einhülleclîche
Adv.
→
einhëlleclîche
MWB 1 1540,63;
einhürne
swM., stN.
auch einhorn(e) ( Litan ;
Rumelant ).
‘Einhorn’ (lat. unicornis, monocerus, rhinocerus):
rinocerus daz ist einhurno ÄPhys
3,1;
unicornus ist ain ainhürn und ist ain klain tier
BdN
161,19;
daz ainhürn hât ain horn auf der nasen ebd.
162,9.
–
lewparten, lewen, wilde swein, / obentin und kamelein, /
ainhuren und rinoceros HvNstAp
10140.
– als Sinnbild für Christus (vgl. J. W. Einhorn, Spiritalis unicornis, München
1976):
div salige gebûrt unsers herrin ist bezeichent mit einem tîere
vil vreissam, heizzit einhurne, uon div daz iz niewan eines hornis hat
Spec
14,2;
des suochtest dû [Christus] der megde
schôz, / alsam der wilde einhürne in sîner nôt / ze der juncfrouwen fliuhet
KvWLd
1,175;
also demo einhurnin niman geuolgenne mag. sone mag ouh nehein
man uernemin daz gerune unsiris trotinis ÄPhys
3,10;
lewe, einhorne vnde lebart, / are, calb vnde lamp, / vnse trost
vnde unsir heilant Litan
114;
Rumelant
2,368b
MWB 1 1541,1; Bearbeiter: Runow
einhûs
stN.
‘Einsiedelei’
in einem einhûs / [...] / in dem eremitorio
LvRegFr
3373
MWB 1 1541,21; Bearbeiter: Runow
einitz
Adj.
→
einez
MWB 1 1541,23;
einkorn
stN.
‘Einkorn’, eine Getreideart (Triticum monococcum, vgl. Marzell 4,814f.,
Körber-Grohne, Nutzpflanzen, S. 321-325):
eyne schelfil einkornes, der do geit von des Reiningers wingarten,
[...], vnd git man ein iar einkorn, des andern habern,
des dritden nuwetsniht UrkHerrenalb
6,326
(a. 1342);
halicastum: einkorn VocOpt
13.126;
SummHeinr
1:206,458
MWB 1 1541,24; Bearbeiter: Runow
einkôsen
swV.
‘im Stillen (mit Gott) sprechen’ (s.a.
einreden
):
do vie er an neiswi in im selben ze einkosene mit got
Seuse
88,14
MWB 1 1541,32; Bearbeiter: Runow
einkriege
Adj.
‘streitsüchtig, uneinsichtig’
die [Uneinsichtigen] alse herten sin habent und
alsô einkriege sint PrBerth
1:531,23;
daz ist allez von dem selbherren gemüete unde von dem selbherren willen, den
in [sich] die einkriege liute genomen hânt ebd.
1:531,36
MWB 1 1541,35; Bearbeiter: Runow
einkriegec
Adj.
‘streitsüchtig, uneinsichtig’
obe dv einchriegig were an dinem svnderlichen sinne Bihteb
40.
59
MWB 1 1541,41; Bearbeiter: Runow
einkürec
Adj.
‘in sich stimmig, schlüssig’
dise wisheit [Gottes] waz an allen
reden / einkuric und gliches mutes, / wen her nie nicht ungutes / geschuf
HeslApk
11565
MWB 1 1541,44; Bearbeiter: Runow
einlant
stN.
1
‘abgelegenes Land’
2 bes. ‘Insel’
1
‘abgelegenes Land’
dar nâch wart er schiere gesant / in ein vremedez einlant, /
dâ er von hungers nôt verdarp RvEBarl
5074;
von einem grôzen einlant. / dâ wârn rouber inne
EnikWchr
10710
2
bes. ‘Insel’
Thîle ist ein einlant, / ein breit insele in dem mer
UvZLanz
7994;
sant Johannes von Patmos, von dem einlande Konr
3 W1,108;
besit an ein einlant / warf uns der sturm mit gewalt
Vät
11420;
PsM
Per 5,10;
Mechth
4: 18,9;
RvEAlex
5205
MWB 1 1541,48; Bearbeiter: Runow
einlich
Adj., Adv.
1
‘einheitlich’
1.1
‘ungeteilt’
1.2
‘einhellig, einmütig’
1.3
werden
‘sich zu etw. entschließen’ (mit Gen.) 2
‘einfach’
1
‘einheitlich’
1.1
‘ungeteilt’
die note sich einlich figuret [
‘gestaltet sich als Einheit’, vgl. Anm.z.St.] , /
quadriret zaiget si sich herlich naturet FrlSuppl
11:201,108.
– meist bezogen auf Gott:
got, in der einekeite drilch / und einlich in der trinitat
KvWGS
329;
einlich indriu geflohten / bist dû
KvWLd
32,5;
sus sint die drî ein eineg got. / sus ist daz êweclîche leben /
einlîch und drîlîch underweben, / ebenêwec, ebenhêr Erlös
6026;
LvRegFr
5044;
KvWSilv
2965.
