einvaltege
Adv.
→
einvaltec
MWB 1 1557,22;
einvaltege
stF.
‘Reinheit, Lauterkeit’
scône bist tú an rêinen gedánkon. dîn êinuáltige skînet in
állen dînen uuérchon Will
22,4;
dîn ôugon sínt tûbon ôugon: uuante dîu êinuáltege an dir
skînet, dîe dích der spiritus sanctus lêret ebd.
54,8
MWB 1 1557,23; Bearbeiter: Diehl
einvalten
swV.
1 tr. ‘etw. in eins bringen, einfach machen’
2 intr. ‘eins sein’ (nur Part.)
1
tr. ‘etw. in eins bringen, einfach machen’
Johannes uns veriach, / daz er die engele ruͦfen sach / mit drîn stimmen ein
wort, / vnde in wie manigen ort / sie daz konden spalten, / drîvalten vnde einvalten
Kröllwitz
1024;
ez ist sache [
der geneigunge
] diu einvaltekeit, in der si geeinvaltet ist, daz sî verdriuzet
manicvaltekeit der bilde Eckh (Pf)
645,29
2
intr. ‘eins sein’ (nur Part.):
der ainvaltent got, der mit sines gewaltes kraft
[...] ain creatur nach sin selbes bild schoͤpfen wolt
Stagel
98,31
MWB 1 1557,28; Bearbeiter: Diehl
einvaltlich
Adj., Adv.
adv. auch -lîchen.
1 Adj. ‘lauter, bloß’
2 Adv. 2.1
‘einzig und allein, nur’
2.2
‘ohne Hintergedanken’
1
Adj. ‘lauter, bloß’
daz tet der liebe sun sîn / in einvaltlîcher güete / durch
rehte dêmüete RvEBarl
14343
2
Adv.
2.1
‘einzig und allein, nur’
manege sint, die mere durch werltlichen roͮm goͮt toͮnt
denne einualtlichen durc got Spec
128,31;
tugent minnet manec man / einvalteclîche / durch got Flore
73
2.2
‘ohne Hintergedanken’
daz ich vleizchleichen vnd getrevleich vnd ainvaltleich pitte
UrkCorp (WMU)
2869,33;
daz geloben wir in bey vnsern trewen aynualtleichen vnd werleichen mit
vrchund ditz briefs UrkHeil
2,187
(a. 1343)
MWB 1 1557,39; Bearbeiter: Diehl
einvar
Adj.
‘gleichartig, einheitlich’ (vgl. Kluge, 275 s.v. Farbe):
diu sêle ist gemachet enmitten zwischen einem und zwein. daz ein ist diu
êwicheit, diu sich alle zît aleine heltet und einvar ist. diu zwei daz ist diu zît,
diu sich wandelt und manicvaltiget Eckh
2:134,1;
haiden di grimmen / di wolten gerne unter dringen / der
cristen scâr. / si waren alle ain uâr, / si waren aines muͦtes Rol
4738;
StrKarl
5756;
biz daz verhefelt ez [Teigmasse] gesaz / da mit ein
ander alles gar / wurde in den faszen ez einfar [
donec fermentaretur totum Lc 13,21]
EvStPaul
8557;
ob der rethoricus heizen sol / der verwen kan sîn rede wol, / so ist der
rethoricus gar / der sîn rede machet einvar: / ich meine des rede einvaltec ist
WälGa
9040.
–
‘einfarbig’
daz wart allez ein vare. / dem roten blute glich / wart der
dinge igelich Herb
12420;
der himel einvar unde blâ / schein sô rehte fîn lâzûr
KvWSchwanr
1090;
daz sint scharlachens maentel, rogke unde sukenie unde swaz
von einvarbem gewande ist StRAugsb
151,8;
UrkCorp (WMU)
33A,11
MWB 1 1557,51; Bearbeiter: Diehl
einveltec
Adj., Adv.
→
einvaltec
MWB 1 1558,9;
einveltecheit
stF.
→
einvaltecheit
MWB 1 1558,10;
einveltegen
swV.
