Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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e – ëbenbürtecheit
ëbendol – ëbenguot
ëbenheilec (?) – ebenisch
ëbenjunc – ëbenmenden
ëbenmensche – ëbenstrenge
ëbensuoʒe – ëbenwette
ëbenwîch – êbrëchærinne
êbrëchec – eckerich
eckerlîn – edelkeit
edelkint – effede
effelîn – ege|sam
eges|bærec – êhaftec, ehtec
êhafteclîche – ehten
ehter – eichermel
eichgrabe – eidigen
eierære – eigenerge
eigengeborn – eigenschaft
eigenschaftlich – einbærkeit
einbærunge – einent
einenthalp, einenthalben – einhalp, einhalben
einhël – einlift
einlifthalp – einöuge
einöugec – einstirn
einstrîtec – einvach
einvalt – einworhte
einwort, einwürte – eischtac
eischunge – eiterbluome
eiterbrâme – eitertrache
eitervar – êkonvrouwe
ekub – elfenbein
elfenbeinîn – ellendeclich
ellenden – elmëʒ
elne, elle – emb-
ember – emʒlîche
en – enbicobe
enbieten – enbore
enbœrec – ende
endeblat – endeschaft
endeslac – enein hëllen
enein komen – engegenen
engegengân – engelkeiserinne
engelkôr – engelvürste
engelwësen – englîmen
englimmen – enhundert
enîdrus – enklieben
enklœʒen – enmitten
enmittenzwei – enphrüenden
enphüelen – ensîten
enslîbe (?) – ent-
ent|ænegen – enthalben
enthalt – enthitzen
enthiuten – entlegen
entlêhenen – entliutern
entlocken – en|toben (?)
ent|ordenen – ent|rigeln
ent|rîhen – entsagen
entsagunge – entschîben
entschicken – entsebelich
entseben – entslîchen
entsliefen – entspitzen
entsprëchen – entsüenen
entsunkenheit – entvëlhen
entvëlhigen – entvliehen
entvlieʒen – entwachen
entwâfenen – en|twelmen
en|tweln – entwësenen
entwëten – envalten
envar – ênzeclich
enzeichenen – enzückunge
enzündærinne – ephichwurz
ephimera – erargen
erarmen – erbarmen
erbarmhërze – erbeclîche
erbedienest – erbe|insigel
1erbeiten – erbelôsunge
erbeman – erbeschilt
erbeschrîn – erbeveste
erbevîent – erbieten
erbietunge – erblœʒen
erblüejen – erbrogen
erbrüeten – ërden-, ërtmëʒʒer
ërden-, ërtvruht – erdiuten
erdoln – êregîtec
êregîtikeit – êrenhüetære
êrenhüge – êrenvest
êrenvrëch – ergëben
ergëbenheit – ergetzen
ergëtzen – erglitzen
erglîʒen – ergrisgramen
ergriulen – erharn
erharten – erhogen
erhœhen – eringrieʒ
erinnern – erkennelich
erkennen – erklepfen
erklîben – erkræjen
erkrallen – erkuolen
erkuolunge – erlegen
erlêhenen – êrlich
erlîden – ér|lôn
erlônen – erlusten
erlustigen – ermelzipf
ermen – ernacken
ernaʒʒen – ërnesthaftic
ërnesthafticheit – erqueln
erqueschen – errîhen
erringen – erscheinunge
erschellen – erschrîben
erschricken – ersîhen
ersiht – ersnellen
ersnîden – erstandunge
erstarken – erstieben
erstîgen – ersuochære
ersuochærinne – ërtbærec
ërtber – ërtgerüste
ërtgruft – ertougen
ertouwen – ertücken
ertumben – ervære
ervâren – erviselunge
erviuhten – ervreisen
ervriesen – erwahsen
erwæjen – erwëgen
erwëgen – erwermen
erwern – erwîtern
erwîʒen – erzeigen
erzeigunge – erziugen
erziugunge – eschenbürnen
ê|schillinc – esellîp
eselmære – esser
estel, estelîn – ëtevil
ëtewâ – etzweide
etzwise – êwelich
ê|wëlten – ê|wise
ê|worhte – ëʒʒesac
ëʒʒic – eʒʒisch|türlîn

