Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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g – gâchlîchen
      g Subst.
      Adj.
      stF.
      Subst.
      gâbe stF.
      gæbe Adj.
      gabele F.
      gabeleht Adj.
      gâbelî stN.
      gæbelich Adj.
      gâben swV.
      gâbephant Adj.
      gâbephant stN.
      gâber stM.
      gâberîche Adj.
      gæbic Adj.
      gæbiclîche Adv.
      gabilôt stN.
      gabilûn stSubst.
      gabiʒ? Subst.
      gâch Adj.
      gâcheit stF.
      gâchen swV.
      gâchheil stN.
      gâchlîchen Adv.
gâchmuot – gagen
gagen – galander
galanderisch – 1galle
2galle – galter
galtnüsse – gamerot
gamîe – gancheil
ganclîche – ganteren
ganz – gärmic
garn – gartenhuon
gartenhûs – 3garwe
garwwurz – gastmeisterin
gastnusse – gaʒʒenspringer
ge- – gebæric
gëbærin – gëbendic
gebenedîunge – gebietære
gebietærin – gebiurischlich
gebiurlich – geböume
gebôʒ – gebrëst, gebrëste, gebrësten
gebrëstelîn – gebrûchic
gebrûchlich – gebunt
gebunt – geburst
geburt – gedâht
gedâht – gedense
gederbe – gedinge
gedinge – gedrange
gedrâte – gedünste
gedurchtriben – gegate
gegatrom – gegenkouf
gegenlëder – gegensetzunge
gegensidele – gegenwertes
gegenwertic – gegihte
gegiric – gehaʒʒic
gêhe – gehëlfe
gehëlfelîche – gehilfe
gehilfic – gehœric
gehœrlich – gehügenisse
gehugesam – geifer
geifervrâʒ – geiselrieme
geiselruote – geisticlich
geistîn – geiʒhorn
geiʒhût – gejeitschuoch
gejeitvogele – gekünne
gël – gelegede
gelegelich – gelende
1gelende – gêlîche
gelîcheit – gelîchmëʒʒunge
gelîchnisgëbende – gelide
gelidemâʒe – gêlingen
gelîp – gëlm
gëlmen – geloup
geloup – gëlte
gëltel – gelückede
gelückederat – gelüstelîn
gelustic – gemahel
gemahelbettelîn – gemæʒicheit
gemæʒiclich – 2gemeine
1gemeinen – gemeinsin
gemeinunge – gemerrede
gemêrsal – 2gemüete, gemuote
gemüetic – gemutzet
gemʒe – genâdenschüʒʒel
genâdensol – genæmicheit
genamʒôn – genemede
genende – genëserinne
genetzen – genieʒen
genieʒlich (?) – genôʒen
genôʒgeselle – gensîn
gensischen – genuhtlîchen
genuhtrîch – genuʒ
genuʒt – gephrange
gephünde – 1gerat
2gerat – gerëhen
gerëht – gereisic
gereitære – gerieme
geriemen – gerihticlîche
gerihtinsigel – geriune
1geriusche – gerouche
geröufe – gerte
gerte – gerûmiclich
gerummel, gerumpel – gêrvalke
gerwære – gesaten
gesatznissede – gescheftbrief
geschefte – geschepfnisse
geschepfunge – geschiuwede
geschoc – geschrihte
geschrîp – gesëhen
gesëhenheit – geselliclîcheit
geselligen – gesihtic
gesihticlich – gesite
gesiten – geslihte
geslinge – gesnæren
gesnarren – gespenstnisse
gesper (?) – gespræchelich
gespræchetac – gespunst
gespür – gestelle
gestellet – gestifte
gestille – gestrenglîche
gestrenze – ge|stunge
gestungede – gesuoch
gesuochære – geswerme
geswërte – gesworn
gesworne – getelle
getelôs – getougen
getougen – getreigeret
getrenke – getrüese (?)
getrügede – getwædicheit
getwædigen – gëtzen
getzsal – gevalte
gevanclich – gevëderen, gevëdern
gevêhe – geverte|lehe
gevertinne (?) – gevlester
gevlitter – gevrier
gevrist – gevülle
gevuoc – gewahsenheit
gewahst – gewaltroubunge
gewaltsame – gewar
gewar – gewe
gewëbe – gewellen
geweltigen – gewërben
gewërbic – gewern
gewërn – gewiere
gewieret – gewinnen
gewinnic – gewist
gewiste – gewonunge
geworden – gewzen (?)
gezagel – gezëmelich
gezemen – gezît
gezîte – gezoc
gezogen – gezwîen
gezwîge – giefen
giege – gifticheit
gifticlich – giht
gihtboum – gimbîʒen
gimme – gippengappen
gippentuoch – giric
giricheit – gischen
gîse – gîtigære
gîtige – 1glan
2glan – glas(e)väʒʒelîn
glas(e)vënster – gleimel
gleimelîn – gleten
glêtphenninc – glipfen
glise – glocke
glockehûs – glôriôs
glôriôslich – gluothaven
gluothert – goder
goedertieren – golf
gollen – goltgesmîde
goltgesteine – goltreit
goltrîch – golttropfe
goltvar – gos (?)
got – gotesarm
gotesbeckære – gotesmordærinne
gotesphenninc – gotgeformet
gotgelâʒen – gotmeinunge
gotmensche – gouch
gouch – goukelære
goukelbilde – goukelspil
goukelsprütze – göumütte, -mutte
göu|phâwe – grabe
grabe – grâf-
graft – gramerʒîe
gramerʒîen – gransprunge
gransprunge – gras(e)phenninc
gras(e)spier – grâvenrëht
grâveschaft – grebinc
grebnisse – gremiclich
grempære – griekech
grien – griffel
griffelære – grimmetât
grimmic – grisegrammen
grîseleht – griuslich
griuwe – groppe
gros – grôʒmüetic
grôʒmuoticheit – grüenheit
grüenlich – grunderëbe
gründic – gruntübele
gruntvestære – gruon-
gruon- – grütschîn
grutte – 1gücken
2gücken – güfticheit
güfticlich – gûlen
gülle – gumpenîe
gunderam – guotdunken
guotdunkende – guotswender
guottât – gürtelgewant
gürtellîn – gymnosophiste

