g – gâchlîchen gâchmuot – gagen gagen – galander galanderisch – 1galle 2galle – galter galtnüsse – gamerot gamîe – gancheil ganclîche – ganteren ganz – gärmic garn – gartenhuon gartenhûs – 3garwe garwwurz – gastmeisterin gastnusse – gaʒʒenspringer ge- – gebæric gëbærin – gëbendic gebenedîunge – gebietære gebietærin – gebiurischlich gebiurlich – geböume gebôʒ – gebrëst, gebrëste, gebrësten gebrëstelîn – gebrûchic gebrûchlich – gebunt gebunt – geburst geburt – gedâht gedâht – gedense gederbe – gedinge gedinge – gedrange gedrâte – gedünste gedurchtriben – gegate gegatrom – gegenkouf gegenlëder – gegensetzunge gegensidele – gegenwertes gegenwertic – gegihte gegiric – gehaʒʒic gêhe – gehëlfe gehëlfelîche – gehilfe gehilfic – gehœric gehœrlich – gehügenisse gehugesam – geifer geifervrâʒ – geiselrieme geiselruote – geisticlich geistîn – geiʒhorn geiʒhût – gejeitschuoch gejeitvogele – gekünne gël – gelegede gelegelich – gelende 1gelende – gêlîche gelîcheit – gelîchmëʒʒunge gelîchnisgëbende – gelide gelidemâʒe – gêlingen gelîp – gëlm gëlmen – geloup geloup – gëlte gëltel – gelückede gelückederat – gelüstelîn gelustic – gemahel gemahelbettelîn – gemæʒicheit gemæʒiclich – 2gemeine 1gemeinen – gemeinsin gemeinunge – gemerrede gemêrsal – 2gemüete, gemuote gemüetic – gemutzet gemʒe – genâdenschüʒʒel genâdensol – genæmicheit genamʒôn – genemede genende – genëserinne genetzen – genieʒen genieʒlich (?) – genôʒen genôʒgeselle – gensîn gensischen – genuhtlîchen genuhtrîch – genuʒ genuʒt – gephrange gephünde – 1gerat 2gerat – gerëhen gerëht – gereisic gereitære – gerieme geriemen – gerihticlîche gerihtinsigel – geriune 1geriusche – gerouche geröufe – gerte gerte – gerûmiclich gerummel, gerumpel – gêrvalke gerwære – gesaten gesatznissede – gescheftbrief geschefte – geschepfnisse geschepfunge – geschiuwede geschoc – geschrihte geschrîp – gesëhen gesëhenheit – geselliclîcheit geselligen – gesihtic gesihticlich – gesite gesiten – geslihte geslinge – gesnæren gesnarren – gespenstnisse gesper (?) – gespræchelich gespræchetac – gespunst gespür – gestelle gestellet – gestifte gestille – gestrenglîche gestrenze – ge|stunge gestungede – gesuoch gesuochære – geswerme geswërte – gesworn gesworne – getelle getelôs – getougen getougen – getreigeret getrenke – getrüese (?) getrügede – getwædicheit getwædigen – gëtzen getzsal – gevalte gevanclich – gevëderen, gevëdern gevêhe – geverte|lehe gevertinne (?) – gevlester gevlitter – gevrier gevrist – gevülle gevuoc – gewahsenheit gewahst – gewaltroubunge gewaltsame – gewar gewar – gewe gewëbe – gewellen geweltigen – gewërben gewërbic – gewern gewërn – gewiere gewieret – gewinnen gewinnic – gewist gewiste – gewonunge geworden – gewzen (?) gezagel – gezëmelich gezemen – gezît gezîte – gezoc gezogen – gezwîen gezwîge – giefen giege – gifticheit gifticlich – giht gihtboum – gimbîʒen gimme – gippengappen gippentuoch – giric giricheit – gischen gîse – gîtigære gîtige – 1glan 2glan – glas(e)väʒʒelîn glas(e)vënster – gleimel gleimelîn – gleten glêtphenninc – glipfen glise – glocke glockehûs – glôriôs glôriôslich – gluothaven gluothert – goder goedertieren – golf gollen – goltgesmîde goltgesteine – goltreit goltrîch – golttropfe goltvar – gos (?) got – gotesarm gotesbeckære – gotesmordærinne gotesphenninc – gotgeformet gotgelâʒen – gotmeinunge gotmensche – gouch gouch – goukelære goukelbilde – goukelspil goukelsprütze – göumütte, -mutte göu|phâwe – grabe grabe – grâf- graft – gramerʒîe gramerʒîen – gransprunge gransprunge – gras(e)phenninc gras(e)spier – grâvenrëht grâveschaft – grebinc grebnisse – gremiclich grempære – griekech grien – griffel griffelære – grimmetât grimmic – grisegrammen grîseleht – griuslich griuwe – groppe gros – grôʒmüetic grôʒmuoticheit – grüenheit grüenlich – grunderëbe gründic – gruntübele gruntvestære – gruon- gruon- – grütschîn grutte – 1gücken 2gücken – güfticheit güfticlich – gûlen gülle – gumpenîe gunderam – guotdunken guotdunkende – guotswender guottât – gürtelgewant gürtellîn – gymnosophiste
|
gebræte
stN.
‘Bratfleisch’
von eime kalbe [...] geslagen daz gebrete
an ein ander vnd die swarten vz gekeret BvgSp
96
MWB 2 173,52; Bearbeiterin: Herbers
gebrëch
Adj.
‘unzulänglich, untauglich’
nu wil ich ruogen erist / die mine armen fuozze: [...] ze
huore waren si gereht, ze chiusce waren si gebrech SüklMill
43,8
MWB 2 173,55; Bearbeiterin: Herbers
gebrëch
stN.
‘Krach, Lärm’
ir [
der tivel schar
] grozen schal unde ir
gebrech / enchunde gesagen dehæin zunge Serv
3476;
zwiu sol sîn pîneclîch gebrech? Neidh
WL 27:7,3;
Neidh(S)
2,203 c120:7,5;
die guote wart unsanfte erwact, / von dem gebreche sêre erschract EbvErf
3544.