   esterîch - ëtewër    


esterîch, estrîch stM., stN. (HvNstAp ) auch est(e)rich (z.B. Serv , RvEBarl ), hesderich GlHvB . – aus lat. astricus (Germ. Rom. 2, 101-103; Etymol.Wb. d.Ahd. 2, 1164-1166). 1 ‘Estrich, Fußboden’
1.1 eigentl.
1.2 häufig mit Hervorhebung der Kostbarkeit des Materials, der Beschaffenheit oder des Belags
1.3 Wendungen
1.4 übertr.
2 ‘Straßenpflaster’
   1 ‘Estrich, Fußboden’    1.1 eigentl.: pavimentum: esterich SummHeinr 1:267,248; pauimentum: hesderich GlHvB 393,66; die estrîch man zebrach [bei der Beschießung der Burgen] , / die die liute solden schirmen Ottok 30313; Melôt sîn mel ze handen nam: / den estrîch er besæte, / ob ieman bî getræte / dem bette dar oder dan, / daz man in spurte ab oder an Tr 15147. 15240; mit bluote was betouwet / der kemenâten estrîch Parz 573,27; die brûdere sulen iren vlîz legen daran, daz die gotes hûsere des ordenes [...] von deme stoube an den wenden oder von deme miste an deme esteriche [...] iht werden verstellet, mêr daz man sie ciere unde halde reineclîche StatDtOrd 72,11; der selben megde orden was / daz sî heten allez daz / in ir huote daz dâ was / [...] ouch kerten sî den esterich: / des tempels phlâgens reineclîch Philipp 536; daz riche gewant do manigen melm / erflaugt von dem estrich WhvÖst 5899    1.2 häufig mit Hervorhebung der Kostbarkeit des Materials, der Beschaffenheit oder des Belags: – Marmor, Alabaster: di wenti warin marmilstein vil wiz, / daz himiliz undi der estirich LobSal 120; UvZLanz (K) 4104; unden was der esterîch / glat unde lûter unde rîch, / von grüenem marmel alse gras Tr 16713; KvWTroj 17530; der estreich und das phlaster [der Kemenate] / von weisem allabaster Seifrit 7201. – Edelsteine: des sales estrich ist mit vehen steinen gestrowet Himmelr 4,9; den estrîch muoz ich iu lobn: / von jaspis, von crisolte, / von sardîn, [...] der estrîch was gar sô sleif, / daz Gâwân kûme aldâ begreif / mit den fuozen stiure Parz 566,20; das estereich was also güt / das ich es nit geraitten mag. / manig edel stain da lag, / jaspis, safyr und rubein, / capasius, alabadin HvNstAp 8228. 13084. 13286; WhvÖst 15429; im Vergleich: sam von dem wîzen esterîche / glîzent swarziu steinelîn [getäfelter Steinboden] LvRegFr 4095. – Kristall, Spiegel(glas): an dem estriche / schinen da riliche / die lutern cristalle Herb 7217; der esterich, der muose sîn / lûter von kristallen / und von edelen korallen UvZLanz (K) 4120; ein spiegel was der esterîch Erlös 467; der estrich was als ein glas / lûter, grüene, spiegelvar Wig 8315; RvEAlex 15095; JTit 6269,1. der estrich ist guldin Hochz 460; der estreich was gezirret / und schon gepolieret / zu wunsch und zu fleiss Seifrit 3818; uber al der palas unden geschach zabelt uf dem estriche JTit 6226,4. – Teppiche: nidene was der esterîch / mit tepichen gespreitet, / hêrlîche bereitet En 12932; Er 8599; Eracl 300; GTroj 13756. – Blumen, Gras usw.: den estrîch al übervienc / niwer binz und bluomen wol gevar / wâren drûf gesniten dar Parz 549,12; vil kurtz, clein, gruͤnes gras / was uf den estrich gestræut Rennew 7889; HvFreibTr 888; KvWTroj 14582    1.3 Wendungen: ûf den ~ vallen: mit dem mezzer er im bevalch / einen vreislîchen stich, / daz er viel ûf den esterich / und nie kein wort ersprach UvZLanz (K) 1182; an den blôzen estrich / viel er nider und strahte sich Eracl 3135; Dagonis bilde lag / gevallen uf den esterich RvEWchr 22267; KvWHvK 154; EnikWchr 11867; WolfdA 123,1. – (sich/  jmdn./etw.) ûf den ~ werfen, legen, knien usw.: ûf sînen estrich er sih warf. / er clagete, daz er niet ne starb SAlex 3394; er warf sie nider alzehant / ûf den herten estrich LBarl 14594; er warf uf den esterrich / die phenning und gieng henken sich WernhMl 9421; Lanc 607,31; Serv 3216; Schrätel 277; vil andâhtlîche ûf sîniu knie / liez er in dem gebete sich / vor im ûf den esterich RvEBarl 12338; dô diu vrouwe an ir gebete lac, / dô knietes ûf den esterich GFrau 2301. 2705. ûf den ~ sitzen, treten, springen usw.: Tristandes cumpanjûne, / die sâzen ûf den esterîch Tr 11189; er trat ûf den estrich Eracl 312; er [der Löwe] spranc ûf den estrîch Parz 571,17; gâhes zeime sprunge / spranc er [ Clârîs ] ûf den esterich Flore (G) 5833. ûf dem ~ ligen: dannoch lac der künic rîch / allez ûf dem estrîch / ungetrunken und ungezzen EnikWchr 11884; Lanc 607,22. von dem ~ ûf stân: als er ûf gestanden / was von dem esteriche wider, / dô gieng er aber sitzen nider / ûf sînen stuol KvWHvK 349    1.4 übertr.: sît daz man vreude ie trûrens jach / zeinem esterîche und zeinem dach, / neben, hinden, vür, zen wenden. / grôz trûren sol niemen schenden [der e. als Teil des Hauses der Freude] Wh 281,12; daz wir, die nidere sîn gemuot, / der muot sich allez nider tuot / und an dem esterîche swebet, / der weder swebet noch enclebet: / wir kapfen allez wider berc / und schouwen oben an daz werc, / daz an ir tugenden dâ stât, / daz von ir lobe her nider gât [in der allegor. Deutung der Minnegrotte] Tr 16951. 16969. 17117; der esterich der ewigen minne vnsers herren SalHaus 30,21. 30,7; HeslApk 3307    2 ‘Straßenpflaster’ sô lûterbære und alsô glat / was ir [Trojas] gazzen esterich, / daz man ersach dar inne sich / reht als in eime spiegel KvWTroj 17409; daz [ gelt ] man alle wochen gewoͤnlich git zuͦ der stette buwe und zuͦ dem estrich UrkStraßb 4,2:167,28 (a. 1322). 4,2:168,1 (a. 1322)

MWB 1 2211,1; Bearbeiter: Gärtner

este|rîche Adj. ‘reich an Ästen’ ûzen stuonden obe der tür / esterîcher linden drî Tr 16731

MWB 1 2212,43; Bearbeiter: Gärtner

esterîchen, estrichen swV. ‘pflastern’ eine strâze er dô gevienc, / [...] diu was gestrîcht [La. ge estrichet ] unde breit Parz 142,5; die strâze mit gesteine / wâren gesterichet [: sprichet ] KvWPart 863; daz [ gelt ] man in [den Handwerksmeistern] alle wochen git zuͦ buwende und zuͦ estrichende UrkStraßb 4,2:167,31 (a. 1322)

MWB 1 2212,45; Bearbeiter: Gärtner

esterîcher stM. → estrîcher

MWB 1 2212,52;

esterîchmeister stM. ‘Pflastermeister’ so sol ein ieglich lonherre und ein estrichmeister alle jare entwúrten unsern herren, waz in dez jares geúbert ist von dem gelte UrkStraßb 4,2:167,34 (a. 1322)

MWB 1 2212,53; Bearbeiter: Gärtner

ê|stiure stF. ‘Aussteuer, Mitgift’ das ver Jvnte [...] hat verkoͮft [...] das guͦt / [...] das ir ze rehter ê stúre geben wart / den frowen von sante Claren UrkCorp (WMU) 2319A,38; MerswKn 81; si hat [...] ein teil ze êstuͥr und ein teil ze phande fuͥr ir mannes dienst UrbHabsb 1:45,16; die guͤtere, daruffe mir minre muͦter seligen estiùre geslagen wart UrkRapp 373,25 (a. 1338)

MWB 1 2212,57; Bearbeiter: Gärtner

ê|strâʒe stF. ‘Landstraße’ ez sol auch der prukgraf vor dem hertzogen reiten alle êstraze UrbBayJ 530; einiv wivͤste hovestat [...], div entzwischen der selbin mîvli rehter vnd offenner ęstraze vnd dem mivliwasser ist inbevangen vnd v̂f von der mivli lenget vntz an die lantstraze bi des wazers brvcge UrkCorp (WMU) 364,12

MWB 1 2213,1; Bearbeiter: Gärtner

estrîchen swV. esterîchen

MWB 1 2213,8;

estrîcher stM. ‘Pflastermeister’ so git man einem smide, einem murer [...] dem heger und dem estricher ir ieglichem 14 eln tuͦches und einen beltze UrkStraßb 4,2:166,4. 167,38 (a. 1322)

MWB 1 2213,9; Bearbeiter: Gärtner

ê|stunt Adv. s.a. stunde stF. ‘ehemals’ ich bin Cristus genant, / der iu ê stunt gelobet wart Antichr 477

MWB 1 2213,13; Bearbeiter: Gärtner

ê|sun stM. ‘ehelicher Sohn’ wir Godefert von Seyne [...], Engilbreith unde Salintin, sine esune, dun kunt UrkDOKobl 1,397 (a. 1336); ir möht sîn sun [Konjekturir êsun ] niht gesîn Parz 317,19

MWB 1 2213,16; Bearbeiter: Gärtner

ê|tætic Adj. ‘vorschriftsmäßig’ er [ der mayger ] sol oͮuch der etaͤtigen geriht ains haben uf sant Johans tag WeistGr 4,277 (14. Jh.)

