Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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g – gâchlîchen
gâchmuot – gagen
gagen – galander
galanderisch – 1galle
2galle – galter
galtnüsse – gamerot
gamîe – gancheil
ganclîche – ganteren
ganz – gärmic
garn – gartenhuon
gartenhûs – 3garwe
garwwurz – gastmeisterin
gastnusse – gaʒʒenspringer
ge- – gebæric
gëbærin – gëbendic
gebenedîunge – gebietære
gebietærin – gebiurischlich
gebiurlich – geböume
gebôʒ – gebrëst, gebrëste, gebrësten
gebrëstelîn – gebrûchic
gebrûchlich – gebunt
gebunt – geburst
geburt – gedâht
gedâht – gedense
gederbe – gedinge
gedinge – gedrange
gedrâte – gedünste
gedurchtriben – gegate
gegatrom – gegenkouf
gegenlëder – gegensetzunge
gegensidele – gegenwertes
gegenwertic – gegihte
gegiric – gehaʒʒic
gêhe – gehëlfe
gehëlfelîche – gehilfe
gehilfic – gehœric
gehœrlich – gehügenisse
gehugesam – geifer
geifervrâʒ – geiselrieme
geiselruote – geisticlich
geistîn – geiʒhorn
geiʒhût – gejeitschuoch
gejeitvogele – gekünne
gël – gelegede
gelegelich – gelende
1gelende – gêlîche
gelîcheit – gelîchmëʒʒunge
gelîchnisgëbende – gelide
gelidemâʒe – gêlingen
gelîp – gëlm
gëlmen – geloup
geloup – gëlte
gëltel – gelückede
gelückederat – gelüstelîn
gelustic – gemahel
gemahelbettelîn – gemæʒicheit
gemæʒiclich – 2gemeine
1gemeinen – gemeinsin
gemeinunge – gemerrede
gemêrsal – 2gemüete, gemuote
gemüetic – gemutzet
gemʒe – genâdenschüʒʒel
genâdensol – genæmicheit
genamʒôn – genemede
genende – genëserinne
genetzen – genieʒen
genieʒlich (?) – genôʒen
genôʒgeselle – gensîn
gensischen – genuhtlîchen
genuhtrîch – genuʒ
genuʒt – gephrange
gephünde – 1gerat
2gerat – gerëhen
gerëht – gereisic
gereitære – gerieme
geriemen – gerihticlîche
gerihtinsigel – geriune
1geriusche – gerouche
geröufe – gerte
gerte – gerûmiclich
gerummel, gerumpel – gêrvalke
gerwære – gesaten
gesatznissede – gescheftbrief
geschefte – geschepfnisse
geschepfunge – geschiuwede
geschoc – geschrihte
geschrîp – gesëhen
gesëhenheit – geselliclîcheit
geselligen – gesihtic
gesihticlich – gesite
gesiten – geslihte
geslinge – gesnæren
gesnarren – gespenstnisse
gesper (?) – gespræchelich
gespræchetac – gespunst
gespür – gestelle
gestellet – gestifte
gestille – gestrenglîche
gestrenze – ge|stunge
gestungede – gesuoch
gesuochære – geswerme
geswërte – gesworn
gesworne – getelle
getelôs – getougen
getougen – getreigeret
getrenke – getrüese (?)
getrügede – getwædicheit
getwædigen – gëtzen
getzsal – gevalte
gevanclich – gevëderen, gevëdern
gevêhe – geverte|lehe
gevertinne (?) – gevlester
gevlitter – gevrier
gevrist – gevülle
gevuoc – gewahsenheit
gewahst – gewaltroubunge
gewaltsame – gewar
gewar – gewe
gewëbe – gewellen
geweltigen – gewërben
gewërbic – gewern
gewërn – gewiere
gewieret – gewinnen
gewinnic – gewist
gewiste – gewonunge
geworden – gewzen (?)
gezagel – gezëmelich
gezemen – gezît
gezîte – gezoc
gezogen – gezwîen
gezwîge – giefen
giege – gifticheit
gifticlich – giht
gihtboum – gimbîʒen
gimme – gippengappen
gippentuoch – giric
giricheit – gischen
gîse – gîtigære
gîtige – 1glan
2glan – glas(e)väʒʒelîn
glas(e)vënster – gleimel
gleimelîn – gleten
glêtphenninc – glipfen
glise – glocke
glockehûs – glôriôs
glôriôslich – gluothaven
gluothert – goder
goedertieren – golf
gollen – goltgesmîde
goltgesteine – goltreit
goltrîch – golttropfe
goltvar – gos (?)
got – gotesarm
gotesbeckære – gotesmordærinne
gotesphenninc – gotgeformet
gotgelâʒen – gotmeinunge
gotmensche – gouch
gouch – goukelære
goukelbilde – goukelspil
goukelsprütze – göumütte, -mutte
göu|phâwe – grabe
grabe – grâf-
graft – gramerʒîe
gramerʒîen – gransprunge
gransprunge – gras(e)phenninc
gras(e)spier – grâvenrëht
grâveschaft – grebinc
grebnisse – gremiclich
grempære – griekech
grien – griffel
griffelære – grimmetât
grimmic – grisegrammen
grîseleht – griuslich
griuwe – groppe
gros – grôʒmüetic
grôʒmuoticheit – grüenheit
grüenlich – grunderëbe
gründic – gruntübele
gruntvestære – gruon-
      gruntvestære stM.
      gruntveste Adj.
      gruntveste stF.
      gruntvesten swV.
      gruntvestene stF.
      gruntvestigen swV.
      gruntvestigunge stF.
      gruntvestunge stF.
      gruntvîant stM.
      gruntvorschende Part.-Adj.
      gruntvriunt stM.
      gruntwalle swM.?
      gruntwallen stV.
      gruntwallunge stF.
      gruntwëlle stF.
      gruntwurze F.
      grunzeht Adj.
      grunzen swV.
      gruo stF.
      gruobe stswF.
      gruobehol stN.
      gruobelîn stN.
      gruoben swV.
      gruome stM.
      gruon-
gruon- – grütschîn
grutte – 1gücken
2gücken – güfticheit
güfticlich – gûlen
gülle – gumpenîe
gunderam – guotdunken
guotdunkende – guotswender
guottât – gürtelgewant
gürtellîn – gymnosophiste

