g – gâchlîchen gâchmuot – gagen gagen – galander galanderisch – 1galle 2galle – galter galtnüsse – gamerot gamîe – gancheil ganclîche – ganteren ganz – gärmic garn – gartenhuon gartenhûs – 3garwe garwwurz – gastmeisterin gastnusse – gaʒʒenspringer ge- – gebæric gëbærin – gëbendic gebenedîunge – gebietære gebietærin – gebiurischlich gebiurlich – geböume gebôʒ – gebrëst, gebrëste, gebrësten gebrëstelîn – gebrûchic gebrûchlich – gebunt gebunt – geburst geburt – gedâht gedâht – gedense gederbe – gedinge gedinge – gedrange gedrâte – gedünste gedurchtriben – gegate gegatrom – gegenkouf gegenlëder – gegensetzunge gegensidele – gegenwertes gegenwertic – gegihte gegiric – gehaʒʒic gêhe – gehëlfe gehëlfelîche – gehilfe gehilfic – gehœric gehœrlich – gehügenisse gehugesam – geifer geifervrâʒ – geiselrieme geiselruote – geisticlich geistîn – geiʒhorn geiʒhût – gejeitschuoch gejeitvogele – gekünne gël – gelegede gelegelich – gelende 1gelende – gêlîche gelîcheit – gelîchmëʒʒunge gelîchnisgëbende – gelide gelidemâʒe – gêlingen gelîp – gëlm gëlmen – geloup geloup – gëlte gëltel – gelückede gelückederat – gelüstelîn gelustic – gemahel gemahelbettelîn – gemæʒicheit gemæʒiclich – 2gemeine 1gemeinen – gemeinsin gemeinunge – gemerrede gemêrsal – 2gemüete, gemuote gemüetic – gemutzet gemʒe – genâdenschüʒʒel genâdensol – genæmicheit genamʒôn – genemede genende – genëserinne genetzen – genieʒen genieʒlich (?) – genôʒen genôʒgeselle – gensîn gensischen – genuhtlîchen genuhtrîch – genuʒ genuʒt – gephrange gephünde – 1gerat 2gerat – gerëhen gerëht – gereisic gereitære – gerieme geriemen – gerihticlîche gerihtinsigel – geriune 1geriusche – gerouche geröufe – gerte gerte – gerûmiclich gerummel, gerumpel – gêrvalke gerwære – gesaten gesatznissede – gescheftbrief geschefte – geschepfnisse geschepfunge – geschiuwede geschoc – geschrihte geschrîp – gesëhen gesëhenheit – geselliclîcheit geselligen – gesihtic gesihticlich – gesite gesiten – geslihte geslinge – gesnæren gesnarren – gespenstnisse gesper (?) – gespræchelich gespræchetac – gespunst gespür – gestelle gestellet – gestifte gestille – gestrenglîche gestrenze – ge|stunge gestungede – gesuoch gesuochære – geswerme geswërte – gesworn gesworne – getelle getelôs – getougen getougen – getreigeret getrenke – getrüese (?) getrügede – getwædicheit getwædigen – gëtzen getzsal – gevalte gevanclich – gevëderen, gevëdern gevêhe – geverte|lehe gevertinne (?) – gevlester gevlitter – gevrier gevrist – gevülle gevuoc – gewahsenheit gewahst – gewaltroubunge gewaltsame – gewar gewar – gewe gewëbe – gewellen geweltigen – gewërben gewërbic – gewern gewërn – gewiere gewieret – gewinnen gewinnic – gewist gewiste – gewonunge geworden – gewzen (?) gezagel – gezëmelich gezemen – gezît gezîte – gezoc gezogen – gezwîen gezwîge – giefen giege – gifticheit gifticlich – giht gihtboum – gimbîʒen gimme – gippengappen gippentuoch – giric giricheit – gischen gîse – gîtigære gîtige – 1glan 2glan – glas(e)väʒʒelîn glas(e)vënster – gleimel gleimelîn – gleten glêtphenninc – glipfen glise – glocke glockehûs – glôriôs glôriôslich – gluothaven gluothert – goder goedertieren – golf gollen – goltgesmîde goltgesteine – goltreit goltrîch – golttropfe goltvar – gos (?) got – gotesarm gotesbeckære – gotesmordærinne gotesphenninc – gotgeformet gotgelâʒen – gotmeinunge gotmensche – gouch gouch – goukelære goukelbilde – goukelspil goukelsprütze – göumütte, -mutte göu|phâwe – grabe grabe – grâf- graft – gramerʒîe gramerʒîen – gransprunge gransprunge – gras(e)phenninc gras(e)spier – grâvenrëht grâveschaft – grebinc grebnisse – gremiclich grempære – griekech grien – griffel griffelære – grimmetât grimmic – grisegrammen grîseleht – griuslich griuwe – groppe gros – grôʒmüetic grôʒmuoticheit – grüenheit grüenlich – grunderëbe gründic – gruntübele gruntvestære – gruon- gruon- – grütschîn grutte – 1gücken 2gücken – güfticheit güfticlich – gûlen gülle – gumpenîe gunderam – guotdunken guotdunkende – guotswender guottât – gürtelgewant gürtellîn – gymnosophiste
|
genîc (genîge ?)
