g – gâchlîchen gâchmuot – gagen gagen – galander galanderisch – 1galle 2galle – galter galtnüsse – gamerot gamîe – gancheil ganclîche – ganteren ganz – gärmic garn – gartenhuon gartenhûs – 3garwe garwwurz – gastmeisterin gastnusse – gaʒʒenspringer ge- – gebæric gëbærin – gëbendic gebenedîunge – gebietære gebietærin – gebiurischlich gebiurlich – geböume gebôʒ – gebrëst, gebrëste, gebrësten gebrëstelîn – gebrûchic gebrûchlich – gebunt gebunt – geburst geburt – gedâht gedâht – gedense gederbe – gedinge gedinge – gedrange gedrâte – gedünste gedurchtriben – gegate gegatrom – gegenkouf gegenlëder – gegensetzunge gegensidele – gegenwertes gegenwertic – gegihte gegiric – gehaʒʒic gêhe – gehëlfe gehëlfelîche – gehilfe gehilfic – gehœric gehœrlich – gehügenisse gehugesam – geifer geifervrâʒ – geiselrieme geiselruote – geisticlich geistîn – geiʒhorn geiʒhût – gejeitschuoch gejeitvogele – gekünne gël – gelegede gelegelich – gelende 1gelende – gêlîche gelîcheit – gelîchmëʒʒunge gelîchnisgëbende – gelide gelidemâʒe – gêlingen gelîp – gëlm gëlmen – geloup geloup – gëlte gëltel – gelückede gelückederat – gelüstelîn gelustic – gemahel gemahelbettelîn – gemæʒicheit gemæʒiclich – 2gemeine 1gemeinen – gemeinsin gemeinunge – gemerrede gemêrsal – 2gemüete, gemuote gemüetic – gemutzet gemʒe – genâdenschüʒʒel genâdensol – genæmicheit genamʒôn – genemede genende – genëserinne genetzen – genieʒen genieʒlich (?) – genôʒen genôʒgeselle – gensîn gensischen – genuhtlîchen genuhtrîch – genuʒ genuʒt – gephrange gephünde – 1gerat 2gerat – gerëhen gerëht – gereisic gereitære – gerieme geriemen – gerihticlîche gerihtinsigel – geriune 1geriusche – gerouche geröufe – gerte gerte – gerûmiclich gerummel, gerumpel – gêrvalke gerwære – gesaten gesatznissede – gescheftbrief geschefte – geschepfnisse geschepfunge – geschiuwede geschoc – geschrihte geschrîp – gesëhen gesëhenheit – geselliclîcheit geselligen – gesihtic gesihticlich – gesite gesiten – geslihte geslinge – gesnæren gesnarren – gespenstnisse gesper (?) – gespræchelich gespræchetac – gespunst gespür – gestelle gestellet – gestifte gestille – gestrenglîche gestrenze – ge|stunge gestungede – gesuoch gestungede stF. gestungende (?) F. gestungunge stF. gestupfen swV. gestüplach stN. gestüpnisse stN. 1gestüppe stN. 2gestüppe stN. gestüppelîn stN. gestuppen swV. gestürme stN. gesüeʒede Subst. gesüeʒen swV. gesühte stN. gesunde stF. gesunden swV. gesunder Adj., Adv. gesündic Adj. gesundicheit stF. gesunt Adj. gesunt stM. gesuntheit stF. gesüntlich Adj. gesuntmachunge stF. gesuoch stM. gesuochære – geswerme geswërte – gesworn gesworne – getelle getelôs – getougen getougen – getreigeret getrenke – getrüese (?) getrügede – getwædicheit getwædigen – gëtzen getzsal – gevalte gevanclich – gevëderen, gevëdern gevêhe – geverte|lehe gevertinne (?) – gevlester gevlitter – gevrier gevrist – gevülle gevuoc – gewahsenheit gewahst – gewaltroubunge gewaltsame – gewar gewar – gewe gewëbe – gewellen geweltigen – gewërben gewërbic – gewern gewërn – gewiere gewieret – gewinnen gewinnic – gewist gewiste – gewonunge geworden – gewzen (?) gezagel – gezëmelich gezemen – gezît gezîte – gezoc gezogen – gezwîen gezwîge – giefen giege – gifticheit gifticlich – giht gihtboum – gimbîʒen gimme – gippengappen gippentuoch – giric giricheit – gischen gîse – gîtigære gîtige – 1glan 2glan – glas(e)väʒʒelîn glas(e)vënster – gleimel gleimelîn – gleten glêtphenninc – glipfen glise – glocke glockehûs – glôriôs glôriôslich – gluothaven gluothert – goder goedertieren – golf gollen – goltgesmîde goltgesteine – goltreit goltrîch – golttropfe goltvar – gos (?) got – gotesarm gotesbeckære – gotesmordærinne gotesphenninc – gotgeformet gotgelâʒen – gotmeinunge gotmensche – gouch gouch – goukelære goukelbilde – goukelspil goukelsprütze – göumütte, -mutte göu|phâwe – grabe grabe – grâf- graft – gramerʒîe gramerʒîen – gransprunge gransprunge – gras(e)phenninc gras(e)spier – grâvenrëht grâveschaft – grebinc grebnisse – gremiclich grempære – griekech grien – griffel griffelære – grimmetât grimmic – grisegrammen grîseleht – griuslich griuwe – groppe gros – grôʒmüetic grôʒmuoticheit – grüenheit grüenlich – grunderëbe gründic – gruntübele gruntvestære – gruon- gruon- – grütschîn grutte – 1gücken 2gücken – güfticheit güfticlich – gûlen gülle – gumpenîe gunderam – guotdunken guotdunkende – guotswender guottât – gürtelgewant gürtellîn – gymnosophiste
|
gestungede
stF.
