e – ëbenbürtecheit ëbendol – ëbenguot ëbenheilec (?) – ebenisch ëbenjunc – ëbenmenden ëbenmensche – ëbenstrenge ëbensuoʒe – ëbenwette ëbenwîch – êbrëchærinne êbrëchec – eckerich eckerlîn – edelkeit edelkint – effede effelîn – ege|sam eges|bærec – êhaftec, ehtec êhafteclîche – ehten ehter – eichermel eichgrabe – eidigen eierære – eigenerge eigengeborn – eigenschaft eigenschaftlich – einbærkeit einbærunge – einent einenthalp, einenthalben – einhalp, einhalben einhël – einlift einlifthalp – einöuge einöugec – einstirn einstrîtec – einvach einvalt – einworhte einwort, einwürte – eischtac eischunge – eiterbluome eiterbrâme – eitertrache eitervar – êkonvrouwe ekub – elfenbein elfenbeinîn – ellendeclich ellenden – elmëʒ
elne, elle – emb- ember – emʒlîche en – enbicobe enbieten – enbore enbœrec – ende endeblat – endeschaft endeslac – enein hëllen enein komen – engegenen engegengân – engelkeiserinne engelkôr – engelvürste engelwësen – englîmen englimmen – enhundert enîdrus – enklieben enklœʒen – enmitten enmittenzwei – enphrüenden enphüelen – ensîten enslîbe (?) – ent- ent|ænegen – enthalben enthalt – enthitzen enthiuten – entlegen entlêhenen – entliutern entlocken – en|toben (?) ent|ordenen – ent|rigeln ent|rîhen – entsagen entsagunge – entschîben entschicken – entsebelich entseben – entslîchen entsliefen – entspitzen entsprëchen – entsüenen entsunkenheit – entvëlhen entvëlhigen – entvliehen entvlieʒen – entwachen entwâfenen – en|twelmen en|tweln – entwësenen entwëten – envalten envar – ênzeclich enzeichenen – enzückunge enzündærinne – ephichwurz ephimera – erargen erarmen – erbarmen erbarmhërze – erbeclîche erbedienest – erbe|insigel 1erbeiten – erbelôsunge erbeman – erbeschilt erbeschrîn – erbeveste erbevîent – erbieten erbietunge – erblœʒen erblüejen – erbrogen erbrüeten – ërden-, ërtmëʒʒer ërden-, ërtvruht – erdiuten erdoln – êregîtec êregîtikeit – êrenhüetære êrenhüge – êrenvest êrenvrëch – ergëben ergëbenheit – ergetzen ergëtzen – erglitzen erglîʒen – ergrisgramen ergriulen – erharn erharten – erhogen erhœhen – eringrieʒ
erinnern – erkennelich erkennen – erklepfen erklîben – erkræjen erkrallen – erkuolen erkuolunge – erlegen erlêhenen – êrlich erlîden – ér|lôn erlônen – erlusten erlustigen – ermelzipf ermen – ernacken ernaʒʒen – ërnesthaftic ërnesthafticheit – erqueln erqueschen – errîhen erringen – erscheinunge erschellen – erschrîben erschricken – ersîhen ersiht – ersnellen ersnîden – erstandunge erstarken – erstieben erstîgen – ersuochære ersuochærinne – ërtbærec ërtber – ërtgerüste ërtgruft – ertougen ertouwen – ertücken ertumben – ervære ervâren – erviselunge erviuhten – ervreisen ervriesen – erwahsen erwæjen – erwëgen erwëgen – erwermen erwern – erwîtern erwîʒen – erzeigen erzeigunge – erziugen erziugunge – eschenbürnen ê|schillinc – esellîp eselmære – esser estel, estelîn – ëtevil ëtewâ – etzweide etzwise – êwelich ê|wëlten – ê|wise ê|worhte – ëʒʒesac ëʒʒic – eʒʒisch|türlîn
|
êwarttuom
stN.
s.a.
êwartentuom
.
‘Priestertum’
daz êvvartom der altûn ê vür beceichenota daz êvvartom der niuvvun ê
PrWack
20,53;
daz ewartum daz si do begiengen in der alten e, daz niur ein
bezaichnung waz des ewartumes daz man nu beget in der heiligen christenheit
PrOberalt
157,15
MWB 2 5,27; Bearbeiter: Bohnert
êwe, ê
stswF. swM.
vereinzelt ee (z.B. Lanc , HvHürnh ,
Eckh (J) ),
eh BrZw
53;
ehe Daniel
7826;
im Sg. überw. ê (êwe z.B. JPhys ,
TrSilv , Mühlh ).
– selten swF. (
Eckh(J)
88,13.18.24;
Frl
2:16,2,
viell.
Will
65,5;
HeslApk
10384
) oder, bes. mfrk., swM. (z.B.
MarlbRh
42,5.
94,26.
95,31
u.ö.;
Lilie
59,28;
MfrkReimb
115;
Seifrit
1992;
Tauler
64,14
).
1
‘Gesetz, Recht, Ordnung’
1.1 mit Betonung der Vorstellung dauerhafter Ordnung 1.1.1 bezogen auf gesellschaftliche Verhältnisse: ‘Gesetzlichkeit,
Rechtsverhältnisse, Rechtsordnung’
1.1.2 in anderen Beziehungen 1.2 eher i.S.v. ‘Satzung, Vorschrift, Regel’
1.3 vorwiegend religiös bestimmt: ‘Gesetz’
1.3.1 bes. das mosaische Gesetz, die Bücher Mosis, i.w.S. das Alte Testament der
Bibel; oft mit Bezug auf das vorchristliche Judentum, dann meist diu
alte ê 1.3.2 die Lehre Christi, seine Gebote; in den Verbindungen kristen ê ,
diu niuwe ê
‘das Neue Testament’ (im Ggs. zu 1.3.1 ),
unseriu ê 1.3.3 übertr.: ‘Gesetzeserfüllung’
1.4 für die biblischen Texte 1.5 als (heilsgeschichtliche) Zeitbestimmung 1.6 allg. ‘Religion’ , meist in Gegensätzen 2
‘Ehe’
3
‘Ewigkeit’ , auf die Überzeitlichkeit Gottes bezogen
1
‘Gesetz, Recht, Ordnung’
1.1
mit Betonung der Vorstellung dauerhafter Ordnung
1.1.1
bezogen auf gesellschaftliche Verhältnisse: ‘Gesetzlichkeit,
Rechtsverhältnisse, Rechtsordnung’
Minoz [...] gap / ê und
einunge urhap / ze Crite [Kreta] dem riche
RvEWchr
20199;
urleüg zerstört die ee und die stäte
HvHürnh
6,11;
der marchraff [...] maht in
[Atzo] ze schenchen nach des lands ê
StiftZwettl
10;
Trauformel
7;
dem lande ein site, ein werndú ê
RvEWchr
8237.
15334;
RvEAlex
1797;
UrkCorp (WMU)
2345,13.
–
‘Recht, Sitte, Brauch’
dâ si ze riter wurden nâch riterlîcher ê
NibB
33,3;
Kudr
1667,1;
sie taten den toten als e, / nach irme site, nach
irre e / vnd nach irme rechte Herb
12904;
nâch der welte ê TrudHL
12,25;
Winsb
22,5.
–
die selben brechent uns diu reht und stœrent unser ê
[Gewohnheiten]
Walth
83,25;
David [...] gebot das
man das [Verteilung der Beute] solte / han ze
einir gewonlichen ê RvEWchr
26193;
die sunder e [Sonderrecht]
Frl
5:104,8.
–
‘Stand’
wan got drey ê gesetzet hât: deu êrst daz sint wiertleut
[Eheleute]
[...], di ander ê daz sint di phaffen
[...], di dritt daz sint di ritter
RbRupr
68.
