Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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e – ëbenbürtecheit
ëbendol – ëbenguot
ëbenheilec (?) – ebenisch
ëbenjunc – ëbenmenden
ëbenmensche – ëbenstrenge
ëbensuoʒe – ëbenwette
ëbenwîch – êbrëchærinne
êbrëchec – eckerich
eckerlîn – edelkeit
edelkint – effede
effelîn – ege|sam
eges|bærec – êhaftec, ehtec
êhafteclîche – ehten
ehter – eichermel
eichgrabe – eidigen
eierære – eigenerge
eigengeborn – eigenschaft
eigenschaftlich – einbærkeit
einbærunge – einent
einenthalp, einenthalben – einhalp, einhalben
einhël – einlift
einlifthalp – einöuge
einöugec – einstirn
einstrîtec – einvach
einvalt – einworhte
einwort, einwürte – eischtac
eischunge – eiterbluome
eiterbrâme – eitertrache
eitervar – êkonvrouwe
ekub – elfenbein
elfenbeinîn – ellendeclich
ellenden – elmëʒ
elne, elle – emb-
ember – emʒlîche
en – enbicobe
enbieten – enbore
enbœrec – ende
endeblat – endeschaft
endeslac – enein hëllen
enein komen – engegenen
engegengân – engelkeiserinne
engelkôr – engelvürste
engelwësen – englîmen
englimmen – enhundert
enîdrus – enklieben
enklœʒen – enmitten
enmittenzwei – enphrüenden
enphüelen – ensîten
enslîbe (?) – ent-
ent|ænegen – enthalben
enthalt – enthitzen
enthiuten – entlegen
entlêhenen – entliutern
entlocken – en|toben (?)
ent|ordenen – ent|rigeln
ent|rîhen – entsagen
entsagunge – entschîben
entschicken – entsebelich
entseben – entslîchen
entsliefen – entspitzen
entsprëchen – entsüenen
entsunkenheit – entvëlhen
entvëlhigen – entvliehen
entvlieʒen – entwachen
entwâfenen – en|twelmen
en|tweln – entwësenen
entwëten – envalten
envar – ênzeclich
enzeichenen – enzückunge
enzündærinne – ephichwurz
ephimera – erargen
erarmen – erbarmen
erbarmhërze – erbeclîche
erbedienest – erbe|insigel
1erbeiten – erbelôsunge
erbeman – erbeschilt
erbeschrîn – erbeveste
erbevîent – erbieten
erbietunge – erblœʒen
erblüejen – erbrogen
erbrüeten – ërden-, ërtmëʒʒer
ërden-, ërtvruht – erdiuten
erdoln – êregîtec
êregîtikeit – êrenhüetære
êrenhüge – êrenvest
êrenvrëch – ergëben
ergëbenheit – ergetzen
ergëtzen – erglitzen
erglîʒen – ergrisgramen
ergriulen – erharn
erharten – erhogen
erhœhen – eringrieʒ
erinnern – erkennelich
erkennen – erklepfen
erklîben – erkræjen
erkrallen – erkuolen
erkuolunge – erlegen
erlêhenen – êrlich
erlîden – ér|lôn
erlônen – erlusten
erlustigen – ermelzipf
ermen – ernacken
ernaʒʒen – ërnesthaftic
ërnesthafticheit – erqueln
erqueschen – errîhen
erringen – erscheinunge
erschellen – erschrîben
erschricken – ersîhen
ersiht – ersnellen
ersnîden – erstandunge
erstarken – erstieben
erstîgen – ersuochære
ersuochærinne – ërtbærec
ërtber – ërtgerüste
ërtgruft – ertougen
ertouwen – ertücken
ertumben – ervære
ervâren – erviselunge
erviuhten – ervreisen
ervriesen – erwahsen
erwæjen – erwëgen
erwëgen – erwermen
erwern – erwîtern
erwîʒen – erzeigen
erzeigunge – erziugen
erziugunge – eschenbürnen
ê|schillinc – esellîp
eselmære – esser
estel, estelîn – ëtevil
ëtewâ – etzweide
etzwise – êwelich
ê|wëlten – ê|wise
ê|worhte – ëʒʒesac
ëʒʒic – eʒʒisch|türlîn

   erbarmlich, erbermlich - erbeeinber    


erbarmlich, erbermlich Adj. ‘bemitleidenswert, erbärmlich’ daz du vor mir notdurftik bist, / irbarmlich, arm, blint, nacket HeslApk 6933. 6949; ir gelaz [ihre Gestalt] was irbermelich Vät 23562

