gestellet
Part.-Adj
→
gestalt
Part.-Adj. und →
stellen
swV.
MWB 2 596,3;
gesteltnisse
stFN.
(stF. z.B.:
Eckh
3:24,3;
stN. z.B.:
ebd.
3:37,8
)
auch gesteltnis und gestaltnisse.
‘Gestalt, Aussehen’ (vgl.
gestalt
):
Maria ir zu helfe quam, / di sulche forme an sich nam / an gesteltnisse und an
cleide: / ane alles underscheide / was an ir der volle schin, / als ob ez di
[von Teufel bedrohte] vrouwe solde sin
MarLegPass
20,177;
wiltu di selbin genantin frucht, das si habin menschlich
gesteltnisse odir eynis andir tyris, so tu als ich habe gesaczt eyn wenik do vorne,
do ich sprach von den quiddin Pelzb
129,21.
126,15;
swer wissen wil der wegetrete gesteltnisse, si iz der ruten
gelich an den bleter, di blumen wiz rosenlecht var Macer
65,7;
eines nachtes im
[
Vlixes
] zv quam / in dem finsternisse /
sines gotes gesteltennisse, / nicht vollen gotliche, / wen ein teil mensliche
Herb
18211;
gang von mir, du furunge der sunden und du spîse des tôdes und du gesteltnisse
des vîndes HvFritzlHl
67,22;
Mügeln
230,2;
NvJer
4100
MWB 2 596,5; Bearbeiterin: Baumgarte
gestëmen
stV.
‘jmdm./etw. widerstehen, Stand halten’
mîn rât ist daz ir gestement / iuwerm zorne Flore(S)
942;
UvZLanz
1814;
nieman darf des wunder nemen, / daz sî mich hât gebunden. / ich enmác ir
kreften niht gestemen MF:UvG
1:5,35.
– mit Dat. des Pers.-Pron. ‘sich zurückhalten’
swelhes rîters schilt geruort wart, / der muos die êrste
juste nemen. / die andern muosten in [sich] gestemen, /
sin gesæhn wie im gelunge UvZLanz
5466;
frou Scham ir selber des gesteme / daz si in [den
dienestman der Milte] gar vermîde
KvWKlage
29,1
MWB 2 596,25; Bearbeiterin: Baumgarte
gestempfe
stN.
‘wiederholte Anstrengungen’ (zu
stempfen
‘stampfen, prägen’):
der tuvel ist der kempfe, / der machet manic gestempfe, / daz
her die sele vordige [überwältige] , / daz
sie [Akk.] daz vleisch ubersige HeslApk
4916
MWB 2 596,37; Bearbeiterin: Baumgarte
gesten
swV.
Part. Prät. auch gegast (
RvEGer
5733
) und gegest (
SM:Had
19:1,1
).
Die Belegzuordnung ist nicht immer eindeutig zu entscheiden.
1
‘jmdn./ sich zum Fremden machen, Abstand nehmen’ (mit
ane oder Gen.d.S.; zu
gast
1
‘Fremder’ ) 2
‘sich feindlich verhalten’ (zu
gast
2
‘Feind’ ) 3
‘sich (auf einen Besuch, ein Fest o.ä.) vorbereiten’ (teils mit
gegen, ûf ; zu
gast
3
‘Hausgast, Besucher’ ) 4
‘schmücken, ausstatten (mit etw.)’
