eninne
stF.
‘Ahnin, Vorfahrin’ (vgl.
ane
stswFM.):
dô aber Malfer bevant / daz Rennewart sîn vater was, / enîn unde anen haz /
truog er für die selben zît Reinfr
23408;
stirbet des kindes ene dar nâch, sînes sunes sun erbet den
teil den sîn vater solte hân geerbet. ditz enmac den töhter kinden niht widervarn,
daz si ir enin [Großmutter] mugen geerben, dâ sî denne
niht sunes kinde SpdtL
85,15
MWB 1 1647,57; Bearbeiter: Runow
en|innen, eninne
Adv.
1
‘innen, im Innern’
2
‘gewahr, bewusst’
2.1 in der Wendung
~ wërden
‘(etw.) merken, innewerden’
2.2 jmdn.
~ bringen , mit Gen.
1
‘innen, im Innern’
alle die hie gud schinent und uzene licht und inennen vinster, di heizent
gelichesere HlReg
28,35
2
‘gewahr, bewusst’
2.1
in der Wendung
~ wërden
‘(etw.) merken, innewerden’
tvinget uwer gemute so, / daz nieman ne werde ininnen
GrRud
I 40;
vir holne sie iz ane viengen, / daz nieman wart ininnen
ebd.
Ib 8.
– mit Gen.-Obj.:
sven er wirdet ininnen / vogele ein michel volc
GrRud
Fb 29.
– mit Obj.-Satz:
do der kunic wart in innen, / daz sie an den zinnen /
des volkes hatten also vil GrRud
Cb 10
2.2
jmdn.
~ bringen, mit Gen.:
so brechte si wol ininne, / mit welcheme hercen ich si
minne Elmend
A 457.
–
den [Bedürftigen]
beschinete men groze minne / vnde brachte sie alles godes en inne
[beschenkte sie reichlich]
Roth
1310;
ich ne wolde dich in innen / der liebe nicht
bringen [dich dazu bringen, dass du mich
liebst]
GrRud
E 26
MWB 1 1648,1; Bearbeiter: Runow
enîʒ
stN.
→
anîʒ
MWB 1 1648,19;
enk
Pron.
→
2ëʒ
MWB 1 1648,20;
en|k-
s.a. eng-
MWB 1 1648,21;
enke
swM.
‘(Acker-/ Vieh-) Knecht’
so sulin uri zu rechti volgi alli di iz gisient undi gihorin,
die ackirman mit dir ruitin, die enki mit dir geisilin, undi sulin phluic undi phert
lazi ste Mühlh
109,13;
ir bûliute unde ir enken / die hiez si vaste gâhen, / vogele
würgn und vâhen Parz
119,2;
bootes: enko SummHeinr
1:288,260
MWB 1 1648,22; Bearbeiter: Runow
enkeinest
Adv.
‘keineswegs’
frúntlich minn die hatt sy e, / die zoͤgt ir gott enkainost me KvHelmsd
4696
MWB 1 1648,29; Bearbeiter: Runow
enkel
stMN.
‘Fußknöchel’
vüeze und enkele wâren blôz Tr
2645;
er sluc dem rosse in den bug, / dem ritter in den enkel
Herb
9061;
sô dir der fuoz oder daz enchel geswelle, sô nim poleium
Barth
138,34;
so laz in zu ader nider halben an beiden vuzen under den
enkeln SalArz
54,45;
OvBaierl
121,3;
BFrau
668;
KvWSchwanr
1102
MWB 1 1648,32; Bearbeiter: Runow
enkelach
stN.
→
eninkelach
MWB 1 1648,39;
1enkelîn
stN.
Dimin. zu enkel
‘Fußknöchelchen’
ein wullîn rockelîn / kurz und daz mê dan einer hant / ob ir
enkelînen want Tr
15660;
die kunst giht an enklin slimpf [l.
slimp
‘schief’
] , / da sie [l. sî
] der unkeusch ungelimpf Physiogn
369
MWB 1 1648,40; Bearbeiter: Runow
2enkelîn
stN.
→
eninklîn
MWB 1 1648,45;
enkennen
swV.
‘etw. erkennen’
got inkennit dine mildicheit WildM
1,319;
nu in kinne got an mir armen man Roth
923;
dv inkennis daz wol, daz dv svndic bist SalHaus
37,24
MWB 1 1648,46; Bearbeiter: Runow
enker
Pron.
→
2ëʒ
MWB 1 1648,50;
enkêren
swV.
1
‘aufhören, von etw. ablassen’
1.1 mit Gen. 1.2 mit exzipierendem Satz 2 tr. ‘jmdn. verwandeln’
1
‘aufhören, von etw. ablassen’
1.1
mit Gen.:
wolt aber ir [Johannes und Paulus] des
[die Anbetung des Abgottes] entkeren / und wesen
ungehorsam, / ein sulch gebot ich von im [Kaiser
Julianus] nam, / daz ich uch sule erslahen tot Pass III
316,16.
177,34;
wolde ieman des entkeren Pass I/II
141,29
1.2
mit exzipierendem Satz:
swie ich mit kestegungen / mich vil han getwungen /
[...], / doch mac ich niht enkeren / ine werde wunt
biwilen / von der unkusche pfilen Vät
23982
2
tr. ‘jmdn. verwandeln’
do Faustinianus also wart / uz dem antlitze entkart, / daz im die erste forme
gab Pass III
656,78
MWB 1 1648,51; Bearbeiter: Runow
enkern
swV.
