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ABCDEF s.VGHIJKL
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g – gâchlîchen
gâchmuot – gagen
gagen – galander
galanderisch – 1galle
2galle – galter
galtnüsse – gamerot
gamîe – gancheil
ganclîche – ganteren
ganz – gärmic
garn – gartenhuon
gartenhûs – 3garwe
garwwurz – gastmeisterin
gastnusse – gaʒʒenspringer
ge- – gebæric
gëbærin – gëbendic
gebenedîunge – gebietære
gebietærin – gebiurischlich
gebiurlich – geböume
gebôʒ – gebrëst, gebrëste, gebrësten
gebrëstelîn – gebrûchic
gebrûchlich – gebunt
gebunt – geburst
geburt – gedâht
gedâht – gedense
gederbe – gedinge
gedinge – gedrange
gedrâte – gedünste
gedurchtriben – gegate
gegatrom – gegenkouf
gegenlëder – gegensetzunge
gegensidele – gegenwertes
gegenwertic – gegihte
gegiric – gehaʒʒic
gêhe – gehëlfe
gehëlfelîche – gehilfe
gehilfic – gehœric
gehœrlich – gehügenisse
gehugesam – geifer
geifervrâʒ – geiselrieme
geiselruote – geisticlich
geistîn – geiʒhorn
geiʒhût – gejeitschuoch
gejeitvogele – gekünne
gël – gelegede
gelegelich – gelende
1gelende – gêlîche
gelîcheit – gelîchmëʒʒunge
gelîchnisgëbende – gelide
gelidemâʒe – gêlingen
gelîp – gëlm
gëlmen – geloup
geloup – gëlte
gëltel – gelückede
gelückederat – gelüstelîn
gelustic – gemahel
gemahelbettelîn – gemæʒicheit
gemæʒiclich – 2gemeine
1gemeinen – gemeinsin
gemeinunge – gemerrede
gemêrsal – 2gemüete, gemuote
gemüetic – gemutzet
gemʒe – genâdenschüʒʒel
genâdensol – genæmicheit
genamʒôn – genemede
genende – genëserinne
genetzen – genieʒen
genieʒlich (?) – genôʒen
genôʒgeselle – gensîn
gensischen – genuhtlîchen
genuhtrîch – genuʒ
genuʒt – gephrange
gephünde – 1gerat
2gerat – gerëhen
gerëht – gereisic
gereitære – gerieme
geriemen – gerihticlîche
gerihtinsigel – geriune
1geriusche – gerouche
geröufe – gerte
gerte – gerûmiclich
gerummel, gerumpel – gêrvalke
gerwære – gesaten
gesatznissede – gescheftbrief
geschefte – geschepfnisse
geschepfunge – geschiuwede
geschoc – geschrihte
geschrîp – gesëhen
gesëhenheit – geselliclîcheit
geselligen – gesihtic
gesihticlich – gesite
gesiten – geslihte
geslinge – gesnæren
gesnarren – gespenstnisse
gesper (?) – gespræchelich
gespræchetac – gespunst
gespür – gestelle
gestellet – gestifte
gestille – gestrenglîche
gestrenze – ge|stunge
gestungede – gesuoch
gesuochære – geswerme
geswërte – gesworn
      geswërte Subst.
      geswerzede stF.
