g – gâchlîchen gâchmuot – gagen gagen – galander galanderisch – 1galle 2galle – galter galtnüsse – gamerot gamîe – gancheil ganclîche – ganteren ganz – gärmic garn – gartenhuon gartenhûs – 3garwe garwwurz – gastmeisterin gastnusse – gaʒʒenspringer ge- – gebæric gëbærin – gëbendic gebenedîunge – gebietære gebietærin – gebiurischlich gebiurlich – geböume gebôʒ – gebrëst, gebrëste, gebrësten gebrëstelîn – gebrûchic gebrûchlich – gebunt gebunt – geburst geburt – gedâht gedâht – gedense gederbe – gedinge gedinge – gedrange gedrâte – gedünste gedurchtriben – gegate gegatrom – gegenkouf gegenlëder – gegensetzunge gegensidele – gegenwertes gegenwertic – gegihte gegiric – gehaʒʒic gêhe – gehëlfe gehëlfelîche – gehilfe gehilfic – gehœric gehœrlich – gehügenisse gehugesam – geifer geifervrâʒ – geiselrieme geiselruote – geisticlich geistîn – geiʒhorn geiʒhût – gejeitschuoch gejeitvogele – gekünne gël – gelegede gelegelich – gelende 1gelende – gêlîche gelîcheit – gelîchmëʒʒunge gelîchnisgëbende – gelide gelidemâʒe – gêlingen gelîp – gëlm gëlmen – geloup geloup – gëlte gëltel – gelückede gelückederat – gelüstelîn gelustic – gemahel gemahelbettelîn – gemæʒicheit gemæʒiclich – 2gemeine 1gemeinen – gemeinsin gemeinunge – gemerrede gemêrsal – 2gemüete, gemuote gemüetic – gemutzet gemʒe – genâdenschüʒʒel genâdensol – genæmicheit genamʒôn – genemede genende – genëserinne genetzen – genieʒen genieʒlich (?) – genôʒen genôʒgeselle – gensîn gensischen – genuhtlîchen genuhtrîch – genuʒ genuʒt – gephrange gephünde – 1gerat 2gerat – gerëhen gerëht – gereisic gereitære – gerieme geriemen – gerihticlîche gerihtinsigel – geriune 1geriusche – gerouche geröufe – gerte gerte – gerûmiclich gerummel, gerumpel – gêrvalke gerwære – gesaten gesatznissede – gescheftbrief geschefte – geschepfnisse geschepfunge – geschiuwede geschoc – geschrihte geschrîp – gesëhen gesëhenheit – geselliclîcheit geselligen – gesihtic gesihticlich – gesite gesiten – geslihte geslinge – gesnæren gesnarren – gespenstnisse gesper (?) – gespræchelich gespræchetac – gespunst gespür – gestelle gestellet – gestifte gestille – gestrenglîche gestrenze – ge|stunge gestungede – gesuoch gesuochære – geswerme geswërte – gesworn gesworne – getelle gesworne swM. geswulst stF. geswulstkrût stN. geswür Subst. getageltî stF. getagen swV. getaget Part.-Adj. getân Part.-Adj. getæne stN. getænede stN. getæper stN. getar stMN. getarnen swV. getât, getæte stF., auch sw. ( getætlich Adj. geteile swM. geteile stN. geteilede stN. geteilte stN. geteilze stN. getelere stN. getelich, götelich Adj. getelinc stM. getëlle Adj., Adv. getelle stN. getelôs – getougen getougen – getreigeret getrenke – getrüese (?) getrügede – getwædicheit getwædigen – gëtzen getzsal – gevalte gevanclich – gevëderen, gevëdern gevêhe – geverte|lehe gevertinne (?) – gevlester gevlitter – gevrier gevrist – gevülle gevuoc – gewahsenheit gewahst – gewaltroubunge gewaltsame – gewar gewar – gewe gewëbe – gewellen geweltigen – gewërben gewërbic – gewern gewërn – gewiere gewieret – gewinnen gewinnic – gewist gewiste – gewonunge geworden – gewzen (?) gezagel – gezëmelich gezemen – gezît gezîte – gezoc gezogen – gezwîen gezwîge – giefen giege – gifticheit gifticlich – giht gihtboum – gimbîʒen gimme – gippengappen gippentuoch – giric giricheit – gischen gîse – gîtigære gîtige – 1glan 2glan – glas(e)väʒʒelîn glas(e)vënster – gleimel gleimelîn – gleten glêtphenninc – glipfen