– i.w.S. auf Rechte bzw. Pflichten bezogen:
er [Aeneas] kvnde sin
recht vnde sine e / vil wol Herb
3218;
seht, wie der bischolf hât behuot / sîn ê unde ouch sîn guot
WälGa
6542;
ûf mîn ampt und ûf mîn ê, / daz lêre ich unde râte StrKarl
1808;
PrBerth
1:85,25
1.1.2
in anderen Beziehungen:
für gottgegebene bzw. natürliche Gesetzmäßigkeiten:
ain æltiuͤ baz [=
base
] / [...] wil
got sin e verkern, / daz sy wil die juͦng lern, / wie sy wizz dez
mannez willen Teichn
536,41;
HvHürnh
9,3;
zem erstenn [sc. altert der
Mensch] von der natürlichenn ee, die von recht geschiht
der nature, das ist von dem alter ebd.
41,2;
Frl
10:2,3;
si [Juden] behielten
auch der gebuͤrtlichen e [lex
naturalis] nicht: daz du dir nicht wellest tuͦn,
daz entuͦ auch niement PrOberalt
165,28.
–
‘Beschaffenheit, Wesen, Art’
ein îwelîch ding diu é noch havit, / dî emi got van êrist virgab
Anno
3,17;
ein wolf [...] tut doch, daz er tun sol,
/ vnt enchvmt von seiner e nicht, / swaz im ce læiden geschiht
Warnung
457;
der pitter [sc. zäher
‘Harz’] ist guotes smackes, aber er
zepricht sein ê, wenn man andern zäher dar zuo mischt, der niht sô
pitter ist BdN
358,8;
Eckh(J)
90,8.
– umschreibend:
di spende was geschehen [...] / den armen
nach gar milter e Elis
7703
1.2
eher i.S.v. ‘Satzung, Vorschrift, Regel’
mag aber der der den schaden [Verlust eines Auges oder
Gliedes] getan hat dez geldes nicht gehaben, so richt man nach
der e oder nach dem rechten [Grundsatz] , ain aug um
daz ander, hant um hant und also um die andern gelider StRBrünn
345;
vur ein ê hant si [Sarabaiten] der girde
wolluste BrHoh
1;
Vät
10668.
– übertr.:
deist liebe reht, deist minnen ê Tr
11858;
dû [Maria] enstirbest niht
nâch menschen site; / der tôt getuot dir nimmer wê / nâch tôdes
vleischlicher ê KvHeimHinv
540.
–
‘gesetzter, vorbestimmter Zeitpunkt’
ez stirbet vor sins todes ee / je dheyner slaht man Krone
20679
1.3
vorwiegend religiös bestimmt: ‘Gesetz’
(selten ohne best. Art. oder Poss.-Pron.:
Spec
15,31.
31,17.
52,15;
VMos
52,28;
RvEWchr
10717
)
1.3.1
bes. das mosaische Gesetz, die Bücher Mosis, i.w.S. das Alte Testament der
Bibel; oft mit Bezug auf das vorchristliche Judentum, dann meist diu
alte ê:
diu buoch von der ê / diu wir haben von Moysê
KvHeimUrst
1549;
do got die e gab, daz det er vngesihtecliche mit
Moysi vnde mit den wisagin Lucid
96,18;
der alden vater e HeslApk
14765.
–
dannen ist in der êwa sus giscriben: die
hînam [Hyäne] nescolt tu nieht ezzen
JPhys
6,2.
17,15;
daz liset man in der alten ê Rol
7021;
ia, ist nach der alten e / dirre wolf Ysengrin
besniten ReinFu
K,1012;
behutent si dev zvei gebot [der
Gottes- und Nächstenliebe] so ist dev ê irfollet
VMos
55,19.
– die Zehn Gebote:
got hiz den sinen / eine ê scriben, daz si dar
ane sahen / waz in ze tuͦne ware VMos
52,28;
daz dich di e uirtilige, di got Moisy gab in dem
berge Synay ErfJud
9;
Lucid
30,11;
PfJud
20.
–
bézzer ist dîu mûoterlîche sûoze mînes euangelii
[...] dánne der álton êuuon asperitas
Will
65,5.
7,4;
elliv div ê der iûdin div ist uerwandilot in die
hoczit ditzes tâges [Ostern]
Spec
54,18;
VMos
51,27;
KvHeimHinv
315.
– jmd. kennt, versteht, lehrt die ê:
daz waren der juden scriber die si diu e lerten
PrOberalt
95,34.
142,14;
der waz gelert und waz im diu e chunt ebd.
153,24;
nv nemet vnter iv die, die die ê wol chvnnen
Konr
10,46.
10,48.
– auf heidnische Verhältnisse übertr.:
dô reit der hêre Chôres, / der Troiâre prêster / unde ir êwe
mêster En
9066
(
ebd.
9100
ist Chores ein →
êwart
); andererseits:
die haiden, die verlazliche lebeten
an [ohne] ê Spec
47,8;
Roth
481
1.3.2
die Lehre Christi, seine Gebote; in den Verbindungen kristen ê,
diu niuwe ê
‘das Neue Testament’ (im Ggs. zu 1.3.1),
unseriu ê:
er truoc den touf und kristen ê Parz
108,21.
13,26;
Wig
8218;
unser ê diu niuwe / nâch Kriste wart genennet
Parz
752,28;
di cristinlichen éé Rol
2032;
niuwe unt alt êwa JPhys
27,19.
9,16;
swelh sæliger sich aber toufen lât / und erchennet got
nâch unser ê, / dem enschadet dehein erbesünde mê KvHeimHinv
777;
PrOberalt
134,22.
134,24;
der gnaden ê RvEWchr
12885;
dú ê der kristenheit ebd.
11978;
daz got wurde mensch, uns sayt / der geloube
[...] der nwen e TvKulm
1139.
–
diu gotes ê:
HimmlJer
466;
Rol
6186,
übertr.: ‘sakramentale Handlungen’, in
Umschreibungen für das Interdikt:
swer niht alliu jâr bîhte, dem sult ir kein gotes ê niht tuon
PrBerth
2:224,7;
diu selbe stat, dorf oder marcht [die den Flüchtigen
aufnimmt ] alle die wil und er dar inne ist, sol ane
gotes e sin UrkCorp (WMU)
888,8.
933,25
1.3.3
übertr.: ‘Gesetzeserfüllung’
lat die juden in vride leben / wand sie sinz gotes kindere. / hie von
sie nieman hindere / der e gegen iren got Hester
1817;
her [Teufel] virbôt imi alle Cristis é
Anno
46,12
1.4
für die biblischen Texte:
pharisei die heten die e geschriben under den juden und
lerten die PrOberalt
148,26;
werde gilesin vor din gestin di eh
gotlichiv [
legatur coram hospite lex
divina
]
BrZw
53
1.5
als (heilsgeschichtliche) Zeitbestimmung:
dô wolte uns helfen der heilige geist unde
uirsvͦchte dc in drîn zîten: uor ê, under ê, under der gnâde
TrudHL
3,12;
Lucid
118,11;
PrOberalt
13,20;
under der heidenischen ê / vor Corinêis jâren, / dô risen
dâ hêrren wâren Tr
16690;
auch Pl.:
bi den alden ewen HeslApk
2975;
in den ewen ebd.
9282
1.6
allg. ‘Religion’, meist in Gegensätzen:
swenne dvͦ dich bikeris / na der iudischer ewe
TrSilv
497;
PrBerth
1:357,7.
–
nu ânet iuch der heidenschaft, / und minnet mich nâch
unser ê Parz
94,15.
55,25;
UvEtzWh
3713.
–
bî im [an Etzels Hof] was
z’allen zîten [...] / kristenlîcher orden unt
ouch der heiden ê NibB
1335,2;
Märt
12306;
RvEWchr
3208.
–
do schieden
sie [Nikolaiten] mit arbeit / ir e von der
cristenheit HeslApk
2782.