      geswëster stswF.
      geswetze stN.
      geswîche stF.
      geswîchen stV.
      geswîchene Subst.
      geswîeschaft stF.
      geswige swM. (selten F.)
      geswîgede stF. oder N.
      geswil Subst.
      geswinde Adj., Adv.
      geswindelîche Adv.
      geswindenlich Adj.
      geswindicheit stF.
      geswindiclîche Adv.
      geswintheit stF.
      geswister stN.
      geswisterdiehter N.
      geswisterede stN.
      geswistergit stN.
      geswisterîde|eninklîn stN.
      geswisterîdekint stN.
      geswisterkint stN.
      gesworn Part.-Adj.
gesworne – getelle
getelôs – getougen
getougen – getreigeret
getrenke – getrüese (?)
getrügede – getwædicheit
getwædigen – gëtzen
getzsal – gevalte
gevanclich – gevëderen, gevëdern
gevêhe – geverte|lehe
gevertinne (?) – gevlester
gevlitter – gevrier
gevrist – gevülle
gevuoc – gewahsenheit
gewahst – gewaltroubunge
gewaltsame – gewar
gewar – gewe
gewëbe – gewellen
geweltigen – gewërben
gewërbic – gewern
gewërn – gewiere
gewieret – gewinnen
gewinnic – gewist
gewiste – gewonunge
geworden – gewzen (?)
gezagel – gezëmelich
gezemen – gezît
gezîte – gezoc
gezogen – gezwîen
gezwîge – giefen
giege – gifticheit
gifticlich – giht
gihtboum – gimbîʒen
gimme – gippengappen
gippentuoch – giric
giricheit – gischen
gîse – gîtigære
gîtige – 1glan
2glan – glas(e)väʒʒelîn
glas(e)vënster – gleimel
gleimelîn – gleten
glêtphenninc – glipfen
glise – glocke
glockehûs – glôriôs
glôriôslich – gluothaven
gluothert – goder
goedertieren – golf
gollen – goltgesmîde
goltgesteine – goltreit
goltrîch – golttropfe
goltvar – gos (?)
got – gotesarm
gotesbeckære – gotesmordærinne
gotesphenninc – gotgeformet
gotgelâʒen – gotmeinunge
gotmensche – gouch
gouch – goukelære
goukelbilde – goukelspil
goukelsprütze – göumütte, -mutte
göu|phâwe – grabe
grabe – grâf-
graft – gramerʒîe
gramerʒîen – gransprunge
gransprunge – gras(e)phenninc
gras(e)spier – grâvenrëht
grâveschaft – grebinc
grebnisse – gremiclich
grempære – griekech
grien – griffel
griffelære – grimmetât
grimmic – grisegrammen
grîseleht – griuslich
griuwe – groppe
gros – grôʒmüetic
grôʒmuoticheit – grüenheit
grüenlich – grunderëbe
gründic – gruntübele
gruntvestære – gruon-
gruon- – grütschîn
grutte – 1gücken
2gücken – güfticheit
güfticlich – gûlen
gülle – gumpenîe
gunderam – guotdunken
guotdunkende – guotswender
guottât – gürtelgewant
gürtellîn – gymnosophiste

