êgeverte
swM.
‘Ehepartner’ (Mann oder Frau):
die sêlen si wol ernerten, / die lieben êgeverten, / nâch disem kranken lîbe
Frauentrost
622
MWB 1 1500,40; Bearbeiterin: Baumgarte
ege|wîs
Adv.
‘schrecklich, furchtbar’ hier in der Verbindung jmdm. ~ ligen
‘schrecklich auf jmdm. lasten’
aber in den jungern syn [Christi] / leit ein ander
leye pyn: / als trubnis und slafernis [Schläfrigkeit] , /
di én lagen agewis TvKulm
3930
MWB 1 1500,43; Bearbeiter: Diehl
egge
stswF.stN.
→
ecke
MWB 1 1500,48;
eggewëc
stM.
Bed. unklar (möglicherweise zu
egen
‘eggen’ als Bezeichnung einer bestimmten Art von Weg in einer Feldmark; auch
eine Anbindung an
ecke
3 ist möglich):
matten vnd aker an dem anewender [Pflugwende, vgl.
anewendære
] an dem eggewege UrkCorp (WMU)
1852,42;
als der eggeweg obenan hin gat UrkWürtt
8,*371
(a. 1283)
MWB 1 1500,49; Bearbeiterin: Baumgarte
egilope
Subst.
Geschwür im Augenwinkel:
swer hat egylopas, egylope ist ein suche, in dez ougen
winkele weschet ein vleisch Macer
39,15.
61,7
MWB 1 1500,57; Bearbeiterin: Baumgarte
Egiptenlant
stN.
auch egipti- oder egiptelant.
‘Ägypten’ (überw. in bibl. Erzählungen):
dô si in [Josef] zuo Egyptelande
brâhten Gen
1839;
VAlex
1183;
Spec
23,27;
der kuniginne von Egypti lande unt Antonius her was michil
grôzir denne des kunigis von Rôme PrMd (J)
353,2;
Gen
1095;
Cathapleba ist ain tier, daz wont pei dem wazzer, daz Nilus
haizt, in Egiptenlant BdN
131,24;
AvaLJ
35,2;
RvEBarl
10416
MWB 1 1500,60; Bearbeiterin: Baumgarte
Egiptier
stM. (Pl.)
‘Ägypter’
aber in der zeit lauf fuorten in [den
balsempaum
] Egypcier auf daz velt ze Babiloni BdN
358,23.
358,25;
Egiptii die weisen läut, die vil weishait funden habent ebd.
27,16
MWB 1 1501,5; Bearbeiterin: Baumgarte
egiptisch
Adj.
‘ägyptisch’
ûf zehen esil er luot vile manigslahte guot / des egiptisken
rîchtuomes Gen
2484;
div lôsunge des egiptiischin dienistis, daz ist wîzzinlich
allin den, die div buͦche chunnin Spec
72,26;
VEzzo
324
MWB 1 1501,10; Bearbeiterin: Baumgarte
egle
swSubst.
‘Barsch’ (?) (vgl. SchweizId 1,144 s.v. Egli):
es truͦg vf sinem ruggen / ain ertzpriester eglen vail LügenrM
70
MWB 1 1501,15; Bearbeiterin: Baumgarte
êgrabe
swM.
‘vorgeschriebener, vertragsgemäß angelegter Abwassergraben, Grenzgraben’
die egraben, die vor verbotten würden, sol nieman wider machen
StRZürich
224;
daz div tole [Abzugsgraben] alde der êgrabe von den
zewain hûsern [...] offen sol sin UrkCorp (WMU)
2209,28
MWB 1 1501,18; Bearbeiterin: Baumgarte
êgruobe
stswF.
‘vorgeschriebene, vertragsgemäß angelegte Abwasser-, Sickergrube’
das das hus [...], in swes hant es iemer kumet, sin ê
gruobe haben sol vnschedeliche UrkCorp
3053,15;
ein weg [...] zer ê grvoben UrkCorp (WMU)
1459,6
MWB 1 1501,24; Bearbeiterin: Baumgarte
egunge
stF.
‘das Eggen’
occatio: egunga vel brachunga SummHeinr
2:88,23.
1:232,463
MWB 1 1501,29; Bearbeiterin: Baumgarte
êhaft, eht
Adj.
auch eehaft, eapht; Rechtswort (vgl. 2HRG 1,1177f. und
1,1191, sowie ausführlich in WMU 1,419f. und DRW 2,1221-1223).