Subst.
‘Verneigung’ (?):
ich achte nicht auf ir genig, / ich will mit ine streiten Neidh(S)
2,33c12:5,7
MWB 2 460,53; Bearbeiter: Runow
genicke
stN.
1
‘Genick’
2
‘Niederbeugung, Besiegung’
1
‘Genick’
hartt uff sin genyke / wurde menger straich gegeben
GTroj
8006;
der kneht, der sînes [des römischen Triumphators]
genickes pflac [der ihn durch einen sanften Schlag in den Nacken auf
die nachfolgende Sentenz aufmerksam machte (vgl. V.
22665f.
]
Renner
22684
2
‘Niederbeugung, Besiegung’
so sy dir, ritter, wider saitt / uff vil stark genike, / dem
tödlichen strike / keme du nie so nache GTroj
979
MWB 2 460,56; Bearbeiter: Runow
genicsam
Adj.
‘wie gebeugt’ (vgl. Felder, Krone, S. 532):
es [das Pferd] was von allem dem tadel wunt, / das
ie roszen missezam: / krump vnd gnigksam, / kellig
[halskrank] vnd vnersam Krone
19859
MWB 2 461,1; Bearbeiter: Runow
geniete
stN.
gibt an einer Jesaja-Stelle, die von der Anfertigung ehener Götterbilder handelt,
lat. glutinum
‘Leim’ wieder; möglicherweise Koll. zu niet stM.
‘Niete’, dann etwa
‘Zusammenheftendes’
der ysensmit, der zu stocke
[Amboß] hemirt, wirt manen den, der denne wirt
tengiln, und wirt sprechen deme lutere adir deme
genyte [
glutino
] : is ist gut. und wirt
is [das geschmiedete Eisen] heften mit
naylen [mit Nägeln an den Holzkern des Götzenbildes] ,
daz is sich icht rege Cranc
Jes 41,7
MWB 2 461,6; Bearbeiter: Runow
genieʒ
stM.
1
‘(aus einem Gut, Geschäft o.ä. erwirtschafteter) Gewinn, Ertrag’
1.1 übertr. ‘Lohn’
1.2 phras. himelisch ~
, bezogen auf das Jenseits 2 allg. ‘Nutzen, Vorteil’ (materiell wie ideell; nicht immer
streng gegen 1 abzugrenzen)
1
‘(aus einem Gut, Geschäft o.ä. erwirtschafteter) Gewinn, Ertrag’
ir lêhen sie enphiengen, / ir lant, ir landes geniez
RvEBarl
14769;
kornnis geniez RvEWchr
7452;
ein ieclich burgere [...] sal abir dichein silbir
wechsiln, daz he vort virkofin wolle durch geniez UrkCorp (WMU)
1161A,45;
die ir geniez unde ir gut / den erzeten hete gar vergeben PassIII
499,32;
Parz
52,6;
PassI/II
6,21.
– hierher oder zu 2:
Ysaac von godis gnade / gar dvgentliche sade / den samen sin vmme sinen
geniz PrHess
19,75
1.1
übertr. ‘Lohn’
der rehten werdekeit geniez, / des diu werlt was
gereinet, / het got an im [Ither] erscheinet
Parz
475,28;
Iohannes ein diaken hiez, / der durch tugentlich geniez / sante Gregorius
leben schreib PassIII
214,30;
durch hoher tugende geniez ebd.
