e – ëbenbürtecheit ëbendol – ëbenguot ëbenheilec (?) – ebenisch ëbenjunc – ëbenmenden ëbenmensche – ëbenstrenge ëbensuoʒe – ëbenwette ëbenwîch – êbrëchærinne êbrëchec – eckerich eckerlîn – edelkeit edelkint – effede effelîn – ege|sam eges|bærec – êhaftec, ehtec êhafteclîche – ehten ehter – eichermel eichgrabe – eidigen eierære – eigenerge eigengeborn – eigenschaft eigenschaftlich – einbærkeit einbærunge – einent einenthalp, einenthalben – einhalp, einhalben einhël – einlift einlifthalp – einöuge einöugec – einstirn einstrîtec – einvach einvalt – einworhte einwort, einwürte – eischtac eischunge – eiterbluome eiterbrâme – eitertrache eitervar – êkonvrouwe ekub – elfenbein elfenbeinîn – ellendeclich ellenden – elmëʒ
elne, elle – emb- ember – emʒlîche en – enbicobe enbieten – enbore enbœrec – ende endeblat – endeschaft endeslac – enein hëllen enein komen – engegenen engegengân – engelkeiserinne engelkôr – engelvürste engelwësen – englîmen englimmen – enhundert enîdrus – enklieben enklœʒen – enmitten enmittenzwei – enphrüenden enphüelen – ensîten enslîbe (?) – ent- ent|ænegen – enthalben enthalt – enthitzen enthiuten – entlegen entlêhenen – entliutern entlocken – en|toben (?) ent|ordenen – ent|rigeln ent|rîhen – entsagen entsagunge – entschîben entschicken – entsebelich entseben – entslîchen entsliefen – entspitzen entsprëchen – entsüenen entsunkenheit – entvëlhen entvëlhigen – entvliehen entvlieʒen – entwachen entwâfenen – en|twelmen en|tweln – entwësenen entwëten – envalten envar – ênzeclich enzeichenen – enzückunge enzündærinne – ephichwurz ephimera – erargen erarmen – erbarmen erbarmhërze – erbeclîche erbedienest – erbe|insigel 1erbeiten – erbelôsunge erbeman – erbeschilt erbeschrîn – erbeveste erbevîent – erbieten erbietunge – erblœʒen erblüejen – erbrogen erbrüeten – ërden-, ërtmëʒʒer ërden-, ërtvruht – erdiuten erdoln – êregîtec êregîtikeit – êrenhüetære êrenhüge – êrenvest êrenvrëch – ergëben ergëbenheit – ergetzen ergëtzen – erglitzen erglîʒen – ergrisgramen ergriulen – erharn erharten – erhogen erhœhen – eringrieʒ
erinnern – erkennelich erkennen – erklepfen erklîben – erkræjen erkrallen – erkuolen erkuolunge – erlegen erlêhenen – êrlich erlîden – ér|lôn erlônen – erlusten erlustigen – ermelzipf ermen – ernacken ernaʒʒen – ërnesthaftic ërnesthafticheit – erqueln erqueschen – errîhen erringen – erscheinunge erschellen – erschrîben erschricken – ersîhen ersiht – ersnellen ersnîden – erstandunge erstarken – erstieben erstîgen – ersuochære ersuochærinne – ërtbærec ërtber – ërtgerüste ërtgruft – ertougen ertouwen – ertücken ertumben – ervære ervâren – erviselunge erviuhten – ervreisen ervriesen – erwahsen erwæjen – erwëgen erwëgen – erwermen erwern – erwîtern erwîʒen – erzeigen erzeigunge – erziugen erziugunge – eschenbürnen ê|schillinc – esellîp eselmære – esser estel, estelîn – ëtevil ëtewâ – etzweide etzwise – êwelich ê|wëlten – ê|wise ê|worhte – ëʒʒesac ëʒʒic – eʒʒisch|türlîn
|
edel
stN.
durch Apokopierung mögliche Überschneidungen mit
edele
stF.
‘Adel, hohe Abstammung’ (vgl.
adel
):
an edel und an leybe / ist sy ain kunigin genoß
HvNstAp
12922;
du vellest wurtzen unde stam / des edels bernder fruͤchte Suchenw
6,39;
Er
4455;
diu geswister teilent niht mit im [dem Geistlichen
bei der Erbschaft] daz varnde guot. wie vil er gülte sülle hân von
geistlîcher gâbe, dâ sol man an des mannes edel sehen und an sîn êrbærkeit
SpdtL
86,14.