10384;
sie bat in daz er [...] leben solde /
swelcher ê er wolde UvEtzWh
6846;
der ritter wesen wil der muß
[...] alweg fechten umb den glauben zu stercken
und die ee Lanc
123,14
2
‘Ehe’
Artûs gab Itonjê / Gramoflanz ze rehter ê
Parz
729,28.
440,13;
dâ wâren pfaffen genuoge: / die tâten in die ê zehant
Iw
2419;
Wig
9423;
Kudr
6,3;
Freid
75,9;
die elephanten [...] prechent ir ê niht BdN
135,10;
RvEWchr
5276.
–
ez gienge im harte sêre / an sîn ê und an sîn êre
Tr
13648;
daz er ir [Ehefrau] den lip
niht nam, / daz liez er durch die lute me / denne durch die geistlichen e
StrKD
145,10.
– jmdn. ze (sîner, rehter) ê nemen, haben:
deswar, / ver Hersant, nv sint iz siben iar, / daz ich vch
zv miner e nam ReinFu
K,1219;
dâ nemet si offenlîche / vor mâgen und vor mannen ze ê
Tr
1629;
NibC
327,3;
Wig
963;
nim den man ze dîner ê Wernh
1617;
Mühlh
144,14;
ze rether ê / habe eine und decheine me
RvEWchr
11692;
daz süeze wîp [...] het einen
werden man zer ê KvWHerzm
61;
doch hete er si ze friuntschaft / und niht ze
stæteclicher ê KvWTroj
12979;
weitere Belege im WMU.
– jmdm. ze (rehter) ê werden:
herre got, gefüege sie mir, daz sie mir werde zu rechter e Frl
13:39,6;
daz dir ein man wirt zu der e ebd.
13:60,2;
RvEWchr
6280;
Cato
376.
–
zer ê grîfen, sich zer ê haben
‘sich verheiraten’
ob einez manne sun oder tohter zer e grift
an [ohne] ir friunt rat StRAugsb
6,11;
Mühlh
142,15;
SpdtL
139,1;
sus was ir wîpheit bewart /
[...] unz an die zît / daz si zer ê sich habte sît
Wig
9367;
von Paaren:
daz ein man unde ein vrowi zusamini cumin an rechtir ewi
Mühlh
137,26.
131,5.
136,10;
UrkCorp (WMU)
N238AB,2,22.
–
mit, an der ê
‘verheiratet’, âne ê
‘unverheiratet’
wertliche lûte mit ir ê oder ledich wesende
StatDtOrd
52,25.
28,24;
wiertleut [Eheleute] die mit recht an der ee
siczent RbRupr
68;
SpitEich
5,5;
sturbi dan der kindiri sichein ane ewi
Mühlh
142,14.
–
ze glîcher wîse als ein ê ist ûzwendic zwischen vrouwen und manne, also
sol ein ê sîn zwischen der sêle und gote Eckh
4:686,26.
– übertr.: ‘Ehegatte’
daz liep muͦz sin min e Rennew
4262.
3536
3
‘Ewigkeit’, auf die Überzeitlichkeit Gottes bezogen:
der lîp den ente genam, diu sêla fuor ze gotes êwen
Gen
1039;
wie got in siner ewen vant den sun, als er daz wort gebar Frl
2:16,2;
sich ein ieclich ding veraldet / ken siner
[Gottes] ewen ewikeit Hiob
63;
als gotlich wesen ist in im selber mit allen den volkuͦmenheiten, di da
heizzen di ewigen ewen, di den wesen wesenlich sint Eckh(J)
88,18.13.24.
– oft in Übers. der lat. Formel in saecula (saeculorum):
von ewen zuo den ewen / got gnade ir aller sele
VEzzo
11;
von ewen zewen BenGeb
94;
SpdtL
104,14;
uon ewen unze ewen VMos
70,6;
HimmlJer
172;
SüklV
740;
von ewin wan zen ewin Roth
4419;
Ägidius
1137;
immer von ewen zu ewen HeslApk
1082
u.ö.;
–
des ist mîn sêle genern in êwe Gen
1544;
nû unt in êwin ebd.
3036;
Roth
4479;
he [Christus] richet eweliche /
in einer ern, in einer gewalt, / diͤ niͤmer zuͦ ewen wirt
gevalt MarlbRh
47,12;
HeslApk
21424
MWB 2 5,34; Bearbeiter: Bohnert
ê|wëc
stM.
‘rechtmäßiger, öffentlicher Weg’
vmbe die êewege vnde vmbe die straze, die man gicht, dc si sin verschlagen
UrkCorp (WMU)
311,24;
und sol der selbe wechter vnd sin gesinde ein offenen êweg han in der ebtissin
hus UrkAargau
1,4:30,20
(1. H. 14. Jh.);
dishalben dez êweges UrkRegensb
655
(a. 1348)
MWB 2 8,51; Bearbeiter: Bohnert
êwede
stF.
‘Ewigkeit’
die hailigen zwelfpoten [...], die da sizzent ob dem
tische der ewigon wirtschaft, der niemer ain ende genimet von ewedon ze ewededon
PrSchw
2,126
MWB 2 8,58; Bearbeiter: Bohnert
êwelich
Adj., Adv.
mfrk.; s.a.
êwiclich
.
1
‘ewig, immerwährend’
2 rechtsspr.: ‘ewig, unverbrüchlich, unabänderlich’
1
‘ewig, immerwährend’
bit rehte mohte on [ihn, den Menschen] got werpen
zuͦ [...] deme ewilicheme vure Lilie
27,30;
die eweliche vrowede ebd.
6,4;
dat eweliche wort [Christus]
ebd.
14,5;
dis boumes vrucht is ’t ewlich leven
MarlbRh
8,1.
122,10;
MarldA
194;
StatDtOrd
29,9.
– Adv.: ‘ewig, für immer’
so si wir sculdich irkorn / vnde sin eweliche uerloren
Roth
4469;
wasset und meret ur geslecht
[...]; / want yr nicht ewelich muͦeget leben, /
dair umb ist uch daz gegeben MinneR496
73.
25.
36;
an underlaz ind eweliche MarlbRh
13,40.
47,10;
Lilie
7,9.
41,22
2
rechtsspr.: ‘ewig, unverbrüchlich, unabänderlich’
sî mugen ouch lûte, wîp unde man, knehte unde dirnen, zu
êwelicheme rehte besizzen StatDtOrd
30,16;
umbe ewelichen vride UrkCorp
62,26.
3469,34;
zwa mark geldes [...], dye wir unde alle unse erben
der selber iunffrauwen Kunegunde [...] erffeliche unde
eweliche alle ierliche [...] geben unde bezalen solen zo
eyme rechtem ewelichem cynse UrkDOKobl
1,408
(a. 1348).
– präd.:
vmbe dat [auf dass] allit, dat hievore
gescriuin steit, vns inde vnsin luͦdin [...]
vast inde euwelig si UrkCorp (WMU)
62,32.
– Adv.:
verkoufft [...] erffligen ind eweligen
UrkGerKöln
363
(a. 1336).
364
(a. 1336);
eweliche ane wedersprachen UrkDOKobl
1,397
(a. 1336);
UrkCorp
62,28.
3470,28;
UrkBerlin
143
(a. 1320)
MWB 2 8,62; Bearbeiter: Bohnert
ê|wëlten
Adv.
‘vor Beginn der Welt, von Ewigkeit her’
nû solt dû wizzen, daz got in dirre unbewegelîchen
abegescheidenheit ist êwelten gestanden und noch stât Eckh
5: 413,6.
5:418,6
MWB 2 9,27; Bearbeiter: Bohnert
êwen
swV.
