gebiurlich
Adj.
1
‘bäuerlich’
2
‘grob, unfreundlich’
1
‘bäuerlich’
gebûrlîch gewant [im Gegensatz zum
ritterlichen]
Kchr
4809;
daz kint er [Fischer] an den arm nam: / sîn wîp gie
im allez mite / nâch gebiurlîchem site / ze klôster Greg
1113;
das die gebawer von Loberth [...] alle gebauerliche
dinst selber thun sollen UrkPreuss
3,16
(a. 1338)
2
‘grob, unfreundlich’
wand er [Gott] ist also sere
verwunt von irer [der gottliebenden Seelen] minne, das er
aller dingen hat verzigen mere denne drissig jar, [...] uf
das er si moͤhti durkússen und mit sinen blossen armen umbevahen.
woͤltestu hie an gedenken, wie moͤhtestu also gebúrlich wesen, du
muͤstest im gegen drissig jaren zem tage eine stunde [des
Gebets] geben Mechth
6: 1,112
MWB 2 167,26; Bearbeiter: Plate
gebiusche
stN.
zu bûsch
‘Beule, Schwellung’ (bzw. ‘Schlag, der eine Beule
bewirkt’):
redet ieman dar wider, / dem slâhet ein gebiusche [den schlagt grün
und blau]
HBirne
161;
sins swertes ort wart strichen / dem tier so groz
gepuͤsche WhvÖst
11779
MWB 2 167,41; Bearbeiter: Plate
gebiute
→ gebiete, gebiet stFN.
MWB 2 167,47;
gebiuwe
stN.
→
gebû
MWB 2 167,48;
gebiuʒe
stN.
‘Schlag, Stoß’
jener trût der vrouwen muoz ein gepiuze hân. /
[...] ez gât im an den lîp NibB
1886,2;
die Deutung von hsl. gebuze (C), gepvͤze (B),
gepoͮze (A) usw. als sonst nicht bezeugtes gebiuze ist
unsicher; vgl. Lachmann, Anm. zu den Nib. (1823,2)
MWB 2 167,49; Bearbeiter: Plate
gebiʒ
stN.
im Reim auf itwîz
Erz III .
1
‘Mundstück des Zaumzeugs’
2
‘Beißkorb, Maulkorb’
1
‘Mundstück des Zaumzeugs’
nym daz gebis [...] unde lege is dem
pherde in den munt Albrant
3,53;
der zoum was geworht alsam, / [...] von silber was
daz gebiz Flore(S)
2870;
lupatum: gebis, gebiss VocOpt
26.010
2
‘Beißkorb, Maulkorb’
chamus: gebis, gebiss VocOpt
26.009.
– übertr.:
in zorn slint den itwis [schlucke die zornige Entgegnung,
Schmähung herunter] , / lege dem munde einen gebiz. / tumbe
kunheit versitze, / daz ist zuht und witze ErzIII
36,264;
wie dik hast du dien anzennenden vienden isninú gebiss in
geschlagen [
frenum silentii
imposuisti
] und sú unmechtig gemachet mit dinem
vroͤlichen lobe Seuse
252,8
MWB 2 167,55; Bearbeiter: Plate
geblâs, geblæse
stN.
‘Säuseln’, mit (dem)
~
‘säuselnd, einschmeichelnd’
sprechen:
er [der Teufel] hatte sich verpflichtet / daz er nicht
Adam spreche, / wen her vil liechter breche / daz wiep, wen si krenker was. / mit
gerune, mit geblas / senfte er ver Even zu / sprach TvKulm
258;
von dem raben [...] der hatte in sinem
monde einen kese, / zu dem der fuhß sprach mit dem geblese: / o rabe, das dich got
huͤde, / ich bijt dich, sienge mir ein liet durch dine guͤde!
Pilgerf
7685
MWB 2 168,5; Bearbeiter: Plate
geblæsede
stF.
‘Aufblähung’
suedemo manne [...] rodent beide die
chinne [l. chnie?] mit dere diche geblasede
[
si amba genua (l. gena?) rubea habuerit
solida cum inflatione
]
Capsula
15
MWB 2 168,15; Bearbeiter: Plate
geblerre
stN.