   g - gâchlîchen    


g Subst. ‘der Buchstabe g’ a. bezachinet gvvalt. [...] g. mannes ual. oder wibes val oder reine muͦt Buchst 3

MWB 2 35,2; Bearbeiter: Plate

Adj. gâch Adj.

MWB 2 35,5;

stF. gæhe stF.

MWB 2 35,6;

Subst. Vogellaut: daz di nachtigal di chra / nicht vertreibt dur iͤr ga Teichn 439,62

MWB 2 35,7; Bearbeiter: Plate

gâbe stF. 1 was gegeben wird
1.1 ‘Gabe, Zuwendung, Geschenk’ ,
1.2 um zu bestechen
1.3 als Opfergabe
1.4 Gabe(n) Gottes, des Heiligen Geistes
1.5 ein geistliches Amt, die damit verbundene Pfründe, dafür bestimmte Person (meist gotes , geistliche )
1.6 übertragenes Eigentum (verschiedener Art, ausführlich DRW 3,1124-1126)
1.7 ‘Abgabe’
2 als Nomen actionis, ‘das Geben’
2.1 ‘Schenken’
2.2 rechtl. ‘(Verzicht und) Übertragung (von Eigentum, Rechten)’
2.3 ‘Stiftung’
2.4 ‘Verkauf, Übergabe des verkauften Guts’
2.5 ‘Ergebung in die Unfreiheit’
   1 was gegeben wird    1.1 ‘Gabe, Zuwendung, Geschenk’, sô nim doch etwaz von mir / durch got ze einer gâbe dir: / kleine zerunge [Proviant] unde gewant RvEBarl 7294; iwers hêren [Darius’] brief mir [Alexander] niuht gevellet, / wande er zer gebe [dem mit dem Brief übersandten Geschenk] niene gehillet [nicht passt] . / diu gâbe diu ist lobelîch [...] VAlex 1107. 635; drin ende gewinnet er [der Antichrist] die armen mennesscen, sumeliche mit uorhte, sumeliche mit grozzer gabe, sumeliche mit sinen wnderen, div er uor den luten toͮt Spec 144,16; si [Kriemhild] bringet ez mit gâbe noch unz ûf den tac, / dâ’z vil wol geriuwen die küenen Burgonden mac NibB 1130,3; "swaz ieslîchem sî gelegen, / dâ wil ich sînes willen phlegen / mit gâbe, mit lêhen, mit eigen." / [...] etslîche nâmen sînen solt; / etslîche wâren im sus sô holt / daz si die hervart swuoren Wh 184,13; wer erbet nu ir milte? / Erich uz Denemarkenlant, / den gabe nie bevilte! Tannh 6,53; ellende und arme ritterschaft / mit rîchen gâben er beriet KvWTurn 23. 1154; der commendûr von der spîse sal den brûderen niht senden kost oder spîse alse zu einer gâbe [ nomine donativi, als wenn es ein Geschenk wäre] . wirt im aber prîsant gegeben, den mac er vurbaz teilen als ein ander brûder StatDtOrd 116,16. – ~ begehren, erwarten, erhoffen (von jmdm.), in Erwartung von ~ Dienste leisten: ein gâbe der ich von iu ger Iw 4541; die dâ gâbe gerten, die schieden vrœlîchen dan NibB 687,4; sie dorften niht der gâbe gern RvEBarl 11339; swaz hie varndes volkes sî, / die warten alle gâbe an mich Parz 785,13; die gâbe ouch an in suochten, / den gap er als in tohte Wig 1251; iuwer gâbe ist allen den bereit / die ir von iu geruochent ebd. 1777; si dienten nâch der gâbe, die man dâ rîche vant NibB 38,3. – ~ überreichen, übersenden, gewähren, verteilen: mit guotem willen reicht er / der vrouwen sîne gâbe dô Wig 310; KvWLd 32,178; waz wie wâ wenne und wem si gâbe biutet KLD:Kzl 16: 17,10; er teilte grôze gâbe Parz 53,19; der künec mich gâbe werte ebd. 153,28; der kunic sante ime dô ein guldîn crûce unt ein andere kuniclîche gâbe PrMd(J) 346,23. – ~ entgegennehmen, empfangen: frou Bêne ûz Gâwâns hende nam / d’êrsten gâbe ûz sîme rîchen krâm Parz 663,16; NibB 310,2; Tr 8885; got selb enpfienc mit sîner hant / die ersten gâbe ane muoter brust / von in [den Heiligen Drei Königen] Wh 307,13. 139,27; Parz 150,27. 270,5; Wig 297. 3239. – sprichwörtl.: diu gâbe ist zweier gâben wert, / der schiere gît, ê man ir gert Freid 112,1; swer schiere gît, darnâch so man sîn gert, / alse ich die wîsen hœre jehen, / diu gâbe ist meneger gâbe wert SM:UvS 3: 3,7; milte gâbe fröuwet den / der dâ nint und der dâ gît. / betwungen gâbe haz und nît / stiftet an dem gênden / und ouch an dem nênden, / wan sî ist unmilteclîch Reinfr 26646 (vgl. TPMA 4,178-235 mit weiteren mhd. gâbe-Belegen für diese und andere Sprichwörter, s. Nr. 10, 60, 79, 244, 367, 398, 506, 577f., 651, 667, 719, 721, 825).    1.2 um zu bestechen: swer durch liebe oder durch leide oder durch gâbe oder durch vriuntschaft oder durch vîntschaft iht anders rihtet danne alse ditz buoch saget, daz ist wider got SpdtL 80,12; diu ferborgen gabe diu erleschet dez rihterez zorn [ Prv 21,14 ] PrSchw 1,61; die werltleichen läut, die ir pfarrer und ir predigær mit gâben überwindent, daz si si iht gerüegen und si ir pôshait lâzen treiben BdN 133,23; von den [bestechlichen Richtern] spricht Isaias, si machent den ungerehten gereht umb gâb ebd. 188,29; in falschem wandel gotes recht durch gabe nicht verkere Mügeln 39,17    1.3 als Opfergabe: verlâz dâ dîne gâbe vor deme altere StatDtOrd 49,8; ob dv opferst din gab zv dem altare EvAug 8,18. 