auch gestungende (
TrudHL
69,27(Hs.);
vgl. Mhd. Gr. Wortb. § S 78).
‘Antrieb (durch seelische Betroffenheit oder Ergriffenheit), Hingabe,
Andacht’ (vgl.
stungen
swV.):
der sol einvaltchlich ingan vnde betton: vnde nvt mit
lvprechir stimme [
non in clamosa voce
] wand
mit sinen tren vnde der gestvngda sins herzin [
sed in lacrimis et
intentione cordis
]
BrEng
52;
wande swer gihôrsame ist, in deme der gaist des êwigen
giwizedes. der mach suͦzze gestungede haben unde raine andâht
TrudHL
146,13;
dô tranchete ich dich mit der heiligun gestungede ebd.
35,12
u.ö. (vgl. TrudHL (O) , Kom. zu 46,28 und
146,13);
mit wine dere gestungede, riuwe [Doppelgl. zu (vino)
compunctionis
]
PsWindb
59,5
MWB 2 608,29; Bearbeiterin: Baumgarte
gestungende (?)
F.
→
gestungede
MWB 2 608,44;
gestungunge
stF.
‘Antrieb’
da von so sol dis gebet chvrzis sîn. ez si denne von der
gestvngvnga der gotlichun gnada [ex affectu inspirationis divinae
gratiae]
BrEng
20
MWB 2 608,45; Bearbeiterin: Baumgarte
gestupfen
swV.
→
gestuppen
MWB 2 608,49;
gestüplach
stN.
‘eine Menge von Staubkörnchen’ (zu
gestüppe1
):
ich nam fúr minú inrú ogen mich selber nah allem dem, daz ich
bin, [...], und stalte umb mich alle creaturen, die got ie
geschuͦf [...], und dar zuͦ alles daz klein
gestuplach, daz in der sunnen glanz schinet, und ellú dú wassers troͤpflú, dú
von tow ald von schne ald von regen ie gevielen Seuse
28,7
MWB 2 608,50; Bearbeiterin: Baumgarte
gestüpnisse
stN.
‘Staubartiges, Nichtiges’
wan alle glouben sint ein tôt dinc, wan kristengloube alleine. der heiden
gelouben sint alle ein gestüpnüsse PrBerth
1:250,18
MWB 2 608,58; Bearbeiterin: Baumgarte
1gestüppe
stN.
auch gestippe ( HeslApk
21311), gestob(e) (ebd. 20175,
20183).
‘Staub, Pulver’
den stoup er ir abe las, / da gestuppes nie niht was
Herb
708;
sich dô manic schilt zercloup, / dar ûz diu liehte varwe
stoup, / [...] / und einen nebel mahte dâ / mit ir gestüppe
manicvalt KvWTroj
40157.
36937;
sîn lîp ze pulver wart gebrant / und z’einer eschen
reine: / des nam ich sîn gebeine / und daz gestüppe sîner hût ebd.
38711;
von würzen manec gestüppe / was ûf den
kultern [Decke] gesæt Parz
790,12;
SalArz
38,29;
BdN
293,21;
mit fiures funken manec gestüppe, diu man nahtes sach Wartb(S)
173,2;
als unzallich, alse daz gestúppe ist in der sunnen schin
Seuse
307,23.
– übertr. ‘Vergängliches, Nichtiges’
alle kunige [...] suln bekennen daz ir gewalt und ir
êre und ir edilkeit ein gestuppe ist gewest wider sîner edelkeit HvFritzlHl
27,27;
ez ist ein gespöt und ein gestüppe, dâ ir himelrîche umbe gebet PrBerth
2:68,21;
ein gestüppe und ein üppikeit ebd.
1:224,3.
2:63,33;
du doch wol selber waist, / daz es alles [was er Lobendes über
die Minne gesagt hat] ist erlogen. / mir saiten, die mich hant
erzogen, / [...] / daz ez ain gestuͥp si / und ez
mache vroͤden fri JvKonstanz
1841.
