g – gâchlîchen gâchmuot – gagen gagen – galander galanderisch – 1galle 2galle – galter galtnüsse – gamerot gamîe – gancheil ganclîche – ganteren ganz – gärmic garn – gartenhuon gartenhûs – 3garwe garwwurz – gastmeisterin gastnusse – gaʒʒenspringer ge- – gebæric gëbærin – gëbendic gebenedîunge – gebietære gebietærin – gebiurischlich gebiurlich – geböume gebôʒ – gebrëst, gebrëste, gebrësten gebrëstelîn – gebrûchic gebrûchlich – gebunt gebunt – geburst geburt – gedâht gedâht – gedense gederbe – gedinge gedinge – gedrange gedrâte – gedünste gedurchtriben – gegate gegatrom – gegenkouf gegenlëder – gegensetzunge gegensidele – gegenwertes gegenwertic – gegihte gegiric – gehaʒʒic gêhe – gehëlfe gehëlfelîche – gehilfe gehilfic – gehœric gehœrlich – gehügenisse gehugesam – geifer geifervrâʒ – geiselrieme geiselruote – geisticlich geistîn – geiʒhorn geiʒhût – gejeitschuoch gejeitvogele – gekünne gël – gelegede gelegelich – gelende 1gelende – gêlîche gelîcheit – gelîchmëʒʒunge gelîchnisgëbende – gelide gelidemâʒe – gêlingen gelîp – gëlm gëlmen – geloup geloup – gëlte gëltel – gelückede gelückederat – gelüstelîn gelustic – gemahel gemahelbettelîn – gemæʒicheit gemæʒiclich – 2gemeine 1gemeinen – gemeinsin gemeinunge – gemerrede gemêrsal – 2gemüete, gemuote gemüetic – gemutzet gemʒe – genâdenschüʒʒel genâdensol – genæmicheit genamʒôn – genemede genende – genëserinne genetzen – genieʒen genieʒlich (?) – genôʒen genôʒgeselle – gensîn gensischen – genuhtlîchen genuhtrîch – genuʒ genuʒt – gephrange gephünde – 1gerat 2gerat – gerëhen gerëht – gereisic gereitære – gerieme geriemen – gerihticlîche gerihtinsigel – geriune 1geriusche – gerouche geröufe – gerte gerte – gerûmiclich gerummel, gerumpel – gêrvalke gerwære – gesaten gesatznissede – gescheftbrief geschefte – geschepfnisse geschepfunge – geschiuwede geschoc – geschrihte geschrîp – gesëhen gesëhenheit – geselliclîcheit geselligen – gesihtic gesihticlich – gesite gesiten – geslihte geslinge – gesnæren gesnarren – gespenstnisse gesper (?) – gespræchelich gespræchetac – gespunst gespür – gestelle gestellet – gestifte gestille – gestrenglîche gestrenze – ge|stunge gestungede – gesuoch gesuochære – geswerme geswërte – gesworn gesworne – getelle getelôs – getougen getougen – getreigeret getrenke – getrüese (?) getrügede – getwædicheit getwædigen – gëtzen getzsal – gevalte gevanclich – gevëderen, gevëdern gevêhe – geverte|lehe gevertinne (?) – gevlester gevlitter – gevrier gevrist – gevülle gevuoc – gewahsenheit gewahst – gewaltroubunge gewaltsame – gewar gewar – gewe gewëbe – gewellen geweltigen – gewërben gewërbic – gewern gewërn – gewiere gewieret – gewinnen gewinnic – gewist gewiste – gewonunge geworden – gewzen (?) gezagel – gezëmelich gezemen – gezît gezîte – gezoc gezogen – gezwîen gezwîge – giefen giege – gifticheit gifticlich – giht gihtboum – gimbîʒen gimme – gippengappen gippentuoch – giric giricheit – gischen gîse – gîtigære gîtige – 1glan 2glan – glas(e)väʒʒelîn glas(e)vënster – gleimel gleimelîn – gleten glêtphenninc – glipfen glise – glocke glockehûs – glôriôs glôriôslich – gluothaven gluothert – goder goedertieren – golf gollen – goltgesmîde goltgesteine – goltreit goltrîch – golttropfe goltvar – gos (?) got – gotesarm gotesbeckære – gotesmordærinne gotesphenninc – gotgeformet gotgelâʒen – gotmeinunge gotmensche – gouch gouch – goukelære goukelbilde – goukelspil goukelsprütze – göumütte, -mutte göu|phâwe – grabe grabe – grâf- graft – gramerʒîe gramerʒîen – gransprunge gransprunge – gras(e)phenninc gras(e)spier – grâvenrëht grâveschaft – grebinc grebnisse – gremiclich grempære – griekech grien – griffel griffelære – grimmetât grimmic – grisegrammen grîseleht – griuslich griuwe – groppe gros – grôʒmüetic grôʒmuoticheit – grüenheit grüenlich – grunderëbe gründic – gruntübele gruntvestære – gruon- gruon- – grütschîn grutte – 1gücken 2gücken – güfticheit güfticlich – gûlen gülle – gumpenîe gunderam – guotdunken guotdunkende – guotswender guottât – gürtelgewant gürtellîn – gymnosophiste
|
griuselen
swV.