15,11    1.4 Gabe(n) Gottes, des Heiligen Geistes: die sibin gâbe des heiligin geistis TrudHL 5,31; PrOberalt 112,24. MarlbRh 9,17; alle die geistlichen dinc, die in der cristenheite sint, die sint alle gaben dez heiligen geistes Lucid 74,16; [Gottes Liebe] ist ein kuninginne / allir geistlicher gabe, / dan abe comet salde vnde gnade, / fride vnde ebenhellunge, / milde vnde irbarmunge, / zuht vnde reinicheit, / gehorsam vnde geduldicheit Litan 1305; so der arm suntær von der gab des almæchtigen gotes von sinen suͤnten erstet PrOberalt 22,28; des wart ir gâbe niuwe / ze himel mit endelôser gebe Parz 116,20    1.5 ein geistliches Amt, die damit verbundene Pfründe, dafür bestimmte Person (meist gotes ~ , geistliche ~ ): die andere houbetsunde waz simonia, do Symon der zouberrer die gotis gabe wolte koͮfen Lucid 73,9; daz man gotes gabe iht koufe oder verkoufe, / daz wart uns verboten bî der toufe Walth 33,5; wie vil er gvlte haben svl von geistlicher gabe da sol man an sin edelcheit sehen vnd an sin erbercheit SchwSp 8b. wê der verfluochten hirten, si sint mietnemer. wenne die ir miet und ir gâb enpfangen habent, kümpt ain wolf under diu schâf, sô vliehent si [...], die ir pfrüent nement ân fruhtpæreu werk BdN 197,16. daz wir [...] welen vnd geben svlen mit gveter gewizzen vnd dem selben pischolf geantwrten vnd benennen ze geistleicher gab ein abtessinn oder ein maistrinn der selben samnvng UrkCorp (WMU) 1861,7    1.6 übertragenes Eigentum (verschiedener Art, ausführlich DRW 3,1124-1126): der die hôhesten stat in der ecclesien hat [...] [soll] bestêtigen mit antlâze unde mit prîvilêgien, swaz in geistlicher gâbe von gûten lûten gegeben wirt StatDtOrd 23,26. – besonders im ehelichen Güterrecht: svenni abir dir man stierbit, son sol diz wib nit virlierin ir gabi vn̄ ier reht an den vorgiseiten dingin UrkCorp (WMU) 221,22; von dem teile [der Mitgift] daz der frouwe gegeben wirt, darff sy nymande keine schult gelden, unde zu der gabe gibit man der frouwen eynen vormunden RbMagdeb 281,5. 273,17 u.ö.; die gabe, die deme manne oder der vrowen gegebben wirt vor gerichte in gehegetime dinge StRGörlitz 456    1.7 ‘Abgabe’ daz man überall in dem land und in den steten durch des rechten willen gab und miet geit, und nimpt StRMünch(A) 106; der herre geweiret oh mit rehte wol daz er weder sine gabe noh sinen dienst nimt SchwSp 208b    2 als Nomen actionis, ‘das Geben’    2.1 ‘Schenken’ von friuntlîcher gâbe muget ir hœren sagen NibB 1706,2; Philippe, [...] dir ist nicht kunt, / wie man mit gâbe erwirbet prîs und êre Walth 19,22; gift suochet alle wege daz ir an den dingen, aber gâbe ist frî unde blôz und alzemâle lôs alles warumbe Eckh(Pf) 131,24; welch mensch darinne [Sternzeichen der Jungfrau] wirt geborn, / gar gütig ist sin mut, / durch got es gerne gabe tut Mügeln 307,6. 28,13    2.2 rechtl. ‘(Verzicht und) Übertragung (von Eigentum, Rechten)’ dú gâbe der herschefte von Pfirrete, alse graue Thiebalt vn̄ sin vatter [...] dē gotshuse von Basile lidicliche v̂f gaben vn̄ wider enpfingen ze lehene UrkCorp (WMU) N154D,36. 1641,23. 2345,42; das wir [...] vestenen vn̄ steten alle die gabe, die vnser vatter oder dekein vnser vorderon hent getan deme gotteshuse ze Tennibach ebd. 52,32. alle gnade, gabe und gift, die inen únser vorfaren [...] getan habent StRSchlettst 47; daz disiv gab, di [...] her Levtolt von Chvͤnring getan hat dem chloster vnd den swestern datz Minnebach [...], ist geschehen mit vnserm gvtem willen UrkCorp (WMU) 1104B,31; do diuselbe gab also geschach UrkBrixen(R) 242 (a. 1313); vn̄ wart div gabe vn̄ das opher vollebrath mit gelerthen worten UrkCorp (WMU) 1624,29; vmbe sogetan verzeihen vnd gabe ebd. 2843,39; vnd daz diu vor genant gab vnd verzeichnuͤzze staͤt sei ebd. 2854,43; swilche gâbe der man siht, oder swilch urteil her vinden hôrt, en widerredet ers zu hant nicht, dar nâh en mac ers nicht widerreden SSp(W) 2:6,4. 1:34,2. uf daz unsir gabe [Verleihung der niederen Gerichtsbarkeit] veste, ebik und unzurbrochin blibe UrkPreuss 3,31 (a. 1339)    2.3 ‘Stiftung’ dc disiv selbe gabe vn̄ diz almvosin von allirmænigilichim vnzirbrochin [...] bilibin mvͦesce UrkCorp (WMU) 135,18; disev gab vn̄ das selgeræt ist geschehen, do von Christez geburt waren [...] ebd. 308,12    2.4 ‘Verkauf, Übergabe des verkauften Guts’ swer eigen oder varende habe verkouft, des sal her gewere sîn die wîle daz her lebt. [...] jener en mag dâr nicht an sprechen, deme ez gegebn ist, den eine gâbe [der, dem es übergeben wurde, kann über nichts anderes als über die Übergabe aussagen, d.h.: der Käufer kann sich gegen Ansprüche Dritter nur auf den Kaufvertrag berufen, nicht auf eine gerichtliche Auflassung] SSp(W) 3:83,3; verkoͮffung, oder gabe, oder besitzunge UrkBern 5,814 (a. 1331)    2.5 ‘Ergebung in die Unfreiheit’ swelch erbe zesinen tagen nit chomen was dem schadet och div gabe niht die der vater getan hat SchwSp 15b; beheldet in aber der herre wend an sînen tôd, her nimet sîn erbe nâh sîme tôde und sîne kindere, ab sie nâch ime gehôren, die her nâh der gâbe gewan SSp(W) 3:32,8

