e – ëbenbürtecheit ëbendol – ëbenguot ëbenheilec (?) – ebenisch ëbenjunc – ëbenmenden ëbenmensche – ëbenstrenge ëbensuoʒe – ëbenwette ëbenwîch – êbrëchærinne êbrëchec – eckerich eckerlîn – edelkeit edelkint – effede effelîn – ege|sam eges|bærec – êhaftec, ehtec êhafteclîche – ehten ehter – eichermel eichgrabe – eidigen eierære – eigenerge eigengeborn – eigenschaft eigenschaftlich – einbærkeit einbærunge – einent einenthalp, einenthalben – einhalp, einhalben einhël – einlift einlifthalp – einöuge einöugec – einstirn einstrîtec – einvach einvalt – einworhte einwort, einwürte – eischtac eischunge – eiterbluome eiterbrâme – eitertrache eitervar – êkonvrouwe ekub – elfenbein elfenbeinîn – ellendeclich ellenden – elmëʒ
elne, elle – emb- ember – emʒlîche en – enbicobe enbieten – enbore enbœrec – ende endeblat – endeschaft endeslac – enein hëllen enein komen – engegenen engegengân – engelkeiserinne engelkôr – engelvürste engelwësen – englîmen englimmen – enhundert enîdrus – enklieben enklœʒen – enmitten enmittenzwei – enphrüenden enphüelen – ensîten enslîbe (?) – ent- ent|ænegen – enthalben enthalt – enthitzen enthiuten – entlegen entlêhenen – entliutern entlocken – en|toben (?) ent|ordenen – ent|rigeln ent|rîhen – entsagen entsagunge – entschîben entschicken – entsebelich entseben – entslîchen entsliefen – entspitzen entsprëchen – entsüenen entsunkenheit – entvëlhen entvëlhigen – entvliehen entvlieʒen – entwachen entwâfenen – en|twelmen en|tweln – entwësenen entwëten – envalten envar – ênzeclich enzeichenen – enzückunge enzündærinne – ephichwurz ephimera – erargen erarmen – erbarmen erbarmhërze – erbeclîche erbedienest – erbe|insigel 1erbeiten – erbelôsunge erbeman – erbeschilt erbeschrîn – erbeveste erbevîent – erbieten erbietunge – erblœʒen erblüejen – erbrogen erbrüeten – ërden-, ërtmëʒʒer ërden-, ërtvruht – erdiuten erdoln – êregîtec êregîtikeit – êrenhüetære êrenhüge – êrenvest êrenvrëch – ergëben ergëbenheit – ergetzen ergëtzen – erglitzen erglîʒen – ergrisgramen ergriulen – erharn erharten – erhogen erhœhen – eringrieʒ
erinnern – erkennelich erkennen – erklepfen erklîben – erkræjen erkrallen – erkuolen erkuolunge – erlegen erlêhenen – êrlich erlîden – ér|lôn erlônen – erlusten erlustigen – ermelzipf ermen – ernacken ernaʒʒen – ërnesthaftic ërnesthafticheit – erqueln erqueschen – errîhen erringen – erscheinunge erschellen – erschrîben erschricken – ersîhen ersiht – ersnellen ersnîden – erstandunge erstarken – erstieben erstîgen – ersuochære ersuochærinne – ërtbærec ërtber – ërtgerüste ërtgruft – ertougen ertouwen – ertücken ertumben – ervære ervâren – erviselunge erviuhten – ervreisen ervriesen – erwahsen erwæjen – erwëgen erwëgen – erwermen erwern – erwîtern erwîʒen – erzeigen erzeigunge – erziugen erziugunge – eschenbürnen ê|schillinc – esellîp eselmære – esser estel, estelîn – ëtevil ëtewâ – etzweide etzwise – êwelich ê|wëlten – ê|wise ê|worhte – ëʒʒesac ëʒʒic – eʒʒisch|türlîn
|
erswarzen
swV.
‘schwarz (dunkel, schmutzig) werden’
1 von der menschlichen Haut (Zunge, Nägel, Glieder); 2 vom Blut 3 vom Licht, ‘sich verfinstern’
1
von der menschlichen Haut (Zunge, Nägel, Glieder);
durch Schmutz:
diu hût was im überal / erswarzet gar und worden sal
RvEBarl
6486;
an sînem antlütz über al / was im diu varwe ersalwet. / erswarzet und
ervalwet / was im ein teil sîn rôter munt RvEGer
3718.