‘Grausen empfinden, schaudern’
ach, ach, vnd wüstend ir, wes ir ivch selber hinderent
[...], ivch griuselete ab ivch selber PrWack
62,42
MWB 2 940,18; Bearbeiter: Bohnert
griusen
swV.
→
grûsen
MWB 2 940,22;
griusenlich
Adj., Adv. , -lîche
Adv.
→
grûsenlich
MWB 2 940,23;
griusinc
stM.
‘Grausen oder Ekel erregender Mensch’
waz wirret daz, / lît ein alter griusinc an der strâze?
MF:Reinm
64: 2,7
MWB 2 940,24; Bearbeiter: Bohnert
griuslich
Adj., Adv. , -lîche(n)
Adv.
auch grûs-.
‘grausig, entsetzlich, schrecklich’
1 Adj. 1.1 attr. 1.2 präd. 2 Adv.
1
Adj.
1.1
attr.:
so grúselich wágen / die vergen und die
marner / nie gehortent uf dem mer SHort
10804;
er ist zuo den schultern dick / und hât die griuselîchsten plick
Orend
1182;
swer sich des underwinden wil, / daz er bestê griuslîchiu
dinc KvWTroj
18303;
daz diu [...] vrouwe
[...] sach [...]
unmenschlîche und griuslîche pîn, die man irn siben sünen anelegete und anetete
Eckh
5: 59,16;
RvEWchr
27860;
ElsLA
526,14;
Cranc
Joel 2,31
1.2
präd.:
wie bist du [ein Riese] sô reht griuselîch /
und hâst doch menschenbilde! JSigen
62,2;
wer lêrte dich die sprünge, die sint sô griuselîch WolfdD (J)
6:150,1;
[die Marter] was getân unbarmeclîch, / ze sehenne was
ez grûslîch MargAntioch II
364;
Krone
13418
2
Adv.:
owê wie griuslich er [Christus] uns kumt
[zum Jüngsten Gericht] ! LBarl
2753;
dô sprach vil grûslîche der rise RosengA
214,1;
er verslant sî grûslîchen / und tet ir mortlîchen MargAntioch II
433;
JTit
6212,2
MWB 2 940,27; Bearbeiter: Bohnert
griuwe
swstM.
→
grûwe
MWB 2 940,48;
griuwel
stM.
auch grûwel, griul, griule (
Neidh
WL 9:7,5;
JTit
864,2
).
1
‘Gräuel, etw., das Grauen, Schrecken hervorruft’
2
‘Furcht, Angst’
3 als Bestandteil von Pers.-Namen
1
‘Gräuel, etw., das Grauen, Schrecken hervorruft’
alse die guͦten mit micheler gezierde werdent
erlúhtet, alse werdent die v́belen mit michelme gruwele
gewuͦstet Lucid
159,13.
128,10;
hilf uns [...] / vor des leiden tiuvels griule
MarGr 18
726;
auch Pl.:
daz diu helle [...] / wer uf getan mit aller tiuvel
gruͤlen JTit
6213,3.
– präd.:
div iuwel [Eule] / ist der vogel gruwel
Martina
116,64;
[die Askese der Altväter ist] ze disen núwen
ziten etlichen weichen menschen ein grúwel Seuse
107,23.