→
ankern
MWB 1 1649,1;
enkiesen
stV.
in der Verbindung den tôt ~
‘den Tod finden, sterben’
Anphioraus und Sapaneos, / die zu Thebe den lip vorlorn / unde den tot da ir
korn [La. enchuren
]
En (FSch)
3343
MWB 1 1649,2; Bearbeiter: Runow
enkleiden
swV.
1
‘jmdn./ sich entkleiden’
2
‘jmdn./ sich von etw. befreien; etw. ablegen’
2.1 mit Gen. 2.2 mit präp. Erg. 2.3 ohne Obj.
1
‘jmdn./ sich entkleiden’
min gewant wolde he mich ave tin / dat ich bleve naket ende blot. / des was
min angest vele grot, / dat he mich wolde entcleiden HvVServ
5207;
die munche entkleitten den lib [des vermeintlichen
Theodorus] / und vunden wesen in ein wib Pass III
325,87;
er muoste sich enkleiden, / ez wære im liep ode leit StrAmis
2328;
sî vüert in mit ir so wîzzen hende / vür ir bette
[...]. / wie schier sî sich danne enkleidet hânt!
SM:Had
51: 2,10;
Pilgerf
2269.
– bildl.:
der walt hât sich enkleidet gar KLD:GvN
8: 1,3
2
‘jmdn./ sich von etw. befreien; etw. ablegen’
2.1
mit Gen.:
swer von alten sünden / gehis welle scheiden / der sol sich gar entkleiden
/ der welt vnd alir koste Martina
46,8
2.2
mit präp. Erg.:
si [die Seele] wirt entkleidet
von allen dingen, wenne si got kleidet mit dem pfellere der schoͤnen minne
Mechth
3: 10,18.
2: 6,19;
vernünfticheit nimet got blôz, als er entkleidet ist von güete und von
wesene Eckh
1:153,5;
hie wirt der geist entkleidet von dem tinbern liehte
Seuse
186,17;
Parad
76,6;
Tauler
432,34
u.ö.
2.3
ohne Obj.:
Paulus sprach: ‘ich leb, nit me ich’, und wirt alsus
entkleidet und entwiset in der wiselosekeit dez goͤtlichen einvaltigen wesens
Seuse
186,21
MWB 1 1649,6; Bearbeiter: Runow
enkleidunge
stF.
‘das Ablegen, Entledigen’
daz er [der Mensch]
[...] den boͤsen unart also úberwinde, und ist ime die
entkleidunge dicke ungeliches besser dan daz er mit vil grossen dingen gekleit wúrde
Tauler
433,5
MWB 1 1649,31; Bearbeiter: Runow
enklemmen
swV.
‘etw. aus der Befestigung lösen’
von kainer tyost taete / daz sper nie wart enklemt, / so
stark was ez gestemt [befestigt] / mit den spangen guldin
WhvÖst
10177
MWB 1 1649,36; Bearbeiter: Runow
enklieben
stV.
1 tr. ‘etw. entzwei schlagen, zerspalten’
2 refl. ‘zerspringen, zerbersten’
1
tr. ‘etw. entzwei schlagen, zerspalten’
frouwe, schouwe enzît die nôt, ê liebe enkliebe daz herze mîn! KLD:
UvW
Leich 2,83;
wem was sô steinen dâ sîn herze, / daz niht enkloup der riuwen smerze?
LvRegFr
4111
2
refl. ‘zerspringen, zerbersten’
mit slegen er do erlangt / den kuͤnc von Alanyen: / er sluͦg
in daz die spanyen / des helmes sich encluben WhvÖst
8221
MWB 1 1649,40; Bearbeiter: Runow
enklœʒen
swV.
‘etw. abtrennen’
sin houbet wart enbloͤzet, daz wunder was im ande [machte ihn
besorgt] , / wie er sust enkloͤzet von witzen [des
Verstandes beraubt] wer, daz er sin niht erkande JTit
5809,2
MWB 1 1649,48; Bearbeiter: Runow
enklüegen
swV.
‘jmdn./ etw. des Anstandes, der Feinheit berauben’
Nôê: [...] / der von des wînes überkraft / sich zuo
des swîns geselleschaft / mit allen werken füeget, / entsûbert und entklüeget / sîn
reinikeit und ouch sîn zuht HvBer
4273
MWB 1 1649,53; Bearbeiter: Runow
enklûsen
swV.
‘etw. aufschließen’ (hier bildl.):
di toten und die bi lebene, der het da vil gehuset / uf regenbog unebene, biz
dise kluse [gemeint: das Gedränge auf dem Schlachtfeld]
wart alsus encluset JTit
4116,2
MWB 1 1649,58; Bearbeiter: Runow
enknoten
swV.
‘einen Knoten lösen’, hier übertr. ‘eine schwierige Frage beantworten’
die [
vrage
] bite ich, daz du mir entknotes, / [...] ob
er [Gott] si ein geist, / oder ein mensche Pass
III
547,89
MWB 1 1649,63; Bearbeiter: Runow
enknoufen
swV.
in der Verbindung jmdn. des houptes
~
‘köpfen, enthaupten’
nû woldin hî intknoufin / dise zwêne Mertîne [Akk.]
/ des houbetis mit pîne NvJer
14488
MWB 1 1650,3; Bearbeiter: Runow |