MWB 1 1789,42; Bearbeiter: Runow

erbarmunge stF. ‘Barmherzigkeit, Mitleid’ vil reiner, sælden richer man, / sit du gers des shiltes namen, / so soltu [...] / mit gewalte erbarmunge pflegen Rennew 2582; in [Josaphat] dûhte daz iht wære / tiurer unde mære / denne erbarmunge LBarl 14202; daz ich den kinden tuo / milt unde erbarmunge schîn KvWSilv 1165; GTroj 23100. – bes. von Gott: sîne hende habter enbor / und sach vil tiure hin ze got. / er sprach ‘herre, nâch dîm gebot / wil ich sêle unde leben / in dîne erbarmunge geben [...] ’ Wig 7117; dv [hl. Geist] heizis wistumis brunne, / ein sluzil der irbarmunge, / der armen trostere Litan 140 u.ö.; ja weyz ich, das du got bist gutlich und barmherzik, geduldic und von vil irbarmunge und vorgebende di bosheit Cranc Jon 4,2; HeslApk 16361; KvWPart 8857. [am Ende der Welt] wirt gericht an alle erbarmung PrOberalt 172,23; Maria, vil suͤze vrawe, / [...] du bist genant / muͦter der erbarmunge Rennew 9133; Litan 219; Konr 17,4

MWB 1 1789,46; Bearbeiter: Runow

erbarn swV. 1 tr.
1.1 ‘(jmdm.) etw. zeigen, offenbaren’
1.2 ‘jmdn. bloßstellen’ ( ‘entblößen’ ?)
1.3 daʒ swërt ~ ‘zücken’
2 refl. ‘sich zeigen’
   1 tr.    1.1 ‘(jmdm.) etw. zeigen, offenbaren’ her reit ci Salivelt in Duringe lant. / dâ irbaritimi got diu sîni hant Anno 41,2; das her [Gott] ir [der Menschheit] ouch irbarte / die gnade sines trones / und des ewigen lones HeslApk 7550; wirt si stæte an mir hin zir gewar, / sost mîn hoffenunge daz si liebe mir rebar KLD:GvdF 2:4,6    1.2 ‘jmdn. bloßstellen’ ( ‘entblößen’ ?): vmbe gezogen [überfallen] hat er [Joseph] mich [Potifars Frau] gare unbillich / und hiet ich loͮte niht gehart gare hiet er mich erbart / unde hiet mich gehonet GenM 79,11    1.3 daʒ swërt ~ ‘zücken’ div swert sie erbarten, / den grimmen tot sie garten Wernh D 4877; her Egge ain vil guͦt swert erbart, / damit heln unde bruͥnne / vil vor gescroten wart EckenlE2 102,11; Priesterl 515. – subst. ‘das Erscheinen, Ansehen’ etslîche wâpin ôt bewarn / den lîb vor vîentlîchin vârn. / sô ist daz swert nâch sîne urbarn / wol dem werke glîch gezalt, / dâmite der vîent wirt gevalt NvJer 2495    2 refl. ‘sich zeigen’ mit den worten da habent sich mit erpart unde eroffent die dri genende [drei Personen der Trinität] der ainvaltigen gothait Konr (Sch) 116,6; als [...] sich der tac hete erbart [heraufgezogen war] Eracl 4930; ein groz zeichen harte / sich in dem himel irbarte / der menscheite zu wunnen HeslApk 16460