– übertreibend:
maneger sagt den wîben von dem guote [seinem
Besitz] grôzen griule
[Imponierendes]
Neidh
WL 9:7,5
2
‘Furcht, Angst’
dem [Mutlosen] machent lîhte butzen griul
KLD:LvS
8:2,2;
wære ich in einer wüestenunge aleine, dâ mich grûwelte, hæte ich dâ bî mir ein
kint, sô vergienge mir der grûwel Eckh
3:356,3;
in dem grúwele der
neiglicher [nächtlicher] gesichte do
heilt [packte] mich angst und bibunge [Iob
4,13f.]
Tauler
222,8.
222,12;
JTit
5538,2.
– jmdn. nimt ~
+ Gen.d.S. ‘jmdn. ergreift Schrecken vor
etw.’
iz nem den baruk grule [La. ez næm ein armer
grewle mit persönl. Konstr.] , solt er solche richeit
han verkustet [aufgewendet]
JTit
864,2
(vgl. Grimm, Dt. Gr. 4,288)
3
als Bestandteil von Pers.-Namen:
Cvͦnrad Gruwel UrkCorp (WMU)
2273,29;
UrkWürtt
7,322
(a. 1274);
[
teste
] Ludewico dicto Griͮwel ebd.
7,259
(a. 1273)
MWB 2 940,49; Bearbeiter: Bohnert
griuwelen
swV.
auch grûwelen, griulen ( Walth ,
JTit ).
1
‘Grausen, Schrecken, Angst empfinden’ . 2
‘starke Abneigung, Abscheu empfinden (vor etw.)’ , 3 refl., ‘jmdm. gegenüber Abscheu, Abneigung zeigen’
1
‘Grausen, Schrecken, Angst empfinden’.
– jmdn./jmdm. griuwelt:
wære ich in einer wüestenunge aleine, dâ mich grûwelte Eckh
3:356,2;
dô grûwelte im ebd.
1:331,3.
– mit Präp. ab/von/vor:
kinder, wistint ir wie schedelichen das ist
[...] das man gotte ungehorsam ist, úch
grúwelte dar ab Tauler
342,12.
343,3;
von disen worten grúwelot mir ie und ie
Mechth
5: 5,5;
er stêt dem tiuvel wol gelîch [...], / mir
grûwelt vor im iemer mê Virg
248,12;
Eckh
1:344,1;
Tauler
38,8.
– jmdn. nimt ~
+ Gen.d.S.:
ein ziborje [...] mit zwein und drizic
suͤlen / [...]: mangen nimt der richeit
gruͤlen [mancher erschrickt über die Pracht; La.
maniger nimt im ab der reichait greulen
]
JTit
6243,2
(vgl.
griuwel
2
)
2
‘starke Abneigung, Abscheu empfinden (vor etw.)’,
jmdn./jmdm. griuwelt:
mich griulet, sô mich lachent an die lechelære, / den diu zunge honeget
und daz herze gallen hât Walth
30,12;
du bist bose und arc [...]. /
mir grouset, swanne [La. mir grvlet, daz
]
ich dich sehen sol StrKD
163,43.
– mit Präp. vor, ‘jmd. empfindet Abscheu vor einer
Sache’
si [die Verdammten in der
Hölle] sint stetelich in so grimmeklichem muͦte, das
inen grúwelt vor allem guͦte Mechth
3: 21,80
3
refl., ‘jmdm. gegenüber Abscheu, Abneigung zeigen’
er muez sich gein ainem graulen / und den andern lachen an
Teichn
404,26
MWB 2 941,15; Bearbeiter: Bohnert
griuwelich
Adj., Adv. , -lîche(n)
Adv.
auch grûwelich, griulich.
1 Adj. 1.1
‘schrecklich, furchtbar’
1.2
‘grausam’
1.3 als Pers.-Name 2 Adv., ‘schrecklich, furchtbar’
2.1 ein Verb näher bestimmend 2.2
~ getân 2.3 übergehend zum Steigerungsadv. 2.4 präd. (vgl. Behaghel, Dt. Syntax 2,13)
1
Adj.
1.1
‘schrecklich, furchtbar’
er [...] vant den griulîchen man
/ ûf einem gevilde / stân [...] / und vor sînem
aneblicke / segent er sich vil dicke Iw
980;
dô er [der verwilderte
Iwein]
[...] sich selben ane blihte /
und sich sô griulîchen sach ebd.