– edle innere Haltung (?) (vgl.
edele
3.1):
der lewe des zornz gar vergaz, / sin edel geriet im daz, / daz er ir
[der Maus] vergap FabelCorp
3,28
MWB 1 1487,44; Bearbeiterin: Baumgarte
edelarm
Adj.
– überw. in der Verbindung von attr. edel mit subst. arm (vgl.
z.B.
Freid
40,16;
RvEBarl
14453;
Er
432
).
‘von Geburt und/ oder innerer Haltung edel, aber arm’
du solt dich alle zîte / von herzen lân erbarmen / den frumen edelarmen, / der
dîner helfe ruoche KvWPart
2888;
aber nu ist manig edel arm mensche der dis nút enhet
Tauler
31,8
MWB 1 1487,57; Bearbeiterin: Baumgarte
edelbrôt (?)
stN.
Lexemstatus unklar, attr.
edele
2 (?).
‘feingemahlenes Brot, Weißbrot’ (vgl. schœneʒ
→
brôt
1.2 und →
derpbrôt
, d.i. ‘ungesäuertes Brot’):
da ist der aller peste wein / der auff erden mag gesein, /
obs vil und edelprott: / da enleydet nieman hungers not HvNstAp
8872;
Melchisadech, [...]der bracht in dem opfer sin / daz
edel brot und och den win / dem patriarch Abraham KvHelmsd
1116
MWB 1 1488,1; Bearbeiterin: Baumgarte
edele
Adj.
1
‘adelig, von hoher Abstammung’ (auch von der göttlichen Abstammung Christi);
übergehend zu ‘von hohem Rang, hoch angesehen’ (vgl. auch DRW 2,1190-93 und WMU 1,416f.; Lit. s. Ehrismann, Ehre und Mut, S. 64) 1.1 in der Anrede, auch übergehend zur höflichen Floskel 1.2 bezogen auf die legitime, eheliche Abstammung (vgl. auch
adelkint
) 1.3 typische Kollokationen sind vrî und rîche sowie
hêr , das mit e. in allen Verwendungen kombiniert wird 2 von idealtypischer Beschaffenheit 3 bezogen auf Seelen- und Verstandeskräfte ‘edelmütig, untadelig, feinsinnig’
(s.a. TPMA 1,34-38) 3.1
‘von edler, von ethischen Werten geleiteter, innere Haltung’
3.2
~ sêle 3.3
~ muot 3.4
~ hërze , programmatische Wendung im Tr
1
‘adelig, von hoher Abstammung’ (auch von der göttlichen Abstammung Christi);
übergehend zu ‘von hohem Rang, hoch angesehen’ (vgl. auch DRW 2,1190-93 und WMU
1,416f.; Lit. s. Ehrismann, Ehre und Mut, S. 64):
ouch nante her in [er ihnen] daz
sin lant / vnd sagete in daz sin geslechte: / daz was edile vnd mechtec
Ägidius
604;
einem edelme manne, hern Chvͦnen von Rv́milingen, eim rittere UrkCorp
(WMU)
1783,45;
daz sú nach edeler lúten sitte vnd reht lehen suln enpfahen vnd haben vnd
ander belehennen nach lehens reht ebd.
2596,33
u.ö.;
Parz
419,17;
NibB
28,2.
103,2.
1806,2;
also tet únser herre, do er wider siner edelen art in eime
vihestalle also herte gebettet wart Mechth
5: 23,62;
Galilea daz ist ein teil des lantes, da waren diu edeln
geslæcht diu von Juda geborn waren PrOberalt
156,30;
der in [den Amethyst] treit, der wirt
geminnet von den edelen vrowen unte wirdet fersmahet von den
diuwen [Mägden]
PrüllS
12,3;
dem erwærn vnd dem edeln herren, meinem liben herren dem apt von Alderspach
UrkCorp (WMU)
N267,39;
dô was ze den selben stunden / ze Rôme ein vil rîcher man, / dâ
von ich wol gesagen kan, / ein edel burgære Eracl
167;
NibB
1036,4.
–
daz er [der Adler] der edelst
vogel sei und sei ain küng aller vogel BdN
166,7.
–
wir wellen, liebiu swester [sagt
Gunther] , tragen guot gewant. / daz sol helfen prüeven iuwer
edeliu hant NibB
357,2
1.1
in der Anrede, auch übergehend zur höflichen Floskel:
dir, edeler got, sich nie kein ding entseite SM:
JvR
1: 3,13;
o wol du keiser edele Rol
733;
ir sult in lân genesen, / edeliu küneginne
NibB
2355,2;
nu zieren helde, edelen rittere von tivtscheme lande, gedenkent, dc vch
der sige behalten ist UrkCorp (WMU)
93,19;
edeler schribere ReinFu
K,2203;
waz nv, Agomennon, / vil edel richtere
Herb
7731.