   gruntvestære - gruon-    


gruntvestære stM. ‘Gründer, Erbauer’ fundator: gruntuestare PsWindb 83,Oratio

MWB 2 980,57; Bearbeiter: Bohnert

gruntveste Adj. ‘fest im Grund, Boden; fest hinsichtlich des Fundaments’; bildl.: der kiuschekeite same / gewurzelt het in diner jugent / mit also gruntvester tugent KvWGS 1220; viell. hierher, präd.: mitten in sîme herzen lac / gruntveste der sorgen fundamint Wh 162,27 (oder zu gruntveste stF.). – übertr.: âne gruntvesten sin vil manger sprichet schône KLD:Namenlos h 18,9

MWB 2 980,59; Bearbeiter: Bohnert

gruntveste stF. auch swF. ( PrBerth 1:44,29. 2:63,12; Renner 13369; MarcoPolo 13,3.13; Cranc Jes 24,18 u.ö.). 1 ‘Fundament (eines Bauwerks), tragender Untergrund’
1.1 allg.
1.2 besondere Verbverbindungen
1.3 Basis einer Säule
1.4 tragender Untergrund der Erde
1.5 Erdboden, Festland
1.6 bildl. und übertr., ‘Fundament, Grundlage, Basis’
1.6.1 allg.
1.6.2 von Personen
1.6.3 Einzelnes.
2 ‘Ursprung, Ursache’
3 ‘Inbegriff’
4 wohl ‘Besitzwechselurkunde’ (vgl. gruntvestene 3 )
   1 ‘Fundament (eines Bauwerks), tragender Untergrund’    1.1 allg.: swer ein hûs ûf eine guote gruntveste bûwet PrBerth 2:19,24; disev gruͦft vellet schir. / darumbe erz niht lazen sol, / ern mache die gruntveste vester wol Albert 539; die Romær [...] zefuͤrten diu stat, daz der gruntvest ein stein ob dem andern nicht beleib PrOberalt 144,36; Spec 124,18; Serv 1804; EvBeh Lc 6,49. – sprichw.: ist diu gruntveste guot, / so ist daz oberwerc wol behuot / daz ez niht mac gevallen StrKarl 1651; seltten ain schbere [schwere] maur / wyrt auf posser [schwacher] grundtfest alt Teichn 728,43; WälGa 3201. 3742. 12024    1.2 besondere Verbverbindungen: die gruntveste er [...] ûz der erde brach Kchr 7269; daz dâ würde erhaben / ein tiefiu gruntveste wît KvWSilv 1983; er [...] gebôt / diu betehûs [...] / niderbrechen unde graben / die gruntveste ûz der erde RvEBarl 13513; Kchr 1091; dô wart diu gruntfest gegraben [die Grube für das Fundament ausgehoben] EnikFb 107; swer ainen turn wurchęt der sol eine gruntuestę legen fierekke, dar ûf wurchet er TrudHL 49,10; do wart dú grunt veste geleit / uf den allir besten grunt RvEWchr 32630; EvAug 143,14. sô mag daz schef weder für sich noch hinder sich, reht als ob ez dâ gruntvest hab und dâ gewurzelt sei BdN 251,11    1.3 Basis einer Säule: undir der sul lak eyn grozer mermel steyn czu eyner grunt vestin des pfilers MarcoPolo 13,3.13    1.4 tragender Untergrund der Erde: sage mir [...]: / der erden gruntveste, / warûf er [ got ] die habe geleit LBarl 3115; dirre werlde gruntveste Aneg 97; PsWindb 81,5; Hiob 14103    1.5 Erdboden, Festland: [Gott] sprach: nû werde sunder / wazzer von der erde, daz si trukchen werde. / diu gruntfeste sî gescaffet Gen 58; wohl hierher: die grunt feste der erden / mag niemer reine werden / biz daz dez sunders [d.h. des Teufels] gestank / kumpt in der helle betwang HvNstGZ 7308    1.6 bildl. und übertr., ‘Fundament, Grundlage, Basis’    1.6.1 allg.: [der Apostel] bredege leite alrerst gruntueste an der heiligen christenheit Spec 124,19; ufe dir [Petrus] di gruntfeste / der cristenheit wart geleget Litan 573; swaz dû gehœret hâst von mir / und ouch gelernet, daz sî dir / [...] dîn gruntveste; / dâ soltu zimbern ûfe mê LBarl 7538. 