3538;
Georg
5501;
PassI/II
214,80;
Ottok
8136
MWB 2 173,59; Bearbeiterin: Herbers
gebrëch, gebrëche
stswM.
Belege für die Variante gebrëchen sind nicht zu sichern, vgl. aber
→ gebrëchen stV. unter 2.3.
1
‘Fehlen, Mangel’ (mit Gen. oder an : von oder an etw./jmdm.) 2
‘Entbehren, Ermangeln von etw., Armut, Bedürftigkeit, Not’
2.1 bezogen auf Nahrung, Kleidung, Wohnung, Lebensunterhalt allgemein 2.2 unerfülltes Begehren 3
‘Enthaltsamkeit, Fasten’
4
‘Schaden, Verlust’
5
‘physische oder seelische Schwäche, Krankheit’
6
‘moralische Schwäche; Sünde’
7
‘Misshelligkeit, (Rechts-)Streit’
1
‘Fehlen, Mangel’ (mit Gen. oder an: von oder an
etw./jmdm.):
eclypsis, als ich spreche, / daz heizet ein gebreche. / wan
den planêten daz geschicht, / daz in irs schînes gebricht HvFreibTr
240;
der geprech [
dez monen scheingeprech
‘Mondfinsternis’] mag geschehen uber al daz ertreich
KvMSph
60,13.
– mit Angabe dessen, was fehlt:
die naturliche grawe [Grauwerden des
Haars] geschit [...] uon deme gebreche
der naturlicher werme vnde der vuchte SalArz
27,14;
got, der sich nicht verandert, / von gerechtekeit nicht
wandert / durch gebrech der mechtekeit Hiob
12827;
daz dî schult in den cleinen hûseren iht blîbe ungebûzet
von deme gebrechen der prîstere [weil Priester fehlen]
StatDtOrd
87,24;
von des schultheysin gebrechin [
‘Abwesenheit’]
[Kapitelüberschrift] . nu were abir der schultheyse
dar nicht [...]
SchöffMagdBresl
2:2,2.
– mit Angabe dessen, dem etw. fehlt:
ez ensulen ouch alle die brûdere niht wizzen den vollen
oder den gebrechen [
inopiam
] des trisores,
danne sô ez den meister unde sînen rât gevellich dunket StatDtOrd
98,3.
98,17;
sy sullen ouch richten gebrechen [...] an allim
deme, das man mit dem scheffil gemessen mag UrkBresl
101
(a. 1324);
wir befinden dann sihtigen geprechen an silber oder andern sachen
StRRegensb
100.
–
âne
~ umschreibend:
volkumenlîche / âne gebrechen rîche Kreuzf
8044;
ân allen geprechen in ganzer volkumenkait
BdN
67,35
2
‘Entbehren, Ermangeln von etw., Armut, Bedürftigkeit, Not’
2.1
bezogen auf Nahrung, Kleidung, Wohnung, Lebensunterhalt allgemein:
mit willen sie [belagerte
Stadt] sich im [Angreifer] irgit / an
sturme, sunder strit, / durch gebrechen der spise Vät
11947;
har wirt uorlorn uon uir sachin. einez ist der gebreche
an der spise SalArz
26,38.
26,42;
sich hub zeimal ein hungers not [...] mit
gebrechen maniger hant, / als noch ein hungeriar pflit PassIII
12,22;
is geschit ouch das [...] di pfert ouch gebrechin
han an vutir MarcoPolo
18,6;
den andern ir gebreche [Wassermangel] riet, /
daz si im klageten als e PassIII
221,80;
ir wist daz die heyden [...]
niht gutez waßers han. / [...] die fraw
[...] in wente iren gebrechen Minneb
1917;
Iulianus die list do uant / daz man in hin zvr wuste / versente da er
muste / von gebrechen ligen tot PassI/II
359,17;
PassIII
36,31.
218,10;
den gebrechin, / den [...] dî brûdre
[...] lidin manchirhande / an cleidrin, tranke,
spîse; / und waz in allir wîse / gehôrte zu der lîbnar, / des wârn sî vorarmit
gar NvJer
5698;
PassIII
581,84
in ertholern sy wonten [...]. /
durch huser gebrech besunder / sy druckten sich dort under Hiob
11307;
sîn hûs war rîches râtes vol, / des ich dâheime bin erlân: /
[...] / der gebreche müet mich stæte UvEtzWh
2914;
hie twanc sie grôz gebreche zuo [zum Leben als
Räuber]
ebd.
5878
2.2
unerfülltes Begehren:
heizzet uch in selber ein rede sagen, / do sin gebrech
[Liebesnot] ein teil inne stat
Minneb
4635;
die wîzgehande Isôt / iren gebrechen und ir nôt / in iren
sinnen achte / und allez daz betrachte, / daz ir gên Tristande war
HvFreibTr
988
3
‘Enthaltsamkeit, Fasten’
einen ieglichen tac / er sich zu gebrechen twanc
Vät
19333.
20274.
20281
4
‘Schaden, Verlust’
kunic Gwîden was sîn schade leit / und ouch der gebreche der
cristenheit Kreuzf
566;
durch gebrechen manigen, den sie [im
Kampf] liten ebd.
1555;
sag mir, herr, wer die sein / von den du hast den schaden dein / und auch
dissen geprechen Seifrit
3688.
–
umb den grozzen geprechen [finanziellen
Schaden] den disiu stat bis her gehebt haut
StRAugsb
253,9;
den gebrechen deu unser purger czu Brunne unczher gehabt haben um daz wen
in iemant schuldick ist gewest StRBrünn
381
5
‘physische oder seelische Schwäche, Krankheit’
si [Heilpflanze] ist ouch gut uor
di diezenden oren [...] vnde uor der ougen gebrechen
SalArz
100,35;
die [...] sich erbarmeten uber den
manichvaldigen gebrechen, den die siechen hatten in dem here
StatDtOrd
22,16;
daz kraut [...] ist guot für der
pain siehtum oder für der füez geprechen, der dâ ze latein podagra haizt
BdN
415,8;
daz man der vogel siechtum erkenne an der flügel geprechen
ebd.