   geswërte - gesworn    


geswërte Subst. ‘Halsabschneider, Meuchelmörder’ sicariorum: gisvertero Gl 1:749,45 (BStK637)

MWB 2 618,54; Bearbeiter: Richter

geswerzede stF. ‘schwarze Kleidung’ (?), (vgl. Etymol.Wb.d.Ahd. 4,421): pullati: geswerzida Gl 2:535,22 (BStK151)

MWB 2 618,56; Bearbeiter: Richter

geswëster stswF. meist Pl. (Sg. UrkCorp (WMU) 3014,37; UrkRegensb 528 ); im Pl. auch geswestera(n), zur Formvarianz vgl. WMU 1,688. S.a. geswister . ‘Schwester’ 1 leibliche Schwester
2 Ordensschwester
   1 leibliche Schwester: Anastasia die gute / drie megede alda bi ir hete, / [...]. / geswestere waren dise dri PassIII 32,64; zwo geswestran da [in Bethania] waren, / [...] / Martha und Maria genant; / den was ain brúder och, alsus / genant mit namen: Lazarus WernhMl 7728; frow Anna und Ysmaria / die warend zwo geschwestra ebd. 1636; mit ir geswestran baiden EckenlE2 93,8; sancte Johannes êwangelista und Kristus wâren zweier geswestern kint HvFritzlHl 145,21; MinneR444 115; UrkCorp (WMU) 3273,20; ElsLA 47,21. – bildl.: unser herre [...] sprach: ‘lerent von mir das ich diemuͤtig bin und senftmuͤtig’. dise sint zwo gespilen, zwo geswesteren die alwegen bi einander wonent und loͮffent Tauler 347,34 u.ö.    2 Ordensschwester: durch miner tohter Elspeten willen, di si [...] dvrch mein pet in ir orden ze einer geswester habent enpfhangen UrkCorp (WMU) 3014,37; ich schaff und wil, daz man mir zehant nach meinem tode gewinne 52 guter geswester, die mir ein iar die freytag vasten wazzer und prot durch meiner sel willen UrkRegensb 528 (a. 1341); und schol man ie der geswester geben alle freytag 2 d. und einen hornafen [ein Gebäckstück] ebd. 528 (a. 1341); iz quâmen ouch ze hove / [...] / geswester münche unde nunnen, / der wir genennen niht enkunnen LvRegFr 4909. – übertr.: dez enpfie si [Martina] vil suoze / der himel her mit gruoze / der engel prince si enpfie / [...] / darnach der megde schar / ir geswestern [Schwestern im Glauben, Genossinnen] alle gar Martina 239,24

MWB 2 618,59; Bearbeiter: Richter

geswetze stN. Koll. zu swaz. ‘Geschwätz’ da mide [mit den Demütigen] lude giengen, / di weizgot widerviengen / der heligen gesezze: / si giengen mit gesuezze, / gewandes riliche, / gezieret uppecliche Elis 3074

MWB 2 619,30; Bearbeiter: Richter

geswîche stF. ‘Verführung’ in geschach diu geswîche / von grôzer heimlîche: / heten si der entwichen, / sô wæren si unbeswichen Greg 411

