gâchmuot
stM.
‘Ungestüm, Jähzorn’ (vgl. gæher muot unter gæhe
1):
gachmut ist in [
colerici
] ein
teil zu groz Physiogn
65;
der [
colericus
] muoz durch nôt
gâhmuotes sîn, wan im diu galle schiere enbrinnet Barth
128,10
MWB 2 43,17; Bearbeiter: Bohnert
gâchmuotic
Adj.
‘jähzornig’
suelre ist heizer vnde trukener nature, der ist gachmuͦtich
vnde kuͤne vnde het gerne uil wibe vnde ist an der minnen vnstete
Lucid
50,14
MWB 2 43,22; Bearbeiter: Bohnert
gâchmuoticheit
stF.
‘Eile, Hast’
mit grozer gamutikeit / ilter hin zu dem grabe PassIII
160,42;
gemuticheit PassI/II
361,74
(Umlaut wohl analogisch nach gæher muot)
MWB 2 43,26; Bearbeiter: Bohnert
gâchschric
stM.
‘rascher Sprung’, hier: ‘Versündigung’
woldist du [der hl. Johannes] mich engalten / maniger
gachscriche [La. ascricke
→
âschric
] , / da mit mich dicher denne diche / der tievel hat
verleitet, / so wære mir manigen tach gireitet / diu ewige verdammunge Litan(M)
447
MWB 2 43,30; Bearbeiter: Bohnert
gâchspîse
stF.
‘schnelle Speise, Imbiss’
sî gienc und was in kurzer zît / her wider komen unde truoc /
guoter gâchspîse gnuoc Iw
1222;
nu truoc diu hûsfrouwe dar, / [...] swaz si guotes mohte,
/ daz ze gâchspîse [Hs. gaher speise
] tohte
KvFuss
1894
MWB 2 43,36; Bearbeiter: Bohnert
gâchtouf
stM. , gâchtoufe
stF.
‘Nottaufe’
wer dich getoufft hab, es sî pfaff oder ley, als etwan ze gâchtouff geschicht: der
ist dîn geistlich vatter SchwSp(W)
345,90;
swer einem kinde der gâchtoufe helfen wil, der sol diu wort sprechen, daz dâ iht
verwandelt werde [ohne dass etwas verändert werde]
PrBerth
2:228,24
MWB 2 43,42; Bearbeiter: Bohnert
gâchtoufen
swV.
‘nottaufen’
das chint gæchtauffent di frawen und stirbet dar nâch gæchling RbRupr
202
MWB 2 43,49; Bearbeiter: Bohnert
gâchzornic
Adj.
‘jähzornig’
iedoch vint man etleich frawen, die part habent oben an dem mund,
und daz ist ain zaichen, daz si gar haizer nâtûr sint und gæchzornig BdN
12,21
MWB 2 43,52; Bearbeiter: Bohnert
gack
Subst.
lautmalend für das Gackern des Huhnes;
in Anspielung auf das bekannte Sprichw. ‘wenn ein Huhn ein Ei gelegt
hat, gackert es laut’ (vgl. TPMA 6,209):
als das hun das da hat
gelacht [gelegt] , / yederman han ichs balde gesagt: /
»gack gack gack gack gack!« han ich gejehen Pilgerf
7814
MWB 2 43,56; Bearbeiter: Bohnert
gadem, gaden
stN.
auch swN. (
WüP
104,2;
Urk.-Belege s. Gürtler, er-Plurale 123), stM. (
BrEb
66;
Frl
7:1,10
).
– Dat. Pl. auch
gadym Cranc
Jes 35,7;
gadden UrkFrankf
2,319
(a. 1332);
Nom. Akk. Pl. auch gedime
UrkCorp (WMU)
436,11
und gedemer (
BrEng
4;
Urk.-Belege s. Gürtler, er-Plurale 122f.,
s.a. WMU 1,546).