164,29;
diu zung verleust oft irn ganch und ir sprâch. daz geschiht
von dem geprechen der wegenden kraft der sêl ebd.
15,19;
hiet der êrst mensch niht gesünt, all menschen wæren ân
geprechen [an Leib oder Seele] geporn ebd.
486,28;
und ab von der natur gebrech / der boum vellet
Hiob
5433
6
‘moralische Schwäche; Sünde’
die vil vastent und vil wachent und grôziu werk tuont und niht enbezzernt ir
gebrechen und ir site [...], die triegent sich selben
Eckh
2:139,3;
allez, daz verdorret was von sünden und von gebrechen, daz wirt viuhte und
grüenende und wahsende von der gnâde ebd.
4:228,52;
wi vil man gotlichis lichtis hait, so ist doch deme menschin noit des lichtis
der lere zu den tegelichin gebrechin da der mensche invellit Parad
116,27;
daz ein mensche lîdet in sîme herzen einen gebrechen, den her nicht weiz ob
her tôtlich ist oder tegelich, und wil ir nicht bîchten HvFritzlHl
115,15;
want got insinen engeln vant / gebreche und bosheit, als
irkant / gentzlich wart an lucifero Hiob
1690.
–
‘Verbrechen’
von der pyne der gebrechin [Kapitelüberschrift]
MarcoPolo
18,13.
–
‘Makel’
7
‘Misshelligkeit, (Rechts-)Streit’
jst aber, daz einem armem mensche vber dehainen sinen gebrechen gedinges nôt
geschiht [wenn für ihn wegen einer Streitsache Appellation notwendig
ist]
UrkCorp (WMU)
1100A,25
MWB 2 174,1; Bearbeiter: Plate
gebrëchafticheit
stF.
‘Mangelhaftigkeit, Schwäche’
dat de sonne altzomalle alyne neit creftich in is van ir seluer, dat etzwat
gebrechafticheit is in der sonnen Eckh
1:234,6
MWB 2 175,50; Bearbeiterin: Herbers
gebrëche
stN.
zu
brâche
.
‘Brachland’
der herre sol ouch haben [...] das alte gebreche zu dem
heiligen berge, das ist sin alleine WeistGr
1,701
(a. 1336)
MWB 2 175,54; Bearbeiterin: Herbers
gebreche
stN.
→
gebræche1
MWB 2 175,58;
gebrëchen
stV.
1
brëchen
2
‘jmdm. fehlen, mangeln’ , unpers.; das logische Subj. steht
meist im Dat. 2.1 mit Nom.-Erg. 2.2 mit Gen.-Erg. 2.3 mit Präp.-Erg. ( an etw.) 2.4 ohne weitere Erg. 2.5 subst. (könnte in einigen Fällen auch als Subst. gebrëchen
aufgefasst werden, vgl. → gebrëch, gebrëche swstM.)
1
→
brëchen
:
– zu brëchen 1.1
‘zerreißen, entzweigehen’
daz dem clostere vorbenant / uf sante Agneten grabe / ein teil gienc mit
gebrechen abe, / [...] wand ez begonde risen / und
zurvallen her und dar PassIII
118,82.
– zu brëchen 1.2.4
ûz einer Sache
~
‘sich von etw. entfernen’
guot gedinge ûz lônes rehte nie gebrach MF:
Reinm
39: 4,6.
– zu brëchen 2.1.1
‘etw. von etw. abbrechen’
silber enmac auch nieman
gebrechen [abbauen] ûf einez andern mannes guot
âne des willen SSpAug
116,19
– zu brëchen 2.1.4
‘etw. mit Gewalt zerstören’; subst.
‘Zerstörung’
turn und erker musten lyden / lytlich gebrechen von den
plyden [Steinschleudern] , / wann daz must allez
samt entzwey Minneb
3644.
–
‘jmdn. unter seine Gewalt bringen’
nu si der vînde marke [Arundel]
/ gar under sich gebrâchen / [...] Tristan der schicte
al zehant / sîne lantmassenîe / wider heim ze Parmenîe Tr
18927
2
‘jmdm. fehlen, mangeln’, unpers.; das logische Subj. steht
meist im Dat.
2.1
mit Nom.-Erg.:
nein, nein, sprach si dar zu, / warheit ist dir gebrochen PassIII
416,75.
ich bitt uch durch gott, sprach
er [Galahot] , das ir mir sagent was uch gebreche
Lanc
283,14;
er gie wider in den tan / als ain weys loser man, / dem
alle freud geprach HvNstAp
6599;
sunder uns gepricht der sunnen lieht
KvMSph
60,9.
– mit Akk. statt Dat. d.P.:
da gebrach mich 8 veirdel [Wein]
StRechAachen
404,12
2.2
mit Gen.-Erg.:
daz mir allis des gebrach, / des ich zuͦ den erin
solde tragin Athis
A 56;
iz ist recht, den du minnis, / daz du keiner dinge ane
sinnis, / da im siner erin an gebreche Elmend
A 699;
dis boum bluͤet eweliche, / he is aller
bluͦmen riche, / im ’n gebricht engeiner bluͦmen
MarlbRh
7,25
u.ö.;
so im lîbes und guͦtes / von schulden muͦz
gebrechen StrKD
161,367;
StatDtOrd
75,22.
39,29;
Parz
412,10.
806,19;
HvFreibßTr
242;
PassIII
33,58
u.ö.;
Kreuzf
4953.
– häufig negiert:
iz ne haben die boͮche gelogen / daz
ime [König Rother] da an gote nichtes ne ge
brach Roth
17;
in im sô hân wir ein wâr wizzen. in der wârheit, uns
engebrichet nihtes dan eines wâren glouben Eckh
5: 270,4
u.ö.;
SalArz
1,4;
SM:KvL
18:3,6;
Wh
195,26.