4.1 refl. (teils mit gegen, ûf, ze ) 4.2 tr. 4.3 als Part.-Adj. 5
‘rühmen, preisen’ (teils mit Gen.d.S.) 5.1 tr. 5.2 refl. 6 refl. ‘sich freuen, erfreuen’ (mit Gen.d.S.) 7
‘vergleichend beigesellen, messen’
1
‘jmdn./ sich zum Fremden machen, Abstand nehmen’ (mit
ane oder Gen.d.S.; zu
gast
1
‘Fremder’):
die sich helent under in, / sît daz si sich
enbârent [nachdem sie einander ihre Gefühle offenbart
haben] / und danne ir schame vârent / und gestent sich an liebe, /
die sint ir selber diebe Tr
12383;
ich kan mich freuden gesten / und sorge, die mich nit verbirt MinneR503
220
2
‘sich feindlich verhalten’ (zu
gast
2
‘Feind’):
ze jungist tribent sis daran / baidenthalp ir baide man / das si sich ze allen
stunden / gasten, swa si kunden, / uf an ander gastecliche ze aller zit / in allen
wis en widerstrit RvEWh
290.
– mit Dat. ‘sich jmdm. feindlich zuwenden’
vurbaz wirt er sich gesten / den werdirn
[Inseln, Dn 11,18
] in dem mere
Daniel
7026
3
‘sich (auf einen Besuch, ein Fest o.ä.) vorbereiten’ (teils mit
gegen, ûf; zu
gast
3
‘Hausgast, Besucher’):
waͮ ain waibel benahtet by ainem armen man, da sol sich der arm man
nützit vff jn gesten, er sol im des geben, sô er hât ze ezzen und ze trinken
ungevaͮrlich WeistGr
4,497
(wohl a. 1315);
si [die Artusritter] tâten daz der
künec gebôt. / er muoste sîn an fröiden tôt, / swer sich niht gaste dar
gegen [Hoffest Lanzelets] . /
[...] / von allen landen wîte / kam volc ze der
hôchgezîte UvZLanz
8951.
9134;
alle die des wâren wert / die bat ich durch den willen mîn / alle gelîche bî
mir sîn. / die gelobten ez gemeine gar / und gasten sich mit vlîze dar RvEGer
3434.
3420;
RvEWh
5585
u.ö.
– übertr.:
man sol sich gen dem tage gesten / swâ liep bî liebe tougen lît: / ich
sihe in durch diu wolken glesten KLD:BvL
2:1,1
4
‘schmücken, ausstatten (mit etw.)’
4.1
refl. (teils mit gegen, ûf, ze):
sist ein wunneberndez bilde, / sô si sich mit bluomen
gestet: / swer si siht, demst trûren wilde KLD:BvH
11: 5,3;
[da] warent [...] / der
aventúre vroͮwan komen / hainlich an hainlich gemach, / da man si sich
engesten sach / ir raiseclaiden und da si sich / mit richen claiden wunneclich /
ze hoͮf gesten woldent RvEWh
13257.
13265;
gegen im [den Geliebten] müezet ir iuch gesten
/ mit allen iuren sachen LvRegSyon
3818;
si sich gelich / wappen kostlich wolten. /
[...] / so ieder man sich gast / uf den andern
vast, / wie er daz best braht, / so daz man sin gedaht / vor andern sinen
genozzen WhvÖst
17431;
SHort
757;
KvWTroj
4181;
WolfdD
875,2.
– übertr. auf das Wiedererwachen der Natur im Frühling:
willekomen sî diu zît / vil wünneclich, / diu mit
gelfen cleiden hât / geziert anger unde plân! / heide in liehter varwe lît;
/ si gestet sich / mit rîlicher sumerwât KvWLd
22,6;
mit grüenem loube stêt der walt / bekleidet wol, /
recht als er sol / gên der wunne gesten sich, / in manger hande varwe rîch
SM:Tu
6: 1,12
4.2
tr.:
du sælden keiserinne, / din crone luter glestet, / got der hat dich
gegestet / mit einem liehten cranze: / zwelf sternen mit ir glanze / din houbet
zierent schone KvWGS
1833;
KvWTroj
1187;
die sternen spehe / die so schone glestent / und den himel gestent
Martina
112,96;
da von du dich zuͦ got habe! / mit im din hertz
geste! / er ist der aller beste SHort
2351.