1 zu
êwe
1
1.1
‘dauerhaft, rechtsgültig machen’
1.2
‘stiften’
2 zu
êwe
2
: ‘ehelich machen, legitimieren’
3 zu
êwe
3
: Part. Prät.: ‘ewig’
1
zu
êwe
1
1.1
‘dauerhaft, rechtsgültig machen’
wan ich aigenne insigel nit han, so sint durch mine bet disiu wort mit den
jnsiglen dés herren Hainrichs von Nidégge [...]
geuéstenot un̄ geewet UrkCorp (WMU)
1870,33
1.2
‘stiften’
hiut ist chirchwei dises heiligen gotes huͤses,
daz iz geewet vnd gewichet vnd geordinot wart da czu, das man got hie inne
dienen sol Konr
23,6
2
zu
êwe
2
: ‘ehelich machen, legitimieren’
gewinnet ein man ein chint vneleichen, der babest ewet ez wol SchwSp(R)
80,333.
–
‘ehelichen, heiraten’
da eîn fri Swebenne ewet ain Swab, der ist ain fri man, da mǒz er im siben
hantscǒhe han Trauformel
1
3
zu
êwe
3
: Part. Prät.: ‘ewig’
an anegeng immer geewet, got vater, din gewalt mach uns vorrichtet / der
wisheit JTit
28,2
MWB 2 9,31; Bearbeiter: Bohnert
ê|wërc
stN.
‘Stand, Standesrecht’
swer sine triwe brichet [...], wirt er des uberwunden
mit siben, di von ritters ewerchen sint, ob er selb von ritters ewerchen ist, oder
mit siben gebourn, ob er selb ein gebour ist, der sol rehtlos und elos sin
UrkWittelsb
1,150
(a. 1255).
–
nû wil ich iu sagen umbe den bûman, / waz er nâch der pfaht
solte an tragen: / iz sî swarz oder grâ, / niht anders reloubet er dâ; / gêren
[keilförmiger Einsatz des Gewandes] dâ enneben, / daz
gezimet sînem leben [...]. / ist der gêre hinden oder vor,
/ sô hât er sîn êwerch verlorn Kchr
14802.
–
ob man einen man an sinen eit sprichet oder an sinvͥ é werch
[...], dirre dinge mag nieman den andren vͥber
zivgen wan der sin genoz [Standesgenosse] ist
SchwSp
123a;
ob div clage an ir lip oder an ir gesvnt oder an ir é werch gat ebd.
50a.
150a;
StRAugsb
133,12.
111,5.
124,24
MWB 2 9,47; Bearbeiter: Bohnert
ê|wërnde
Part.-Adj.
‘immerwährend, dauernd’
so gebin wir vnserr stette jnsigel an disen briͤf vͤber den
koͮf, alse dar an gischriben stat ze eime êwernden vrkivnde
UrkCorp (WMU)
2677,8
MWB 2 10,1; Bearbeiter: Bohnert
êwic
Adj., Adv.
auch êwec.
‘ewig’
1
‘unendlich, überzeitlich, zeitlos’
1.1 überw. von Gott und den göttlichen Personen ( vater,
sun/wort ) 1.2 auf den Menschen bezogen 1.3
êwigiu dinc
‘Ewiges, Göttliches’
1.4
êwigez niht/iht 1.5 Ausdrücke für Ewigkeit steigernd 1.6 auf Punktuelles bezogen ( nû, aneblic, anegenge, ursprunc, geburt,
geberunge ) 1.7 subst. 1.8 adv. 2
‘immerwährend, in Ewigkeit fortbestehend; unsterblich,
unvergänglich’
2.1 vom ewigen Leben, der ewigen Seligkeit u.a. 2.2 von Tod, Verdammnis, Hölle u.a. 2.3 auf die Jungfrauenschaft Mariens bezogen 3
‘beständig’ , für lange, für alle Zeit, für immer andauernd,
bleibend, geltend 3.1 allg. 3.2 häufig in Urkunden, meist auf Stiftungen, Gülten, Abgaben bezogen
1
‘unendlich, überzeitlich, zeitlos’
1.1
überw. von Gott und den göttlichen Personen (vater,
sun/wort):
des helf uns der ewige got. amen Tauler
246,3;
si [Engel] namten den vatter
den ungeschaffen ewigen got, den sun die unbegunnen wisheit
Mechth
4: 14,9.
7:50,2;
Roth
4455;
Rol
4197;
Konr
3 W1,137.
–
der hilig christ und der ewig vater und der hilig
geist sint drei namen und ein warer got PrOberalt
54,35.
109,26;
Tauler
51,1;
Mechth
6:15,76;
Spec
20,16;
Ägidius
407.
–
der ewige vatir tihtot. der ewige svn werchot PrWack
3,33;
die ander persone das was ie der ewige sun
Mechth
4: 14,15.
4:3,30;
Tauler
95,3.
–
alle crêatûre sint in dem êwigen worte gesprochen
Eckh
5: 418,8;
da wart daz ewige wort ingefleischit Parad
18,33;
Tauler
111,25.
334,13;
HvFritzlHl
22,27.
44,15.
– subst., Oxymoron:
der ewige zitliche wart geborn, gemartilit, gecrucigit und getodit
Parad
29,25.
– präd.:
der ewich ist an anegenge vnde iemer ist an ende, der
ist geborn dvrh vns Spec
24,20;
irn seht mich niht toͤtlichen, ir seht mich
ewigen PrOberalt
99,34;
Mechth
4:26,8;
Seuse
171,17;
Tauler
82,12
1.2
auf den Menschen bezogen:
du allerarmester mensche, bekantestu werlich die ewigen
gotheit, so were das unmugelich, du enbekentest oͮch die ewigen
menscheit, die da swebet in der ewigen gotheit Mechth
7: 47,14;
manig ewig mensche Tauler
78,17.
– präd.:
got, [...] ze aller jungest
gescuofe du den man [...]. / du blies imo dinen
geist in, / taz er ewic mahti sin SEzzo
36;
unser herre got [...] hat uns gelobt er wolle
uns ewich machen, wane er selbe ewich ist PrLpz
239,7;
PrOberalt
170,41;
KvWSilv
3755
1.3
êwigiu dinc
‘Ewiges, Göttliches’
aber sôgetâne liute [die das überzeitliche
Wesen Gottes nicht verstehen] wellent schouwen und smacken
êwigiu dinc und götlîchiu werk und in dem liehte stân der êwicheit, und ir herze
vliuget noch in gestern, noch in morgen Eckh
5: 60,23.
4:182,45;
Eckh(J)
64,23;
Tauler
249,4.
27,15
1.4
êwigez niht/iht:
ein ewiges niht und sin zitlichú gewordenheit
Seuse
341,8.
343,25.
353,19;
das er niht suochende das niht ist verliese das iht das êwig ist
PrEkkewint
229
1.5
Ausdrücke für Ewigkeit steigernd:
wer [...] die läut lêrt zuo der
gerehtikait, der scheint an dem jungsten tag [...] sam
der lieht sunnen schein in der êwigen êwichait [
Dn 12,3: in perpetuas aeternitates
]
BdN
214,19;
Mechth
7:1,10.
5:8,14;
Eckh
1:319,7;
auch die êwigen êwen ( →
êwe
3
).
1.6
auf Punktuelles bezogen (nû, aneblic, anegenge, ursprunc, geburt,
geberunge):
wan got ist in dirre kraft als in dem êwigen nû Eckh
1:34,2;
EvBeh
Einl. 16;
daz got in sînem êrsten êwigen anblicke
[...] alliu dinc anesach, als sie beschehen solten
Eckh
5: 415,2;
da angenget der gvͦt sant Johannes sin ewangelium
mit dem ewigen angenge Konr
3 W1,167;
DvAStaff
1;
Tauler
47,26;
DvAOff
31;
êwig geburt, gotlich ein lamp SM:EvS
2: 1,1;
Tauler
29,9;
Eckh(J)
17,5
1.7
subst.:
ern [der Mensch] sol niht als ein vihe gan /
des antlütze gein der erden stat / und niht ewiges an im hat
Stricker(Sch)
122,38
1.8
adv.:
der ewig unbegriffelicher got Mechth
7: 21,8.
4:23,13;
diu êwic geborne wîsheit Eckh
2:279,2.
2:600,12;
sin ewig wolgevelleclicher wille Tauler
30,11.