449,7;
StatDtOrd
33,2.
44,28.
–
an jmdm. statt Dat.d.P.:
si [die Kämpfer Rolands]
heten zwaincec tusent man, / an den nichtes gebrach Rol
3247
2.3
mit Präp.-Erg. (an etw.):
mir gebricht leider an der kunst SM:Gl
3: 8,5;
Walth
83,22;
Lanc
326,24
2.4
ohne weitere Erg.:
doch ist daz vernihten und verkleinen niemer sô grôz sîn
selbes, got envolbringe ouch daz selbe in im selber, sô gebrichet im
Eckh
5: 292,8
2.5
subst. (könnte in einigen Fällen auch als Subst. gebrëchen
aufgefasst werden, vgl. → gebrëch, gebrëche swstM.):
zwene schone iungelinge, / die mit edelme dinge / wol bekleidet waren /
und alles des enparen, / daz sich zu gebrechen treit [was
mangelhaft ist]
PassIII
309,29;
da ist gebrechens steter bruch [d.h. da fehlt
nichts] / nach richer vreuden gebot ebd.
671,8
u.ö.;
den vierden ich ouch pruve / gebrechens wesen
nuwe [unversehrt] / an alle sim geberde / dem
gotis sune werde Daniel
1554;
hat eyn man eynen [...] swertmogen, der von
rechtis wegen siner kindere vormunde were, ab er dorzu nicht en tochte
[...], der vater [...]
bewise [...], darumme er ungerne welde, daz sine
kindere gheme gevilen zu vormundeschaft durch solliches gebrechens
[Makels] wille RbMagdeb
302,36
MWB 2 175,59; Bearbeiterin: Herbers
gebrëchlich
Adj.
1
‘mangelhaft, fehlerhaft, unvollkommen’
2
‘schwach, krank, gebrechlich’
1
‘mangelhaft, fehlerhaft, unvollkommen’
wie möhte ich grœzer dinc glouben, die wîle ich mich niht
alsô [gläubig] envinde, sunder mich gebrechlich vinde
und geneiget ze vil dingen? Eckh
5: 270,10;
alle creature sint gebrechlich und wandilhaftic Parad
121,33.
122,15
u.ö.;
wanne di natûre di inkan nicht wirken danne in icht; dar ume ist ir werc
gebrechlich HvFritzlHl
119,12;
PsMb
29(Glossar).
2
‘schwach, krank, gebrechlich’
ein lam gebrechlich kint Köditz
72,22;
undir den vorgenanten gebrechlichen luten was ein juncfrouwe ebd.
82,29.
82,26
MWB 2 177,1; Bearbeiterin: Herbers
gebrëchlîcheit, -lîchkeit
stF.
auch -lickeit.
‘Mangelhaftigkeit, Unvollkommenheit’
dye [Güter und Lehen] wir durch gebrechlickeit
menschlichis gedechtnisze hye namhafftig gemacht haben UrkCorp
222A,15;
so ledin si abe di gebrechlichkeit uris lebines Parad
118,32.
56,26.
122,1;
vil baz mac sich got bewarn, daz er niht vermâsiget werde von der gebrechlicheit
der krêatûren Eckh(Pf)
612,28
u.ö.;
Eckh
3:145,6
MWB 2 177,13; Bearbeiterin: Herbers
gebrëhe
stN.
‘Glanz, Leuchten’
o ewigú wisheit, du bist der usglantz und ein gebrech des
vetterlichen wesens, der ellú ding von núti geschaffen haͮt Seuse
537,3
MWB 2 177,22; Bearbeiterin: Herbers
gebrehte
stN.
selten -a- ( VMos , PrWack ).
‘Schall, Lärm’
1 von menschl. Stimmen: ‘lautes Gerede, Geschrei’
2 bezogen auf (Vogel)Gesang 3
‘Lärm’ .
1
von menschl. Stimmen: ‘lautes Gerede, Geschrei’
nach der stilli do hvob sic ein gebrahte da zimile [= ze
himile
] daz alliv div tvsint der heiligon engele
[...] riephin. vnde lobeton den almahtigin got sinir
genadon PrWack
1,112;
der ritter und daz megetin / hortten ain gebrechtte / in
ainem husse rechtte / von wortten dem gesinde GTroj
7953;
dô wart ein lût gebrehte schîn / von maniger stimme schalle KvWPant
1066;
etlichú menschen [...]
durloͮffent daz closter mit unruͦw und gebrehte, daz man sú dicke e
hoͤret, e man sú sehe Seuse
414,17;
FrSchw
3424.
7078;
KvWLd
25,17;
KvWHvK
158;
KvWTroj
35687;
Widersp
66.
– bezogen auf Kriegsgeschrei, Kriegslärm:
wan der vîende dôz / und ir gebrähte was sô grôz / daz si
niht trûten genesen KvHeimUrst
212;
die kuͤnge kamen gedrungen / mit eim gebræhte
harte groz Rennew
28429
u.ö.;
Renner
14154;
NvJer
22923.
– bezogen auf Klagerufe, -geschrei:
do wart michel geprahte / [...]
uon kinden unde uon wiben / michel we scrien VMos
64,18;
nû diz dinc alsô geschach / daz man den pfarren tôt gesach, / dô sprungen
ûf mit schalle / die leiden jüden alle / und erhuoben grôz gebrehte
KvWSilv
4845.
4869;
Renner
3755
u.ö.;
SHort
2954;
Loheng
5050;
FrSchw
220.
3525.
– bezogen auf Gesang:
sie sungen mit gebrechte : / ‘gloria alti
deo!’ Daniel
4126.
7757.
–
‘prahlerisches Gerede?’
wie groz ist din gebrechte / dat du van dime geslechte / mir drouwes hie
zuͦ stunden? MorantGalie
1813
2
bezogen auf (Vogel)Gesang:
nie wart stolzer vogellîn / mit sô kleinem lîbelîn / gesehen denne diu
nahtigal, / daz sô wunneclichen schal / und sô manigerleie gebrehte / mit sô kleinem
züngelîn mechte Renner
19697
3
‘Lärm’.