11533;
ach edel vatter, heißet dißen ritter nit dot slagen!
Lanc
399,1.
–
ich gebiute dir, edeliu wurz verbena, in nomine patris
et filii et spiritus sancti [...], daz dû neheine
tugende in dirre erde verlâzest Barth
150,17
1.2
bezogen auf die legitime, eheliche Abstammung (vgl. auch
adelkint
):
bi miner devwe [Magd] ich
in [Ismael] han / ich han lange gegert /
[...] daz mir min wip Sâra / einen edelen sun
gebare VMos
18,14;
die bruder alle gemeine, / groz vnd kleine, / ez were der
basthart / oder von der edeln art Herb
6730
1.3
typische Kollokationen sind vrî und rîche sowie
hêr, das mit e. in allen Verwendungen kombiniert
wird:
– (vgl.
edelvrîe
):
vnd waͤz da gegenwertj der eͤdele vrige herre Walther von Esschi
UrkCorp (WMU)
295,1;
der ritter edel unde frî KvWWelt
242;
vröw dich, vrowe, rein Marie, / edel vrowe, maget
vrie MarlbRh
47,14;
Gen
767;
VMos
14,27;
Mechth
2: 19,22.
–
ein kvnic, der hiez Peleas, / edel vnde riche
Herb
101;
vil edel unde rîche / was er ie bî sînen tagen
RvEBarl
5500;
PrOberalt
83,32;
UvZLanz
1392;
Iw
3170.
3357.
–
der ritter edel unde hêr KvWSchwanr
1590;
er hiz werdin viurin eingili, / geisti heri joch vil
edili SuTheol
38;
martirære / edil unde here Hochz
1057;
fröide ist also tiure / und als edel und so hêre
SM:KvL
17: 4,2
2
von idealtypischer Beschaffenheit:
lavf nach mir, ich laz dich sehen /
edele [besonders hohe] sprvnge ReinFu
K,347;
Libanus der edil berch [der erhabene
Berg] der bezêchenôt got TrudHL
88,22;
uz dem vischære der nie von menschen lere puchstab gelerent,
auz dem machet er [der Hl. Geist] einen edeln predigær
PrOberalt
113,20.
–
‘erlesen, kostbar’, oft von wertvollen Dingen und Tieren zur Repräsentation
adeligen Reichtums:
sie brâhten im [...] einen mantel
alsô edele, / sô chunich under dieseme himele / von phelel noch von gimme / nie
neheinen mohte gewinnen VAlex
629;
im was sîn edel kocher vil guoter strâle vol
NibB
956,2;
der esterich der muose sîn / lûter von cristallen / und
von edelen kôrallen UvZLanz
4122.
3896;
Parz
790,19.
–
ein hac, / des man mit edelen boumen pflac. / vîgen boum,
grânât, / öle, wîn und ander rât, / des wuohs dâ ganziu rîcheit
Parz
508,10.
483,17;
SAlex
5250;
eins edelen valken ougen brûn SM:Wi
9: 6,1;
Eracl
4971;
im Sprichw. (?):
ie edeler hunt ie vester halsbant! Mechth
3: 1,173.
–
‘von besonders hochwertiger Qualität’
vil der edelen spîse si von ir müede sciet
NibB
37,2;
merke daz boum ole, win, vnde honic, also uil si edeler
sint, also uil sint si bezzer zu der ercenie SalArz
27,37;
BdN
284,14;
Barth
146,9;
Iw
3475.
– übertr.: ein hohes Gut bezeichnend ‘hochgeachtet, kostbar’
si gap ir edelen magetuom / und ir magtuomlîchen ruom /
dem wîsen wîgande RvEAlex
18449;
daz Cristus dye marter hat geleden [...] und
gegossen sin edele blut vil tuͤre MarSp
462.
–
‘hervorgehoben, außergewöhnlich’
ich vroͤwe mich des, das du komen wilt in also edeler
wise, das ein magt din muͦter wesen sol Mechth
5: 23,16;
der slange wart verwandelôt / in eine gerte,
[...] / daz was ein zeichen edele Exod
718.
–
vnde mugent ir [der
Edelsteine] die swin doch deheinen nuz haben, wen si wissent
der edelen tugent [besonderen Eigenschaften] niht, die
an den steinen ligent Lucid
76,3;
der stern hât aht edel aigenchait BdN
62,26.
