geiʒgalle
swF.
‘Ziegengalle’
geizgalle getempirt mit wine ist ouch gut
darzu [gegen Warzen]
SalArz
76,51
MWB 2 305,17; Bearbeiter: Tao
geiʒhâr, geiʒehâr
stN.
‘Ziegenhaar’
an dem geizze hare [aus dem die Zeltdecken für
die Stiftshütte gemacht sind] / da merche wir di sundare
VMos
58,27
(vgl. Anm.z.St. und Wells, VMos., S. 108);
sô brâhte etelîcher [als Opfergabe] silber, sô
brâhte etelîcher pfeller [....], sô brâhte etelîcher niwan ein geizhâr
PrBerth
1:499,27.
1:499,34.
2:79,13
MWB 2 305,20; Bearbeiter: Tao
geiʒharn
stM.
‘Harn der Ziege’
Dyascorides sprichet, daz geizharn, swer in trinke alle tage
warm mit spica, daz ist gut wer [l. vor
] di
wazzersucht SalArz
56,10
MWB 2 305,27; Bearbeiter: Tao
geiʒhof
stM.
‘Ziegenhof’, hier Name einer Hofstätte:
mit der hofstat, div da genemmet ist der gaishof UrkCorp (WMU)
970B,43.
970A,45
MWB 2 305,31; Bearbeiter: Tao
geiʒhorn
stN.
‘Ziegenhorn’
wer ain gaizhorn prent daz ez stinkt und habt daz für des
nasen, der die vallenden suht hât, der vellt zehant BdN
128,16
MWB 2 305,34; Bearbeiter: Tao
geiʒhût, geizehût
stF.
‘Ziegenfell’
swer zwivel habe an der vallinden sucht
[...], der neme den sichen
[...] vnde lege in an eine nuwe geizhut. vellet he
denne, so ist iz di vallende sucht SalArz
34,44;
swer sitzet vf den houestetten, die geisehúte gebent UrkCorp (WMU)
244A,13.
244A,8;
UrkGlar(St)
1,1:61,1
(um 1350);
HvBurg
674
MWB 2 305,37; Bearbeiter: Tao
geiʒîn
Adj.
‘von der Ziege (stammend), Ziegen-’
[sie] worhten ez [das Gewebe] ze
ware / ein teil uone geizzineme hâre VMos
56,3;
belze, kursene, deckelachen sulen nit anders sîn wenne von
schêfînen unde von geiz vellen, doch sal man niemanne geben geizene vel, wan dem,
der sie eischet StatDtOrd
39,2;
gip im zu ezzene geizin uleisch SalArz
45,54;
geizîn bachen habent si vil EnikWchr
27527;
diu genvwene [zerstoßene] agrimonia
mit der geizzinun milche machot daz daz hâr wahset Ipocr
29;
BenRez
17;
Barth
136,9;
SalArz
18,50;
BdN
359,35;
einen geizinen kese niuwen BenRez
40;
dem di druse rinnen, der nem geisin bone ebd.
43
(vgl.
geiʒebône
);
der di herten druse hab, der nem geizinen mist ebd.
54;
Barth
142,6.
– im Ggs. zu buckîn:
man sol auch kain puckeins noch gaysseins flaysch unter den pencken verkauffen
UrkEichst
2,153
(a. 1319)
MWB 2 305,44; Bearbeiter: Tao
geiʒkæse
stM.
‘Ziegenkäse’
Aristotiles spricht, daz gaizkæs zuo nihtiu guot sei
BdN
127,27
MWB 2 305,62; Bearbeiter: Tao
geiʒ-, geiʒekorter
stN.
‘Ziegenherde’
díu ménige fidelium auditorum íst gelîh démo gêizcórtare
Will
55,7;
dîn váhs ist sámo gêizzocórter, dáz der gêt ûffe démo bérge
Galaad ebd.
55,1;
gaizzekorter TrudHL
47,10.
47,22
MWB 2 306,1; Bearbeiter: Tao
geiʒlëbere
stF.
‘Ziegenleber’
nim ein geizlebere SalArz
39,3;
sut geizlebere in wazzer ebd.
39,11
MWB 2 306,6; Bearbeiter: Tao
geiʒmëlc
M.
‘Ziegenmelker’ (Vogelart):
die [Vögel] haizent ze latein
caprimulgi, daz spricht ze däutsch gaizmelk, dar umb, daz si in der hirten ställ
vliegent und sitzent auf der gaiz äuter und saugent die milich dar auz, und von dem
raub swint daz äuter und die gaiz verplindent BdN
206,22
MWB 2 306,8; Bearbeiter: Tao
geiʒmilch
stF.