MWB 1 2213,20; Bearbeiter: Gärtner

ê|tavërne swstF. zu → tavërne . ‘gesetzlich erlaubte, herrschaftliche Schenkwirtschaft’ swer win oder dehein trinchen verchouffet, an [außer] in der ê tafern, der ist fridebræche UrkWittelsb 1,146 (a. 1255); ez sol nieman dhein trinchen veil haben dann datz den rehten etabern [La. êtæuern ] UrkCorp (WMU) 475A,43 (= UrkWittelsb 1,341 (a. 1281) ); UrkCorp 2383,37; ez sol niemen dehein trinchen vail haben wan in der rehten êtafer MGHConst 4:1222,30 (a. 1300)

MWB 1 2213,23; Bearbeiter: Gärtner

ëte-, ët-, ëtes- Präfix zum Ausdruck der Unbestimmtheit vor -lîch; -wër, -waʒ; -wâ, -war, -wanne/-wenne, -wie; -vil, -nâher

MWB 1 2213,33; Bearbeiter: Gärtner

ê|teidinc stN. ‘rechtmäßiges, ordentliches Gericht’ legale iudicium sive êtaidinc debet esse annuatim UrkTirol 1:3,142 (a. 1239); swan der apt von Maͤnnse stift, taidinch vnd étaidinch hat, so sol der rihttær bei dez apttez amptmann sitzen UrbBayS 4,53; vncz in pedenthalben ein gemezzener tag gegeben wardt in das etaiding UrkKlostern 1,258 (a. 1336); daz [...] vrow Chunigunt [...] fuͤr vnsern chellner [...] vnd fuͤr vnsern hofmaister [...] choͤm in ainem rechten etayding, da ier tag hin gegeben ward, da sev sazzen an vnser stat an vnserm perchtayding UrkEnns 7,61 (a. 1348)