1
‘Gebäude, Haus’
2
‘Stockwerk, Geschoss’
3 ein (Wohn-) Raum verschiedener Größe und Verwendungen 3.1
‘Saal’
3.2
‘Zimmer, Kammer, Gemach’
3.3
‘hoch gelegener Verschlag’
4
‘Verkaufsraum, Verkaufsstätte, Bude’
5
‘Kasten, Schrein’
6 bildl. (zu
1
oder
3
) 7 Einzelnes 7.1
‘hohes Gerüst, Gestell’
7.2
‘Stall, Stallung’
7.3
‘Lagerstatt’ eines Tieres 7.4 ein Maß
1
‘Gebäude, Haus’
obe sie [Postulantin] dan uollesteit, so leide sie
man sie wyder in daz gadem der nuwen sustere BrEb
58;
elleu gadem und heuser [...] suln auch nimmer hoher
gepauwet werden, denne als dez kirchofes maure hoh ist NüP
167;
si [Elefanten] trugen castell und
gaden HvNstAp
3869.
– Anbau eines Hauses:
daz hinnan hin nieman [...] dekainen fv́rschvtz
[vorspringenden Anbau] mache
[...] vf die straze mit stvban, mit loͮben,
mit gaͤdemern, mit vmbeloͮfen oder mit aͤrgern
UrkCorp (WMU)
2354,5.
– Aufbau über einem Tor:
eyn gadin was uf der phortin der uzsirn muyrn
Cranc
Uzl 254,32
(vgl. PL 196,540ff. mit Abb.)
– für die Hölle:
wie gern ich woͤlt / das ich zuͦ minem kinde soͤlt /
ab gaͮn hin inder helle gaden! KvHelmsd
2223
2
‘Stockwerk, Geschoss’
in deme nideristen gademe [der
Arche] was aller vogele gechrademe Gen
699;
ez sol auch niemant cheinen laden noch chein tuͤr anhahen
[...] an dem undern gadem gen der straz herauz
NüP
138;
daz ich zway gadem eins turͦns vber ein ander gemovrre
UrkCorp (WMU)
1595,8;
Kreuzf
2967;
SSp(W)
3:66,3;
StRMünch
417,22.
417,25.
– als Maßangabe:
er mag [...] pauen was er wil, das zwair gaden
hoch ist UrkÖsterrErbl
69,3
(a. 1237);
swa ein mawer sie zwischen zweier haͤuser, deu bi drein gadem hohe
sie oder hin uͤber UrkRegensb
726
(um 1320);
wan si in [Virgilius] ûf mit
sinne gar / an den turn zôch zwâr / wol drîer gadem hôch EnikWchr
23909;
sîn rîch gezelt [...] gieng übr alliu diu gezelt
/ diu geslagen wâren ûf daz velt, / volleclîche wol ein gadem Georg
1555
3
ein (Wohn-) Raum verschiedener Größe und Verwendungen
3.1
‘Saal’
ain unmâzen michel gadem Kchr
5717;
dô nam der degen
[Volker] widere den schilt an die hant, / und gie ûz
dem gademe für den türn stân NibB
1836,3;
doch uber sin [Damokles] houbt
in arcium gadem [Saal der artes (= Kunstwerke),
Thronsaal, aula regia (Anm. z.St.)] /
[...] / hiz er hengen eyn scharfez swert
Hiob
6159;
so sun [sollen] si alle in eim
gadme slâfin BrEng
22
3.2
‘Zimmer, Kammer, Gemach’
(zum Wechsel mit kemenâte s.a. Heyne, Hausaltertümer
1,360):
do wart der engel gesant [...] ze
der magde reine, do si in dem gademe saz eine AvaLJ
4,3;
WernhMl
2188;
ez lît vor disem gademe ein ritter tôt erslagen
NibB
1007,3
(vgl.
zer kemenâten ebd.
1006,3
);
do was bi Priamis trone / ein kamere vil schone
[...]. / Priamvs hiez in daz gaden / sine ratgeben
laden Herb
7227.
9249;
Wernh
5657;
PrOberalt
91,25.
–
dô allez daz entslâfen was / in gademe und in palas, /
daz dâ lac in dem hûs HvFreibTr
5920;
iz enwas dar uffe [im
palas
] niender gaden, / ez enwær von golde gemal
Rennew
7876;
GTroj
4894.
–
si gurten sich mit sverten / si gingen dare warten / uon
gademe ze gademe / si sluͦgen si alle zesamene VMos
30,23;
sy yltte getrautte / von gadem ze kemonatte
GTroj
21090;
mangez er der gadem erlief Parz
247,3.