333,15;
GTroj
23404;
WernhMl
8859.
–
solichen geniezz emphahen die hochferttigen mit sambt
jrm maister, dem tievel SchlierbAT(LS)
1,44
1.2
phras. himelisch ~
, bezogen auf das Jenseits:
daz gotes fiwer [...] enzundet
manigen man / der die werlt varen liez / durch den himelischen geniez
Vät
3406;
in den himelischen geniez / fuͦrten in mit vrouden
groz / die engel in der selden schoz ebd.
4944.
17532;
vgl.
do wisete got wie reine / zu himele were sin geniez PassIII
18,53.
–
werltlich ~
:
den vnuczen knecht [...] der
sich nicht fleizzt, sel zu dem himl gewynnen, nur wie er im vppigen lob vnd
welttlichen genies gesammen muͤg SchlierbAT(LS)
1,122;
vmb welttlichen lob vnd genies ebd.
1,116.
1,162
2
allg. ‘Nutzen, Vorteil’ (materiell wie ideell; nicht immer
streng gegen 1 abzugrenzen):
daz vervie niht zir genieze UvZLanz
7494;
wir cherten ze ir geniezze / alle unser chraft und unser maht
StrKD
66,30;
ieder mensch suͦchet sinen geniess
Seuse
380,14;
Teichn
280,45;
wohl hierher:
dit brengit schaden, keynen genis
[:proverbiis
]
PrHess
10,835;
wer daz dut, daz ist ein genis ebd.
10,829.
10,901.
19,75.
–
sie [...] gehielten daz wazzer [in
dem das Christuskind gebadet wurde und das heilende Wirkung
hat] dô / ûfen künftigen geniez WvRh
4386.
–
‘Genuss’
als er durch spîse genîz / krebze wolde vâhin NvJer
14566;
nicht enget der wegeman / durch genis willin [zum
Vergnügen] uf der ban / sundir daz he an di stat / kome da hin
he willin hat PfzdHech
173,28.
–
‘Zweck’
und swes muot begunde gern / jagen swîn oder bern, / der vant ze dem
genieze / vil starke breite spieze Er
7176
MWB 2 461,17; Bearbeiter: Runow
genieʒære
stM.
‘Selbstsüchtiger, nur dem Eigennutz Verpflichteter’
pei dem geir verstên ich die geitigen zucker
[Räuber] und geniezer [...],
die sich anderr läut schaden fräuwent, dar umb, daz si [auf
zucker zu beziehen] vol werden BdN
230,22
MWB 2 462,3; Bearbeiter: Runow
genieʒe
F.
‘Gefährtin’
die kinder [...], / di ir genieze waren / an aldere
unde an jaren Elis
711;
wi daz si [ungeachtet des Standesunterschiedes] ir
geniezen / ein ander solten nennen ebd.
7188.
875
MWB 2 462,8; Bearbeiter: Runow
genieʒe
stN. (?)
Ansatz unsicher, Bed. unklar, vielleicht ‘Gemeinschaft’ (vgl.
genieʒe
F.); oder zu ganeist
‘Funke’? (oder ist von enein genôzen
‘vereinen, versammeln’ auszugehen? Vgl. Glr.z.St.):
wer wazzer is sne zusamene stize / allentsamen in ein genize
/ und trebe daz zu vure, / di dru worden al eine nature Brun
4440
MWB 2 462,12; Bearbeiter: Runow
genieʒelîn
stN.
Dimin. zu
genieʒ
‘kleiner Gewinn/ Vorteil’
ir [der gîtikeit
] ist vil lieber ein
geniezelîn / denne got Renner
4679
MWB 2 462,19; Bearbeiter: Runow
genieʒen
stV.
1 mit Gen. ‘einen Nutzen oder Vorteil von etw./jmdm. haben, mit etw.
erfolgreich sein’
1.1 allg. 1.2
‘etw. innehaben; Einkünfte/Gewinn aus etw. haben’
1.3
‘in einer Streitfrage recht bekommen’
1.4
‘für etw. unbestraft bleiben, straffrei ausgehen’
2 mit Gen.d.S. und Gen.d.P. ‘jmdm. etw. verdanken’
3 mit Gen.d.S. und präp. Erg. d.P. ‘Anerkennung, Dankbarkeit finden bei
jmdm.’