‘nutzloses Gerede, Geschwätz’
nieman sol ez [dieses Buch] hân vür ein geblerre, /
wenne ez ist wîten unde verre / gesament in der heiligen schrift Renner
15935.
17071;
MinneR368
132
MWB 2 168,19; Bearbeiter: Plate
gebletze
stN.
‘leeres Geschwätz’
heiz in, daz er ze schuole gê, / lerne diu buoch nâch unser ê / unt tuo sich sînes
gebletzes abe, / unt daz er got vor ougen habe, / sô altet er mit êren KvFuss
2953;
Jôsêp von Aramathî, / der seit uns starchiu mære / von dem
verchêrære / dem ez sô lästerlîche ergie, / daz er vor gerihte hie / verteilet und
erhangen wart. / er seit von sîner ûfvart / und gebletzes dannoch mê
KvHeimUrst
1507;
MinneR410
359.
– derber, spottender Ausdruck des Dichters für seine Lieder (NeidhWb):
wâ bî sol man mîn geplätze hinne vür erkennen? / hie envor dô kande man iz wol
bî Riuwental Neidh
WL 24:7,1;
Wîerât [...] diu hœret mîn geplätze gerne ebd.
WL 5:1,10
MWB 2 168,24; Bearbeiter: Plate
geblicket
Part.-Adj.
→
blicken swV. 1.
‘(durch Läuterung) zum Glänzen gebracht, glänzend’
einen vierdunk gutes geplicktes silbers BgRIglau
300,18;
vierczehen geplickte mark SchöffIglau
209
MWB 2 168,38; Bearbeiter: Plate
geblüede
stN.
‘Blüte’
dô sach ich ir [Gartenblumen] geblüede brehen / gegen
der sunnen vaste LvRegSyon
2177
MWB 2 168,43; Bearbeiter: Plate
geblüemet
Part.-Adj.
→ blüemen swV. 2.
1 als Epitheton ornans: ‘geschmückt, herrlich, gepriesen,
preiswürdig’
2 rhetorisch, ‘mit Redeblumen geschmückt’
1
als Epitheton ornans: ‘geschmückt, herrlich, gepriesen,
preiswürdig’
nun wil von husse schaiden / ains geblümten künges barn. / gott
müsse üns den held bewarn GTroj
177;
der geblümtte junge man ebd.
6455;
die gebluͤmten fuͤrsten wert
WhvÖst
18602;
hail mich, gebluͤmter got PrGeorg(Sch)
5,218.
11,42;
PrGeorg
65,7
2
rhetorisch, ‘mit Redeblumen geschmückt’
der knappe was ouch rederîch, / geblüemet schône und
hübeschlîch / was alle sîne rede gar HvFreibTr
1302;
noch Quintilkani und Tullii lecczien und noch den geblumeten
worten [
post Quintiliani et Tullii lectionem ac flores
rhetoricos
]
Cranc
Vorr. Dan 271,15;
wenn ich zu tichten han gedacht / gepluemtew wort Suchenw
16,9
MWB 2 168,46; Bearbeiter: Plate
gebluot
Part.-Adj.
‘aufgeblüht, blühend’, → blüejen swV.
3.
daz her sie gruenet und vrischet / mit sines heren geistes towe / glich der
grunekeit der owe, / swenne die blumen sint geblut HeslApk
21519
(das Glossar vermutet wohl nicht richtig ‘verblüht’)
MWB 2 168,62; Bearbeiter: Plate
gebogen
swV.
→ bogen
1
‘sich biegen, beugen’.
die andern [Haubtsünden] muͤssent ir
[der Hoffahrt] gebogen [sich ihr
unterwerfen]
GeistlStreit
A 106
MWB 2 169,4; Bearbeiter: Plate
geborc
stMN.
das borgen (des Gläubigers) ûf jmdn. ‘Herleihen an
jmdn.’, hier ‘(mit der) Hoffnung auf
Wiedervergeltung’
hab ouch der andrin besorc, / want ûf dich [Gott] was ir
geborc NvJer
25131
MWB 2 169,8; Bearbeiter: Plate
geborngot
stM.