MWB 1 1790,1; Bearbeiter: Runow

erbarwen, erberwen swV. s.a. erbarn . 1 tr. ‘jmdm. etw. zeigen’
2 refl. ‘sich zeigen, offenbaren’
   1 tr. ‘jmdm. etw. zeigen’ schein van deme busche daz fur, / daz meinede, daz vane dir [Maria] / got hie in erden / erberwet solde werden MarldA 55; got irbarwete Adame sînen zorn Glaub 850    2 refl. ‘sich zeigen, offenbaren’ an dem dritten tage / stunt er uf von dem grabe / lebindic von den toten / vnde irbarwete sih den guͦten Glaub 1268. 1331

MWB 1 1790,28; Bearbeiter: Runow

erbe swM. ‘Erbe, Erbberechtigter’ 1 allg.
1.1 theologisch ‘Erbe Gottes’
1.2 übertr. ‘Kind, Nachkomme’
2 in Wendungen
2.1 häufig mit Attributen zur Hervorhebung oder Verdeutlichung der Erbberechtigung (vgl. WMU 1,487f. und DRW 3,49-51), z.B.
2.2 in Verbverbindungen
2.2.1 gewinnen ‘Nachkommen zur Welt bringen’ (vgl. kint gewinnen )
2.2.2 ûf ~ trëten ‘an den/  die Erben fallen’
2.2.3 âne erben stërben (und ähnliche Formulierungen)
2.3 in der Paarformel unde nachkome(linc)
2.4 als Bestandteil von Titeln und Personennamen
2.5 sprichwörtl. (vgl. TPMA 3,1-5)
2.5.1 Unrechtes Gut erfreut den dritten Erben nicht (vgl. auch TPMA 4,481f. und 5,310f.)
2.5.2 Den Erben freut der Tod des Erblassers
   1 allg.: swer da sthirbet, von des guͤtte sol diehein mensche doͮdis reht nemin danne sin erbin UrkCorp (WMU) 1653,22. 747,17; sinen erbin odir di he irkuset zu erbin UrkEberb 2,492 (a. 1306); sô wart besetzet in ir hant, / ob si niht erben bære, / daz Tristan erbe wære Tr 12573; do sprachen si: ‘ditz ist der erib, den schuͤln wir erslahen, so haben wir daz erib vrilichen.’ PrOberalt 70,2; dâvon sô heize ich unde bin / sîn erbe gar mit rehte, / wand ime ist von geslehte / nieman sô nâhe sippe als ich KvWSchwanr 521; BenGeb 39; SpdtL 88,15    1.1 theologisch ‘Erbe Gottes’ die da heißent gotes kint, / reht erben sie sint / dez himels allesampt HvNstGZ 7841; daz unsagelich lone in dem himeliscen trone / habent die gotes erben, die danach wolten werben AvaJG 31,5; die sint oͮch nach sinem gehêizze erbin des hîmelriches Spec 16,7; Lucid 157,11. 158,9; Daniel 373; Eckh 1:167,11    1.2 übertr. ‘Kind, Nachkomme’ fatator ist ain vogel, der ist sô girig nâch seiner gepurt, daz er ê der zeit vor dem lenzen airt, ê der winter ain end nem. dar umb wirt er beraubt seiner erben, dâ zuo er vast eilt, wan seineu air verderbent in dem winter BdN 189,13    2 in Wendungen    2.1 häufig mit Attributen zur Hervorhebung oder Verdeutlichung der Erbberechtigung (vgl. WMU 1,487f. und DRW 3,49-51), z.B.: êlicher ~ : ob ich aͦn elich erben stvͤrbe UrkCorp (WMU) 463,19; SchöffIglau 125. (ge)rehter ~ : he sal iz abir alir erist din rechtin erbin bieti Mühlh 141,14; wir inde vnse nakuͦmelinge, die vnse gereithe erven sint UrkCorp (WMU) 70,32. 