4
‘unbestraft bleiben, davonkommen’ , meist als als Part.-Adj.
‘(von etw.) verschont, ungeschoren’
4.1 ohne Zusatz 4.2 mit Gen. 4.3 mit präp. Erg. 5 mit Akk.-Obj. 5.1
‘etw. genießen’
5.2
‘etw. zu sich nehmen, essen’
5.3 rechtsspr. (vgl. 1.3 ) ‘etw. innehaben’
6 mit Obj.-Satz 7 jagdspr. in der Verbindung genoʒʒen hân (ohne Zusatz), von Jagdhunden
‘durch den Genuss von Wildfleisch scharf gemacht die Witterung
aufnehmen’ (vgl. Dalby, Mediaeval Hunt, S. 60f.)
1
mit Gen. ‘einen Nutzen oder Vorteil von etw./jmdm. haben, mit etw.
erfolgreich sein’
1.1
allg.:
umbe Sampsônen merke, / waz gnôz er sîner sterke?
Eracl
2606;
nu volg aber ich, swie ich es niht genieze
MF:Reinm
4: 3,6;
sîner sælikheit er [Lanzelet]
gnôz, / diu benam im müeje UvZLanz
418;
der walt was sô grôz / daz si ir suochens niht genôz
Wig
5923;
NibB
2061,4;
KLD:GvN
9:5,10.
– häufig mit lâʒen:
bittet in [Christus] , das
er vns lazze geniezzen sines vil heren crûces Konr
11,50;
habe si wol ze iu getân, / des sult ir si geniezen lân
Tr
1622;
lâ mih der lobe geniezzen, diu ich hân von dir geseit
SM:We
1: 3,13;
MF:Reinm
2:3,6;
RvEBarl
4825.
– Ggs. zu
engëlten
:
ir soldet mîn geniezen, nu engeltet ir mîn
NibB
2175,3;
des engildet, der ez [in Hs. zu
es korrigiert] nie genoz
Herb
9505;
OberBairLdr
246;
so sol ein ieglich man oder frauwe einen guͦten
lumundes geniezzen und eins boͤsen engelten WüP
46,3;
Iw
940;
Teichn
439,50.
–
‘jmds. Unterstützung/Wohlwollen genießen’
jâ geniuzet man vil selten / der bœsen gesellen
Wig
2337;
cumit abir die tac vuri unde inis he nicht ein
bisezzin man, so sal he dis richteris gnizi Mühlh
164,3;
daz er vnser geniezze [
propter amorem
nostrum
]
UrkCorp (WMU)
1197B,18;
dur got vnd vmb ir sele heil vnd oͮuch fúr alle die selen, der
si ie genussen ebd.
1337A,22.
– nachteilige Folgen von etw. bezeichnend, auch ironisch:
dô Alexander Pâris / Menelâô sîn wîb nam, / dâ michel ubel abe quam, /
des maneger ubele genôz En
923.
3352;
schiuzet er, sô stiche ich in, / sô sehe, waz ers
genieze [was er davon hat]
MF:Reinm
67: 5,6;
swer mir nimpt mîn êre, / der geniuzet es
borvil [dem nützt es gar nicht, d.h. es schadet ihm
sehr]
UvZLanz
1147
1.2
‘etw. innehaben; Einkünfte/Gewinn aus etw. haben’
er [der Fisch] was lanc unde grôz, / des er
[der Fischer] vil gerne genôz / an den phenningen
Greg
3286;
koufit abir ein phaffe odir ein ritter vffe winnvnge ettewaz, des he wolle
vort geniezin UrkCorp (WMU)
1161A,15;
UrkSalem
2,481
(a. 1295)
1.3
‘in einer Streitfrage recht bekommen’
moͤhte si daz bringen mit zwæin gezivgen zvͦ ir
[...], si genvͦzze sin UrkCorp (WMU)
39,13;
sagent aber mich di selben fvmf herren vnschvldich, des sol ich geniezzen
ebd.
2125,35
u.ö.;
StRWien
75
1.4
‘für etw. unbestraft bleiben, straffrei ausgehen’
dô sprach aber Sîfrit: «geniuzet es mîn wîp, / daz si hât
ertrüebet den Prünhilde lîp, / daz ist mir sicherlîchen âne mâze leit
NibB
861,1;
der ez [das Zücken von
Waffen] aber von im selber lezzet, der sol des geniezzen und sol
ledig sin WüP
41,10;
vnde swer das versessen hat, het er sich mit vnseren vrowen verslihtet,
dez sol er geniezen UrkCorp (WMU)
240,33.
