e – ëbenbürtecheit ëbendol – ëbenguot ëbenheilec (?) – ebenisch ëbenjunc – ëbenmenden ëbenmensche – ëbenstrenge ëbensuoʒe – ëbenwette ëbenwîch – êbrëchærinne êbrëchec – eckerich eckerlîn – edelkeit edelkint – effede effelîn – ege|sam eges|bærec – êhaftec, ehtec êhafteclîche – ehten ehter – eichermel eichgrabe – eidigen eierære – eigenerge eigengeborn – eigenschaft eigenschaftlich – einbærkeit einbærunge – einent einenthalp, einenthalben – einhalp, einhalben einhël – einlift einlifthalp – einöuge einöugec – einstirn einstrîtec – einvach einvalt – einworhte einwort, einwürte – eischtac eischunge – eiterbluome eiterbrâme – eitertrache eitervar – êkonvrouwe ekub – elfenbein elfenbeinîn – ellendeclich ellenden – elmëʒ
elne, elle – emb- ember – emʒlîche en – enbicobe enbieten – enbore enbœrec – ende endeblat – endeschaft endeslac – enein hëllen enein komen – engegenen engegengân – engelkeiserinne engelkôr – engelvürste engelwësen – englîmen englimmen – enhundert enîdrus – enklieben enklœʒen – enmitten enmittenzwei – enphrüenden enphüelen – ensîten enslîbe (?) – ent- ent|ænegen – enthalben enthalt – enthitzen enthiuten – entlegen entlêhenen – entliutern entlocken – en|toben (?) ent|ordenen – ent|rigeln ent|rîhen – entsagen entsagunge – entschîben entschicken – entsebelich entseben – entslîchen entsliefen – entspitzen entsprëchen – entsüenen entsunkenheit – entvëlhen entvëlhigen – entvliehen entvlieʒen – entwachen entwâfenen – en|twelmen en|tweln – entwësenen entwëten – envalten envar – ênzeclich enzeichenen – enzückunge enzündærinne – ephichwurz ephimera – erargen erarmen – erbarmen erbarmhërze – erbeclîche erbedienest – erbe|insigel 1erbeiten – erbelôsunge erbeman – erbeschilt erbeschrîn – erbeveste erbevîent – erbieten erbietunge – erblœʒen erblüejen – erbrogen erbrüeten – ërden-, ërtmëʒʒer ërden-, ërtvruht – erdiuten erdoln – êregîtec êregîtikeit – êrenhüetære êrenhüge – êrenvest êrenvrëch – ergëben ergëbenheit – ergetzen ergëtzen – erglitzen erglîʒen – ergrisgramen ergriulen – erharn erharten – erhogen erhœhen – eringrieʒ
erinnern – erkennelich erkennen – erklepfen erklîben – erkræjen erkrallen – erkuolen erkuolunge – erlegen erlêhenen – êrlich erlîden – ér|lôn erlônen – erlusten erlustigen – ermelzipf ermen – ernacken ernaʒʒen – ërnesthaftic ërnesthafticheit – erqueln erqueschen – errîhen erringen – erscheinunge erschellen – erschrîben erschricken – ersîhen ersiht – ersnellen ersnîden – erstandunge erstarken – erstieben erstîgen – ersuochære ersuochærinne – ërtbærec ërtber – ërtgerüste ërtgruft – ertougen ertouwen – ertücken ertumben – ervære ervâren – erviselunge erviuhten – ervreisen ervriesen – erwahsen erwæjen – erwëgen erwëgen – erwermen erwern – erwîtern erwîʒen – erzeigen erzeigunge – erziugen erziugunge – eschenbürnen ê|schillinc – esellîp eselmære – esser estel, estelîn – ëtevil ëtewâ – etzweide etzwise – êwelich ê|wëlten – ê|wise ê|worhte – ëʒʒesac ëʒʒic – eʒʒisch|türlîn
|
entvalnisse, enphalnisse
stN.
‘Verlust, Einbuße’
[wenn] wir diz niit steede inhailden, so solen wir
troweloiz vnd meenedich sin zo deme inphalnisse vnser leene UrkCorp (WMU)
904,18
MWB 1 1730,14; Bearbeiter: Diehl
entvalten, enphalten
stV.