3507;
[des Fallsüchtigen] anblic der was griulich
LvRegFr
2716;
Seuse
89,11;
(subst.:)
schaf ir [Seele] , herre, solhe
phlege / daz ir iht griulîches an dem wege / erschîne den si varn sol
KvHeimHinv
514;
ich was [...] gebunden
[...] uf einen grúlichen rost
Mechth
2: 24,39;
grûwelîch was ir [
Sibille
] lîb
En
2727;
swie rîche er was, / sô wirt sîn fleisch ein griulich âs Renner
24380;
dar zuo gevie der selbe slac [die geschlagene
Wunde] / einen [...] griulîchen smac
Tr
7276;
dâ vâhten mit grimme / mit griulîcher stimme / wisente und
ûrrinder Iw
410;
SAlex
5021;
Konr
5,36;
KvWTurn
817;
Pass III
238,53;
Seuse
204,14.
–
daz griulich urteile / gots soltû vergezzen niht LBarl
7922;
so erschrikt aller meniglich / von der dat
gruͤwelich HvNstGZ
5993;
dô was der tôt hezlich und grûwelich allen den menschen
HvFritzlHl
118,29;
er nerte [...] mich / von
einer griulîchen suht KvHeimUrst
571;
grúweliche vorchte Tauler
145,34;
Mechth
3: 14,12;
RvEBarl
4564;
PrSchw
1,20;
Rumelant
3,57a.
–
~
dinc/ sache:
wer hat sogetane grueliche ding
[
horribilia
] gehort?
Cranc
Jer 18,13.
Os 6,10;
daz [Rest der Haube] wart nû gar zefüeret.
/ daz was ein griuwelîch dinc: / sô breit als ein phenninc / beleip ir niht
bî einander Helmbr
1883;
Er
8445;
KvWTroj
6193
1.2
‘grausam’
ir ist genunch die barmhertzich sint wider ander læut und
sint wider sich selb gruͤlich PrOberalt
127,18;
Nerô der griulîch künic und æhter der kristenheit, der
kriuzet sant Peter EnikWchr
456 Prosa 2,1;
[Herodes] gebôt, [...], /
daz man si [Kinder] elliu samt ersluoc. / daz was
griuwelîch genuoc KvFuss
1308;
daz si [Viper] gräuleicher sei
denn all ander slangen, iedoch ist si gar sänftig gegen irm weib
BdN
286,9.
254,12.
282,20;
KvHeimUrst
682;
HvHürnh
13,4
1.3
als Pers.-Name:
Grivlich vnd sin brvͦder Lvtfrit UrkCorp (WMU)
1963,9;
[
teste
] Conrado dicto Griulich
UrkWürtt
9,266
(a. 1289)
2
Adv., ‘schrecklich, furchtbar’
2.1
ein Verb näher bestimmend:
griulîchen er in ane sach LBarl
8957;
sú schrúwen uf mich vil grúwlich
Seuse
204,21;
es ist dw genad vor im verdekcht / als vor ainem der
grauͤleich smecht / und ist harbig [= horwic
‘schmutzig’
] uͤber all Teichn
284,32.
–
daz [
bilde
] er gruwelichen sluc
/ mit scharfen geiselen genuc Pass III
21,38;
er [...] kússet si
vil grúwelich Mechth
3: 21,40.
3: 21,31;
wie griulîch er über si rihtete
BuchdKg
71,9;
SalArz
75,27;
Ottok
51310
2.2
~ getân:
der [Riese] was griueliche
getan Roth
5022;
ich fvrchte din ovgenblicke, / die sint grevlich getan
ReinFu
K,193;
dú lugin [Lüge] ist
ussen schoͤne und innan grúwelich getan Mechth
4: 4,35;
Teichn
411,50
2.3
übergehend zum Steigerungsadv.:
[Christi Dornenkrone] was ein grulich scharfer dorn
Pass III
84,70;
dem hie sô griulîchen wê / [...]
sol geschehen KvHeimUrst
1734;
êweclîche verdamnet sîn ist griuwelîche müelich ze leisten DvAOff
12;
StrKD
58,II 185;
Ottok
94249
2.4
präd. (vgl. Behaghel, Dt. Syntax 2,13):
an sînem schilte was der Tôt / gemâlet vil griulîche
Wig
2999;
sin angesichte was grulichen Cranc
Dan 2,31
MWB 2 941,43; Bearbeiter: Bohnert
griuwelîcheit, -lîchkeit
stF.