– in Reihung mit anderen Adj. (oder Komposita ?):
edil groze pfert MarcoPolo
12,5;
nu zogt ûz, ritter edel guot UvLFrd
82,11;
edel rîch gesteine KLD:WvB
3:2,12;
ein edel süeze wîp Er
4176
3
bezogen auf Seelen- und Verstandeskräfte ‘edelmütig, untadelig, feinsinnig’
(s.a. TPMA 1,34-38)
3.1
‘von edler, von ethischen Werten geleiteter, innere Haltung’
– in Bezug gesetzt zu adeliger Abstammung:
er sî eigen oder vrî / der von geburt niht edel sî / der sol sich edel
machen / mit tugentlîchen sachen Freid
54,9;
hie bî möht ir merken wol / daz niemen edel heizen sol / niwan der der
rehte tuot WälGa
3902.
3924;
ûf disem huse [...] ein brûdir was /
[...] / edil an geburt irkant, / noch edilre an
mûte NvJer
13184;
Helmbr
501;
RvZw
81,8;
Mechth
3: 24,14.
– in Bezug auf tugent:
sol ich den edel heizen / der niender tugende pfligt?
KLD:Kzl
1: 2,11;
ein Hademar / an tvgenden auh edel gar StiftZwettl
11;
Herb
166.
–
‘feinsinnig’ (s.u. 3.4):
der edele senedære / der minnet senediu mære
Tr
121;
swem ist mit edlem [s.o. 2
] sange wol, / des herze ist vol gar edler sinne SM:
Had
8: 3,1
3.2
~ sêle:
die mit in selben fehtent daz si sich unrehtes geloubent,
/ daz sint chunige an der sêle edele Gen
2901;
also er da ze Ierusalem die êdelin herren sluͦch, sâm
derbit ubirâzze unde ubirtrunchenheit ûnser edele sêle Spec
40,14;
Will
103,6;
Eckh
5: 119,5;
Mechth
1: 22,47.
5: 23,71
3.3
~ muot:
an der an gebornen wât, / diu von des herzen kamere gât,
/ die si dâ heizent edelen muot Tr
4995.
201;
milte zieret edeln muot KvWLd
18,1;
KvWTurn
80.
69;
KvWHerzm
558;
KvWHvK
96
3.4
~ hërze, programmatische Wendung im Tr :
ich hân mir eine unmüezekeit / der werlt ze liebe vür
geleit / und edelen herzen zeiner hage, / den herzen, den ich herze trage
Tr
47;
ir triuwe, ir triuwen reinekeit, / ir herzeliep, ir
herzeleit, / deist aller edelen herzen brôt ebd.
233.
1074
u.ö.
–
wîplîch güete, schœne und êre, / dâ bî reinen muot, /
diz gewant treit diu vil hêre; / daz ir edelem herzen sanfte tuot
KLD:GvN
38: 1,8;
der junge reine gotes kneht, / begie dô sîner zühte
reht, / als ie diu edeln herzen tuont RvEBarl
13381;
KvWHerzm
588;
Mügeln
55,10.
55,14;
Lanc
488,15
MWB 1 1488,10; Bearbeiterin: Baumgarte
edele
stF.
durch Apokopierung mögliche Überschneidungen mit
edel
stN.
1
‘adelige Abstammung, Zugehörigkeit zu einem angesehenen Geschlecht’ (vgl.
edele
Adj. 1 ) 2
‘herausgehobene Stellung, hohes Ansehen’
1
‘adelige Abstammung, Zugehörigkeit zu einem angesehenen Geschlecht’ (vgl.
edele
Adj. 1):
ir waz vil, die sine genoz / wol an der edel hiezen. / ich
beginne iu noch entsliezen / ir namen und ir witiu lant Rennew
21757;
diu edele ist ein hôher nam; / wol im, der si behaltet sunder lasterlîche
scham RvZw
79,1;
ime got mit gewalte / hête behalten / edele und urîtuͦm Exod
1219.
