goltvar
Adj.
1 in der Farbe Gold gleichend, goldgelb bis rotgolden 2
‘(durch Goldverzierungen) goldglänzend’
1
in der Farbe Gold gleichend, goldgelb bis rotgolden:
in allen [den Sorten der
Kamille] ist di bluͦme mitten goltvar Macer
39,2;
er [der Lapislazuli] ist plâ mit
goltvarben sprekeln BdN
465,33;
sein [des Papageien] halskraiz ist
rôtvar und vil nâhent goltvar ebd.
221,30.
156,28.
375,24;
u.ö.;
des [Krämers] chramgwant was golt
var / und was von chopfer geworht StrKD
54,26;
DvAOff
33;
OvBaierl
5,5.
– häufig von (rot)blondem Haar:
uff ir gold farwem harre / lag ain minekliches band
GTroj
11998;
ir hâr, / daz was goltvar unde
reit [gelockt]
Wig
2416;
ir kinne, ir kel, ir goltvar hâr SM:WvH
4: 1,9;
Iw
1672;
Lanc
317,11
2
‘(durch Goldverzierungen) goldglänzend’
waz goltvarwer gêren ir ingesinde truoc, / perlen und edel
gesteine verwieret wol dar in! NibB
712,2.
74,1;
ein schoͤner sunnenstral, der
[...] schinet uf einen núwen goltvarwen schilt
Mechth
5: 1,21;
sus verstâchen si zehant / diu sper mit solhem nîde gar / daz
die schilte goltvar / vür stiche wâren dehein guot [nicht mehr tauglich
waren]
Wig
6661;
Rol
5734;
GTroj
17098
MWB 2 855,15; Bearbeiter: Hansen
goltvarwe
stF.
‘Farbe des Goldes’
man spricht auch, daz der asch auz dem unk
[Basilisk] geprant die art hab, wer silber dâ mit salb
und temperier, daz nem goltvarwe [
dicitur argentum eius cinere
delinitum colorem aureum imitari
]
BdN
264,27;
sein [Christi] rainez plût floz /
dar ouz den wunden gelich, / daz suͤze plût goltvarwe riͤche
GvJudenb
1942
MWB 2 855,37; Bearbeiter: Hansen
goltvaste
swstF.
vierteljährlich wiederkehrende Fastentage ‘Quatember’
diu êrste zît ist, wenne man gemeinlîchen vastet, in der goltvasten unde die
vierzic tage vor ôstern PrBerth
1:322,16;
der gibt iglicher ze drein goltvasten als vil als ein prewe oder ein pfister
RbHohenlohe
30
MWB 2 855,45; Bearbeiter: Hansen
goltvaʒ
stN.
‘goldenes Gefäß, Behältnis’
in kleiniu goltvaz man nam, / als ieslîcher spîse zam, /
salssen, pfeffer, agraz Parz
238,25;
der chunich ze tisce gesaz, da scain vil manich goltvaz
AvaJo
26,6;
presente riche / von silbir und von golde, /
[...] / und manig túre goltvaz
RvEWchr
29925;
Rol
3497;
KvWTroj
49001.
– spez. Trinkgefäß:
manic goltvaz rîche, dar inne brâht’ man wîn
NibB
1328,3;
diu goltfaz, dâ er abe tranc SAlex
3119
MWB 2 855,51; Bearbeiter: Hansen
goltvël
stN.
‘goldgefärbtes Leder’
auratas pelles: golt fel Gl
3:622,48
(BStK604);
sîn zimir dâ sô lûte erklanc, / daz man dâ bî gehôrte niht. / silbervel und
goltvel lieht, / zendâl rôt, grüen als ein gras, / dâ sunderbâr gehouen was
UvLFrd
208,26
vgl. auch Anm.z.St.
MWB 2 855,60; Bearbeiter: Hansen
goltvinger
stM.
‘Ringfinger’ (vgl. auch
golttrage
):
der næhste vinger bî dem dûmen [...] der mittel
vinger [...] der goltvinger [...]
der aller minneste vinger PrBerth
2:193,38;
anularis vel medicinalis [...]: goltvinger
SummHeinr
1:130,198.
2:6,89
MWB 2 856,1; Bearbeiter: Hansen
goltwëbære
stM.
Handwerker, der golddurchwirkte Stoffe herstellt (vgl. Nölle-Hornkamp,
Handwerkerbez., S. 358):
Arnolt der goltweber UrkCorp (WMU)
N344,16
MWB 2 856,6; Bearbeiter: Hansen
goltweppe
stN.
ein golddurchwirktes Kleidungsstück:
ciclas [...]est uestis filis aureis contexta.
wlgariter goltweppe GlZfdW
5,5
(BStK324e)
MWB 2 856,10; Bearbeiter: Hansen
goltwërc
stN.
1
‘Goldarbeit, goldenes Schmuckstück’ (hier bildl. im Vergleich) 2
‘Goldbergwerk’
1
‘Goldarbeit, goldenes Schmuckstück’ (hier bildl. im Vergleich):
obe er [der Berg] durchslagen goltwerg / von grunde
in rehter swere / biz an die hohe were Elis
1310
2
‘Goldbergwerk’
das vnse erbherre der herczoge von alder zcu rechte aller goltwerke, di vmmen
Goltberge sin gewest [...] oberste liher gewest sy
DWB
4,1,5,866
(LiegnitzUB; a. 1342)
MWB 2 856,13; Bearbeiter: Hansen
goltwine
stM.
durch Gold erworbener Freund, hier ‘Vasall’
do hugeter auer widere [dachte er daran,
zurückzukehren] / mit sinen golt wín; / uil willic waren
si im, / want er milticlichen gab / die wile er der marche phlác
Rol
4675
MWB 2 856,21; Bearbeiter: Hansen
goltwolle
swF.