–
nu ist wol recht das sie [die zum Tode
Verurteilte] mines herren des koniges daran
genieß [Gnade findet] , des gesellschafft sie
lang hat gehabt. darumb sol man sie leben laßen [aber schwer
bestrafen]
Lanc
525,8
2
mit Gen.d.S. und Gen.d.P. ‘jmdm. etw. verdanken’
daz ich daz lant niht verlos, / des genoz ich do sin
Herb
3941
3
mit Gen.d.S. und präp. Erg. d.P. ‘Anerkennung, Dankbarkeit finden bei
jmdm.’
–
gegen:
ich hân tal unde berc / mit maneger tjost überzilt
[...], / daz es die vînde an mir verdrôz, / swie
wênc ich des gein iu genôz Parz
787,30;
nu ist billich, daz er des gein rehten liuten wol genieze
SM:UvS
30: 3,3;
rechtsspr.:
mag er daz bereden mit sinen zwain vingern, des sol er
geniezzen [recht bekommen, vgl. 1.3
]
gen dem vogte unde gen dem clager StRAugsb
114,10.
–
wider:
ouch sulnt si geniezen / wider iu ein teil der reise mîn
UvZLanz
2424;
daz in heidenschaft doch eteslîch wîp / des clâren
Vîvîanzes lîp / mit mir sol beriezen [beweinen] , / des
muost dû geniezen, / bruoder, immer wider mich [das werde ich dir
nie vergessen]
Wh
208,12;
Eracl
5385;
Iw
3139.
– vereinzelt umbe:
sît daz mich dîn tumber sin / ze vriunde ersach, des ich
niht bin, / sô wil ich doch des wortes dich / lân geniezen umbe mich
RvEBarl
4842.
11862
4
‘unbestraft bleiben, davonkommen’, meist als als Part.-Adj.
‘(von etw.) verschont, ungeschoren’
4.1
ohne Zusatz:
lat stan, lat stan, lat disen man / geniessen! tuͦt
im laides niht! RvEWh
1439;
so suldir in geniezen lan / ob ich u ie dienest getete
GrRud
F 17.
–
des nemac sin: / dune scolt so genozin nicht hinnen
uaren Rol
4295.
8581
u.ö.;
StrKarl
7091;
ir [Frau Minne] hât mich geschozzen, / und
gât sî [die Geliebte] genozzen, / ir ist sanfte,
ich bin aber ungesunt Walth
40,33;
swer mit lobe in [Gott] êrt der vert
genozzen Sigeher
11,13;
Serv
1022;
Lanc
230,5
4.2
mit Gen.:
hêr, mir tuot immer wê, / sol ers genozzen scheiden hin
Parz
290,9;
si megens uns jehen z’ unêre, / komen sis hin
genozzen Wh
43,23;
Jüngl
1187.
–
do wart gesmelzet bli bracht / [...] / und
nach des keisers gebote / in den munt gegozzen. / des bleib er noch genozzen
[am Leben] , / wand im half der gute got
PassIII
278,82
4.3
mit präp. Erg.:
nû haiz dû smide sizzen, / daz hûs wol besluzzen / mit
vil vesten slôzen. / sô birn wir genôzen / vor unsern vîanden
Kchr
11555
5
mit Akk.-Obj.
5.1
‘etw. genießen’
der [Sünder] ist in dem
riche [der irdischen Welt] / vil harte
werltlichen, / unz [solange] er daz guot geniuzzet
Hochz
628;
wie hastu [Sünder] alles dein
leben / unrecht genossen und verzert HvBurg
4397.
–
die selben heiligen froun [die Reliquien
der Hl. Hedwig] / wolt der kunic ouch
geniezen [sich zu Nutze machen] . / er lie sich
niht verdriezen, / er fuor dar mit andâht Ottok
9612
5.2
‘etw. zu sich nehmen, essen’
ein galle unsuͦzze, nieman chan si geniezzen GenM
6,13;
steinfar [Steinfarn] genozzen mit
prote ist den goͮt, den lanche [die Hüfte] we
toͮint PrüllK
11;
und sterbent die hüenr von des menschen mist, der die
nieswurz hât genozzen BdN
400,26;
VMos
51,15;
Konr
24,20
5.3
rechtsspr. (vgl. 1.3) ‘etw. innehaben’
also, daz wir noh enkein vnser erbe daz reht niemer svn geniessen me noh
getvͤn UrkCorp (WMU)
1730,17.