MWB 1 2213,36; Bearbeiter: Tao

ëtelich Indef.-Pron., Pron.-Adj. auch ette(s)-, et(s)-, etsch-. Auch subst. als Pl. zu den Indef.-Pron. ëtewer, ëtewaz. gebraucht, von denen kein Pl. gebildet werden konnte. 1 bezogen auf eine unbestimmte Menge oder Anzahl von Personen und Sachen ‘mancher; der eine oder andere’ , Pl. ‘manche, einige; viele’ (nicht klar abgrenzbar von 2 und 3)
1.1 subst.
1.2 attr.
2 bezogen auf eine bestimmte, aber nicht näher benannte Größe, bes. auf Abstrakta ‘ein gewisser, einig’ , Pl. ‘einige, etliche’
2.1 subst.
2.2 attr.
3 bezogen auf eine beliebige Größe ‘irgendein, irgend jemand/  etwas, irgendwelch’ (nicht klar abzugrenzen von 1 und 2)
3.1 subst.
3.2 attr.
4 ‘jeder’
   1 bezogen auf eine unbestimmte Menge oder Anzahl von Personen und Sachen ‘mancher; der eine oder andere’, Pl. ‘manche, einige; viele’ (nicht klar abgrenzbar von 2 und 3)    1.1 subst.: daz [Drohen] galt etlicher sint Roth 3962; nu hat der koninc Constantin / ethelicheme gemachet moͮ [viele in Not gebracht] ebd. 3371. 381; etelîcher hât armuot, / sô ist der ubel, sô ist der guot Kchr 3405; sô sprach ettelich: / ‘aller triwen man ich dich, [...] ’ ebd. 4927; etleich sprechent, daz [...] BdN 138,8 u.ö.; ja getûon ich etelîchem noch die ringe naz NibB 1943,2; etlich sein hilig urstende nicht gelaubten PrOberalt 89,13. 46,17; PrBerthKl 6,29; etlich ez nû westen, / etlichen was ez unerkant Ottok 1692. 931 u.ö.; etliche sint so vrazlich gar, / si ezzent, also dünket mich, / daz si niht nement ir mundes war / und bizent in die vinger sich / und in die zunge TannhHofz 145. 62 u.ö.; daz beweinet eteslîches amîe Wh 336,11. – reihend und steigernd, z. T. im Wechsel mit synonymem sumelich, genuoge, manige: durch sine liebe litten si vil manich vnsemfte. etlich wurden erslagen mit den swerten, etlich wurden verprennet, genug wurden uz der mazz mit den gaiseln geslagen, [...] sumelichen wurden ir pain zu den paumen gepunden [...], vil manige wurden den tyren geworfen, vil manige wurden den slangen fuͤrgeleit Konr 20,25; iegelicher durch daz rechte, / etlicher durch sin geslechte, / ettelicher durch frutschaft, / etlicher durch ritterschaft, / etlicher durch minne / warenn sie zv Troyge inne Herb 4084. 6045 u.ö.; ettelichen ersleht er [Gewaltherrscher] , ettelichen beraubet er, ettelichen bewillet er daz wip, ettelichen brennet er daz haus PrOberalt 93,16; Gen 652; Spec 31,5; Lucid 61,1; di minne ist driir slachte: etlich ist naturlich, etlich ist unnaturlich, etliche vzerhalp der nature SalArz 24,33. – als Korrelat: eines Rel.-Satzes: daz weiz der waldindiger got, / er [eher] geligit ettelicher tod / der aller turist wil sin Roth 1011; rehte alse etlicher, der einen campf geuohten hat Lucid 145,11; ez sint ettelich die unserm herren dient PrOberalt 92,34. – mit part. Gen.: duo sprach der Rômære ettelîcher Kchr 4431; der andern junger etlich KvHeimHinv 303; manege stat er dâ gewan, / der ich etlîche wol genennen kan Eracl 4446; si sehent uns noch begegene in strîte ir etelîchen [mancher unter ihnen] stân NibB 2121,4 u.ö.    1.2 attr.: ettelichen man îlet der Satanas bewellen, / chêren ab der guote mit starchem ubermuote, / etslichen mit gîre, den anderen mit nîde. / etlichen er inzundet daz er lîhte zurnet Gen 444; ich getuͦn lichte ueigen / etlichen heiden Rol 2082; Litan 423; daz comet uon etlicher heiliger gebete Lucid 133,10; etelîche tôten si liezen dar enlant NibB 312,3; etleich maister sprechent, daz [...] BdN 20,3. 120,26 u.ö.; etlich same vellet auf den stein PrOberalt 51,1. eteslîch mîn zolnære / iuch sol machen fröuden lære Parz 531,17. 297,17 u.ö.; ich muoz im antlützes jehen / als eteslîch mîn geslehte hât Wh 272,27. 292,28. 441,23    2 bezogen auf eine bestimmte, aber nicht näher benannte Größe, bes. auf Abstrakta ‘ein gewisser, einig’, Pl. ‘einige, etliche’    2.1 subst.: per interualla temporum so schêine mít éteslîchemo bôichene [Zeichen] dînero chréfte. daz du mîn nîe ne uergézzan nehábest Will 47,12; Lucid 75,2; manechfalte sunte er [der Teufel] ime râtet, an etliche er in verleitet Gen 420    2.2 attr.: koufliute sprâchen, sine wolten es niemer gelouben, / sine sæhen sîn etelîchen teil mit den ougen Kchr 1787; daz zuker ist wol getempirt. jdoch hat iz etlich teil [etwas] werme SalArz 16,35; KvHeimUrst 1655; tuo mir ettilîche gnâde. / bescere mir ettelîchen rât Kchr 2763. 