güfticlich
Adj. , güfticlîchen
Adv.
1 Adj. ‘herrlich’
2 Adv. ‘prahlerisch’
1
Adj. ‘herrlich’
[der Sirenen] minnenclîch gedœne / hôrt er sô
süeze ûf güften. / die vogel in den lüften, / die vische in meres wâge / loseten
untrâge / dem güfteclîchen dône Reinfr
22403
2
Adv. ‘prahlerisch’
als in diu massenîe ersach, / Keiîn güfteclîchen sprach
UvZLanz
2890
MWB 2 1006,56; Bearbeiterin: Herbers
guftlich
Adj.
‘herrlich, übermütig’
do traten hin mit kundekeit / der vrowen meistere genuc. / ir herze sich vil hohe
truc / nach guftlichem prise Pass III
72,69;
ez mocht in halt wol fuͤgen sunder guftlich prisen, / dazs ros und wegen
besluͤgen mit golde. daz was in veiler danne isen JTit
3397,1
MWB 2 1006,63; Bearbeiterin: Herbers
guge
swM.
‘Urgroßvater’ (DWB 4,1,6,1029 s.v. Guckahne):
mîns vater guge riet den list Ottok
91602
MWB 2 1007,5; Bearbeiterin: Herbers
gugele, kugel,
kogel
stswF.
aus mlat. cuculla.
‘Kapuze’ (isoliert oder am Mantel oder Umhang
befestigt)
– als Teil der Mönchskutte:
ieglich münich genüg hab an einer gügeln vnd an einem rokke
[...] ein rauch gugel in dem winter BrAlt
55
u.ö.;
BrHoh
55
u.ö.;
der muͤnich stricht die kotten nider, / er sieht dar
und wider / ob im die kogel wol ste HvNstGZ
439;
HlReg
78,30.
– als Teil der Narrenkleidung:
er hiez im ein tôrencleit / [...]
machen: / von wunderlîchen sachen / einen roc seltsên getân / und eine gugelen dar
an HvFreibTr
5134.
5190;
Parz
127,6;
heiz in [Tristan] komen in tôren wîs: /
[...] er sol haben tôren wât, / einen rok, der eine
kugelen hât UvTürhTr
2482.
– als Teil der Ritterkleidung:
ein rittir uf dem pherde reit, / [...] ein kogil he
uf dem houbte trug, / di was gezciret genug PfzdHech
241,3;
er müez an dem kragen / stæt ein gugel tragen
Ottok
77589
u.ö.;
ich vichte, daz mir min gugel waget Frl
5:110G,18;
Schlegel
865.
– als Minnezeichen:
sie sprach zu dem jungen herren, / das er jr solte sweren
[...], / das er die kogel fyn / durch jr hulde nieman,
/ [...] mit nichte solte geben JunghHeinr
1590;
eine gestickte kogel [...], / die kostlich was vnd
reine / von perlin vnd von edelm gesteine ebd.
1584
u.ö.;
– als Teil der Botenkleidung:
auz seinr gvgel zoh er, / ein chopf vnd ein lit
[Obstwein]
Krone
1072.
– als Teil der Frauenkleidung:
sie hete ir kugel gezucket / vur die ougen vaste / vor dem
vremden gaste Vät
28890
MWB 2 1007,7; Bearbeiterin: Herbers
gugeler, kugeler
stM.
1
‘Stoff für gugelen
’
2 als Teil von Personennamen ‘Kapuzenhersteller’ oder
‘Kapuzenträger’ (Nölle-Hornkamp, Handwerkerbez., S. 383)
1
‘Stoff für gugelen
’
was man zendel [Seidenstoff] versniden macht, / von
engel sait [englischer Seide] ,
schetter [Leinen] , gügler, / daz den knechten was
gemär, / ze schnidern, ze negent dü wappen clait MinneR 476
221;
[Ausgaben] pro kogelere, cirotecis
[Handschuhe] & pilleis
[Filzkappen]
StRechAachen
104,14;
item 3 quartalia viridi gugeler ad helmencron [Überzug über den
Helm]
Holzschuher
2107
u.ö.