380,16;
KvMSph
3,1
2
‘immerwährend, in Ewigkeit fortbestehend; unsterblich,
unvergänglich’
2.1
vom ewigen Leben, der ewigen Seligkeit u.a.:
dîu uuúnna dés êuuegen lîbes Will
52,10;
JPhys
11,23;
daz wir von disim lebinne mugent komen zuo dem ewigen
lebinne MNat
18,33;
AvaJG
33,1;
Konr
11,31;
das lebende lebin, / das iemir stete an endis frist /
wert und iemir ewig ist RvEWchr
5347;
GrAlex
4422;
daz buoch des êwigen lîbes/lebens: s. →
buoch1
4.2
.
–
in simo [Gottes] hovi niwirt
nimmir nacht, / da ist inni daz ewigi licht LobSal
217;
swer zu dem [Teufel] chert,
der verliuset daz ewig licht PrOberalt
31,38;
Wernh
D 4424.
–
daz diu sêle, dô der lîp erstarp, / die êwigen freude
erwarp Eracl
850;
BdN
62,2;
Renner
18070;
ze der himlischen Jerusalem da diu ewig sælde ist
PrOberalt
154,13.
171,20;
gesehen [...] mit den
geistlichen augen in der ewigen sælichheit ebd.
92,1;
UrkCorp (WMU)
408,44;
Tauler
149,6.
–
dáz gedínge dés êuuegen lônes Will
113,11;
UrkCorp (WMU)
135,16;
gan in das ewig erbe in unsers vatter lant
Tauler
206,22;
Will
103,17;
nach disem leib in den ewigen eren
PrOberalt
79,15;
Tauler
399,31;
here got [...] / ich
sie [sehe] wal, de bit di [=
der mit dir
] bestat, / dat ime nimmir zegat
/ des ewigen richis Roth
4780;
Tr
8167;
Mechth
4:5,14.
– adv.:
er [Gott] gæbe im den ewigen
lip, / der da nimmir zergat / unde immir ewich stat VRechte
33;
Hochz
358.
1065
2.2
von Tod, Verdammnis, Hölle u.a.:
die aver dem tiufel dinent [...],
die habent den ewigen tot und die ewigen vinster immer an ende
PrOberalt
6,31;
Jesu Criste [...] beschirm uns
vor dem ewigen tod! KvMSph
61,26;
der stich des ewigen todes Tauler
282,33;
AvaLJ
20,1;
Ägidius
1151;
UrkCorp (WMU)
93,7.
–
fuͤr die wicen, die du den cristen hast getan,
muͦz din arme sele die ewigen wicen iemer liden Konr
5,18;
AvaJG
26,7;
PrOberalt
96,19;
daz in der vînt iht schende / und bringe in in êwigez ungemach
Renner
23963.
–
der ander tot [...], daz ist
diu ewig verdampnuͤsse PrOberalt
130,6.
128,31
( Mt 15,14; s. TPMA 2,32f.);
Litan
1358;
UrkCorp (WMU)
N433,4.
–
vart uone mir, ir ueruloͮhte, in daz ewige uiwer [
Mt 25,41
]
Spec
129,10;
EvAug
65,7.
–
daz unser aller sele irlost muͦzen werden von den tuveln und
von der ewigen helle PrLpz
224,5;
PrOberalt
86,26;
Tauler
217,28;
ich [Teufel]
[...] woͤlte gerne, das das himmelrich,
paradys, vegefúr und ertrich, das die alle ein helle werin in der ewigen
helle Mechth
5: 29,21.
– adv.:
sie sîn zu helle êwic verlorn Kreuzf
3219;
PassI/II
13,87;
Mügeln
183,9;
ein solich unlidelich ewig iemerwerende unfride
Tauler
392,9
2.3
auf die Jungfrauenschaft Mariens bezogen:
div ewige maget genas ir einborn svnes Iesu Christi
Spec
21,2;
PrOberalt
4,16.
111,8;
Konr
18,23;
Mechth
1:44,61;
daz ich [...] ein lehen
[...] han gegeben vnser vrowen, der ewigen magt von
himel, hintz Lilinveld UrkCorp (WMU)
1522,34
3
‘beständig’, für lange, für alle Zeit, für immer andauernd,
bleibend, geltend
3.1
allg.:
ez wirt ein êwic schande / den Kriechen algelîche, / daz von ir künicrîche
/ wirt alsus gezücket hin / der beste roup [Helena] ,
der under in / bî tûsent jâren wart gesehen KvWTroj
22630;
Kreuzf
2175.
5987;
des gab er sich do in den tot, / uf daz er sin volc uz der not / brehte
und ouch daz er tribe [seine Tat] / ein ewic name im
blibe Macc
3342;
dû [
lîp
] muost mir
[
herze
] gehôrsam sîn: / swenne dû
daz niht entuost, / sô wizze daz dû haben muost / manege müelîche zît: / ez wirt
ein êwiger [endloser] strît HartmKlage
900;
sweder nû tôt gelît / von des anderen hant, / und im dâ
nâch wirt erkant / wen er hât erslagen, / daz wirt sîn êwigez clagen
Iw
6964;
StrKD
28,47.
–
so geben vnd setzen wir daz der stat vnd den purgern: einen ewigen
markte ze suechen an dem moͤntage alle wochen mit allem chaufschatze
UrkCorp
2918,16;
ein halbez pfunt Pazzawer pfenning alle iar
[...] ze einem ewigen lieht
[Kerze] vnser vrowen UrkCorp (WMU)
1799,19;
daz wir ein ewigen [ständigen] priester
vnsers ordens haben sullen, der ze demme alter
[...] alle tage messe spreche sol ebd.
2472,31;
UrkAltenb
117
(a. 1308);
MGHConst
8:551,21;
DRW
3,337
(SteirLArch.; a. 1319).
–
einen ewigen [dauerhaften] steinin nôch
[Dachrinne]
UrkCorp (WMU)
N260,12;
daz [Balkenwerk] wert êwigen tac, sie
bindent ez sô vaste / daz ez von deheiner laste / niemer mac gewîchen
StrDan
614.
– präd.: jmdn.
~ machen:
[ich, Frau Sælde] wil dorch dich machen / dinen
öheim, kùnig Artus, / sin rich vnd sin husz / so ewig vnd so vest, / das yme
icht gebrest Krone
15904;
mit Präp.-Gruppe: an etw. ‘für immer Anteil
geben’
ein gu̍ldin vingerlin [...], / das ùch
an salden [l. sælden
] sachen / sal
iemer ewig machen / vnd nymmer lat geswachen ebd.
24880
(vgl.
PrLpz
239,7
unter 1.2;
UrkCorp (WMU)
222AB,12,11
unter 3.2).
– subst.:
vone diu unze in êwig [ ‘für alle
Zeit’]
Gen
2633.
– adv.: ‘für immer, für alle Zeit’
du hâst mir êwig leit gegeben / und muͦz in jâmer immer leben
AlexiusC
355;
si riefen alle ubiral: / ‘ewig lebe der kúnig
Salomon!’ RvEWchr
31517
3.2
häufig in Urkunden, meist auf Stiftungen, Gülten, Abgaben bezogen:
daz wir [...] haben gegeben den armen dvrfftigen
in dem spital ze Mvnchen vier phunt Regenspvrger, vnz ze einem ewigen sel geret
vnd in, den armen dvrfftigen, ze einem ewigen mal UrkCorp (WMU)
3583,18;
weitere Belege ebd.
–
vriliche vnd lidechlychen ze besizenne [...]
ze ewigem herbe UrkCorp (WMU)
295,42.
– häufig in der Promulgatio, Corroboratio, attr. z.B. zu urkünde,
stætigunge, stætecheit, vestenunge, kraft:
ze einem ewigen vrkunde dirre vrteil geben wir versigelt disen brief
UrkCorp (WMU)
2824,14;
weitere Belege ebd.