‘etw. entfalten, aus- oder darlegen’
sus begonde sy eme zo envalden / eren wille zo der stunde KarlGalie
12006;
daz sie iz buch uf musten tuen / und sine zeichen entpfalden
HeslApk
9405;
Mechth
7: 46,15
MWB 1 1730,18; Bearbeiter: Diehl
entvarn, enpharn
stV.
‘entweichen, entkommen’
swem ouch des libes geniez / so half daz er mohte entfaren / der wolde nicht
sin vlien sparn Pass I/II
40,46;
da sie vernamen das er kame, da flohen sie allesampt
[...]. sie kuͦnten so bezitt nit entfarn, er hett sie
erfarn und stach den ersten dott Lanc
176,19;
jst aber, daz dehain des gotshavs man [...] avz der
gewalt chert oder anders enphert ân des brosts [Probsts]
ammans vrlaub UrkCorp (WMU)
3191,11.
– mit präp. Erg. oder adv. Bestimmung:
ir deheiner mohte von dem strît / niht enpfaren, noch entvuor
Wh
327,19;
so war si gehorin, dat si van irme dinste niet moͮgen intvarin UrkCorp
(WMU)
59,27;
alsus entfuͦr Beandiz von den Ylen und von der dolorosen
garden Lanc
176,23;
wann jhene den walt wol kunden, da waren sie yne darinn
entfarn ebd.
182,35.
– überw. mit Dat.d.P. (z.T. auch mit zusätzlicher präp. Erg.):
swem sin eigen man, sin lehenman oder sin vogtman in ein panstat enpfert
UrkCorp (WMU)
1800A,40;
want sî mochtin nicht intvarn / wedir vor sich noch besît / den Pogezênin âne
strît NvJer
13712;
Wh
139,4;
StrKD
56,121;
in was enpfarn / der visch mit kreften durch daz garn
HvFreibTr
3237;
dô man daz grap [des hl.
Ludwig] entlûchte [öffnete] , / dô enphuor
und enstrûchte / manigen siechen sîn gebreste Ottok
19513;
‘ich weiß wol’, sprach Phariens, ‘das ir dem tode nit mögent
entfarn.’ Lanc
107,14;
das sich jener wol dristunt uberwarff und im das swert
enpfure ebd.
353,21;
nuo nemt war / daz iu ein wort iht enphar, / wan daz ir sprechet: ‘ez ist wâr’
StrAmis
1708;
SHort
5246;
liebes kint, das solt du liden, und enpfert dir oͮch wol ein
hert antwúrt und ein swer wort Tauler
219,9
MWB 1 1730,23; Bearbeiter: Diehl
entvëhten, enphëhten
stV.
‘misslingen, erfolglos kämpfen’ (unpersönl., mit Dat.d.P.):
si [die Häretiker ] musten diz [das
Beten um Gottes Eingreifen] lazen sin, / wand ez in genzlich
entvacht Pass III
129,3
MWB 1 1730,57; Bearbeiter: Diehl
entvëlhen, enphëlhen
stV.
(sw. KvHelmsd
3130).
1 mit Dat.d.P. 1.1
‘jmdm. jmdn./etw. anvertrauen, übergeben’
1.1.1 mit Akk.d.P. 1.1.2 mit Akk.d.S. 1.1.3 mit Obj.-Satz 1.1.4 in Konstruktionen mit lâʒen
‘sich jmdn./etw. empfohlen sein lassen’
1.2
‘jmdm. etw. befehlen’
2 selten mit Akk. und präp. Erg.
1
mit Dat.d.P.
1.1
‘jmdm. jmdn./etw. anvertrauen, übergeben’
1.1.1
mit Akk.d.P.:
dehainem sinem boten enwolte vnser herre sine mvͦter
enphelhen niwan s. Iohannes Spec
28,29;
da mit hat er die trægen brediger geleret den diu
heilig christenheit enpholhen ist PrOberalt
152,21.
– mit Refl.-Pron.:
idoch enphalch si
[Maria] sich dem almehtigen gote
Konr
18,21.
– mit zusätzlicher präp. Erg.:
er enphalch in ir an sunes stat
KvHeimHinv
147;
deheinen rîter er erlie / wan demer enpfalch in
sîne pflege / eine frowen ûf dem wege, / dazs alden tac samen riten
UvZLanz
8987.