2885. 7448; elliu dinc er [Gott] ervüllet [...]: / er ist ir gruntveste und ir dach Aneg 2212; sîn [des von übelm wîbe geplagten Ehemannes] riuwe ist aller riuwen dach, / sîn riuwe ist aller riuwen / gruntveste BFrau 130; dú wurtze aller guͦter werche hat in dem hertzen ain gruntvesti PrGeorg 261,21; AvaLJ 77,4; Albert 371; WälGa 12023; HeslApk 8457    1.6.2 von Personen: die diemuͦtigen [...] sint gruntueste allir slahte tugende TrudHL 92,20; [Christus] ist ain gruntveste / aller guoten dinge Kchr 8187; sant Peter was [...] ain gruntvest des hailigen rœmischen stuols BdN 217,4 (vgl. Mt 16,18); [Friedrich II. ist] rœmischer êren gruntveste unde grunt RvZw 136,3; gruntveste [Garant, Bewahrer] kristenlicher e, / [...] daz ist der herzoge Otte in Peierlande FvSonnenburg 51,3; gruntveste der christenheit [Petrus] / antwurte im Kchr 2465; Rol 1254; StrKarl 1849    1.6.3 Einzelnes. – stützendes Gerüst eines Körperteils: under allen tiern habent pfärt und rinder und hirz kruspelleicheu pain [Knorpel] in irn herzen, [...] daz sich ir herz dester paz enthalten müg, reht als die kruspeln in andern glidern ain gruntvest sint BdN 137,4. 130,25. – scherzhaft für den Hosenboden? da er tantzet aller best, / do zerprast im die grundtvest, / das im hieng die menschaitt / für den rock wol also braytt Teichn 717,30. – Hauptteil eines Buches: nu lasse wir die rede stan / und heben die abentewr an: / es ist auch noch das peste / und deß puches grund feste; / was untzher ist gelesen, / das ist ain vor red gewesen HvNstAp 2302    2 ‘Ursprung, Ursache’ unmæzzige erge / ist gruntveste aller ubele VRechte 320; der siben liste meisterschaft, / an den aller witze kraft [...] / gruntveste und urhap hât RvEAlex 2164; Krone 16489; RvEBarl 10625; Freid 91,3    3 ‘Inbegriff’ ich muoz jehen daz dîn list / ein gruntveste aller wîsheit ist RvEAlex 1998; (wohl hierher:) des lag er dar jnne [im Hundezwinger zur Bestrafung] / vnerloset so lang [...], / bisz jne Gawein zuͦ lest / usz der schanden gruntfeste / loszte Krone 19473; den [König Salomon] got [...] hat irchorn / ze grunt veste allir wisheit RvEWchr 28999; dû Cristes muoter [...], / dû gruntvest stæter triuwen RvZw 21,6; Roth 4206    4 wohl ‘Besitzwechselurkunde’ (vgl. gruntvestene 3): item das die offen schreiber von einer gewer oder gruntfest, wie gros sy sindt, sol ainer vber xii den. nicht nemen StatTrient 134 (viell. Übers. von lat. terminus, vgl. DRW 4,1184f.); übertr.: [Christus] chaufte vns also tevre / von dem hellefevre / [...] / mit sin selbes leibe. / [...] sin aygen pluͦt schraib den brief, / vnser gruntfeste Wernh A 4579