–
‘etw. (wirtschaftlich, gewinnbringend) nutzen’
was sy geniesen mvͤgen meines wælds cze czimmer, cze prennen
vnd cze caufen UrkCorp (WMU)
N123A,6;
swaz si mohten geniezen / des guots [in
der erstürmten Burg] , daz man darinne sach, / daz fuorte
man gen Friesach Ottok
61280;
also ez [das Lehen] der egenante Heinzelin
[...] het gehebet besessen vnd genossen
UrkBergh
33
(a. 1342).
– wohl hierher:
mit allem genieze, als er vnde sine kint
[...] nv oder immermer geniezen mvgen
UrkCorp (WMU)
777,10
6
mit Obj.-Satz:
si [Maria] gnoz, / du vil heiliger
Crist, / daz du so guot bist SüklV
664;
Diomedes genoz, / hern Tydeus son, / vnde daz Agomennon / ime
wol bi stunt Herb
9048;
lât mich geniezen, daz ich / durch iuwer êre und iuwern
vromen / her bin in iuwer rîche komen Tr
10470.
14887;
wê, daz ich niht geniezzen sol, / daz ichs ûz hân gesundert /
mir ze vrœden gar SM:UvS
33: 1,4;
Spec
6,6;
Wh
92,20;
MarseqM
50
7
jagdspr. in der Verbindung genoʒʒen hân (ohne Zusatz), von Jagdhunden
‘durch den Genuss von Wildfleisch scharf gemacht die Witterung
aufnehmen’ (vgl. Dalby, Mediaeval Hunt, S. 60f.):
einen bracken, der sô genozzen hât, / daz er die verte
erkenne der tiere durch den tan NibB
932,2;
Fürst [d.i. ein Hund] was unverdrozzen, / er het
wol genozzen, / im was von der vert niht gâch Helbl
4,412;
der hunt hât ûf der hiute vil genozzen Hadam
415,7;
Winsbeckin
25,6
MWB 2 462,22; Bearbeiter: Runow
genieʒlich (?)
Adj.
‘nützlich’ (vgl. Johansson, NvJerAdalb., S. 59):
daz ich mit worten redelîch, / genîzlich unde wêrlîch, / vol schrîbe, des ich
hân gedâcht NvJerAdalb
106
MWB 2 464,44; Bearbeiter: Runow
geniftel
swF.
nur im Pl.
‘Cousinen, enge Verwandte’
ze künde rechenten si sâ / daz si [Enite und Mabonagrins
Geliebte] genifteln wæren nâ Er
9717.
9738.
– übertr.:
daz geistlich leben und himelesch leben di di sint geniftelen HlReg
50,11
MWB 2 464,48; Bearbeiter: Runow
genîgic
Adj.
‘geneigt’, mit präp. Erg. (s.a.
geneiclich
):
die wüntärtzt [...] süllen nicht genaigig sein tzw
sneyden oder tzw prennen wunten oder geswern Schachzb
99,131;
arm an allen tugenden, genîgic gên den sünden DvASchr
321,2
MWB 2 464,53; Bearbeiter: Runow
genihte
stN.
‘Nichts’
du achtest mich uff erden / gar für ain
genychte [Nichtsnutz, Schwächling] . / dir vil argen
wichtte / ich das wol erzaigen kan / ich haissen mag ain man GTroj
16917
MWB 2 464,58; Bearbeiter: Runow
genis
stM.
(Glr. PrHess : stF.); s.a
genieʒ
und
genist
.
‘Gewinn’
dit brengit schaden, keynen genis [:
Proverbiis
]
PrHess
10,835;
nicht enget der wegeman / durch genis willin uf der ban, / sundir daz he an di
stat / kome da hin he willin hat PfzdHech
173,28.
–
‘Rettung’
for des rihteris grimmekeit, / da enist andirs kein genis PrHess
54,231
MWB 2 464,62; Bearbeiter: Runow
genisbære
Adj.