3732.
– als Zeichen von Krankheit, (nahem) Tod:
ist daz im die vinger unde die negel vornen erswarzet sint, daz ist ein
zeichen daz er sterben wil PrBerth
1:510,8;
antlütze hant unde fuoz / was im erswarzet als ein ruoz LvRegFr
4587;
swer in niht wolt lâzen vür, / dem stiez er einen rigel vür des lebens
tür, / daz vil dâvon erswarzen muoste der zungen Loheng
5570;
daz antlút war ime erbleichet, sin mund erswarzet und ellú leblichi waz da
hin als eines toten menschen Seuse
88,7.
– durch Bluterguss:
sîn bein / erswarzet was von einem trit UvLFrd
528,25
2
vom Blut:
ist daz harn dunne unde wîz, sô ist der mensch melancolicus;
der hât des pluotes sô vil, daz iz ist erswarcet; der wirt schiere grâ
Barth
128,17
3
vom Licht, ‘sich verfinstern’
tenebrae non obscurabuntur a te et nox sicut dies illuminabitur: die uinster
niht erswarcent uon dir un̄ naht als der tach erlivhtet wirt PsM
138,12
MWB 1 2105,36; Bearbeiter: Plate
erswechen
swV.
‘schwächen’
er vaste unde wachte, / daz er den lip irswachte / unde den geist
gestercte Vät
18400
MWB 1 2105,61; Bearbeiter: Plate
ersweimen
swV.
‘sich zu etw. aufschwingen’
uns seit die schrift, daz nie kein ar / so hohen fluk versweinde [La.
ersweinde
] / sam der werde evangelist [Johannes]
HeinzelJoh
48,6
MWB 1 2106,1; Bearbeiter: Plate
ersweiʒen
swV.
‘in Schweiß geraten’ (aufgrund körperlicher Anstrengung oder aus Scham, Angst
usw.);
intr.:
Kay bi dem bronnen erbeitzte. / sin maul was ersweiszt, / dem nam er den sattel ab
Krone
12816;
moesse ich noch hude ersweyssen / in den waerden [
‘auf dem Kampfplatz’, vgl. Anm. z. St.] mit anderen luden, /
[...] / so duchte mich, dat ich selich wer, / wan mich en
duncket neit so grois er / alsse ritter ind ritterschaff KarlGalie
3026;
[Arabel,] dvͥ dvrch dich [Gott]
dikh ersweizzet: / din gloͮbe si dar zvͦ reizzet TürlArabel
*A 2,30.
– refl.:
jr müezt ivch ersweizen / vnd elliu ivriu glid rüern Krone
9865
MWB 1 2106,5; Bearbeiter: Plate
erswëlken, -swëlhen
swV.
st. Part. Prät. s. zu 2.
1
‘zu welken beginnen’
2
‘ermatten’ (falls hierher)
1
‘zu welken beginnen’
der rîffe zîteget etelichen wuͦcher, er erfrôret ouch
etelichen: alsô die slêhe die zîteget er, daz wînbere daz erswelichit uon ime
TrudHL
87,28
2
‘ermatten’ (falls hierher):
er was so erswolgen [Konjektur für hsl. ertwolgen,
entuolgen
] / vnd des bluotes ersigen, / daz sein chraft was geswigen / den
seinen liden allen Krone
6628
(Knapp/ Niesner erklären das st. Part. als Vermischung mit dem stV.
swëlgen, swëlhen
‘schlucken’, Scholl konjizierte entwolgen, also Präfixbildung
→ entwëlgen zum [schlecht bezeugten] stV. wëlgen
‘rollen’)
MWB 1 2106,18; Bearbeiter: Plate
erswërn
stV.