MWB 2 981,3; Bearbeiter: Bohnert

gruntvesten, -vestenen swV. Part. Prät. auch gruntvestet. 1 ‘etw. auf etw. als sein Fundament setzen’
1.1 eigentl.
1.2 übertr.;
2 ‘etw. fundamentieren, mit einem festen Untergrund versehen’
3 ‘ein Fundament für ein Gebäude (Akk.) legen’
   1 ‘etw. auf etw. als sein Fundament setzen’    1.1 eigentl.: [die Winde] sturminetin an daz hus, vnd iz en viel nit, wande iz was gegruntfestenit vfe den stein [Mt 7,25] BrHoh Prolog; BrMün Prolog; EvBeh Mt 7,25. Lc 6,48; wande er selbe [Gott] uber dei mere gegruntfeste [ fundavit ] inen [den Erdkreis] PsWindb 23,2    1.2 übertr.; in etw.: in got gewurtzelt und gruntfestet werden in der minen unsers heren HvNördlBrf 36,3; wore goͤtteliche minne [...] het got gepflantzet und gewurtzelt in die nature [des Menschen] . [...] die minne die ist gegruntfestent in den menschen Tauler 323,3. mit etw.: [Maria] ist ain mûre [...] diu dâ gegruntuestit ist mit der hailigen diemuͦte TrudHL 140,1. – auf (ûf/  ze) etw.: driu dinc dar ûf allez geistlichez leben gruntvestet ist, daz ist kiusche und armuot und gehôrsam PrBerth 2:260,22; alliu dinc ûf dich [Christus] gegruntvestet sint DvASchr 366,15; uf den [Gott] enhant sú nit gebuwen, gegruntvestent noch nút geahtet Tauler 392,6; PrOberalt 136,26; PrBerthKl 3,102; BdN 458,30; lûter vor allem meine / was ze gote sîn gedanc / gegruntvestet âne wanc LvRegFr 3671    2 ‘etw. fundamentieren, mit einem festen Untergrund versehen’ den vmbekreiz dez ertriches [...] hest du gegruntuestet PsAlem 88,12; PsWindb 88,12; PsTr 77,75. 88,12. – übertr.: rechte also kummet der vigent [...] úber den kleinen krancken menschen der nút wol gegruntvestent ist; so vellet er zuͦhant darnider Tauler 324,5; Cranc Aba 1,12    3 ‘ein Fundament für ein Gebäude (Akk.) legen’ Zorobabels hende haben gegruntvestent diz hus und sine hende werden iz ouch vollenbrengen Cranc Zach 4,9. Jer 30,18