– präd.:
disiu svͦn sol ewich sin UrkCorp (WMU)
888,38;
so nv vndir allen geschichtin allirmeist dye schrifftliche kuntschafft
beheldit vnde ewig macht, was menschlich vorhandilt wirt ebd.
222AB,12,11;
daz diz allez stête vnd ewig si ebd.
925,27.
N647,33.
2763,19.
– adv.:
den akker zē Alpach umbe ain phunt phénninge gewónlicher múnse ewich
ze besizzenne fúr ain reht aigen UrkCorp (WMU)
2886,5.
1289,20
MWB 2 10,5; Bearbeiter: Bohnert
êwîc
stM.
→
einwîc
MWB 2 13,1;
ê|wîch|âbent
stM.
zu →
ëbenwîchâbent
, vgl.
êwîchtac
.
‘Vorabend des Neujahrstages (des Festes der Beschneidung
Christi)’
dirre brief wart gegeben ze Rúti, do man zalt von gottes geburte drivzehen
hundert iar vnde dar nach in dem phunfzéhenden iar, an dem ewiabent UrkBebenh
18,382
(a. 1315)
MWB 2 13,2; Bearbeiter: Bohnert
êwic|heit
stF.
auch êwikeit, êwekeit.
1
‘Ewigkeit, Zeitlosigkeit, Unendlichkeit’
2
‘das Jenseits, Reich Gottes, Himmelreich’
3
‘unendliche Dauer, Endlosigkeit’
3.1 allg. 3.2 auf das Leben nach dem Tod bezogen 3.3 auf rechtliche Gültigkeit bezogen
1
‘Ewigkeit, Zeitlosigkeit, Unendlichkeit’
mehtiger got [...], dir sint ungemezzen maht und
êwikeit Walth
10,3;
Stricker(Sch)
3,N38,16;
was ist das, ewekeit? das ist die ungeschaffene wisheit der
endelosen gotheit, die weder beginne noch ende hat Mechth
7: 1,11.
1:24,5.
7:1,10;
tûsent engel in der êwicheit enist niht mê an der zal dan zwêne oder einer,
wan in êwicheit enist niht zal, ez ist ob aller zal Eckh
2:16,10.
5:43,28;
Tauler
8,19.
8,32;
Parad
18,14;
[die hl. Dreifaltigkeit ist] ein angeng an ende, ain
ewichait, / ein wesen, ein liecht, ein gotheit HvBurg
3737;
PrGeorg
290,17;
HeslApk
585.
7617.
12969.
14717;
Gnadenl
5,46;
BdN
214,19.
338,29.
– im Gegensatz zu Zeit, Zeitlichkeit:
in dem aller oberesten himel da ist ewekeit
[...]. aber hie ist zit, zergenclikeit
MNat
4,4;
wan gotes sun in der gotheit und in der êwicheit niht
lîden enmohte, dar umbe sante in der himelsche vater in die zît, daz er mensche
würde und lîden möhte Eckh
5: 48,5;
sô wirt man heilic in der zît und sælic in der êwicheit
ebd.
5: 274,5.
5:112,20.
4:180,32;
sô diu zît in ir ende kumet, daz ist in êwicheit
[...] dâ enist noch vor noch nâch, ez ist dâ allez
gegenwertig ebd.
1:423,3
u.ö.;
Parad
41,33.
–
die sele ist geschaffen zwúschent zit und ewikeit
Tauler
9,13;
ein meister sprichit daz di sele si ein ecke, da sich ane stozit zit und
ewikeit Parad
25,8;
Eckh
2:133,2.
– in zeitliche Bezüge gestellt:
ich binz, die Werlt, und nam in gotes ewikeit / den ursprinc und den
anefanc Frl
4:4,1.
2:13,1;
HvHürnh
26,7;
er [Gott] hât ez
[dein Gebet] erhœret in sîner êwicheit, ê dû ie
mensche würde Eckh
5: 415,9
2
‘das Jenseits, Reich Gottes, Himmelreich’
untoetlich künic der ewicheit, / heiliger alpha et o FvSonnenburg
61,13;
der êwikeit ein krône / diu wart ir
[Maria] ûf gesetzet KLD:Kzl
2: 16,14
3
‘unendliche Dauer, Endlosigkeit’
3.1
allg.:
daz firmamentum [...] hat din
[Gott] wistuom so gevestenet von deme anegenge, /
deiz stæte hat dere ewicheite Himmelr
2,18;
stêt in strîte bederbe; / sô nemit ir [...] eines
namen êwicheit! NvJer
27122.
–
in ~
‘für immer’
der hat niht ablazzvnge der sünden in ewikeit
EvAug
83,6.
105,27;
biz in ewikeit ebd.
50,15
3.2
auf das Leben nach dem Tod bezogen:
daz leben der êwicheit Eckh
5: 274,7;
er vur von irdischer klage / in der vreuden ewekeit PassIII
240,81;
er [Sünder] mues mit noten ymmer
leben: / dew ewikait ist im gegeben HvBurg
4;
disen [den Verdammten] ist die
zit gemezzen / in ewiclicher ewikeit HeslApk
15211;
FvSonnenburg
2,11.
– mit Gen.d.P.:
wie iegelîches êwikeit / dort geriet, des hân ich iu ein teil geseit,
/ wem vreude hie sich zündet [im Himmel] und
erlischet [in der Hölle]
Loheng
2771
3.3
auf rechtliche Gültigkeit bezogen:
daz daz selbe [...] stete vnde gantze beleibe
[...], daz geit mein herre von Salzburch sein
jnsigel mit disem brief [...] zv einem waren vrchvnde
vnd zv einer gantzen ebichait UrkCorp (WMU)
3378,17;
wan bedarf wol, daz man div dinch mit briefen vnde mit gezivgen
stætecliche wernde mache, div stæte vnde ewekait ane alle widerrede haben sont
ebd.
325,6;
UrkCorp
662,35
MWB 2 13,8; Bearbeiter: Bohnert
ê|wîchnahttac
stM.
vgl.
êwîchtac
.
‘Neujahrstag (Fest der Beschneidung Christi)’
vnd swenne der wiehenahttag oder der ewiehenaht tag
[...] kvmet an dem maͤntag oder an div mitichen,
so mag man den [= denne
] an in fleis ezzen. an
ander tagen so sol man niht fleis ezzen SpitEich
14,23
MWB 2 14,7; Bearbeiter: Bohnert
ê|wîchtac
stM.
zu →
ëbenwîchtac
in Anlehnung an êwic (so SchwäbWb 2,531
s.v. Ebenweihtag) oder an êwe.
‘Neujahrstag (Fest der Beschneidung Christi)’
mentag nah dem ewichtag UrkRottw
662 Anm. 1
(a. 1351);
UrkHohenb
387
(a. 1346);
biz an den ewihtag EbnerMarg
154,2;
UrkEssl
478
(a. 1351);
ewihe tag ebd.
348
(a. 1341)
MWB 2 14,13; Bearbeiter: Bohnert
êwiclich
Adj. , -lîche
Adv.
Adv. auch -lîchen; êwenc-
SHort
672
u.ö.;
Eckh
1:239,5.
1:253,8;
s.a. WMU.
1
‘unendlich, überzeitlich’ , von Gott und Göttlichem 2
‘immerwährend, für alle Zukunft fortbestehend’
2.1 attr. Adj. 2.2 Adv.; 3
‘endgültig, unumkehrbar, unwiderruflich’
4
‘dauerhaft, für immer, auf Lebenszeit, lebenslänglich’
5 scheinbar endlos dauernd 6 Adv. beim Komp.: ‘unendlich viel, unmessbar viel’
1
‘unendlich, überzeitlich’, von Gott und Göttlichem:
daz her [Gott]
in [Mensch] irwelt hat und irkorn
[...], / zu mischende die starken art / siner
ewiclichen gotheit / zu im HeslApk
21309;
der himel und die engel haben ein wesen / an falles bruch uß
ewiglichen sachen Mügeln
9,3;
unsir herre got ist ane anegenge unde ane ende: er ist iemir ewicliche noh
engenimet niemir enhain ende PrGeorg
306,19;
Himmelr
2,32;
Eckh
1:157,6.