1
‘beginnen zu schwären, (eiternd) anzuschwellen, zu schmerzen’
2
‘ganz und gar anschwellen’
1
‘beginnen zu schwären, (eiternd) anzuschwellen, zu schmerzen’
du arger shalk [...], / du wirdest
hie von mir gezamt, / daz din rugge muͦz erswern Rennew
987;
nv waz dvͥ ket, dar an er lac, / swer vnd vnmazzen groz. /
[...] swa den markis rvͦrt daz rot
[Rost] / an blozen lip, daz erswar TürlArabel
*A 62,27;
daz [Kratzwunden] erswar denn in dem fleisch an den
armen ald umb daz herz Seuse
40,23;
wie sein hertz dar umb [im Zorn darüber] erswiͤrt /
daz sew gutew werch tuͤt Teichn
366,26.
– phras.:
der tôte chuht sich an der stunt / sô bereite sînes lîbes gar, / alsô dem
nie dehein fuoz geswar KvFuss
2662;
daz kint [...] dô vil schône wart gesunt / und
dannan kêrte bî der stunt / als im nie leit [l.
lit?] erswære KvWPant
353
2
‘ganz und gar anschwellen’
in mînen vuoz stach mich ein dorn, / dâ von ist mir daz bein ersworn
Boner
50,24;
der halsz [...] / was bisz vf das kragebein / mit
trùsen [Geschwüren] befangen / vnd groszen adern langen /
[...], / die waren sùmelich ersworn Krone
19705;
dâ von wirt daz wîp sô siech, daz si des dunchet, daz ir der
lîp aller sî ersworn, unde swâ si grîfet an den bouch, dâ dunchet si, wie si grîfe
an ein geswer Barth
133,3;
sô ist der mage aller ersworn ebd.
148,3;
er stuont mit ûfgerihtem sper. / [...] si enbran als
ein zunder, / von der angesihte, / daz dem tumben wihte / der eilfte vinger
[Penis] was ersworn HBirne
289.
– tr.?:
sîn bein geswal, und wart ersworn / sîn vuoz Boner
47,6
MWB 1 2106,31; Bearbeiter: Plate
erswerzen
swV.
‘etw. verdunkeln’
nû sprichet alsô Lucas, / di vinster wêre in aller welt, / si
bedeckte alle velt, / di sunne ouch erswerzet wart, / wan si daz lîcht der welde spart
JvFrst
9807
MWB 1 2106,61; Bearbeiter: Plate
erswîgen
stV.
‘verstummen’
als er der worte gesweic [
dô er der rede vil gar ersweic
Vät (K) 880] , / ir ieglich dar nider seic / und gab uf
sinen geist zu gote Vät
38984
MWB 1 2107,1; Bearbeiter: Plate
erswimmen
stV.
refl. ‘sich schwebend erheben’
in disem vernúwende und in kerende da swimmet der geist alle zit
úber sich [...] er sol sich [...] úber
alle sin krefte erswimmen Tauler
263,30
MWB 1 2107,5; Bearbeiter: Plate
erswingen
stV.
1 tr. 1.1
‘zum Schwingen bringen, schwingen’ . 1.2
‘durch starke Bewegung ermüden’
1.3
‘aufwärts schwingen’
1.4
‘(von etw.) wegschwingen’
1.5
‘etw. fliegend erreichen, erlangen’
1.6
‘(durch Anstrengung) erlangen’
2 refl. 2.1
‘sich in/ an etw. hin und her schwingen’
2.2
‘sich wohin schwingen’
2.3
‘sich aufschwingen’
1
tr.
1.1
‘zum Schwingen bringen, schwingen’.
– (seine) Flügel, Gefieder:
da die edeln cherubin / tanczend und springend, / mit
gesang injubilo / ir flúgel erschwingend WernhMl
1416;
daz sie die vetich erswinget / und durh diu wolchen dringet
LvRegSyon
1762;
der [auf einem Stein im Wasser sitzende]
rab den visch erplicht [...]. / sein gevider er
erschwang, / nach dem visch stuond aller sein gedank MüOsw
647.
727;
(das Gefieder einer Frau, obsz.:)
wen der herte czuͤ velde tribet, / wilch mayt da hyndenblybet, / dyͤ
werff ich da neder / und erswinge er ir geveder, / ich ribe er kletten in
den bart OsterSpI
601.
– (seine) Hand, Arme, Glieder (im Kampf):
mit slegen er die arme erswanc Parz
207,15.
