grâlen
swV.
‘so vollkommen sein wie der Gral’
Gerhart, [...] din verch in tugenden gralet
Frl
5:9,19
MWB 2 891,45; Bearbeiter: Graën
grallen
V.
‘schreien, kreischen’ (vgl.
gral
stM. und
grëllen
stV.):
schreien, gralen vnde schallen / scholt dv vnd in zarne wallen UvLil
261 r 59(Glr.)
MWB 2 891,47; Bearbeiter: Graën
grâlmæʒic
Adj.
‘wie der Gral’
dîn güete ist zuo menschen heil ein grâlemæzig stiure
SM:UvB
6: 2,2
MWB 2 891,50; Bearbeiter: Graën
grâ|lodære
swM.
Hersteller von grauem Loden (vgl.
lodenære
):
von den gralodern UrkEichst
2,155
(a. 1319)
MWB 2 891,52; Bearbeiter: Graën
gram
Adj.
auch gran.
‘aufgebracht’
he wart zornich inde gram MorantGalie
2566;
KarlGalie
12453.
– mit Dat. ‘jmdm./etw. feindlich gesonnen, böse auf, betrübt über
jmdn./etw.’ (vgl. auch
gotegram
):
dir solde niemen wesen gram Wig
8102;
NibB
3,2;
Herb
918;
swer minne ist vînt, dem ist got gram KLD:Kzl
17: 5,7;
rehtiu liebe ist valscher liebe gran KLD:GvN
10: 2,9;
owe dir vil unseligen girekeit, wie gram ist dir min herze!
Mechth
5: 11,22;
alle die weder gotte unde weder rechte strevet [l.
strebent
] , die werden disseme bûche gram SSp
244,10;
Mühlh
174,4
MWB 2 891,55; Bearbeiter: Graën
gram
stM. , grame
stF.
‘Grausamkeit’ (vgl.
grim
):
alle tier uff ertrich / macht man schier mit guͤti
zam / denn mit uͤbelkait und gram Teichn
574,58;
durch ir morthezzige grame HeslApk
17165;
HvNstAp
16894(La.)
MWB 2 892,3; Bearbeiter: Graën
gramangir
stN.
aus afrz. grant mangier (vgl. Suolahti 1,99,
vgl.
manger
stN.).
‘große Mahlzeit, Festmahl’
nv wart niht lenger gespart, / wan [l.
man
] bereit dar ein gramangyer Krone
7649
MWB 2 892,8; Bearbeiter: Graën
grâmatic
F.
‘Grammatik’
gramatica die lert / buchstaben, silben unde wert
Mügeln
281,1;
an der gramatik wart er schier vol varnde. / sin wille stuͦnt gen
ritterschaft, kunst der buͦche wold er sin nu sparnde JTit
184,3;
Minneb
466
MWB 2 892,12; Bearbeiter: Graën
grâmaticus
M.
‘Gelehrter’, der Lesen, Schreiben und Latein beherrscht (nur lat.
flektiert):
gramatici, daz sint der rede maister BdN
201,27;
an sîm einleften jâre / dô enwas zewâre / dehein bezzer grammaticus / danne
daz kint Grêgôrius Greg
1183;
Martina
245,101;
AvaLJ
52,4;
MinneR 481
258
MWB 2 892,17; Bearbeiter: Graën
gramaʒîe
F.
vgl.
nigromanzîe
,
vergramaʒieren
;
aus afrz. nigromanc(i)e, i(n)gromanc(i)e, lat. necromantia
(vgl. Suolahti 1,100).
‘schwarze Magie, Zauberei’
künde er mit behendicheit / diu swarzen buoch, ouch kunst der gramazîen
[...] daz waere vil gar an im verloren, haete er nicht
pfenninge Boppe
1:30,8;
nû hab dank / diser gramazîn Helbl
3,49
MWB 2 892,24; Bearbeiter: Graën
grambîʒen
stV.
