eselkeit
stF.
‘Torheit’
ez was zeimal ein iungelinc, / der [...] sich selber an
nam / durch eine valsche eselkeit, / daz sin sprache was geleit / und wolde stete swigen
Pass III
520,89
MWB 1 2207,1; Bearbeiter: Plate
eselküene
Adj.
‘kühn wie ein Esel’
dar umb ist er nicht ein zag / daz er sich bedencht in zoren. /
[...] ez ist ein weiser muͤt, / der sich vor bedenchen tuͤt
/ und der czeit iͤr weil chan lan; / [...] wer hin wider slecht
zu hant / unbedacht, der ist genant / ‘esel chuͤn’ und ‘der unbeis’
Teichn
433,95
MWB 1 2207,5; Bearbeiter: Plate
esellîche
Adv.
‘wie ein Esel’
ein ungelêrter künic gelîch / ist einem esel gekrœnet, / wan er ouch esellîch
dœnet HvBer
1507
(vgl. TPMA 7,127)
MWB 1 2207,11; Bearbeiter: Plate
esellîn
stN.
auch esellî.
‘Eseljunges’
da vindet ir ain eselinne gebvnden vnde ir ivngide
[...] div eselinne, div da gebvnden stvͦnt, bezaichent die
ivden [...] daz ivnge eselli [...]
bezaichent die haiden Spec
47,7;
gên Jerûsalêm er reit / mit dêmüetlîcher armekeit / ein vil
krankez esellîn RvEBarl
2771.
2781;
und Jhêsus vant ein eselîn und saz ûf iz, alse gescriben ist [Za
9,9] : [...] dîn kuͦnic kummit sitzende ûf
eime nôze [Fohlen] einer eselinne EvBeh
Io 12,14.
–
dô stuont dâ bî / ein vrowe, diu hât ir esellî / verlorn vor an dem dritten
tage Boner
82,16;
sô die jungen eselein geporn werdent BdN
153,28;
Joseph fuͦrt och mit im dar in / das rind und och das esellin
WernhMl
2584
MWB 1 2207,14; Bearbeiter: Plate
esellîp
stM.
‘Eselkadaver’
auz der tôten pfärd leib werdent webzen und harliz, auz
eselleiben werdent ainrlai vliegen, haizent scarabei BdN
292,35
MWB 1 2207,28; Bearbeiter: Plate
eselmære
stN.
‘Erzählung von einer Eselei’
von eselbæren herren sol man eselmære sagen Stolle
26,1
MWB 1 2207,31; Bearbeiter: Plate
eselmilch
stF.
auch eselsmilch.
‘Milch der Eselstute’
esils milch ist gut den di sich sin in der lunge. geizine
milch hat di mitter maze zcwischen der kemmil milch vnde der esil milch
SalArz
18,51;
swer den sichtum habe, deme gip hircz milch oder esil milch
ebd.
56,55
u. ö.;
esels milch alsô warm sterkt die zend und sänftigt irn
smerzen BdN
120,8;
Plinius spricht, daz der eselinne milch gar weiz sei und daz
si auch helf der menschen weizen, und dâ von list man, daz des kaisers Nerônis
hausfraw sich padet in esels milch ebd.
120,5
MWB 1 2207,34; Bearbeiter: Gärtner
eselmist
stM.
‘Mist vom Esel’
swem di nase blute, [...] nim esil
mist vnde ezzic vnde habe iz im uor di nase SalArz
41,36
MWB 1 2207,46; Bearbeiter: Gärtner
eselmülenstein
stM.
‘Mahlstein einer vom Esel gezogenen Mühle’
wer ergert aber einen iht / von dysen kinden cleinen, / die mich mit glauben
meinen, / dem wurde weger, daz ym were / ein eselmulenstein [
mola asinaria Mc 9,41] gar swere / an sinen hals
gehenket hin / und seufte in grunt des meres yn EvStPaul
3989
MWB 1 2207,49; Bearbeiter: Gärtner
eselnôʒ
stN.
‘Esel, Eselfohlen’
der ein hete ein kemmel groz, / der ander ein crankez esel noz
Vät
10464;
sus brâhten sie daz eselnôz, / dem die jungern ir geschôz, / ein deil der kleider
leiden ûf Erlös
4609
MWB 1 2207,56; Bearbeiter: Gärtner
eselôre
swN.
auch eselsôre.
‘Eselsohr’, großes, dem Eselsohr ähnliches Ohr beim Menschen:
nu sagen wir von den ôren [des Riesen] , wie die wârn
getân: / sie glichen esels ôren WolfdD (J)
5:59,4
– als Kennzeichen des Narren:
man zeichent torn / mit einem wunderlichen snit, / daz man
sie erkenn do mit. / einem macht man esel orn, / so wirt eim ein platt geschorn, /
daz man yn erkenn do bey / daz er ein tor, ein narr sey Teichn
556,67;
wenne affen zegel und esels ôren / tragent veil der werlde tôren, / von den
wehset ein seltsên orden Renner
16163.
14110;
Stolle
26,10;
UvEtzAlex
5904
MWB 1 2207,61; Bearbeiter: Gärtner
eselrieme
swM.