‘geborener Gott’
werde sun, als ich sun bin, geborngot Eckh
5: 46,7
MWB 2 169,13; Bearbeiter: Plate
gebornheit
stF.
‘das Geborensein’
der vater ist würkende und der sun ist lîdende; und daz ist von der eigenschaft
der gebornheit Eckh
2:279,1;
daz ich bin nâch gebornheit, daz sol sterben und ze nihte werden ebd.
2:503,4;
den segen Esau, / dar zu di irste gebornheit
[Erstgeburt]
Brun
3218
MWB 2 169,15; Bearbeiter: Plate
gebornwërden
stN.
‘das Geboren-, Gezeugt-Werden’
des vaters sprechen ist sîn gebern
[
generare
] , des sunes hœren ist sîn geborn
werden [
generari
]
Eckh
2:53,5;
daz gebern der güete und geborn-werden in dem guoten ist al ein
wesen, ein leben ebd.
5: 9,14
MWB 2 169,21; Bearbeiter: Plate
geborstet
Adj.
‘borstig’
sint geborstet alsam diu swîn StrKarl
9530
MWB 2 169,27; Bearbeiter: Plate
gebot
stN.
1 zu bieten : ‘Gabe, Angebot, Gebot’
1.1 allg. 1.2 im Spiel: ‘der Wurf oder Zug, den der Gegner überbieten
muss’
1.2.1 eigentl. 1.2.2 übertr. auf die Aktionen im ritterlichen Kampf 2 zu gebieten
2.1
‘Auftrag, Befehl’
2.1.1 allg. 2.1.2 rechtl. besonders 2.1.2.1
‘Ladung (vor das Gericht)’ (vgl. → gebieten
unter 5.1 ) 2.1.2.2
‘Aufgebot’
2.1.2.3
‘(gerichtl. ) Mahnung, Leistungsaufforderung’
2.1.2.4
‘(bei Verstoß gegen ein Gebot angedrohte) Geldstrafe’
2.1.2.5
‘(gebotene) Pfändung, Beschlagnahme’
2.1.2.6
‘(gebotene) Forderung (Abgabe, Dienst o.ä.) irgendeiner
Art’
2.1.3 als Gebietende erscheinen leit, minne, tugent, zuht usw., meist umschreibend 2.2
‘Vorschrift, Satzung, Gesetz’
2.3
‘Verfügungs-, Herrschafts-, Befehlsgewalt’
2.3.1 allg. 2.3.2 rechtl. 2.3.3 Wendung got tuot sîn gebot mit jmdm. = got gebietet
über jmdn. ‘beruft jmdn. aus dem Leben ab’
(vgl. → gebieten
2 ) 2.4
‘(von Gott gegebene) Ordnung, Einrichtung der Welt’
1
zu bieten: ‘Gabe, Angebot, Gebot’
1.1
allg.:
vrowe, daz vergelt iu got. / daz ist ein sæliclich gebot
[Erbieten] / iuwer werden süeze RvEGer
3098;
swer ouch ûf ein pfant bietet daz ûf dem markte gêt, und im daz umbe daz
selbe gebot belîbet, und er die pfennige niht gît umbe daz selbe pfant, der ist
umb ein frävel komen StRMeran
420
1.2
im Spiel: ‘der Wurf oder Zug, den der Gegner überbieten
muss’
(Haupt, Anm. zu
Er
876. 884 )
oder ‘Einsatz’ (Schönbach, Anm. zu
WernhSpr
65,2 )
1.2.1
eigentl.:
ich hete ein spil sô guot, daz ich gewinnes mich versach: / ich leite
dâ steine und ouch gebot: [...] ich leite ie
willeclîche dâ des holzes einen spân WernhSpr
65,2
("jeder Spieler hat ein Stück Holz zur Hand, aus dem er einen
spân schneidet, den er dann als Zeichen für den Einsatz
[...] auf den Tisch legt", Anm. z.
St.)