‘heilbar’
er [Heinrich] gedâhte daz er wære / vil lîhte
genisbære AHeinr
172
MWB 2 465,5; Bearbeiter: Runow
genislich, genëselich
Adj.
‘heilbar’
diu selbe siecheit / wære vil mislich / und etelîchiu genislich AHeinr
168;
dâ hœret arzenîe zuo, / der wæret ir genislîch ebd.
199.
186.
190;
bin ich genislich, ich genise wol RvZw
87,5;
KvWEngelh
5988.
– bezogen auf die Rettung des Seelenheils:
allez daz geneselich / wirdet uffe diser erden, / das lezet
got nicht vorwerden HeslApk
5214;
swaz uf der erden / geneselich mochte werden / von unses
herren martre ebd.
10706
MWB 2 465,7; Bearbeiter: Runow
genisse
stN.
‘(giftiges) Gewürm’ (Koll. zu ahd. nesso
‘Wurm’):
ein lant [...], / da inne mac wip noch man /
gesiechen von vorgiftnisse, / da en ist di scoprio noch genisse PriestJohB
950,69
MWB 2 465,17; Bearbeiter: Runow
genist
stF.
(stM.
HeslApk
46.
2508
).
1
‘Überleben, Rettung, Heil’
1.1 allg. 1.2 bezogen auf das Seelenheil ‘Erlösung’
1.3 phras. 2
‘Heilung, Genesung (von Krankheit, Wunden)’
3
‘Niederkunft, Entbindung’
4
‘(Brot-)Erwerb, (Lebens-)Unterhalt’
1
‘Überleben, Rettung, Heil’
1.1
allg.:
diu vrowe [...] jach, siun
möhte’n niht verclagen, / wær er mit unschulde erslagen. / sînre geniste
was siu vrô UvZLanz
1593;
und bâten den richtêr, / daz er in lîze bî genist [am
Leben]
NvJer
22504;
swen dî cristnin durch genist / darzû mit vlucht sich neigitin ebd.
14726;
in den henden mîn / stuont sîn genist und sîn sterben
Ottok
20750;
des lîbes genist ebd.
19242;
des lebens genist ebd.
28822;
Gen
2629;
Iw
1298;
KvWTroj
32535.
–
des su̍che ich rat vnd genist / an u̍ch vnd das gesinde
Krone
12682;
für des kummers genist [Errettung aus der
Not] / moht daz volc deheinen list / anders gehân, / wan
daz wîp und man / fluhen ûz den steten Ottok
19085.
–
er wart der minne banden / als undertænic bî der vrist, / daz al sîn
trôst und sîn genist / lac an der megde reine KvWTroj
14762;
ez wert unlange min genist: / ich waiz wol daz min
hertze brist, / swenne ich sihe die verlust / daz der kuͤnc din
muͤndel kust WhvÖst
2575;
daz, lieber du, lebendig bist: / daz ist an vræuden
min genist ebd.
7012
1.2
bezogen auf das Seelenheil ‘Erlösung’
dines [Pilatus] gewaltes nist
niht mere / wan der dir geben ist durch der mennisken genist
AvaLJ
142,2;
der mennischen genist ist enzwîvil, die mit gesuntim lîbe
vravelichin êzzint, so si scholtin vastin Spec
64,7;
unser herre der unsers hails und unser gnist vlizzich ist
PrOberalt
70,8
u.ö.;
StrKD
144,153;
Daniel
1044.
–
[Jesus] wære / der werlde schepfere, / der sele
trost vnd ir genist Wernh
A 4151;
[Gott hat] alle dise diete gezelt / an die zal der
waren gnist [die Gesamtheit derer, die erlöst
werden]
HeslApk
12621;
Teichn
281,201
1.3
phras.:
–
êwec ~
:
du [Gott] urhab aller genaden
bist, / dar inne wonit der ewige genist HeslApk
46;
des [Gebets pater
noster
] mennisch ie bedorfte / ze disses libes friste
/ unde ze der ewigen geniste Vateruns
20;
Wernh
1432.