– lärmender, prunkender Aufzug:
nu quamen mit gebrechte / dese heren vur den sal MorantGalie
2160.
3950;
KarlGalie
1051.
– lärmendes Vergnügen, Fest:
deheinem herren ouch daz wol zimt, / daz er sînen armen liuten nimt / irs
guotes mêre denne er ze rehte / nemen sol, und mit gebrehte / daz verzert bî
rîchen liuten / durch werltliche êre und vingerdiuten Renner
2210;
die [Knechte] soͤllent mit ir haben
gepraͤcht / als mit ainer offnen fräwen [Hure]
FrSchw
1910
MWB 2 177,26; Bearbeiterin: Herbers
gebreite
swstF.
‘Ackerbreite, großes Ackerstück’
tres coloniæ seu agri, qui vulgariter gebraita dicuntur UrkSlgAlmende
395
(a. 1284);
UrkWürtt
4,70
(a. 1244);
da ligent oͧch gebreiten, die in den hof hoͤrent UrbHabsb
1:295,1;
einen weingarten vnt einen acker, die da haizzent bi namen gebrait UrkHeil
2,27
(a. 1310);
WeistGr
5,401.
– häufig in Orts- oder Flurbeschreibungen:
von den drien ackern, die da ligent in der nvwen gebreite an eime
stvͥcke UrkCorp (WMU)
N750AB,18
u.ö.;
item der Ger, lit zwischent dem weg und dss Ufhofers gebraiten
UrkThurgau
8,549
(um 1340);
und sint der gebreiten drie, ligent bi dorf, und uf Gütolsheim viere,
[...] die alle heissent gebreite WeistGr
1,708
MWB 2 178,8; Bearbeiterin: Herbers
gebrennen
swV.
→
brennen
1.1
‘etw. entzünden’
Dauid sprichit [
Ps 118,32
] : a herre, ich loͮfe in deme wege diner
gebotte, so du gebrennist min herce PrGeorg(Sch)
40,45
MWB 2 178,23; Bearbeiterin: Herbers
gebrëst, gebrëste, gebrësten
stswM.
auch
gebrist NvJer
10944.
– stN.:
daz gebrest Rennew
13322.
– stF.:
eigne gebrest Seuse
94,30;
dise gebrest ebd.
159,27.
1
‘Fehlen, Mangel’ (mit Gen. oder an : von / an etw./jmdm.) 2
‘Entbehrung, Ermangeln, Bedürftigkeit, Not’ ; bezogen auf
leibliches Wohlsein ( gemach ), vor allem Essen und Trinken 3
‘Schaden’ verschiedener Art 4
‘physische Schwäche, Krankheit, Leiden’
5
‘moralische Schwäche, Fehlerhaftigkeit, Makel; Geneigtheit zur Sünde,
Übertretung von religiösen Geboten’
6
‘Misshelligkeit, (Rechts-)Streit’
1
‘Fehlen, Mangel’ (mit Gen. oder an: von / an
etw./jmdm.):
samfti irvulter [Gott] disin
gibrist [durch den Engelsturz entstandenen Verlust] . /
er gischuf [...] Adam uzzir demo leimin
SuTheol
66;
jst der sichtum uon deme gebrestin der da ist an der craft di
di spie solde behalden in dem magen SalArz
50,8;
unde der gebreste der sunnen heisset eclipsis solis
MNat
10,15;
die sehint des manen gebresten umbe die dritten stunde der naht
ebd.
1,5;
Iulius, der mahte den kalendener rehte unde irvollette den
gebresten mit einlof dagen ebd.
16,25;
der februarius kumit sime gebresten wol nach, so ez schaltiar
sint ebd.
16,35;
nû sprichet ein meister von der êrsten sache, daz si sî oben wort. der
gebreste ist an der zungen Eckh
1:329,2.
–
‘Fehlbetrag, Abzug’
vnd han mich ouch vmb den gepresten vn̄ vmb dem abganch von den zollen,
seit si min bruͦder von mir hat gehabt [...],
mit minē bruder lieblichen vn̄ genzlichen verslichtet vn̄ verrichtet
UrkCorp (WMU)
1057,12;
unde ist des zinses gebreste, daz in daz guͦt nit mak uergelten
ebd.
2279,26;
were aber, das an den nûtzzen des vorgenanten houes brust alder gebreste
wrde ebd.
2970,37;
vnde gielobe dez guͦtis [...] zeresecinde
[zu ersetzen] , swas giebrestin dran ist ebd.
424,16;
vnd waͤre, daz er [...] der zwaier
fvͦder niht moͤhte gewert werden [...],
so sol ich [...] den gebresten ervollen vz minem zwain
wingarton ebd.
3434,6;
als sitlich vnd gewonlich ist so getan gelt ze rihten ân allen gebresten
UrkHohenz
1,170
(a. 1347);
UrkCorp (WMU)
1944,31.
–
‘Versäumnis’
daz wir vns in der vorgenanten frist vmb alle sache mit im verrihten svln
[...] vn̄ swa wir des niht entvͦn, also, daz
der gebrest an vns leit, so sol er sin porgen manen UrkCorp (WMU)
1943,12.
–
~ an der gewer, dem gewern
‘Ausfall des Gewährsmanns, der Gewährleistung’
der gwer muͦz antwurten an seiner stat vur daz guͦt. wirt
aber im gepresten an dem gewern, er muͦz daz mit gewette vnd mit
puͦzze lazzen SpdtL(E)
Ldr 146,4;
wirt im an der gwer gebrest ebd.