6974;
mit fröden ward geziertt / vil menig hoch edel wib, / die
hayden gasten och iren lib GTroj
908.
13676.
– mit Ersparung des Obj.:
ob allen tugenden hôhe treit / vro Triuwe die krône: si ist daz alre
beste kleit, / daz man an sich gesnîden kan, si gestet wol vor aller edelen
wæte SM:JvR
1:1,3.
–
mit worten ~
‘schmücken’ im Übergang zu 5
‘rühmen, preisen’
sprich frou ‘est der wille mîn, / kanstu mich
mit worten gesten.’ / für die schœnsten und die besten / lobe ich dich
KLD:BvH
17: 2,8
4.3
als Part.-Adj.:
ouch het Helêne ir bestiu cleit / des mâles an ir lîp
geleit / und was gezieret alsô wol, / daz man gesehen niemer sol / ein wîp, diu
baz gegestet sî KvWTroj
23029
u.ö.;
nû ist sumer so wol gegest, daz er êre hât
SM:Had
19: 1,1;
nû liezen sich hie schouwen / mit süezer minneclîcher schar / von der stat
die herren gar, / mit solher rîcheit gegast / daz in nihtes gebrast / an rîcher
gastunge dort RvEGer
5733;
darzuͦ ist si [die Stadt
Basel] gevestit, / gewehit und gegestet / mit maneger burc vil
schone RvEWchr
2269;
RvEWh
3487
u.ö.;
wan ez [das Götzenbild] ist gegestet / uon
edilem gesteine Martina
156,34;
zer predien gan / gegestet als an ainen tantz
SHort
5267;
GTroj
2937;
UvZLanz
601
5
‘rühmen, preisen’ (teils mit Gen.d.S.)
5.1
tr.:
da von [wegen ihrer Pflege des Knaben
Paris] man daz raine wib [die Hirtin
Lixa] / sol gesten und rümen, / mitt zartten wortten blümen /
umb ir rechten wibhaitt GTroj
1429.
2459;
ze stade kâmen si zehant / und stiezen an des meres sant
/ vor einer schœner veste, / die prîse ich unde geste / vor manger hôher werden
stift [Bau]
KvWTroj
7230;
KvWEngelh
5237;
ich wil die burg des gesten / daz man mit kainen dingen /
besitzent noch betwingen / si mag SHort
6450.
6803;
kan ich [der Dichter] die wol
gegesten / die mir diu schrift vor bestet / und zuo den besten gestet
RvEAlex
100;
HBirne
10;
Virg
222,9.
–
man hôrte manic zungen / sîn lop in wirde gesten / man zalt in für den
besten Reinfr
2051;
man hôrt sîn êre gesten / wît in allen landen ebd.
4352
5.2
refl.:
mitt rechter helffe usserlessen / bin ich dir, kaysser,
ie gewessen / nach by den besten, / des mag ich wol mich gesten
GTroj
23188;
got ist ain, ainig, ewig, guͦt, /
[...] / si [die
Seele] sol sich gesten siner namen SHort
1466;
ob sî [die Wörter Ja und Nein] ein ander niht
mit valsche dringent ûz ir veste, / daz sich daz ein des andern überstrîtes
iemer geste, / sô mac in beiden wonen bî / gewaltes kraft an wîte und an der
enge KLD: WvBreis
1:7,6.
1:5,4;
Boppe
1:9,15
6
refl. ‘sich freuen, erfreuen’ (mit Gen.d.S.):
Paulus, da bi alle / junger gar mit schalle / gasten sich der wünniklichen
mære [Christi Auferstehung]
AveMaria10
19;
ûf esten gestent sich nit mê / vogellîn als ê
SM:AvR
2: 1,1.