MWB 2 619,35; Bearbeiter: Richter

geswîchen stV. selten ohne Präfix ge-, vgl. swîchen . ‘sich (jmdm.) entziehen, (jmdn.) im Stich lassen, entweichen’ 1 ohne Dat.
2 mit Dat.d.P.
2.1 Subjekt ist eine Person
2.1.1 mit Gen.
2.1.2 mit präp. Erg.
2.1.3 als Fluch, meist daʒ got jmdm.
2.2 Subjekt ist eine Sache
3 mit Dat.d.S.
4 unpers. mit Dat. ‘schwach werden’
   1 ohne Dat.: ez [ gelük ] vellet vnd steiget, / [...] ez ermet vnd reichet, / ez vürdert vnd besweichet [La. geswijchet ] , / ez geit vnd nimt Krone 6043; da von [von dem Schlag] er überwunden / vnd toter auf die erde seich / [...], / daz sein vehten gar gesweich ebd. 6550. – mit präp. Erg.: ez ist noch vnde was ie: / swer ez an der rede hat, / daz er geswichet an der tat Herb 15054; die [ein Drittel der Glaubenslehrer] tet der tuvel geslagen / [...], / so daz sie irme namen zu rume / von irem orden wichen, / oder von gote geswichen, / daz sie nicht rechte larten HeslApk 13572. – nicht entscheidbar, ob Gen. oder Dat.d.S. (s.u. 3): nû bedenche wir daz, / wie von der brœden erden / ein sô vester mensche solte werden, / [...], / daz er niht geswiche der burde [dass er unter der Bürde nicht versage] Aneg 2333; sein [Gaweins] hertz sam ein adamas / nie deheinr manheit gesweich Krone 8678; HeslApk 20994    2 mit Dat.d.P.    2.1 Subjekt ist eine Person: er [Joseph] wolt tougelichen der frouwen [Maria] geswichen AvaLJ 11,3; ich [Gott] wil iw wârlichen / niemmer gesuîchen Exod 810; Rol 2953 u.ö.; MF:Reinm 34b:3,3; heiliger geist, mir nicht geswich, / die glosen mir vor tichte, / so schribe ich nach dir lichte HeslApk 21388    2.1.1 mit Gen.: der gewaltige Appolle / wil helfens mir geswichen Rennew 5959; die [seine Helfer] wolte er immer mêre / hœhen unde rîchen / und nihtes in geswîchen UvEtzAlex 2228 u.ö.; eine rede du gester tæte, / der ich dir niht geswîche: / wiltu lân daz rîche, / sô wil ich ouch die werelt lân LBarl 1072; dines vruͤndes laster niht vermere, / hilf im tragen sin swere, / diner triwen im niht geswiche ErzIII 36,197    2.1.2 mit präp. Erg.: so müesse got an selden mir geswichen Wartb Rs 85,10; vnd ob in die geswichen an rehter nót, die bi in lib vn gvͦt solten wagen vnze an den tot UrkCorp (WMU) 93,15; Reinhart Krimeln zv im nam, / [...]. / ern gesweich im nie zv keiner not ReinFu K,1115; die swuoren gewislîche, / si newolten im niemer geswîchen / ze allen sînen sachen Kchr 4938; Rol 131    2.1.3 als Fluch, meist daʒ got jmdm. ~ : ‘daz im got geswîche!’ / si schalt in freisliche, / als ir der grôze zorn geriet En 11465; daz dir got geswîche! Eracl 1046; Bîspel(Pf) 10,119; des [wegen seiner Gewalttaten] muͦz im [Ermrich] got an dem urteil [beim Jüngsten Gericht] gesweichen Rab 757,6; Sibote 501. – ins Positive gewendet: sô werdest dû gesegenet êwichlîchen, / daz dir dû gotes zeswe nîmêr geswîche! JJud 1750    2.2 Subjekt ist eine Sache: di uogel unter dem himele / musen tote nider uallen. / uon dem ummazen scalle / geswaich in daz geuidere Rol 3539. 310; der lîp hât mir geswichen Kchr 919; ine weiz, wie mir der lîp / und al mîn craft in kurzer vrist / geswachet unde geswichen ist Tr 9470. 14317; LBarl 1935; dô gesweich ime der tach. / umbe di burh lach er al di naht SAlex 2808; Wernh D 3783; ob yme sin swert geswich Krone 13226; NibB 2185,1; an dem tod mues im [dem Ruhmsüchtigen] gesweichen / gut, err, frewnt und lannd HvBurg 2082. 6028; MF:Rugge 10:1,7; Parz 444,8. 811,20; Wig 36. – mit Pron.-Adv.: swaz man dort getuot, / nu schaffet sô hie heime, daz iu iuwer muot / niht dar an geswîche, swâ man sol haben êre Kudr 279,3    3 mit Dat.d.S.: dem [der Lehre von der Wiederauferstehung] soltu niht geswîchen, / du solt ez glouben âne wanc LBarl 3784; doch mohten si [die aus Trauer Fastenden] dem lîbe sô gar geswîchen niht: / si nerten sich nâch sorgen NibB 1072,3    4 unpers. mit Dat. ‘schwach werden’ so geswichit deme gaiste PrGeorg(Sch) 24,126. – mit präp. Erg.: die gehugide unsirs herren todes [...] het also groze kraft, daz si den gaist sterchit, deme geswichin ist an kraft, daz er den lip niht fúrbaz mach bringen PrGeorg(Sch) 24,135; mir ist geswichin von minne ebd. 24,130

MWB 2 619,38; Bearbeiter: Richter

geswîchene Subst. ‘Ärgernis, Anstoß’ scandalum: gisuihhani Gl 1:815,11 (BStK665); Gl 4:658,42 (BStK949)

MWB 2 620,54; Bearbeiter: Richter

geswîeschaft stF. ‘Verschwägerung’ ein kneht [...] het des abtes bruodertohter ─ / mit wie getânen sachen moht er / sîn gewesen in friuntschaft / einem phaffen mit geswîschaft! Ottok 42368