902,44; dâ wir süne sîn, dâ sîn wir rehte erben Eckh 1:73,3; UrkEnns 6,155 (a. 1335). lîbes/ lîplicher ~ : lant sie aber libes erben, an die sol ez vallen, als reht ist UrkCorp (WMU) 547,12; wer aber daz ich liplich erben liez UrkWürzb 40,109 (a. 1337). næher/ næhster ~ : mugen eninkil, daz sint kindeskint, erbeteil behalden an ires eldervaters gut oder nicht? hat ir eldervater keinen nehern erben den si, so behalden si wol mit rechte StRFreiberg 66,21; Herb 122; JSigen 96,11; ist weder vater noch bruoder dâ, sô nement ez die næhsten erben SpdtL 91,10; Mühlh 144,10; Ottok 2323    2.2 in Verbverbindungen    2.2.1 ~ gewinnen ‘Nachkommen zur Welt bringen’ (vgl. kint gewinnen): Abram kund mit sinnen / dheinen erben gewinnen EnikWchr 3598. 20687; ob si beidiv verscheiden, daz si mit enander erben niht gewinnen UrkCorp (WMU) 652,8; SpdtL 89,5. – vgl. auch: her Pêleus, der briutegoum, / und sîn âmîe Thêtis / bejagent hier (des sint gewis) / gar einen clâren erben, / [...]. / diu vrouwe sol gewinnen / ein kint KvWTroj 4567    2.2.2 ûf ~ trëten ‘an den/  die Erben fallen’ inleibiti [l. enlebete ] dan wedir vatir noch mutir noch suestir, so trittiz uf die neistin erbin Mühlh 143,2. 143,16    2.2.3 âne erben stërben (und ähnliche Formulierungen): Lînier daz schaffen wolde, / ob er ân erben sturbe, / daz sîn guot niht verdurbe UvZLanz 1559; Mühlh 143,11; SpdtL 109,12; unde uirsciede er ane erben / so waneden se irsterben Roth 29; ich schaid von hinnen plosser / an erben, ich hab nicht chindt HvBurg 2191; die sich selben sô verswachent / und ir bœsen bœser machent, / ân erben müezen sî vervarn Walth 23,23; ane kint und ane erbin ih var RvEWchr 4386; ich han ein lehen funden in mines mannes gewalt [...], der an erben tode ist [ sine legitimo herede decedentis 23,41] UrkCorp (WMU) 23,34. ob des [...] Puͦchpergærs hausfrawe den Puͦchpergær uberlebt an erben UrkCorp (WMU) 935,5    2.3 in der Paarformel ~ unde nachkome(linc): unser erben und nachkomen UrkDOKobl 1,399 (a. 1339); das si noch ein chein ir nachchome noch ein chein ir erbe niemer chein ansprach noch vordirvnge sol dran giwinnin UrkCorp (WMU) 767,17. 3307,12; ier erwen und alle ier nachchumling StRBrünn 380    2.4 als Bestandteil von Titeln und Personennamen: wîr Cuͦnrât in romschên kûnc erwelt von der gotes gnade vnde êrbe des kuncrichês ze Jérusalem UrkCorp (WMU) 7,42; wir, Erbe von Schiltenkein ebd. 2501,40; Clawes Friderich, Grôz Erbe, Burchart Pamfile ebd. 2232,38    2.5 sprichwörtl. (vgl. TPMA 3,1-5)    2.5.1 Unrechtes Gut erfreut den dritten Erben nicht (vgl. auch TPMA 4,481f. und 5,310f.): der dritte erbe der wirt selten vro unrehtes guͦtes Meissner 17:14,10; und sehent doch valsch guot selten erben / mit sêlden ûf den dritten erben Renner 6446    2.5.2 Den Erben freut der Tod des Erblassers: vil schiere du irstirbis, / san daz alliz erbis [vererbst] / lachendigen erben Glaub 2520; si lânt uns gerne varn umbe daz guot: sus sint geschaffen unser erben sinne SM:JvR 1: 9,13