MWB 2 982,40; Bearbeiter: Bohnert

gruntvestene stF. 1 ‘Fundament’ eines Bauwerks
2 übertr.;
3 rechtsspr., ‘Beweis(mittel, -grund)’ (vgl. gruntvestigunge ; s.a. gruntveste stF. 4 )
   1 ‘Fundament’ eines Bauwerks: her ist glîch einem menschin der ein hûs buͦwit [...] und sîne gruntvestene gelegit hât ûf einen stein EvBeh Lc 6,48. Lc 14,29    2 übertr.; ‘Grundlage, Basis’ di minne ist ein gruntvestene aller geistlicher lebene HlReg 59,21; StatDtOrd 75,25. 29,7. – ‘Ursache’ diz ist noch ein wurzele und ein gruntfestene alles kriges zwischen den bêbisten und den keisern HvFritzlHl 44,1    3 rechtsspr., ‘Beweis(mittel, -grund)’ (vgl. gruntvestigunge; s.a. gruntveste stF. 4): argumentum: vorczeychunge, beweysunge, gruntvestene, vrkunde VocBirl 53,13

MWB 2 983,11; Bearbeiter: Bohnert

gruntvestigen swV. ‘festen Halt im Grund / am Boden geben’, übertr.: das du [...] in deins liebs [...] minen gewurtzelt und gegrundfestiget werdist HvNördlBrf 29,8

MWB 2 983,23; Bearbeiter: Bohnert

gruntvestigunge stF. 1 ‘Fundament, feste Grundlage (für etw.)’ , übertr.
2 rechtsspr., ‘Beweis(mittel, -grund)’ (vgl. gruntvestene 3 )
   1 ‘Fundament, feste Grundlage (für etw.)’, übertr.: [Gott zur Seele:] du bist ein gruntvestigung meins gotlichen fluszes HvNördlBrf 48,20    2 rechtsspr., ‘Beweis(mittel, -grund)’ (vgl. gruntvestene 3): argumentum: [...] bewysunge, gruntvestegunge [Hs. verschrieben gruntvesteugunge ] , orkunde DWB 4,1,6,809 (Prager dtsche stud. 8,447b)

MWB 2 983,27; Bearbeiter: Bohnert

gruntvestunge stF. ‘Fundament, feste Grundlage (für etw.)’, übertr.: [Gott zur Seele:] du bist ein gruntvestunge mines goͤtlichen flusses Mechth 5: 7,2

MWB 2 983,35; Bearbeiter: Bohnert

gruntvîant stM. ‘Erzfeind’ do Lucifer disú mere [von Jesu Geburt] vernam, do sas der gruntvient und gram mit sinen zenen Mechth 5: 23,94

MWB 2 983,39; Bearbeiter: Bohnert

gruntvorschende Part.-Adj. ‘gründlich forschend, untersuchend’ scrupulosus: gruntforsgenter SummHeinr 2:489,01.55

MWB 2 983,42; Bearbeiter: Bohnert

gruntvriunt stM. ‘wahrer Freund’ gruntfriunde, pfuntfriunde sint leider tôt, / muntfriunt mit friunde noch izzet brôt / und ist mit worten tischgeselle / in des friundes herzen swelle Renner 17219

MWB 2 983,45; Bearbeiter: Bohnert

gruntwalle swM.? ‘das Wallen von Grund auf’ der ougen gruntwalle / von herzen dô den vluz [der Tränen] truoc KlageB 2152

