gegenwertic
Adj.
1
‘widerwärtig’
2
‘entgegengesetzt, gegensätzlich’
1
‘widerwärtig’
der vunfte grat [zur
Seligkeit]
[...] heizet zu dute
gedoldikeit / an kegenwerdigen dingen Brun
12225
2
‘entgegengesetzt, gegensätzlich’
siben houbtpin sint dar inne [in der
Hölle]
[...] : / calor, frigus, tenebrae,
vermes, / fetor, horror, contraria voluntas. / daz ist hitze kelde
[...], / di [siebte
houbtpin
] heizit kegenwertiger wille. / daz der mensche
nicht enwil, / des geschit da me denne vil. / nimber geschit menschen wille
[...], / unwille ist im stete bi Brun
6403
MWB 2 248,38; Bearbeiter: Tao
gegenwertic
Adj.
→ gegenwartic
MWB 2 248,49;
gegenwerticheit, -würticheit
stF.
auch kenwortekeit.
1
‘Anwesenheit, Gegenwart, Erscheinung’
2
‘Gegenstand (einer künstlerischen Darstellung), Thema’ oder
‘Begegnung’ (?) 3
‘gegenwärtige Zeit, Gegenwart’
4
‘Zeitlichkeit’
1
‘Anwesenheit, Gegenwart, Erscheinung’
der sach in die kirchen treten / schoner iungelinge vil. / dem munche wuchs
ein vreudenspil / an irre gegenwurtikeit PassIII
451,7;
daz er bî im wære und in trôste mit sîn selbes
gegenwerticheit Eckh
5: 49,17;
des ward úch baiden [Maria und Elisabeth]
froͤde kunt / das die kindlin frowten sich / in iwern zarten liben
schinbaͤrlich / von diner gegenwirtikait KvHelmsd
4423.
–
in/ze jmds.
~
:
daz man alle tage in orer keinwertikeit wol nun hundirt armen menschin daz
alsmosin reichte unde gab Köditz
45,12;
UrkCorp (WMU)
1653,23;
zu der gegenwertekeit des commendûres
StatDtOrd
87,13;
ze gesihtt vnd ze der gegenwrtichait aller der sammung vnd dez gesintz ze
Raitenħ UrkCorp (WMU)
1117,40.
– von der Gegenwart Gottes:
so dv́ sele [...] mit grozzer
gervnge nach gottis gegenwertikeit gesv́ftet hat, so erschinet er ir vnder wilen
alse ein blich des goͤtlichen liehtes DvAStaff
389;
alsô sol der mensche mit götlîcher gegenwerticheit
durchgangen sîn und mit der forme sînes geminneten gotes durchformet sîn und in
im gewesent sîn, daz im sîn gegenwerticheit liuhte âne alle arbeit
Eckh
5: 208,11;
dar umb so muͦss daz namlos goͤtlich wesen
in sich selb ein allichs wesen sin, daz ellú zerteiltú wesen ufenthaltend ist
mit siner gegenwúrtikait Seuse
177,6;
di man, di [...] nicht gehaldin
habin di wort der vorbindunge, in di si gelibit habin in miner keginwortekeit
[
in conspectu meo
]
Cranc
Jer 34,18.
Jer 34,15.
– von Engelsvisionen:
und sprichet ein lerer, daz engelschlichú gegenwúrtikeit
diker erschinet etlichen menschen in dem schlaf, me denn in dem wachen
Seuse
183,12
2
‘Gegenstand (einer künstlerischen Darstellung), Thema’ oder
‘Begegnung’ (?):
zu Rôme in der kirchen di dâ heizet zu sente Johannese zu Laterâni dô stên
zwei bilde gemâlet [...]: unser vrowe alsô si unsen herren
inphangen hate und her drîer tage alt was in sîner muter lîbe, und sent Elîzabêth
alse ir sun Johannes was sechs mânden alt in sîner muter lîbe; und dise vrôlîchen
gegenwertikeit stêt behendeclîchen beschriben [geschickt
dargestellt] bobin in [oben in der
Kirche?]
HvFritzlHl
143,18
3
‘gegenwärtige Zeit, Gegenwart’
got ist ein got der gegenwerticheit. wie er dich vindet, alsô
nimet er und enpfæhet dich, niht, waz dû gewesen sîst Eckh
5: 234,5;
daz dâ hin ist, daz stiftet leit; / unstæt ist gegenwürtekeit. / wel zît noch
künftig komen sol, / daz zît erkennet nieman wol Boner
86,46.