MWB 1 1790,37; Bearbeiter: Richter

erbe stN., selten sw. ( UrkCorp (WMU) 1107,9. 2456,32 ). Zur detaillierten rechtlichen Differenzierung vgl. DRW 3,40-48. 1 ‘Erbgut, Nachlass, hinterlassenes Gut’
1.1 ‘Erbschaft’ , Gesamtheit eines Nachlasses, häufig nicht scharf von 1.2 zu trennen
1.2 besonders ‘ererbter Grundbesitz, Liegenschaften, Erbland’
1.2.1 in Verbindung mit bzw. in Gegenüberstellung zu anderen Vermögensformen
1.3 übertr. (meist religiös)
2 ‘Erbleihgut, Erblehen’ , in Erbleihe (Erbpacht) gegen Zins vergebenes Gut
3 ‘Erbrecht, Erbanspruch’
4 sprichwörtl. (vgl. TPMA 3,1-5)
4.1 Wer auf ein Erbe wartet, stirbt oft vorher
4.2 Man soll um sein Erbe kämpfen
   1 ‘Erbgut, Nachlass, hinterlassenes Gut’    1.1 ‘Erbschaft’, Gesamtheit eines Nachlasses, häufig nicht scharf von 1.2 zu trennen: mit swilcheme gûte der man stirbit, daz heizet allez erbe SSp (W) 1:6,1; swer sô daz erbe nimt, der sal durch recht di schult gelden ebd. 1:6,2; er unterslouf mich ê mînes erbes, same hât er nû getân mînes segines Gen 1203; vor allen dingen muoz ich clagen / das mir min erb wirt vff geslagen [vorenthalten] Gnaistli 248; ditz ist der irbe. chömet töten wir in vnd daz irbe wirt vnser EvAug 107,23; Parz 803,12; SpdtL 229,4; RvEWchr 4387. 19416    1.2 besonders ‘ererbter Grundbesitz, Liegenschaften, Erbland’ terram etiam, que vulgo hêrbe dicitur UrkWürtt 2,140 (a. 1163); iwer vater der hiez Pant. / Genewîs was sîn lant: / daz ist iwer rehtez erbe UvZLanz 4711; wir svln ovch anders erbes niht gern wan des, da vnser vater inne wont DvAPatern 36; PrOberalt 64,15; NibC 711,3; HvNstAp 4117. – ererbtes Gebäude: ain igleich man mag aus seinem erb wol venster machen in gmain gassen, aber in seins nachpaurs hoffe mag er nicht venster machen StRBrünn 402; StRFreiberg 28,27    1.2.1 in Verbindung mit bzw. in Gegenüberstellung zu anderen Vermögensformen: eigen (erworbenes Gut im Gegensatz zum Erbgut): beidi an egini undi an erbi unde och an varndir habi Mühlh 131,12; beide ir erbe unde ir eigen / und dar zuo alle ir varnden habe, / der tet si sich durch got abe / und stifte ein bistuom rîche StrKarl 10422; UrkFreiberg 1:44,1 (a. 1305); hat ein man eigen unde erbe in Vriberc, da he nicht von cinset StRFreiberg 44,1; Tauler 393,21; MarLegPass 20,133. 24,101; WernhMl 1836. (varndeʒ) guot: sîn erbe und ouch sîn varnde guot AHeinr 247; daz sî gût unde erbe [ possessiones ] mugen haben in der gemeinde StatDtOrd 30,4; varende gût unde erbe [ bona mobilia et immobilia ] ebd. 30,10; Lanc 402,14; StRAugsb 140,14. lêhen: mîn erbe und mîn lêhen Eracl 589; da bott Claudas im das lant offzugeben zu lehen und zu erbe Lanc 11,31. 21,22; die von dem gotzhus erb oder lên hant WeistGr 1,1 (Anfang 14. Jh.); UrkErf 2,2 (a. 1321); UrkRapp 335,22 (a. 1335)    1.3 übertr. (meist religiös): daz erbe [Kriegsscharen anzuführen] ist si uon allem adel an chom Rol 7813; der zorn [...] / den mit ir ungehôrsam / Êve, unser muoter, und Âdam / an uns mit erbe brâhten [ → erbesünde ] , / dô si dîn gebot versmâhten KvHeimHinv 905; die juden, kezzer unde heiden in daz swarze abgründe / got Jesus Krist gevluochet hat, daz ist ir erbe Rumelant 3,57b; der vater [Gottvater] wil da erbe geben, / den sun zuͦ vursten machen Reinolt 2:1,11. – oft bezogen auf das Himmelreich als Erbe für die Menschen: hivte [durch Christi Geburt] ist den verellentin menniskin sin êrbe eroffint Spec 14,22. 114,17; ir erbe solt sîn der himelhof Kreuzf 2473; wol ir gotes helede, / uechtet umbe uwir erbe, / daz iu lange geheizen si Rol 3914. 195; BdN 117,34; PrGeorg 146,8    2 ‘Erbleihgut, Erblehen’, in Erbleihe (Erbpacht) gegen Zins vergebenes Gut: vz dem erbe, daz wir haben von den frowen sant Claren ordens ze Nvrenberch, daz ist daz hvs vnd die hofstat [...], daz vnser erbe von in was elliv jar vmbe drizzik phenninge UrkCorp (WMU) 1313,3; hat er aber zinsig erbe, so widerspreche wir daz niht ebd. 1653,15; noch sint ir zwen der selben kint [des Königs Salaphat] , / der erbe lit ze Baldach, / [...] / die zal der guͤlt sag ich auch: / der ist drizzec tusent guldin WhvÖst 6205; Roth 22; StRBrünn 384. – ‘Erbzins, vererbliche Abgabe’ achte morgen wingarten zv Vbstat, da man daz vierteil abe gibet iergelich zv erbe UrkCorp (WMU) 2863,41    3 ‘Erbrecht, Erbanspruch’ daz sin havsfrowe vnde siniv kint iahen eines erbes vf den selben hof vnde wolten daz bringen mit gezivgen UrkCorp (WMU) 1525,25; [ der abbet ] sol antwrten in der selben vrist allen den, die von rehtime erbe dehaine anesprache dar ane hant ebd. 1453ABC,4; sich verzigen hain [...] alles ir rehtis und ir erbes DRW 3,42 (SchrBodensee; a. 1293)    4 sprichwörtl. (vgl. TPMA 3,1-5)    4.1 Wer auf ein Erbe wartet, stirbt oft vorher: wir sehen ofte manigen narren / ûf eines andern erbe harren, / der selbe vil ê wirt begraben / denne jener des erbe er wolte haben Renner 6512    4.2 Man soll um sein Erbe kämpfen: si heten wol gelesen / an einem buoche, heizt Cato, / dâ stüende geschriben alsô: / ‘man sol vehten umb daz erbe’ [Disticha Catonis, Sent. 30: irascere ob rem ] Ottok 16099

