbeiter: Bohnert