–
‘Staubkorn, Splitter’
daz von dem winde nie gejaget / wart ein gestüppe cleine, /
sô balde sô der reine [Hector] / dort her ûf in gerennet
kam KvWTroj
39473;
abir waz sihes du ein gestuppe in dînes brûder ouge, abir den balkin der in
dîme ougin ist, inmerkis du nicht? EvBeh
Lc 6,41
MWB 2 608,62; Bearbeiterin: Baumgarte
2gestüppe
stN.
→
gestëppe
MWB 2 609,29;
gestüppelîn
stN.
Dimin. zu
gestüppe1
‘Stäubchen, Nichtigkeit’
ia wie clein es ein gestüplin, ein sündelin oder ein sipp der sünde si, das
enmag diu sele nit erliden, wanne es der sele frömde vnt vngelich ist PrWack
65,125;
ir habet rehte nihtes niht dar an, dâ mit ir umbe gêt: wan ez ist niwan ein
gestüppe und ein gestüppelîn und ein gespötte und ein üppikeit, unde dir wirt niemer
mêr wol dâ mite PrBerth
1:173,7
MWB 2 609,30; Bearbeiterin: Baumgarte
gestuppen
swV.
nd. und md.; rechtsspr. synonym →
(ge)stôʒen.
in der Wendung: zu der sippe gestuppen
‘durch (Abzählen und) Antippen der (vorgeschriebenen [vgl. z.B. Ssp
22f.]) Gelenke den Verwandtschaftsgrad bestimmen’
alle die sich gliche zu der sippe gestuppen mogen, die nemen gliche erbe in
der mageschaft RbMagdeb
285,17
(vgl. nd.
SSp
23,7
)
MWB 2 609,39; Bearbeiterin: Baumgarte
gestürme
stN.
‘gewaltsames Heranstürmen, Bedrängen, Angriff’
so getan gesturme ist michel reht, so des tieveles chneht / mit
gewalte vure gat, hi, wie vaste er uns bestat / mit manegen sinen listen
AvaA
8,1;
tracken und lintwurm / kamen mit gesturm
HvNstAp
8400;
mit lanzen und mit gêren / wart ûf in ein gestürme, / als ob
vil binenwürme / dâ füeren umbe ein honicvaz KvWTroj
34655.
–
‘Trubel, Betriebsamkeit, Gedränge’
daz meinet, daz si gerne alleine was und hilt sich alle wege von deme gesturme
der lûte und was irre funf sinne wol behut HvFritzlHl
110,25;
und bedûtet einen abe gescheidenen menschen, der poben
[über] daz gesturme dirre werlde irhaben ist ebd.
149,34.
– auch von innerer Unruhe:
als lange lerne man sich lâzen, biz daz man niht eigens
enbeheltet. al gestürme und unvride kumet zemâle von eigenem willen
Eckh
5: 283,1
MWB 2 609,47; Bearbeiterin: Baumgarte
gesüeʒede
Subst.
hier wohl süßliche ‘Würze’
condimentum: gisalzani vel gisozti Gl
2:283,6
(BStK665);
Gl
2:283,9
(BStK637)
MWB 2 610,1; Bearbeiterin: Baumgarte
gesüeʒen
swV.
→
süeʒen
MWB 2 610,4;
gesühte
stN.
‘Krankheit’ (vgl.
suht
):
sî daz sich daz vieber von dem gesuhte heve
Barth
147,3
u.ö.;
poley gepulvert unde an das suchtege zanvleisch geriben,
vertribet das gesuchte da von Macer
12,10
u.ö.;
swelich ros ain siechs havpt hab [...]
oder fast von gesuͤcht chranc sei Albrant
1,1;
OvBaierl
28,3;
swem da was von gesuhte we, / dem wart sin leit gar benumen: / ob er dar zu
mochte kumen, / daz in daz kerzen stucke / berurte zu gelucke, / so mochte er wol
gesunt sin MarLegPass
2,236.
–
‘Gelenkschmerzen, Giht’
sô deheime menschen wê sî an dem chnie
[...] der sol die egelen [...]
lâzen sûgen, unze si selbe vallen; dar nâch sô lege ûf den biz wegerich oder ein
ander chrût, daz daz gesuhte ûz ziehe Barth
140,9;
das selbe ist ouch guͦt zu einer suche, di heisset
podagra unde wirret an den vuͦssen. das selbe hilfet ouch swas gesuchtes in
den liden wandert Macer
4,13
MWB 2 610,5; Bearbeiterin: Baumgarte
gesunde
stF.
‘Gesundheit’ (vgl.
gesunt
stM. und
gesuntheit
stF.) geistlich übertr. auch ‘Freiheit
von Sünden’
des scult ir got flegen, / daz wir
den [Teufel] vermiden, so wir heim ilen. / so megen
wir mit gesunde chomen heim ze lande / hin ze paradyse AvaLJ
28,3;
daz dv uns fride vnde gesunde uirlies Litan
1399;
da was nacht vnde tag / suzzer ruch vnd suzzer smag. /
gerouch si ein sicher man [atmete sie ein kranker Mann
ein] , / sine gesunt er wider nam, / ob er ioch were tot gewunt
Herb
9349;
MarlbRh
48,22;
HagenChr(G)
521
MWB 2 610,24; Bearbeiterin: Baumgarte
gesunden
swV.