‘Schrecklichkeit’
dô vluhen di brudere alle von der grûwelichkeit des tirs [eines
Löwen]
HvFritzlHl
211,15;
wer [= wære
] das
in [den Teufel] ein ieklich mensche solte sehen in
sinem rechten bilde, si zerstúben alle von der grúwelicheit
Tauler
146,32;
die gruͤwlicheit des hellschen fuͤres EvAlem
46(Mt 18,9).
–
[der Bauer] slüg mit solcher grùwlicheit / an die mure
einen so mehtigen slag, / das sie gantz vnd gar gelag Krone
14304
MWB 2 942,48; Bearbeiter: Bohnert
griuwelinc
stM.
‘jmd., der Grauen erregt’
wê dir, gîtiger, [...] / du wêre der werlde ein
schiuhelinc / und bist nâch tôde ein griuwelinc, / dîner sêle nieman gehelfen mac!
Renner
8038
MWB 2 942,58; Bearbeiter: Bohnert
griuwiclîchen
Adv.
‘gräulich, schrecklich’
griuweclîchen sach man dort / stân den grôzen langen
[Riesen]
Reinfr
18924
MWB 2 942,62; Bearbeiter: Bohnert
griuʒe
stN.
‘enthülste Körner, Grütze’
alle die veile habent [...] griuze und nuzzen und
kesten StRMeran
413
MWB 2 943,1; Bearbeiter: Bohnert
griuʒel
Subst.
wohl zu grutsch
‘Hamster’, in derselben Bed.:
wâ kom hin der Priuzel? / der verswant sam ein griuzel / tuot
in einer valle EnikFb
2172
MWB 2 943,4; Bearbeiter: Bohnert
griuʒel
stN.
Dimin. zu grûz.
‘Körnchen’, zur Verstärkung der Negation:
die werden Priuzel, / die hieten niht ein griuzel / umb tûsent Unger gegeben
Helbl
15,348
MWB 2 943,8; Bearbeiter: Bohnert
griuʒinc
stM.
zu
grûʒ
.
‘Weizenbier’
celia [...] ex suco tritici confecta: gruzinc
SummHeinr
1:340,383;
ein offenev vnd freiev tabern, da man inne schenche wein, pier, met vnd
græuzzinch UrkSchäftl
83
(a. 1308);
der [
angiesser
] sol wein
und graͤwssing angiessen StRMünch
414,6
MWB 2 943,12; Bearbeiter: Bohnert
gröbe
stF.
vgl. ahd. grobî (AWB 4,442).
‘Grobheit (des Ausdrucks)’
rethorica [...] uß der rede kerbt /
und strichet gar die grobe dann Mügeln
283,4
MWB 2 943,18; Bearbeiter: Bohnert
grobekeit
stF.
→
gropheit
MWB 2 943,21;
grobelich
Adj., Adv. , grobelîche(n)
Adv.
auch gröbe-.
1 steigernd (positiv und negativ); 2
‘stofflich, körperlich’ ;
1
steigernd (positiv und negativ);
Adj., ‘stark, groß’
wande din sele von den worten suszecheit vnd grobelichen trost enphehet
Fittiche
354;
daz diz lut hete entsaben / der grobelichen
heilikeit [d.h. des Leichnams des Evangelisten
Markus] , / di in ir schif was geleit Pass
I/II(HSW)
36285;
daz si sô krefticlichen [La.
grobleichen
] / schaden heten genomen
Ottok
50766;
der vader hatte ouch nû verkorn / ûf den grobelîchen zorn Erlös
4242;
Pass I/II (HSW)
23636.
38817.
3723.
– Adv., ‘in hohem Maße, sehr’
Tyberius der cranke man / wart sich grobelich do vreun
Pass I/II(HSW)
8069.
41590.
19378;
dy heren ertin en groblich, / si machtin en czu einem furstin loblich
Dalimil
7,4;
daz der ieweder grobelîche hat missetân
StatDtOrd
67,26;
der heiden here dem was gâch, / sie zogeten den cristen nâch, / in wûchs
grobelîchen zû / beide spâte unde vrû LivlChr
8375;
er gap sô grobelîche [reichlich] , / daz die
kargen des verdrôz EbvErf
684;
sie schazte grobelîche [sammelte sich ein großes
Kapital] / in daz himelrîche ebd.