– in Passivkonstruktion: der erde/ dem grab enpholhen
wërden, ‘begraben werden’
ich geloub, daz er der erden enpholhen wart, dar inne lach drî tag
und drî naht und an dem driten tag erstuont wâr got und wârer mensch
PrStPaul
1,15;
sein weib enpfohlen waz dem grab HDecke II
23
1.1.2
mit Akk.d.S.:
er was vil innechlichen fro, got enphalh er sine sele
do AvaJo
30,2;
da uone sulen wir hiute ir
[Maria] emphelhen vnser potschaft
Konr
16,73;
die der erlich got auserwelt hat und in sein chunst
enpfolhen hat HvHürnh
3,21;
ich enpfele daz besunder dir HvFreibTr
6338.
– häufig rechtl. bezogen auf Besitz oder Rechte:
si emphulhen im daz rîche, / daz er des gerihtes
pflâge Kchr
16809;
die herren den got gerihte unde gewalt enphalch ûf
ertrîche BuchdKg
3,6;
SpdtL
80,15;
ob man in ein ampt enpfilhet
PrBerthKl
2,81;
swenne ich danne niht enpin, so enphelhen si die fogtaie, swem si
wellen UrkCorp (WMU)
1974,35.
1595,1.
748,3;
suem er ez verlihet oder enpfilhet an sin stat UrkWürzb
45,121
(a. 1322);
SpitEich
23,2;
umbe gewant daz den snidern enpholhen wirt
StRAugsb
8,22.
6,29.
314,13.
– mit zusätzlicher präp. Erg.:
diu vrowe den jungen ritter nam / und enpfalh im
gar in sîne hant / beidiu liut unde lant UvZLanz
1245.
– mit abh. Inf. mit ze:
die [Angelegenheit] do selben
[...] dem Meyssower enpfolhen wart, ze
betagen vnd ze slichten zwisshen vns paidenthalben UrkCorp (WMU)
3333,22;
StRAugsb
246,20;
so sol er [...] welenn
ainenn getreuen, weschaiden man und sol dem enpfelhen den gemainen nutz
zeweschaffnen und des reiches guet zeweschirmen HvHürnh
4,17.
– mit Ersparung des Dat.-Obj.:
daz wir in disem zit die selben burg und stat von Burgdorf nit
súllen verkoͮffen noch versetzen, noch hinlien, noch hingeben, noch
empheln, noch úns emphroͤmden in deheinen weg ane ir willen
UrkBern
5,522
(a. 1326)
1.1.3
mit Obj.-Satz:
daz man brieuen vnd gezivgen inphelhen sol, swaz man in ganzer
gehugede behalten wil UrkCorp (WMU)
1846,19
u.ö.;
UrkFürstenb
5,262
(a. 1303);
der kelnar aber dem inganden inphelhe [
intranti consignet
] daz er wizze daz er git oder daz er inphahit
BrZw
35
1.1.4
in Konstruktionen mit lâʒen
‘sich jmdn./etw. empfohlen sein lassen’
daz ir ev meinev chint, ivnge vnd alte, lat enpholichen sein
UrkCorp (WMU)
938,14;
ich wil, vil liebiu vrowe mîn, / mich iu enpfolhen lâzen sîn / ûf iwer
genâde reht, als ich sol UvLFrd
364,6;
KvHeimHinv
481.
– formelhaft bei Verabschiedungen und Grüßen:
nû lâ mich dir enpholhen sîn
EnikFb
1978;
lautz euch in allen träwen wol enpfolhen sein EbnerMargBr
65,22
1.2
‘jmdm. etw. befehlen’
do nun der knab [Jesus] nit kam zehus, / als sÿ
[Maria] hett gerechnot uss / die tagzit als er
komen solt, / nach dem als im was empfolcht, / do ward sÿ seer belangen
KvHelmsd
3130;
die swester vnd maͤgde svlen dienen, den ez div maisterin
enphilhet SpitEich
14,32.
– mit Obj.-Satz:
er emphalch in daz si die heilige minne zeinander behielten
PrOberalt
80(App.);
Konr
3 W1,19;
UrkCorp (WMU)
597,3.
1925,15;
die phleger vnd der maister die svlen ainer swester
enphelhen, [...], wie sie den siechen dienen svl
SpitEich
12,14
2
selten mit Akk. und präp. Erg.:
alle di cristen waren / di enphal er zu den gotes gnaden
Rol
3025;
Karln minen herren / den enphilh ich in dine gewalt ebd.