1
‘sich erholen, gesund werden’ körperlich und geistl. übertr.
‘frei von Sünden’
2
‘gesund machen, heilen’
1
‘sich erholen, gesund werden’ körperlich und geistl. übertr.
‘frei von Sünden’
der tach chumt uns, als iz got gebot, / sich frout der mensch,
daz er ist gesundot Wahrh
170;
der die guldinen bihte da begat, / swie der man gesundot, /
der ez enzit tuot / mit valtundir hende Hochz
682;
der vil süezzen minne wunden / funden habe ich ûf der fröiden
tôt. / in [l. ichn
] kan niemer wol gesunden
SM:WvK
1: 5,3
2
‘gesund machen, heilen’
sô diu minne mir verwundet / mit ir strâl daz herze mîn, /
daz hât schiere mir gesundet / mîner frouwen liehter schîn KLD:UvL
58: 2,3
MWB 2 610,35; Bearbeiterin: Baumgarte
gesunder
Adj., Adv.
vgl.
besunder
.
1
‘besonder, gesondert’ , adv.
‘besonders’
2 in der Wendung gesunder setzen / sunder gesetzen im
StRAugsb
‘selbstmündig’ (vgl. Markus A. Mayer, Der Kauf nach dem Augsb.StR., 2009, S. 19f.)
1
‘besonder, gesondert’, adv.
‘besonders’
es sol auch ein iegelich mullener oder sein diner verdekken di mulle, darauf
man malcz melet, [...]. und sol auch ain gesunder rad darzu
haben NüP
129;
nû muget ir vernemen hie / von schônheite wunder, / der dâ gesunder / ein
michel teil was Tund
1520
2
in der Wendung gesunder setzen/sunder gesetzen im
StRAugsb
‘selbstmündig’ (vgl. Markus A. Mayer, Der Kauf nach dem
Augsb.StR., 2009, S. 19f.):
swa eins mannes chint spilt [Glücksspiel
treibt] daz ze sinen tagen niht chomen ist, swaer dem iht
angewinnet [etw. von ihm gewinnt] oder ez waert
[ihm etw. leiht] die wile ez niht eigen gutes hat
oder sunder gesaezzet ist, daz enhat keine kraft. swenne auh er [d.i.
das Kind] gesunder saezzet wirt, hat im vor
[vorher] iemen iht anegewunnen oder gewaert oder mit
swelher unfure er gut âne ist worden [verloren hat] , daz
sol keine kraft haben StRAugsb
221,6
MWB 2 610,47; Bearbeiterin: Baumgarte
gesündic
Adj.
‘sündig’
‘du [ein diebischer Mönch, der Brandan aus der Hölle
zurückgegeben wurde] hast mir den wec gelenget / und geschant die
mine vart.’ / ‘owe, daz ich ie gesundec wart’ / sprach der
besengete capellan. / ‘sus bin ich doch irlost, herre Brandan.’
Brandan
614
MWB 2 611,3; Bearbeiterin: Baumgarte
gesundicheit
stF.
‘Gesundheit’
du salt ouch weten, daz grot gesundecheyt lyget an dyngen, der
man gewonet is OvBaierl
14,1
MWB 2 611,9; Bearbeiterin: Baumgarte
gesunt
Adj.
oft, bes. im frühen Mhd., nachgestellt und stark flektiert.
1
‘in guter oder normaler körperlicher (auch seelischer und geistiger)
Verfassung, (wieder) gesund, unversehrt’ (von Menschen, Tieren und
ihren Körperteilen; häufig
~ machen und
~ tuon ; die
folgenden Positionen bilden nur Nuancen dieser letztlich einheitlichen Verwendung
ab) 1.1
‘(wieder) ohne Krankheiten, Behinderungen oder Verletzungen’
1.2
‘heil, unversehrt’
1.3
‘lebendig’
1.4 übertr. auf das Erlöstwerden von Sünde, Minneleid und Verzauberung 1.5 in paarigen Ausdrücken 1.6 in Abschiedsformeln 1.7 phras. 1.7.1
gesunt gân mite etw. ‘mit etw. zufrieden
sein’
1.7.2
bî/mit gesundem lîbe bei testamentarischen Verfügungen und Seelgerätsstiftungen zur Bekräftigung der Rechtsgültigkeit (vgl. WMU 1,686) 1.8 im Sprichwort (vgl. TPMA 4,438. 441. 446. 448) 2
‘heilsam, bekömmlich, nicht krankmachend’
1
‘in guter oder normaler körperlicher (auch seelischer und geistiger)
Verfassung, (wieder) gesund, unversehrt’ (von Menschen, Tieren und
ihren Körperteilen; häufig
~ machen und
~ tuon; die
folgenden Positionen bilden nur Nuancen dieser letztlich einheitlichen Verwendung
ab)
1.1
‘(wieder) ohne Krankheiten, Behinderungen oder Verletzungen’
der arzet andacht ist daz si di lute sunt behalden vnde di
sichen gesunt machen SalArz
6,52;
diu erzenîe [...] machet den
magen gesunt Barth
133,32;
sie hiene widir / ne wolden [...]