3519;
als die nature [eines
Menschen] in unrasten ist [...],
dannan ab wirt si grob und manigvaltig [abgestumpft und
zerstreut] und sloffet der mensche vil deste tieffer und
groblicher [fester]
Tauler
384,34;
Vät
12931.
5222;
UrkFriedb
183
(a. 1350)
2
‘stofflich, körperlich’;
Adj.:
das ist in einem geistlichen sinne, ob es nút
groblich [in körperlichem Sinn aufzufassen] enist
Tauler
289,14.
– Adv.:
nu muͤssen wir sprechen von der liplicher spise;
aber es lutet groblichen und machet doch [die hl.
Kommunion] verstentlich Tauler
294,1.
310,20
MWB 2 943,22; Bearbeiter: Bohnert
groben
swV.
‘
grop sein/ werden’
wann ich sol die
muͦter [Gottes] loben, / so moͤcht ich
vor vorchten groben, / daz ich mich besorgen tuͦ, / daz ich sey ze chranch
dar zuͦ / daz ich von iͤr ticht und sag / daz iͤr wirden wol
behag Teichn
464,1476;
GlAnzfKdVz
8:493,33
MWB 2 943,56; Bearbeiter: Bohnert
grobiln
swV.
→
grübelen
MWB 2 943,62;
grogezen
swV.
vgl. SchweizId 2,702f. s.v. grochsen.
‘heulen, wehklagen’
vil harte grogezende / er screi ReinFu
S3,1711
MWB 2 943,63; Bearbeiter: Bohnert
grolle
swM.
‘Groll’
hap keine vîgentschaft noch haz noch grollen gegen dîme ebenmenschen
SprMyst (Pf)
231a,31
MWB 2 944,1; Bearbeiter: Bohnert
grop
Adj., Adv.
auch grab- (
Elis
7979;
StRAugsb
30,12.
33,37
). Adv. auch grobe
HeslApk
8048;
KvWGS
124.
1
‘grob, massig, dick, dicht’
1.1 allg. 1.2 von Gewebe, Stoff 1.3 in Zusammenhang mit der Vier-Elemente-Lehre 2
‘gewöhnlich, schlicht, einfach’
2.1 von Naturdingen 2.2 von Speise und Trank 2.3 auf die Art, das Naturell von Menschen bezogen 2.4 von Arbeiten 2.5 von der Rede, Gesprochenem 2.6 vom Denken, Verstand ( sin ) 2.7 von Auslegung, Verstehen 3 im Ggs. zum Geistigen, ‘dem Bereich des Stofflichen, Körperlichen
zugehörig’
4
‘groß, das übliche, erwartbare oder akzeptable Maß übersteigend’ (vgl. mnd.
grof , Schiller/ Lübben 2,149f.) 4.1 allg. 4.2 von Sünden 4.3 in der Wendung (beide) kleine unde grop
1
‘grob, massig, dick, dicht’
1.1
allg.:
margariten nicht zu kleine und grob [dick,
plump]
Frl
8:26,12;
cynnama [...] ist drierhande.
under den ist di beste di cleinste [...]. di grobir
cynnama, di stillet [...] emorroidaz
Macer
84,9;
welhes wangen grobez flaisch habent, der ist ainr groben
nâtûr. wer ain behendez antlütz hât, daz ist ain antlütz niht zerplâsen und niht
mit grobem flaisch, der hât vil gedänk BdN
46,17;
ein dicke grobe hut Tauler
195,21;
wirt ez ze grob durch daz sip, / ich riter ez durch den
buͤtel WhvÖst
2076.
–
grôz [La. grop
‘dicht’
] und grâ was ir
[Sibylle] daz hâr / und harde verworren
[...] als eines pharîdes mane En
2708;
Tauler
225,10.
235,5;
die [Krieger] dûht niht ze herte diu dicke
[das Kampfgetümmel] noch ze grop
[dicht]
Loheng
5149.