2661; RvEBarl 1351; Rol 936; wi ob dir ettelîch genâde mach gescehen Kchr 12446; si hæten doch gereche bejaget / etesliche werdicheit UvZLanz (K) 6253. UvZLanz (K) 7524; er ist binamen tôt / oder aber in alsô grôzer nôt, / daz ich in mag gewinnen / mit eteslîchen sinnen [mit einiger Geschicklichkeit] Tr 9106; vrouwe, ez solt ouch iu sîn leit / daz ich bin trûrens unrelôst, / und gæbet mir etslîchen trôst Wh 166,30; er mug danne fuͤrgeziehen daz er etlich reht an der want hab StRAugsb 149,36; ein sôgetân mensche ist sô einwillic mit gote, daz er allez daz wil, daz got wil und in der wîse, sô ez got wil. und dar umbe, wan got etlîche wîs wil, daz ich ouch sünde hân getân, sô enwölte ich niht, daz ich sie niht enhæte getân Eckh 5: 22,6. – in Zeitangaben: var zuo dînem ôheime! / wis etteliche [einige Zeit] wîle dâ Gen 1225; Roth 2358; ettewenne her nider spranc / vnd sluc vnd dranc; / zv etlicher wile [hin und wieder] / schoz er sine phile Herb 5513; daz vil arme clagen, / daz hie bî zetelîcher zît [bisweilen] / verborgen in dem herzen lît Tr 199; MemMori 141; Wh 249,12. 327,5; [Riwalin] kuste ie zeteslîcher stunt [wieder und wieder] / ir wange, ir ougen unde ir munt Tr 1445; Ottok 65533 u.ö.; [er] bat / daz her ettelichen tac / mit ime ruͦwen wolde Ägidius 1388; ganzer tage drî / unde eteslîche naht MF: Mor 5: 2,6; wolde sie etlîche frist / hie belîben, waz hülfe daz? Eracl 3060; Litan 347; Ottok 65749 u.ö.    3 bezogen auf eine beliebige Größe ‘irgendein, irgend jemand/  etwas, irgendwelch’ (nicht klar abzugrenzen von 1 und 2)    3.1 subst.: mîne bürge unde mîniu lant / iu müezen ledec werden von ir etelîches hant [durch die Hand von irgendeinem von ihnen] NibB 2164,2. – mit part. Gen.: so sprechent sumliche daz, du sist Jeremias / oder etlicher der wissagen AvaLJ 74,4; Spec 98,31    3.2 attr.: er sprach, ob er wârer got wære, / [...] und hête ettelîch wunder getân Kchr 9652; mit ettelichen dingen [irgendwie] Ägidius 986; Iw 1763; etwenne coment si [Träume] uon gote durch etliche cunftige dinc Lucid 133,18; SüklV 598; ich sere forcht das er villicht etschlich ding [irgend etwas] verneme darumb ich yn verliesen muß Lanc 287,27; mit ettelicheme sinne [auf irgendeine geschickte Art] Roth 2299; manech mensch ist, daz den sin verliuset von ettelîchem siehtuom Barth 137,9; da di cheniz [Ursache für Ohrentzündung] vunden wirt, so ist der sichtum uon etlicher vuchte SalArz 39,27; er befünde etelîchen list, / ob er hie heime wære, / der dir ze dîner swære / wol kæme unde rehte Eracl 3168; kêr her, [...] vüere mich an etslich gemach RvEBarl 471    4 ‘jeder’ möhte etlîcher tuon als ich / und hete wert sîn liep und lieze loben mîne vrouwen mich MF:Reinm 51b: 4,5; doch wil ich die planeten nennen / durch daz ir si mogit irkennen / und geben itslichem sine stat Brun 1433. 1516. 604; ie zwô neben einander / riten [...] bî etlîcher ein ritter reit HvFreibTr 4410

MWB 1 2213,48; Bearbeiter: Gärtner

ëtenâher Adv. Komp. ‘annähernd’ uon div scult ir lutterlichen hiute alle gotes heiligen ane roͮfen, daz si iv wegende sîn, unde scult ettenaher leben, als si hie lebeten Spec 130,20

MWB 1 2215,57; Bearbeiter: Gärtner

ëter stM., stN. ( UvZLanz (K) ), auch ëtter; vorwiegend im Obd. verbreitet, vgl. Schmeller, BWB 1,174f.; SchweizId 1,597f. 1 ursprüngl. ‘Zaun aus Flechtwerk’ zur Abgrenzung und zum Schutz, vgl. Etterzaun ‘Grenzzaun’ DRW 3,333
2 umzäunter, eingegrenzter Raum, auch Gerichtsbezirk
2.1 ‘Garten’
2.2 ‘Dorf- oder Gemeindebezirk’
3 ‘Saum, Rand’
4 zur Bezeichnung des Himmelsraums
   1 ursprüngl. ‘Zaun aus Flechtwerk’ zur Abgrenzung und zum Schutz, vgl. Etterzaun ‘Grenzzaun’ DRW 3,333 – ‘Rohrgeflecht’ der Fischreuse: herren gunst, abrillen weter, / frouwen gemüete und riusen eter, / würfel, ros und vederspil / triegent ofte, swer ez merken wil Renner 12516    2 umzäunter, eingegrenzter Raum, auch Gerichtsbezirk    2.1 ‘Garten’ inrenhalp dem etter / saz duͥ liebe frowe min JvKonstanz 1644; inrethalp dem eter / stuont ein schœniu linde DreiFrauen 246    2.2 ‘Dorf- oder Gemeindebezirk’ swele burger sinú guͤter verkoͧfen wil, dú in únsirm ether liegent StRÜberl 9; infra septa sive eter predictorum bonorum UrkWürtt 8,97 (1278); ebd. 8,258 (a. 1281); UrkHohenz 1,167 (a. 1346). die liste alle werden getan inrhalp dim ethre dis chlostirs BrEng 66    3 ‘Saum, Rand’ daz gezelt stuont unervorht / vor aller slaht wetere. / guldîn was daz etere, / dâ mit zesamene was genât / der samît und der tribulât UvZLanz (K) 4824    4 zur Bezeichnung des Himmelsraums: trîbe einn turn durch den luft / daz er stôze unz an den eter [Himmelsrand] , / dâ sich das bitterlîche weter / mit donerslegen hebt Georg 759; von des heissen sunnen eter / sich hub gar ein starkes weter Minneb 127 – relig.: swie [Gott, der Schöpfer] er so wil so stat daz wetter: / er sitzit vf dez himils etter / und hat die erde in siner hant / beslozzin Martina 10,58; da die liehten bluomen clar / uber hundert tusent iar / niht salwent von keinem wetter / in dez himels hohem etter ebd. 249,50