/ den siechen geuuͦren, / herne tetin al gesunden Ägidius
115;
das ir [...] uwern amis
gesunden wiedder habent Lanc
345,8;
Albrant
2,1;
WüP
7l,9;
Iw
7782;
Pilgerf
13452;
daz wir wissend, gesunt und wolbedaht und mit guotem rat uberein kommen
sigin SchweizId
7,1134
(a. 1347);
BrHoh
64.
–
ich was chrump als ein sichel, / mir was ein hover
[Buckel] michel / dâ ze den schultern ûz
gebogen, / [...] / er machte mich ouch gesunt. /
ich wart schône gereht, / hals, ahselbein und rücke sleht
KvHeimUrst
594;
do er den stummen und den toren gesunt machen wolt
PrOberalt
151,41
u.ö.;
Spec
6,17.
–
er ist gesunt, herre, und wol genesen von den wunden
Lanc
347,32;
Parz
615,9;
ReinFu
K,634.
– übergehend zu ‘ohne Makel, schön’
Helena gar schone was, /
[...] / rosige wangen, roter mvnt, / suzze
ademe, zene gesunt Herb
2494.
3216.
– subst.:
der sichtum kumet di gesunden also gahes an vnde ouch
di sichen so di vuchte vlizit in daz herce SalArz
45,37;
Spec
105,22;
dâ kômen die gesunden, die wunden tâten sam
NibB
244,1.
239,1
1.2
‘heil, unversehrt’
du sihest mich wol gesunden: mîn wât ist bluotes naz. /
von ander manne wunden ist mir geschehen daz NibB
1956,1
u.ö.;
Rol
5073;
Konr
12,12;
Egravin nam mynen hern Gawan mit dem gesunden arme umb
den hals Lanc
355,31;
da slug er den gesundesten mit zorn ebd.
560,23;
Iw
4985;
Tr
8228;
Wh
58,26.
–
daz wir [...] han gesehen vnd gelesen vnd von
worte ze worte vlizzeclich beschawet ettelich brive
[...], gesvnte vnde gantz, niht verselbet
[verschmutzt] , niht geschabet
UrkCorp (WMU)
391,7
1.3
‘lebendig’
Lâzarus was drî tage in der erde begraben, / got hiez in
an dem vierden ûf stên, / algesunt hine gên Kchr
10250;
si kuste in, als er wære gesunt, / vil dicke an sînen
tôten munt Wig
7698;
Rol
3799;
NibB
925,4
1.4
übertr. auf das Erlöstwerden von Sünde, Minneleid und Verzauberung:
versperre uns vor der helle munt / unde mache uns an der
sele gesunt Hochz
1083;
KvHeimHinv
118;
Wahrh
144;
JPhys
11,42.
–
küniginne, / mîne sinne tuo gesunt! / hôher fröuden
funt / sende in mînes herzen grunt KvWLd
28,8;
SM:Ro
9:3,2;
MF:Mor
31:1,7.
–
wan lebet nu ritter dehein, / der
mich [den Drachen, die verzauberte Dame] kuste
an mînen munt! / sô wurde ich schœne und sâ gesunt UvZLanz
7912
1.5
in paarigen Ausdrücken:
gesunt unt hailen [Adj. (Akk.
Sg.)]
Kchr
7826;
vrô und wol gesunt Iw
5958;
UvZLanz
7797;
gesunt unde gar UvZLanz
7606;
wol varende unde gesunt Volmar
372;
Lanc
72,14;
Iw
3430;
das er gesunder und genczer were dann er ye ward
Lanc
207,18;
gesunt [...] und starck ebd.
207,10;
gesunt und frech ebd.
566,33.
–
du fromes gerecht vnde krumb, / vnde witzic vnde tumb,
/ vnde gesunt vnde lam Litan
73
1.6
in Abschiedsformeln:
kunic, nu wis gisundi, / ich wil heim zi landi
LobSal
199;
Gen
1236;
vater, got lâze ûh sîn gesunt SAlex
403;
Herb
12792;
der ware got uon hiemele, / der sende dich gesunt widere
Rol
1743;
NibB
919,2;
Tr
1425.
–
dô hiez Lanzelet zestunt / den knappen wesen wol
gesunt [sagte Lebewohl]
UvZLanz
5074
1.7
phras.
1.7.1
gesunt gân mite etw. ‘mit etw. zufrieden
sein’
myn here en neme is neit zweilff dusent punt, / her greve, nuͦ
geit hie myt gesuͦnt, / want dese mere is uch wail kunt
HagenChr(G)
2840.