glise – glocke glockehûs – glôriôs glôriôslich – gluothaven gluothert – goder goedertieren – golf gollen – goltgesmîde goltgesteine – goltreit goltrîch – golttropfe goltvar – gos (?) got – gotesarm gotesbeckære – gotesmordærinne gotesphenninc – gotgeformet gotgelâʒen – gotmeinunge gotmensche – gouch gouch – goukelære goukelbilde – goukelspil goukelsprütze – göumütte, -mutte göu|phâwe – grabe grabe – grâf- graft – gramerʒîe gramerʒîen – gransprunge gransprunge – gras(e)phenninc gras(e)spier – grâvenrëht grâveschaft – grebinc grebnisse – gremiclich grempære – griekech grien – griffel griffelære – grimmetât grimmic – grisegrammen grîseleht – griuslich griuwe – groppe gros – grôʒmüetic grôʒmuoticheit – grüenheit grüenlich – grunderëbe gründic – gruntübele gruntvestære – gruon- gruon- – grütschîn grutte – 1gücken 2gücken – güfticheit güfticlich – gûlen gülle – gumpenîe gunderam – guotdunken guotdunkende – guotswender guottât – gürtelgewant gürtellîn – gymnosophiste
|
gesworne
swM.
‘der Geschworene, der durch Amts- oder Diensteid Verpflichtete’
– Ratsperson, Mitglied eines städtischen Gremiums:
di gesworn von dem rat StRMünch
228,10
u.ö.;
wir Berthold der schultheisse, die geswornen vnd die burgere algemeine von
Gengenbach tuͦnt kvnt UrkCorp (WMU)
N119,18;
di gesworen von dem rat ebd.
2670AB,26;
waz virundczwenczik purger der gesworn von der stat nach getrewem rat der stat
[...] zcu nucze [...] seczcen
StRBrünn
404.
– Angehöriger eines Gerichts:
welch man richter oder gesworn ist oder gewest ist in der stat unde uf dem
gebirge, der mac ouch zu rechte keinen vormunden gehaben StRFreiberg
119,4
u.ö.;
vnde sulin ovch die geswͦrnen oder die shephin, die in den hof
[Gerichtshof] ze Qveichhanƀ horent vnde in den
[...] drin dorfin sizzint, ir reht svͤchin in
den selben hof UrkCorp (WMU)
2746,22;
der richter und di geswarnen [...] tuen kunt
UrkPölt
194
(a. 1300).
– Dienstverpflichteter:
daz vnser herre, bischolf Vlreich von Sekkaw, gechaufet hat wider Alhochen vom
Fuͤl, vnsern gesworen, im [...] den, tail, den er
vnt sein vordern [...] datze Vasoldesperge gehabt habent
UrkCorp (WMU)
3363,11
MWB 2 624,40; Bearbeiter: Richter
geswulst
stF.
(stN.
HlReg
31,23
)
1
‘Geschwulst, Schwellung’
2
‘Wölbung’ der Erdkugel
1
‘Geschwulst, Schwellung’
nehein geswulst ist, gemachestû die salben dâ mit, si
entswelle als balde Barth
138,36.
143,3
u.ö.;
so du si legest als ein plaster uf eine geswulst. di da ist
uon kalder vuchte. di zerget SalArz
97,32;
di wurzeln gesoten in wine vertribet di bosen geswer, di bosen
geswlst unde bosen druse Macer
22,6;
die pizz [der Schlangen] pringent
geswulst BdN
285,20;
Volmar
143;
Exod
1720.
– bildl.:
den swellen, die gesuulst [Doppelgl. zu
tumorem
] der uerwazzenlichen ubermuote
PsWindb
30,Oratio;
der sele geswulst Martina
50,103;
swer schuldic wær an der tât, / und den comentiur von
Pulst, / der der untriu geswulst / zeinander het geblæt ─ / die wurden gelæt /
in sunder karkære Ottok
61186;
‘vater, vergip in ir sunde, si wizsent nicht waz si
duͦnt’. daz wort heilet an unz daz unreine geswulste der ubelen
hochferte di sich ze allen ziten blewet und uberhebet HlReg
31,23
2
‘Wölbung’ der Erdkugel:
des sach ist alain deu geswulst und deu sinbeln der erden
KvMSph
15,4
MWB 2 625,1; Bearbeiter: Richter
geswulstkrût
stN.
eine Pflanze, ‘Braunelle’ (?):
prunellum: geswlst craut Gl
3:563,32
(BStK285)
MWB 2 625,23; Bearbeiter: Richter
geswür
Subst.