2
als Teil von Personennamen ‘Kapuzenhersteller’ oder
‘Kapuzenträger’ (Nölle-Hornkamp, Handwerkerbez., S. 383):
Johans Kvͥgellere UrkCorp
3474,20
MWB 2 1007,37; Bearbeiterin: Herbers
gugelgiege
swM.
‘Narr’
lat iuwer singen varn, / ir gugelgiegen, sinnes arn [
=
arm
]
Frl
5:118G,14
MWB 2 1007,49; Bearbeiterin: Herbers
gugelgopf
stM.
Schimpfwort:
er ist ein rehter gugelgopf, / giuz im bier in den kopf! Helbl
1,544
MWB 2 1007,51; Bearbeiterin: Herbers
gugelhuot, kugelhuot
stM.
‘Kapuze’
sente Brandan dem entviel / von sinem houbte ein zepelere
[Schulterkleid der Ordensgeistlichen] , /
[...] den sturman hiez er wider keren / suchen sin kugelhut
Brandan
743;
ain alt, krank frow guͦt / truͦg hie vor ainen
kuͦgelhuͦt / fúr den vrost ze winter zit SHort
5274.
5280.
5295;
Virg
585,13
MWB 2 1007,53; Bearbeiterin: Herbers
gugelîn
stN.
‘kleine Kapuze’
einen kêse hiez Tristant / legen in sîn gugelîn
HvFreibTr
5145;
ê wurden den franzoisen / verrucket lîht diu gugelîn
Ottok
5145
MWB 2 1007,60; Bearbeiterin: Herbers
gugelkotze
swM.
‘Wollmantel mit Kapuze’
penula lacerna in modum cuculle id est: cugilcozza, cugilchozzo SummHeinr
2:411,277.1;
penula: kugilkozzo ebd.
2:33,68
MWB 2 1008,1; Bearbeiterin: Herbers
gugelroc
stM.
‘Rock mit einer Kapuze’
nû soldest dû [...] einen kogilroc nemen an, / tôrlîche
dû gebâre Eilh (L)
8706
oder l. gogelroc?
MWB 2 1008,5; Bearbeiterin: Herbers
gugelvuoter
stN.
‘Kapuzenfutter’
item lib. 3 pro 2 pellicia [Pelz] et pro gugelfuter
Holzschuher
2181
MWB 2 1008,8; Bearbeiterin: Herbers
gugelzipf
stM.
‘Kapuzenzipfel’
sô sint im die elenbogen / in zwên gugelzipf gesmogen, / die hangent verre hin
zetal Helbl
1,230
MWB 2 1008,11; Bearbeiterin: Herbers
gugen
swV.
‘wiegen, schaukeln’
wigen wagen, gigen [Hs.
gugen
] gagen, / wenne wil ez tagen? KLD:
GvN
50: 1,7
(Refrain eines Wiegenliedes)
MWB 2 1008,14; Bearbeiterin: Herbers
gugen, guggen
swV.
→
2gücken
MWB 2 1008,17;
gügerël
stMN.
zu
gugele
F.? (Suolahti, 1, 102).
‘Kopfschmuck (von Pferden)’
sîn ors was rôt unde snel, / al rôt was sîn gügerel
Parz
145,20;
geflôrtiu sper und gügerel / [...] die
fuorten si [
ros
] durch hôhen muot
UvZLanz
646.
4438;
Wigam (B)
3736.
–
der lewart snel, / der trvg vf ein gvgerel
ReinFu
K,1338
MWB 2 1008,18; Bearbeiterin: Herbers
gugg|aldei
stM.
‘Kuckuck’?:
im gênt diu ougen umbe als einem affen, / er ist als ein guggaldei geschaffen
Walth
82,21
MWB 2 1008,25; Bearbeiterin: Herbers
gugugen
swV.
