gerihtinsigel
stN.
‘Gerichtssiegel’
gib ich disen brief zu einem urchund versigelt mit meiner herren
gerichtinsigel DRW
4,348
(MittSalzbLk.; a. 1319)
MWB 2 509,1; Bearbeiter: Richter
gerihtlêhen
stN.
‘Gerichtslehen’
gerihte lehen [Überschr.] . gerihte zelihen mac mit
rehte (weder) phaffe noh wip gehan SchwSp
203a
MWB 2 509,5; Bearbeiter: Richter
gerihtschrîbære
stM.
‘Gerichtsschreiber’
si [neue Schöffen] schullen auch haissen swern den
nachrichter [nachgeordneten Richter oder Scharfrichter] ,
den gerichtschreiber [...] und di andern amptleut, die czu
dem gericht gehoren StRBrünn
395
MWB 2 509,8; Bearbeiter: Richter
gerihttac
stM.
‘Gerichtstag’
[Wer vorgeladen wird] sol danne von einem
fuͤrgebotte chomen ouf den naesten gerihtestack StRAugsb
209,10;
an dem achten tag nach dem gericht tag UrkKlostern
1,165
(a. 1319);
StRBrünn
393
MWB 2 509,13; Bearbeiter: Richter
gerihtunge
stF.
1 lat. directio
‘Weisung in die richtige Richtung’
2 lat. correctio
‘Absicherung’ (?)
1
lat. directio
‘Weisung in die richtige Richtung’
ein gerte dere gerihtunge [ist] diu gerte riches
dines PsWindb
44,7.
–
ih uergihe dir in der gerihtunge
[Aufrichtigkeit] des hercen PsWindb
118,7
2
lat. correctio
‘Absicherung’ (?):
reht unde urteile [sind] gerihtunge stuoles sines
[Gottes]
PsWindb
96,2
MWB 2 509,18; Bearbeiter: Richter
gerimpf
Subst.
‘Naserümpfen’
das mans in secken / zu den lachen / trúg mit gerimpf Neidh(S)
2,25c8:6,8
MWB 2 509,25; Bearbeiter: Richter
gerinc
stM.
(stN.
HeslApk
7743.
11180
)
‘Bestrebung, Ringen, Bemühung’
[Reinhart] keret allen sinen gerinc / an triegen vnd an
kvndikeit ReinFu
K,6;
nâch tôde was sîn gerinc Flore(S)
2356;
dâ bî sost mîn gerinc / daz der vil guoten, der vil werden,
werde schîn / al diu stæte mîn KLD:UvL
11: 2,4;
wer solt mit in han gerinch? [wer sollte sich mit Dietrichs
Heerscharen anlegen?] / owe, so ist min her gar ze chleine
Rab
834,4;
den geist [...] karte ich hin / an
einen geistlichen sin, / an ein himelisch gerinc HeslApk
7743.
11180;
RvEWchr
15976;
StrKD
3,I 1501
u.ö.;
Tr
188.
10457
MWB 2 509,28; Bearbeiter: Richter
gerinclîche
Adv.
auch -lichen.
‘leicht, ohne Schwierigkeit’
daz herz kan suͤzklich betrahten, dú zunge hoh
sprechen, der lip ellú ding geringklich an grifen Seuse
234,2;
[wenn man einem Menschen] von sô getâner freude seite,
[...] er füere gar gerinclîchen dar von hinnen über
mer, niwan daz erz gesæhe PrBerth
1:390,31;
Hiob
9326;
RbMagdeb
263,43
MWB 2 509,40; Bearbeiter: Richter
geringe
Adj., Adv.
1
‘schnell, flink’
2
‘leicht’
3
‘gering, klein’
1
‘schnell, flink’
die hirten [...] liefen vz geringe / solicher werke
nemen war EvStPaul
3057;
diu tohter wart geringer. / in sprüngen siu von dannân vlôch Häslein
202;
vide me, sponsa! sich, [...] wie
geringe min hende sint, wie snel min fuͤsse sint Mechth
1: 29,4;
Krone
13429;
ReinFu
K,969
2
‘leicht’
welch ros futirrech [
vuoter-ræhe
futterbedingt an (Huf-)Rehe erkrankt] ist,
[...] dem stos seyfe in den hindir: zo wirt geringer
unde ouch baz im Albrant
3,10;
her machet in [der Teufel den
Menschen] lichte / und
geringe [leichtfertig] zu den sunden
HeslApk
13391;
das volk ist [...] stark also das ir eyne gerynge
truge eyne last di unsir lute iiij nicht tragin mochtin MarcoPolo
69,24;
die maze [...] kan ouch sin / ein mittel aller dinge
/ swere und geringe Frl
5:90,4;
OvBaierl
91,3
3
‘gering, klein’
mîn gedinge / der ist geringe, / die wîle ich in lebendic hân
MF:Reinm
55: 3,2;
daz die viende in eim fremden lande mit geringem volke harren, da si mit
grozim volke obirzogin mogin werde Köditz
39,3;
NvJer
20986.
– von geringerem Wert:
ein îclich mensche setzit des êrsten gûten wîn, und wenne si trunken
werden, dar nâch den der da geringer ist EvBeh
Io 2,10
MWB 2 509,48; Bearbeiter: Richter
geringen
stV.
→
ringen
stV.
MWB 2 510,9;
geringen
swV.
→
ringen2
swV.