–
so ist ez [
daz licht der clarheit
] doch einlich: ein forgenclich licht, und was daz diz licht
da Paulus got inne irkante Parad
44,18
1.2
‘einhellig, einmütig’
daz eineclîche minnen / sî alsô zuo ein ander twanc / daz ir sin und ir
gedanc / was niht wan ein einen / und ein einlîch meinen / mit sinnen und mit
herzen Reinfr
4230;
ein einlîch lîden ebd.
10799
1.3
~
werden
‘sich zu etw. entschließen’ (mit Gen.):
ich wirde sîn ouch nimmer einlîch, / daz ih siu mit solhen
dingen cîhe Priesterl
251
2
‘einfach’
der sol den [Schaden] gelten
[...] in vierzehen tagen ainlich oder vͤber vierzehen
tag mit der zwiguͤlt UrkCorp (WMU)
1274A,9.
– hierher oder zu 1.1:
eynlich zit oder tusent valt / han
ich [Gott] glich schir gezalt
HeslApk
22919.
– von Stoff ‘einfädig’ (im Ggs. zu mehrfädigen Stoffen, vgl.
zwilich
):
daz man die linwate wurch zwilich und einlich als die
ratgeben gesetzent habent StRAugsb
315,11;
trilex: drilich. bilex: zuilich. simplex: einlich SummHeinr
1:321,67.
– subst.:
si wellent daz man zwilich und einlich eines
gewantstabes brait sol machen StRAugsb
315,4;
daz man zwilich und einlich vail habe ebd.
315,30
MWB 1 1541,58; Bearbeiter: Runow
einlich
stM.
→
einlich
Adj. 2
MWB 1 1542,27;
einlicheit
stF.
‘Einheit’ (übers. lat. singularitas, im Ggs. zur Trinität):
aber zuo der irrunge der Sabelliri sülen wir vermiden die
einlicheit, daz iht abgenomen werde die gemeinsamikeit der gotlichen wesung
ThvASu
314,14
MWB 1 1542,28; Bearbeiter: Runow
einlif
Num.
auch eilf.
‘elf’
ein rîche man [...], / der hêt
einlife sune Gen
1629;
ich hân die fossiure erkant / sît mînen eilif jâren ie
Tr
17137;
nim anacardi. seuenboumes. [...]
igliches eilf korn SalArz
95,46.
– subst.:
dar nach wihte er daz prot, den einleven er iz pot
AvaLJ
120,1;
maneger niuwer storje komen / hât sî ime strîte mir benomen,
/ daz ich niht weiz der einlever nôt Wh
151,29;
UrkCorp (WMU)
N806,27.
– in zusammengesetzten Zahlwörtern:
er laite unter sinem uan / ainlif hundert man
Rol
4858;
einluph tûsint santer sînes hers VAlex
789;
do von Cristes geburte warent elifhv́ndert sehszig vnde vier jar
UrkCorp (WMU)
1653,33
MWB 1 1542,33; Bearbeiter: Runow
einlift
Num.
auch eilfte, elfte; Ordinalzahl zu einlif.
‘elfte’
unz an den einleften tac NibB
813,4;
do dv́ jndictio stuvͦnt in dem einlv́ften jare UrkCorp (WMU)
3024,27;
ze dem ainlften mâl zerflœzet
si [Maria] daz eis BdN
59,35;
der eilfte vinger [euphem. ‘Penis’
]
HBirne
289.
– (in Aufzählungen) mit Ersparung des Bezugswortes:
der nvnde Fanianus, / der zehende Gymeanus, / der elfte
Mathan Herb
4831;
daz eilfte: swer vihe triͤbet anders wann fuͤr den rehten
hirten WüP
106l,1;
StrKD
41,151
MWB 1 1542,47; Bearbeiter: Runow
einlifthalp
Adj.
‘zehneinhalb’
dis selbe gvͦt giltit einlvfthalp stvcche vnd aht hvnrre UrkCorp
(WMU)
1002,16;
mit eynlift halbem schillinge ebd.
80,43
u.ö.
MWB 1 1542,58; Bearbeiter: Runow
einlœtec
Adj.
‘vom Gewicht eines Lotes’
keiner leie ander brôt, danne einvalt [La. einlötigez
] weizenbrôt PrBerth
2:87,23.
– übertr. ‘zuverlässig’
sît ich dem getriuwen friunde bin / einlœtic unde wol gevieret
[berechenbar]
Walth
79,38
MWB 1 1542,62; Bearbeiter: Runow
einlöufec
Adj.
→
înlöuftec
MWB 1 1543,3;
einlütze, einlitze
Adj.
1
‘einzeln’
2
‘einfach, von einer Art’
1
‘einzeln’
ez ensal [...] noch diekein einlizer
brûder des hûses eigen verkoufen âne des obersten capiteles willen
StatDtOrd
102,7;
die dönr machent die ainlützen schâf erwerfend ir fruht; dâ
wider gehœrt, daz man si zuo ainander samene under ain dach BdN
154,28.