1.2.2
übertr. auf die Aktionen im ritterlichen Kampf:
dar nâch sô wart daz spil gegeben / mit manegem viurînen slage / von
vruo unz hin nâch mittem tage, / daz in der gebote zeran Er
884.
– (daz / sîn) ~
legen (vgl. oben WernhSpr ):
do leit ouch Erek sin gebot dar under, / daz vil lihte gahens galt
wol viere JTit
2189,2;
ahy, wie siz da ruͦrten / baidenthalb mit den slegen! / si
begunden diu gebot legen, / des maniger vil riwich wart Dietr
9145;
Er
876;
Georg
1219;
Rab
841,3
2
zu gebieten
2.1
‘Auftrag, Befehl’
2.1.1
allg.:
der künec mîn hêrre heizet mich / sîn wort hie
sprechen, nu muoz ich / hin ziu leisten sîn gebot Tr
15433;
swelchem brvͦder man swêrev vnd vnmuglichev dinch enphilhet,
der sol daz gebot mit aller semphte vnt gehorsam enphahen BrMün
68;
so sol der bischof [...] si
[Gläubiger von Kreuzzugsteilnehmern] twingen
mit geistlichem gebote dar zvͦ [Erlass der
Schuldzinsen]
UrkCorp (WMU)
93,20
2.1.2
rechtl. besonders
2.1.2.1
‘Ladung (vor das Gericht)’ (vgl. → gebieten
unter 5.1):
ist ieman [...] dar
[
lanttegedinc
] gebotten,
div gebot svln stete sin SchwSp
54a;
er werde dann vorhin mit billichen geboten berufet an das gericht
StRSchlettst
43;
vnd der vribote sal eme gebietin drv gebot dri tage nach einandir
UrkCorp (WMU)
1161AB,4
u.ö.;
versaezz er daz selb gepot auch, so sol der chlager sein chlag
behabt haben OberBairLdr
8;
virstundi abir he dir giboti dru, so sal he wetti
sex phennigi Mühlh
168,30.
–
‘(durch Ladung einberufene) Versammlung’
die knehte ouch, die in der [...]
weber zuͦnfte sint [...], die
ensullent under in kein sunder gebot machen UrkSpeyer
391,31
(a. 1336)
2.1.2.2
‘Aufgebot’
swer oͮch rehte gînoz ist des antwerkes
[...], der sol zallen ernsten ir gebottes
vnd ir banîer [Fähnleins] warten
UrkCorp (WMU)
80,32
2.1.2.3
‘(gerichtl. ) Mahnung, Leistungsaufforderung’
wer aber, daz ern versumte zu gebene, biz daz man ime dru gebot
getete, so wer er die buͦzze schuldik WeistErf
10
(a. 1289);
die also mit dem gebotte inrent den v tagen verschuldet sint
StBZürich
56
2.1.2.4
‘(bei Verstoß gegen ein Gebot angedrohte) Geldstrafe’
was ouch iederman gebotten wird [...] ze
buwen oder ze machen, das sol [...] die selbe
person [...] tuͦn. teͣt aber
ieman des nit, so sol vnser gerichtsschriber
[...] vff die selben vngehorsamen person
vmb das gebotte clagen vnd das gebott an gnad uon inen ziechen
StRBern
1/2:287,19
2.1.2.5
‘(gebotene) Pfändung, Beschlagnahme’
daz die vurginantin burgar sulen [...]
dez offenbarlich vuriegen [...], daz shie kein
gibot haben oder sulen duͦn vber der stifte oder vber der phaffen
guͦt UrkCorp (WMU)
680,7
2.1.2.6
‘(gebotene) Forderung (Abgabe, Dienst o.ä.) irgendeiner
Art’
her mûz niechein gebot, noch herberge, noch bede, noch dînst, noch
chein recht uffez lant sezzen, ez en willekore daz lant SSp(W)
3:91,3;
das [...] keyner vnsir ampleut vff das
selbe guet keynerley gebot, notbete, stewer
[...] setze sollen DRW
3,1264
(WasungenUB.; a. 1348, kopial)
2.1.3
als Gebietende erscheinen leit, minne, tugent, zuht usw., meist
umschreibend:
daz ich ze vriunde hân erkorn / mîne tôtvîendinne, /
dazn ist niht von mînem sinne: / ez hât ir [der personif.
gedachten Minne] gebot getân Iw
1657;
er was in leides gebote Greg
2607;
mir wunscht manic werder man / durch sîner zühte gebot / sæld und
heiles umbe got RvEGer
6387;
nach siner tugende gebot / sprach er zv gote sin gebet PassI/II
204,81;
von des [Gottes] milte gebote ebd.