→
geswër
MWB 2 625,25;
getageltî
stF.
‘Zeitvertreib, Beschäftigung’ (zu
tagalt
):
[Kaiser Octavianus] sîn sün hies lêren / in der jugend ir
vlîs kêren / an kunst, und hies die an sich nemen, / swas ze getagelti möhte gezemen
/ an aller slahte dingen: / swimmen, springen, ringen, / oder swas manlich möhte sîn
Ammenh
4180
MWB 2 625,26; Bearbeiter: Richter
getagen
swV.
1 s.u.
tagen
2
‘jmdn. freilassen’ (vgl. FWB 3,2029-2032 s.v.
betagen )
1
s.u.
tagen
2
‘jmdn. freilassen’ (vgl. FWB 3,2029-2032 s.v.
betagen):
herre [Pilatus] , mine frauwe heizet vch sagen, /
daz ir Iesum wollent gedagen PassSpM
1036
MWB 2 625,32; Bearbeiter: Richter
getaget
Part.-Adj.
1
tagen
2 bezogen auf das Alter 2.1
‘alt, betagt’
2.2
‘herangewachsen, in heiratsfähigem Alter’
1
→
tagen
2
bezogen auf das Alter
2.1
‘alt, betagt’
zwên alte wallære [Pilger] , /
die wâren gote gebære: / getaget unde gejâret, / gebartet unde gehâret, / alsô
diu wâren gotes kint / und wallære dicke sint Tr
2625;
die wîsen, / die getageten und die grîsen ebd.
2742;
bezzer ist getagete tugent / danne ein unverwizzene
jugent Rennew
4447.
24554;
der konig Artus engesaß nye so heimlich, im dienten
beidu, getaget ritter und jung und mittels alters Lanc
48,26
u.ö.;
LAntichr
185.
–
sie [...] sanden zwene
muͤniche dar / in wol getagten jaren [die schon viele
Jahre gelebt hatten (oder: im besten Alter)?]
Rennew
35545
2.2
‘herangewachsen, in heiratsfähigem Alter’
tusent vrawen sazen da. / der selben was deheine gra. /
sie hatten alle reine tugent, / gnuͦge in getageter jugent. / etliche do
da waren / in vier und zweinzic jaren. / gnuͦge warn juͤnger gar
Rennew
32198.
19120.
32290;
ich hân ez niht vür guot / wie man getageten megeden tuot: / daz ist mir
dicke vorgesaget / wâ ze wîbe wirt ein maget UvTürhTr
286
MWB 2 625,36; Bearbeiter: Richter
getân
Part.-Adj.
1
‘beschaffen, geartet’ (s.a.
wolgetân
) 1.1 mit präp. Erg. nâch 1.2 in Verbindungen mit (al)sô, (al)sus
‘solch, von solcher Art, so beschaffen’ (s.a.
sôgetân
,
susgetân
) 1.3 in Verbindung mit (s)wie
‘welch, welcher Art, wie beschaffen’ (s.a.
swiegetân
,
wiegetân
) 2 subst. ‘das Geschehene’ (phras., s. TPMA 12,38, Friedrich, PhrasWB S. 416)
1
‘beschaffen, geartet’ (s.a.
wolgetân
):
hinder als ein helfant / ist mit warheit sunder wan / gestalt
sin [des Mischwesens Cale] zagil und getan
RvEWchr
1703;
ze solen [solchen] getanen gnaden
suln wir alle gahen Lucid
68,5;
er [Lanzelet] erbeizte ûf die erde / und kuste den
wirsgetânesten munt [den Mund des Drachen] , / der im
vordes ie wart kunt UvZLanz(K)
7933;
ze swelch getâner zît [wann auch
immer]
Ottok
65930;
Roth
1090;
Parz
695,9;
KLD:UvL
55:4,6.