1
‘in die Einfachheit überführen’
2
‘demütigen’
1
‘in die Einfachheit überführen’
[der Mensch] sol sin gemuͤt kern in das ainfaͤltig rain
bloͮzz leben gottes [...]. wenne der mensch also
geainfeltiget wirt in goͤtlichem wesen, so ist er ain luter mensch Lilie
77,23
2
‘demütigen’
do hette ich yre feyndt wol geainfeldiget [
humiliassem Ps 80,15] czu hant PsMb
28(Glossar)
MWB 1 1558,11; Bearbeiter: Diehl
einvier
M.
Bed. unklar (vgl. AWB 3,187; auch Etymol.Wb.d.Ahd. 2,999; SchwäbWB 2,605),
‘Einzelgänger, Sonderling’ (?):
ob man vind ain ainfier / der durch lust, durch libes gir /
wil werden brut und brutgan, / so ist och vil offt ain man / der durch gemach in
closter vert Teichn
572,59
MWB 1 1558,18; Bearbeiter: Diehl
einwëder
Pron.
→
eintwëder
MWB 1 1558,24;
einwëderthalp
Adv.
→
eintwëderhalp
MWB 1 1558,25;
einwelec
Adj.
‘einstimmig gewählt’
da beleip ez unz an einen einweligen künic, der hiez Darius PKchr
121,5;
vnd wer, daz in den zweien iaren ain ander einweliger vnd einmuͤtiger kuͤnig
auf stunde UrkWittelsb
2,364
(a. 1340);
ein ainwelliger abbit von sante Gallen UrkCorp (WMU)
333,42.
–
‘einstimmig’
wan wir das bewnden han mit ainwelligime rate UrkCorp (WMU)
325,9
MWB 1 1558,26; Bearbeiter: Diehl
einwësende
stN.
‘Einssein’ (bezogen auf die Trinität):
ich gloube die heiligun tribinemmede
[Dreieinigkeit] an demo ungisceidenen einwesente
BambGlB
135,28
MWB 1 1558,34; Bearbeiter: Diehl
einwîc
stMN.
‘Einzelkampf, Zweikampf’
nû nem du kuninc wider mich / und ih ein einwîch wider dich
SAlex
4631;
ezn müese mit einwîge ergân / oder aber mit
lantvehte [Kampf zweier Heere]
Tr
5968
u.ö.;
bi den alden geziten / war zwene solden striten / durch ruem
einen ewic HeslApk
8083;
SuTheol
111
MWB 1 1558,38; Bearbeiter: Diehl
einwîclich
Adj.
‘einzelkämpferisch’
ze dem einwichlichen strite mit gottis hilfe
[...] widir die gedenche old die achuste des fleischis
BrEng
1
MWB 1 1558,45; Bearbeiter: Diehl
einwillec
Adj.
‘gleichen Willens’
ein sôgetân mensche ist sô einwillic mit gote, daz er allez
daz wil, daz got wil und in der wîse, sô ez got wil Eckh
5: 22,5
MWB 1 1558,48; Bearbeiter: Diehl
einwirte
stN.
→
einwort
MWB 1 1558,52;
einwonære
stM.
‘jmd., der allein wohnt’ (vgl.
einsezzen
):
wan ez sprichet Hylarius in dem vierden capitele ‘von der
driveltikeit’: ‘uns ist niht zeveriehen, daz got ein einwoner si noch gemessen si’ [
nobis neque solitarius, neque diversus deus est confitentus (in der
Vorlage dimensus?, vgl. Anm. z. St.)]
ThvASu
316,5
MWB 1 1558,53;
einwonende
Part.-Adj.
‘allein wohnend’
unde da von sprichet Ambrosius in dem beginne ‘von der
driveltikeit’: ‘[...] ez [das Wesen
Gottes] ist ane underscheit.’ ouch ist ze vermiden der name dez
einwonenden, daz iht angenomen werde die geselleschafte der drier personen [
vitandum est etiam nomen solitarii, ne tollatur consortium trium
personarum
]
ThvASu
316,3
MWB 1 1559,1; Bearbeiter: Diehl
einworhte
stN.
→
einwort
MWB 1 1559,9;
einwort, einwürte
stN.
auch einwirte, einworchte; nur im hess.-thür. Raum belegt.