6502;
wan [...] div chint mit den phenningen hin dan
geschaiden wæren vnd die selben phenninge in der burger gewalt enpholhen vnd gelegt
heten UrkCorp (WMU)
2250,26
MWB 1 1730,62; Bearbeiter: Diehl
entvëlhigen, enphëlhigen
swV.
‘jmdn./etw. jmdm. übergeben, anvertrauen’
vil lieber herre min, wem wildv mich nu lazzen oder emphelehen
Konr
6,34;
ez schol auch ain purgermaister einen erbern man
[...] die sach enphelichen an seiner stat WeistÖ
7:96,9
(a. 1268);
den funften [sluczel] sol haben unser richter oder swen wir in
[dem Auswahlgremium] enphelichen UrkSalzb
4,386
(a. 1328)
MWB 1 1732,19; Bearbeiter: Diehl
entvëlhnisse, enphëlhnisse
stF.
1
‘Überlassung, Überantwortung’
2
‘Empfehlung’
1
‘Überlassung, Überantwortung’
dem sol ez der vogt uzgaeben also ob er
[...] iemens gutes iht inne hat von enpholnusse oder im
sust ze gehaltenne ist gaeben StRAugsb
80,3.
9,2;
enphilhet ein man einem snider sin gewant ze snidenne vnde wirt ez im
verstoln, ez mvͦz der snider gelten. also ist ez vmbe alle enphelhnvͥsse
SchwSp
106a;
UrkEidgen
137
(a. 1275 kopial)
2
‘Empfehlung’
die gerechtigkait ist ain löblich entpfelhnüß [
commendatio
] von den aigenschefften des höchstenn HvHürnh
61,1
MWB 1 1732,28; Bearbeiter: Diehl
entvëlhunge, enphëlhunge
stF.
1
‘Überlassung, Überantwortung’
2
‘Befehl, Anweisung’
1
‘Überlassung, Überantwortung’
daz daz endt vnd die empfelhung [seiner Güter] , die
da geschehen ist [...] mag geschaczt werden, sy sey mit
gevard geschehen StatTrient
172
2
‘Befehl, Anweisung’
daz sol nicht kraft noch tugent haben zw kainer stund, nür alain es sey mit
vrlaub oder enphelhung des pischoffs StatTrient
132;
in phlichticlicher gûte / hîz er
[Jesus] den junger
[Johannes] daz er wêre / ir getrûwer dînêre. / ditz
was sîn rechte meinunge / an der selben enphelchunge, / nicht daz er wêre ir rechter
sun JvFrst
9590
MWB 1 1732,39; Bearbeiter: Diehl
entvellen
swV.
‘entfallen lassen, loslassen (machen)’
er [der Drache] trug sie mit gewalte über berg und
über tal, / daz er sie nit entfalte WolfdD (H)
1642,2;
die arme niht envæln / kunden, swaz er umm swief
WhvÖst
12016;
da slug in in den elen pogen / Appolonius der helt, / das er
der stangen ward entfelt HvNstAp
9394
MWB 1 1732,51; Bearbeiter: Diehl
entvenclich, enphenclich
Adj.
auch amphanclich, adv. Form (-lîchen) in präd. Verwendung (
Tauler ).
1
‘angenehm, wohlgefällig’
2
‘wahrnehmbar, aufnehmbar’
3
‘aufnahmebereit’
3.1 intellektuell ‘aufnahmefähig’
3.2
‘empfängnisfähig, -bereit’
1
‘angenehm, wohlgefällig’
der muͤz dennoch elliu siniu werch chuschlich vnd rainchlich
behalten, das er dem almehtigen got amphanchlich werde Konr
22,54;
Konr (Sch)
82,36;
den engeln ist enkain ding so loblich, únsrem herren nút so enphaͤnklich, dem
mentschen nút so nutzberlich, so daz der mentsch sinen willen gebe in ains andren
willen und ainvalteklich gehorsam si PrGeorg
65,24;
‘vorhenges mir / daz ich iz willigen tu, / nicht entwinc mich
da zu, / so wirdet iz dir entpfenclich.’ HeslApk
2621
2
‘wahrnehmbar, aufnehmbar’
warheit ist ein gerehtikeit, die allein von dem gemüet
enphenklich [
perceptibilis
] ist ThvASu
254,22
3
‘aufnahmebereit’
3.1
intellektuell ‘aufnahmefähig’
die sinne sint erkentlichen [
cognoscitivus
] , wan si sint enphenklich [
receptivus
] der gesteltnüsse ane materien ThvASu
244,25;
so enmag sú [die Materie] nút
so nas [...] gesin, blibet sú darbi [in der
Nähe des Feuers] , das fúr ist ein wúrken drin [in
der Materie] und mache es ime gelich, oder es zúhet es zuͦmole
in sich und machet es fúr oder materie die es enpfenglichen ist
Tauler
123,20.