–
die stimme als ein schoffe
[Schaf] grop
[rauh]
Physiogn
255
1.2
von Gewebe, Stoff:
nîmant setzit în einen schrôten grobis tûches [
panni
rudis
] in ein alt cleit EvBeh
Mt 9,16;
zwainzik ellen grabes tuͤches
StRAugsb
30,12.
33,37;
sîn roc der was gesniten / ûz einem groben sacke
KvWTroj
1653;
Renner
2493;
Vät
32215.
–
er wolde an diselben wat / machen eine grobe nat Pass III
58,2
1.3
in Zusammenhang mit der Vier-Elemente-Lehre:
der nebel kümt von wäzzrigem grobem dunst
BdN
95,15;
und ist zwairlai dünst in
im [Auripigment] : ainer trüeb und grob des zæhen
ertreichs, und der ander dünn und behend ebd.
477,30
u.ö.;
daz daz wazzer gröber ist dan der luft sî
Eckh
5: 60,16;
Eckh (Pf)
236,24;
swer dâ liget, dem gânt die groben geiste, daz ist daz grobe bluot, ûf in
daz hirne [
grossi fumi et grossi spiritus et
sanguis
]
Eckh
4:57,19.22;
sô daz viur næher dem tâhte brinnet, sô ez swerzer und gröber ist ebd.
3:25,7
2
‘gewöhnlich, schlicht, einfach’
2.1
von Naturdingen:
du bist vor andern furstin alse ein edil gesteine undir den grobin
[unedlen] steinen Köditz
38,33;
als der ein edel zwî pflanzet in einen groben stok Eckh
2:626,11
2.2
von Speise und Trank:
ir [Feigen] ezzen ist schad
mit groben dingen [es ist schädlich, sie zusammen mit grober Kost zu
essen] , sam gepäurisch ezzen ist BdN
323,5;
ir machent mir min herte bette senft, mine groben spise
smakhaft Mechth
7: 48,79;
SHort
3420;
Secret
1576;
grobez brôt:
BvgSp
23;
grober tranc:
Seuse
99,15.
– subst.:
der mage der kochet die spise und teilet das
grobe [Unverdauliche] , das boͤse von
dem guͦten Tauler
294,7;
ein kraft ist in der natûre, diu scheidet abe daz gröbeste und wirfet
ez ûz, und daz edelste treget si ûf Eckh
1:328,9
2.3
auf die Art, das Naturell von Menschen bezogen:
dise groben, weltlichen, frefeln, muͦtwilligen,
fleischlichen wilden lúte Tauler
131,22;
sy waren [...] ungeslacht
[...], / sy waren doch zwene grove gebure
KarlGalie
337;
und diz ist wîsen liuten ze wizzenne und groben ze gloubenne Eckh
2:262,6
u.ö.;
sie ist smehe, grop an synnen / und wil auch nieman wider
mynnen Minneb
2131;
HvNstAp
15868;
HvFritzlHl
44,23.
220,1.
–
welhes wangen grobez flaisch habent, der ist ainr
groben nâtûr BdN
46,18
2.4
von Arbeiten:
so was er [Jesus]
guͤtlich undertan / siner muͦter und Joseph
[...] : / doch tet er grober werk
nút [
ab opere retraxit se
servili
] , / als dike werkont ander lút
WernhMl
6265;
waz graber sache waren, / da mochte man di claren
[Elisabeth] / lichte zu getwingen Elis
7979
2.5
von der Rede, Gesprochenem:
und ist sein sprâch unrain und grob BdN
45,17;
[Regenbogen zu Frauenlob:] ich vürhte, min gesank dem
iuren si ze grop Regenb
3,345a;
ich ferbe, wo verblichen ist / geticht von grober sprüche
mist, / und trib der sprüche süche dann Mügeln
111,3.
117,2.
– Adv.:
red ich ez [
din lop
] , frouwe,
nun ze grobe, / so lich hernach mir unde gip / ze stiure diner helfe sip, /
dur daz ich ez vil kleine rede [fein durchsiebe
(rëden stV.)]