742,11;
Salatîn der soldân / menlich sîn hant dâ erswanc
Kreuzf
6709.
6192;
die helde erswungen dâ die lide Parz
357,10;
Wh
325,19.
385,24;
ich wæn, er da erswunge / mit slegen wol sine lide
Rennew
32942.
26689;
ir hêrren mit den slingen, / ir sult hiute die arme erswingen, / daz
man [...] von iuwer manheit müeze sagen
UvEtzAlex
7522.
– anderes:
ir besem rises buͤrde / wart dick uf im erswungen; /
sus maistert si den jungen / und kund in gaiseln, villen
WhvÖst
669
1.2
‘durch starke Bewegung ermüden’
Gramoflanz ûz sîner schar / zuo den kampfmüeden reit
[...] Gâwân was ûf gesprungen: / dem wârn die lide
erswungen Parz
691,28;
im wârn diu lit erswungen / an der selben zîte. / er was von dem strîte /
worden müed und âne craft PleierMel
5202
1.3
‘aufwärts schwingen’
div swert wurden erswungen / zehant von den scheiden Krone
11883;
wer gît mir nâch tûben site / vedern, dâ ich fliege mite / und mîn gemüete
erswinge / an die hoehe LvRegSyon
1633;
und wurden [...] des nein, daz si mahten einen
turn unz an den himel [...]. dô ir turn und ir gezimber
hôhe wart erswungen, [...]
PrStPaul
114,28
1.4
‘(von etw.) wegschwingen’
daz [Ross] het solhen ganc, / daz er
[der Gang] daz tou niht erswanc [vom
Gras abstreifte] , / swenne ez der wilde Dodines / stolzlîche
[...] über daz mos rande UvZLanz (K)
7106
1.5
‘etw. fliegend erreichen, erlangen’
in einer mile hoͤhe, e si [Greife] die hoch
erswingen JTit
4864,1;
daz si icht konden machen / sich mit vluge an hohen sweim / und den edelen
honicseim / uf dem gebirge erswingen Pass III
438,16;
dem adelarn von Rôme werdeclichen ist gelungen, / wan er
crinvogel ein wunder hât mit sîner craft betwungen; / er hât lob erswungen /
durliuhtic lûter unde glanz KvWLd
32,318
1.6
‘(durch Anstrengung) erlangen’
ey Galadrot, din witze, kund ich [Sigune] si
doch erswingen JTit
5213,1;
so mogen sy auch nicht erswingen / das sy aus silber
vassen trunkchen Teichn
663,56
2
refl.
2.1
‘sich in/ an etw. hin und her schwingen’
in den lufften sich er schwangk / von im kawm ains speres
langk / ain dracke ungehewre HvNstAp
8417;
dâ [in der geistlichen Welt] ist diu wîsheit
inne, dâ sich die lûtern geiste inne erswingen süln und erwîtern und denne über
sich vliegen in die hœhe, diu niht endes hât DvASchr
324,20;
Tauler
406,14.
–
diu wât erglaste unde erklanc, / daz sich dran manic ouge erswanc
LvRegFr
4922;
sîn senedez ouge sich erswanc / an der vil clâren dicke KvWTroj
15526
2.2
‘sich wohin schwingen’
daz reine herze im locket, / diu minne in zuo ir zocket. / wirt er
[der edel vogel von himelrîche Jesus]
der beider gewar, / so erswinget er sich aber dar LvRegSyon
2503;
und dar umb, minú zarten kint, so erswingent úch in die
stillen, wilden, wuͤsten gotheit Seuse
478,21;
Tauler
363,10
2.3
‘sich aufschwingen’
dem [
vederspil
] zeiget man vil dike / den vogel ze blike. / so man ez ze velde
bringet, / als er [der Beutevogel] sich dann swinget
[La. erswinget
] , / so wirft man ez dar zuo Krone
8083;
da das blut usz der wonden brah / vnd vf an das spere sprang, / ein flamme
sich da von erswang ebd.
19211.
–
der herre [...] horte sagen die mere, / wie
in Judea were / ein gut arzt, ein heilich man, / der wunders hete vil getan,
/ als sich von im daz mere erswanc [aufkam, sich rasch
verbreitete]
Pass I/II
303,3.