MWB 2 983,49; Bearbeiter: Bohnert

gruntwallen stV. ‘von Grund aufwallen’ owê dir, leider urteile smit! [...] / owê dir, gruntwallende wurz [= würze ‘Gebräu’ ] , / ein überfeim der schanden RvZw (Sch) 2,4

MWB 2 983,52; Bearbeiter: Bohnert

gruntwallunge stF. ‘das Wallen (des Meeres) von Grund auf’ estus: gruntwallung VocOpt 54.041; VocClos Es29

MWB 2 983,56; Bearbeiter: Bohnert

gruntwëlle stF. gefährliche, vom Meeresgrund herrührend gedachte Welle, ‘Grundsee’ die starken gruntwelle kolten si vil sêre. / [...] die kiele in zerbrâsten Kudr 85,3 (s.a. Anm. z.St.); dô begunden wagen / von den gruntwellen ir kiele harte sêre ebd. 1137,3. 261,4; bildl.: so sent er [Gott] iu engegen diu vil starken sturmweter [...], daz ist angest unde arbeit [...]. swenne [...] so getaniu gruntwelle uf iuch gevalle, so sult ir tuon sam unsers herren junger Konr (Sch) 40,1

MWB 2 983,59; Bearbeiter: Bohnert

gruntwurze F. grintwurz

MWB 2 984,5;

grunzeht Adj. ‘mürrisch’ [alte Leute] sint gruntzecht und urteleht [zu (absprechenden) Urteilen geneigt] Tauler 369,30

MWB 2 984,6; Bearbeiter: Bohnert

grunzen swV. ‘murren’ di bose juden [...] grunzedin und grynen, / war umme her [Christus] were heymelich den [...] / de da waren groize sundere MynnenR 648

MWB 2 984,9; Bearbeiterin: Herbers

gruo stF. ‘frisch gewachsenes Grün, frische blühende Pflanzenwelt’ (vgl. FrlWB s.v.): sprich diner fantasien zu, / waz feien [Fee] sach Alanus uf der glanzen gru Frl 3:4,2; ez went ein narre unwise, / spricht im ein wib gutliche zu, / der minnen dru [Falle] , / der si zuhant uf siner wise gru ebd. 6:9,4

