1erbeiten
swV.
→
arbeiten
MWB 1 1797,55;
2erbeiten
swV.
‘(auf etw.) warten, (etw.) erwarten, abwarten’
1 ohne Obj. 2 mit Obj. 2.1 mit Gen.-Obj. 2.2 mit Obj.-Satz
1
ohne Obj.:
kvͦme irbeite der kivninc here, / unz ime der morginsterre /
kuͦnte den tac TrSilv
154;
Iblis dô vil kûme erbeit, / wenne Lanzelet kæme
UvZLanz
7702;
erbeitet si [Mechthilds
Sehnsucht] alsus dur mich [Christus] untz in
die jungesten zit, so kumt wider zesamne sel und lip Mechth
6: 15,12;
Cranc
Jer 3,2;
Herb
2870.
4146;
Eckh
3:367,2
2
mit Obj.
2.1
mit Gen.-Obj.:
ob in [den Kaiser] guotes unde liute nieman
erbeiten lât, / sô var er balde und kom uns schiere Walth
10,19;
swer aber erbeitet rehter zit, biz daz er begerunge
gewinnet zessenne, der sol alzestunt essen MNat
8,7;
myn herre Gawan hett die fynde darzu bracht das ir
keyner synes slages getorst erbeyten Lanc
407,6
u.ö.;
UrkCorp (WMU)
255,6;
Tauler
21,3
2.2
mit Obj.-Satz:
vil kûme erbeite Sîvrit, daz man dâ gesanc
NibB
301,1.
660,1;
[Riwalin] erbeite kûme, daz
si [Blanscheflur] wider / und alsô vil ze creften
kam Tr
1440;
und [er] hett der frauwen den
nuwen ritter gepriset, das sie kum erbeit das sie yn gesehe Lanc
147,5;
Rol
2909;
Tauler
20,32
MWB 1 1797,56; Bearbeiter: Richter
erbeitsælec
Adj.
→
arbeitsælec
MWB 1 1798,15;
erbeiʒ
stF.
→
areweiʒ
MWB 1 1798,16;
1erbeiʒen
swV.
zu
1beiʒen.
1 intr. 1.1
‘aufbegehren, sich widersetzen’ mit präp. Erg. gegen 1.2
ûf jmdn. ‘sich richten auf jmdn.’ hierher oder zu
2erbeiʒen 2 tr. ‘jmdn. aufstacheln, reizen’
2.1
‘jmdn. anspornen, antreiben, hetzen’
2.2
‘jmdn. reizen, provozieren’
1
intr.
1.1
‘aufbegehren, sich widersetzen’ mit präp. Erg. gegen:
gar alle vorchte [hast Du,
Hiob,] hin geleit, / daz du torstes ye irbeyzen / ken gote und
da by reyzen / zu disputirende mit dir Hiob
5885.
12345.
6467;
es nachet kamphes spil, / [...]
/ ain strittberliches raiczen / und uf der vart erbaiczen / gen dem vil alten
draken WernhMl
6826.
– refl.:
nu ist kumn di hochvart geil, / [...] / und
hat di swert irreizet / daz iclich sich irbeizet / ken dem andern
grimmiclich TvKulm
4082
1.2
~
ûf jmdn. ‘sich richten auf jmdn.’ hierher oder zu
2erbeiʒen:
uf swen sin mut irbeizet, / daz der nicht kan vor im
genesen, / her enwolle im undertanic wesen HeslApk
15970;
diz wort [Apc 22,3] sus
gemeinet ist: / die stule gotes heizet, / uf die sin wille irbeizet, /
gemeinlich al die cristenheit ebd.
22708
2
tr. ‘jmdn. aufstacheln, reizen’
2.1
‘jmdn. anspornen, antreiben, hetzen’
hi von si wart erbeizet, / zu dugent me gereizet Elis
3839.