– von geistigem Aufschwung:
lieber mîn sun Timothee, dû solt mit umbegekêrten sinnen dich
erswingen über dich selber und über alle krefte Eckh
4:359,147;
also sol er nu alles uf ziehen sin gemuͤte und sol
leren sich erswingen úber die zit in die ewigen wise und wesen
Tauler
276,28.
369,10.
263,30
(La.);
subst.:
in einem erhebende des gemuͤtes úber alle die bilde
und formen in einem erswingende úber alle geschaffene ding ebd.
239,20
MWB 1 2107,9; Bearbeiter: Plate
erswitzen
swV.
1
‘ins Schwitzen geraten’
2 (Küche:) ‘im eigenen Blut zu sieden beginnen’
1
‘ins Schwitzen geraten’
daz liut was erswizzet, / von der sunnen rehizzet
Kchr
16732.
–
heiz in sin in der bat stuben, biz daz er wol erswitze
SalArz
67,36.
80,54;
nu dar! zwei scheffel [Wasser] an die
[heißen] stein, / dâ wir nâch erswitzen
Helbl
3,39.
–
swaz dû uns gîst, daz wurze uns wol, / baz danne man ze
mâze sol, / daz in uns werde ein hitze [...] und daz
der man erswitze SM:St
1: 4,6.
–
sorge hât besezzen / mir daz herze und ouch den muot, / daz ich als ein
heiziu gluot / brinne und erswitze Reinfr
4719.
–
ez [
guot
] ist armen liuten abe gebrochen, die ez mit ir rôtem sweize
gewunnen hânt und mit ir bluotigen sweize. und dû bist vil selten darumbe
erswitzet als diu armen gotes kinder, den irz abe gebrochen habent
PrBerth
2:119,36;
dû muost ê vil arbeite hân / und ê vil dicke in gotes
gebote / erswitzen RvEBarl
12446;
als vil ener mer derswitzet, / als vil hat er auch lons
mer Teichn
349,44.
–
diu ors von dem veime / waren erswizet sere Dietr
3397
2
(Küche:) ‘im eigenen Blut zu sieden beginnen’
di rohez vleisch da ezzent, soz erswitzet JTit
4152,3
(vgl. DWB 9,2464).
MWB 1 2108,37; Bearbeiter: Plate
ërt-
s. a. ërden-
MWB 1 2108,60;
ertac
stM.
→
ergetac
MWB 1 2108,61;
ertacwan
stM.
‘Frondienst eines Tages’ (vgl. SchweizId 16,34f.):
es hat ouch ain vogt das recht, das im die gepursami gemainlich und jeglich
insonder ains yeden jars ain ertagwan thun sollent ze vogtrecht UrkThurgau
4,39
(a. 1301).
– ursprüngl. wohl als Pflugdienst:
es [...] sin schuldig alle die im eygentum gesessen
sin [...] von jeclichem guote
[...] einen meder tägwen, ein artägwen, ein
seygettägwen UrkBern
2,770
(a. 1271, kopial a. 1512, Original aber vermutl. Fälschung Anfang 15.
Jh.)
MWB 1 2108,62; Bearbeiter: Plate
ertagen
swV.
1
‘Tag werden’
1.1 unpers. 1.2 vom Tag 2
‘(jmdm.) erscheinen, sich zeigen’
1
‘Tag werden’
1.1
unpers.:
ê daz ez vol ertagete, dô kômen für den sal / vil ritter
unde knehte NibB
807,1;
morgen, dô ez was ertaget Iw
5867;
als ez vruo was ertaget UvZLanz (K)
7171.
– für jmdn. (Dat.) ze etw. (liep, leit):
der [deren] sælde an sîner
[l. sinem
] sige lac, / den was ein sæleclîcher tac / und michel vröude
erstanden [...] sô was ez aber der vremeden diet
[...] ze michelem leide ertaget
Tr
7103;
er dâhte und dâhte als ein der man, / dem ez ze
cleinem liebe ertaget ebd.
15229
1.2
vom Tag:
ez muͦz nu miner sælden tac / ertagen von diner kuͤnfte
Rennew
20995.
7962.