MWB 2 620,57; Bearbeiter: Richter

geswige, geswîe swM. (selten F.) auch geswîhe ( Lucid 30,13 ). ‘angeheiratete(r) Verwandte(r), Schwager, Schwägerin’ (die Art der Verwandtschaft ist nicht überall genau zu bestimmen): sweher unte giswîen îlten si vernîden [Jakobs Söhne rächen ihre Schwester Dina an Hamor, Sichem und deren Volk ( Gn 34,25-26)] Gen 1643; daz wil ich [Jonathan, Sauls Sohn] kunt tuon / Daviten [Mann von Jonathans Schwester] dem geswîen mîn, / der mir niht lieber möht gesîn EnikWchr 10175; er [Gansguoter] was sin [Gaweins] geswye. / Amurfina, sin amye, / des pfaffen swester tochter was Krone 13175; ir [der unstæte ] sippe machet breite schar: / swelch untugent mac niht gesîn / ir mâc, diu ist doch ir geswî WälGa 2534; vnserm lieben geswein hern Eberharten von Walsse vnd seiner housfrowen Marîen, di mein, Levtolts, muem vnd mein, Albers, swester ist UrkCorp (WMU) 2900,1; mit mines geswigen hern Albern von Weitrah vnd mit mines swehres hern Wuͦlfinges von Kyowe ingesiglen ebd. N622,8; Wig 1174; Ottok 83742. – als Teil der Anrede: Genelun, geswige min, / la dise unrede sin Rol 1406. 1534; geswîe mîn vil guote Kchr 1303 u.ö.; lieber mîn geswî Ottok 42595. – swF.: von miner geschwigin UrkCorp (WMU) 2680,15; vnd ob Fridrich [ min ohaim ] niht enwære, so sol ich daz gelvbde laisten meiner gesweien, seiner havsvrowͦen ebd. 492,19; ir swiger ouch Sophie / unde Agnes ir geswie / an werltlicher hochfart / bede waren ungespart Elis 1026

MWB 2 620,61; Bearbeiter: Richter

geswîgede stF. oder N. ‘Schweigen’ ích nihabo bihálten nóh réhto giwéret in góte noh an mînemo nâhesten die réhtun mînna nóh [...] rehten rât, lángmuoti, reht gisprâchide, reht gisvîgide BambGlB 147,32

MWB 2 621,28; Bearbeiter: Richter

geswil Subst. ‘Schwiele, dicke Haut’ callus: gosuil [ geswil, callus dr. durities pedum inferior uel manuum interior Gusinde, Konrad von Heinrichau, in: Mitt.d.Schles.Ges.f.Volksk. 13 (1911), S. 374-  400, hier 386] VocAbstr 373; callus cutis spissata: giswil SummHeinr 2:227,281

MWB 2 621,33; Bearbeiter: Richter

geswinde Adj., Adv. 1 ‘rasch, schnell, geschwind’
2 ‘ungestüm, heftig’
   1 ‘rasch, schnell, geschwind’ nâch der gîgen tanze ich vil geswinde SM:Go 2: 1,11; so kund man nie vinden / mentschen so geswinden / ze demuͤtigen werken SHort 8194; ein brief der wart geswinde / getihtet und geschriben drat WhvÖst 2928; si [die Tochter des Pharao] hiez ir balde und geswinde / das korblin [mit Moses] gwinnin RvEWchr 8957; snelleclich und geswinde ebd. 27183; behende, snel, geswinde WernhMl 5968; SM:KvL 20:3,9; KvWLd 27,11. – ‘unvermittelt, plötzlich’ so wir also bi enander sitzende sint, so kummet aber ein geswindes heiters lieht und umbeschein uns MerswBrf 334    2 ‘ungestüm, heftig’ mich sluogen sturmwinde / vil nahe zeinem steine / in einer naht geswinde, / min fröude diu was kleine Tannh 13,39; si slugen slege herte. / geschwind was ir geverte, / ir sleg wurden dicke HvNstAp 9358; Aiax der fürste und Hercules / die tatten manig geswindes mes [ meʒ stN. ‘Maß’] / mitt swerten GTroj 16014; WhvÖst 8766; Märt 18038; Mechth 4:17,28. al hie ist sin knecht, / der an mich mit siner hant / hat gelait geswindiuͤ [feste, harte] bant Märt 17406

MWB 2 621,39; Bearbeiter: Richter

geswindelîche Adv. ‘rasch, geschwind’ so er underwilent ze geswintlichen uf die spise oder trank viel, dez erschamt er sich vor sinem erberen gemassen [Tischgenossen] Seuse 25,26 u.ö.