–
der sêle ~
:
der wirbet niur nach werltlichem gewinn denn nach
genist der sele PrOberalt
93,34;
daz du dich der gitecheit erwerst / und dines libes
meisters bist, / daz ist der sele genist StrKD
11,638;
die gnist miner sele SüklV
421;
Athis
F 131
2
‘Heilung, Genesung (von Krankheit, Wunden)’
sône hete er [der Todkranke] ze sîner genist /
dehein gedingen mêre AHeinr
240.
181;
mit salben sô gehiure, / diu [...]
für die wunden ein genist / [...] ist Parz
577,23;
daz er in Salerne wære / durch sînes lîbes genist
[um dort geheilt zu werden]
Tr
7331.
7956
3
‘Niederkunft, Entbindung’
die vrawen wurden swanger; / auch sumten sie sich niht langer
/ ietwedriu vrawe mit ir genist / und gelagen beide uf eine vrist, / do sie
getruͦgen uf daz zil WhvÖst
537;
in der selben frist / bekom sîn frouwe mit genist / einer
tohter Ottok
2364
4
‘(Brot-)Erwerb, (Lebens-)Unterhalt’
von der poͤsen hausfrawen die Adam nam ward er verstozzen von seinem
reich vnd chom in die pærmlichen werlt, do er gewinnen muͦst sein genist mit
arbait vnd in sways GestRom
4;
daz si den bruodern dîn / müezen werden undertân / und ir
genist von in hân EnikWchr
2976;
und hienc ir brust für sînen munt, / die souc der junge süeze knabe / und hete
sîne genist dar abe KvWTroj
540;
Wig
5301;
wohl hierher:
geit man in [den
pfaffen
] des leibez
genist [Lebensunterhalt] , / so geben seu daz ewig ist
Teichn
168,55.
– bildl.:
ritter, wie ist úch so geschehen, / daz ir wapens also blosz / zú keiner
freise, die so grosz / jst, also dise ist, / vch waget vf heyles genist?
Krone
21504;
frou Ere hat [...] / in aller tugent ir genist
Frl
11:8,14
MWB 2 465,21; Bearbeiter: Runow
genistbærlich
Adj.
‘Genesung bringend’
der [
jungelinc
] sô genistbærlichiu dinc
/ den siechen lie dô werden schîn KvWPant
806
MWB 2 466,29; Bearbeiter: Runow
geniste
stN.
‘Nistplatz, Nest’
ein swalwe zÎrlande / [...] ein
vrouwen hâr dâ næme / zir bûwe und zir geniste Tr
8605;
in ir [der Greifen] geniste und in ir zuht
[Brut] / steic er ûf daz gebirge hôch KvWTroj
6150;
Kudr
87,2;
der würme geniste GTroj
11854;
BdN
220,25;
Cranc
Jes 34,14.
– übertr.:
lieber herre Jhesu Crist, / aller vreuden ein genist
Vät
29684;
ires herzen genist ebd.
24580;
des hochsten himels
phaffe [Christus] / [...], /
der verstieß der jüdischeit / priesterschaft uß hoer wird genisten
Mügeln
320,18.
83,10
MWB 2 466,32; Bearbeiter: Runow
gênît
Subst.
entweder ‘Rappe, türkisches Pferd’ (zu afrz. genet,
vgl. Suolahti 1,94) oder ‘Ginster- bzw. Zibetkatze’
(zu afrz. genette vgl. Nellmann, Parzival, S. 766):
man sach ein juncfrouwen komn, / ir kleider tiwer und wol
gesniten, [...] ir kappe ein rîcher samît / noch swerzer
denn ein gênît Parz
778,20
MWB 2 466,43; Bearbeiter: Runow
genos
stM.
→
genuʒ
MWB 2 466,50;
genôs
stN.
‘Schaden’ (zu afrz. noise, vgl. Rosenqvist
1,108):
zwolff dusent hadde erslagen / syne schare vele groes / ind dede en groes
genoes Karlmeinet
455,21
MWB 2 466,51; Bearbeiter: Runow
genôste
stN.
‘(in betrügerischer Absicht) beschnittenes Münzstück’
swer mit vmmescrodelingen [abgeschnittenen
Münzstücken] , daz da heizit genoste, begrifin wirt UrkCorp
1161A,12;
alle goltsmide soln ieclichis jaris swern deme mvncemeistere, daz sie burnen
rechte vnd meldin swer genoste laze burnen ebd.
1161A,45
MWB 2 466,55; Bearbeiter: Runow |