14788
2
‘(jmdm.) erscheinen, sich zeigen’
ganzlîchiu schœne ertagete nie / ze Criechenlant, si taget
hie Tr
8275;
sô ist im elliu sælde ertaget, / diu ime oder dekeinem man /
an einer maget ertagen kan ebd.
9788;
von dinr geburt ist uns ertaget / vil vræude und groze wunne
Rennew
30.
32960.
34632;
daz ich dir sage / ein lop dur dîne minne, / daz blüejende in die werlt ertage
/ und ez den besten wol behage LobGesMar
67,11;
sô schône ertagen / kanstû menschlîchem künne ebd.
79,13.
– für jmdn. (Dat.) ze etw. (heil, sælde):
sô lât iuch hiute dise edeln frouwen [Maria]
überwinden, diu uns allen ze heile unde ze sælden ist ertaget PrBerth
1:248,9
MWB 1 2109,8; Bearbeiter: Plate
ërtapfel
stM.
1
‘Pflanze mit apfelähnlicher Frucht, die am Erdboden wächst, die Frucht selbst’
1.1 Mandragora / Alraun 1.2 Melone 2 nur in Glossenbelegen ‘(essbare) Wurzelknolle’ , vor allem jene der
Cyclamen-Arten (Alpenveilchen), vgl. AWB 3,370f. unter 2) und 2 DWB
8,1643,9ff.
1
‘Pflanze mit apfelähnlicher Frucht, die am Erdboden wächst, die Frucht selbst’
1.1
Mandragora / Alraun:
erdepphile er vant, [...] er gab
si sîner muoter [Lea]
[...]. / Liam bat Rachel si gâbe ire der epphile teil.
/ Lia sprach in zorn diu bete wâre gare vlorn: / newil dû fur nieht haben daz dû
mir mînen man hâst benomen, / dar uber gelanget dich mînes obezzes êrlich?
Gen
1346;
daz kraut tregt öpfel, die smeckent gar schôn und
haizent erdöpfel. idoch sint ez ander erdöpfel dann die, dâ wir vor
[391,5ff.] von gesait haben BdN
407,3
(vgl. unten).
1.2
Melone:
citrullus haizet ain erdapfel und ist nâhent gestalt sam
die pfedem, die ze latein pepones haizent. aber der erdapfel ist grüen und die
pfedem sint gel und kraizlot an der rinden, iedoch nennet si diu gemain dick
geleich. die früht [...] leschent auch den durst
BdN
391,5;
so in durste, so gip im [...]
daz dunne in dem kumberlein. vnde ouch daz dunne in den erdepfeln
SalArz
68,51;
durch rue under einen boum er saz. / nu sach er bi sich
wie daz / da vil erdepfel stunt. / do tet er als die muden tunt, / sin gedanke
in anvaht, / [...] ob er da hin queme / unde ir durch
noturft neme Vät
14579
2
nur in Glossenbelegen ‘(essbare) Wurzelknolle’, vor allem jene der
Cyclamen-Arten (Alpenveilchen), vgl. AWB 3,370f. unter 2) und 2DWB
8,1643,9ff.
MWB 1 2109,34; Bearbeiter: Plate
ërtapfelkërne
swM.
‘Melonenkern’
nim [...] erdepfel kerne, pfedem kerne,
kurbiz kerne SalArz
94,29;
gersten wazzer, da erdepfel kerne, phedem kerne, kurbiz kerne
inne gewaschen werden, so si gestozen sint ebd.
105,55
MWB 1 2109,61; Bearbeiter: Plate
ërtapfelsâme
swM.
‘Melonensamen’
nim curbiz samen vnde erdepfel samen vnde pfedemen samen vnde
kumber samen SalArz
44,57
MWB 1 2110,1; Bearbeiter: Plate
ertasten
swV.
auch ertasen.
–
‘tastend berühren’
swie grôz [...] ein walt / ist, den ez
[das Tier Antilapus] mit dem selben horn
[auf seiner Stirn] ertastet, / wie schier ez den hât
[...] verwüestet und verwastet Boppe
1:25,12.
–
‘durch Tasten erlangen’
dô sî [...] rûwe pflâgin / slâfinde dî êrste nacht, /
Sarecke [...] brach inzwei mit craft / dî bant, dâmit er
stûnt gehaft / an einin boum vil vaste, / und ein swert irtaste / in dî hant, dâmit
er sân / einen brûdir und drî man / der cristnin dem tôde gab NvJer
16332.