4319
1.7.2
bî/mit gesundem lîbe bei testamentarischen Verfügungen und
Seelgerätsstiftungen zur Bekräftigung der Rechtsgültigkeit (vgl. WMU 1,686):
daz ich mit miner hovsfrowen rate [...] bi
gesvndem libe, do wir wol gan vnd geriten mohten, minen hof
[...] verkoufft han UrkCorp (WMU)
2946,29;
daz wir mit gvter betrahtvnge vnd gesvndem libe vnser selgerete
gesetzet haben ebd.
3368,3
u.ö.
– auch im Ggs. zu an (dem/sinem) totbette zur
Kennzeichnung alternativer Zeitpunkte, an denen eine testamentarische
Verfügung gemacht werden kann:
ist auh daz diu frowe
[...] ir seledinch schaffen wil, diu mak
wol bi ir gesundem libe oder an dem totbette schaffen unde gaeben durh
ir sele willen swaz si versnitens gewandes hat daz si anhoeret
StRAugsb
144,23;
er gibet daz guot mit gesundem lîbe und an sînem
tôtbette swem er wil SpdtL
91,4
1.8
im Sprichwort (vgl. TPMA 4,438. 441. 446. 448):
‘die gesunt sint’, sprichet unser herre,
‘die enbedürfen der arzenîe niht’ Eckh
5: 61,3;
zen siechen hœrt der arzât, / die gesunden tuont sîn guoten rât
Freid
59,6;
BrHoh
27.
–
schaffe daz du sîst gesunt, / sô bistu rîche zaller stunt Cato
449.
–
iz wênic zetlîcher stunt, / daz du blîben mügest gesunt Cato
324
(vgl.
gesuntheit
).
–
er wart gesunt als ie ein visch / und alsô frech unt alsô frisch
KvWEngelh
2407;
gesunt als ein fisch Lanc
397,23;
KvWTroj
10808;
EnikWchr
13389
2
‘heilsam, bekömmlich, nicht krankmachend’
warme spise ist gesunt unde die suoze MNat
8,16.
6,34;
gessin [gegessen] sterket her
[der Zitwar (weißer Curcuma)] den magen unde machit
gesunt ropzin [Aufstoßen]
Macer
82,2.
58,5;
dar umb schol man in [den Aal]
prâten, sô ist er gesünder denn gesoten BdN
244,27;
under allen wazzern ist rainz regenwazzer daz gesündist
ebd.
104,6
u.ö.
– mit Dat.:
wizzet, daz di girgele [
ocimus
‘Basilikum’] dem magen gesunt ist
Macer
95,5.
25,13;
lemrein flaisch ist starken und gesunden läuten gar
gesunt, aber siechen ist ez ungesunt BdN
155,36.
–
ich bin siech, mich lustet sere eins gesunden trankes,
das Jhesus Christus selber trank Mechth
7: 33,2.
– übergehend zu ‘unverdorben’
wir gebietent, daz die metziger verkoͮffent gesv́nt vnde frisch
flesch UrkCorp (WMU)
1653,25;
– Lit.: Erwin Koller, Nu müez iuch got bewarn, fruot und geil
gesparn! Zur Geschichte des Wortfeldes ’gesund’, in: Dt.
Sprachgeschichte, hg. von W. Besch, 1990, 129-140, bes. 131f.
MWB 2 611,12; Bearbeiterin: Baumgarte
gesunt
stM.
‘Gesundheit, Unversehrtheit, Leben’ (vgl.
gesunde
stF. und
gesuntheit
stF.):
in ir [der Kinder] bluote muoz ich
dich paden, / sô solt dû dînen gesunt wider haben Kchr
7825
u.ö.;
SalArz
24,30;
Wig
4457;
ob in diu klage an ir lîp oder an ir gesunt gât, oder daz man
den man von sîner kristenheit welle sagen SpdtL
167,4;
wand er muos im [dem Tod] ze suone
geben / sînen gesunt und sîn leben Iw
5632;
Himmelr
5,19;
Gen
476;
Mügeln
294,7.
– phras. bî jmds. ~
:
bî des chuniges gesunte, ir nechomet ûz deme lante
Gen
2167.
1112.
2173;
ähnl.:
sam mir mîn gesunt, / dû trinchest ez ûz unz an den grunt
Kchr
7510.
– auch im weiteren Sinne ‘Wohlergehen, Wohlstand’
Jacob sprach [...] /
ime [Laban] wâre wole chunt er hête ime verdienôt den
gesunt, / [...] / er [L.] wâre
ein arm man dô er [J.] zuo ime chom Gen
1377
MWB 2 613,13; Bearbeiterin: Baumgarte
gesuntheit
stF.
‘Gesundheit’ (vgl.
gesunde
stF. und
gesunt
stM.):
gesuntheit gît Asclêpîus, / [...] /
nâch siechtuome gesuntheit, / nâch unkreften kreftic leben / kan er helflîche geben
RvEBarl
9730;
nû was dar vil liute komen, / den ir gesuntheit was benomen:
/ dâ was vil touber tumben, / vil blinden unde krumben, / und tiuvelhafter diet
genuoc, / diu leit von dem tiuvel truoc ebd.