–
‘edle Art, Gattung’
dem leibe er ez [die duftende Pflanze] nahen
leit, / durch seine edel er ez treit, / daz gut smac von im ge, / swa er sitze
oder ste Warnung
1944;
des vunftin dagis beginnint sich leichin / an den veldin daz gevugele, /
iegelichis nach siner edile LAntichr
902
(vgl. Petrus Damiani: omnia volatilia celi contionabuntur in campis,
unumquodque genus in ordine suo [FünfzZeich
Einl. S. 62]);
Kchr
5782
2
‘herausgehobene Stellung, hohes Ansehen’
dô der bœse engel mit sînen genôzen geviel von der übermüete die er hête von
sîner edel DvASchr
380,39;
dar ane [durch die Gott nachgebildeten
Verstandeskräfte] ist der mensche vor aller der welte creaturen
geedelt an der sele vnde sol ŏch her nach geedilt werden an deme libe, ob si ir
edele niht ze vnwerde verswechet mit den sv́nden DvAStaff
476
MWB 1 1490,31; Bearbeiterin: Baumgarte
edele
swM.
‘Adeliger’
mit frovde si fuͦren / di edelen unde di herren
VMos
68,18;
von edelen und von bûren, / als man den herren tuon sol, /
wart er enphangen wol Ottok
55626;
vnd súln der selben ivngesten viervndzweinzig
[Ratsmitglieder] ehtv́we
[acht] sin von den edeln vnd ehtv́we von den
koͮflv́ten vnd ehtv́we von den antwerklv́ten UrkCorp (WMU)
1797AB,47.
– auch als Titel:
Burchart, de edele van Meynershem UrkCorp (WMU)
379,33
MWB 1 1490,58; Bearbeiterin: Baumgarte
edelec
Adj.
‘edel’
vnd dit allit duch dat leyven vnd lyden vns heren Ihesu Christi; ey
[d.i. ie
] eideliger dardurch, ey hoire vnd weyselicher in der wairheyt
Tauler (C)
1:126,28
MWB 1 1491,3; Bearbeiterin: Baumgarte
edelecheit, edelkeit
stF.
meist edelkeit; auch edelcheit, vereinzelt
edelecheit (
Roth
2401,
Demantin
4500(La.)
) und edelicheit;
Roth
1868,
GrRud
A 5
); vgl.
adelecheit
und
edelheit
.
1
‘Adel, Würde’
1.1
‘Zugehörigkeit zum Adelsstand, adelige Abstammung, edles Geschlecht’
1.2
‘herausgehobene Stellung, hohes Ansehen, Würde’
2
‘Kostbarkeit, Erlesenheit, hohe Qualität’
3 als innere Haltung (vgl.
edele
3.1 ), meist im Ggs. zum ererbten Adel
1
‘Adel, Würde’
1.1
‘Zugehörigkeit zum Adelsstand, adelige Abstammung, edles Geschlecht’
wande die riterschaft die ne merit noch ne minrit des mannis edilcheit,
sundir daz len daz hogerit des mannis riterschaft RbGörlitz
122;
ir neweder was nâch arde erzogen: / des was ir edelkeit
betrogen Wh
271,26.
241,19.
1,9;
ein herre von Britanje, / der einer grâfschefte wielt, /
mit lobe sîne stat behielt / und sîner edelkeite reht KvWTurn
593;
RvEAlex
15027;
RvEBarl
5768;
Tr
6047.
5027;
im gebôt der senâtus, / daz er aine frowen von Rôme næme,
/ diu sîner edelkait wol gezæme Kchr
4334.
– als Titel oder Anrede:
vnd da von bitte ich vnd vlehe iwer hochgelobte edelkeit
UrkCorp (WMU)
536,40;
unser edelkeit [
celsitudini nostre
] hat auch gevallen, daz [...]
StRBrünn
354
1.2
‘herausgehobene Stellung, hohes Ansehen, Würde’
ir [Junos, des guotes gotinne
] rîcheit unde ir edelkeit / wâren nâch der welte bereit
RvEBarl
10317.
9340;
RvEAlex
2412;
die edelkeit der pine machet úns wirdig, die gnade gottes
ze enpfahende Mechth
5: 2,24;
von der edelkeit mines ordens mohte mich nie kein túfel
beruͤren ebd.
3: 17,18;
sus von des wortes edelkait / gelichet wart der gothait /
von sant Johans do daz wort SHort
7211.