Ldr 114,1
2
‘Entbehrung, Ermangeln, Bedürftigkeit, Not’; bezogen auf
leibliches Wohlsein (gemach), vor allem Essen und Trinken:
ezzen, trinchen, slaffen vil, / gemach und swaz sin lip wil;
/ wil er daz lazen fur sich gan, / und wil niht gebresten han
[...], / der wil hie himelriche han
StrKD
151,144;
daz der koufman [...] sô pînlîche
wege [...] vert und lîdet grôzen gebresten an spîse und
trankes, slâfes und anders ungemaches Eckh
5: 59,25;
swes wir gebresten hân, / daz ist von Hagenen schulden; der
wil uns gern erdürsten lân NibB
966,3;
ein grôz lant, / [...] dâ was
gebresten alsô vil / von hunger EnikWchr
5793;
daz hâr reiset auz von überigem gepresten der kost
BdN
7,26;
wol aht hundert [...] wîp
[einer belagerten
Stadt]
[...], / an der varbe und gestalt /
kôs man gebrestens meil Ottok
31492;
von geprest zerswollen HvBurg
2667;
für des âtem gepresten [gegen
Atemnot]
BdN
410,16;
ir vindet zWienen schœne wîp, / der minne sô süezet, / daz ir
iu sanfte büezet, / swes ir habt gebresten dort Ottok
1815.
– bezogen uf Besitz allgemein:
Esau was ein rîche man in vihe jouch in hîwen, / daz er
in aller hêrscefte nehête gebresten Gen
1716;
dâ bî leit er grôz nôt / und gebresten von der
miltikeit, / wan grôzer gâb was er bereit EnikWchr
26593;
dazu eîn diener od ein pvrger in solhem gebresten wær, daz er genaden wol
bedarf UrkCorp (WMU)
1817,27;
ob er iht gebrestens lit / vor armuot?
Ottok
31701.
31373.
Eckh
2:398,4.
– sprichwörtl.:
swer rehte milte wil begân, / der muoz gebrest durch milte hân
Freid
87,1;
wer gepresten nicht enhat, / der enruecht wie es umb den
armen stat HvBurg
5217
3
‘Schaden’ verschiedener Art:
si [...] sach ez
[Schwert] an / und schouwetez wâ unde wâ. / nu sach si
den gebresten dâ; / si begunde an die scharten / lange unde sêre warten
Tr
10072;
sô wir gewis wæren, daz got unglîche minner mac gelîden
neheinen gebresten noch schaden Eckh
5: 47,23;
diu frou im irn gebresten kleit, / er hiet sie gehabt in
nœten [vergewaltigt]
EnikWchr
5304;
für des rîches vogt / kom scharhaft gezogt / koufliut und
burgære, / die klagten im ir swære / und des landes gebresten, / daz si der strâze
nindert westen, / diu in ze varen wær bereit Ottok
12805;
der abt kleit manigen gebresten / von Rôm dem kunic Ruodolf,
/ den er næm von dem bischolf / an sînem guote ebd.
26679;
es sei schaur oder pisæs [Hagel oder Misswuchs]
oder swelherlæi gepresten si haben an den weingarten UrkCorp (WMU)
2632,22;
vͤntz daz ich minem herren den selben gebresten gepezzer vnd ableg
ebd.
2362,13;
den grozzen und unlidlichen gebresten, der von rowb
[...] zwischen Augspurg und der Albe biz her beschehen
[...] ist UrkLudw
193
(a. 1340);
den schaden vnd den gebresten UrkCorp (WMU)
2817,37.
1312AB,2;
UrkIndersd
62
(a. 1330).
– als Strafe:
uber dise setze alle sal der rat uzrichten dise
vorgenanten gebresten uͦffe sinen eit WüP
7g,2
4
‘physische Schwäche, Krankheit, Leiden’
do er aber din gebot vber giench mit vngehorsam, da wart er
entrihtet an sel vnd an libe: an der sele mit vntvgenden, an dem lib mit vil
totlichen gebresten DvAPatern
284;
den gebresten unsers toͤtlichen leibs
PrOberalt
53,37;
gebresten an der gesiht RvEBarl
1520;
gebresten an dem antlitze Eckh
5: 59,8;
jst aber, das fro Katherin sturbe alde andern gebresten gewnne, das si ze
closter nit kumt UrkCorp (WMU)
2387,27.
1126AB,29;
iu enbiutet, lieber herre mîn, / mîn vater den gebresten sîn,
/ daz er vil krancheit an im hât EnikWchr
1584.
14959.
25403;
gebreste manicvalter, / den dâ bringt daz alter
Ottok
39678.
39154
5
‘moralische Schwäche, Fehlerhaftigkeit, Makel; Geneigtheit zur Sünde,
Übertretung von religiösen Geboten’
doch so enist diser mensche [...]
úberwindelich von naturen an sinen natúrlichen gebresten, welicher kunne die sint,
es si zornikeit, hochvertikeit oder trackeit oder lichtvertiger worte
Tauler
128,6;
ich weiz gebresten an ir nit, / wan daz si nâch der juden sit
/ leider niht enlebt, / wan si dâ wider strebt EnikWchr
7077;
vnd do si [Pharisäer] sahen, daz
sümlich vz sinen ivngern mit den gemainen henden azzen daz brot, disen gebresten
beschulten si [
vituperaverunt
Mc 7,2
]
EvAug
93,1;
mæniger hand gepresten / den si an irem næhsten / sehent
SHort
431;
und leite uns in bekorung niht die uns in sünde senke, / wan
ûf uns mang gebreste lît KLD:Kzl
18: 0,16;
gedenche an die svnde, gedenche an dinen gebresten
PrBerthKl
7,60;
und diser gebrest [Hoffart] der
warf die aller hochsten engele in das aller tiefste abgrúnde Tauler
135,14;
als vil dich nu eigne gebrest hin zúhet, daz du súnde
tuͦst Seuse
94,30.
115,8;
dú waren von krankheit ires gemuͤtes
[...] vervallen in súntlich gebresten ebd.
116,24.
161,18;
der mensche sol unbewegelich sîn ze sünden und ze gebresten Eckh
1:303,5;
swaz er biten wil vür sînen gebresten oder vür anderer liute sünde ebd.