9,11
u.ö.;
mit üebunge und mit abelegunge mügen sie [die Kräfte der
Seele] enpfenclich werden Eckh
1:162,14.
5: 404,7
u.ö.;
Seuse
173,10
u.ö.
– subst.:
wan als vil alse etwaz entphenkliches [
receptivus
] aller nachest ist der infliezender sache, also vil so wirt ez
teilhaftig der selber infliezunge ThvASu
56,22;
ez ist diu wesenlich vernünfticheit gotes, der diu lûter blôz kraft
ist intellectus, daz die meister heizent ein enpfenclîchez Eckh
3:133,4
3.2
‘empfängnisfähig, -bereit’
also das wip enpfhencliche wirt und es denne die cit wirt, so gússet got
die eddelle selle in den lichomen MerswNF
19,18
MWB 1 1732,58; Bearbeiter: Diehl
entvenclicheit, enphenclicheit
stF.
‘Aufnahmebereitschaft, -fähigkeit’
ze glîcher wîse sô enwürket got niht glîch in allen herzen;
er würket dar nâch, als er bereitschaft und enpfenclicheit vindet
Eckh
5: 424,11.
5: 432,5;
daz der mensche got enpfæhet in im, daz ist guot, und in der enpfenclicheit
ist er maget ebd.
1:27,5;
war got kummet, do fúllet er alle die enpfenglicheit und alle
die winkel der selen alzuͦmole Tauler
103,26
u.ö.;
PrNvStr
276,39.
–
‘Aufnahme’
die nu gegriffen kundent die nehste und die woreste
bereitunge zuͦ dirre enpfenglicheit des minneclichen heiligen geistes
Tauler
91,29.
92,4
MWB 1 1733,31; Bearbeiter: Diehl
entvencnisse, enphencnisse
stF. (stN. Tauler , Parad )
1
‘Empfang, Aufnahme’
2
‘Empfängnis’
1
‘Empfang, Aufnahme’
der armen vnd der bilgerein enphanknüzz sol mit aller sorg
vnd fleizz erboten werden BrAlt
53;
das erste ist schoͤne enpfengnisse von den lúten
Mechth
5: 24,69;
wer burger oder burgerynne wurt, der ist zu entfenckeniss schuldig 30
phenninge dem meiger WeistGr
2,3
(a. 1321).
– bezogen auf den Empfang des Abendmahls:
daz were darumbe alleine das er fúrsúmig were gewesen an
dem enpfengnisse des heiligen lichamen unsers herren Jhesu Cristi
Tauler
130,35
2
‘Empfängnis’
in der enpfengnisse únsers herren und in der
drahte [Schwangerschaft] siner muͦter und in siner
geburt Mechth
5: 23,50;
[Maria] was also gereinigit for deme inphencnisse daz nie
erbesunde an un [Christus] gevallin mochte Parad
107,4
MWB 1 1733,44; Bearbeiter: Diehl
entvengære, enphengære
stM.
‘Entzünder, Auslöser’
wan di begerunge inphengit wirt mit der minne, so wirt got geborin in der
sele. der heilegeist [d.i. heilecgeist
] ist ein inphengere der minne Parad
12,19;
inphengere der minne NvLand
44,12
MWB 1 1733,61; Bearbeiter: Diehl
entvengen, enphengen
swV.
vgl.
2entvâhen
.