–
sô übele nieman ist getân, / ern habe doch zer schœne wân Freid
126,23;
der des rede wolde han, / daz vil ubile wære getan
VRechte
290;
(s.a.
übelgetân
).
– subst.:
dar nach volgete ir únser herre nach als solicher getane
[in einer solchen Erscheinung] als si erliden
mohten, die in der nidersten froͤde warent, wand got schinet in allen dar
nach schoͤne als si hie geheiliget sint in der minne
Mechth
4: 12,39
1.1
mit präp. Erg. nâch:
ze aller jungest gescuofe du den man / nah tinem bilde
getan, / nah tiner getate SEzzo
32;
ein ouge daz was weithin, / getân nâch eineme drachen
VAlex
133.
127.
139;
VRechte
381;
Parz
49,15
1.2
in Verbindungen mit (al)sô, (al)sus
‘solch, von solcher Art, so beschaffen’ (s.a.
sôgetân
,
susgetân
):
–
(al)sô/ alse:
dîn hôibet. íst sámo getân. álso dér bérg Carmelus
Will
119,1;
der munt was im als einem esele getân
VAlex
243;
frouwe, iwer muont / ist sô küssenlîch getân
Parz
405,17.
186,8;
Lucid
150,4;
die munichliche regulam / begunden sie da uolbringen /
mit alsogetanen dingen / so iz deme libe wole gezam Ägidius
838;
dar rident zvenzich dusint mide / also getaner
hereman / daz dar nuvet mach vore be stant Roth
3558;
PrOberalt
89,27;
Eckh
5:116,6.
–
(al)sus:
dirne [Marsilie] mac uor
nicht gehaben / al daz der lebit unter wolchen, / alsus getanem
uolche [Heer] : / dine helde sint chune unt
uermezzen Rol
3744;
du wilt gesehen sin und [...]
wol gevallen an kleidern, [...] und an eren und an
alsus getanen geverte Tauler
13,20;
sus was sîn vorbilde getân RvEBarl
13681;
Tr
8202;
UrkCorp (WMU)
56,2;
TrSilv
116;
alsus gedane wort Lilie
19,35
1.3
in Verbindung mit (s)wie
‘welch, welcher Art, wie beschaffen’ (s.a.
swiegetân
,
wiegetân
):
swie sîn hâr ist getân, / ist et er ein getriuwer man, /
diu varwe im niht geschaden kan Wig
2853;
swie schone ir varwe si getan VRechte
212;
dô wundert dâ zen Hiunen vil manegen küenen man / umb Hagnen von Troneje,
wie der wære getân NibA
1670,4;
sagt an, wie ist ez getân? / daz sült ir mir künden gar, /
waz ez sî und wie ez var KLD:UvL
30: 2,4;
nû wîse mich, / wie diu strâze sî getân, / die man sol
des endes gân RvEBarl
5655;
AHeinr
1117;
Parz
747,22;
Lucid
2,7
2
subst. ‘das Geschehene’ (phras., s. TPMA 12,38, Friedrich,
PhrasWB S. 416):
daz getâne ist daz getâne; / ich bin in dem wâne, / biz das dinc ist ungetân /
sô mac ez vil wol zegân UvTürhTr
151
MWB 2 625,58; Bearbeiter: Richter
getæne
stN.
‘Gestalt, Erscheinungsbild’
du quam ein engil mit grozser math [l.
maht
] / in vreislichimi gidene /
[...], / daz hovit branth ime als ein gluͦt
WildM
1,433;
schön muͦder, mezig dine trene, / bedwinc ein lützel
din trurich gedene! MarlbRh
21,36;
Lyonel [...] glichet wol eim hohen
manne, beide von gethene und von herlichem geleße Lanc
56,35;
in vleischlîchem getêne / du hâtest engelischez leben EbvErf
3142;
Physiogn
167;
Flore(S)
3432
MWB 2 626,52; Bearbeiter: Richter
getænede
stN.
zur Übers. von lat. species
‘Gestalt, Erscheinungsbild’
daz enmag niht geoffenbart werden in dekeiner wis übermitz
[vermittelst] dekein getende oder gesteltnüsse
ThvASu
236,10.
254,7.
172,12
MWB 2 626,62; Bearbeiter: Richter
getæper
stN.