MWB 2 621,62; Bearbeiter: Richter

geswindenlich Adj. ‘rasch’ der eltter fragen do began / Parissen, den jungen man, / von siner geschwindenlichen vartt GTroj 13205

MWB 2 622,1; Bearbeiter: Richter

geswindicheit stF. ‘Heftigkeit, Jähzorn’ sú behaltent sich in sinnelicher genuͤgeden, gunst und ungunst, und daruz wurt geborn unrehte urteil, und in in stont vil gebresten, hochfart, geswindekeit, [...] und manig disem glich Tauler 30,1; die swindekeit [La. geswindekeit ] die verjaget und vertribet den heilgen geist ebd. 106,31

MWB 2 622,4; Bearbeiter: Richter

geswindiclîche Adv. ‘rasch, ungestüm’ vf sprang geswindekliche der heiden freisan / vnd lief do figentlich den starcken helt an WolfdD 429,1

MWB 2 622,11; Bearbeiter: Richter

geswintheit stF. ‘Raschheit, Ungestüm’ Lazarum, den moht ich [die personif. Hölle] fuͥrbaz niht me gehaben, wan dc er sich reht erschutte [schüttelte] als ain adelaͤr mit der geswinthait, und dar zuͦ spranger ûf, und gie von uns PrSchw 2,148

MWB 2 622,14; Bearbeiter: Richter

geswister stN. auch geswester, gesuster; s.a. geswëster . ‘Geschwister(teil), Bruder und/oder Schwester’ (nur Pl.): lantgrave Lodewig [...] wart vormunde siner geswister Köditz 16,12; din mvter vnde min vater also na / vnder in gesippe sint, / sie sint beide eins mannes kint, / Esiona vnde Priamus. / von zwein geswesteren sin wir [Ajax und Hektor] sus / die ersten kint her kvmen Herb 5950; nechein sin gesuster UrkKölnSchr 1,223 (Mitte 12. Jh.); KLD:Alex 2:18,1

MWB 2 622,19; Bearbeiter: Richter

geswisterdiehter N. unklar, ob Kompos. oder Syntagma. ‘Enkel von Geschwistern’ des ohse und jens rindes kalp / sint geswester tiehter vaterhalp [Teil einer Klage über die Geringschätzung von Verwandtschaft] Renner 7456