1 tr. ‘jmdn./etw. entfachen, entzünden’ (meist bildlich in religiösem Zusammenhang oder bezogen auf Gefühle) 2 selten refl. ‘sich entzünden’
1
tr. ‘jmdn./etw. entfachen, entzünden’ (meist bildlich in religiösem
Zusammenhang oder bezogen auf Gefühle):
der herre hett groß kerczen thun enpfengen und enpfing yn
fast ersameclichen Lanc
368,27;
dat vuͥr, dat himel ind erd entfenget / diͤ sunn’, diͤ
liͤcht der werlde brenget MarlbRh
90,1;
Seraphin is he drümb genant, / wand in gar entfengt der
minnen brant ebd.
88,20
u.ö.;
Mechth
6: 13,8;
Lilie
5,28;
Eckh
1:336,11;
Parad
12,18;
si wart schône enphenget / von hitz als ein zunder
KvWLd
1,215;
Mügeln
376,4.
304,12;
edel ritter juͦng, / wilt du enpfengen der eren fuͦng [
vunc
‘Glanz’
] / mit manhafftem riten, / so biz zu allen ziten / getruͤwe und haße
untruwe MinneR 444
444;
RvZw
Leich87.
– mit Gen. ‘jmdn. zu etw. anstoßen’
dein chraft mir des verhenge, / dein minne mich des
enphenge GvJudenb
242.
– mit Ersparung des Obj.:
‘niͤman entfengen kan, / de niͤt enbirnt’, sprach ein
wise man MarlbRh
92,15
2
selten refl. ‘sich entzünden’
minne briuwet wunder. / ach got, wie mac ir zunder / sô balde sich enphengen!
KvWTroj
7779;
triut od halst ein man ein wîp, / sich enpfenget al sîn lîp Freid
100,7;
laß witze flamm enphengen sich Mügeln
155,2.
375,1;
Vät
40062.
– übertr. ‘entstehen, hervorgehen’
Aron din gerte vruhten kan, / des sich al vruht enpfenget Rumelant
3,55b
MWB 1 1734,3; Bearbeiter: Diehl
entvërn
swV.
→
entwërn
1.3
MWB 1 1734,31;
entvërren
swV.
‘fern sein’ (vgl. AWB 3,749 s.v. ferrên, 3 und s.u. tr. →
entvirren
); hier im Zustandspassiv:
got ist entverret von aller materielicheit Eckh (Pf)
659,38
MWB 1 1734,32; Bearbeiter: Diehl
entverwen, enpherwen
swV.
auch enpherben.
1 tr. ‘jmdn./etw. verfärben, farblich verändern’
2 refl. ‘sich entfärben, die Farbe verlieren’
1
tr. ‘jmdn./etw. verfärben, farblich verändern’
der [Winter] hât entverwet maneg este, / den hiur
schône stuont ir loup KLD:Dürinc
6:1,3;
daz iuwer sin betrüebet lît, / wan ir von ungemüete sît / enpferwet worden
sêre KvWTroj
7917;
sie sah an im das er entferbet und hiczig was, wann er nit wust wo er were
oder wie er da hien komen mocht sin Lanc II
295,14;
‘niht enahtet’, meinet daz buoch der minne, ‘daz ich brûn
bin, ich bin doch schœne und wol gestalt; aber diu sunne hât mich entverwet’
[Ct 1,5 decoloravit me sol
]
Eckh
5: 114,12.
1:291,8;
BdN
461,16
2
refl. ‘sich entfärben, die Farbe verlieren’
schouwent wie diu heide sich enpherwet! / liehte bluomen unde
gras / hânt ir gelfen unde ir wünneclichen schîn verlorn KvWLd
12,1;
ir lïchte varwer mund so rott / begunde serr enpferwen sich
GTroj
11269;
ich kum so gar von witzen, / daz ich mich dann entferbe
Minneb
4935
MWB 1 1734,36; Bearbeiter: Diehl
entvestenen, enphesten
swV.
‘jmdn. mit jmdm. verloben’
wie vroͮ Herrat hern Dietrich wart enphestent Dietr
Überschr. nach 7451;
von der minne unt von got / wart herab gesant ain pot /
[...] / in die stat ze Nazaret / ze der maid die man
enphestent het / ainem manne, der was Yoseph genant GvJudenb
274;
Märt
4715;
frîen und entvesten [
besten:
] / begund er âne underwint / von Bêheim des kunigs kint / von Kernden
herzog Heinrich Ottok
85508;
pey der hausfrawn ist vns ze versten die sel die Iesu Christo in der tauff ist
enpfestent vnd gegeben zuͦ einer præut GestRom
85;
PrMill
420.