MWB 1 1792,3; Bearbeiter: Richter

erbe (?) Subst. unklar, vielleicht zu mlat. herba i.S.v. ‘Zauberkraut’ (vgl. Anm.z.St.) oder im übertr. Sinn zu erbe stN. ‘Erbschaft’ ?: si [die Diener des Antichrist] gebent eim [der sich ihnen widersetzt] ir erbe, / daz er dar umb verderbe HvNstGZ 5794

MWB 1 1793,32; Bearbeiter: Richter

erbeacker stM. ‘erbliches Ackerland’ de uno erbacher I denarium UrbNAlteich 361

MWB 1 1793,38; Bearbeiter: Richter

erbe|ahtec Adj. erbehaftec 1

MWB 1 1793,40;

erbebescheit stMN. Bed. unklar, vermutlich ‘erbliches Recht’ cum omnibus bonis, que ipsi Y. competunt vel competere possunt quod vulgariter erfbeschit dicitur DRW 3,35 (CDRhMos.; a. 1311)

MWB 1 1793,41; Bearbeiter: Richter

erbebruch stM. ‘Erbsünde’ alle ding uns vechten an: / erde, mer, luft, berge, plan, / nort, west, ost, sut uf uns gan, / vuer, sterne, sunne, man / erbbruch an uns rechin Cranc Vorr. 50