3:1,9;
do wart ich alles laides vri / und lie das ungemuͤte
nider / und wuͦhs in hohem muͦte sider / und gaste in minem herzen
mich / der saͤlden das dú saͤld an dich / nach wunsche in richer
werdekait / hat aller saͤlde vlis an dich gelait RvEWh
7583;
ich [
Dietherich
] wais kaines
[Schwertes] me so guͦt. /
[...] / davon so gestet sich min muͦt, / swie
[obgleich] ich es hab mit laide / gewunnen
EckenlE2
222,9;
war umbe húget manige sele abe dir [verlangt
nach Dir] , war umbe gestet sich din [erfreut sich an
Dir] maniger muͦt? Seuse
498,27
u.ö.
7
‘vergleichend beigesellen, messen’
– refl. mit gegen:
ich hân gehabet êr unde guot, / ich truoc sô hôhe ie
mînen muot, / daz sich mit lobe die besten / gên mir ie muosten gesten
RvEBarl
8626;
hierher?:
liehter varwe kan si glesten, / daz ir minneclîcher lîp /
schaffet daz sich müezen gesten [Hs. muos
engesten
] / gein ir schœne alliu wîp
KLD:BvH
4: 1,7.
– tr. mit ze:
gewære, milte und kiusche / was er mit keiserlîcher tugent / in daz alter
von der jugent / alsô lobelîchen komen / daz er ie was ûz genomen, / swâ man an
lob die besten / ze den besten solte gesten RvEGer
98;
die studen [den brennenden, aber unversehrten
Dornbusch]
[...] sol man, vrouwe, gesten / zuo dime magetuome
KvWGS
456;
si [Maria] worchte was sú
wolte, / inallerhande wise / mit loblichem prise, / das man ir werk zembesten /
mocht allenthalben gesten WernhMl
5516
MWB 2 596,42; Bearbeiter: Richter
gestênde
stN.
‘Zeugnis, Aussage’
der daz allez gesên het / er mit zûgnis des gestêt, / ouch
wâr ist sîn gestênde, / er weiz ouch ûf ein ende, / swaz er sprichet daz ist wâr, /
daz ir geloubet âne vâr JvFrst
10943;
‘Eli, Eli, / lamazabathani?’ /
[...] Eli ist der name sîn, / i besunder sprichet
‘mîn’, / lama ‘war um’ ist sîn genende, / zabathani stift
ditz gestende / daz ‘verlâzen’ ist vermelt ebd.
9918.
6981
MWB 2 599,1; Bearbeiterin: Baumgarte
gestendic
Adj.
1
‘Beistand leistend, beständig, treu’
2
‘unveränderlich’
1
‘Beistand leistend, beständig, treu’
sit mir nu gestendig. / wizzet, ez ist unwendig, / ich
[...] wil die heiden pfenden, / mag ich, mit solhen
pfanden / daz sie uz minen landen / mit shanden muͤzen riten
Rennew
13731;
alsô soltû sîn / mit triuwen uns gestendic / und bis dar an genendic, / daz dû
mit triuwen uns gestêst / und dû uns niht abe gêst / KvWTroj
46133;
swer [...] da wider wirbet ald des hilfet, da mit
unser gesetzede ald unser gewerb gekrenket ald geirret mu̍gen werden, dem und
allen dien, die ime des gestendig werin StRZürich(B)
107,20
2
‘unveränderlich’
vnd svͤlen die pfenning, di man nu schierst verniwͤt, stæt
beleiben vnd gestendich sein bis an vnser peder tot UrkWittelsb
2,146
(a. 1307);
wan wir nu gestendich pfenning haben, so wellen wir und setzen, daz man bi dem
niwͤn wein dez pesten Welchweins den halben pfunder umb zwen pfenning
schenchen und niht hoͤher StRMünch
278,18
MWB 2 599,9; Bearbeiterin: Baumgarte
gestenke
stN.
Koll. zu stanc
‘Gestank’ (vgl.
gestanc
):
[denen die Welt] vil zu gibt der eren, / die betreugt si
dester e / in ires rechtes schrenken, / und nach wollust tut si we / mit wurmen und
mit gestenken SeeleLeichn
344
MWB 2 599,28; Bearbeiterin: Baumgarte
gestepfen
swV.