MWB 1 2215,61; Bearbeiter: Gärtner

ëterzëhende swM. Zehnt, der innerhalb des Etters entrichtet wurde: alle eigen güter und alle erbegüter in Rufachbanne [...] zehenden süllent in der eptissen hof von Eschouwe, da ouch der kirchensatz zuo Rufach in höret und der etterzehende WeistGr 5,386 (a. 1349); umbe den etterzehenden zu Rufach innewendig der ringmuren ebd. 5,386 (a. 1349)

MWB 1 2216,30; Bearbeiter: Gärtner

ëtevil Adj. subst. Adj. mit part. Gen. ‘ein gewisses Maß an’ vóne mînes uuínes gnâdon. hábon íh éten uílo [ éttenuílo Laa.] rûouuon Will 76,2. – attr.: wan in aller der werlte ist niendert sünder sô arger, er geruowe etewie vil [ ette viel La.] wîle [eine gewisse Zeit lang] mit sînen sünden, wan dû PrBerth 1:271,30

MWB 1 2216,38; Bearbeiter: Gärtner

ëtewâ, ëtwâ, ëteswâ Adv. auch ette(s)-, et(s)-, etsch-; etswo (also :) Pass I/II . 1 räumlich
1.1 ‘irgendwo, an irgendeinem Ort’
1.1.1 allgemein
1.1.2 formelhaft
1.1.3 Einzelnes
1.2 ‘an manchen Orten, an manchen Stellen, hier und da’
2 zeitlich
2.1 ‘manchmal, bisweilen’
2.2 ‘einst, früher einmal’
3 reihend
3.1 ‘an einem Ort – an einem andern’
3.2 ‘an manchen Stellen – an andern’
3.3 ‘manchmal – manchmal, teils – teils’
   1 räumlich    1.1 ‘irgendwo, an irgendeinem Ort’    1.1.1 allgemein: nu enist des nehain rât, / wir muozen unsih ettewâ erhaln Kchr 7724; ‘wâ wære der?’ ‘eteswâ.’ Iw 1806. 3217; ob unser got sô ruoche, / daz wir in eteswâ vinden Tr 9361. 9068; Wh 6,3. er liget hie etteswa bigraben Eilh R,1814; Tr 9356; etteswa hie enbinnen, / in turmen oder in zinnen Herb 9851; PrOberalt 27,30; biwilen machte er etswo [ also:] / von ere [aus Erz etwas] alsam die slangen Pass I/II 167,95    1.1.2 formelhaft: eteswenne und eteswâ Tr 8956    1.1.3 Einzelnes: warne die reinen eteswâ mite [überall mit irgendetwas] / dirre lâge und dirre archeit Tr 14648; dem marcrâven zorn gebôt / daz er dennoch sîne swester schalt, / diu etswâ [ironisch: irgendwo auch einmal, d.h. in diesem Fall] unschulde engalt Wh 152,30    1.2 ‘an manchen Orten, an manchen Stellen, hier und da’ wa von cumet daz, daz die frósche vnde die wurme etswa regint? Lucid 58,2. 57,9; er nam alberîna staba, sneid in die rinte iewâ abe, / lie dar ane swarze vlecche, ettewâ wîzze plekchen. / sumeliche er ouch niene scinte Gen 1401; GenM 59,34; als an dien miselsuchtigen ist bi der boisi und der viuli etwa gemischelot diu ganza hût und diu rechte varwa PrWack 20,36; Pass III 122,76; Wh 140,15. 270,16; bedecket was daz grüene gras / mit den schilten eteswâ [überall] Wig 483. 1482. 2677; auz der erden varnt üseln und flammen, die etswâ ain stat oder dörfer und stet verprennent BdN 113,8. 109,17 u.ö.; WernhMl 10717. – übertr.: mîn tiutsche ist etswâ doch sô krump, / er mac mir lîhte sîn ze tump, / den ichs niht gâhes bescheide Wh 237,11    2 zeitlich    2.1 ‘manchmal, bisweilen’ etwa stat iz borlanch, unz in abir bosir gedanch / des gelustes bedwinget und in nidir bringet GenM 17,19; svenne ime die nacht virgienc / unde ime die tach ane vienc, / so muste die wol geborne / sich heben zu eime dorne / etuwa zu einer hecke GrRud H 51; mir vil nâhen entwichen ist / diu chunst mit der gewonheit, / und ouch etwâ von arbeit KvHeimUrst 40; etswâ man des [Rennewarts Adel] wol innen wart, / unt viel daz golt in den phuol, / daz ez nie rost übermuol: / der ez schouwen wolte dicke, / ez erzeigete etswâ die blicke / daz man sîn edelkeit bevant Wh 188,20; der zorn ist etwa gut gitan, / man wirt ouch dicke da mit verlorn StrKD 11,754. 78,2; wir sollen myner frauwen enbieten das sie unser zu lang vergeße, das sie etschwo gedencke wie wir sie gesehen mögen und besprechen Lanc 399,29    2.2 ‘einst, früher einmal’ man gap eteswâ [La. etteswanne ] ze swester mir [Rennewart] / ob aller clârheit den lobes kranz [Gyburg] Wh 292,10    3 reihend    3.1 ‘an einem Ort – an einem andern’ etwâ ist von gewonheit, daz man ez [ vogtes dinc ] gebiutet drîstunt in dem jâre, etwâ über sehs wochen, etwâ über zwô wochen. sô ist etwâ sit, daz man burcgrâven hât SpdtL 82,13; etwa heizzent si rihter, etwa gebúttele, etwa stokwerter, etwa anders SchwSp 62a; ettwo was es [das Land] gemusses vol, / ettwo das gepirg hoͤll Seifrit 4403    3.2 ‘an manchen Stellen – an andern’ an dír ist scientia ueritatis, díu der in sacra scriptura étisuua also óffan íst sámo der flîezzente brúnno, uuánte síu lîht ist ze uernémene: étisuua ist sîu also díu pútza, da ûz man daz uuázzer mít árbêiten skéffet, uuante síu únsemfte ist zeuernémene Will 71,4; da was ein kolter gebreit / von sulcher zierheit, / etwa wiz als ein sne, / etiswa grune als ein cle, / etiswa brun, etiswa rot Herb 7235; die sehs vanen der kristenheit, / eteswâ gezerret, etswâ niht breit Wh 440,24    3.3 ‘manchmal – manchmal, teils – teils’ als er überziuget wirt, sô sol er dem rihter büezen mit einer vrävele [Geldstrafe] ; diu ist etwâ ein phunt, etwâ fünf schillinge SpdtL 154,12; doch sezze wir nicht hoher puze den ein phunt der lantpheninge etwa minner etwa mer SchwSpM 296. – Vgl. Graën, Raumadv., S. 52.