1
‘rechtsgültig, rechtmäßig, rechtlich begründbar, rechtlich anerkannt’
1.1 meist in der Wendung
~ nôt
‘gesetzlich anerkannte Notsituation’ , die eine Ausnahme vom sonst geltenden Recht gestattet 1.2
~ (oder êrbære) sache
‘Sachverhalt, der als rechtmäßiger Grund anerkannt ist’
2
‘dem Recht entsprechend, rechtlich vorgeschrieben’
2.1
~ kampf
‘Gerichtskampf’
2.2
~ (tage-) dinc/ teidinc
‘ungebotene (Gerichts-)Versammlung, die regelmäßig zu bestimmten Zeiten
stattfindet und zu der die Dingpflichtigen deshalb nicht extra geladen
werden müssen’ (vgl.
dinc
1.1.1.1 ) 3
‘rechtskräftig’
4 Subst. zur nd. Bedeutung ‘ehelich’
1
‘rechtsgültig, rechtmäßig, rechtlich begründbar, rechtlich anerkannt’
1.1
meist in der Wendung
~ nôt
‘gesetzlich anerkannte Notsituation’, die eine Ausnahme vom sonst geltenden
Recht gestattet:
swer deme andrin icht geheiz [wer einem
anderen gegenüber eine Verpflichtung einging] / daz her dat
war liet / iz ne beneme ime der tot / oder ehast [l.
ehaft
] not Roth
4926;
ouch swuor er [Iwein gegenüber
Laudine] , [...], / er kæme wider,
möhter, ê, / esn latzte in êhaftiu nôt, / siechtuom vancnüsse ode der tôt
Iw
2933;
Tr
8201;
twinget in [den Ehemann] aver
êhafte nôt, er wirt ez [das Vermögen seiner Frau] wol
âne mit rehte SpdtL
97,25;
das ich [...] durch rechter ehafter not willen
verkauft han [...] meins rechten freyen aigens zwo
hofstet UrkEnns
6,531
(a. 1345).
– i.d.R. in Bezug auf eine Verhinderung, vor Gericht erscheinen zu
können:
vier sache sint die êhafte nôt heizent: daz ist vancnüsse
unde siechtuom unde gotes dienst ûz dem lande unde herren nôt
SSpAug
192,10;
hi vindit min vir eapht not [mit genauen
Erläuterungen]
Mühlh
149,5
u.ö.;
SpdtL
192,10.
192,18
u.ö.;
StRAugsb
167,11;
Iw
6042.
– übertr. auf Ausnahmen von anderen Regeln und Bräuchen:
durch ehafte not mac man si [die
Medikamente] geben bi dem tage fur di uallende sucht
SalArz
102,12;
zwelff gruben hieß er beraitten, / da wurden gar ein
getragen / di auff dem velde wurden erslagen. / das was eehafte nott: /
[...] / der gestanck war da so groß gewesen /
das wenig yemand war genesen HvNstAp
3978
1.2
~ (oder êrbære) sache
‘Sachverhalt, der als rechtmäßiger Grund anerkannt ist’
ob ein person waffen faustet oder zucket ân ehaft sach, der sol gepeinigt
vnd gestraft werden StatTrient
127;
vnd muegent die sehsse wol daz zil lengen
[hinausschieben] / ob si sehent
[...] / daz ehaft oder erbær sache / den pischolf /
oder den hertzogen irrent UrkCorp
787,32
u.ö.
2
‘dem Recht entsprechend, rechtlich vorgeschrieben’
elliu burcreht diu in den ehaften zol niht hoerent, daz sin
huser, garten, baumgarten StRAugsb
181,12;
swo ein lantstrazz oder ein ehafter wagenweck durch ein velt oder neben einem
veld get OberBairLdr
141
2.1
~ kampf
‘Gerichtskampf’
so biuͦtit iene man sine vnschult, daz ist ein eit
[...] vnd ein echt kamph, ob her in zvͦ rechte
gegruͦzet hat UrkCorp (WMU)
51,25;
SSp
54,21
2.2
~ (tage-) dinc/ teidinc
‘ungebotene (Gerichts-)Versammlung, die regelmäßig zu bestimmten Zeiten
stattfindet und zu der die Dingpflichtigen deshalb nicht extra geladen
werden müssen’ (vgl.
dinc
1.1.1.1):
daz si deheinen des gotshavses man niht betwingen noch gebiͤten ze choͤmen
vͦf dehein ehaft taidinch noch vͦf dehein besvnder taidinch UrkCorp
(WMU)
2087,6.
51,5
u.ö.