‘rufen wie ein Kuckuck’
wenne swie vil man den gouch lêrt, / sîn guckucken er doch niht verkêrt
Renner
5808
MWB 2 1008,28; Bearbeiterin: Herbers
gugugengouch
stM.
‘Kuckuck’, als Spottname:
lieber her Gü gugen goch Sibote l
765
MWB 2 1008,31; Bearbeiterin: Herbers
gûl
stM.
‘männliches Tier’, meist ‘Pferd’, als Schimpfwort:
den tiefel er gibant, warf im einen bouch in den munt, / daz deme
selben gûle alzane stê offen daz mûle Gen
2804;
AvaLJ
161,5;
verfluchter lip, vil fuler goul, / du stinkest, sam du seist voul Erz III
6,131;
du verschamter gûl, / êrlôsez trügevaz! Georg
3530
MWB 2 1008,33; Bearbeiterin: Herbers
gulden
swV.
Part.-Adj. ‘vergoldet’
der swerte knopf von silber groz, / helze vnd valz rich
gegvldet TürlArabel
F 44;
in waete der geguldeten [
deaurato
]
PsWindb
44,10
MWB 2 1008,40; Bearbeiterin: Herbers
guldîn
Adj.
auch goldîn
En
5740;
Brun
202.
907
u.ö.;
Roth
4584.
1
‘aus Gold, vergoldet, goldverziert’
1.1 allg. 1.2 von Siegeln 1.3 von Münzen (s.a.
guldîn
stM.), noch keine Belege im
UrkCorp , s.a. Schrötter, Münzk., S. 228-230 1.4 von Götzen(bildern) 1.5 von golddurchwirkten Tüchern, Kleidungsstücken, Seilen, Schnüren u.ä. 1.6
guldîne berge ,
gebirge 1.7
grieʒ
‘Goldsand’
1.8
guldîne buochstaben (vgl.
goltbuochstap
stM.) 1.9 auf Tiere oder Fabelwesen bezogen 2
‘wie Gold, golden aussehend, goldfarben’
2.1 allg. 2.2
‘scheinend, leuchtend, glänzend wie Gold’
3 auf verschiedene Weisen übertr., indem typische Eigenschaften des Goldes (hoher
Wert, Schönheit) von nicht-goldenen Gegenständen, von Personen oder Eigenschaften
ausgesagt werden 3.1
‘wertvoll wie Gold’ , im Vergleich zu weniger wertvollen Metallen 3.2
‘reich an Besitz’
3.3
‘schön, vollkommen’ ; 4 als Bestandteil von Namen
1
‘aus Gold, vergoldet, goldverziert’
1.1
allg.:
di ture unde glockelîn / di wâren alliz guldîn
SAlex
5442;
silberîne napphe, guldîne
chopphe [Becher]
Gen
1004;
diu lineberge bî deme tiske diu was guldîn
TrudHL
42,21.
42,29;
guldin geveze HeslApk
9688;
und schancte in ûz erwelten wîn / in trincvazzen guldîn
HvFreibTr
616;
zwei guldîniu kerzstal UvZLanz
888;
guldîn dræt, / etlîch frou dâ mit næt
EnikWchr
11419.
17300;
ein guldîn crûce PrMd (J)
346,22;
Herb
3741;
KvWTroj
23662.
– auf Rüstungsteile, Waffen bezogen:
her troch eine brunien guldin Roth
1108.
2704;
an iren wizzen schilden / was ein guldin rant
Herb
14427;
sîn gehilze daz was guldîn NibB
1784,2;
zwene guldine sporen Rol
1623;
goldîn wâren die ringe [von Ênêas
Helm]
En
5720.
– von Schmuckstücken:
zwên guldîn bouge EnikWchr
10947;
ein guldîn vingerlîn NibB
679,3;
gewæte [...] mit guldinen
spangen Hochz
282.
283.
– von Herrschaftsinsignien:
die frauwe vf dem haubt het / ein gúldin krone Krone
29388;
Wig
7458;
do bot er ir zehant das gúldin zepter
Tauler
153,8.