16002
u.ö.;
Lanc
13,18
u.ö.;
Marcianus spricht, daz der
stern [Jupiter] zuo allen dingen hailsam sei und
tœtleichen dingen gesunthait pring BdN
57,20
u.ö.;
alse die guͦten mit micheler gesuntheite sint
gekreftiget, also sint die úbelin mit micheler vncrefte gebródiget
Lucid
159,22.
152,13
u.ö.;
aber die nach iren staten [Möglichkeiten,
Gegebenheiten] / [...] daz volk doch
bekeren, / die sin gesuntheit der diet, / wen sie die sundere niet / lazen hie
vorsiechen HeslApk
22687;
ditz brot gib vns hivt, [...] daz in
vns wurchen sol ditz gotlich werch vnd leben, die himlischen gesvntheit, als wir
taglichen hie bedvrfen, biz wir ez bi dir ewichlichen werden niezzen
DvAPatern
184.
– im Sprichwort (TPMA 4,446, vgl.
gesunt
1.8):
maͤssig spîse dem menschen birt / gesuntheit und vertrîbet siechtagen
Ammenh
15771
MWB 2 613,30; Bearbeiterin: Baumgarte
gesüntlich
Adj.
‘Gesundheit bringend’
o Alexannder, dich sol nimmer verdriessen zenemenn an dem
margenn [Morgen] ainenn geessichten siropel mit vastendem
magen unnd auch nach dem essenn, wann die feüchte gestarckent und genuegsament und
der schleim herschet, wann das ist gar gesuntlich HvHürnh
52,13
MWB 2 613,55; Bearbeiterin: Baumgarte
gesuntmachunge
stF.
‘Gesundmachung, Heilung’
welchü gesuntmachunge dez ersten geschiht in disem
gegenwertigen leben nach dem ... [Text defekt; Quae quidem sanatio
primo fit in praesenti vita secundum mentem
]
ThvASu
202,24
MWB 2 613,62; Bearbeiterin: Baumgarte
gesuoch
stM.
Verwendungsschwerpunkt ist der Gewinn (vgl. 1), inbes. durch Verleihen
von Geld (nur in dieser Verwendung durchgehend belegt vom 9.-17. Jh., alle anderen
überw. im Mhd., vgl. DWB 4,1,2,4272.4277).
1
‘Gewinn’
1.1 Gewinn aus dem Verleihen von Geld ‘Zins’ (oft synonym mit
wuocher ) 1.2
‘Lohn, Gewinn’ (insbes. der Lohn des ewigen Lebens) 2
‘Suchen, Aufsuchen’
2.1 Recht zum Aufsuchen von Orten mit bes. Nutzen und diese Orte selbst 2.1.1
‘Zugangs-, Nutzungsrecht’ (überw. für Weidenutzung belegt, daneben Forst und Brunnen vgl. DRW 4,594 und DWB 4,1,2,4273) 2.1.2 übertr. auf den Ort, der aufgesucht werden darf ‘Wiese,
Weideland’
2.2
‘Auf-, Heimsuchen’ (hier: mit einem Heer anrücken) 2.3
‘Aufspüren des Wildes’
2.4
‘Suchen, Forschen’
3
‘Streben, Verlangen’
1
‘Gewinn’
1.1
Gewinn aus dem Verleihen von Geld ‘Zins’ (oft synonym mit
wuocher):
gelob ich einem man gesvͦch zegebenne von sinem gvͦte, daz
er mir lihet, er hat phant von mir oder niht, sin hovbet gvͦt sol ich im
geben vnd den gesvͦch niht, ich hab im dann dar vmbe gesworn
SchwSp
75b;
der mensch solt den gesuͦch vnd wucher geben vnd halten den ayd
RechtssB
V41,13.
V26,145;
jst aver daz, daz si dem juden niht engilt die selben phenning an dem
oberhalb genanten sant Merteinstage, so schol fvrbaz alle wochen gen ovf iglich
phvnt vier phenning ze gesvch UrkCorp (WMU)
2111,20;
StRAugsb
56,12
u.ö.;
der wuͦcher ist ein slac der selen, wen da mite
roͮbet der mensche sinen eben cristen sinez guͦtes, vnde waz der
gesuͦch lange verboten uor Cristez gebúrte Lucid
74,9
u.ö.;
Helbl
8,995;
ErzIII
90,71.
– übertr.:
so hat got so milten sin, / er leicht uns allez daz
wir han / und nympt chain gesuech da von Teichn
67,56;
daz [durch den Kreuztod ihres
Kindes] ir vraude jamers lon / prachte mit gesûche wider
GvJudenb
2085;
wan mîniu pfender [
sinne, hertz
und muot V 8:2,3] / ich tumber, ellender / an
gesuoche noch muoz lenger wizzen, / daz ich einez nit darab erlœsen mag
SM:Ro
8: 1,6
1.2
‘Lohn, Gewinn’ (insbes. der Lohn des ewigen Lebens):
swelche da [beim Jüngsten
Gericht] werden vunden / beschriben in dem buche / des lebens
zu gesuche / himelischer selikeit [
Dn 12,1f.