‘Rumor, Geschwätz (?)’
nieman, der habe diz mære / vür ein valsch getæper
KvWTroj
6779
MWB 2 627,3; Bearbeiter: Richter
getar
stMN.
‘Kühnheit’
er ist ein tôre, [...] sîn getar im selben schaden
schaffet RvZw
97,10
MWB 2 627,6; Bearbeiter: Richter
getarnen
swV.
‘jmdn. behüten vor etw.’ (mit Gen.d.S.):
jr sint als ein westerbarn [Täufling] , / aller
schand mag man ùch getarn Krone
23587
MWB 2 627,8; Bearbeiter: Richter
getât, getæte
stF., auch sw. (
WvRh
2131
), stN. (
WhvÖst
6834;
Wig
97
)
1
‘Tat, Handlung’
1.1 allg. 1.2 in Abgrenzung zu Worten, Gedanken u.ä. 1.3
‘schuldhafte Tat, Vergehen’
1.4
‘Rechtsgeschäft, vertragliche Abmachung’
2
‘Sachverhalt’
3 Gesamtheit der Taten, ‘Geschichte’
4
‘Werk, Schöpfung’
5
‘Beschaffenheit, Eigenschaft’
1
‘Tat, Handlung’
1.1
allg.:
ubel waren iuwere getate. / dem tievele dienotet ir mit
flize AvaJG
26,6;
der grüene wase / wart ir zweiger bettewât / und ein vil minneclich getât
/ ergienc dâ von in beiden KvWTroj
17004;
ich prise dich durch die getat / die sit begangen hat /
din werder nachkum / Woldickin der frum, / der fuͤrstlicher getæt pfliget
WhvÖst
16839;
er wolte rechen die getât UvZLanz
1985;
sîn [Franziskus’] getât
[Verhalten] dûht wunderlich LvRegFr
2258;
der guͦte wille, den der guͦte mensche hat
und in nit mag bringen zuͦ guͦter getat, der glichet sich den
edelen schoͤnen bluͦmen mit suͤssem gesmake ane fruht
Mechth
6: 19,15.
EvAug
205,9;
SM:WvH
5:1,3;
Wig
11038.
– Möglichkeit zum Handeln, ‘Gelegenheit’
ob sælde im daz getæte / iender fuͤgen wolde
WhvÖst
6834.
– semantisch abgeschwächt, Füllwort:
der [Ball mit der eingenähten
Nachricht] wart geworfen mit getæt / in schimpfe dar der
vrien, / siner trut amyen WhvÖst
2084;
da zwischen fuͦgt sich von getat / daz dem
kuͤnge Walwan / wart in Frigia kunt getan / daz nie prislicher magt /
in dirre welte nie betagt, / diu vrier wær vor wandel ebd.
2144;
nû sult ir mir verjehen, / wie ir mir darzuo rât, /
daz wir volfüeren mit getât, / darumbe wir sîn komen her
Ottok
6959
1.2
in Abgrenzung zu Worten, Gedanken u.ä.:
got, der weiz wol mîner schulden zil, / gedanch, wort unde
der getât SM:Gl
3: 3,21;
in [den Bösen (Dat. Pl.)] vil
wênic ze herzen gât / guotiu rede und guot getât Wig
97;
ob sie [die Priester] mit ir
getate / beweͣrten [bestätigten] ∙ ir predigate
Albert
744;
mit rede und mit getæte KvWTroj
18531;
wort âne getât WälGa
13366;
im tzimpt auch wol senftigkait ze übenn, von der webegde
[l. bewegede
] des gemüetes und von zorn
sich entziehenn, das die unfürsichtig pebegde ichtt gähes gespring an die getät
[
ne inprovisa commotio progrediatur in actum sine
deliberatione
]
HvHürnh
10,3;
Iw
1501;
Mechth
3:1,55
1.3
‘schuldhafte Tat, Vergehen’
ih han gesuntit in zorne, in abulge, [...] in
manslahte, mit getate ioh mit uuillen, in manigemo mortode WessobrGlBI
145,20;
der an dirre getâht schuldig ist, der hat die hant verlôrn
UrkCorp (WMU)
1653,20;
wirt aver beidiu vater unde sun beklaget umb eine getât,
die enmac er im niht abe genemen SpdtL
205,22;
ein getât von diupheit oder von raube ebd.