MWB 2 622,29; Bearbeiter: Richter

geswisterede stN. auch -de, -git, -get u.ä., auch -(g)îde mit präsuffixaler Vokaldehnung (Krahe/  Meid, Germ. Sprachw. III, 149f.) und -g- aus palatalem Gleitlaut. Auch -swester- ( PassI/II 368,57; Martina 271,54; TrudHL 54,14 ), geswistrert ( StRMünch 345,26 ). Weitere Formen s. WMU 1,690. 1 ‘Geschwister(teil)’ (meist Pl.)
1.1 weibl. Geschwister, Schwester
1.2 Bruder und/oder Schwester
2 ‘(Kloster-)Schwester’ (?), s.a. geswëster
   1 ‘Geschwister(teil)’ (meist Pl.):    1.1 weibl. Geschwister, Schwester: Cvͦnrat vnd Vͦlrich, sin bruͦder, vnd Gedrut, Agnes vnd Elsbet, iriv geswistergid UrkCorp (WMU) 2196,31    1.2 Bruder und/oder Schwester: mînre [Trevrizents] geswistrede zwei noch sint [Repanse und Anfortas] Parz 477,1; der zweier [Eltern] kint habent die êrsten sippe unde stênt an dem êrsten und an dem næhsten lide an dem houbte, dâ die arme stôzent an die schultern, daz heizet diu ahsel. an ietweder ahsel ein geswistrîde [Angabe der Verwandtschaftsgrade am Bild des menschlichen Körpers] PrBerth 1:312,20. 1:312,22; ez wart nie so lieber gruͦz getan / von zwein geswisteriden [ : mîden ] Rennew 21707; die sáligosten geswúster giden / Marie, Marte, Lazarus SHort 8340; dise drú geswisterde ElsLA 431,8; swaz dannoch daz kint guotes hât, [...], daz sol allez andern sînen geswistergeten werden StRDinkelsb 98; dô was Maria sîn tohter wande christ nie nehain gesuesterigîde sô rainez gewan TrudHL 54,14; daz erbegut als davor geschriben stat daz suln erben sune unde toehter, die von vater unde von muter rehtiu geswistergide sint StRAugsb 151,19 u.ö.; daz sint dev lehenlevt [...] item Fridelmær vnd sein geswistergeit UrkWeltenb 259 (Mitte 14. Jh.); DvAPatern 21; Vät 30910; Köditz 16,8; Bihteb 25. geistlichiu ~ : ist ez ein frouwe gewesen, swaz diu kint hete, ê sie dich huoben ûz der toufe oder dich getoufet hânt oder dir der heiligen firmen geholfen hânt, als ich hie vor gesprochen hân, diu sie vor oder nâch gewunnen hânt, dâ maht dû mit niemer keine ê gewinnen, wan sie sint dîniu geistlîchen geswistrîde PrBerth 1:315,15. 1:315,19; so du fúr den geminten got erst kumest, so bit fúr dinen getrúwen lieblosen geistlichen vatter und úber dinú geistlichú geswistergit Seuse 446,2. – bildl.: unstæte der lüge muoter ist: / [...] zorn, lüge, sint / der unstætekeite kint. / die hânt noch geswistrede vil WälGa 2033    2 ‘(Kloster-)Schwester’ (?), s.a. geswëster : nun nement war, aller getreẅsten geswistrigeten Stagel 121,1

MWB 2 622,34; Bearbeiter: Richter

geswistergit stN. geswisterede

MWB 2 623,18;

geswisterîde|eninklîn stN. unklar, ob Kompos. oder Syntagma. ‘Enkel von Geschwistern’ (nur übertr.): si [der gastfreundliche und der knauserige Geistliche] sind pruder mit gepaͤr / und mit der chuten, siech ich wol. / aver so man ezzen sol, / so beginnt ez sich zu mischen. / so sind dw schussel mit den vischen / und dw chaendl mit dem wein / chaum geswistergeid ennichlein [nur entfernt verwandt, es besteht ein großer Unterschied] Teichn 171,70; sie sint geswistreid enicklein, / steln und daz selb gever ebd. 544,42

MWB 2 623,19; Bearbeiter: Richter

geswisterîdekint stN. auch -gid-, -ig-; unklar, ob Kompos. oder Syntagma. ‘Vetter oder Base, Kinder von Geschwistern’ deu êrste sippe heft sich an der achseln an, daz sint gewistreit [l. gesw- ] ; deu ander sippe ist an dem ellenpogen, daz sint geswistreit chint RbRupr 168; deu dritt sippe heft sich an dem riste, daz an den armen stœzzet, das sint geswistreit chindes chint und haizzent alder eninchel ebd. 170; consobrinus: geswistergidkint VocOpt 3.038; consobrinus: geswisterde [La. geswuͤstrig ] kint VocClos Co232