2:566,8
6
‘Misshelligkeit, (Rechts-)Streit’
wir scheiden vmb den gebresten, der zwischen der Startzhousær einhalb vnd des
Læutenbechen anderthalben ist UrkCorp (WMU)
1274A,7;
vmb alle di gebresten, di zwischen in vnder disen sachen vͦfgestanden
sint ebd.
1549,43;
jst aber, daz einem armem menschen vber deheinen sinen gebresten gedinges not
geschiht [wenn für ihn wegen einer Streitsache Appellation notwendig
ist]
UrkCorp
1100B,24
MWB 2 178,27; Bearbeiter: Plate
gebrëstelîn
stN.
‘kleiner Fehler, kleine Sünde’
so verhengt got das er [der Mensch] in
ein gebrestelin velt: lichte in ein zornlicheit, oder im enpfert ein swer pinlich wort
Tauler
245,23
MWB 2 180,52; Bearbeiterin: Herbers
gebrësten
stV.
selten wie →
brësten
1
‘brechen’, subst.:
vil michel wart daz chrachen: / die levt muͦsten erwachen
/ von dem gebresten [einer Säule]
Wernh
A 3753;
meist (und viel häufiger als →
brësten
2) ‘gebrechen’ in den folgenden Bedeutungen.
1
‘fehlen, mangeln’
1.1 unpers., jmdm. gebristet e-r S. / jmds. / an, ze
etw. 1.1.1 mit Gen.d.S./d.P. 1.1.2
an etw. 1.2 nicht unpers.; etw. (meist: niht / iht / wênic )
gebristet (jmdm./ an etw.) 1.2.1 ohne D.d.P. 1.2.2 mit D.d.P. 2 jmdm. gebristet
‘jmdm. schwindet die Kraft, jmd. ist / wird krank,
schwach’
2.1 mit G.d.S., an, ze
‘an etw.’
2.2 jmdm. gebristet an dem wege / under wegen
‘jmd. bricht unterwegs vor Schwäche zusammen’
3 jmdm. gebristet
‘jmd. unterliegt, versagt (an einem Kampf,
Wettstreit)’
4 jmdm. gebrosten sîn/hân (+ Gen.d.S.) ‘jmdm. Schuldiges nicht
geleistet haben, etw. schuldig geblieben sein’ (vgl. →
ungebrosten
Part.-Adj.)
1
‘fehlen, mangeln’
1.1
unpers., jmdm. gebristet e-r S. / jmds. / an, ze
etw.
1.1.1
mit Gen.d.S./d.P.:
daz in der tage zuo ir vart / deweder gebrast noch
über wart, / und kâmen ze rehten zîten Iw
6880.
3583.
3702;
alsus was er sîn selbes gast, / daz im des sinnes
gebrast [er den Verstand verloren hatte]
ebd.
3564;
dennoch gebristet in maniges rehtes daz die habent
die êlîche geborn sint SpdtL
139,2;
helde, ir sult besehen, / wes uns hie gebreste oder
wen wir hân verlorn / hie in disem strîte NibB
1618,3
1.1.2
an etw.:
nu was Davide, da er lag, / geprosten an der
spise [war ihm die Verpflegung ausgegangen]
RvEWchr
25217;
daz uns an guten werken nine gebreste
Rol
9092;
die herren sie enphingen / mit allen den dingen, /
daz da nichtes ane gebrast, / als man einen lieben gast / von rechte solde
enphahen Herb
14641
1.2
nicht unpers.; etw. (meist: niht / iht / wênic)
gebristet (jmdm./ an etw.)
1.2.1
ohne D.d.P.:
des si dâ haben solden, wie wênec des gebrast!
NibB
605,3;
da ist alles daz guͦt ist, da gebristet allez
daz uͤbels ist PrOberalt
97,14;
ich wæne, dar an niht gebrast, / swes ein man gerte /
an einem guoten swerte Eracl
4966
1.2.2
mit D.d.P.:
den crichen gebristet niht. / ez ist ein harte riche
dit Herb
2152;
daz bediv îv unde uns iht gebreste, gêt unde
coͮfet îv ole Spec
129,2;
den gap man, swaz si wolden, daz in niht gebrast
NibB
766,3;
Lonius der raine / gab im das schafzagel staine. / da
geprast im ain roch HvNstAp
8766.
–
an etw.:
daz in an dem gotes wort icht gebrest
PrOberalt
137,1;
der wirt und sîne recken enpfiengen sô den gast, /
daz in an ir zühten vil wênec iht gebrast NibB
105,2
2
jmdm. gebristet
‘jmdm. schwindet die Kraft, jmd. ist / wird krank,
schwach’
2.1
mit G.d.S., an, ze
‘an etw.’
so daz [Tier] altêt so gebristet
imo des gesûnes án béden ougon ÄPhys
12,2;
und sluͦc si noch so sere, / daz ir der sinne
gebrast [sie ohnmächtig wurde]
StrKD
161,519;
so gebristet dem menschen an disen drien
dingen [Erkenntnisvermögen]
Lucid
63,10;
darumbe, swenne iu zerinne, swenne iu gebreste an dem lîbe
[wenn es zu Ende geht mit euch]
Konr(Sch)
141,10;
aller sin lip ist im chalt, / ze den chreften ime
gebristet, / alliu sin tugente erlischet, / daz alter in begrifet
HimmlJer
79;
di ougen im uergiengen: / [...]
sin tugent im do erlasc, / ze dem gesihen im do gebrast Rol
6427
2.2
jmdm. gebristet an dem wege / under wegen
‘jmd. bricht unterwegs vor Schwäche zusammen’
ich erbarm mich uͤber diz menig. die sint drei tag
mit mir gewesen und habent nicht zessen, und lazze ich si also vasten, so
gebrist in an dem wege [
Mt 15,32
]
PrOberalt
135,29.
137,17;
Spec
36,18;
so ist im gebrosten an dem wege ebd.