163,14;
wirt der ergriffen uffe der getat UrkBasel
4:29,21
(a. 1317);
an dem iúngesten tage werdent alle vnser getot offenbar ElsLA
9,17;
StRAugsb
117,32;
StRSchlettst
46
1.4
‘Rechtsgeschäft, vertragliche Abmachung’
vnd daz disú getæt stæte blibe, dar vmbe vnd dar úber so gib jch disen
brief UrkCorp (WMU)
1708,27;
bi dire rede und getat sint gewesen und sint gezuge:
[...]
ebd.
1592,35;
dirre getaͤt sind geziͮge [...]
UrkSalem
3,5
(a. 1303)
2
‘Sachverhalt’
ir wunne gât / so suozze mir ze herzen. ez verstât / die gitât
/ so wol, daz sî so mange wunne hât SM:Had
24: 3,11.
11:4,4;
di gesellen lobten die getât [Keies
Vorhaben] / und heten gerne doch gesehen, / wær im ein unêre
geschehen UvZLanz
2902
3
Gesamtheit der Taten, ‘Geschichte’
der Owaͤre, / der úns Ereches getat / und von dem leun
getihtet hat RvEWh
2177;
wer hat gehohet das reich der kriechen, wer hat gepraitet ir
getät durch alle die werlt? HvHürnh
23,11;
Iw
2475;
LvRegFr
359;
Ottok
53
4
‘Werk, Schöpfung’
nû tuon wir ouch einen man nâch unserem bilidi getân, / der
aller unserer getâte nâch uns gebiete Gen
89;
wir ensîn nit sîn [Gottes] getât als der haven des
haveners, daz man sprichet: daz ist des haveners getât PrNvStr
271,22;
daz goͤtlich wesen [...] ist
ein soͤlichú vernúnftigú substancie, die daz toͤdemlich oge nit
gesehen mag in im selb; wan siht in aber wol in siner getat, als man einen
guͦten meister spúrt an sinem werke Seuse
172,3.
172,8;
RvEBarl
9524;
Boner
Vorr. 21
5
‘Beschaffenheit, Eigenschaft’
ze aller jungest gescuofe du den man / nah dinem bilde getan, /
nah diner getæte, / so du gewalt hete VEzzo
71;
dâ [in den Charakter der beiden Freunde des
Dichters] wart ein wênec in geleit, daz was niht stæte, /
[...]. / und wære eht niht wan daz alleine drinne
vermiten, / sô wæren si allenthalben alse ganz an ir getæte, / daz sich ein
iegeslîcher mohte lâzen dran [auf sie verlassen könnte]
Walth
31,9
=
SM:UvS
29:2,7;
ich wæn sî wær sîn swester, / wan er ist ir gar gelich, / als junc und alsô
hêrlich / an aller sîner getât Flore(S)
4035
u.ö.;
[Iwein] sach engegen im gân / sehs knappen wætlîche: / sî
zæmen wol dem rîche / von aller ir getât / an ir lîbe und an ir wât
Iw
4377;
zehant von dien êwarten gie / ein gebot dur die jüdescheit, / daz alle die
waeren bereit, / [...], / si waeren junc oder alde, / ze
Jerusalem kaemen balde / und dâ bî [außerdem] der
getaeten [erg. wæren
] , / daz si nit wîbe
haeten WvRh
2131;
UvZLanz
4063;
SalArz
34,4;
WhvÖst
23
MWB 2 627,11; Bearbeiter: Richter
getætlich
Adj.
‘wirkend, tätig’ (zu
getât
):
ein meinung [Absicht] ist recht, dvͥ in got
ist ze vordorost vnd duͥr got gericht, die hant guͦte getetliche
lvͥte [
intentio est recta [...],
quae est actuum bonorum
]
RvBib
21,4;
die getelich [l. getetlich, vgl. Glr.
s.v. activus
] craft gottiz [
virtus
activa Dei
]
ThvASu
250,7;
s.a. H.U. Schmid: -lîh-Bildungen, Göttingen 1998, S. 234
mit Notker-Beleg.
MWB 2 628,47; Bearbeiter: Richter
geteile
swM.