ein Meereslebewesen, wohl die Seemaus (Aphrodita aculeata):
von der goltwollen. aureum vellus haizt goltwol. die zeuht
und speist daz mer [...] und daz gestat pei dem mer gepirt
die wollen, nâch dem gold etswie vil gepildet, und dar umb haizt si auch goltwoll
BdN
245,21
MWB 2 856,26; Bearbeiter: Hansen
goltwurm
stM.
die Spanische Fliege, ein Käfer:
cantarides haizent paumwürm [...].
die würm sint grüen, aber wenn diu sunn scheint, sô sint si goltvar, und dar umb
haizt man si auch goltwürm BdN
300,1
MWB 2 856,32; Bearbeiter: Hansen
goltwurz
stF.
auch golde-.
als Gl. für verschiedene Pflanzenbezeichnungen (vgl. Marzell, 1,923ff.; Etymol.Wb.
d. Ahd. 3,525f.):
coconidium: goltwrz Gl
3:49,38
(BStK694);
celidonium: goltwrz ebd.
3:388,8
(BStK726);
affodillus: goldewrz ebd.
3:525,23
(BStK455)
MWB 2 856,37; Bearbeiter: Hansen
goltzein
stM.
‘goldener Stab’ (vgl.
zein
):
in allen er [der Engel] erschain, /
lieht als ein goltzain Wernh
A 2030.
– Leiste (?) am Gewand (vgl. auch goltphedel):
niderthalp [auf dem Gewand] lag ein goltzæin. / vil
schöne augenwæide der bot. / da was in daz golt rot / ein chrisolitus gestalt
Serv
562
MWB 2 856,43; Bearbeiter: Hansen
gome, gume
swM.
‘Mann’
unz daz die tiurlîche gomen / ir müede heten überkomen
UvZLanz
6613
u.ö.;
zwelf gummin dinotin imo du LobSal
162;
do der gotes goume / lac ruͦwen in deme troume
Albert
626;
ich doͧ dich richen gum; / ich gebe dy weder din herczogthuͦm
KarlElegast
1738;
der vil alte gom LBarl
15708;
Roth
753;
Eilh (L)
4658.
– allg. ‘Mensch’
dô dis beide gotes gomen [Maria und Joseph] /
Bethleem wân nâhe komen, / der heilec engel in zwein / mit grôzer schoenheit
erschein WvRh
3260
MWB 2 856,50; Bearbeiter: Helmich
gomman
stM.
→
gotgomman
MWB 2 856,61;
gomor
stN.
ein Hohlmaß (Gomer/ Homer):
svannez [
manna
] iuden
âzen / daz taten si mit maze / iegelicher zeines tages frist / namen ein gomor soz
gescriben ist / so hiz der selbe mezze VMos
79,4;
ein gomor. / das was ein mez do hie bevor
RvEWchr
11208
MWB 2 856,62; Bearbeiter: Helmich
gon
stSubst.
ein Gefäß:
weler smit deheim rosse lât [zur Ader] , der soll
das bluot enpfahen in ein kübel oder in ein gon SchweizId
2,330
(LStadtb.; a. 1300).
– Lit.: Besse, Gefäß- u. Hohlmaßbez., S. 362-366.
MWB 2 857,4; Bearbeiter: Helmich
gopse
F.
‘hohle Hand’
mensuranda cum mensura manuali que vulgariter gobsen dicitur DRW
4,253
(MGladbachUB.; a. 1311).
– mit Metathese:
mit ir goufen [La.
gouspen
] truoc si dar / des wazzers unde gôz im in
Wig
5454
MWB 2 857,9; Bearbeiter: Helmich
gor
stN.
‘Kot, Mist, Dung’
fimum: gor Gl
4:143,14
(BStK391).
3:677,6
(BStK287)
MWB 2 857,14; Bearbeiter: Richter
goras
Subst.
eine Fischart, ‘Karausche’
vorhen, goras und äschen, / roten visch und lachsen
HvNstAp
18047
MWB 2 857,16; Bearbeiter: Richter
gordiân
stM.
→
gardiân
MWB 2 857,19;
gorge
swM.
‘Gurgel, Schlund’
über einen ronen brach er daz sper: / daz vorder stucke daz
stach er / dem trachen zuo dem gorgen în Tr
9209.
2984.
–
‘Schlucker’
vnde sturbent vor den sorgen. / owe, armen gorgen
Herb
10082
MWB 2 857,20; Bearbeiter: Richter
gorz
Subst.
ein Hohlmaß (vgl. DWB 4,1,5,970, vermutlich entlehnt aus slaw. korec,
s. F. v. Krones, Verfassung u. Verwaltung der Mark u. des Herzogthums Steier,
1897, S. 360):
sex modios braze, 1 modium tritici, 3 gorzas siliginis et 3 gorzas hophen ad
pastum porci UrkFreising
547
(a. 1160);
24 gorc tritici totidemque humbuli UrkSteierm
1,408
(a. 1160);
frumenti 8 goͤrz UrbNOÖst
209;
einen halbn gortz magen [Mohn] , ein drittail eins
lamps, zwo gortzes chorns ebd.
306
u.ö.;
UrkEnns
1,617
(13. Jh.);
UrbSteierm
12.
–
per ebdomadam mensuram vnam tritici, que dicitur gorl [wohl
verschrieben für gorz
]
UrkEnns
3,107
(a. 1241)
MWB 2 857,25; Bearbeiter: Richter
gos (?)
Subst.
→
gôʒ
stMN.
MWB 2 857,39; |