‘zornig mit den Zähnen knirschen’
dreuwende mich der tuvel sprach / und grambyzende
eyslich [furchterregend] brach / ken mir sine zene
scharf Hiob
6576.
– subst.:
wan er grambyzens horet waz, / so zuhant in dunket, daz /
alle sine widersachen / mit sturme sich uf in machen Hiob
6209
MWB 2 892,32; Bearbeiter: Graën
gramelich
Adj., Adv.
→
gremelich
MWB 2 892,39;
gramen
swV.
1
‘(mit den Zähnen) klappern’ (vgl.
grisgramen
) 2
‘(jmdm.) zürnen’
1
‘(mit den Zähnen) klappern’ (vgl.
grisgramen
):
‘da [in der Hölle] sol wesen weinen der ougen
und grizgramen der zene’ [
fletus et stridor dentium Mt
8,12 u.ö.] . diz weinen der ougen kumet van der flammen des vuirez,
daz gramen van der jamerlichen keildenen [Kälte]
HlReg
26,32
2
‘(jmdm.) zürnen’
do begundens im zu gramene HeslNic
397.
971;
HeslApk
153
u.ö.;
Frl
8:17,2.
– subst.:
nu vurchte ich mir der vrowen gramen
HeslApk
3700
MWB 2 892,40; Bearbeiter: Graën
gramerʒî
Interj., stM.
aus afrz. grant merci (vgl. Suolahti 1,100).
‘vielen Dank’
der meister sprach: gramerzî AristPhyll
366;
UvTürhTr
2340;
RvEGer
1356.
– subst.:
swer byen sey
venûz [
bienvenue!
] dâ sprach, / gramerzîs
er wider jach Parz
351,8.
– in der Wendung einen
~
gëben
‘sich bedanken’
die herren mir ze stuͤr / gæben ainen gramarsi
WhvÖst
19481
MWB 2 892,50; Bearbeiter: Graën
gramerʒîe
stF.
aus afrz. grant merci (vgl. Suolahti 1,100 s.v.
gramerzîne).
‘Dankesbekundung’
der alten gramerzie was [...] verendet nicht so
gahenliche JTit
278,2
MWB 2 892,58; Bearbeiter: Graën
gramerʒîen
swV.
‘Dank sagen’ (vgl. Suolahti 1,100 s.v. gramazîen):
hie sol man gerne schowen von manger werden amien /
[...] wie si nach dienste kunnen gramerzien / ir lieben
vruͤnt, der ir da dienen wolde JTit
1968,2
MWB 2 892,62; Bearbeiter: Graën
grampieren
swV.
→
gampieren
MWB 2 893,3;
gramvogel
stM.
s.a.
krimvogel
.
‘Greifvogel’
gram vogel fliegent gerne aleine Renner
21328.
20065
MWB 2 893,4; Bearbeiter: Graën
gran, grane
stswF.
1
‘Barthaar’
2
‘Schamhaar’
1
‘Barthaar’
mit gestreichtem barte, / mit uf gewnden granen
Rol
1156;
die nase lac disem vf den granen Herb
5848;
daz im sîn munt was sô rôt / unt daz vor jugende niemen dran
/ kôs gein einer halben gran Parz
244,10;
[in deinem Gesicht] gewuohs noch nie dehein gran: / war
umbe hiez ich dich ein man? Wh
67,15
u.ö.;
dô er [Herzog Heinrich] herfür het
geschoben / sînes bartes gran, / sô daz er wart ze man / und daz er ritters amt
enphie, / ein hôchzît aldâ ergie Ottok
20972;
uf der obirstin lippin do han si eczliche gran MarcoPolo
19,15.
– übertr.:
schanden gran / unde ir zan / missezierent rîchen man
KvWLd
23,41;
Teichn
220,28.
– bei Tieren:
[Satan] hât alsam ein katze gran MarGr 18
61;
[des Drachen] munt hât gran
[Borsten] und niender zene Boppe
1:16,7;
Krone
988;
Mechth
4: 18,20.