MWB 2 35,9; Bearbeiter: Plate

gæbe Adj. auch gêbe. 1 ‘angenehm, erfreulich, gut, akzeptiert’
2 besonders von Münzen und Münzmetall ‘gültig, echt, vollwertig, hochwertig’
2.1 allein
2.2 in Paarformeln, vor allem mit genge , gibe und guot (vgl. WMU 1,545 und DRW 3,1128 mit weiteren Belegen und Formeln)
3 gæbez phant ‘liebe Geisel’ (aus der Sicht der Geiselsteller) bzw. ‘wertvolle Geisel’ (aus der Sicht der Geiselnehmer), vgl. auch gâbephant Adj.; wohl Prägung Wolframs, denn Er 1052 in anderer Bedeutung ist unsichere Konjektur; im BMZ sind die Belege aus Kreuzf und ErnstD fälschlich als Kompositum gâbephant, gebephant ‘Lösegeld, das der Gefangene gibt’ gedeutet.
   1 ‘angenehm, erfreulich, gut, akzeptiert’ sîne knappen nâmn dô goume / daz ein linde und ölboume / unden bî der mûre stuont. / daz dûhte si ein gæber fuont [als Platz im Schatten] Parz 352,30; ähnl. PleierMel 386. genuoge guote [La. gæbe ] lêre gebent, / die selbe unnützelîche lebent Freid 71,9. ir [Hirten] azzyt dy milch und cleidit uch mit der wolle, unde das do gebe was [ quod crassum erat, die fetten Tiere] , daz tot ir Cranc Ez 34,3. guetlich ist ir guete, / si ist gestalt wipliche, / gæbe an ir persone, / durchlieht unde klar Rumelant 2,370b; (ironisch von Kundrîe:) gevar als eines affen hût / truoc hende diz gæbe trût Parz 314,6. rouben, brennen, übel râten, / daz ist nû ein gæber sitte SM:UvS 10: 2,6    2 besonders von Münzen und Münzmetall ‘gültig, echt, vollwertig, hochwertig’    2.1 allein: hundirth phunth geiber heller UrkCorp (WMU) 1373,46; siben vnd fvnfzich phunt phenning Wienner gæber munz ebd. 2418B,14; swer einen gæben phenninc versprichet [als falsch erklärt] , der sîn reht gar hât [obwohl er vollgültig ist] , der ist dem geriht schuldic vierzec schillinge der selben phenninge SchwSp(W) 343,18. so vil des Herodes io / wolde geben Cleopatre / alle iar, daz also vorste, / gebes silbers drihundert phunt HistAE 5751; waer aber daz daz silber so gaebe waere, daz der muͤnzmaister unde die husgenozze sin niht trueten geniezzen StRAugsb 16,14. – übertr. (und mit Bedeutung 1 ‘angenehm, erfreulich’ spielend): ich wil mich ouch des wol versehen, / daz ez ê selten sî geschehen, / daz ie sô schœne messinc [= Brangäne] / vür guldîniu teidinc [= Isolde] / ze bettegelte würde gegeben. / deiswâr ich saztes wol mîn leben, / daz sît Âdâmes tagen / als edel valsch nie wart geslagen / noch nie sô gæbiu trügeheit / an mannes sîten wart geleit Tr 12613    2.2 in Paarformeln, vor allem mit genge, gibe und guot (vgl. WMU 1,545 und DRW 3,1128 mit weiteren Belegen und Formeln): aht vnce Strazburgere geng vnd gebere pfenninge UrkCorp (WMU) 274,30; fúnve vnd zwainzig phunt phenninge der múnze, die ze S. genge vnd gebe ist WeistGr 4,503 (a. 1321); zwa marck gelts, ais ghenge ind geyfe is zu Kollen UrkGerKöln 392 (a. 1349). phenning, die danne gib vnd geb sint UrkCorp (WMU) 1584,20; UrkObAltaich 164 (a.1320); 10 schilling Münicher pfenning [...] oder der münss, dew dann in dem land gib vnd gaeb sind UrkIndersd 73 (a. 1340). vierzic marc silbers guͦtes vnd gebes UrkCorp (WMU) N784,2; do sprach sente Iohannes zvz in: nv get zvn goltsmidin vnd versuͦchit daz golt vnd daz goltgesteine ob iz guͦt vnd gebe si PrLpz(L) 78,29; [...] vmb fünfzehen schilling der langen guter vnd gaeber phenning [...] UrkIndersd 68 (a. 1334); [...] vmb aͤhtuͤ vnd drizig phund phenning guͦter vnd gaͤber haller [...] UrkHohenz 1,149 (a. 1337)    3 gæbez phant ‘liebe Geisel’ (aus der Sicht der Geiselsteller) bzw. ‘wertvolle Geisel’ (aus der Sicht der Geiselnehmer), vgl. auch gâbephant Adj.; wohl Prägung Wolframs, denn Er 1052 in anderer Bedeutung ist unsichere Konjektur; im BMZ sind die Belege aus Kreuzf und ErnstD fälschlich als Kompositum gâbephant, gebephant ‘Lösegeld, das der Gefangene gibt’ gedeutet. – da ist Môrholt von Yrlant: / der brichet ab uns gæbiu phant Parz 67,20; in [Halzebier] dûhte an ir gebæren, / daz si ze mâge wæren / von art dem marchgrâven benant, / und daz er hete gæbiu pfant / vür Arâbeln die künegîn Wh 47,12. 373,12. 458,25; noch gêbe phant / hêten die cristen, der lantgrâve / an manigem heidene rîch, / die selbe mohten lôsen sich Kreuzf 6329; selber quam er kûm von dan, / er het doch hinder im verlân / an gefangen gâbepfant [l. mit der Hs. gebe pfant ] , / dô er rûmte daz lant ErnstD 939. 879; in der Wendung gæbiu phant lâʒen übertr. für die auf der Flucht zurückgelassenen Gefallenen: swelhe quâmen heim, die liezen gaebiu pfant / den kristen hie Loheng 2759; nâch dem si kristen sint genant, / der muoz uns vürwâr hie lâzen gaebiu pfant [...] ebd. 5052

MWB 2 38,15; Bearbeiter: Plate

gabele F. ‘Gabel’, zwei- oder mehrzinkiges Gerät 1 in der Landwirtschaft zum Heben und Wenden, ‘Heu-, Mistgabel’
2 als Bauernwaffe
3 als Marterinstrument
4 sprichwörtl.
   1 in der Landwirtschaft zum Heben und Wenden, ‘Heu-, Mistgabel’ do er [...] die gabeln dar in [ins Heu] sluͦc Albert 1518; nu giengen si zestunde / mit gabelen und mit rechen / und begunden nâher brechen / daz unkrût und den mist Greg 3727; unz da er einen gebourn vant. / der het ein gabeln in der hant / und suberte sin heu da StrKD 50,4; ovch ist denne des kelneres reht, was dv gabele leibet [dem Wirtschaftsverwalter gehört dann all das, was nach der Einfuhr der Ernte auf den Feldern übrigbleibt] UrkCorp (WMU) N816,10. – als Maß: dar vmbe sol min vrowe ime gen zvei vierteil roken vnd einen hvͤffen howes [...] eder dv bodemlege [den Boden bedeckende Lage] einre gabelen dief iegeliches hvͤffen UrkCorp (WMU) N818,36    2 als Bauernwaffe: ob er [der bûman ] [...] vîentscaft trage, / sô wer sich mit der gabelen Kchr 14813; dô kom des dorfes schar / mit vil manger fremden wer, / mit zuberstangen, spiez und gabel Neidh WL 32:7e,3    3 als Marterinstrument: so zugen si inen bitterliche die hut abe und wurfent si in einen siedenden kessel alzehant; darin stiessen si si mit fúrigen gablen Mechth 5: 14,11; HlReg 38,24; PassIII 123,49. 233,35    4 sprichwörtl.: trîp die natûr mit einer gabeln / von dir daz si beginne zabeln, / si loufet doch sân zuo dir hin wider, / swenne du die gabeln legest nider [Hor.ep. 1,10,24] Renner 4561 (vgl. TPMA 8,429)