MWB 2 510,10;
geringicheit
stF.
‘Leichtfertigkeit’
mit der geringekeit irer unkuschheit machte sy daz lant
unreyne Cranc
Jer 3,9
MWB 2 510,11; Bearbeiter: Richter
gerinnede
stF.
‘das Geronnene’ (?), (wohl metonym. für ein Gerinnungsmittel,
vgl. MlatWB 2,1211ff.):
concreta: girunnida Gl
2:497,68
(BStK221)
MWB 2 510,14; Bearbeiter: Richter
gerinnen
stV.
1
‘gerinnen, dick werden’
2 wie
rinnen
‘fließen’
1
‘gerinnen, dick werden’
gerunnen ist als div milch herce ir PsM
118,70;
der balsem hât die art, wenn man milch dar auf träuft, sô
gerinnt si zehant BdN
360,22.
127,25;
das wassir gesegin durch das ertriche das nemen si unde sidin is, so gerynt is
unde wirt gar gut salcz MarcoPolo
39,2.
–
der rouch der us dem ovyn get, der gerynt und blibit hengende an deme
roste, und das ist tutya [Zinkoxid]
MarcoPolo
9,12;
sy nemen dy erdin unde wyndin si, dorno queczschin sy dy erde czwischin
den hendin, so gerynnet sy ebd.
15,1
2
wie →
rinnen
‘fließen’
ez [die Vertiefung im Boden] was sô kleine daz ez
nâch sage / zwischen naht unde tage / vil kûme vollez geran Greg
3129;
wie sol ein wazzer rein / immer gerinnen ûz einem stein
EnikWchr
8528.
– wohl hierher:
liber min hêrre / ich [Noach]
uurhte mir uile sêre / daz guͦt ist uirsunchen / dev werlt allev
irtrunchen / ub ich kint gewinne / dev werlt uone mir gerinne [ich
fürchte, wenn ich Kinder bekomme, dass die Welt meinetwegen überschwemmt
wird] / daz du sie irtrenchest / mit deme wage al uirsenchest
VMos
13,23
MWB 2 510,17; Bearbeiter: Richter
gerische
Adv.
‘lebhaft, rasch’
die funf brot vnd auch beide fische / er nam, zu hymel sach gerische / vnd
sinen segn dar uber sprach EvStPaul
7481;
da quamen hunde zu ym gerische / vnd ym geleckten sin geswer ebd.
9039
MWB 2 510,40; Bearbeiter: Richter
gerîsen
stV.
→
rîsen
stV.
MWB 2 510,45;
gerîsen
swV.
Im Ahd. st. und sw. flektiert. Quantität des stammhaften -i- unklar.
Schröder setzt zu
Kchr
5868
geristen swV. an.
‘jmdm. zukommen, geziemen’
der vater sprach daz got wole wesse welich oppher ime gerîste
Gen
929;
daz si werden gotes trûte, / tuon si daz gote girîsi daz si
chomen zi paradîsi ebd.
2819;
der man newas nie sô smæhe, / daz
er [Trajan] im dehain sîn reht næme / unde behielt
iedoh sîn gerihte, / sô iz dem liute wol geriste Kchr
5868;
herre, [...], / sent uns dinen
sibenvalten gaist, / der unser muot gewise / ze bittenne daz dir gerise
SiebenZ
90;
JPhys
24,14;
WindbGeb
494
MWB 2 510,46; Bearbeiter: Richter
gerist
Subst.
unklar, evtl. zu
gerüste
‘Schmuck’ (DWB 4,1,2,3776) zu stellen.
in diner kron gerist / stunt violfar der amatist
Mügeln
140,1
MWB 2 510,59; Bearbeiter: Richter
geristen
swV.
→
gerîsen
swV.
MWB 2 510,62;
geristic
Adj.
‘angemessen, passend’
par: giristich Gl
2:123,57
(BStK637)
MWB 2 510,63; Bearbeiter: Richter
geristlich
Adj.
zu
gerîsen
swV.
‘geziemend, angemessen’
hymel unde erde / schuͦf er werde / unde ellev dinc /
dev ime geristlich sint VMos
6,12
MWB 2 511,1; Bearbeiter: Richter
geriten
Part.-Adj.
‘beritten’
si kâmen dar mit rîcheit, / wol geriten und gekleit, / als ez
ir êren wol gezam Wig
9575;
geriten macht er in iesâ, / daz ie man moht sprechen dâ, /
er wær der baz geritenst man EnikWchr
22477;
StrKD
70,50;
Lanc
86,1.
– subst.:
der walhe lac vil erslagen tôt, / beide zu fûz, ouch die
geriten Kreuzf
3079;
die geredene up in quamen, / die ir ors myt sporen namen HagenChr(G)
5038;
MarcoPolo
35,6;
Ottok
1473
MWB 2 511,4; Bearbeiter: Richter
gerîtereht
Adj.
‘gesiebt’
vm einen mvtte gereitterohter pechencholer [ein Scheffel
gesiebter Bäckerkohlen]
UrkCorp (WMU)
1382,37
MWB 2 511,13; Bearbeiter: Richter
geriuhe
stN.
‘rauhe Landschaft’
von ir kert er sine vart / hie durch daz wilt geruͤhe
WhvÖst
11579
MWB 2 511,16; Bearbeiter: Richter
geriune
stN.
→
gerûne
MWB 2 511,18; |