–
‘gegenwärtige Lage’
di [...] redeten mit ir und bezzerten ire
gegenwertikeit HvFritzlHl
244,20.
– (Tempusform:) ‘Präsens’
alsô setz wir oft den spruch der gegenwürtichait für den
spruch der künftichait, als wenn dû mich ladest auf den künftigen samstag zuo
flaisch, sô sprich ich: ich izz niht flaisch an dem samstag, daz ist: ich wil
sein niht ezzen an dem künftigen samstag BdN
60,34
4
‘Zeitlichkeit’
dorumme daz der mensch nicht mac / sicher wesen uf keynen tac
/ noch gewis syner stetekeit / by des lebens kenwortekeit, / so
[...]
Hiob
3394;
owe gegenwúrtikeit, wie blendest du, wie trúgest du!
Seuse
239,3
MWB 2 248,50; Bearbeiter: Tao
gegenwerticlich, -würticlich
Adj., Adv.
Adv. auch -lîchen.
1
‘anwesend, zugegen’ , von Gottes Gegenwart 2
‘(sinnlich wahrnehmbar) vorhanden, daseiend’
2.1 allgemein 2.2 übertr. ‘geistig gegenwärtig, innerlich vor Augen’
3 zeitl. 3.1
‘gegenwärtig, jetzt’
3.2
‘ewig, immerwährend’ (?)
1
‘anwesend, zugegen’, von Gottes Gegenwart:
sô man gegenwerticlîchen got enpfünde Eckh
5: 284,2;
owe, minneklicher got, und bist du selber hie als
gegenwúrteklich, und ist der engel schar hie Seuse
297,28;
wie vergissest du din selbes so berlich, und du mit dem
ewigen guͦte so gegenwúrtiklich umbgeben bist! ebd.
235,18.
–
‘vor jmdm.’
so ir da sind, daz ir mich gegenwúrteklich sehend und da
von liden muͦssent Seuse
73,1
2
‘(sinnlich wahrnehmbar) vorhanden, daseiend’
2.1
allgemein:
vîrlêge crefte sint da mide di sêle bekennit. daz erste sint lipliche
sinne. da mide bekenne wir dise liplichin und geginwerticliche dinc, und mit den
inmac got nicht bekant werdin Parad
43,15;
und alle ding werdent in eime ougenblicke ingetragen in
den minnenclichen grunt, das als ussgeflossen ist in die ewikeit, do es
ewiclichen in gegenwerteclichen gewesen ist und ietze ist und als wol da inne
ist Tauler
68,27
2.2
übertr. ‘geistig gegenwärtig, innerlich vor Augen’
diz bilde der drivaldikeit inist nicht allewege in deme menschin
geginwerticlich und genzlich. alse der mensche slefit oder an got nicht
indenkit, oder in eime kinde, so inist diz bilde nicht vollincumeliche an ume
Parad
99,17;
nim dez inren menschen war
[...]. der nehsten [höchsten]
gelassenheit hoͤret zuͦ, daz man alle zit die natur in einem zom
habe. ein mensch sol sich alle zit gegenwúrtklich halten, daz sich dú natur nit
verlofe Seuse
165,13
3
zeitl.
3.1
‘gegenwärtig, jetzt’
sulche obin berurtte guttere [...] haben wir
[...] dem genantin deutschen orden gegebin, zcu
geeygent vnde kegenbertiglich mit krafft dises briffes geben UrkCorp (WMU)
222AB,14,5;
die fröde unde der lust die sint von dem guot, daz
gegenwerticlichen gehabt wirt [
est de bono praesenti et
habito
] ; aber die begirde unde der gedinge sicht an
daz guot, daz noch niht gewunnen ist ThvASu
272,16
3.2
‘ewig, immerwährend’ (?):
‘dit ist mîn lîbir son, in dem ich mir etc.’ [
Mt 3,17
] . in disin wortin sint gerurit funf stucke,
di [...]. daz erste ist daz nicht dan ein son mac gesin
in der ewigin geburt, da he sprichit ‘dit’
[...]. daz andir ist di unwandilberkeit
[...]. di ist gerurit da he sprichit
‘ist’. [...] darumme ist dise geburt ummer
mê geginwerteclich Parad
29,3;
kanst du nu mit einem gelúterten ogen
[...] schowen dez obresten guͦtes lútersten
guͤtekait, dú da ist an irem wesen ein gegenwúrteklicher wúrkender
anvang, sich selb natúrlich und willeklich ze minnen, so sihst du die
úberswenken, úbernaturlichen entgiessunge dez wortes uss dem vater, von des
geberene und sprechen ellú ding werdent her fúr gesprochen und gegeben
Seuse
179,25
MWB 2 249,50; Bearbeiter: Tao
gegenwertige, -würtige
stF.