MWB 2 39,33; Bearbeiter: Plate

gabeleht Adj. ‘gabelförmig, gegabelt’ dâ sol man im ein seil an den fuoz legen, einen rinc soltû machen an dem seile unde solt im den rinc an den fuoz legen mit einem gäbelehtem holze PrBerth 1:119,21; die zwislegen [La. gabelechten ] este auf den paumen BdN 199,21

MWB 2 39,62; Bearbeiter: Plate

gâbelî stN. Dimin. zu gâbe stF. ‘kleines Geschenk’ weder von uriunden [...] noh von iemen [...] brieue [...] oder kainiv gabiliv [ munuscula ] nemen oder gen ane [ âne ] gibot des vaters BrZw 54

MWB 2 40,4; Bearbeiter: Plate

gæbelich Adj. ‘gültig, vollwertig’ vmbe sibenzehen marg vn̄ ein halbe loͤtiges [das volle vorgeschriebene Gewicht habend] vn̄ gebeliches silbers UrkCorp (WMU) N559,13

MWB 2 40,9; Bearbeiter: Plate

gâben swV. 1 ‘jmdm. eine Gabe überreichen, ein Geschenk machen’
2 ‘jmdn. (einen Geistlichen) dotieren’
   1 ‘jmdm. eine Gabe überreichen, ein Geschenk machen’ ainer gab ain bettbrett, / der ander hiesz ain swingen / im von haimen bringen / und gobet och der brüt Bauernh 383; Bussard 1014; do nuͦ Julianus kam [...] zuͦ der stat Cesarea, do kam ime engegen sant Basilie, vnd brohte ime drú girstine brot vnd gobet ime die ElsLA 169,11; du hast alhie verschuldet wol / daz ich [Herodes] dir [der Tochter der Herodias] fúrbas gaben sol / den [Johannes den Täufer] du hast begert an mich SHort 2994. – ‘als Schenkung übereignen’ ware och das, das si das gvͦt dicheim gottishvse wolte gebin, dem gabe sis in dem selben rethe, alse si ims verlvwen het UrkCorp (WMU) 752,37. – von Gott: [ ut, quique [...] psallimus, ] donis beatis muneret: mit gaben sæligen er vns gabe PsM H 1,4; got wil nach den werchen gaben Teichn 421,146; und wie in got [...] gabet hat Tauler 160,13    2 ‘jmdn. (einen Geistlichen) dotieren’ maniger gicht, der phaffen ler / sey nicht anders denn nach gab. / der ist nicht ein weiser chnab. / geit man in des leibez genist, / so geben seu daz ewig ist. / [...] war umb solt er singen und lesen, / predigen, peichten, arbait haben, / wolt man sew dar umb nicht gaben? Teichn 168,62

MWB 2 40,13; Bearbeiter: Plate

gâbephant Adj. ‘verpflichtet, mit seiner Person (als Geisel) zu haften’ (zu gæbez phant mit Umdeutung von gæbe?; vgl. gæbe unter 3.): wir haben auch in nach altem vnd gemeinem reht div genad getan, daz wir nieman deheinen gewalt geben svln weder vber ir leib noch vber guͦt, noch daz si gabpfant noch pfantmezzig [zur Stellung eines Pfandes verpflichtet] sein svͤllen fvͤr dehein unser gelt, daz wir gelten sulen, ez sei in dem lande oder auz dem lande UrkWittelsb 2,205 (a. 1312)

MWB 2 40,38; Bearbeiter: Plate

gâbephant stN. (BMZ) → gæbe Adj. unter 3.

MWB 2 40,49;

gâber stM. ‘Stifter’ [...] so mogent die forgenanten gabere iederman fur sich ordenliche personen [...] an die furgenante vicarien setzen unde antwurten [...] UrkFrankf(B) 515 (a. 1332)

MWB 2 40,50; Bearbeiter: Plate

gâberîche Adj. ‘gabenreich, freigebig’ der reiche kunig von Spangen lant / hett ein gabreiche hant HvNstAp 6024

MWB 2 40,54; Bearbeiter: Plate

gæbic Adj. auch gêbic. von Münzen: ‘gültig’, wie gæbe meist in Paarformeln: zwelf pfennig der gewonlichen Wienner mvntz, dev dann gebich ist UrkCorp (WMU) 2544,35; einen shillinch phennige, di daz Nvͦrnberch gengich vnd gebich sint ebd. 2887,20; vmb fvͤnfzehen pfvnt Regenspurger pfennig, die danne gib vnd gæbich sin ebd. 3197,35; drey schilling Wienner mvnz, di zo den selben taegen gibich vnd gaebich sind UrkHohenf 393 (a. 1338)