–
‘erwischen’
swenn ich dich bósen wiht ertasen / me sitzent bi miner bassen, / so muͦs es
kosten dich din leben SHort
4075
MWB 1 2110,4; Bearbeiter: Plate
ërtbærec
Adj.
‘erdgeboren’
von dir bir wir ertbærige vnd da mit alzan himelbærige [
per te sumus terrigene simulque iam celigene
]
PsM
H 87,3
MWB 1 2110,17; Bearbeiter: Plate
ërtber
stN.
‘Erdbeere’
dô lief wir [Kinder] ertber suochen / von der tannen
zuo der buochen / über stoc und über stein / der wîl daz diu sunne schein KLD:
Alex
5:3,1.
5:4,2;
der [...] knab
[...] bot dem jungling ein húbsches
zeinli [Körbchen] , daz waz vol roter frúhten, und die
waren glich roten zitigen erdbern, und waren gross umb sich Seuse
31,31.
– Bezeichnung für etw. Geringes:
wenne altiu wîp und kleiniu kint / sô gar getürstic worden sint, / daz si gein
Rôme oder über mer / getürren sich heben üm drî erper Renner
8166
MWB 1 2110,20; Bearbeiter: Plate
ërtberblat
stN.
‘Erdbeerblatt’, Glossenbelege des 11. bis 14. Jahrhunderts (zu
fra[ge]folium) mit den Formen hertheres- (verschrieben),
ertebere-, erber-, ertbern-blat AWB 1,374.431
MWB 1 2110,31; Bearbeiter: Plate
ërtberloup
stN.
‘Erdbeerkraut, Blattwerk der Erdbeeren’
frafolium: erdbersloͮb SummHeinr
2:299, 107.1
MWB 1 2110,35; Bearbeiter: Plate
ërtbewëgunge
stF.
‘Erdbeben’
vnd werdent erdebewegvnge dvrch di stete vnd hvnger [
et erunt terraemotus per loca et fames Mc 13,8]
EvAug
111,4;
groz ertbewegunge auch geschehen, / und wirt an steden vil gesehen / groz sterben.
und hunger man / beschauwent auch [
terraemotus magni erunt per loca et pestilentiae et fames Lc
21,11]
EvStPaul
9896
MWB 1 2110,38; Bearbeiter: Plate
ërtbibe, ertbîbe
stF.
auch sw.
(
Martina
171,96 );
zu -bîbe vgl. MSD 32, S. 160f.; Leitzmann, Lexik. Probl., S.
28.
‘Erdbeben’
von donre unt von ertbibe [
: beliben Inf.] / diu stat alliu irwagit LAntichr
598;
so starc werdint die ertbibe / sam niht sul belibin ebd.
919;
under diu wart ain ertbîbe, / daz si harte begunden zwîvelen: /
diu stainhûs erwageten, / die liute verzageten Kchr
16232;
sa nach der wile / chom ain michel ertpibe Rol
6927;
Messgebr
411;
alsam ein ertbibede [Konjektur, La. ertbibe
] erwegt sich Floritschanze. / von spornder orse tribede
[Konjektur, La. tribe
] / sach man da niwer schilte lutzel ganze JTit
1713,1.
–
zeiungist sændet er dahin / und heizet daz hus brechen. /
[...] da ist des herren gwalt / zu der ertpibe gezalt
StrKD
36,42.
36,44;
dô wurden ertbibe grôz, / manic grap sich ûf slôz
RvEBarl
2937.
RvEWchr
22515;
RvEAlex
1240;
von der ertbibe [: blibe
Konj.] / viel daz zende teil der stat HeslApk
16120.
12054.
16108
u.ö.;
ich han mit Cristes creften / vnd engelslicher ritterscheften / die bi mir hie
beliben [Prät.] / und mit grozer ertbiben / uwirn got
Appollen / verderbit gar zevollen Martina
171,96;
berg und walt erwagete alumb zwo tagereise / der wise, als man ie sagete von
ertbiben sorcliche vreise JTit
4062,2
MWB 1 2110,46; Bearbeiter: Plate |