MWB 1 2216,45; Bearbeiter: Gärtner

ëtewar Adv. auch ëtte(s)-, ët(e)s-; ettewer : her Appet . ‘irgendwohin’ joch mohte ich eteswar / entwîchen sîner schar MF:Hartm 4:2,7; wan er gesiget hæte, / sô wolte er wallen etewar / gote zeinem dienste gar KvWEngelh 5033; so soltu sprechen [...] / du wellest riten ettewer. / des nahtes so kum wider her Appet 58. mit weiterer Richtungsangabe: rîtet ir driu / heinlîchen unde balde / eteswar zeinem walde Tr 12728; LvRegFr 3221; si gedenkent etewar / zeinem herren sich gehaben KvWEngelh 1356. 401; ez si der gast oder der burger, vert der damit etteswar in ain gerihte StRAugsb 168,31; wan swaz enpfangen werden sol, daz muoz eteswar în enpfangen werden Eckh 5: 404,2; tuo wazzer etswar ein BdN 360,6. 360,13. als Korrelat eines Nebensatzes: wir dar zuo gedæhten, / daz wir in eteswar bræhten, / dar ir mit vuoge kæmet Tr 7744; heizet mich wîsen eteswar, / dâ ich eteswaz ervar ebd. 12757. 9487 – Vgl. Graën, Raumadv., S. 52f.

MWB 1 2217,61; Bearbeiter: Gärtner

ëtewaʒ, ëtwaʒ , ëteswaʒ Indef.-Pron., Adv. s.a. ihteswaʒ . 1 Pron. ‘irgend etwas, etwas, etwas Bestimmtes’
1.1 allg.
1.2 durch einen Relativsatz näher bestimmt
1.3 mit partit. Gen.
1.4 subst.
2 Adv.
2.1 ‘etwas, ein wenig, einigermaßen’
2.2 ‘eine bestimmte Zeit lang, lange’
2.3 ‘ziemlich, in hohem Maße’ , als Partikel vor Adj. und Adv.
   1 Pron. ‘irgend etwas, etwas, etwas Bestimmtes’    1.1 allg.: er [Jakob] forhte ime [seinem jüngsten Sohn Benjamin] etwaz gescahe ub er fone ime chôme Gen 2137; VRechte 288; du scolt uon mir etwaz sagen Rol 5090; Eracl 2786; vnde wenet der siche, swenne he hin zu dem stule get, daz etwaz von im ge, so doch nicht von im get SalArz 52,45. 52,26; entriuwen hie was eteswaz an: / nemt war, wie [...] Tr 14825; hie mite erkande ietwederez wol, / [...] daz eteswaz von minnen / in ietwederes sinnen / zem anderen was gewant ebd. 11923; daz und ouch mê vertrage ich doch durch eteswaz [aus einem gewissen Grunde (Wilmanns, Walth., Anm.z.St.)] Walth 62,15; daz er im nâch dem willen sîn / mit guoter lêre tæte schîn / von dem gelouben etwaz RvEBarl 5523; wan swer wil diz oder daz sîn, der wil etwaz sîn, sô enwil abegescheidenheit nihtes niht sîn Eckh 5: 406,8; got der ist etewaz alsô lustic und alsô behegelich und alsô minnenclich, daz sîn alle krêatûren begeren von natûre HvFritzlHl 178,18. – Gen.: Esau weinote, / den vater bat er genote / daz er etwes gedæhte / daz im sælden brahte GenM 52,12; mîn herze giht eteswes ûf in, / dar umbe ich dicke siufzic bin / sît hiut morgen daz ich in sach Wh 272,21; sô wünsche ich aber eteswes KLD:WvM 3:2,7. – instr.: von eteswiu [Hs. ettwem ] wæn ich brinne HartmKlage 472    1.2 durch einen Relativsatz näher bestimmt: ettewaz [...], / da er [der Teufel] mir di guoten andaht / sciere mit hat entragen, / die ich zu dir [Gott] scolde haben SüklV 782; ich vinde oͮch ettewas, da mit ich diͤr gelone Konr 10,142; und swaz sô dirre mære sî, / mir wahset eteswaz hier an, / daz minne meinet unde man Tr 1067. 12758; der bluomen küniginne / geheizen Amadrŷades / ze hove wielten eteswes, / daz den ougen nütze was KvWTroj 1066; vnde tuͦt ioch ain mensche etwaz, daz ubil ist PrGeorg (Sch) 25,94    1.3 mit partit. Gen.: daz nit kainer giturre vor gisaztir zith oder da nah etwaz des ezzins oder trinchins inphahen BrZw 43; vnd wen si [Kirschen] begynnen czu sydin, so swebit eczwas wassirs bobin Pelzb 133,15; daz der ritter was enkeine, / im wære grôz oder kleine / sîner gâbe worden etswaz UvZLanz (K) 8449; noch nist nehêin groz reda so luglich, si nehabe etwaz warhêit gemislot under sich PrWack 20,40; hâstû vater oder muoter, / bruoder oder swester? / wis dîner worte vester, / sage mir gar ân allez schamen / etswaz dînes geslehtes namen [„den einen oder andern deiner Leute”] Wh 292,8; der rich der etwaz gutz dings getan het, dez wart im pei diser werlt gelont mit dem richtum den er het PrOberalt 119,7; ob nimant so rechter und so heilich ist, der tiufel vind ze im doch etwaz des sines ebd. 147,26; etwaz anders ebd. 95,18. – besonders mit Gen. des subst. Adj.: ist daz harn vil dunne unde bleich, sô hât der mensch etwaz unverdoutes in im Barth 129,25; so dunket di lute in deme troume wi si etwaz sweres tragen SalArz 62,22; etewaz liebes AvaLJ 158,1; etwaz bederbes PrBerthKl 3,93; nieman ist so ubel, ern toͮ etwenne etwaz goͮtes Spec 90,19; Lucid 126,10; Eckh 2:318,4. 5: 417,4; etwaz innigers und hœhers ebd. 5: 38,11; etwaz vernünftiges ebd. 5: 421,1    1.4 subst.: in allen guoten liuten ist got alzemâle, und ez ist ein etwaz in der sêle, dâ got inne lebet, und ist ein etwaz in der sêle, dâ diu sêle lebet in gote Eckh 2:301,5; ein einvaltig mensche daz an got gelassen sich hat und demuͤtig ist, daz bevindet und gefuͤlt dis ettewaz an sime inwendigeme grunde und in mag es doch nút begriffen noch es in mohtes mit nihte niht zuͦ worten keine wise nút bringen Tauler 432,8    2 Adv.    2.1 ‘etwas, ein wenig, einigermaßen’ – als Adverbialbestimmung: er hulf in etwaz Gen 2600; du [Judith] heiz din wib [Magd] Avin / vur daz betti gahin, / ob er [Holofernes] uf welli, / daz su in [sie ihn] eddewaz dwelli ÄJud 210; wie ungerne Sîfrit dô hin wider reit, / er’n het etewaz errochen sîner vriunde leit NibB 909,2; unz si geruowe eteswaz UvZLanz (K) 5099; da von was im not genuͦc, / daz im daz silber wrde, / daz im sin swæriu burde / geringet wrde etewaz StrKD 41,25; Ottok 85008; Pelzb 124,7; und ouch noch ervorschet man selten, daz die liute koment ze grôzen dingen, sie ensîn ze dem êrsten etwaz vertreten [fehlgetreten] Eckh 5: 235,8. – als nähere Bestimmung zu Präp.-Gruppe, Adj. und Adv.: si kômen ze Rôme in di stat / ettewaz [kurz] vor mitter naht Kchr 4476; vernix ist ain wolsmeckent stain und ist etwaz weizvar und ist guot wider die melancoli BdN 465,25; diu schrift haizt mezzink dick ze latein electrum, dar umb, daz ir varb etswaz nâhen pei ainander sint ebd. 479,11; doch sprach er ime zuo ettewaz rafslîcho Gen 1768; Jacob sprach dô etwaz frôlîchero ebd. 1567; man sal en dusint marc geven / vnde itwaz geven mere Roth 1447; si kusten ir tohter munt / etewaz mê dan drîstunt AHeinr 1418; diu frouwe was wol siben jâr / unde etwaz langer, / daz sie kindes niht wart swanger Eracl 199    2.2 ‘eine bestimmte Zeit lang, lange’ ouch sint di wyn der genantin stat der naturen, das si lichtlichin osmakhaft [= â-smachaft ] werdin, is si das man si halde in gepichtin vassin; so enthaldin si sich eczwas Pelzb 136,28    2.3 ‘ziemlich, in hohem Maße’, als Partikel vor Adj. und Adv.: si sprâchen dô etwaz trûrichlîcho Gen 1942; ime wâre chomen mâre. [Punkt zu tilgen] / ettewaz swâre [Adj., oder (intr.) Verb?] / von den gotes boten zwein; / er vorhte daz unheil. / obe dâ ûzze ieht bestuͦnde, / der scûr iz ersluͦge Exod 1832; daz ist wol wâr, daz ez in dem beginne etwaz swære in dem abescheidenne Eckh 3:151,9