– innerhalb von Rangfolgen:
de vünfte chor [der Engel] ,
des edelcheit / dis viͤr chore üvergeit, / alein hat he der vürsten namen /
ind ouch diͤ edelcheit alsamen MarlbRh
57,25;
dú stat was an edelkeit / dú richir, und an herschaft
/ diú mindir dannoh an ir kraft RvEWchr
3767
2
‘Kostbarkeit, Erlesenheit, hohe Qualität’
daz golt hat an im edelkeit, / schone und da bi werdekeit
Brun
2123;
Wh
188,25;
ein valke ûf eime stricke wart gevangen durch sîn edelkeit
KLD:Kzl
16: 21,2;
de nuͥnde stein, de din gekleide / ser ziͤrt bit siner
edelcheide, / is ein smaragdus MarlbRh
117,32;
hie bî ûf disem velde sâ / sach er vil wünneclîche stân / sô
rîchiu bette wolgetân, / daz ir vil rîchiu edelkeit / der welte rîcheit ist verseit
RvEBarl
12383;
dú gerste swechir ist irchorn / an edelkeit dan ander chorn
RvEWchr
18531;
merc die edelkeit
[Vortrefflichkeit] der creaturen, ir schoͤni und ir
nutz, da wil ich got inne meinen Mechth
6: 5,10.
–
‘hervorragende Eigenschaft, Qualität’
tugent ist ein edelkeit / diu alles lobes krône treit
RvEAlex
1519;
nach des mannes edelkeit / darf nieman vragen vurbaz. / er
zeiget ane vrage daz, / da mit er wol bedeutet, / was im sin
art [seine natürliche Veranlagung] gebeutet
StrKD
2,132
3
als innere Haltung (vgl.
edele
3.1), meist im Ggs. zum ererbten Adel:
ein edelkeit von tugenden unde ein edelkeit von künne, / swer
die bî einander treit / âne wandels gunterfeit, / der hât aller êren houbetwünne
KvWLd
18,17;
dem [...] leit ist, das er ahtber
wirt, und alle irdensche ere fúr ein grosse bekorunge enpfahet, der mag des nit
gelassen von rehter edelkeit sines geistlichen geistes Mechth
5: 24,59;
dise siben cronen sint alle gezieret sunderlich mit dem
schapel der edelkeit der luteren heren kúscheit ebd.
2: 20,25;
RvEBarl
1715.
– phras. (?):
won wa gütter wille ze tische gatt, / der gast da von in
fröden statt: / gütter will und wirttes edelkaitt / vil dike wirttschaft
übertraitt [übertrifft die Qualität der Speisen]
GTroj
3295
MWB 1 1491,7; Bearbeiterin: Baumgarte
edeleclich
Adj.
‘adelig, aus hohem Geschlecht’ (vgl.
edele
Adj. 1):
[David] si beteilte mildeclich / als ein vurste edelclich
HistAE
2106
MWB 1 1492,12; Bearbeiterin: Baumgarte
edelgeborn (?)
Adj.
‘aus adeligem Geschlecht’
von Ôsterrîch der edelgeborn, / ez hete wol gesworn / der
furste Albreht Ottok
66313
MWB 1 1492,15; Bearbeiterin: Baumgarte
edelgesteine (?)
stN.
wohl meist in der terminologischen Verbindung von attr. edele und
gesteine (z.B.
VMos
56,10;
RvEBarl
12404;
UvZLanz
8529
).
‘wertvolles Gestein, eine Anzahl von Edelsteinen’ (vgl.
edelstein
):
den heilegen Jôseph und den reinen / mit silber, golt und edelgesteine / êrten
die künege alle drî Philipp
2599
MWB 1 1492,18; Bearbeiterin: Baumgarte
edelgroʒ
Adj.
→
edele
2
MWB 1 1492,25;
edelguot
Adj.
→
edele
2
MWB 1 1492,26;
edelhaft
Adj.
‘mit auszeichnenden sittlichen Eigenschaften versehen’
waz mag die fürsten tiuren? / ein edelhaft gemüte / rein Frl
12:6,7.
12:6,20
MWB 1 1492,27; Bearbeiterin: Baumgarte
edelhaftec
Adj.
auch edelheftig.
‘mit auszeichnenden sittlichen Eigenschaften versehen’
man vint in aller achte, / daz edelhaftig güte / ie bringet richez trösten
Frl
12:6,12.
12:6,2
MWB 1 1492,30; Bearbeiterin: Baumgarte
edelheit
stF.
vgl.
edelecheit
.
1
‘Zugehörigkeit zum Adelsstand, adelige Abstammung’
2 als innere Haltung (vgl.
edele
), im Ggs. zum ererbten Adel
1
‘Zugehörigkeit zum Adelsstand, adelige Abstammung’
der [Richter] sach an sein
[des Gegners] edelhait / und wolt im gerichten nie, /
untz er fuͤr den herren gie / und im selb chlait [d.i. claget
] sein swar Teichn
46,4;
doch dwanck sy des yr edelheyt, / dat sy so wael was gekleyt [sie
war dazu verpflichtet]
KarlGalie
10325;
MinneR 336
444
2
als innere Haltung (vgl.
edele
), im Ggs. zum ererbten Adel:
edelhait dw erbet nicht Teichn
104,16;
also ist chain edelhait / denn allain von gutem sit ebd.