]
Daniel
7290;
rich gesuch [
lucrum, Phil
1,21] ist mir der tot, / got min leben ane not ebd.
1733
u.ö.;
TvKulm
3884;
hete er [Domenicus] icht, des was er vro, /
wand er ez [...] den armen teilte / durch den ewigen
gesuch PassIII
355,45;
[der sterbende hl. Martin verweigert ein weiches
Bett:] ‘swer ein cristenmensche wil sin, / dem vuget wol
ein herin tuch / an dem ende durch gesuch / obe der erden nicht me, / dar uffe
er neme des todes we / und si der erden gutes vri.’ ebd.
610,62;
swenne ich dich lan in trostlosem lidenne, in hertikeit
erdarben und ertorren ane alle suͤzikeit, als mich min himelscher vatter
lie, so solt du enkein gesuͦch vroͤmdes trostes
[Gewinn in Form von Trost (oder zu
3)] haben Seuse
274,2
2
‘Suchen, Aufsuchen’
2.1
Recht zum Aufsuchen von Orten mit bes. Nutzen und diese Orte selbst
2.1.1
‘Zugangs-, Nutzungsrecht’ (überw. für Weidenutzung
belegt, daneben Forst und Brunnen vgl. DRW 4,594 und DWB 4,1,2,4273):
daz ich [...] han geben zwo wisen vnde den
gesuͤch, der da zv gehoret, [...] Hovge
meinem veteren UrkCorp (WMU)
2060,26;
daz wir purger von Trostperch, und die purger von Altenmarkht den
gesuch an derselben awe miteinander getailt haben UrkBaumb
233
(a. 1342);
datz si dem obgenanten gotshaus ze Ranshoven seiner recht
[...] swie ez di hat
[...] an seinen læuten und guten, an gerichten,
an vischwaiden und an allem gesuch ze holtze und ze velde
[...] staͤt behalten UrkEnns
6,61
(a. 1332)
2.1.2
übertr. auf den Ort, der aufgesucht werden darf ‘Wiese,
Weideland’
vmb den gesvͤch in der Raures [...]
vnd umb den gesvͤch in der Ovͤmaiz
[...] sprech wir also: man nem baidenthalben
gemaine levte, vnd gen di auf di gesvͤche vnd sagen di, ob si ze reht
in sein gevangen [eingezäunt sind] oder niht
UrkCorp (WMU)
3598,15
2.2
‘Auf-, Heimsuchen’ (hier: mit einem Heer anrücken):
dî dritte sache, daz man leit / dem vleische an dî wâpincleit / ist durch
offinlîchin strît, / den uns ouch der vîende nît / zûtrîbit mit
gesûche [
est propter hostium apertam
impugnacionem Duis. 2,9]
NvJer
3164;
hierher wohl auch:
die rîchen lebent mit schalle, / die armen mit gesuoche
Erinn
421
(vgl. die vorher beschriebenen territorialen Bestrebungen; oder zu
2
‘Abgabe für ein Nutzungsrecht’; vgl. Anm.z.St.)
2.3
‘Aufspüren des Wildes’
mir was vff den gesuch gach / min hunt zoch man mir nach / ich zoch hin
haid vnd gevilde / vnd fur vff aines waldes wilde MinneR505
13;
als einen jungen bracken, / der nie gesach wilt und doch suochet geren. /
fürbaz ûf den gedingen / an den gesuoch ich kêrte / durch fröude widerbringen, /
swâ ich si mit gedanken het gerêrte Hadam
25,2.
30,2
2.4
‘Suchen, Forschen’
er [Petrus] indas grab do
gieng, / und sprach ze dem gesellen sin [Johannes] /
das er zuͦ im kæm dar in / umb gesechen und umb gesuͦch. / allain
fundent sú dú tuͦch / dar in er [Jesus] toter
was vermacht WernhMl
11961;
biwilen las er [Hieronymus] iudesch hie / und
drinne der propheten wort, / so las er latinesch dort; / biwilen criesch durch
gesuch PassIII
505,39;
do Augustinus drin gie, / do truc er sante Pauls buch, / wand er ie durch
gesuch / die buch hete manigerhant ebd.
422,46
3
‘Streben, Verlangen’
dâ er achzên jâr sô was, / daz er pflegelîchin las / und offinbâr der kunste
bûch / den pfaffin durch lêre gesûch NvJer
15458;
wie das der leide gesuͦch der naturen in
allen [Menschen] verborgenlich wúrket und oͮch
an gotte [auch in Bezug auf Gott] , so wellent si
[...] iemer etwas haben und wellent gerne himelrich
haben Tauler
361,13.
315,9;
kinder, huͤtent úch vor disem behenden
gesuͦche der naturen, das man geistlich guͦt uͤbunge
tuͦt umbe keine lipliche zitlich ding ebd.
361,22
MWB 2 614,3; Bearbeiterin: Baumgarte |