–
‘einsam’
vurwart begonde er strichen / in ein wiltnusse uzem wege, / da er mit
einlitzer pflege / mochte von den luten wesen Pass III
455,6.
– präd. oder adv. ‘nur, allein’ (?):
einlitze ein roc was sin cleit Vät
6355
2
‘einfach, von einer Art’
daz vegevur, der herte schur, / da maniger wirt gehandelt sur, / daz ist nicht
einlitze. / ez hat kalt unde hitze Pass III
582,49.
– hierher oder zu 1:
uf dem bette was geleit / ein einlitze matte
Vät
31977;
ein einlitze herin tuch / breitte er uf die erden Pass III
606,24
MWB 1 1543,4; Bearbeiter: Runow
einlützec, einlitzec
Adj.
‘grundbesitzlos, abhängig’
de hominibus, qui dicuntur einluteg, [...] qui nulla
bona in agris vel vineis [...] habentes de suo labore
vivunt DRW
2,1426
(AnzGMus.; a. 1276);
eynlitzisch ebd.
2,1426
(KölnReg.; a. 1326);
dit sint dy einlitzciche luͦde van Heymbach, dy an horint den burchgreuin van
Hamerstein UrkCorp (WMU)
267,2
MWB 1 1543,21; Bearbeiter: Runow
einmâl
Adv.
→
mâl
stN.
MWB 1 1543,28;
einminneclîche
Adv.
‘mit ungeteilter Liebe’
si [die Seele] sol in grôzer girde einminneclîche
haften in got Eckh (Pf)
654,30
MWB 1 1543,29; Bearbeiter: Runow
einmüetec
Adj., Adv.
1
‘einträchtig, übereinstimmend, gleichgesinnt’
2
‘einhellig’
1
‘einträchtig, übereinstimmend, gleichgesinnt’
ze sturme si dô giengen / daz einmûtige here / vaste unz an di
burchwere SAlex
2355;
einmüetic mit dêmüete / mit einmüetlîcher güete / begiengen
sie daz gotes amt RvEBarl
15417;
west einmuͦtich unde behaltit den frîde hie in dirre werlt
Spec
53,14;
Rol
6585;
Tauler
154,10.
–
einmüetic dast ein lieplîch wort; einmüetic dast der minne
gir; / einmüetic sendiu herzen fröide lêret; / einmüetic dast der liebe ein hort
KLD:GvN
23: 4,1
2
‘einhellig’
das wir mit gemeinem rate vnd mit eynmvͤtigem willen
[...] den hof [...] verkoͮfet
hein UrkCorp (WMU)
1928,22.
–
‘einstimmig gewählt’
ain [...] einweliger vnd einmuͤtiger kuͤnig
UrkWittelsb
2,364
(a. 1340);
daz si [...] biz an einen einmutigen herren
[bis zur einstimmigen Erwählung eines Herren] zvͦ
Wirtzeburg ditz alles tuͦn UrkWürzb
41,296
(a. 1347)
MWB 1 1543,32; Bearbeiter: Runow
einmüetecheit
stF.
‘Einigkeit, Eintracht, Übereinstimmung’
wir sun uns vrowen der einmuͤtikeit und der vridebere PrGeorg
307,9;
wa sich daz hoͮpt hin kerte, da kerte sich och der lip hin:
daz betútet die einmuͤtikeit der getrúwen nachvolge sines reinen spiegellichen
lebennes und guͦter lere Seuse
339,21;
[wir] begernt zuͦ einhellekeit vnd einmvͤtekeit
[...] vnsern ernstlichen vliz vnd trahtvnge keren
UrkCorp (WMU)
N77,27;
HvBer
9885;
Tauler
162,21
MWB 1 1543,50; Bearbeiter: Runow
einmüeteclich
Adj., Adv.
adv. auch -lîchen.
‘einträchtig, einmütig’
si hæten sich wol under in zwein / einmüeteclîche und rehte in
ein / mit ir gedanken undernomen Tr
822;
arme und rîche / einmüeteclîche / mit gemeinem munde jâhen
UvZLanz
8226;
der stat einmüeticlîchez leben / kan niht dann frid und sælde geben
HvBer
4792.
–
‘einhellig, einstimmig’
die erwelunge alsô einmûteclîchen geschehe, daz man dâ iht
muge gewar werden dekeiner zweiunge StatDtOrd
94,15;
daz wir han gilobt einmuͤttikliche UrkCorp (WMU)
2980,9.
– oft in Paarformeln (z.B.):
eintrehtichlich vnd einmvtichlich UrkCorp (WMU)
482,45;
gemainlich vnde ainmvͤticliche ebd.
2746,7;
willeclichen vnd einmuteclichen ebd.
N408,21;
gelihlich unde ainmuͤteklich UrkSalem
2,481
(a. 1295)
MWB 1 1543,60; Bearbeiter: Runow |