3
‘rechtskräftig’
vnd wart div gabe vnd daz opher volle brath mit gelerthen worten, div so
creftinch sint vnd so ehaft vnd als endelich, das sie nach gaisselichem vnd nach
welteclichem reht socdán gabe vnd socdan ophér volle bringen mugen UrkCorp
1624,30
4
Subst. zur nd. Bedeutung ‘ehelich’
in suͤsser anschowunge lassen si [die
witwen
] sich begnuͤgen uf das hoͤhste, so si das muͤssent ansehen, wie sich
das lamp zuͦ den megden fuͤget. die ehte soͤllent das oͮch minnenklich ansehen
Mechth
3: 1,133
(vgl. Anm.z.St. und zu
1: 22,67
)
MWB 1 1501,31; Bearbeiterin: Baumgarte
êhafte
stswF.
auch eehäffty. Vgl. 2HRG 1,1191, DRW 1,1223f. und WMU
1,420f..
1
‘Ehhafte, Gerechtsame’ i.d.R. Nutzungsrechte (meist für die natürlichen Vorkommen wie z.B. Ackerland, Wasser, Weide, Wald), (Vor)rechte und Pflichten, die auf ein bestimmtes Gebiet, ein Dorf, einen Hof o.Ä. bezogen sind, und ihr Gültigkeitsbereich 2 Sammlung der örtlichen Satzungen, Rechte und Pflichten, sowie auch deren einzelne Bestimmungen
1
‘Ehhafte, Gerechtsame’ i.d.R. Nutzungsrechte (meist für die natürlichen
Vorkommen wie z.B. Ackerland, Wasser, Weide, Wald), (Vor)rechte und Pflichten, die
auf ein bestimmtes Gebiet, ein Dorf, einen Hof o.Ä. bezogen sind, und ihr
Gültigkeitsbereich:
item eehäffty des hoffs zu Buchs die gat vntz an den Wirtz zu Bolatingen, vnd
sond ir vich trinken zu Bongarten in dem brunnen, vnd gat vntz in dem múlibach zu
Fünstetten wunn [Ertrag] vnd weid, vnd sond vnser schwin
gan in ir holtz wenn sy äckerit [Bucheckern und Eicheln zur
Waldmast] hand WeistGr
1,815
(o.J.);
StRBern
1:6,3;
das siv [...] disen vorgenanten acker vnd weg ze
rechter ehafti mit allen rehten han vnd niessen sv́ln UrkCorp (WMU)
1554,32;
wære aber der abeganch an guͤtern oder an hoͤven, da getwinge, ban vnd ander
ehafti zuͦhorti ebd.
2021,16.
– bei Eigentumsübertragungen in der Formel mit aller ~
:
[wir] habin im siv [die
Güter] geben mit allem dem rehte alse wir siv haton in vnser
aigenlichen gewer, mit holze vnd mit velde, mit wasen
[Wiesen] vnd mit zwige, gesvochiz vnd vngesvochez
mit aller ehafti UrkCorp
239,22;
vnd geben daz vorgenant hus mit aller ehafti,
[...], dem appete vnd dem convent ebd.
N370,31
u.ö.;
hierher oder ‘unter Wahrung aller entsprechenden Vorschriften, der
Rechtsform genügend’ (?):
das [...] her Peter Senftli und vro Gerdrut
[...] offenlich vor únserm gerichte vrilich gaben
mit aller ehafti und mit gemachten worten und geberden alles ir guͦt
[...]dem gotshuse von Wettingen UrkBasel
2:395,7
(a. 1290)
2
Sammlung der örtlichen Satzungen, Rechte und Pflichten, sowie auch deren einzelne
Bestimmungen:
hie hebent sich an die ehaftin unde elliu diu reht als si disiu
stat ze Auspurch von ir herschefte mit rehte unde mit guͤter gewonheit herbraht hat
StRAugsb
2,3;
unde swaz diu stat rehtes hat gen dem burggrafen, daz vindet
man da vorn in der ehaeftin ebd.
194,12
MWB 1 1502,36; Bearbeiterin: Baumgarte
êhaftec, ehtec
Adj.
1
‘rechtsgültig, rechtmäßig, rechtlich begründbar, rechtlich anerkannt’
2
‘dem Recht entsprechend’ (vgl.