MWB 2 40,57; Bearbeiter: Plate

gæbiclîche Adv. ‘unanstößig, gut’ swer iu guote lêre gebe / und selbe iht gæbeclîche lebe, / dâ [an der Lehre] nemet ir guot bilde bî / und enruochet, wie dem andern sî Freid 71,4

MWB 2 41,3; Bearbeiter: Plate

gabilôt stN. gobelot HvNstAp 3014. – aus afrz. javelot, gavelot (Suolahti 1,88). – ‘Wurfspeer’, bei der Jagd und im Kampf, gewöhnlich von nichtritterlichen Personen verwendet (s. Dalby, Mediaeval Hunt 54a; Yeandle, Comm. zu Parz 120,2): er lernte den gabilôtes swanc, / dâ mit er mangen hirz erschôz Parz 120,2; dô greif der knappe mære / zuo sîme kochære: / vil scharphiu gabylôt er vant ebd. 139,11; durchz ouge in [Ither] sneit dez gabylôt ebd. 155,9. 120,16 u.ö.; UvEtzAlex 13513. 9697 u.ö. ich enreiche dir kein gabylôt: / diu ritterschaft dir daz verbôt Parz 157,19; dâ stuont ouch manec koufman / mit hâschen und mit gabilôt ebd. 183,17; gabilôt und atigêr / truogen die sarjande Wig 10674; sie [ der vuozgenger schar ] heten [...] / hacken unde kiulen, / dâ mit sie vromten biulen; / sie heten ouch scharphe gabilôt UvEtzAlex 2463; Kudr 356,3; JTit 4578,2. 6192,4

MWB 2 41,7; Bearbeiter: Bohnert

gabilûn stSubst. aus afrz. cameleon (Suolahti 1,89). ein wunderbares, drachenartiges Tier (s.a. → gampilûn ): daz [wilde Tier] wolde in verslinden. / daz sluog er mit dem swerte [...]. / einem gabilûne was ez anelîch. / er begunde ez schinden; dô wart er krefte rîch Kudr 101,1; er worte [= vuorte ] an sime schilde / ein tier, samt [l. sam ] iz spilde, / vz deme golde erlich, / eime capelune gelich Roth 4943

MWB 2 41,25; Bearbeiter: Bohnert

gabiʒ? Subst. Neidh(S) 2,112 c43:3,8 (Stelle unverständlich, vgl. Anm. z.St.)