1:239,3.
5:44,2
2
‘immerwährend, für alle Zukunft fortbestehend’
2.1
attr. Adj.:
swer aber gotes willen tuot, / dem wirt daz êwiclîche
leben / bî gote ân ende gegeben RvEBarl
4455;
der êwiclîchen vreuden zît ebd.
4081;
dar umbe ist ime gegebin zu lone / du eweclihe himelcrone TundN
378;
daz tiefe gevelle / der ewiclichen helle
HeslApk
20322;
ein êweclîchez sterben Tr
12502;
Lucid
159,25;
Tr
4306;
Wh
19,28.
–
unde ze ainir eweclicher urkunde allir der worte, die da vor
gesprochen sint, und oͮch der getat, diu da vor beschehen ist,
eweclicher stætekait, so henken wir [...] unseriu
jsigil [l. insigel
] an dise hantveste
UrkCorp
325,48.
2345,46
2.2
Adv.;
‘für immer, für alle Zeit’
alse fróliche die heiligin selen mit gote ewicliche
lebint, dar engegin werdint di vnseligen selen gemartilt uon den tiuelen
ewicliche Lucid
159,10;
Eckh
1:99,2;
êweclîch sint si verlorn Parz
798,21;
Rol
8276;
ewiclichen an ende SüklV
220;
immer ewichlichen PrBerthKl
8,54;
Rol
30;
ob ir nv frides gert / immer vnd ewecliche
Herb
15293;
[den Toten wird ein Mausoleum errichtet] durch
daz man ewiclichen sal / gedenken irre strite zal Macc
6165;
daz si [...] nach minem tod ewichlichen mein
jarzeit sullen begen UrkCorp
3528,27. 25.
2615,7
– häufig in der Corroboratio von Urkunden:
daz ditz also stæt sei vnd ewiklich vntzerbrochen beleibe
UrkCorp (WMU)
1381AB,25;
solichiv dinc, div eweclich weren sunt ebd.
2178,42;
also, daz si [...] div selben gvͦt vnd
alliv reht svlen frilichen haben vnd niezzen vnd besitzen aigenlich vnd
ewiclich iemmer mere mit allem rehte ebd.
1359,7
u.ö.;
UrkWürzb
45,135
(a. 1338).
–
‘immer, unablässig’
æîn licht, daz in dem chrvcegange ob den toten ewichlichen prinnen sol
UrkCorp (WMU)
2246,37;
zwainzig pfenning [...] dæm gotshaus ze
Ranshofen vnd den herren, di da ewichlichen got dinent ebd.
2088,41
3
‘endgültig, unumkehrbar, unwiderruflich’
si vuoren unde holten / verlust und êwiclichen schaden
KvWTroj
19405.
20630;
wilt dû dîn künicrîche / niht vellen êwiclichen nider, / sô
gip Helênen balde wider ebd.
26515;
sie [...] anebeteten Baal, / der in
den ewiclichen val [...] / brachte der vorluste
HeslApk
15804
4
‘dauerhaft, für immer, auf Lebenszeit, lebenslänglich’
der arbeit [Hungerqualen] wart der
künec erlân, / wan er sante vor im dar [an den Ort seiner
Verbannung] / die êwiclîchen lîpnar RvEBarl
5140.
–
mîn vreude ist êwiclîch begraben / mit jâmer unz an mînen
tôt Wig
980.
11564;
vor zorn hiez er gâhen, / sîn muoter vâhen, / und hiez
sie vermûren êwiclîch EnikWchr
27217;
StatDtOrd
86,2;
daz die stern, die im [einem Menschen auf der
Nordhalbkugel] vor ewicleich verporgen waren, nu
[auf der Südhalbkugel] ansihtig wurden
KvMSph
14,30.
47,7.
50,24;
wer vmmanne hilfet bezvgen felsliche [...], daz
der ewechliche di stat sal rumen UrkCorp (WMU)
903,40
daz der sal [...] nimmer mer
sedelhaft werdin in Wirzeburg immer ewiclichin WüP
9,14;
Greg
2062.
– formelhaft in Beteuerungen, Adv.:
dâ von muoz mîn herze sweben / in jâmer êweclîche Reinfr
24037;
tuost dû nû, des ich dich bite, / dâ erwirbest dû dir mite / mîn hulde
êweclîchen Fressant
257;
SHort
9232
( Io 13,8).
5
scheinbar endlos dauernd:
si [die schöne Königin] kunde wol
verstricken / die sinne dem herzen / mit êwiclîchem smerzen Wig
11433;
daz was ein michel urteile daz si diu sibinzic jar muosen weinen / vil manigen
ewiclichen tach, daz in nie gnade giscach. BabGef
4,10.
–
die [Allegorie der stæten Minne]
hett mit lieb sich gestrickt / vnd ze blicken sich geschikt / das ez solt
ewecklichen wern / vnd sich niemer mer bekern MinneR433
371
6
Adv. beim Komp.: ‘unendlich viel, unmessbar viel’
die guldine strassen die sint [...]
doch nit guldin, wand si eweklich besser sint denne golt Mechth
7: 1,117
MWB 2 14,20; Bearbeiter: Bohnert
êwigen
swV.
1
‘ewig machen, verewigen’
2 rechtsspr. 2.1
‘etw. für alle Zeiten gültig machen’ (eine Rechtshandlung) 2.2 jmdn. ze etw.
‘für alle Zeiten zu etw. machen’
2.3
‘etw. für ewige Zeiten stiften’ (eine Kirche, einen Altar, ein Seelgerät)
1
‘ewig machen, verewigen’
got ist almechtiger wille, [...] der uns
[...] ewigt czo untötleichait MvHeilFr
45;
er [Leib] wirt geewigt vnd gechlart vnd
glorificiert KvMSel
219;
PrLeys
7,8.
–
‘auf die Ewigkeit ausrichten’
zu deme virden mâle: daz iz [das Wort] in deme
beginne bî gote ist [
Io 1,1
] , dâ von êwigit iz daz gemute, und daz
[so dass] des menschen gedanke unde wort und werc
sint allez von êwigen dingen HvFritzlHl
159,30;
ir svlit iwer sele kastigen vnde ewigen mit deme gehorsamedin
[I Pt 1,22]
SalHaus
43,14
2
rechtsspr.
2.1
‘etw. für alle Zeiten gültig machen’ (eine
Rechtshandlung):
gelubde [Versprechen] , chauf vͦnt
gedinge zerginge mit der zeit, solde man gelûbde mit schrift, hantvesten
vnͦt geziv̂gen nicht ewigen UrkCorp
627,45;
daz auer dirre oufsatz immer vnverwandelter vnd stæt belibe
[...], so ewig wir in vnd bestæten in mit vnserm
jnsigel UrkCorp (WMU)
477,26.
1042,34;
StRRegensb
27
2.2
jmdn. ze etw. ~
‘für alle Zeiten zu etw. machen’
da von nemen wir di selben purger gemaine in vnsern vuͦrstlichen
scherm [...] vnd ewigen si ze purgern, daz si vnd ir
nachchomen sein in vnserre purger zal UrkCorp (WMU)
2918,38
2.3
‘etw. für ewige Zeiten stiften’ (eine Kirche, einen Altar,
ein Seelgerät):
elliu diu rehte, diu man beget, do man ein chirchen wiht
vnd geewiget, diu werdent elliu begangen, do ein mensch chumt zu der
christenhait mit der heiligen tauffe Konr
23,80;
daz ich ein vrboͤr [Grundbesitz mit
Geldertrag]
[...] han geewiget dem gvͤten sand Gorgen
oͮf sinen altar UrkCorp (WMU)
2907,42;
einen alter stiften vnd ewigen ebd.