êhaft
2 ) 2.1
‘vorschriftsmäßig, vorgeschrieben’
2.2
‘rechtskräftig, rechtsgültig’
2.3
‘rechtmäßig, bevollmächtigt’
2.4
‘in den Bereich der Rechtssprechung fallend’
2.5 übertr. ‘mit den Geboten des christlichen Glaubens in Einklang ’
1
‘rechtsgültig, rechtmäßig, rechtlich begründbar, rechtlich anerkannt’
in den Wendungen
~ nôt/ sache
‘gesetzlich anerkannte Notsituation’, die eine Ausnahme vom sonst geltenden
Recht gestattet (vgl.
êhaft
1; weitere Belege DRW 2,1227f., WMU 1,421):
er ensol oh weder huͤser noh eigen noh enhein ander guͦt virkofen noh
virsezzen ân unsirs conventen willen und âne êhaftige not sins libez UrkBasel
2:164,7
(a. 1280);
ist daz, daz uns ehaftigú not von armuͦt wegen,
[...], angienge, [...], so múgen
wir beidú old unser einez von deshin den wingarten und boͮngarten angrifen und
verkoͮfen UrkBern
5,620
(a. 1328);
WeistGr
1,31
(a. 1347).
–
beschehe aber daz, daz uns irte ehaftige sache, das sun wir die burger
lasen wissen mit unserm boten UrkBern
3,588
(a. 1294);
UrkCorp (WMU)
1993,26
2
‘dem Recht entsprechend’ (vgl.
êhaft
2)
2.1
‘vorschriftsmäßig, vorgeschrieben’
ist oͧch, das sie dekein ehaftigen bu dar an leiten mit unser wissende,
den sullen wir, [...], in abe toͧn UrkBasel
3:195,39
(a. 1297);
wann da ein rechte ehehaftige hofstadt ist UrkFürstenb
5,357
(a. 1322 kopial).
–
~ tagedinc (vgl.
êhaft
2.2):
daz die rihter drev ehaftigev taidinch svllen haben in dem jar
UrkCorp (WMU)
3305,2
2.2
‘rechtskräftig, rechtsgültig’
daz disiv sazzunge vnd disiv richtunge mit disen ehaftigen vorgenanden
gedingen war si vnd stete belibe UrkCorp (WMU)
3054,16
2.3
‘rechtmäßig, bevollmächtigt’
so sol man im alde sinime ehaftigen ammanne den win bieten UrkCorp
(WMU)
1453ABC, 30,31,44
2.4
‘in den Bereich der Rechtssprechung fallend’
gesche ouch eyn totslag addir echtige wunden StRHeiligenst
27
2.5
übertr. ‘mit den Geboten des christlichen Glaubens in Einklang ’
got wil dir eine wîle sparn / des lîbes leben, ein kurzez
zît, / daz dîn êhaftiger strît / den lôn neme von gotes hant / ze rehte
RvEBarl
15532
MWB 1 1503,13; Bearbeiterin: Baumgarte
êhafteclîche
Adv.
‘rechtsgültig, rechtmäßig’
swer nahtes mit messern oder mit andern waffen gat
[...], von deme sol man rihten, ern mvge sich denne
rehte vnd eheftecliche entreden UrkCorp (WMU)
N238AB,6
MWB 1 1503,51; Bearbeiterin: Baumgarte
êhaftege
stF.
1
‘Ehhafte, Gerechtsame’ (vgl.
êhafte
1 , vgl. WMU 1,421 und DRW 2,1228) i.d.R. Nutzungsrechte (z.B. für Ackerland, Wasser, Weide, Wald) und ihr Gültigkeitsbereich 2
‘Rechtskraft’
1
‘Ehhafte, Gerechtsame’ (vgl.
êhafte
1, vgl. WMU 1,421 und DRW 2,1228) i.d.R. Nutzungsrechte (z.B. für
Ackerland, Wasser, Weide, Wald) und ihr Gültigkeitsbereich:
der selbv Vͦlrich old sin erbvn [...], die svn han
ehefigi holtzes vnd veldes, wazzerz vnd weidv UrkCorp (WMU)
1843,19.
3243,10;
UrkBern
5,335
(a. 1323);
possessiones [...] cum omni utilitate sive usagiis
que ehehaftigi dicuntur ebd.
3,485
(a. 1290).
– bei Eigentumsübertragungen in der Formel mit aller ~
:
unsern teil der vogteie ze Wirnelingin vnde swaz dar zvͦ horet mit allem
nvze vnde mit aller eheftige vnde mit allem rechte UrkCorp (WMU)
553,21.
2915,26;
UrkBern
3,192
(a. 1272 kopial)
2
‘Rechtskraft’
das der selbe kouf volle kraft und êheftige hette UrkBasel
4:26,4
(a. 1314)
MWB 1 1503,56; Bearbeiterin: Baumgarte
êhaften
swV.