– als Schlaf-, Ruhegemach:
daz gadem, dâ sie lac / die künegîn und slâfes pflac
HvFreibTr
2709;
Wernh
A 4048;
Herb
13390;
KvWTroj
8497;
Rennew
11379.
– als Klosterzelle:
nû gienc er an eime tage / [...] / vür sant
Francisken gaden, / iemitten dô er bette drinne LvRegFr
2087;
ez waz ein geistlich wip in eime clostere
[...]. einez dagez stunt si in irme gademe und
shach hin uͦz durch ein venster HlReg
12,3.
– als Gefängnis (oder zu
1
?):
daz im die burger ein gaden gemachet hant, daz er ouch dar inne sol
beliben untz an sinen tot StBZürich
19
(a. 1319)
(s.a. Anm. z.St.);
der [Vogt] hiess in
besliessen in ein gaden Seuse
76,16;
KvWTroj
23380.
– Raum, in dem etwas aufbewahrt wird, ‘Vorratskammer,
Lager’
beide gadem unde schrîn / sol dir allez offen sîn Helmbr
837.
853;
sus vuort er in in sîn gaden. / dâ sach er kisten wol
geladen / bî grôzen schrînen ligen vol [mit
Schätzen]
RvEBarl
6035;
nu giengen si aber in daz gaden / dâ die phelle lâgen StrAmis
1716;
HlReg
34,7;
mitt der frowen er do gie / in ain gaden hie / da er
wol vier und zwainzig bogen vand GTroj
1694
3.3
‘hoch gelegener Verschlag’
stîget dort hin uf daz gaden! StrKD
159,19
4
‘Verkaufsraum, Verkaufsstätte, Bude’
swer [am Sonntag] sin gaden vf tvͦt oder
sine creme oder sinen kelre, daz er iht drvs verkouffen wil, der ist dem priester
fivnf schillinge schuldig SchwSp
154a;
swaz fuoter ouch die gädemler koufen, daz sullent sie offenlich veile haben in
potigen in den vordern gädemern und niht hin hinder bergen und ûf tiurunge behalten
StRMeran
423;
alle mezzerer unde alle kramer di ze gadem stant die mugent
ir mezzer wol verkaufen einzen unde sament StRAugsb
42,28.
40,24
u.ö.;
und sol auch ir dheiner dhein kammer, gewelb noch gaden niht besteen
[mieten] hie in der stat NüP
272
u.ö.;
WüP
29,4;
UrkKlostern
1,274
(a. 1339);
StrAmis
1716.
–
under den gademen bezogen auf eine Reihe von Läden oder
Werkstätten:
nieman sal gewant sniden zv Erforte dan uffe deme vrige
[Freigut] vnsis herrin des bisschoffis vndir den
gadimen UrkCorp (WMU)
1161A,14;
wir Bertolf van Gluele, Johan Hircelin, die meistere sijn der
bruͦderscheffe vnder den geddemen [Gilde der Gewandschneider
in Köln]
ebd.
53,3;
WüP
65,4
5
‘Kasten, Schrein’
vil schœner vrouwen umbe in [Dietrich] saz, / die
kurzten ime die stunde. / sî zugen vür in werkes gaden ["bewegliche
arbeitspulte oder kasten" DWB 4,1,1,1134] , / sî truogen dar krâm
unde laden Virg
207,4;
sliuz ûf balde mir daz gadem Neidh
SL 21:5,5
(vgl. schrîn, kisten
ebd.
SL 21:6,1-4,
s.a. NeidhWB 81
)
6
bildl. (zu
1
oder
3
):
swer den [Christus] ze hûse haben sol, / der bedarf
der tugende wol, / die in des herzen gaden / ûz dem himelrîche in laden
LvRegSyon
424;
der goͤtlich geist gesicht alle die gaden vnd wonungen der sel
[
omnes officinas mentis
]
RvBib
99,20;
NvJer
55;
durchtrechtic wart der gotlich gadem [Maria] /
driglestic vunkenricher kunft Frl
7:1,10.
– rein umschreibend?:
nu hilffet niht, wie vil min kradem / geschryet an ir
helffe gaden Minneb
3518
7
Einzelnes
7.1
‘hohes Gerüst, Gestell’
man lût ûf des karrutschen gadem / die glocken Loheng
5041
(vgl.
ein grôze glocke ein karrutsche zôch, / diu dar ûf gemachet was mit bûwe
hôch ebd.