MWB 2 984,13; Bearbeiterin: Herbers

gruobe, grüebe stswF. auch grûpe, grôve. 1 ‘Vertiefung im Erdboden’ , die künstlich hergestellt oder natürlich sein kann, von unterschiedlicher Art und Größe
1.1 ‘Grube, Mulde, Loch’
1.2 ‘Höhle, Grotte’
1.3 ‘Abgrund’
1.4 Raum der Hölle und der Unterwelt
1.5 sprichw. (Lc 6,39, vgl. TPMA 2,31ff.)
2 Grube, Graben usw. für bestimmte Zwecke
2.1 Tierunterschlupf
2.2 ‘Fall-, Fanggrube’
2.3 ‘Graben’
2.4 zur Aufbewahrung von Lebensmitteln
2.5 ‘Abort’
2.6 ‘Bergwerk, Stollen’
2.7 ‘Steinbruch, Abbaustelle’
3 ‘Grab’ , meist ‘Massengrab’
4 Vertiefung im Körper von Lebewesen;
5 Vertiefung in einer Wand
6 als Bestandteil von Namen
   1 ‘Vertiefung im Erdboden’, die künstlich hergestellt oder natürlich sein kann, von unterschiedlicher Art und Größe    1.1 ‘Grube, Mulde, Loch’ ein vihe, so iz eine gruͦbi [...] siht, so get iz vmbe vnde vlivhet die vrêise Spec 64,4; dô Ruben zuo der gruobe [Brunnen] chom und in [Joseph] niene mahte vinden, / sîn gewâte er zarte Gen 1822. 1965; Lucid 15,14; eina grûba uôlla uuâzzeres ÄPhys 8,7. 8,13; ob ditz [Schaf] vellet des sabbatis in div grvebe EvAug 25,11; EvBeh Mt 12,11; jdoch sint svmeliche, di vullin di grube [für den Weinstock] mit kleynen gevugin steynen Pelzb 130,22. 130,21; HeslApk 12077; Konr 10,119. 10,121; PrMd (J) 345,9. – Loch im Eis: sie begonden daz ys schowen, / ein grvbe was drin gehowen, / do man wazzer vz nam ReinFu K,730    1.2 ‘Höhle, Grotte’ die fossiuren, / die meister Gotfrit hât genant / la fossiure a la gent amant, / der minne gruobe, der minne hol HvFreibTr 3325    1.3 ‘Abgrund’ diu gruobe [ ein abgründe tief 4614 ] , dar in viel der man RvEBarl 4709; er viel die gruntlôsen [unergründlich tief] gruop / her ab in die helle nider Helbl 2,202    1.4 Raum der Hölle und der Unterwelt: diu gruob ist diu helle Erinn 259; [Sybille und Aeneas] quâmen zeiner grûben, / diu was wît unde lank. / freislîche sie stank, / sie was vinster unde tief En 2888    1.5 sprichw. (Lc 6,39, vgl. TPMA 2,31ff.): swâ ein blinde dem anderm gît geläite, / dâ vallent si bêde in die grûbe Erinn 257; EvBeh Lc 6,39; HeslApk 15501. 5842; EvAug 35,18; Priesterl 132; BdN 217,33    2 Grube, Graben usw. für bestimmte Zwecke    2.1 Tierunterschlupf: di fühse habent grvebe. vnd di vogel des himels nest EvAug 16,11; EvBeh Mt 8,20; der lev in der grube siner [ : in spelunca sua ] PsM 9,30    2.2 ‘Fall-, Fanggrube’ daz man ym [dem Elefanten] gruben grebet na / und bestrewet di gruben da / mit futer Hiob 14891; wenn die jäger ainen pern vâhen wellent, sô grabent si ain gruob und besprengent den weg zuo der gruob mit hong BdN 163,10. 163,12; PrGeorg 11,14. – im Sprichwort "Wer (andern) eine Grube gräbt, fällt (selbst) hinein" (Ps 7,17; TPMA 5,321ff.): die groue hetich gegrauin / iz [l. ich ] moz dar selue in uarin Roth 4527; MF:Sperv 1:12,6; WolfdA 219,2. 217,2; [der Kaiser zum Schenken, der ihn vergiften wollte:] dû hâst mir aine gruobe gegraben: / dû muost selbe den scaden haben Kchr 7512; Gawein im selbe die gruobe gruob [indem er seinem Feind half] Krone 12002. 15280. 16827; Ammenh 2393; Ottok 62199    2.3 ‘Graben’ sie gruben / hi und da die gruben / und leitten wazzer da drin Pass I/II (HSW) 4678; den graben sach man si fullen [...] / daz man über die gruoben / ân geruste gie Ottok 10923; kirchen und kirchofe und ieclich dorf binnen sîner grûben und sîme zûne SSp (W) 2:66,1; Pass I/II (HSW) 4673; EnikWchr 21505. 