→
stapfen
MWB 2 599,33;
gestëppe
stN.
Bed. unklar, ‘bestickter oder mit Ziernähten versehener Teil der
Bekleidung’ (?) (zu
stëppen
; vgl.
stëppe
stN.):
in valde / lag ir veyertaglich gewandt, / sie trabt und gieng ein zelte
[l. enzelt
] . / wer möcht ir gevolgen, wer
sie iungk? / ir gesteppe [La. gestüppe
] was
gekrispet hart woll Neidh(S)
1,447c51:4,9
MWB 2 599,34; Bearbeiterin: Baumgarte
gëster
Adv.
auch gesteren (
PassI/II
387,38
), gesterne (
TürlArabel
*R 315,9
), gesterren (
Lilie
73,10
), gestern (
Parz
49,20
u.ö.), gestren (
PrEngelb
193,4
).
zur Bezeichnung des vorangegangenen Tages ‘gestern’
hêr künec, ich wil iu hiute tuon / als ir mir gestern tâtet,
/ dô ir mich ruowen bâtet. / nu ruowet hînt Parz
707,17;
schamt er sich gestern sêre, / des wart hiute zwir mêre
Wh
317,1;
und ir herze vliuget noch in gestern, noch in morgen
Eckh
5: 60,24.
– in unterschiedlichen kombinierten Zeitangaben:
ich kam alrêst gester Iw
4734;
gester umbe den mitten tac Tr
8827;
diu sah in gester an dem tage ebd.
14985;
gestern morgen kamen wir zwo in jhenen walt geritten
Lanc
411,3.
489,32;
sît gestern ist sie nâch tôt Eracl
3488.
3522;
gestren zuo der sibenden zit des tages PrEngelb
193,4;
Wig
8505.
8542
MWB 2 599,41; Bearbeiterin: Baumgarte
gësteric
Adj.
‘gestrig, von gestern’ (vgl.
gëster
):
wir lesent in dem hütigen ewangelio vnd in dem geisterigen, wie der
guͦte sant Johannes geborn wart in dise welt PrEls
77,218;
tusent jar sint also kurcz, also der gesterige dag ebd.
67,199;
tach der gestrige [interl. zu dies
hesterna
]
PsWindb
89,4;
Jüdel
325;
Syon
383;
er versmæht daz gestrig ezzen BdN
143,32;
mir düt die gestrige lere / in dem hertzen also we
HvNstAp
1907
MWB 2 599,58; Bearbeiterin: Baumgarte
gesterkede
stF.
‘Stärke, Gewalt’
cornu: gisterchida Gl
1:638,16
(BStK604)
MWB 2 600,3; Bearbeiterin: Baumgarte
gesterken
swV.
→
sterken
MWB 2 600,5;
gesterkunge
stF.
‘Stärkung, Unterstützung’
dannen [vom Hl. Geist] chumet uns
chiuske, gesterchunge maiste / an dem muote unde an dem libe, diu heizet rehte
underscide AvaLJ
214,4
MWB 2 600,6; Bearbeiterin: Baumgarte
gësterlich
Adj.
‘gestrig’
der dac gesterlicher [interl. zu dies
hesternus
]
PsTr
89,4
MWB 2 600,10; Bearbeiterin: Baumgarte
gestete
swN.
‘Gestade’ (vgl.
gestat
):
mit hâken und mit rechen grôz / zugen si die tôten ûf / und
truogens an daz gestet ze hûf / und lôsten in den harnasch ab Ottok
17286.
97003;
der dich in grosser schwere / an des meres gestetten vant, /
da dich ain prett trug an das lant HvNstAp
18258
MWB 2 600,12; Bearbeiterin: Baumgarte
gestich
stN.