5001f.
)
7.2
‘Stall, Stallung’
ûzer deme gademe erz [Alexander das Pferd
Buzival
] reit VAlex
321
(vgl.
marstal ebd.
261
)
7.3
‘Lagerstatt’ eines Tieres:
in den gadym [
in
cubilibus
] , in den do woneten vor trachen, wirt ufgen
roris und semden gruende Cranc
Jes 35,7
7.4
ein Maß:
oder alle ander mesur, wag oder gebicht [...],
oder alle andre gebicht vnd gadem StatTrient
143
MWB 2 43,63; Bearbeiter: Bohnert
gademære
stM.
‘Zimmermann’
quosdam concives nostros ex opere manuum suarum dictos chudruwanær et quosdam
dictos gademær et quosdam cognomento schriͤnær UrkRegensb
32
(a. 1244);
suͤmlich unser purigaͤr von ir hantwerche genant chuderwaner
[= kurdewæner
] , suͤmlich gademer und
ettliche schreinaͤr ebd.
162
(a. 1315)
MWB 2 46,11; Bearbeiter: Bohnert
gädemler
stM.
‘Inhaber einer Verkaufsbude oder eines Verkaufsraumes’ (s.
gadem
stN.
4
):
daz ist daz gesetzede über die gädemler die in die stat ziehent und veile wellent
haben StRMeran
425;
ouch sol kein burger noch gädemler niht mêr kornes koufen dan er in sînem hûse
bedarf ebd.
415.
ez sol ouch menniclich, ez sî gastgeber oder gädemler, daz fuoter verkoufen und
geben bî einem rehten vierteil ebd.
423.
413.
414.
422.
423.
425.
– als Beiname:
Cvnrad dem Gedemler UrkCorp
2432,5
MWB 2 46,18; Bearbeiter: Bohnert
gademliute
st. Pl.
→
gademman
stM.
MWB 2 46,28;
gademman
stM.
Pl. -liute.
‘Kleinhändler, Inhaber einer Verkaufsbude oder eines Verkaufsraumes’
(s.
gadem
4
):
kain burger sol mit kaime gaste kain geselleschaft haben an dem
salce [...], kain gadenman [...] sol
keinem gaste sin saltz verkaufen StRAugsb
46,11;
fur die gadenlude BerufeFrankf
48b
(a. 1346).
– als Zusatz zu Pers.-Namen:
Wolframus Gademannus UrkFrankf
2,82
(vor 1317);
Mathias gatdeman BerufeFrankf
48b
(a. 1320)
u.ö.
MWB 2 46,29; Bearbeiter: Bohnert
gademstat
stF.
‘Stelle, Anwesen, worauf ein Stall steht’ (vgl. SchweizId 11,1725f.
mit weiteren Belegen):
daz herre Ingolt von Spiringen disem kloster hat gegeben ein gaden stat an Ranft,
ein gaden stat zir Bvzzen, ein gaden stat ze Leime; dise drie gaden stete hat er dar
vmbe gegeben, daz er wil, daz man sin iargzit iêrgelich bigange an dem zehinden tage nah
sant Martis tage mit dem zinse so abe disen gvͦtern kvnt UrkCorp
1228,18;
uf dem berge sind 5 gadenstette; da hat diu heirschaft das recht, das si umbe
mitten oͧgsten nemen sol als das mulchen [Milchproduktion eines
Tages] , das in funfthalben tagen in den selben gadenstetten wirt
UrbHabsb
1:478,14;
UrkEngelb
52,227
(a. 1322).
51,142
(a. 1301)
MWB 2 46,39; Bearbeiter: Bohnert
gademvrouwe
swF.
‘Inhaberin einer Verkaufsbude’ (vgl. →
gademman);
als Zusatz eines Pers.-Namen:
Mya gadinvrouwe BerufeFrankf
48b
(a. 1326)
MWB 2 46,54; Bearbeiter: Bohnert
gader
Adv.
→
gater
MWB 2 46,58;
gaf
stN.