21511; wan der den paum umbgrebt dreir vinger lank von der würzeln mit ainr gruob, dâ diu schedleich fäuhten auz gêt, sô werdent die mandelnüz süez BdN 315,25    2.4 zur Aufbewahrung von Lebensmitteln – von Getreide (s.a. korngruobe ): füllt er gruop und kasten vol, / in habent doch die herren wol Helbl 1,836 – von Fischen (DWB 3,1686 s.v. Fischgrube): tuͤt aber er ez [Fische verkaufen] haimliche in seiner gruͦben oder in sinem hause [...], der muͦz geben die vorgesprochen puͦze und muͦz darzuͦ ain jar von der stat sein NüP 130    2.5 ‘Abort’ ist aber, daz ein man sinken [in die Tiefe treiben] wil eine grube, die da heizet ein heimelichkeit StRFreiberg 31,16    2.6 ‘Bergwerk, Stollen’ czwo gruben sint gepawet [...]; eine ist genant Ruthart, di ander czum Leupold BgRIglau 497,5 (a. 1347-1360); ich sag euch wie ez in der gruben stet: / ein ganch uber den andern get / crucewis mit einer swebeleiten Erz III 56,51 u.ö.; perchknappen, die in die gruob varnt BdN 109,7; von den [Belagerern] wart dô bereit / ein fiwer in die gruoben Ottok 77778; BdN 109,11    2.7 ‘Steinbruch, Abbaustelle’ dv́ gruͦbe der mulistaine UrkCorp (WMU) 3139,32; daz mir die frowen von dem Paradise sante Claren ordens hant gelazen ir stainzehenden ze Vttenhoven in den grvͦben ebd. 388,33 u.ö.    3 ‘Grab’, meist ‘Massengrab’ si folten manige grûben / mit frûnden unde mit mâgen, / di dâ irslagen lâgen SAlex 4753; dâ wart ein michel gâhen, / unz man die gruoben ûf gegruop / und die tôten wider ûz gehuop, / die dâ wâren ê begraben StrKarl 10895. 10725; die herren [...] tôten brâhten / garlich zû der grûben / und sie dar în hûben, / die sich darzû hêten bereit Kreuzf 4665. 5716 u.ö; zwelff gruben hieß er beraitten, / da wurden gar ein getragen / di auff dem velde wurden erslagen HvNstAp 3975; Rol 7595; Pass I/II (HSW) 22695. 22711. in die gruobe komen ‘sterben’ lieber sun, [...] bûwe wir die huobe; / sô kumst du in dîne gruobe / mit guoten êren alsam ich Helmbr 250    4 Vertiefung im Körper von Lebewesen; am Kinn: ein kinne an [ohne] gruben kleine, / daz hat mit hazze gemeine Physiogn 271. – für die Augenhöhle (s.a. ougengruobe ): [von einem ausgehungerten Pferd:] sîn ougen tief, die gruoben wît Parz 256,23; di wile er dise wort sprach, / do vieln alsam die schupen / von siner ougen grupen Pass I/II (HSW) 21542. – andere: bi der stirne man sie [die Nase] kaume sah / von einer grüben das geschach, / die sie in die stirne zoh Krone 19661. 19639; die slangen habent neur gruob an der ôrn stat BdN 285,18    5 Vertiefung in einer Wand: diu want [der Minnegrotte] was wîz, eben unde sleht; / [...] an ir sol [...] / weder bühel noch gruobe [sein] Tr 16968    6 als Bestandteil von Namen: Friderich in der Gruͤbe UrkCorp (WMU) 1908,36; der Chvnrat ouf der Gruͦeb ebd. 2336,30; Hiltebrant Gruͤbe ebd. 2550,43. den hof [...], der da haisset in grvͦbe UrkCorp (WMU) 3268,14. – als Ortsangabe: daz aigen, daz wier heten pei Hegersteten in der grueb vnt an dem chogel UrkCorp (WMU) 1877,4

MWB 2 984,20; Bearbeiterin: Herbers

gruobehol stN. ‘Grube’ ein tiefez gruobehol / daz was grôzes snêwes vol LvRegFr 907

MWB 2 986,11; Bearbeiterin: Herbers

gruobelîn stN. ‘kleine Grube’ vallicula: grvͦbelin SummHeinr 1:228,381

MWB 2 986,13; Bearbeiterin: Herbers

gruoben swV. ‘eine Falle stellen’ (sprichw., vgl. gruobe 2.2 ): im selben gruobet dicke ein man, / und wænt eim andern gruobet hân Boner 6,33

MWB 2 986,15; Bearbeiterin: Herbers

gruome stM. vgl. me. grôme ‘Knabe, Diener’ (MED, G, 387f.). ‘Mann’?: Pallas der was kûne [La. der junge gruͦme ] , / her was ein helt lussam En 7338

MWB 2 986,18; Bearbeiterin: Herbers

gruon- s.a. grüen-

MWB 2 986,22;