2899,5;
UrkEnns
5,430
(a. 1325)
MWB 2 15,45; Bearbeiter: Bohnert
êwigunge
stF.
‘ewige Gültigkeit, dauerhafte Bestätigung’
vnt ist der prief gegeben ze Wienen [...] zvͦ
einer ewigvng vnt zvͦ einer stætichait, dvͦ van Christes
gebvͦrt waren [...]
UrkCorp (WMU)
N498,12
MWB 2 16,15; Bearbeiter: Bohnert
ê|wîlen
Adv.
‘ehedem, früher’
Paul, / der e wilen waz genennet Saul HeslApk
19396.
13341;
owi, o we, tochter min, [...] / du were ewilen ein
vreude mir, / nu bistu mir ein herzeleit PassIII
255,32.
644,15;
ob ich dir sage nu myn leben, / deme ich ewilen was ergeben,
/ so vluhestu mich von rechte gar / als ein nateren giftec var Vät
34370;
PassI/II(HSW)
33038
u.ö.
MWB 2 16,20; Bearbeiter: Bohnert
ê|wîp
stN.
‘Ehefrau’
mich [Adam] hât brâht in dise nôt / mîn êwiph Evâ
PassSpW
157;
dâ einer gerne sünde tæte mit eins andern mannes êwîbe PrBerth
1:557,25;
dur muotgelust was er beliben / wirdeclîch sunder êwîp Reinfr
117;
vert ein man von der stat und sol gelten, lat der ein wip
hinder im, diu niht sin êwip ist, diu ist niht schuldic, fur in iht ze geltenne
StRAugsb
226,34;
PrWeing (Pf)
184,2;
Ottok
17498.
24475;
Staufenb
987.
755.
– jmdm. ein ~ geben, eine Frau ze ~ geben,
jehen:
man welle dir ein e wip gen Staufenb
751;
dem wart zewip gegeben / ein jungfrow, hies Anne
WernhMl
96;
daz er die solt sehen / die man sim sun jehen / muͦst
ze e wibe WhvÖst
18249.
–
ein ~ nemen, haben:
das / er [...] ain ewip
[...] næme WernhMl
7234;
als uns die schrift seit, / so het er achzehen ewip
RvEWchr
33951;
du solt ein e wip han, / die dinen eren wol gezan Staufenb
657.
935;
SchwSp
11a;
StRSchlettst
44
MWB 2 16,28; Bearbeiter: Bohnert
ê|wirde
stF.
‘Ehrerbietung, Ehrfurcht’
so sol man an dem boͮche vier leccen lesen mit ir respons vnt sol an
dem vierdem singen gloria patri vnt svln zehant alle mit ewirde
[
cum reverentia
] oͮf sten
BrMün
11
(vgl.
durch êre vnd wirde [
ob honorem et
reverentiam
]
ebd.
9
)
MWB 2 16,47; Bearbeiter: Bohnert
ê|wirde
sw. Adj.
‘ehrwürdig’
vnser lehen was von dem e wirden herren byschof Chuͦnraten ze
Fraysingen [...] das lehen habint wir auf gegeben dem e
wirdigen herren byschof Chuͦnraten von Fraysingen UrkFreisÖst
2,206
(a. 1333)
MWB 2 16,53; Bearbeiter: Bohnert
ê|wirdic
Adj.
1
‘gläubig’ , subst. 2
‘fromm’
3 =
êrwirdec
, ‘ehrwürdig, verehrungswürdig’
(lat. venerandus, reverendus wiedergebend)
1
‘gläubig’, subst.:
und werde in allin gevellich ere irbotin, iedoch allermeist den ewirdigin
[
domesticis fidei ( Gal
6,10)] und den pilgrimin BrHoh
53
2
‘fromm’
ewirdiger man [
vir
religiose
]
Albert
192
(s.a. Anm. z.St.)
3
=
êrwirdec
, ‘ehrwürdig, verehrungswürdig’
(lat. venerandus, reverendus wiedergebend):
nu êret daz heilige crûce [...],
êret den ewirdigen choͮf, da ivch got mit loste uon des tieuels gebende
Spec
104,20;
ich bit dich herre durch ditze wihez und liphaftigez unde erwirdigez
[Hs. ewirdigez
] tovgen [d.h.
die hl. Eucharistie]
LambGeb
A,4;
chôr wissagen ewirdiger [
chorus vatum
venerandus
]
PsM
H 45,1.
H 94,5.
– bes. in der Anrede geistlicher Standespersonen:
ewirdiger vater Albert
1065;
daz ich han verkoͮft den ewrdigen herren, deme abbete vnde deme
conuente von Paris, minen hof UrkCorp (WMU)
640,15
u.ö.;
UrkFreisÖst
2,206
(a. 1333; →
êwirde
Adj.).
2,265
(a. 1338)
MWB 2 16,58; Bearbeiter: Bohnert
ê|wirdic|heit
stF.
1
‘Rechtmäßigkeit’
2 =
êrwirdecheit
2.1
‘ Ehrfurcht, Ehrerbietung’
2.2
‘Ehrwürdigkeit’ (übers. lat. reverentia )
1
‘Rechtmäßigkeit’
ein hûs vn̄ ein hofstat mit rehter eigenschefte [...]
mit aller der ewirdicheit ze besitzenne vn̄ mit allem rehte UrkCorp (WMU)
N134,37
2
=
êrwirdecheit
2.1
‘ Ehrfurcht, Ehrerbietung’
vnde sol gotte ewirdcheit werdin irbottin
BrEng
52;
BrHoh
52.
–
mit forhten unde ewirdicheite
[
reverentia
]
PsWindb
2,Oratio;
[die hl. Helena] hub iz [Jesu
Kreuz] mit grozen vrouden vnd mit grozer ewerdicheit vf
PrLpz(L)
106,3;
so suln wir [...] ælliu únsiriu werke
tuͦn in der ewirdekait und in der mainunge, alse wir vor gottis ougen
standen PrGeorg
147,25.
150,19;
BrHoh
65.
20;
BrEng
20
2.2
‘Ehrwürdigkeit’ (übers. lat. reverentia):
und der daz drite respons singit, der singe gloria patri. alse er daz ane
hebit, so sten si alle uf durch di ere und durch di ewerdicheit der heligin
driveltheide BrHoh
9;
die ewirdicheit des pristerlichin ammichtis
[Amtes]
ebd.
60.
– in Übers. der Anrede paterna reverentia:
veterliche ewirdicheit BrHoh
63.
– Ehrfurcht gebietende ‘Herrlichkeit’
diu vrone reste [das Allerheiligste] , diu
was och in so grozer ewirdecheit, daz da niemen getorste fuͥr chomen
niuwan der bischof [Hohepriester] eine
Konr(Sch)
62,23.
–
‘Gewichtigkeit’
vmb die ewirdcheit dir
swichlichi [
propter taciturnitatis
gravitatem
]
BrEng
6
MWB 2 17,13; Bearbeiter: Bohnert
ê|wirdiclîch
Adj. , -lîchen
Adv.
vgl.
êrwirdeclich
.
1 Adj.: ‘verehrungswürdig’
2 Adv.: ‘auf ehrfurchtsvolle Weise, ehrerbietig’
1
Adj.: ‘verehrungswürdig’
daz sint die êwirdichlichen mandunge dirri hiutigin hohzît
Spec
15,5
2
Adv.: ‘auf ehrfurchtsvolle Weise, ehrerbietig’
so ich in [
den heiligen gotis
lichenamen, die Eucharistie]
[...] genam, so nam ich in an riwe miner sunden unde an
bihte unde an vorhte unde behielt in niht so ewirdiglichen, so ich von rehte solte
Spec
3,22;
unde wîste in [reuigen Sünder] der
heilige engel ewirdeclichen an siner hant mit wunneclicher vroͮde, chuste in
unde hiels [umarmte] in ebd.
111,4
MWB 2 17,39; Bearbeiter: Bohnert |