‘rechtsverbindliche Einigung’ (oft im Zusammenhang mit Feld- und Waldfrevel,
vgl. einunge und Bech, Vilmar, S. 5f.):
[ich beeide,] daz ich der stat eynwort besßirn unde
vordern wolle StRHeiligenst
105;
die panth [Pfand(gebühren)] suͦllin wir halp
verdrinkin unnd daz andere halbe deil sal nemen eyn pleger zuͦ Sibuͦldesdorph, dar
nach daz dan unsir einworte stet UrkDOHess
2:451,21
(a. 1335).
– überw. ‘Strafe, Buße’ für die Übertretung der Einigung:
abir von der willikure gizugit min diz einworchte ubir on
Mühlh
102,8;
unde dazu heit daz phert vurworcht zu rechti an einwurti alsi
manigin phenninc, alsi iz manigin vuz heit ebd.
156,23
u.ö.;
wer da worde gerogit, queme he nit unde sunthe sine eynwirte nit, so suldin
unsir [...] ammitlude [...] den
brodirn helfin um ir einwirte UrkDOHess
2:489,28
(a. 1340)
u.ö.
MWB 1 1559,10; Bearbeiter: Diehl
einworten
swV.
‘jmdn. zur Einigung bringen bezüglich einer Sache’
wer abir, daz wir unszer vorgenante vettirn und swegir des vorgenant geldes
und schult nicht inewortin UrkArnst
93
(a. 1350)
MWB 1 1559,29; Bearbeiter: Diehl
einwürte
stN.
→
einwort
MWB 1 1559,33;
einzec
Adj.
‘einzig, einzeln, allein’
1 attr. 2 oft in präp. Verbindungen mit bî, ze , teilw. zu beinzec,
zeinzec kontrahiert 3 phras. (?)
~ wërden
‘einig werden’
1
attr.:
dise minne wehset von einziger gedechtnuzze der guͦtât, di got getuͦt
[...] dem menschen MvHeilFr
13;
sine ewikeit, die enkein fúr noch dekein nach enhat denne
ein engegenwúrtig besitzen in eime einzigen nu sich selber und alle ding in eime,
und das unwandelberlichen Tauler
249,13;
die fumfe und die zweinzik [...] / aller sunder
einzic [jeder für sich allein] waren si mit tjoste da gen
im geraten JTit
5368,2.
– kontrahiert mit bî (vgl. 2.):
daz was, dô man zalte hie / zwelf hundert jâr sît Krists
geburt / und daz man beinziger jâre spurt / einz und sibenzic darnâch
Ottok
11545
2
oft in präp. Verbindungen mit bî, ze, teilw. zu beinzec,
zeinzec kontrahiert:
sînen [zerbrochenen] chruoc / bî einzigen schirben
[Scherbe für Scherbe] ûf lesen KvFuss
2627.
– als adv. Best.:
naͤm er uns nicht pey aintzig ab Teichn
42,95;
der herzog frâgte sunderlich / beinzigen und heimelich,
/ wer die besten wæren dâ gewesen Ottok
62449;
beinzigen und besundert ebd.
97520;
wer der ist, der die vorgenanten zwelif ieuchart achers in nuz vnd in
gewer hat, ze ainzigen, oder mit einander, der sol alle iar dienen
[...] zwen phenning UrkKlostern
1,181
(a. 1321);
daz an dem krûz di
hangêre [Hängenden] / zû ênzigen und
wîlen [jeder für sich und eine Zeit lang] , /
gemechlich, sunder îlen / abe nâmen an der kraft JvFrst
10165;
zeinzigen si dar giengen KvHeimUrst
244.
– adv. mit Ersparung von bî oder ze:
eintzingen oder samenthaft UrkRapp
462,19
(a. 1348)
3
phras. (?)
~ wërden
‘einig werden’
di wurden des gar einzic, daz da heizet helm und schilde brechen JTit
4265,2
MWB 1 1559,34; Bearbeiter: Diehl
einzecheit
stF.
‘Einzigartigkeit’
got ist zu der sel kumen / in dem virden grad / als oft mit seiner gnod, /
[...] / piß der andoht ain sicherheit [La.
ain czichait
] / wirt naturlich gewonheit MvHeilGr
1205
MWB 1 1560,3; Bearbeiter: Diehl |