‘Anwesenheit, Gegenwart’
wir gloͥben daz inallenthalbon si dv gotlichv
geginwurtigi vnde daz dv oͥgin vnsirs herrin an einr ielichir stat schowen
beidv die vbiln vnde die gvͦtin BrEng
19;
ze vnser gegenwertigi vor gerihte UrkCorp (WMU)
813,33;
in miner vroͮwen hant der ebtisschenne von Zv́rich ze gegenwv́rtige ir
samenvnge, vroͮwen vnd phafen ebd.
92,27.
2759,29.
–
‘Präsenz’
wir nemen ein speculatiun, wenne wir ein ding sehen vnd bekennen in dem
spiegel vnd in sinem bilde, nu̍t in siner dinglicher gegenwu̍rtigi
RvBib
56,10
MWB 2 250,41; Bearbeiter: Tao
gegenwort
stN.
1
‘Wechselrede, Antwort’
2
‘Äußerung über/gegen etw.’
1
‘Wechselrede, Antwort’
daz si ze gegenworte / nie kômen, frouwen noch die man
Parz
637,22;
des freude sich an sorgen rach, / swer dâ nâch werder minne
sprach [verlangte] , / ob er vant süeziu gegenwort
ebd.
641,7
2
‘Äußerung über/gegen etw.’
hoͤr und sich und bis verswigen! / wa du icht
hoͤrst, da laz auch ligen! / so beleibst an gegenwort Teichn
564,2987
MWB 2 250,53; Bearbeiter: Tao
gegenworte
stF.
→
gegenwart
MWB 2 250,61;
gegenwortes
Adv.
vgl.
gegenwertes
Präp.
‘anwesend’
wold man der frawen ir morgengab brechen an bereyten gut, das man ir gelobit
zu der zeit, do man sye zu ee gab, sy behaldet is mit rechte,
[...] selbe sibende mit man vnd mit wrawen, die do
gegenwortis waren sahen vnd horten StRPrag
112
MWB 2 250,62; Bearbeiter: Tao
gegenwurf
stM.
auch gegenwirf (
ThvASu
272,4
).
1
‘Objekt, Gegenstand’
2
‘Gedanke’
3
‘Entgegengesetztes, Hindernis’
4
‘Antwort’
5
‘Gewährung’
6
‘Subjekt’ (Träger von Seinsweisen)
1
‘Objekt, Gegenstand’
nu ist got alleine der eiginliche widerworf der minne, alse di varwe ist der
geginworf des augin Parad
133,1;
Vorsmak
P 442;
der engel [...] schouwet sunder underlâz, und sîn
gegenwurf ist ein vernünftic wesen [Gott]
Eckh
3:336,7;
di geginworf der fornuft ist wesin, und daz allir erste daz wir bekennen an
eime iclichin dinge, daz ist wesin Parad
90,16;
dar vmbe enphintnissi [Erfahrung] ist ein
gegenwu̍rtigv̍ beruͤrde vnd bekennen des gegenwu̍rfes
einer ieklicher kraft der sel RvBib
144,9;
ez ist zesagen, daz der gegenwurf des glouben ist dü gotlichen
ding, die da ungesihtig sint ThvASu
58,2;
daz guot ist [...] übermitz sich
selber [durch sich selbst] gegenwurf dez willen unde der
begirde ebd.
272,6.
–
‘Ziel’
waz ist eins reht gelassen menschen gegenwurf in allen
dingen? daz ist ein entsinken im selb, und mit ime entsinkend im ellú ding
Seuse
168,21
2
‘Gedanke’
er wart gefraget, was sin gegenwurf weri, so er mess sang und
er vor der stillen messe die prefation an huͦb: sursum corda!
Seuse
27,18;
und dis waz sin gegenwurf in den worten sursum corda ebd.
29,5
3
‘Entgegengesetztes, Hindernis’
die minne tuͦt versincken in den geminneten. hie inne
ist ein gegenwurf, daz ist die súnde; danne sint ander gegenwúrf, das sint grosse
und swere bekorunge in vil sweren wisen Tauler
410,11;
denne hat die minne einen andern gegenwurf ebd.