MWB 1 1793,45; Bearbeiter: Richter

erbeburcgrâve swM. ‘Inhaber eines erblichen Burggrafenamtes’ von erst die burggreveschaft zu Trîs, wan ich uf der burg ein erbeburggreve bin UrkMoselQ 182,11 (a. 1342)

MWB 1 1793,49; Bearbeiter: Richter

erbeburcguot stN. ‘erbliches Burglehen’ wer daz ich abe gienge daz ich keinen sun liezze, [...] so sol daz burklehen [...], daz ich [...] ze erbeburkgut han, ledig vnd lose sin UrkWürzb 40,188 (a. 1338). 40,118 (a. 1337); er und sein erben [...] sullen haben ze erbburkgut ewikleichen daz nider haus auf dem wal ze Obernhochstet und die garten halb, die umb daz wal [...] sint gelegen UrkLudw 198 (a. 1342). 200 (a. 1342); UrkHohenz 3,60 (a. 1339)

MWB 1 1793,53; Bearbeiter: Richter

erbeburc|huote stF. ‘erbliches Burglehen mit der Pflicht zur Burghut (Wach- und Wehrdienst)’ (vgl. burchuote stF.): fuͦnftzig pfunt geltes, die wir von dem stift ze Wyrtzburch ze erbeburkhut haben sullen zuͦ dem Swanenberge UrkWürzb 41,20 (a. 1344)

MWB 1 1793,63; Bearbeiter: Richter

erbeburclêhen stN. ‘erbliches Burglehen und die Einkünfte daraus’ (vgl. LexMA 2,1055f. und 2HRG 1,768f.): ez sol auch die vorginante frowe von Bonlanden vmb div vorginanten ir kint die selbe gvͤld vnd daz guͦt zi einem rehten erbe burclehen haben UrkCorp (WMU) 673,12; ich Erkenger von Sawelsheim [...] bekenne [...], daz ich oder min erben den halben teyl der winguͤlt ze Sumerach [...] zuͦ eim erbeburklehen ze verdienen als burklehens reht ist UrkWürzb 40,206 (a. 1338). 41,423 (a. 1350); UrkCastell 131,41 (a. 1323)

MWB 1 1794,5; Bearbeiter: Richter

erbeburcliute stM. erbeburcman

MWB 1 1794,16;

erbeburcman stM. Pl. -manne und -liute. ‘Inhaber eines erblichen Burglehens’ der selben haller sol ich [...] hundert pfunt anlegen by Hyldenburk [...], vnd da erbeburkman sin, vnd daz selbe burkguͦt da verdienen getrewlich als gewonlich vnd reht ist UrkWürzb 40,348 (a. 1340); wir [...] tun kunt [...], daz vns [...] byschof Wolfram ze Wirtzeburg zu sinen vnd sines gotshuses erbeburgmannen enpfangen hat ebd. 45,123 (a. 1324); zwa hovestede sulen [erg. wir] haven zu erflicheme burchlene, zw den hovesteden sulen wir haven vunf marc geldis zu erflicheme burchlene, unde sulen dan ave erveburchluͦde sin zu Sygen unde zu dem Hane UrkSiegen 81 (a. 1313)

MWB 1 1794,17; Bearbeiter: Richter

erbeburcsëʒ stN. Ansatz -sëʒ und Genus unsicher, vgl. → burcsëʒ stN. und burcsæʒe stF. ‘erbliches Wohnrecht auf einer Burg’ min liber und genaediger herre [...] mir und allen minen erben, elichen suͤnen, ein erbburksaezze auf siner puͤrge ze Warperch [...] bei dem turne ob dem cheler ze der lenken hant [...] verlichen hat UrkEichst 2,181 (a. 1322)

MWB 1 1794,31; Bearbeiter: Richter

erbeburgære stM. ‘Bürger mit erblichem Bürgerrecht’ ez sol auch nimant urtail sprechen auf der lantschrannen denne rittere und des reichs erbpurger, di mit der ellen und mit der wage niht verchauffent MGHConst 5:476,9 (a. 1320)