‘Riemen aus Eselhaut’
der in der schrift sich kan verstên: / der wirt vil selten von im
[von einem Toren] geêrt, / swenne er sich hinden gein im
kêrt / und sich manigerleie verwet / sô er den esel riemen gerwet Renner
16798
MWB 1 2208,10; Bearbeiter: Gärtner
eselstimme
stF.
‘Stimme, hoch wie die eines Esels’
der üppig pfaffe wart geschant: / sîn eselstimme wart erkant, / doch er geviel
im selber wol, / als billîch noch ein esel sol Boner
82,42
MWB 1 2208,15; Bearbeiter: Gärtner
eselsvleisch
stN.
‘Fleisch vom Esel’
esels flaisch macht gar pœs pluot dem der ez izzet
[...] iedoch ist ez pezzer wann der pferd flaisch
BdN
120,5
MWB 1 2208,19; Bearbeiter: Gärtner
eseltrîbære
stM.
‘Eseltreiber’
man sol dem eseltriber von dem scheffel einen phenninch
[erg. lônen
] nah minnen [freiwillig]
StRAugsb
48,21;
der eseltriber ziuhet wol zem iar aines [ein
varh
] und niht me ebd.
171,19;
agaso : eseltriber VocOpt
13.039
MWB 1 2208,22; Bearbeiter: Gärtner
eselvole
swM.
‘Eselsfüllen’
er [der Erlöser] sal ze den zîden / einen esel
[La. ein eselfolen
] rîden [
ascendens [...] super pullum filium asinae Za
9,9]
Erlös
1528;
dine varren und dine esilvuln, di di erden arbeiten, werden ezzen
gemischet getreyde Cranc
Jes 30,24
MWB 1 2208,28; Bearbeiter: Gärtner
eselvülîn
stN.
‘Eselsfüllen’
nu gant / hin in daz castel, daz ir hant / da gein uch ligende. alzuhant / ein
eselfulen uch wirt bekant / gebunden, da noch nieman ist / geseszen uf zu keiner frist
EvStPaul
4281.
4291
MWB 1 2208,34; Bearbeiter: Gärtner
êsen
swV.
→
atzen
MWB 1 2208,39;
êser
stM.
‘Jagdtasche’
[er] greif dâ wider nider / nâch dem [von
dem Falken erjagten] antvögelîn / und stiez ez in den esser sîn
Bussard
870
MWB 1 2208,40; Bearbeiter: Gärtner
eskelîr
stM.
auch escelier, escalier (aus afrz. escler, vgl.
Vorderstemann, Fremdw., S. 90).
‘hoher sarazenischer Würdenträger’, meist in formelhaften Verbindungen mit
amazzûr und emerâl:
Terramêrs nôt / pflac dô deheiner vîre. / amazzûr und
eskelîre / und emerâle ungezalt, / der lac sô vil dâ tôt gevalt Wh
107,6.
34,22;
ungezalte die wâren erkorn / zuo eskelîeren an vürsten krefte
zil ebd.
256,1.
258,13.
339,17
u.ö.;
TürlArabel
*A 57,30;
escelier und emerale / und ander ritter het er lutzel schone JTit
3729,4.
3491,1.
4062,4
u.ö.;
vil amazur und escalier / valten die von Burgunde in der dicke schier
Loheng
4444.
4687;
UvEtzWh
3923
MWB 1 2208,43; Bearbeiter: Gärtner
esklirîe
stF.
‘Stand und Würde eines eskelîr
’
nû wând ich armer man / daz ich von banden wære verlân, / dô
mich des rœmischen künges hant / dem gap, der vor ûz ist bekant / zer hôhsten
eskelîrîe, / und der vür wâr der vrîe / ist aller valschlîchen tât Wh
287,5
MWB 1 2208,56; Bearbeiter: Gärtner
espan
stN.
→
eʒʒischban
MWB 1 2208,62;
espe
swF.
→
aspe
MWB 1 2208,63;
ësper
Subst.
aus afrz. espeir.
‘Hoffnung’
von dem morgen zu der vesper / wirt ir leben und ir esper /
verhouwen und versniten gar Hiob
1702
MWB 1 2209,1; Bearbeiter: Gärtner
espîn
Adj.
auch espen.
‘von der Espe, Zitterpappel’
ad dolorem dentium nim die espinun rinde
[...] vnde lege sie in den munt Ipocr
106;
daz wir swîgen suln unde niht klaffen suln noch sneren als diu espînen löuber
an den böumen PrBerth
1:159,30.
– phraseol. bib(en)en/(er)zittern als ein ~ loup
‘zittern wie Espenlaub, stark zittern’
im begunden arme unde bein / bibnen als ein espîn loup Eracl
3027;
er zittert als ein espen loup KvWPart
1234;
KvWTroj
20697;
ich muoz als ein äspîn loup / von sorgen grôz erzittern Reinfr
3349;
nu sich wie he [Jesus in Gethsemane] steit, in
wilicher not! / he bivet alse ein espen lof Lilie
34,38;
Hätzl
1:30,44
MWB 1 2209,4; Bearbeiter: Gärtner |