MWB 1 2218,17; Bearbeiter: Tao

ëtewenne, ëteswenne, ëtwenne Adv. auch etwan, zur Form gitthewanne Will 47,10 (La.) s. Etymol.Wb.d.Ahd. 2,949. 1 ‘zuweilen, manchmal, mitunter’
2 ‘früher (einmal, zu einer Zeit), einst, vormals’
3 ‘irgendwann (einmal), endlich (einmal)’
4 ‘irgendwo’
   1 ‘zuweilen, manchmal, mitunter’ nieman ist so ubel, ern toͮ etwenne etwaz goͮtes Spec 90,19; dû rihtest etewennen / niht mit vollem rehte Tund 528; ettewenne machit der win, so man sin zu uil trinket, ein uergift vnde ander sichtum SalArz 21,4; swem herzenlîchiu triwe ist bî, / der wirt nimmer minne frî, / mit freude, etswenn mit riuwe Parz 532,9. 334,28; alse eteswenne mir der lîp / durch sîne boese unstaete râtet, daz ich var / und mir gevriunde ein ander wîp, / sô wil iedoch daz herze niender wan dar MF:Reinm 10: 2,1; etswenne machete er [der Teufel] sich / ze grôzen slangen egeslich, / die gên im [Josaphat] kêrten manegen strît RvEBarl 15077; der leopard wirt zam etswenne, aber er wirt nümmer sô zam, daz er seiner grimmichait vergezz BdN 145,17. ~ … ~ oder ~ … underwîlen: concupiscentia unde desiderium dei lutent beidiu giride. so ist desiderium ettewenne in guote, ettewenne in ubile gesprochen. seltene wirdit concupiscentia in guote gesprochen ^@-APsWindb Ps 105,14 (Randgl.); etwenne bringent si daz lieht, etwenne die kuͦlin. da mite lonent si in irs dienestes Lucid 67,2. 108,4; minne ist der dinge einez di den lip vorkerent, etwenne zu vrumen, etwenne zu schadin SalArz 24,19; er leistir geselleschaft, / er kürzet ir die stunde / etswenne mit dem munde / und underwîlen mit der hant Tr 19194. – untertreibend für ‘oft, immer’ etswenne ich ouch vor tjost gesaz Parz 302,26; Artûs, der dâ für erkant / was daz er prîs etswenne truoc. / er het ouch werdekeit genuoc ebd. 683,29; eteswenne ich kan niuwez singen, / sô der rîfe liget, guot wîp, noch allez ân dîn lôn. / die waltsinger und ir sanc / nâch halbem sumers teile in niemannes ôre enklanc MF:Wolfr 6: 1,3; unsanfte mir daz tuot, / sol ich einen minnen, der herze noch den muot / nie an mich gewande zuo deheinen stunden. / sol ich mit im alten, wir werden etewenne in zorne funden Kudr 1627,4    2 ‘früher (einmal, zu einer Zeit), einst, vormals’ hi scol man frunte erchenne, / den ich etwenne / han libe getan Rol 3188; ich ensol niht mêr erwarmen / an iweren blanken armen, / dâ ich etswenn durch minne lac / manegen wünneclîchen tac Parz 136,3. 530,27; diu künegîn, / diu eteswenne Arâbel hiez / und den namen ime toufe liez / durh den der von dem worte wart Wh 31,5; wan ich die stat erkenne / und bin ouch eteswenne / mit koufliuten hie gewesen Tr 8840; als ich eteswenne in mîme zorne sprach, / daz er die rede vermite / iemer dur sîn selbes güete, / sô hât er [...] sô jaemerlîche site MF:Reinm 37: 3,1; Pass III 199,27; UrkCorp (WMU) N241,38. – dem entgegengesetzt: ich sach hie vor eteswenne den tac, / daz unser lop was gemein allen zungen. / [...] nû krump [...] die rihter sint Walth 85,25; irte iuch etewenne daz guot / michels harter dan der muot, / nû muget ir mit dem guote / volziehen dem muote Iw 2905; ich was etswenne sîn wîp: / nune möhte mîn vertwâlet lîp / des heldes dierne niht gesîn: / sus tuot er gein mir zürnen schîn Parz 259,23. 266,17; mir ist eteswenne wol gewesen: / gewinne aber ich nu niemer guoten tac? MF:Reinm 14: 2,8; mîn muot stuont mir eteswenne alsô, / daz ich was mit den anderen vrô. / des enist nû niht, daz was allez dô ebd. 24: 1,5; MF:Mor 29: 2,1    3 ‘irgendwann (einmal), endlich (einmal)’ aliquando: etwanne PsM 93,8. Per 20,8; wan ez muoz sîn / daz er nu lîdet hôhen pîn, / etswenne ouch freude und êre Parz 224,9; der sô lange rüeft in einen touben walt, / ez antwürt im dar ûz eteswenne MF:Mor 6a: 2,2; swer wider den obristen hêrren / alsô grôz mäin bigât, / wie sol des immer werden rât, / ern bechêr sich etwenne / unt lebe mit gewârhäit denne Priesterl 345; und was in den sorgen ie, / dazs eteswenne und eteswie / den rât in ein getrüegen, / daz sin mortlîche slüegen Tr 8376; wir ahtenz gar zem bœsten, / ob wir des tôdes nû genesen. / ez muoz doch etswenne wesen RvEBarl 7884; ez ist gar unmügelich / bî viure sitzen einem man, / etswenne rieche ez in an ebd. 4422; wie listig sy die liebe / und sich schmiegen kund als ain diebe, / sy muͦß sich doch ettwan entplecken, / wann der liebin ougen sich nit kindent verdecken FrSchw 1005. – in Aufforderungen, Wünschen u.ä: du saelic wîp! / du sprichest iemer neinâ neinâ nein [...]. / daz brichet mir mîn herze enzwein. / maht dû doch eteswenne sprechen jâ [...] ? / daz lît mir an dem herzen nâ MF:Mor 20: 8; lâ mîn werben / niht verderben! / eteswenne / triuwe erkenne, / sælig wîb SM:KvL 21: 5,8; daz mir eteswenne wol gelunge, / wolte Minne noch bedenken daz KLD: RvR 10:3,3; pitet vmb vns, daz wir in [Gott] etwan mit iv sehen mvͦzzen PrLeys 5,34. – formelhaft ~ unde ~ ‘dann und wann, von Zeit zu Zeit’ hábe îe dóh gégen míh dén síto déro rêion unte des híntcalbes, dîe der gérno scáto in der hízzo sûochent unte ze bérge gerno stîgent unte dîe man îe dóh étesuvánne unte étesuuánne síhet Will 47,10. ~ und eteswâ ‘immer und überall’ und alse ie man ze velde reit / durch gelücke und durch manheit, / sô was ouch der truhsæze dâ / eteswenne und eteswâ / durch niht, wan daz man jæhe, / daz man ouch in dâ sæhe, / dâ man nâch âventiure rite, / und anders was ouch niht dermite Tr 8956    4 ‘irgendwo’ die herberge sint al vol / von gesten unt von kunden. / wir suln ze disen stunden / herbergen von der stat hin dan / etwan ûf einem grünen plân / unt doch sô nâhen dâ bî PleierTand 12761

MWB 1 2220,4; Bearbeiter: Tao

ëtewër, ëtwër, ëteswër Indef.-Pron., subst. 1 ‘irgend jemand, einer’
1.1 allg.
1.2 mit näherer Bestimmung
2 ‘jeder; mancher’
   1 ‘irgend jemand, einer’    1.1 allg.: disem pilgrîme ist laide gescehen, / [...] ich wâne, in ettewer beroubet hât Kchr 14458; Rol 2827; gelieben dunket lîhte, / [...] daz eteswer dâ lieber sî / und nâher gênde dan si sîn Tr 13052. 15380. 17400; Ottok 56270; StatTrient 149; etewem Aneg 802; Elmend A 603; KvWEngelh 1351; mit etswem BdN 352,25; ettewen, etwen Gen 921. 2843; NibB 1988,4; Pass III 288,7    1.2 mit näherer Bestimmung – durch einen Relativsatz: ih waene, hier is etteswer bi, / der unsir habe gehuͦt Eilh R,3526; sô müezet ir etewen kiesen / der iun vriste unde bewar Iw 1826; lât mîne wunden schouwen / etswen der dâ künne mite Parz 577,9. 176,5; ich hân in mîner huote / etswen sô nôtvesten / under allen mînen gesten, / der wol ervarn getorste, / ob ieman in dem vorste / mir ze lâge sî geriten UvZLanz (K) 3717; PrLpz (L) 80,37. – durch partit. Gen.: und wânde, daz er eteswen / ir mâge, disen oder den, / unwizzend an der ritterschaft / gemachet hæte schadehaft Tr 761; der meister mac vrîlîche geben oder lîhen etewem des hûses vrûnde hundert bisande oder ander dinc, die alsô tûre sint StatDtOrd 98,21; vnd swen maister Friderich oder etwer siner erben sin reht an der erbeschefte wil ane werden, sol er vns ez dez ersten an biten UrkCorp 3263,37. – durch ander(s): u̍nser herre sprichet, er si ein geslahter [wahrer] winstoc [Io 15,1] ; [...] da hat er daz mit betuͤtet daz etwer anders ein ungeslahter winstoc muoz sin Konr (Sch) 105,41; sît daz [...] dû des niht gelouben wilt / daz würde an Kriste vollebrâht / swes die prophêten hânt gedâht, / sô zeige uns anders eteswen KvWSilv 3359. 3377; swaz er guotes von uns hât, / daz müest doch etwer ander haben Ottok 57635. – durch Präp.-Gruppe: herre, heizet etewen komen / von iuwerme gesinde, / der sichs underwinde Iw 2604; nu vorhter alle stunde, / daz in eteswer erkande / von gesinde oder von lande Tr 8147; er hât gesellen, under den / ir hetet vunden etewen / der iuch des risen belôste Iw 4518    2 ‘jeder; mancher’ dune maht mîn doch verkoufen niht, / wan etswer wandel an mir siht Parz 86,8; ich hân si von latîne / in rîme alsô gerihtet / und ûf den wân getihtet / daz sich nâch mînes herzen ger / dâ bî gebezzer etewer KvWEngelh 216

MWB 1 2221,51; Bearbeiter: Tao