→
kaf
MWB 2 46,59;
gaffelstirne
swF.
zu Etymol. und Bed. vgl. G. Ehrismann, PBB 20 (1895), S. 49.
Scheltwort, ‘dreistes, freches Weib’
din antlútz sol nit als der gaffelstirn unschemlich
hochtragent sin und [erg. du solt nit
] das
hoͮbt hin und her werffen von toͮber laszheit Seuse
481,8;
du bösi goffel stirne / der tüfel far dir in din hirne Sibotel
649;
SHort
2229
MWB 2 46,60; Bearbeiter: Bohnert
gaffen
swV.
→
kapfen
MWB 2 47,3;
gaffer
stswM. stF. , kampfer
stM.
auch gafer, graffer, caf(f)er; camfer
(
OvBaierl
157,6
), kanfer (
SalArz
41,9.
61,48
u.ö.).
– sw. Akk. Sg.
capharn BWB(Sch)
1,874
(clm 14221; 11. Jh.).
– stF. KvWGS .
– s.a. Suolahti 1,89; Marzell 1,87. –
‘Kampfer, Harz des Kampferbaumes’, bes. als Heilmittel, Inhaltsstoff
von Schminke:
von dem campfer. camphora haizt campfer und sprechent die gar
alten maister, ez sei ain kraut, daz wachs gegen der sunnen aufganch in dem land India
und sei gar wolsmeckent BdN
395,26.
396,6;
unde von andirn dingin di edilin smac habin, als pisen
[Bisam] unde amber unde graffer unde neilekin unde holz
aloes SalArz
21,48.
66,31;
nim denne dru lot kampfers. vnde rip in ouch zu puluere ebd.
37,3;
Volmar
973;
liutsælic was sie selpvar; / doch bezzert sie hals unde kel: / kecsilber, gaffer,
weizmel / mit altem smerwe streich sie an Helbl
1,1147
(vgl. Schultz, Höf. Leben 1,244).
–
wann das der gaffer wirt entzunt, / so lescht in wag zu
keiner stund Mügeln
395,1.
375,1.
55,6.
–
spinat, gaffer und alêne / ist gegen dîner [Maria]
süeze ein krêne [scharf wie Meerrettich]
MarGr18
195;
die tugent hat diu gaffer: / swer si zuo der nasen habet, / daz er mit kiusche
wirt gelabet, / und er gewinnet reinen muot KvWGS
812
MWB 2 47,4; Bearbeiter: Bohnert
gâgâg, gâgâgâ
Subst.
vgl. →
gâ.
lautmalend für das Geschnatter der Gänse:
ein gans di suezzen sanch / lern scholt
[...], / wann sew chaͤm von schul her wider, / si
chund doch nicht anders sider / denn den alten gagaga [:
da
]
Teichn
403,67;
du tummer narre, wænst mit sange vehten? / du schrîest vil und machest grôz
gebrehte / reht als diu gans schrît gagag nâch ir rehte Kolm(B)
113,18
MWB 2 47,30; Bearbeiter: Bohnert
gagâtes
Subst.
1
‘Bernstein’ (vgl. 2 ein Edelstein, gleichbedeutend mit
echîtes
(vgl.
1
‘Bernstein’ (vgl.
Riddle, Marbode 55f.
):
Parz
791,15
(in der Edelsteinliste);
gagates haizet ain aitstain oder prennstain. den vint man in
dem land Lycia pei Preuzen und in Britannia, und ist zwairlai: swarz und liehtvar.
iedoch ist der liehtvar zwairlai: ainer weiz, der ander gel. wenn man den stain
reibt unz er erhitzt, sô zeucht er hälmel an sich BdN
447,10
2
ein Edelstein, gleichbedeutend mit →
echîtes
(vgl.
Riddle, Marbode 63f.
):
Jacobus spricht, daz der adlar ainen stain hab in dem nest,
der haizt echides oder gagates. der hât inwendig ain andern stain in im
BdN
166,33
MWB 2 47,39; Bearbeiter: Bohnert
gagatrômes
Subst.
vgl. →
gegatrom
.
ein Edelstein (vgl. Riddle, Marbode 65):
Parz
791,2
(in der Edelsteinliste)
MWB 2 47,52; Bearbeiter: Bohnert
gagen
Präp.
→
gegen
MWB 2 47,55; |