153,13;
MarlbRh
119,9.
125,38.
– Pfandgegenstände aus Gold:
wir suln vnseme vater geben achte marc vnde tusint marc Vriberges
silbers vor sine guldin vnde silberen phant UrkCorp (WMU)
1816,13;
eyn guldin phant daz ein ghesatz ist vor wincich
[fünfzig] mark UrkPaulinz
179
(a. 1320).
– bildl.:
din suͤze herz, dat gülden vaz!
MarlbRh
20,20.
44,11;
wip, schöne ein guldin leitestab Frl
8:19,8.
– sprichw.:
ist daz wâr, / sô sint guldîn mîniu hâr [dann wären meine
Haare aus Gold]
Rädlein
228;
sprêche einer, wir hêten güldîn hâr Renner
1132;
Ottok
42048
1.2
von Siegeln:
daruß nam sie einen brieff mit eim ingesiegel das guldin
was Lanc
491,29;
das habent sie guͦt briefe unde hantvesten
[...] mit guldin bullen versigelt UrkSpeyer
363,26
(a. 1333);
daz wir in [...] alle ir gnade
[...] mit der guldinen bullen vesticliche wollen
und sullen bestetigen UrkFriedb
176
(a. 1349).
168
(a. 1349).
– übertr. auf die Urk. selbst:
mit hantvesten guldîn Ottok
2477.
2186
1.3
von Münzen (s.a. →
guldîn
stM.), noch keine Belege im
UrkCorp , s.a. Schrötter, Münzk., S. 228-230:
zwelf pfunt guldîner pfenning EnikWchr
12154;
doch warend [...] ir pfennig
guldin unde braitt GTroj
16368;
segsthalb hundert guldein phenning floryn UrkEnns
7,52
(a. 1348);
Parad
116,14;
Loheng
6511;
der grâve Albreht nam / [...]
zweinzic tûsent phenninge / guldîner florîn Ottok
34470;
UrkWittelsb
2,404
(a. 1348);
die von Môrenlande / umb guldîn
Bisande [Byzantiner] / ir guot heten verkouft
Ottok
45044;
WhvÖst
6193
1.4
von Götzen(bildern):
hundrit guldîne gote SAlex
5543;
silberine gote vnde guldin TrSilv
754;
der kæiser [...] fuͦrt in
in sin apgot huͦs vnd czeigot im ein gulden pilde Konr
13,75;
Rol
956;
ÄJud
17.
–
~
kalp (Ex 32):
dw juden [...] machten
[...] ein guldein chalp und patens an
Teichn
347,63.
336,80;
Reinfr
26978;
BdT
320,25
1.5
von golddurchwirkten Tüchern, Kleidungsstücken, Seilen, Schnüren u.ä.:
mit eime guldînen
bridele [Zügel]
VAlex
335;
ein guldin harbant Herb
8200;
daz wâren borten guldîn Wig
2539;
KvWAlex
77;
dar ûz hiez er im machen / wâpenroc und kursît: /
[...] hermîn anker drûf genæt, / guldîniu seil dran
gedræt Parz
14,28;
guldein schuech Teichn
338,66;
guldein chlaider ebd.
564,817
u.ö.;
WhvÖst
10138;
Roth
1851
1.6
guldîne berge, ~
gebirge:
bi den selben yselen [Inseln]
sint guldine berge. dez goldes mac nieman gewinnen uor den drachen vnde uor den
grifen, die dez goldis huͦtent Lucid
21,3;
grôz, niht ze kleine, / het si [Königin
Secundille] gebirge guldîn Parz
519,17;
[
die lêre
] ist im nützer danne alle
guldîne berge PrBerth
1:425,24.
1:272,33;
Winsbeckin
10,3;
Tannh
5,2.
–
guldîne berge
‘großen Reichtum’
geheizen/ nemen (vgl.