→
gastach
MWB 2 600,18;
gestichelunge
stF.
‘Überstürzung’ (?):
precipitationis: gestichilunga Gl
1:517,44
(BStK681)
MWB 2 600,19; Bearbeiterin: Baumgarte
gesticke
stN.
‘Dorngestrüpp’
da sij mir daz hatte gesagt, / fing ich an zu
[...] gesehen wo die mynste dicke / were und das
kleyneste gesticke / an der hecken und daz mynneste stechen Pilgerf
6996
MWB 2 600,21; Bearbeiterin: Baumgarte
gestickelet
Part.-Adj.
‘bestickt’
ouch wâren golter dar geleit, / gestickelt wol mit sîden Wigam(B)
W 4403
MWB 2 600,25; Bearbeiterin: Baumgarte
gesticlîchen
Adv.
‘in feindlicher Haltung’ (vgl.
gastlich
und
gasteclîche
):
die baiden fúrsten wit erkant, / brahtent gesteclichen in das
lant / vier hundert ritter, die mit kraft / kunden uͦben ritterschaft
RvEWh
8340
MWB 2 600,28; Bearbeiterin: Baumgarte
gestiebe (?)
stN.
‘Staub’ (vgl. Anm. und Glr.z.St.; vgl.
gestüppe1
):
o muter, mir vergib, / das ich dich zele zu gesipp / mir
armen stoube und gestieb [Hs. gestip
]
Mügeln
164,3
MWB 2 600,33; Bearbeiterin: Baumgarte
gestieren
swV.
Bed. unklar, ‘schmücken’ (?) (vgl. Anm.z.St. und
gesten
4, sowie Suolahti, 1,96):
Smirzwol kan sîn rede wol dar gestieren RvZw
250a,7
MWB 2 600,37; Bearbeiterin: Baumgarte
gestifte
stN. , gestift
stF. (s.u. 1.
JTit , Vät , Martina )
rip. auch gesticht (z.B.
HagenChr(G)
1661
und
gestite UrkCorp (WMU)
21AB,41
).
zu unterschiedlichen Verwendungsweisen von
stiften
swV.
1 das von jmdm. veranlasste Werk ‘Gründung, Stiftung’ , auch der ins Werk gesetzte Entwurf 2 kirchliche Gründungen aufgrund von Stiftungen, wie Kirchen, Klöster, Spitäler etc.
(mit fließendem Übergang zu 1 ; weitere Belege vgl. DRW 4,581f. und WMU 1,685) 3 Bereich bischöfl. Landesherrschaft ‘Hochstift, Erzstift’ , auch
‘Domkapitel’
4
‘Testament, Vermächtnis’
5
‘Anschlag, Gewalttat’ (vgl.
stiften
im Kontext von Gewalt und Verbrechen
‘begehen’ )
1
das von jmdm. veranlasste Werk ‘Gründung, Stiftung’, auch der
ins Werk gesetzte Entwurf:
ouch wundert sie der mære / wer der fürste wære, / der mit gewaltiger hant /
der gote gestifte [die Gründung der Götter (Theben)] hete
verbrant UvEtzAlex
3966;
der stein [...] zimt [...]
zewunsche an der gestifte [der Planung und Erbauung des
Gralstempels]
JTit
335,4;
zeimal er zun bruderen quam, / daz [diese Gemeinschaft, das
Kloster] was sin selbes gestift
[Gründung] , / des er mit der genaden gift / wol
begunst hete alda PassIII
409,29;
Kyôt der meister wol bekant / ze Dôlet verworfen ligen vant /
in heidenischer schrifte / dirre âventiure gestifte [Ausgangsdokument,
Entwurf]
Parz
453,14;
Alexander, / daz wêre ein michil wunder, / hêtistu alsus
lîhte [mit dem laut ausgesprochenen Wunsch] / mir nû
mîn gestifte [das in meinem Auftrag entstandene Werk (eine
kemenâte auf Rädern)] / mit dînen worten benomen
SAlex
6130;
daz holtz daz in wart gegraben / durre unde ane saf gar, /
darnach uber dru jar / begonde ez lusteclich sich irgruen, /
[...] / brahte ez sine artliche vruht. / der alde
vreute sich der gift [Gabe] / an der durren gestift
[an der ursprünglich dürren Setzung, dem vertrockneten
Ursprung]
Vät
22154.