– Lit.: O. Behaghel, PBB 43 (1918), S. 551f.
MWB 1 1734,56; Bearbeiter: Diehl
entvindec, enphindec
Adj.
‘empfindlich, offen für etw.’
eiâ, diz sol der geist klêrlich schouwen in einer enpfindiger wollust. daz
beste, dâ der geist zuo komen mac an disem lîbe, daz ist, daz er ein niuwe enpfinden
habe sich ûzen in al unde inbinnen al Eckh (Pf)
682,8
MWB 1 1735,5; Bearbeiter: Diehl
entvindecheit, enphindecheit
stF.
‘Wahrnehmungs-, Empfindungsvermögen’
er [der Mensch] hat tail mit aller
sach: / er ist mit dem tievel swach, / mit dem pawm er wachsen trait, / mit dem tyer
enphindichait Teichn
464,334
MWB 1 1735,11; Bearbeiter: Diehl
entvinden, enphinden
stV.
‘etw. wahrnehmen, empfinden, spüren’
1 mit Gen.-Obj. 2 mit Akk.-Obj. (v.a. in späteren Texten) 3 mit Obj.-Satz 4 subst. 4.1
‘Wahrnehmung, Empfindung’
4.2
‘Wahrnehmungsvermögen’
1
mit Gen.-Obj.:
sin gewalt ist so groz / des mugen wol inphinden / sine
widerwinnen VMos
70,10;
dô der alte Hildebrant der wunden enpfant NibB
2307,1;
Rol
4905;
Iw
1052;
wenne dû mit dem vinger rüerst den wunden menschen auf sein
plôz hirn, sô enpfint ez sein niht BdN
6,33.
–
also das ich diner herzeklicher minne in minem herzen und
in miner sele und in minen fúnf sinnen und in allen minen geliden ane underlas
enpfinde Mechth
7: 38,13;
Tr
11741;
enphunt ich ir gnâden SM:UvS
6: 3,4;
Wh
253,3;
HvHürnh
15,8.
–
vil wol ich des emphunden habe / daz ir ein übel scherer
sît KvWHvK
376;
wenn er ains ungewiters enpfint BdN
269,11;
do zeran im der maht, / alsô daz er zehant / des tôdes
enphant [den Tod nahen spürte]
Ottok
91934.
–
dô si [die Menschen nach der Sintflut
erstmals] daz fleisch âzen, / ir leides si vergâzen, / wan si
enpfunden der spîse [
‘genießen’ oder ‘Geschmack finden an etw.’?]
EnikWchr
2799
2
mit Akk.-Obj. (v.a. in späteren Texten):
ich enphinde niht wan ein brot PrBerthKl
6,93;
davon sie – muter, meit – enphant / unsers todes falles
widerslag Mügeln
182,7;
der nagel [Fingernagel] enpfindet
niht, wenn man in versneit BdN
21,17;
Mechth
5: 11,17.
– mit AcI-Konstruktion:
sit ouch si kurzeliche entfant / sich in ir libe ein kint tragen
Pass I/II
313,41
3
mit Obj.-Satz:
enphinde der siche daz im der mage we tu
SalArz
69,42;
noch enpfant ich nie ze guote, leider mir, / daz an ir niht
schînet wan des besten SM:UvS
22: 4,1;
ich enpfind an dem hirn / und sich daz von der wârheit wol,
/ daz ein kint von mir komen sol, / daz wirt gewalticlîch / in dem künicrîch
EnikWchr
19872;
BdN
129,18;
Eckh
5: 241,6;
KvHeimHinv
743.
–
das kint [Jesus]
er [Symeon] do an sin arm enphieng / von der magt
dú sin genas, / und wart enphindent wer er was WernhMl
3512
4
subst.
4.1
‘Wahrnehmung, Empfindung’
die dru [Sinne] sint auch
ahtbere: / Enpfinden [hier ‘Tastsinn’ ?] , Richen
und Gesmag HvNstGZ
923;
doch wellent etleich maister, daz daz hirn hab enpfinden
seins gepruches, wenne man ez zepricht; ez habe aber niht enpfindens seinr
verendrung, wenn ez sich verendert von warm in kalt BdN
7,3;
daz der mensche grœzlîchen beger solches trôstes
enpfindennes und innicheit Eckh
5: 222,6
u.ö.;
Seuse
367,15;
KonstBrf
77,24
4.2
‘Wahrnehmungsvermögen’
[die Seele] gît ieglîchem glide leben und enpfinden
unde begern unde rüerunge PrBerth
1:98,38
MWB 1 1735,16; Bearbeiter: Diehl
entvindunge, enphindunge
stF.