204,87;
hierher?:
einer suche gebot / lac ir in deme houbete, / die sie also betoubete /
und tet ir inneclichen we PassIII
379,28;
rein umschreibend:
diu mâze wag im rehte kunst / gên dirre welte und ze
gote / nâch des wunsches gebote RvEBarl
1150
2.2
‘Vorschrift, Satzung, Gesetz’
uns ist ein gebot gegeben / über [bei Strafe
des Verlusts von] guot und über leben, / daz sich hie vor wîp
noch man / neme deheinen gast an / ûzerhalp dem bürgetor Iw
6143;
ir [Eva] erloubet unser hêrre
got / obez, bluomen unde gras, / swaz in dem paradîse was, /
[...] wan einez daz er ir verbôt
[...] : / daz brach si und brach gotes gebot
Tr
17945;
und zwâre sît daz Engeltrût / hât übergangen mîn gebot, / sô muoz si
darben KvWEngelh
3717;
wir verbieten ouch [...] swer ditze gebot
vͦberget [...]
UrkCorp
2345,29.
–
diz sint diu zehen gebot, / diu uns gebôt der wâre got Freid
174,2;
nu satzter aber ein gebot PassIII
70,6.
70,15;
obgeschriben unser gebote und satzunge StRWerth
10;
die gesetzet und och gebot, die wir iuch darûber gesetzet, gebotten
und gemachet haben UrkFriedb
117
(a. 1332);
unserm gepot und gesetz StRBrünn
376;
daz wir [...] den satz vnd daz gebot gesetzit
haben UrkWürzb
40,145
(a. 1337);
UrkMoselQ
170,12
(a. 1338).
–
swelh kneht niht gedingt ist ain viertail aines iares
[...], der ist in der burger gepot
[friedensrechtl. Bestimmungen für die
Stadtbürger] niht; der muͦz ain
[...] unfuͦge als ain gast pezzern
NüP
99
2.3
‘Verfügungs-, Herrschafts-, Befehlsgewalt’
2.3.1
allg.:
dô was daz liut einvaltic, / daz twanc er
[Jupiter] in sîn gebot; / durch daz wart er
genant ein got, / daz er was krefticlîche / kunst und guotes rîche
RvEBarl
9953;
vrouwe Marîne und grâve Adân
[...] der gebot wârn undertân / ouch tûsent
rîter unverzaget Wig
10800;
got, / in des gewalt vnd des gebot / der himel vnd dvͥ erde
stat OsterSpM
7,33;
ich sicher [ergebe mich] in
iuwer gebot: / wan [...] ich sigelôs bin
Iw
7563;
dar zuo hânt ir engelkœre drîe, / die mit willen leistent iuwer gebot
Walth
79,13.
– jmdm. ze gebote stân / ze jmds.
gebote stân (häufig, nur mit persönl. Subj.):
mit lîbe und mit guote / stüenden sî im ze gebote
Iw
5143;
der undervoit sal ouch zu der burger gebote sten an allen sachen,
an allem geheize, iz si groz oder kleine StRFreiberg
221,29;
von den wart her gesundert / ritter sibenzen hundert / unde drizig
tusent man, / di im zu gebote musten stan WOsw
30;
des was ich herzeclîche vrô / unde stuont ze sînem
gebote, / und begunde sterken in an gote. / einvalteclîche tet ich daz
RvEBarl
653;
daz ir den heiligin touf / intpfât [...]