410,22
4
‘Antwort’
dez ward im ein soͤlicher gegenwurf von got, dar an er
enkeinen zwivel wolte han, daz er soͤlte der behaltnen eine wesen und von got
niemer gescheiden hier umbe Seuse
81,1
5
‘Gewährung’
der vorder gnadenricher lust verlekert [lässt
verlangen] eins unweslichen menschen geist, daz er daz alle zit
gern heti, und als im der gegenwurf froͤd birt, also birt im der underzuk
ungeordnet trurikeit Seuse
174,26
6
‘Subjekt’ (Träger von Seinsweisen):
so ist die sele nach der wesunge der erste
gegenwurf [
subiectum
] der erbesünden
ThvASu
188,3.
188,6.
186,30
(statt der in dem Text gewöhnlichen Übersetzung von subiectum durch
underwurf)
MWB 2 251,5; Bearbeiter: Tao
gegenwürflich
Adj.
‘entgegengesetzt, gegensätzlich’
aber daz guot ist dez ersten unde übermitz sich selber
[durch sich selbst] gegenwurf dez willen unde der begirde,
aber daz übel dar nach, unde daz übermitz etwaz anders, nach dem
unde [insofern] ez gegenwirflich
ist [
opponitur
] dem guoten
ThvASu
272,6
MWB 2 251,49; Bearbeiter: Tao
gegenwurt
Adj.
→
gegenwart
MWB 2 251,56;
gegenwurt, -würte
stF.
→
gegenwart
MWB 2 251,57;
gegenwurten
swV.
‘etw. gegenwärtig machen’
und die tugent des himels [englische
Wesen] gegenwurtentt als offt den tod des erschlagenn in irem lobe
dem scheppfer pis die rach enpfangen werde von dem erschlahenden
HvHürnh
21,5
MWB 2 251,58; Bearbeiter: Tao
gegenwürtic
Adj., Adv.
→
gegenwartec
MWB 2 251,63;
gegenwürtic
Adv.
‘entgegen, heran’
ê diu rede wære getân, / Îdêrs ûf Karadigân / gegenwürtic über den hof reit / ze
einem steine, der was breit Er
1198
MWB 2 252,1; Bearbeiter: Tao
gegenwürtigen
swV.
‘etw. gegenwärtig machen, vorstellen’
daz speculierlich liecht gegenwu̍rtigot vnd erzeiget nu̍t als
kreftlich daz liecht tragende ding dien oͮgen als daz lieht, daz vnmittellich
enphangen ist von dem liechtrichen RvBib
57,15;
waz si [Einbildungskraft] schoͤpft mit
sinnen des fleisches, daz erzoͮgt si dem vu̍rstant vnd
gegenwu̍rtiget ze dienst der vernunft ebd.
71,23
MWB 2 252,5; Bearbeiter: Tao
gegenwürtlich
Adv.
‘unmittelbar’
aber dv̍ sel, dv̍ anblikende vnd gegenwu̍rtlich got
bekent, dv̍ velt niemer vf nideru̍ ding, want si blicht vnd beschowet
an vnderlas suͤzzeklich vnd eweklich got RvBib
58,2
MWB 2 252,13; Bearbeiter: Tao
gegenzil
stN.
‘Widerstand’
die brûdere dâ mit sneller wer / brâchten in daz kegenzil LivlChr
2223
MWB 2 252,18; Bearbeiter: Tao
gegenzuht
stF.
‘das Entgegenziehen’
dî burcdît was gewar / ir wurdin an der keginzucht / unde hattin an dî vlucht / zu
walde sich gegebin NvJer
20776
MWB 2 252,20; Bearbeiter: Tao
gegerwe
stN.
1
‘Bearbeitung’
2
‘(priesterliches, königliches) Gewand, Ornat’
1
‘Bearbeitung’
wole slîft her die goltsteine; / mit manigir slahtin gigerwa / gewinnit er in
die variwa Anno
38,9
2
‘(priesterliches, königliches) Gewand, Ornat’
nu het der heilige man / eins dîaken gegerwe an LvRegFr
3127;
die altertwêlen unde die corporâl unde die prîsterliche dinge
unde gegerwe, die sol man wîz unde reineclîche halden unde beslizzen,
StatDtOrd
73,4;
und so machent si venster und elter [Altäre] und
gerwe [La. gegerwe
] und wellent das man das
wisse, und zeichenent das mit schilten Tauler
185,25;
koufet ein jude oder nimet her zu wette kelche oder bûche oder gegerwe, dâ her
nicheinen geweren an en hât: [...]