KvWGS
124;
WhvÖst
2072;
kleine oder grob, / kurz oder lanc genennet
[...], / sint vrouwen wib, wib vrouwen lib
Frl
5:107G,2
2.6
vom Denken, Verstand (sin):
von allen sinnen wencken / kan ir [Frauen]
unbegriffen lob. / so ist min sin dar zu ze grob MinneR 272
30;
so ist manige mensch als grober sinne, daz er dennoch
kume gloͮben wil, daz út si, denne daz er mit sinen sinnen
begriffen mag Seuse
293,9;
hie vmb haͮn ich willen, [...] von minem
groben sinne vnd klainem bekennen dir sagen, was gnaͮd si Gnadenl
1,13;
Eckh
5: 43,9;
BdN
47,9
2.7
von Auslegung, Verstehen:
diz ist di gemeinste glôse ubir diz êwangelium und di grobiste di ich dar
uber gehôrt habe HvFritzlHl
34,30.
– Adv.:
[Menschen, die um irdischen Lohnes willen Gott
dienen,] sint allez koufliute. daz ist grop ze verstânne,
wan sie wellent daz eine umbe daz ander geben und wellent alsô koufen mit
unserm herren Eckh
1:7,5;
daz wort lûtet grop und gemeine, und verstât doch wênic ieman, wie im
sî ebd.
1:105,1.
1:99,3;
grôze meistere [...] di wolden di schrift zu
nâhe dûten und twingen zu verstêne. aber ungelêrte pfaffen di nemen si zu
wîte und zu grop HvFritzlHl
33,38
3
im Ggs. zum Geistigen, ‘dem Bereich des Stofflichen, Körperlichen
zugehörig’
bekennit di fornunft daz subtil ist, baz bekennit si daz grobir ist
Parad
34,19;
[auf sinnl. Erfahrung gestütztes Erkennen] ist grop und
ist ouch materielich Eckh
3:37,8;
diu niderste kraft oder diu allergröbeste, als gehœrde oder gesiht
ebd.
2:418,7;
noch ist dirre sin [diese Deutung] ze grop und ze
lîplich, wan er hanget an lîplîcher glîchnisse. dar umbe sage ich iu einen andern
sin, der noch lûterer ist und noch geistlîcher ebd.
3:319,1;
nu nement ein grop gelichnisse weltliche lúte die
kein ding ennement denne noch sinnelicher wisen Tauler
124,14;
das er [Christus] sich also geben
hat in einer grober ussewendiger wise, also in glichnisse brotes und wines, und das
wir in zuͦ dem munde innemen súllent also lipliche spise ebd.
310,26
4
‘groß, das übliche, erwartbare oder akzeptable Maß übersteigend’ (vgl. mnd.
grof, Schiller/ Lübben 2,149f.)
4.1
allg.:
sin gabe was so grob / spilluten und den vrien, / daz sie musten schrien
[...] / sin lob an allen orten MarLegPass
20,24;
des ere ist groz unde grob Vät
13526;
an manigem was ir [Mariens] helfe grob
Pass III
690,23;
NvJer
6287.
– Adv.:
nu was der iuncvrowen lob / mit rechter warheit vollen grob / getreten
in diz riche Pass III
566,68;
Vät
2319;
auf Anzahl bezogen:
daz Johannes also grobe / dar von sprichet und saget
me [Apc 4,4 (24 Älteste) gegen Mt 18,28 (12
Apostel)]
HeslApk
8048
4.2
von Sünden:
sehet, diz sint allez koufliute, die sich hüetent vor groben
[schweren, schlimmen] sünden Eckh
1:7,1;
lúte, die [...] in
grossen groben totsúnden lebent Tauler
131,24;
auf den Sünder übertr.:
ein grop gros súnder der enmitten in der
súnden ist ebd.
116,9.
– Adv.:
da was grob
gebrochen [gesündigt]
Vät
17145
4.3
in der Wendung (beide) kleine unde grop:
dar abe [von den Bäumen] sie
[...] / manigerhande brachen obz / beide cleinez
und grobz [d.h. jeglicher Größe]
Pass I/II (HSW)
3226;
Pass III
1,31;
von ir [Maria] manic wunder / ist da kleine und
grob ebd.
5,19;
Pass I/II (HSW)
17350
MWB 2 944,4; Bearbeiter: Bohnert
grop
stN.
wie →
gröbe
:
hât er [Dichter] gehabt niht künste hort, / daz er
hab diu wort verschrôten und verbort, / daz sie durch grop iht meisters kunst
verhelzen Loheng
7633
MWB 2 946,21; Bearbeiter: Bohnert |