MWB 2 41,34; Bearbeiter: Bohnert

gâch Adj. auch (z.B. Herb 2401 u.ö.; Roth 4106; Eracl 3464 ). – Adv. gâche (nur WernhMl 7760 ), gâch (adv. Akk., nur Iw 4873; Frl 7:19,13. 8:3,11; Ottok 5883; WernhMl 4676. 9896 ). – Rückbildung vom Adv. gâhe (vgl. auch die Kompos. mit gâch-) zum Adj. → gæhe, mit dem es in der Überl. wechselt, wobei aber gæhe meist attr., gâch meist präd. gebraucht ist (vgl. 2 5Mhd. Gr. § M 26 Anm. 1). 1 ‘schnell, rasch’
1.1 unpers. mit sîn/werden und Dat. d. P. ‘es eilig haben’
1.1.1 ohne weitere Bestimmung
1.1.2 mit näherer Bestimmung; die Bed. geht häufig in ‘begierig sein, verlangen’ über, vgl. bes. die Beispiele für gâch nâch/ze etw.
1.2 andere unpers. Konstr.
1.3 pers., attr. (sonst gæhe )
2 ‘heftig, ungestüm’
   1 ‘schnell, rasch’    1.1 unpers. mit sîn/werden und Dat. d. P. ‘es eilig haben’ (ohne Dat. nur sprichwörtlich [TPMA 2,410 ] so ie gaher, / so ie gar unnaͤher! RvEWh 9131 )    1.1.1 ohne weitere Bestimmung: der brvder was niht laz, / in die tzelle lief er geringe, / gach wart dem bertinge ReinFu K,970; den sînen wart vil gâch / unde ranten ime alliz nâh SAlex 2640; er ilte, im was gach Herb 2050; er gêt vil sanfte, im ist niht gâch Wig 4986; dô was in ernst und gâch UvZLanz(K) 6699. 2991    1.1.2 mit näherer Bestimmung; die Bed. geht häufig in ‘begierig sein, verlangen’ über, vgl. bes. die Beispiele für gâch nâch/ze etw. – mit Gen. d. S.: ist iu nu zornes gâch Parz 515,17; wie ist iuch tretens mich sô gâch? ebd. 522,21; im was niht wan gebetes gâch RvEBarl 14441. – mit Präp.-Gruppe: sus was im an den risen gâch Iw 4989; dô was im gâch an die vart. / mit urloub er enwec reit UvZLanz 668. im was gein Artûse gâch Parz 128,15; der sunnen was gein hœhe gâch ebd. 196,10; dem muoz gein sorgen wesen gâch ebd. 731,29; im was mit zorne gein in gâch Wh 324,9. nach Reinhartes kel im [Bauer] gach was ReinFu K,466; lâ dir nâch mir wesen gâch, / heb ûf dîn kriuze, gâ mir nâch! RvEBarl 5345. 6543; swenne got sihet, daz wir sîn der eingeborne sun, sô ist gote sô gâch nâch uns und îlet sô sêre Eckh 1:194,3. iu ist mit der rede ze gâch: / slâfet ein lützel darnâch Iw 827. 996. 3163. im [Hochmeister] was uf dy Littown gach Hiob 15545. dô was im von dem künege gâch Parz 150,29; dâ [Gesang der Nachtigall] warne ich [Wächter] friunde bî, / dur daz in gâch von minnen sî KvWLd 15,12. die da fluhen, den was gach / vber daz geuelde / hin zv dem gezelde Herb 11784; ienen was zv der flucht gach ebd. 14004; zv Reinhartes schaden wart in gach ReinFu K,1436; dô fuor in balde ein knappe nâch: / dem was zer botschefte gâch, / die er werben solte Parz 517,12; Rennewarte was zer spîse gâch Wh 276,3; im wart zer âventiure gâch UvZLanz(K) 7874; mir was ze sînen hulden / alze liep und alze gâch Iw 4187; dem rîter was zer vreise gâch Wig 1845; zer toufe wart dem grâven gâch ebd. 8207; zu suͤnden ist dir gewesen gach HvNstVis 241. – mit ze und Inf.: dem was ze knien für si gâch Parz 237,12 u.ö.; des wart im zervarne gâch RvEBarl 553. – mit Inf. (vgl. → gâhen 3.3): sô sol uns wesen gâch / verloufen in [in kleinen Weihern gefangenen Fischen] die rinnen, / sô mugen si uns niht entrinnen KvFuss 2711(La. A). – mit Adv.: Reinharten wart dannen gach ReinFu K,172; war ist dir nu so gach, / du ubermuͦter kaiser? Rol 7626; sô gâch was im wider dan Wh 317,16; swâ sô si [Liebe] den zwîvel siht, / dâ von enscheidet si sich niht, / dar ist ir nôt unde gâch Tr 13837    1.2 andere unpers. Konstr.: jmdm. gâch tuon ‘machen, dass ihm gâch ist’ gant diube dar und stelent eim biderben man sin guͦt, tuͦt er den [...] gach [scheucht sie auf] mit iagenne oder mit ruͤfenne StRAugsb 100,27. – jmdn. hât gâch ‘ihm ist gâch (Grimm, Dt. Gr. 4, 287): iedoch hêt in ein teil zuͦ gâch / uffe den helit reinin Athis E 126    1.3 pers., attr. (sonst gæhe): ern kêrt sich niht an gâhez schehen: / müezeclîche er wolde ersehen / wiez ze bêder sît dâ wær getân Parz 69,7. 121,6; dem gâhiu hêrschaft wirt erkorn [dem rasch eine Machtstellung zufällt] RvEAlex 1487    2 ‘heftig, ungestüm’ (fast nur attr., dafür sonst meist → gæhe ; präd. nur lât iuwern zorn niht wesen gâch Wig 11551 ): etwenne wirt des hercen vmmacht [Herzversagen] von gaher vorchte oder von gaher vroude SalArz 46,40; der tot mit snellem vlucke ein werk het do bestanden / mit lebens gahem zucke JTit 2638,2; si lâgen gâhes endes tôt KvHeimHinv 823; Serv 3404. gâher tôt ‘plötzlicher Tod’ si wânden alle ze Rôme, / ez [das Sterben] chôme von dem gâhen tôde Kchr 7559; da wirt er [der Antichrist] oͮch mit dem gahen tode erslagin mit dem gotis worte Lucid 135,9; nieman mohte danne / dem gâhen tôde enbresten Wig 3724; Frl 5:20,6. – ‘gewaltig’ in gahes wunder er des quam [ ut miraretur praeses vehementer Mt 27,14 ] EvStPaul 1972

MWB 2 41,36; Bearbeiter: Bohnert

gâcheit stF. ‘Hast, Übereilung’ das man es [Gebet] dvrnehtecliche spreche, niht mit bestumpfeten worten von gacheit, niht slaflichen von tracheit, niht verlazenlichen von italkeit DvAStaff 95; da von [Unkeuschheit] kumet och gacheit unt ungestuͦmikeit an allen dingen SiebenTodsündenIII 333

MWB 2 42,62; Bearbeiter: Bohnert

gâchen swV. gâhen swV.

MWB 2 43,5;

gâchheil stN. auch gocheyl ( Albrant 3,41. 3,50 ). ‘schnell wirkendes Heilkraut; Schafgarbe’ (vgl. Marzell 1,87f. 253; Etymol.Wb.d.Ahd. 4,13f.): du salt snydin gachheyl cleyne und suyt das mit wine unde floze daz dem rosse in den hals: zo sterbyn dy worme Albrant 3,5. 1,3; Glossenbelege des 11.-14. Jh.s s. AWB 4,21

MWB 2 43,6; Bearbeiter: Bohnert

gâchlîchen Adv. vgl. auch gæhelich, gâhenlîche. ‘eilig, rasch’ der bote gâhen began / und sagte ez gâhlîchen / dem fürsten Dietrîchen Bit 9091; Dietr 6820 (s. gæhelich )

MWB 2 43,13; Bearbeiter: Bohnert