‘Teilhaber, Mitbesitzer’ (vgl.
geteilede
2):
die rehten sint / sine bruoder unde siniu chint, / mit im ain
gaist unde ain muot, / vlaisch, gebaine unde bluot, / erben unde siptail, / getailen
an dem erbetail BenGeb
40;
wand ez ain getailtz gvet ist van meim brveder vnd allen meinn getailn
UrkCorp (WMU)
3094,42.
1520,39;
wer diser güter verkoufen wil, die in unserm hof gelegen sind, der sols den
geteilen bieten und ze koufen geben WeistGr
1,159
(14. Jh.).
1,165
(14. Jh.).
1,9
(a. 1338);
Gl
1:492,64
(BStK637)
MWB 2 628,55; Bearbeiter: Richter
geteile
stN.
1
‘zugeteiltes Los, Schicksal’
2
‘Anteil, Beteiligung’
1
‘zugeteiltes Los, Schicksal’
Josephus der wise man / Davidin sere lopt daran / das in der
demuͦt gezam / das er diz geteile nam [dieses der drei zur Wahl
stehenden Schicksale, vgl. V. 31160ff.]
RvEWchr
31198
2
‘Anteil, Beteiligung’
dann wurde ich zu der selben stonde / gar muede obe ir uch
myns deiles / undertziehet und uch gedeiles / dar an zu haben vermessen woldet: /
viel lieber ich sterben wolte / wann ich daz von uch lijden solte
Pilgerf
1395
MWB 2 629,1; Bearbeiter: Richter
geteilede
stN.
1
‘Anteil’
2
‘Teilhaber, Mitbesitzer’ (vgl.
geteile
swM.)
1
‘Anteil’
quaedam horum bonorum attinentia, quae vulgo gedeilda dicitur DRW
4,606
(Würdtwein; a. 1236);
daz si beide von dem vorgenanten gvͦte vnd sinem geteilide
[...] svllen jerlich geben ze cinse
[...] achzehen phenninge UrkCorp (WMU)
2359,23;
daz selbe gvͦt vnd dar zvͦ ein gvͦt, daz dez selben
gvͦtez geteilid waz ebd.
2841,11;
UrkZürich
8,339
(a. 1310)
2
‘Teilhaber, Mitbesitzer’ (vgl.
geteile
swM.):
wil oͮch ieman in dem zwing von not wegen sînü guͤter verkôfen,
der sol si sînen güteiliten bieten in dem zwing WeistAarg
24
(a. 1348);
wil denn das geteilit das guͦt haben umb als vil geltes, als es einen
frömden verkovft ist, ân alle geverd, so sol das geteilit das selb guͦt vmb
als vil geltes haben an alle widderred WeistGr
1,9
(a. 1338).
4,392
(14. Jh.);
UrkBaden
1
(a. 1304)
MWB 2 629,11; Bearbeiter: Richter
geteilte, geteilze
stN.
(sw.
PrSchw
2,27
)
subst. Part.-Adj.,
verkürzt aus geteilteʒ spil (vgl.
teilen
).
‘Wahl, Entscheidung’
daz geteilte wese dîn, / daz beste kius al under disen beiden Walth
150,77;
welich frauwe der dinge deheinez tuͦt, daz die man
verbezzern, die habe ein geteiltez, einweider si ruͤm die stat, als die man
tuͦnt, oder si blibe innerhalb irs huses WüP
44,3;
Parz
215,13;
Seuse
119,27.
– in Verbindung mit geben:
ich man dich, das Pilatuͦs gap / ein gedeilze den iuͦden gram, /
obe si wolden Barrabam / oder abir Iesuͦm lasin ParisTagz
767;
einer git geteilter vil, / der ander nimt welhez er wil. / nu bin ich
uͤberein kumen / und han mir ein geteilz genumen KgvOdenw
5,1;
der [Gad] gab im [David]
driu sweriu getailten [II Sm 24,11-13]
PrSchw
2,27;
do gab inen der kunig drü geteilte ClosChr
52,26.
59,25;
ElsLA
64,1;
HeidinIV
1350
MWB 2 629,28; Bearbeiter: Richter
geteilze
stN.
‘Anteil’ (zu geteilede):
[der Weingarten] unser recht eygin ist und ist gedeilze
Hermans von Holtzheym, welch gedeilze beheldit eynen morgen wyngardis
UrkWetzl
1,518
(a. 1335);
[die Hälfte eines Stück Lands] daz ein geteilcze ist von
unserm ebd.