‘Ziegenmilch’
gip im [...] gummi arabicum mit geiz
milch SalArz
51,19.
51,20;
so ist geismilch gesunt MNat
6,34;
gaizmilch ist der pesten nâtûr nâch weibes milch
BdN
127,26
MWB 2 306,15; Bearbeiter: Tao
geiʒmist
stM.
‘Ziegenmist’
daz [
ladanum
] ist gar
schatzpær, aber man velscht ez mit gaizmist und mit sölchen swarzen dingen, diu man
wol kewen mag BdN
89,12
MWB 2 306,19; Bearbeiter: Tao
geiʒouge
swN.
‘Auge, das dem Ziegenauge ähnlich ist’
und welher gaizaugen hât nâch der varb, der ist ain tôr
BdN
43,25
MWB 2 306,23; Bearbeiter: Tao
geiʒstîc
stM.
‘Ziegenpfad’
eins [sc. lêhen
] auf dem gaistæig, daz hat
der tvltherre von mir UrkCorp (WMU)
2616,24
MWB 2 306,26; Bearbeiter: Tao
geiʒvël
stN.
‘Fell einer Ziege’
belze, kursene, deckelachen sulen nit anders sîn wenne von
schêfînen unde von geiz vellen, doch sal man niemanne geben geizene vel, wan dem,
der sie eischet StatDtOrd
39,1.
– im Ggs. zu bocksvel:
swer loͤset ein phunt [als Geldbetrag
einnimmt] von zin, von pfepher [...], der
git iiij denarios [...], von schaffveln, geisveln vnd
boksveln oͮch alsvil UrkCorp (WMU)
248AB,23,16
MWB 2 306,29; Bearbeiter: Tao
geiʒvëllîn
stN.
‘kleines Ziegenfell’
sô gêt ir mit iuwem hâr umbe oder mit eim geizvelline, wie die ermel wol
gestênt oder der sleiger oder daz gebende PrBerth
1:415,7
MWB 2 306,38; Bearbeiter: Tao
geiʒvenichel
stM.
‘Berg-Laserkraut’ (Laserpitium siler, vgl. Marzell
4,328f.):
von dem gaizvenichel [Überschr.] .
siler montanum haizt gaizvenichel BdN
419,31
MWB 2 306,42; Bearbeiter: Tao
geiʒvuoʒ
stN.
‘Ziegenfuß’
dannoch nim geizine clan. ich meine daz hurnine daz an geiz
vuzen ist SalArz
28,16;
in dem andern [Ärmel] ligen sol / ein geizfuoz und
ein schære Helbl
1,189;
daz daz selb tier oben als ain mensch sei und hab ain scharpf
stirn mit hörnern und hab gaizfüez BdN
157,24.
– als Name einer Person:
sprach Geizfuoz Helbl
13,171
MWB 2 306,46; Bearbeiter: Tao
geiʒwolle
swF.
‘Ziegenwolle’
lêre si [die Schüler] denne ein argument / oder ein
ander parlament, / mit dem si gar sich selber triegen / und üm geizwollen wöllen
kriegen Renner
17572
MWB 2 306,54; Bearbeiter: Tao
gejac
stM.
‘Jagdbeute’
alse der man wider chom, / sîn gejac geviel im aller vil wol
Kchr
6907
MWB 2 306,58; Bearbeiter: Tao
gejaget
stN., stM.
→
gejegede
stN.
MWB 2 306,60;
gejâhërren
swV.
‘zu etw. jâ herre sagen’
wê dir geschehe, dû smetzer, [...] smeicher
[...]! dû machest mit einem herren, daz ein lant dâ von
unsælic wirt mit dînem ‘jâ, herre’; [...] unde
sô dû hiute ein bœsez gejâherrest, sô tuot er morne ein zwirunt bœserz
PrBerth
1:214,21
MWB 2 306,61; Bearbeiter: Tao
gejâr
stN.
‘Jahr’
dis gesach des geiares, do es was von Cristes geburte mͦ ccͦ
lxxͦx
UrkCorp (WMU)
N170,9
MWB 2 307,3; Bearbeiter: Tao
gejege
stN.
‘Jagd’
die fürsten und die herren / die hetten sich verritten gar / auf dem gejeg vil
ferren / nach dem gewild durch mangen tan Virg (St)
489,10
MWB 2 307,6; Bearbeiter: Tao |