– auch der göttliche Entwurf, der vorherbestimmte Lauf der
Heilsgeschichte:
da uon nimet in [Abram] di schrift / an der
werlde gestift / zume dritten houbit man / da di dritte werlt hebit an
[zum Begründer des 3. Weltalters] / der was er
stam vnd anvanc ChristhChr
4644;
daz erfullit hat div schrift / der wissagen vmbe die gestift / ‘wan
sol sines gebeines / zerbrechin hie dekeines’ / daz was och wol gefüege /
daz man im [Christus] niht zerslüege / sin rein
gebein vnd siniv lit Martina
39,60;
Pilatus minner het getân [hat weniger Schuld
auf sich geladen] , / wan er ein heidenischer man / was und
erkante harte [kaum] / wer Jesus wêre in sîner arte, /
di juden aber ûz der schrift / westen alle sîn gestift [
‘Bestimmung’ (vgl. V. 7055-61); Glr.z.St.:
qualitas naturae
]
JvFrst
7080
2
kirchliche Gründungen aufgrund von Stiftungen, wie Kirchen, Klöster, Spitäler etc.
(mit fließendem Übergang zu 1; weitere Belege vgl. DRW 4,581f. und WMU
1,685):
do daz nuwe gestifte / alsus was berichtet / mit den gotis
dienist luͦten Ägidius
841;
dar na giengen si seder / vort in dat
gestichte [
munster, vgl. V. 409] , /
[...], / umbe godes geruͦken / inde sine genade
suͦken MorantGalie
415;
und uber ein cleyn wil sah er die großen säle
[seiner Burg] darnyder fallen und die kirchen und
alles das groß gestifft und sah die flammen freischlich gein hymel schlagen
Lanc
12,14
3
Bereich bischöfl. Landesherrschaft ‘Hochstift, Erzstift’, auch
‘Domkapitel’
von Rîge ein bischof ist genant, / der hât burge unde lant / in sînem gestifte
wol gelegen LivlChr
6675;
uch zo herren byn ich gesat, / zo berichten uch ind ure stat, / dar zo des
gestichtis burge ind lant, / dar umb hain ich umb uch gesant HagenChr(G)
1661;
dat dir bischof inde sin gestite [
archiepiscopus et ecclesia
Coloniensis 21AB,21] sin gut in sulcheme rethe behaldin
sal UrkCorp (WMU)
21AB,41
4
‘Testament, Vermächtnis’
mir tut so we die gifft [das Gift, mit dem Alexader ermordet
wird] / daz ich mag haben kain gestifft GrAlex
6150.
– auch das Alte Testament:
noch rure ich daz ich rurte e, / daz got in der alden e /
geloubete zu sendene / die werlt zu vorendene / den wissagen Elyam, / der durch
daz alleine quam / in dem alden gestifte, / wen nicht wen einer gifte / gelobede
bi den ziten was / do gelobet wart Elyas HeslApk
18423
5
‘Anschlag, Gewalttat’ (vgl.
stiften
im Kontext von Gewalt und Verbrechen
‘begehen’):
da von sich Job zu aller zit / vorchte und sach sich umme
wit, / so daz man im icht lagete / und sin leben veragete [Gl.z.St.:
verhagete oder verjagete (?)] / mit dem
swerte oder mit gyfte / oder mit anderleyge gestifte Hiob
6128
MWB 2 600,41; Bearbeiterin: Baumgarte |