1
‘Wahrnehmung, Empfindung’
2
‘Wahrnehmungs-, Empfindungsvermögen’
1
‘Wahrnehmung, Empfindung’
als von dem hovpt flivzzet in div gelider rvrvnge vnd
enphindvnge, also flivzzet vns von Ihesv Cristo alliv geistlichiv tvgent vnd gnade
in alliv div gelider der christenheit DvAPatern
196;
als die sternen klein schinent und doch gross sint, also son
dinú liden klein schinen vor ungeuͤpter menschen ogen, dú doch na eigenr enpfindung
dir gross werden ze tragene Seuse
56,25.
184,7;
KvMSel
424.
–
‘Wahrnehmung, Erfahrung’
daz von inphindunge [
experimento
] wer [l. wir
] han gilernit BrZw
59.
1
2
‘Wahrnehmungs-, Empfindungsvermögen’
sô hât ez [
holz unde krût
] allez wesen unde leben; ez hât aber niht enpfindunge unde vernunft
PrBerth
1:375,22;
dâ von sô hât ez [alles Getier] enpfindunge, sô man
ez tœtet oder im anders wê tuot oder wol tuot, des enpfindet ez ebd.
1:375,31
MWB 1 1736,3; Bearbeiter: Diehl
entvintlich, enphintlich
Adj., Adv.
auch enphindenlichen.
‘wahrnehmbar, deutlich spürbar’
diu innerlîche anhaftunge [an Gott] daz ist ein în
gezogene enpfindelîche wârheit, von der sie weder tôt noch leben gescheiden mac
Eckh (Pf)
302,30;
vor den bilden hinderkom si neiswi in enpfintlicher wise der
gross smerz, den dú zart muͦter hate under dem krúze. und von der not geschah diser
guͦten frowen och als we von erbermde, daz ir herz neiswi erkrachete enpfintlich in
ir libe, daz si von amaht nider seig Seuse
143,3.
22,22
u.ö.;
Xerses, [...], do den drukcht dy angst des todes, do
vergas er aller auswendiger endpfindleicher ding vnd gab sich inwendig dem müet vnd
vand das spil Schachzb
30,164;
e daz ich enphindenlichen wisti und bekanti, daz siuz wer EbnerMarg
132,9.
132,20
MWB 1 1736,21; Bearbeiter: Diehl
entvintlicheit, enphintlicheit
stF.
‘Wahrnehmung, Empfindung’
daz er munder und waker in des lidens enpfintlichkeit belibi
Seuse
34,20.
10,25.
193,1;
in der enpfintlicheit ieglîch sünderlîch lîden PrNvStr
281,21;
Eckh (Pf)
507,32
MWB 1 1736,38; Bearbeiter: Diehl
entvirren
swV.
auch entverren.
‘jmdn./etw. fern halten, entfernen’
wî er an dem beginne / den gotishelt vorirrete / und den mût intvirrete; /
daran want er alle macht NvJer
18913a.
– hierher (?):
uf daz en [ihn] got niht enschulde
[nicht anklage] / entvirre [Hs.:
en (ihn?) virre
] von siner hulde Macc
14332.
– meist mit Dat.d.P. oder d.S. ‘jmdn./etw. jmdm./etw. fernhalten,
vorenthalten, abtrünnig machen’
ich sal vechten / wider die, die dem rechten / mich entvirren denken
Pass III
163,70;
do sie [die Betenden] mir
[dem Teufel] den haten / entvirret, do kart ich zuͦ
dir Vät
5143;
dat nieman deme anderm sin deil intvirrin sal an eine vreimde hant
UrkCorp (WMU)
146,6;
daz [...] guͦt [...] vns vnd
vnsen erben zuͦ intferrene andirs, dan hi vor gesriben ist ebd.
3502,45;
Mühlh
144,21;
NvJer
20878;
HeslApk
13098
MWB 1 1736,43; Bearbeiter: Diehl |