435,56
u.ö.;
ich erkenne alrerst sine edelheit / unde reine herze, daz er treit, / an hohen
tugenden, die er hat Ainune
214
MWB 1 1492,34; Bearbeiterin: Baumgarte
edelhërre
swM.
Kompositum und attr. Gebrauch von edele sind nicht zu unterscheiden;
keine Belege mit flektiertem Adj. im Belegmaterial.
‘Herr aus dem Adelsstand’, als Bestandteil von Personennamen oder als
Titel:
Conradus Edelherus, quartus testis, interrogatus concordat cum tercio teste
UrkPaulinz
159
(a. 1314).
– attr. edele (?):
der edel herre her Johannes von Swarzenberg UrkCorp (WMU)
3221,33
u.ö.;
edel herren spulgent ir vrowen ze klaidenn, so si ôch klaident sich selber.
also hât ôch únser herre getân: der hât die sel geklaidet mit sinem schoͤnnen
rosvarwem bluͦte PrGeorg
26,23
MWB 1 1492,48; Bearbeiterin: Baumgarte
edelîe
stF.
auch adely (
MügelnKranz
648
).
‘edles Wesen, Hoheit’ (nur Mügeln in Bezug auf Gott und Maria):
wie das wort fleisch an sich nam, / das uß der drier samen quam, / die alles
fleisches waren fri / und fleischten doch ir edeli MügelnKranz
1288.
22.
648;
Mügeln
9,12.
130,7;
er sach dich [Maria] wandels fri, /
des sant er diner edeli / zu lon den dritten uß der dri ebd.
144,6
MWB 1 1492,61; Bearbeiterin: Baumgarte
edelinc
stM.
1
‘Adeliger’
2 bes. in Kärnten und der Steiermark ‘freier Bauer, Edlinger’ (vgl. H. Ebner, Von den Edlingern in Innerösterreich, Klagenfurt 1956)
1
‘Adeliger’
di dritte rede ist ein tolk [eine Erklärung] /
worumme daz gemeine volk / vor den edelingin stat PfzdHech
347,21;
wol ir edelinge, / die chunen Karlinge, / ir waret ie guͦten
chnechte, / uwer her schilte gerechte Rol
2931;
von eime edelinge, er si ritter oder knecht, der dz selbe lehen von der
herschefte von Kiburch hat, vnd der selbe edelinch ane erben ververt UrkCorp
(WMU)
574,24.
–
‘junger Adeliger, Edelknappe’
und vurbaz manig eddelinc / dâ rittir wart von sîner hant NvJer
22817.
9575
2
bes. in Kärnten und der Steiermark ‘freier Bauer, Edlinger’ (vgl. H. Ebner,
Von den Edlingern in Innerösterreich, Klagenfurt 1956):
ez sint dreier hande freyen. [...] die dritten
haizent edelinge vnd sint gepouwern SchwSp
63
MWB 1 1493,5; Bearbeiterin: Baumgarte
edelkeit
stF.
→
edelecheit
MWB 1 1493,21;
edelkint
stN.
→
adelkint
MWB 1 1493,22;
edelknappe
swM.
Kompositum und attr. Gebrauch von edele sind nicht zu unterscheiden,
keine Belege mit flektiertem Adj. im Belegmaterial.
‘adeliger Knappe, einem Herren dienender junger Adeliger’
sol ain edelmann, oder ain edelknapp hie gelten [Schulden
bezahlen] in der stat, den pfendet sein wiert wol inner haus, ob
er ain solh man ist, das er nindert antwurten sol, denn vor seinem herrn
StRWien
27;
dô rief man kameraeren dar, / edel knappen nâmen sîn mit dienste war
Loheng
599;
UvLFrd
502,12;
ein edel man gedenchen sol, / wa von er den namen hab / daz er haizz ein edel
chnab Teichn
46,30
MWB 1 1493,23; Bearbeiterin: Baumgarte
edelknëht
stM.
Kompositum und attr. Gebrauch von edele sind nicht zu unterscheiden;
keine Belege mit flektiertem Adj. im Belegmaterial.
‘einem Herren dienender Adeliger, Knappe’
Heinrich, ein edelkneht von Jngenheim UrkCorp (WMU)
3005,32;
ist ouch, dc der ritter deheiner geleiste mak, der sol legen an sin stat zwen
edel chnehte ebd.