1bërc
und TPMA 1,431):
er gehaist iͤr guldein perg grozze
Teichn
161,29;
ir soltet guldîne berge drumbe niht nemen PrBerth
1:449,24
1.7
~
grieʒ
‘Goldsand’
da bi vindet man guldine griese Lucid
32,2;
fliezendeu wazzer [...], diu
ziehent guldeinen griez und etleiche edel gestain BdN
485,11
1.8
guldîne buochstaben (vgl.
goltbuochstap
stM.):
mit goldînen bûchstaben / was ir name dâ [auf ihrem
Sarg] gescriben En
2512;
den namen sah er dar obe sten / der himeliscen Jerusalem, /
mit guldin buchstaben / an der porte wol ergraben HimmlJer
47;
nim dizze insigel [...] / mit
guldinin buchstaben Rol
1504;
EnikWchr
16032;
Wig
8254
1.9
auf Tiere oder Fabelwesen bezogen:
manig guldin veder clank / an sinem [eines
Vogels] libe Minneb
5182;
daz ist ein wunderlicher
stere [Widder] . / sin
schepper [Vlies] guldin ist Herb
253
u.ö.;
RvEWchr
20272;
gehürn guldin GTroj
1750;
der serpant [...] mit dem
guldenin heubt Lanc
505,27
2
‘wie Gold, golden aussehend, goldfarben’
2.1
allg.:
sehs ûzerwelte striche / den schilt sîn überviengen /
[...]. / drî wâren guldîn und drî blâ
KvWTurn
664;
KvWTroj
36122;
nim cornel uon iera pigra oder di heizen cochie oder di
gulden cornel SalArz
38,56
u.ö.;
diͤ gülden varf [des
Topas] bezeichent diͤ gotheit MarlbRh
114,29;
ein stein heizet crisopras, / der ist grüene als ein gras
/ und blâ dar zuo, gemenget, / als er sî besprenget, / mit guldîn trophen kleine
Volmar
659;
guldîniu wolle, ein Meerestier (= →
goltwolle
stF.):
BdN
245,31.
– übertr.:
Minne diu süenærinne / diu kam dâ zuo
geslichen [zu Marke, der darüber nachdenkt, ob Isolde des
Ehebruchs schuldig ist]
[...] : /
si truoc ûf daz wîze / geverwet under ougen / daz guldîne lougen, / ir
allerbeste varwe Tr
17542.
17552
2.2
‘scheinend, leuchtend, glänzend wie Gold’
guldinem liehte [interl. zu AUREA
Luce
]
PsM
H 76,1.
H 22,1;
ain vackell guldin GTroj
348;
der leuhtend ohs [Sternzeichen]
entsleuzzet uns daz jar mit seinen guͤldeinen hoͤrnern
KvMSph
34,8;
daz man [...] ir guldîn hâr /
[...] sach liuhten schône als einen tac
KvWTroj
20278;
WhvÖst
7747;
HeslApk
1644.
21084
3
auf verschiedene Weisen übertr., indem typische Eigenschaften des Goldes (hoher
Wert, Schönheit) von nicht-goldenen Gegenständen, von Personen oder Eigenschaften
ausgesagt werden
3.1
‘wertvoll wie Gold’, im Vergleich zu weniger wertvollen Metallen:
der bihte der sint drie: / einiu ist gezalt zuo dem
chuphir unde zuo dem blie; / einiu heizzet silberin, /
[...] diu dritte ist guldin, / daz lat die heristen
sin Hochz
622.
681.
692;
daz mîner taschen / vil nâhe ein pulver nie gelac, /
dâmite ich guldîn adel schiede ûz kupferînem willen! KvWLd
32,230;
daz ie sô schœne messinc / vür guldîniu
teidinc [Zahlung in Gold(währung)] / ze bettegelte
würde gegeben Tr
12608;
untriuwe izzet maniges mannes brôt, / der güldîniu wort hât in dem munde /
und valschen hort in herzen grunde Renner
4431
3.2
‘reich an Besitz’
der von Bêheim wart gekrônt /
[...] in sînem rîche guldîn Ottok
73563.