MWB 1 1794,39; Bearbeiter: Richter

erbeclîche Adv. auch -lîchen. ‘als Erbe, Hinterlassenschaft’ wir wern und gepieten daz chain witib daz guͤt irr chind daz si erbikleich angehoͤrt, sulle [...] geben ainem andern irm mann StRWienerNeust 77. – meist in Verbindung mit besitzen: ist is, daz der vurste gebit eynim synir sone eyn huys, das erbe blybit syn und synin sonen und sullin is besitczen erbiclichin Cranc Ez 46,16; vnd teilt in mit mildeclich des riches gut erbeclich zu besitzin KlKsr 3,1. 3,5; LBarl 9540

MWB 1 1794,44; Bearbeiter: Richter

erbedienest stM. ‘Erbzins’ quod idem canonicus predictum predium in Purgwerd predictis nobilibus Alramo et Rudolfo ac ipsorum liberis hereditario censu, quod vulgariter erbdinst dicitur, conferret UrkEnns 3,402 (a. 1273)

MWB 1 1794,54; Bearbeiter: Richter

erbedienestman stM. ‘erblicher Dienstmann, Dienstmann als Leibeigener’ (vgl. erbeeigen 2): wer [...] eyn erbdienstman ist, der ist nicht vry, unde darume ist er eigen RbMagdeb 193,7; sie sint sine erbdinstmannen SächsWchr 87,43

MWB 1 1794,59; Bearbeiter: Richter

erbediet stF. die Christus als Erbe gehörende Menschheit (vgl. gentes hereditatem tuam Ps 2,8): sin seliger sun [Christus] [...] loste sin erbe diet, / die der tuvel im vorriet, / uz siner eigenschefte / mit gotlicher krefte HeslApk 5369

MWB 1 1795,1; Bearbeiter: Richter

erbeeigen stN. ‘ererbtes und vererbbares Eigentum’ (in Abgrenzung zu erworbenem Gut) 1 von Sachen und Grundbesitz (vgl. eigen stN. 1.1.2 )
2 von Personen ‘Hörige, Leibeigene’ (vgl. eigen stN. 1.3 )
   1 von Sachen und Grundbesitz (vgl. eigen stN. 1.1.2): erbeeigen mac ein man baz behalten vor dem rihter wan gekouftez eigen SchwSp (W) 177,4; allez mein guet vnd allez mein erbaigen ze Ebenfuert UrkCorp (WMU) N694,41; ich [...] tuen kundt [...], das ich [...] mit aller vnnser beder freundt vnd erben guetlichem willen meins freyen erbaigenns den hof datz Stafflern verkaufft han UrkEnns 5,134 (a. 1314); Krone 15583; Ottok 24106. – erblicher Anspruch auf eine Abgabe: daz thainer meiner freunt nicht reht dat zv mer hat noch hintz den zehent, der vor verschriben ist, wan der mein rehtz irbeaigen was UrkCorp (WMU) 758,2    2 von Personen ‘Hörige, Leibeigene’ (vgl. eigen stN. 1.3): daz die selben frowen [...] mit allen den eriben, diͤ von in chomen sint, erîbaigen des capitels ze dem tvͤm ze Salzburch sint UrkCorp (WMU) 3060ABC,9. – übertr.: swer dem geluste volgen wil, / der hât vrouwen harte vil, / Trâkeit unde Leckerheit, / Huorgelust und Trunkenheit. / die habent über in gewalt, / er ist ir erbeigen halt WälGa 4288

MWB 1 1795,6; Bearbeiter: Richter

erbeeinber stM. ‘erbliche Weinabgabe’ ille [diese Abgabe] supplendus erit de vino meliori quod dicitur erbeimer in marca Gugelingen integre et complete UrkWürtt 11,1 (a. 1297); den winzehenden ze B. und erbeeimer ze M. DRW 3,53 (HStArchStuttgart; a. 1309)

MWB 1 1795,30; Bearbeiter: Richter