1,635
(a. 1347)
MWB 2 629,46; Bearbeiter: Richter
getelere
stN.
‘(tiefes) Tal’ (zur Übersetzung von lat.
convallis):
du der uz sentes[...] die brunnen in den geteleren
[interl. zu qui emittis fontes in
convallibus
]
PsWindb
103,10;
ih frowe mih unde teile [die Stadt Sichem] unde dei
getelere dere gezelte mizze ih [interl. zu laetabor et partibor
Sicimam et convallem tabernaculorum metibor
]
ebd.
59,8;
daz getelere dere gecelte [interl. zu convallem
tabernaculorum
]
ebd.
107,8
MWB 2 629,52; Bearbeiter: Richter
getelich, götelich
Adj.
‘passend, angemessen’ (zu
gate
):
die alten [Pilger] mit den jungen,
/ ir buozliet si sungen, / diu wâren götelich darzuo Ottok
9442.
– meist in paarigen Ausdrücken:
wan des meneschin sin und sîn gehiugede kranch vnd kurz ist, da von ist
zimelich vnd ist och goͤtlich, swc guͦter dinge bî vnseren zîten
gechicht, der man gedenchen sol, dc man div der schrift bevæle UrkCorp (WMU)
N317,41;
alsez rehte gotlich vnd billich si UrkCorp
680,32;
ez sol auch dehein hantwerkman [...] an keiner
veirnaht niht lenger wurken dann als goͤtlich und reht ist NüP
162
MWB 2 629,61; Bearbeiter: Richter
getelinc
stM.
zu
gate
.
1
‘Verwandter’
2
‘Mitmensch’
3
‘junge männliche Person, Bursche’
1
‘Verwandter’
nimit di muter einen [neuen] man, diselben kindere
beheldet der nehiste getelinc vater halben an iren aller danc StRFreiberg
23,11.
190,29;
wer vor seines gerichtes halben seinen leip vorleuset, sein nehest geteling
nymt sein erbe StRPrag
159;
SSp
82,12.
–
‘Sohn’
daz himelische chint, / daz ist des uater gettelinc; / er ist wol sin
genoz / also michil unde also groz / in gotelichime rechte / nach sime geslechte
/ so ist er dem uater al gelich Glaub
200
2
‘Mitmensch’
wir sullen got minnen obir alle ding, / nach gote unsen
nehesten gedeling, / unse vinde liben durch got Brun
3742
3
‘junge männliche Person, Bursche’
ich hab och des genomen war / daz man an allen dingen / under
allen gaͤtlingen / nach wunsch niendert vinden kan / so jungen wol gemachten
man SHort
6898;
swel kint, es si jungvrowe oder getteling, [...] sin
ding woͤlte endern ze weltlichem oder ze gaistlichem leben StRVill
9;
wil einer da heim verbliben, / schaffen sines huses ding, / das ist ein
verlegener getteling MinneR52
28;
die herren wâren alle komen, / von den ir ê habet vernomen, / die küenen
getelinge Bit
6309
u.ö.;
Rol
5714;
tumber getelinc Neidh
WL 35:6b,2;
WeistGr
1,366
(vor 1341)
MWB 2 630,9; Bearbeiter: Richter
getëlle
Adj., Adv.
‘angenehm, fein’
swele frowe wil han / frúnt in minre celle / die sol vil getelle / zuo minen
antwúrten / sich húbeslichen gúrten / lesen unde prisen MinneR302
160;
nû vârent al getelle [bleibt friedlich] !
HBirne
312;
der knappe was untræge, / [...]. / er tet niht als
manc bote tuot / der durh swache trâgheit / sich dicke an die ruowe leit / die wîle
er hât zerunge. / hie tet der knappe junge / niht alsô getelle
[gemächlich] . / mit manger verte snelle / fuor er hin
Reinfr
23621
MWB 2 630,34; Bearbeiter: Richter
getelle
stN.
‘Talsenke’ (vgl.
telle1
, zu tal):
Merremunt, dat dorf bit den luden inde bit me guͦde, als it gelegin is,
vnde nemeliche bit dem Ruͦsberge inde bit deme gedele vnde bit deme gebirge,
dat dar zuͦ gehorit UrkCorp (WMU)
N282,20
MWB 2 630,44; Bearbeiter: Richter |