‘etw. (eine Stadt) mit Rechten versehen’
wir [...] verjehen offenbar an disem brief, daz wir
[...] ehaften und frigen von unserm cheyserlichen
gewalt [...] die stat ze Chanelstatt, also daz si alle diu
reht, ere und guͦt gewonheit haben suͤlle und muͤge als unser und dez richs stat ze
Esselingen MGHConst
6,1:739,19
(a. 1330);
daz wir [...] die stat ze G. geehaft und gefreyt
haben DRW
2,1227
(TrierZ.; a. 1330)
MWB 1 1504,8; Bearbeiterin: Baumgarte
êhaftlîche
Adv.
‘rechtmäßig’ (vorschriftsmäßig, formal korrekt ? vgl.
êhafte
1):
das dú gift also redelich vnd ehaftlich beschehen were UrkCorp (WMU)
1337AB,34,33
MWB 1 1504,17; Bearbeiterin: Baumgarte
êhalte
swM.
(vereinzelt st. StRAugsb
244,24)
auch eehalte ( HvBurg
643).
‘Dienstbote’
ez sol auch fuͤrbaz dehain man noch frawe,
[...], ze den wihennehten nieman nihtz geben
[...], ez sei danne ob ain man oder frawe irin kinde
oder ir ehalt in irem hus begaben [beschenken] welte
StRAugsb
244,24.
220,4
u.ö.;
swer den andern rovffet oder in an daz movl sleht
[...], der sol im ein pfunt geben
[...] ân div chint, div hinder fierzehen iaren sint vnd
ân ob ein man oder ein frowe ir ehalten slahent ân mezzersleg vnd swertessleg vnd ân
wvnden UrkCorp (WMU)
475A,25.
2521,27;
SchwSp
118b;
wan Abyron und Dathan / mit allem das sy want an, / chint,
ehalten, viche und ir weip, / verluren gahes den leip HvBurg
2593.
643.
– übertr.:
jâ, heizest dû dar umb ein êhalte, daz dû disen liuten die in der heiligen ê
sint ir êre und ir guot getriuwelîche behalten solt PrBerth
1:479,15
MWB 1 1504,21; Bearbeiterin: Baumgarte
êhaltec
Adj.
‘gehorsam’
goti gihorsam undi ehaltig SuTheol
180;
vnde alle cristinliche orden, / di mache einualdic, / in dime
gebote éhaldic Litan
1410.
–
‘bevollmächtigt’ (vgl.
êhaftec
2.3):
so sol man im [dem Herren] alde sinem ehaldigim
ammanne den win biettin UrkCorp (WMU)
173,12
MWB 1 1504,39; Bearbeiterin: Baumgarte
êhaltecheit
stF.
‘Gehorsam’
do nam ern ab deme cruce mit Nychodemo unde mit andern seligen mennischen, die
an jn geloubet heten mit micheler ehalticheit PrMill
527;
son ist aver uͥserm herren got iuwer êhaltechait anders niht ainpfanclich, irn
sit och beidiu chuͥsche unde raine Konr (Sch)
86,36;
ích bin scúldig [...] an der uirsúmide aller
christinlicher éhaldigheite unde giwoniheite BambGlB
146,22.
– interl. Übers. zu religione in ita tres deos ac dominos dicere
catholica religione prohibemur:
also uon dere allichen ehalticheite werde wir beweret sprechen drie gote oder
herren WindbCant
143;
PsM
C 11,19
MWB 1 1504,45; Bearbeiterin: Baumgarte
êhaltege
stF.
‘Gehorsam’
ih han gesundot in uppigero guotlichi, [...], in
allero losheite, in uppigero ehaltige [in Übereifer]
WessobrGlB I
143,32
MWB 1 1504,58; Bearbeiterin: Baumgarte
eher
stN.
‘Ähre’
eine garb [...] mit eheren jouch mit
agenen [Grannen]
Gen
612;
er sehe an eime halme stan / sibin eher dú geladin wol /
chornnis waren RvEWchr
7342;
EvBerl
14,10;
Will
69,15;
BdN
419,14
u.ö.
MWB 1 1504,61; Bearbeiterin: Baumgarte
eherære
stM.
‘Ährenleser’
ich bin reht ain aͤrer: won allez daz dem túfel enfellet, daz lis ich uf
PrGeorg
271,14. 30. 32;
spicarius: eherari SummHeinr
1:287,256
MWB 1 1505,1; Bearbeiterin: Baumgarte |