36,19;
vil dike gebrast im under wegen Kchr
14437
3
jmdm. gebristet
‘jmd. unterliegt, versagt (an einem Kampf,
Wettstreit)’
swer ir [Brünhilds] minne gerte,
der muose âne wanc / driu spil an gewinnen der frouwen wol geborn. / gebrast im an
dem einen, er hete daz houbet sîn verlorn NibB
327,4;
den haiden gebrast: / diu scheph in uersunchen, / in dem
wazer si ertruncken Rol
6937.
1703;
nu daz dem valschen gebrast / unde der valschelôse gast / des
hoves volge gewan Tr
11275;
owê daz mir gebristet, owê daz mich die meister hant / mit
sprüchen überlistet, / owê daz ich niht vinden kan / ir ûzerweltiu wort
KLD:Kzl
2: 9,1;
ThvASu
20,7
4
jmdm. gebrosten sîn/hân (+ Gen.d.S.) ‘jmdm. Schuldiges nicht
geleistet haben, etw. schuldig geblieben sein’ (vgl. →
ungebrosten
Part.-Adj.):
der die siben zit nith begat, der ist gote sines denestes
gebrosten Lucid
78,7;
wa ich ime alder er mir gubundun si ze helfenne alder wa ich ime alder er mir
gvbrosten haben UrkCorp (WMU)
313,30
MWB 2 180,56; Bearbeiter: Plate
gebrëstenlich
Adj.
→
gebrëstlich
MWB 2 182,9;
gebrësthaft
Adj.
‘mangelhaft, fehlerhaft, unvollkommen’
umb daz guͦt lobe got, umb daz sumig und gebresthaft habe
ein missevallen mit eime guͦten willen zuͦ bessran Seuse
415,12.
499,22;
uon natur gaͮt bekantniste, minne vnd warheit, aber die bekantnist vnd die
minne, die ist gebresthaft Gnadenl
1,577.
1,574.
1,575;
Katrei
324,31.
– bezogen auf körperliche Makel:
luͦge [...] wie die valschen
minnerin tuͦnd: swaz unlútseliges, ungestaltes und gebresthaftes an in ist,
daz bergent sú genote [mit Schminke]
Seuse
449,25
MWB 2 182,10; Bearbeiterin: Herbers
gebrësthaftic
Adj.
‘mangelhaft, fehlerhaft, sündig’
allez [...] daz lîphaftic und gebresthaftic ist
Eckh
1:198,2;
wir gebresthaftigú menschen Seuse
92,22;
in siner [des Menschen] gebresthaftigen
geschafenheit ebd.
157,28
u.ö.;
Lucifer der kerte sich zv gebresthaftigen dingen: da von viel her vnd sal ewiclich
vallen Katrei
374,7
MWB 2 182,21; Bearbeiterin: Herbers
gebrëstic
Adj.
‘mangelhaft, unvollkommen’
das ist nit hintz got ze sprechen / daz er si gebrestig. / er
hat almaͤchtigen sitt Teichn
582,41
MWB 2 182,28; Bearbeiterin: Herbers
gebrësticlich
Adj., Adv.
‘mangelhaft, unvollkommen’
menger spricht, er [Gott] beger. /
wenn daz wer, so bedorft er. / da mit wer [erg.
er
] geprestiglich Teichn
582,51;
Adv.:
hast du bi dinen tagen ie gebrestklich gelebt,
[...] dar ab solt du nit ze vast erschreken an der
stunde dines todes Seuse
379,13
MWB 2 182,31; Bearbeiterin: Herbers
gebrëstlich, gebrëstenlich
Adj. , -lîche
Adv.
1
‘drückend, bedrängend’
2
‘mangelhaft, abnehmend’
3
‘sündhaft, zur Sünde geneigt’
4 Adv. ‘mit Mängeln behaftet, schädlich’
1
‘drückend, bedrängend’
ain geprestleich pein Teichn
464,1513.
440,159
2
‘mangelhaft, abnehmend’
wise liute sprechint daz der mane gebrestenlich lieht habe von
eime manade an den anderen MNat
11,23
3
‘sündhaft, zur Sünde geneigt’
wan, ie sich der mensche gebrestenlîcher vindet und mêr
missetân hât, ie mêr er ursache hât, sich an got ze bindenne mit ungeteilter minne,
dâ kein sünde und gebreste enist Eckh
5: 237,5.
1:132,1.
2:318,5;
[der Mensch] sol gruntlich bekennen sin natúrlich nicht
und sin gebrestlich nicht Tauler
365,21
u.ö.;
Seuse
193,5.
5,11
u.ö.;
4
Adv. ‘mit Mängeln behaftet, schädlich’
in disen ziden ane vieng / ein hungernot, die umme gienc / alle dusche riche /
also gebrestenliche [die hatte solchen Mangel zur Folge] ,
/ daz [...] vil armer lude bliben dot Elis
3480
MWB 2 182,38; Bearbeiterin: Herbers
gebrëstlîcheit
stF.
‘Mangelhaftigkeit, Unvollkommenheit, Geneigtheit zur Sünde’
die gebrestlicheit die der mönsche hat von dien vier elementen PrEngelb
183,66;
enphengklich [...] aller gebrestlicheit
[...] geneigklich [...] zuo
süntlichen gebresten ebd.
187,199.
187,195;
nu lat got dicke die lidunge der gebrestlicheit uf manigen
menschen vallen Tauler
163,13;
Eckh(Pf)
515,15;
Gnadenl
3:M1,49;
Eckh
2:76,1
MWB 2 182,56; Bearbeiterin: Herbers
gebrëstunge
stF.
‘Abnahme, Rückgang, Niedergang’
wan also der mone fuͤmftzehen tag wæchst und andere
fuͤmftzehen tag ab nimt, also tuͦt der mensch, der wæchst untz daz er
drizzich jar alt wirt und nimt dann ab also der mon; von diu haizzet er in unser zung
‘gebrestung’ [
luna [...] in
scripturis [...] defectum nostrae mortalitatis
insinuat, qui crescimus nascendo, decrescimus moriendo, vgl. Anm.
z.St.]
PrOberalt
53,36
MWB 2 183,1; Bearbeiterin: Herbers |