MWB 2 623,30; Bearbeiter: Richter

geswisterkint stN. unklar, ob Kompos. oder Syntagma. ‘Vetter oder Base, Kinder von Geschwistern’ ungezweiter brüeder kint diu stânt an dem lide der schultern, dâ die arme zesamen gânt; alsô tuont diu geswisterkint. ditz ist diu êrste sippezal. diu mâcschaft gât von brüeder kinden unde von swester kinden SpdtL 84,15; jens mûl und des esels sun / sint geswester kint [Teil einer Klage über die Geringschätzung von Verwandtschaft] Renner 7462; wer czins gut verkouffen wil, der sol ez bieten sinen nehsten erben, die geswister oder geswister kint sin StRWeinheim 387; ich wene auch wol das er recht hett da er [Lancelot, Sohn des Ban] unsern jungherren [Lionel, Sohn von Bans Bruder Bohort] nefe hieß. ich wene wol das sie geswister kint synt und gebruder kint Lanc 95,33

MWB 2 623,41; Bearbeiter: Richter

gesworn Part.-Adj. 1 bezogen auf Personen ‘vereidigt, durch Schwur verpflichtet’
2 bezogen auf Sachverhalte/ Aussagen ‘durch Schwur verbindlich’
3 in der Wendung mântac ‘Montag, an dem die Geschworenen zusammenkommen, Gerichtstag’ (vgl. Geschworenenmontag, DRW 4, 487f.)
   1 bezogen auf Personen ‘vereidigt, durch Schwur verpflichtet’ ez suͤlen die vleischaechel [Fleischhacker] chein rint slahen, niur daz di gesworn pfleger, die dar uͤber gesetzet sint, erlaubent StRMünch 202,22; gesworn versucher [Münzprüfer] ebd. 573,25; herre ritter, ir fúrt da des konigs fynt [als Gefangenen] , und ich [Key] bin sin geschworn helffer und syn ritter; ließ ich yn uch also hinweg furen, so wurd ich meyneidig Lanc 183,20; UrkEichst 2,237 (a. 1332). – oft von Rats- oder Gerichtspersonen: wiͤr Otte von gotes gnaden bischof [...] mit unserm gesworn rate [...] haben gesetzt die gesetze, die hernach geschriben sint WüP 11,5; StRMünch 134,6 u.ö.; StRRavensb 58,3; vnser gesworn rat apet Heinrich von Fulde UrkCorp (WMU) 1254,20; daz bezugit ein man wol herin mit dem richtere unde mit den geswornen luten StRFreiberg 227,22    2 bezogen auf Sachverhalte/ Aussagen ‘durch Schwur verbindlich’ der gesworn vride [...] sol weren [...] untz auf den nahsten purtinch StRRegensb 17; und darzuͦ verpietent si [ die ratgeben ] auch alle ainung, si sei gesworn oder niht, bei 30 lb der stat StRMünch 257,13; diz ist ein gesworen reht, / daz got wider sînen kneht / unsern vader Abraham, / [...] / gesworn hât gar gedrûwelich Erlös 3063. – in Verbindung mit eit: sin corn widir gebi· edir suliz umi geldi uf einin gisuorinin eit· geit einis mannis phert unwizzindi in einis mannis corn· Mühlh 156,13; la wirz mit gesworn eiden / beid an mein vrowen, / seit wir ir beid getrowen / so hertzenlicher vrivntschaft, / daz si diss streites chraft / scheid, swie si welle Krone 10854; vnde der selbe Cunrat sal die wareit dar vber sage bi sime gesuoren eide UrkCorp (WMU) 557AB,48 u.ö.; mit geswornem eide Lanc 494,25    3 in der Wendung ~ mântac ‘Montag, an dem die Geschworenen zusammenkommen, Gerichtstag’ (vgl. Geschworenenmontag, DRW 4, 487f.): die [Pferde] sal man den nemelichen luden widir gen zwͦschen hie vnde deme duͦnrisdage nach gesworen mandage, der da nuͦ kuͦmet UrkCorp (WMU) 1918,37; drey gesworen montag ime jare do sollen seyn [...] vnd dyselben tage sollen dy amptlute vom stabe zern WeistGr 3,535 (a. 1351); UrkTrier 4,11 (ca. 1190 kopial)

MWB 2 623,58; Bearbeiter: Richter