4: 18,25
2
‘Schamhaar’
dô si den gimpel gempel / in die hant genam, / sî sazte in an daz wempel; / er
druhte in durch die gran Neidh (HW)
46,16
MWB 2 893,6; Bearbeiter: Graën
gran
Subst.
ein Meeresfisch:
granus haizt ain gran. daz ist ain mervisch
[...]. der visch hât ain aug oben auf dem haupt wider
aller anderr tier nâtûr BdN
252,28
MWB 2 893,26; Bearbeiter: Graën
grân
stF.
aus afrz. graine (vgl. Suolahti 1,100).
‘scharlachroter Färbestoff, Scharlachfarbe’
von der gran / truoc er einen roc an Wig
1425;
Iw
3454;
Tr
15827;
manig lache von gran, / diu in viures varwe bran Krone
507.
6838.
– übertr.:
schande ist ein gran, / dar inne wirt geverbet Frl
5:47,2.
– für Kleider dieser Farbe:
dar na in unlanger stunt / heis der busschoff dat men sy cleide / mit
scharlaichen ind gronen beide HagenChr (G)
4322
MWB 2 893,30; Bearbeiter: Graën
grânât
stM. (sw. BdN )
1 i.d.R. ein Edelstein ‘Granat’ (vgl. Engelen, Edelsteine, S. 57f., 116f. u.ö.; Vorderstemann, Fremdw., 97f.) 2
‘Granatapfel(baum)’
1
i.d.R. ein Edelstein ‘Granat’ (vgl. Engelen, Edelsteine, S. 57f., 116f. u.ö.;
Vorderstemann, Fremdw., 97f.):
granatus: granat, lapis preciosus VocClos
Gr21;
ein kleinez vingerlîn [...] dez
steinlîn was ein grânât Parz
438,6.
589,20;
JTit
5556,4;
von dem granaten. granatus ist ain stain gar schœner
varb, geleich ainem rubîn BdN
446,30.
– in Verbindung mit jâchant als rote Untergattung des Hyazinth
(vgl. Engelen, Edelsteine, S. 316f.):
ez was ein grânât jâchant Parz
233,20;
Wh
188,26
(vgl.:
der grânât und der rôt jâchant, / die sint al ein beide
sant [d.i. beidesamt
]
Volmar
669;
der granât ist von des jâchants art und ist seines
geslähts BdN
447,7
)
2
‘Granatapfel(baum)’
vîgen boum, grânât, / öle, wîn und ander rât, / des wuohs dâ
ganziu rîcheit Parz
508,11;
der balsme und ouch der grânât bluot, / der blüete smac, der vrouwen zuht /
machten ein keiser wolgemuot Virg
426,10;
Minneb
3434
MWB 2 893,39; Bearbeiterin: Baumgarte
grânâtapfel
stM.
‘Granatapfel’
ein grânâtöpfel solt du hân, / der mir ervrische mînen munt Boner
48,114;
aphalter [Apfelbaum] von Punike, / diu wilde
granatephel treit, / rilicher smac ist uns bereit, / den uns din obz erteilet
KvWGS
1325;
malumpunicum: granathoͤpfel VocOpt
48.153;
VocClos
Ma76;
malum granatum: granot apfel ebd.
Ma75.
– übertr.:
min gelucke, min sußer tawe, / min edeler sußer granat
oͤpfel Minneb
1507
MWB 2 893,58; Bearbeiterin: Baumgarte
grânâtapfelboum
stM.
‘Granatapfelbaum’
der grânât aphelpoum uil chornelîne hât, diu sint
suͦzze TrudHL
129,13
MWB 2 894,3; Bearbeiterin: Baumgarte
grânâtapfelschelede (?)
swF.
Bed. und Ansatz unklar, ‘Granatapfelschale’ (?) (vgl. DWB 8,2066 s.v.
Schälete):
nim zwo vnze goltesche vnd zwo vnze granat oͤppfel schoͤlotten
ElsArz
222
MWB 2 894,6; Bearbeiterin: Baumgarte |