–
guldein armut, daz sint [bezieht sich
auf] alle di, di da siczen in irm gut und in ir eigenschaft und
gen doch ledich auz und in [weil der Verlust des Goldes sie
nicht schrecken würde]
Eckh (J)
29,18.
29,14
3.3
‘schön, vollkommen’;
bezogen auf sprachliche Äußerungen:
do sprach der iunger: dine guldine
zunge [Rede] hat mich erhabin hóher
denne dehein berc si Lucid
145,13;
von Strazburc meister Gotfrit [...] als ein
wæher houbetsmit / guldin getihte worhte KvWGS
99;
ich zwîvele dar an, / ob ich indert vinden kan / in
mînes sinnes gehüge / rede, die wol stênde tüge / bî disen sprüchen guldîn
HvFreibTr
29.
– bezogen auf die himmlische Sphäre:
in himelrîch ein hûs stât, / ein guldîn wec dar in gât MF:Her
4:3,2;
die reinen guldinen strazen HeslApk
22220;
daz waissin korn [d.h. Christus] dar us daz
[eucharistische] brot gemachet wart, daz kam
von hymelriche, von der guldinen schúre
[Scheune]
PrGeorg
28,19.
–
guldîne ketene (catena aurea):
ein guldine ketine ginc fon der gotheit in di crefte der sele und
durchginc di nidirstin crefte Parad
118,14;
diu guldîn ketene [Hierarchie der
Geschöpfe] ist diu lûter blôze natûre, diu gehœhet
ist in got Eckh
1:211,10
(s. Anm.z.St.)
4
als Bestandteil von Namen:
Vlrich der Gvldin UrkCorp (WMU)
2836,43;
Reynolt zvm gulden widere ebd.
1729,40;
domus dicta zur guldenin wagen UrkHess (B)
2,882
(a. 1323)
MWB 2 1008,44; Bearbeiterin: Herbers
guldîn
stM.
goldine
PfzdHech .
Substantivierung des Adj. →
guldîn
;
Gulden kommen erst im 13. Jh. auf, daher noch keine Belege in UrkCorp; zum
Goldgulden s.a. Schrötter, Münzk., S. 228-230.
‘Goldmünze, Gulden’
sie hetten verkaufft alle ire recht [...], alle
besitzunge und alle vorderunge [...] vmb xx. gulden
UrkHess (B)
1,299
(a. 1300);
sehzic tûsent guldîn sie versliezen hiez Loheng
3852;
die zal der guͤlt sag ich auch: / der ist drizzec
tusent guldin WhvÖst
6213;
herr Rudolph Schiffer uns [...] hat geben 5. gulden
gelds UrkEnns
5,425
(a. 1325);
den sant der fuͤrst [...] guldein
choͤph und silbrein schal, / dar in vil guldein Suchenw
4,500;
StBZürich
99
(a. 1335);
HvNstAp
16253.
– spezifiziert durch ein attr. Adj. zur Bezeichnung des Münztyps:
ain deck diu was wol wert / fuͤmf tusent grozzer
guldin WhvÖst
6447;
viherhundert gute rynsche gulden UrkBürgel
187
(a. 1333).
161
(a. 1318);
dri vnd verzich kleiner gulden UrkEberb
2,842
(a. 1327);
UrkFriedb
164
(a. 1348)
MWB 2 1011,20; Bearbeiterin: Herbers
guldînknopf
stM.
‘Goldknopf’, als Bestandteil von Personennamen:
Hûg Guldinknoph UrkCorp (WMU)
N344,40
MWB 2 1011,40; Bearbeiterin: Herbers
gûlen
swV.
‘schlimm zurichten’
alzuhant man Cristum bant / zu einer grozen sulen. / mit ruten
sie en gulen / wurden Daniel
4226
MWB 2 1011,43; Bearbeiterin: Herbers |