unde zu gebote stât / der rômischen kirchin dort NvJer
3606;
swaz lebt daz stêt zunserm gebot, / alsô hât uns geêret got
WälGa
8557;
her, der vurweser ist dez volches, di czu seinem gepot stent
StRBrünn
377
2.3.2
rechtl. :
der selbe rihter [der sich der Rechtsverweigerung
schuldig gemacht hat] hat dehein gebot fvͥrbaz vber
nieman ze gebietenne. niemand ist sins gerihtes schuldig ze svͦchenne
SchwSp
84b;
min herre [...] habe wol czu gebiten sien
hobeluten [...] vnd sien frihen luten, anders en
hait he kein geboit in dem gerichte, sunders eine volge, ob he der czu noit
bedarf WeistGr
3,339
(a. 1347);
man teylet dem stift [...] da gebot
[Gerichtsbarkeit] vnd geleite, wasser und
weyde ebd.
3,363
(a. 1341)
2.3.3
Wendung got tuot sîn gebot mit jmdm. = got gebietet
über jmdn. ‘beruft jmdn. aus dem Leben ab’
(vgl. → gebieten
2):
jnde vnse here god sijn gebot mit eme dede, ei [=
ê
] er dat voluuͦrde
UrkCorp (WMU)
1076,39
2.4
‘(von Gott gegebene) Ordnung, Einrichtung der Welt’
gotes gebot niht übergât / wan der mensche, den er geschaffen hât; /
vische, vogele, würme und tier / hânt ir reht baz danne wir Freid
5,11;
[Homosexualität] ist wider sin
[Gottes] gebot / vaster denne dehein sunde
StrKD
158,450;
RvEBarl
9459.
– Naturgesetz, natürlicher Trieb:
nâch sînem rehte er
[Sternenhimmel] umbe gât, / nâch der natûre
gebote, / als im geordent ist von gote RvEBarl
9431;
[Neigung zum Ehebruch] ist von natûre gebote /
beidiu an wîben unde an mannen. / diu natûre sî verbannen, / diu daz reht
alsô verkêret / und niwan unreht lêret StrKarl
3772
MWB 2 169,29; Bearbeiter: Plate
gebotbrief
stM.
‘Schriftrolle mit den zehn Geboten’ (übers. phylacterium
‘Gebetsriemen’ mit zwei Kapseln zur Aufnahme der Rollen):
und alle ire werc wirken si darumme, ûf daz si gesehin werden von den lûten, wan
si breiten ire gebotbrîfe und grôzen ire soume EvBeh
Mt 23,5
MWB 2 172,9; Bearbeiter: Plate
gebouge
Adj.
‘biegsam’
des uolkis herticheit / uil gebouge wart Pilatus
1,379;
als dem stale, der [...] uf dem anehowe / wrde gebouge
ebd.
1,9
MWB 2 172,15; Bearbeiter: Plate
geböugic
Adj.
‘gebogen, biegsam’
gebougec wâren sîne brâ [Wimpern] / und senfter waege
hie und dâ WvRh
6234;
sîn hende wâren wolgetân / linde und gebougec ebd.
6369.
1421;
alsô gebougik worden sîne ûzzeren krefte von dem uberguzze der innewendegen krefte
HvFritzlHl
15,14
MWB 2 172,18; Bearbeiter: Plate
geböume
stN.
‘Menge, Gesamt von Bäumen, Baumbestand’, vor allem von
fruchttragenden Bäumen:
lilie unde div rose und div zitlose / wͦhsen da ze goͮme undir dem
edelem geboͮme GenM
9,4;
vnd súln dem gotzhús, swenne der wingart ze vruht kvnt vnd das geboͤme, den
win halben [...] vnd das obs halbs
[...] v́f der hofstat entẃrten UrkCorp (WMU)
842,24;
daz gebovme daz da truoc / menger hande fruhte Martina
127,110.
112,111;
in deme september vor sant Michaheles dage, so alles gebǒme sine fruht git
ElsLA
179,11;
lûte alsam ein donnerslac / der spaltet daz geböume KvWEngelh
4817.
5439;
KvWPart
603;
alles edel gestaine, / gebom und allú kruter SHort
201;
GTroj
20611
MWB 2 172,24; Bearbeiter: Plate |