814,40;
es si herre, stat, dienstman oder edel knecht UrkBasel
4:108,17
(a. 1333);
ein edel kneht, / wirt mir der ze teile, / bûren bin ich dannoch reht
Neidh (HW)
52,8;
manic edel kneht, / biderb unde frumic, / bâten dô den kunic,
/ daz er si ritter werden liez Ottok
15850;
Teichn
46,10;
Minneb
4139
MWB 1 1493,36; Bearbeiterin: Baumgarte
edellich
Adj., Adv.
adv. häufig -lîchen.
1
‘adelig, dem Adel angemessen’ (vgl. edele Adj. 1 und
adellich
) 2
‘von außergewöhnlicher Qualität, dem Ideal entsprechend, kostbar’ (vgl.
edele Adj. 2 ) 3
‘von edler innerer Haltung geleitet ’ (vgl. edele Adj.
3 )
1
‘adelig, dem Adel angemessen’ (vgl. edele Adj. 1 und
adellich
):
sîn [Tristans] gelâz und sîn
gebâren / [...] dûhte si daz alsô guot, / daz si
[...] in ir herzen jâhen, / sîn dinc wær allez edelîch,
/ sîniu cleider vremede unde rîch, / sîn lîp ze wunsche getân Tr
2857;
swel edelman ir [der Stadt] burger ist, der
edelichen dienst tuͦt, der sol ir stúre ledig sin UrkCorp (WMU)
1671,13.
– adv.: hierher ‘standesgemäß’ oder zu 2
‘kostbar’
Alexander daz rich irwarb / und nach dem vater sin regnirte / und sich
edellichen zirte HistAE
4872;
si gewan vier töhter, daz ist wâr, / di wurden bestatt
[ausgestattet] edellîchen gar
EnikWchr
A II,182
2
‘von außergewöhnlicher Qualität, dem Ideal entsprechend, kostbar’ (vgl.
edele Adj. 2):
ez [das Gold] ist auch edler dann
ander gesmeid und auz den vier elementen edeleicher gemischt, alsô daz ez warm und
kalt, fäuht und trucken mêr in ainer mittelmâz hât dann ander gesmeid
BdN
474,17;
sîn brust, sîn arme und sîniu bein / diu wâren hêrlîch unde
rîch, / wol gestalt und edelîch Tr
6656.
4034.
15346;
mit grôzer schœnheit / und edellich gekleit, /
[...], / fuort man die juncfrouwen / ze rehter singezît
/ in ein munster wît Ottok
75468;
Virg
426,9.
– adv. ‘edel, angenehm’
si ist vil edelîch gestalt, / ir tugent diu ist manicvalt
EnikWchr
9783;
he [der lûtertranc
] is van mangen kruden
[Kräutern] gemachet, / edellich he van’n kruden
smachet MarlbRh
11,32;
wer daz herz [eines
Wolfes] trückent und ez behelt, sô wirt ez gar edelleichen smeckent
BdN
148,19.
– übertr. ‘von hohem spirituellem Wert’
nû ist vil edellîcher, daz ich twinge got ze mir, dan daz
ich mich twinge ze gote Eckh
5: 402,5;
also vil also dis me wehsset und zuͦnimmet, also vil wurt
der heilige geist edellicher gegeben und hoͤhelicher enpfangen
Tauler
96,25.
92,22
u.ö.
3
‘von edler innerer Haltung geleitet ’ (vgl. edele Adj.
3):
daz ir genâde an mir begânt / und ir mich hie belîben lânt / sô lange, biz
mich iuwer rât / gewîse ûf edellîche tât / und ûf ein tugentrîchez leben
KvWTroj
20504.
– adv. ‘auf edle, untadelige Weise’
ich gelobe dirz entriuwen. / daz dû des geniezen muost, /
daz dû sô edellîchen tuost. / dîn minne diu ist reine Eracl
3376;
ein edel man / der sol edeleichen tuen, / daz er schaff
den arm suen Teichn
46,15;
der der werlt gedienet schon, / untz er nymmer mag noch
chan, / dem wirt ze geleicher weiz getan / als einem hund der manigen tag /
edeleichen [immer seinen Dienst erfüllend,
zuverlässig] jaidez phlag ebd.
21,42
u.ö.;
dú minnonde sele mag nit vúrhten grúwelichen, mere si
voͤrhtet edellichen [ehrfürchtig]
Mechth
4: 16,14;
HvNstAp
11371
MWB 1 1493,50; Bearbeiterin: Baumgarte
edellîcheit
stF.
→
edelecheit
MWB 1 1494,40; |