SSp(W)
3:7,4.
–
ein gegarewe man dar vore trûch, / rîlîch unde scône, / ein zeptrum und
ein crône / und ein goldîn vingerlîn En
8236
MWB 2 252,24; Bearbeiter: Tao
gegerwede
stN.
‘Kleidung, Gewand’
do kam ein jungeling gros, der brahte ein gebunt gegerwedes,
da mit gerweten sich die drie herren Mechth
2: 4,30;
gekleidet rehte alse ein ewangelier in gar schœneme snewisseme gegerwede
MerswBrf
31
MWB 2 252,41; Bearbeiter: Tao
gegerwen
swv
→
gerwen
MWB 2 252,46;
gegeter
stN.
‘Gitter’
gegettere goldes riche [waren] die tur vor allen
koͤren, / daz man alumb geliche baz gesehen mochte und gehoͤren
JTit
397,1;
vsque ad portam dictam daz gegeter UrkWürzb
41,31
(a. 1344);
sich er steit vnder vnser want, er sicht durch di venster, er luͤget
durch di gegeterr [
per cancellos
]
OsekHl
37(Ct 2,9)
MWB 2 252,47; Bearbeiter: Tao
gegiht
stF.
‘Aussage’
wa ieman den andern beklagt [...] vor vͥnserm
gericht, vnd der ein teil [Partei] der gegichte vngichtig
ist vnd dar vmb die hant vff hat vnd schweren wil vnd der ander teil im die hand
nider schlachet, [...]
StRBern
1/2:402,7
MWB 2 252,54; Bearbeiter: Tao
gegihte
stN.
stF.
HeslNic
740.
‘Körperlähmung, Krämpfe, Gicht’ (zur Sache vgl. LexMA 4,1442 s.v.
Gicht)
1 allgemein 2 als Subj. und Obj. von bestimmten Verben 3 personif. 4 wortspielerisch (vgl. Wagner, Sprichw., S. 120 und TPMA 4,377)
1
allgemein:
paralisis: gegihte SummHeinr
1:378,525;
daz gegichte ist etswenne uon dem blute vnde ist etswenne uon
dem fleumate. ez ist etswenne vber al den lip, etswenne an einem teile des libes
SalArz
80,30;
von grôzer hitze, von grôzer kelte, / von grôzer fülle, von grôzer lêre, / von
grôzer unkiusche, von grôzer swêre, / von grôzem zorn, von grôzem leide / kumt leme,
krampf und gegihte beide Renner
9930;
von gesunder spise kumt kein gegihte ebd.
9953;
vür gegihte wart nie niht sô guot / als lützel sorgen und frôer muot ebd.
9933;
diu salb [...] ist guot für der
âdern gegiht, daz artetica haizt, und für der füez und der pain giht, daz podagra
haizt, und für der hend giht, daz ciragra haizt, wenn man diu gelider dâ mit salbet
BdN
409,33.
–
nû begunde er an der bâre chleben / als ein vogel ûf dem
chloben / und vor gegihte starche toben KvHeimHinv
726
2
als Subj. und Obj. von bestimmten Verben:
daz gegihte begunde brechen / die muoter von leide AHeinr
884;
PrGeorg
31,14;
UvTürhTr
1461;
Rab
1059,2;
ir wirt vor zorn also we, / daz si daz gegiht bestat / und
si niht lange leben lat StrKD
119,605;
dâ ist müende / daz gegihte UvTürhTr
1513;
swen neget daz gegihte in sînem lîbe Renner
9939;
und swer daz wüetende gegihte hât ebd.
9946;
so vortribet er die gegiht, / die lamen tut er gende HeslNic
740;
WernhMl
7284;
Renner
9931
3
personif.:
‘Tot, du mir die boten nennest!’ / ‘gra schopf, gra bart;
der dritte bot ist daz gegiht [...]’ Regenb
345b
4
wortspielerisch (vgl. Wagner, Sprichw., S. 120 und TPMA 4,377):
wizzet daz tegelich gegihte / und vor gerihte valsch getihte / und alle tage
krût mit nihte / sint driu jêmerlich gerihte Renner
8761
MWB 2 252,59; Bearbeiter: Tao |