8049;
den strit ein iechelich mensche vermide / hete er nicht [erg.
einen bösen Engel] der in reizte / vnde vf den strit erbeizte
Pass I/II
337,56;
uber daz so ist ir sin derpeizzet / uff mich in haßes
ungedult Minneb
4694.
– refl.:
siner viende widersatz, / die sin homut e reizte, / dar uf sich
erbeizte, / daz sie in wolden bougen [beugen,
bezwingen]
MarLegPass
24,232
2.2
‘jmdn. reizen, provozieren’
Maria, hab ich iht gesait, / oder sage ich fuͤrbaz ihtes
/ so weltliches getihtes / daz suͤnde muͤge raitzen, / dar umm mich niht
erbaitzen / nu la des hellen grien [Anm.z.St.:
hellengrifen?] grif! WhvÖst
10476;
Job hat mir nicht gesprochen zu / do mite er mich
irbeyzet / hette zornlich und gereyzet, / als er uch gereyzet hat
Hiob
12095
MWB 1 1798,17; Bearbeiter: Richter
2erbeiʒen
swV.
zu
3beiʒen, vgl. auch abe- und
nider erbeiʒen
.
‘absteigen, aussteigen’
1
‘absitzen, (vom Reittier) absteigen’
2
‘vom Schiff an Land gehen’
3 im weiteren Sinne ‘sich abwärts bewegen, herab lassen’
3.1 konkret 3.2 bildl.
1
‘absitzen, (vom Reittier) absteigen’
des tievels kempfe Cosdrôas / und des wâren gotes wîgant /
erbeizten bêde sâ zehant / und liezen diu ros stên Eracl
5070;
er rebaizte an die erde Kchr
5945;
Brangæne wolte erbeizet sîn Tr
12767.
16037;
Lanc
37,34;
Rol
8250.
6587.
–
die suln auch in sinem huse erbaizen vnd herberge haben UrkCorp
(WMU)
722,15.
– übertr. ‘sich auf ein festes Fundament stellen’
[die Fürsten] nach ir geburt ie uf den adel erbeizen
Frl
11:6,7.
– wohl hierher (zu stân mit Inf. vgl. Grimm, Dt. Gr.
4,106):
vil mænige [der turnierenden Tiere bei
Christus in der Wüste] sprungent hoch enbor: / so luffent aber
dise in vor / zoͤchten und raiczen. / die stuͦndent doͤrt
erbaiczen [begannen sich niederzulassen] / und
hieltent uf der warte hin / als den ze stritte was der sin
WernhMl
7034
2
‘vom Schiff an Land gehen’
mit eim schiffelin reine [...] / es [
ein getwerg
] brohte Wolfdietrich v́ber den se so breit. / do erbeisset er zuͦ dem
sewe, vnder eine steines want WolfdD
1312,3;
der erbeizte von dem mer / ûz den schiffen mit sînem her / vor
Tyrê Kreuzf
649;
dô er erbeizte ûf daz lant Ottok
3993
3
im weiteren Sinne ‘sich abwärts bewegen, herab lassen’
3.1
konkret:
so man uff der erden kreizzen / den sne zum ersten sicht
derbeizzen [rieseln, fallen] / und so ez uz den
luͤften / wirt nibeln und tuͤften Minneb
4292;
der sich selb ein maister haizzet / und auf maister
stuel erbaizzet [niederlässt]
Teichn
564,2706
3.2
bildl.:
der [Christus] mac vil wol
stark heizen, / sint her getorste irbeizen / uf diesen engestlichen tot
HeslApk
10118.
17704;
wen allez daz schalkheit heizet, / daz ist gar uf
in [den Antichrist] irbeizet ebd.
18556;
[
minne
] die mich hat gar bekreist / und by mir ist erbeist
Minneb
Prolog 3,15
MWB 1 1798,51; Bearbeiter: Richter
erbe|junchêrre
swM.
‘erbberechtigter junger Adliger’
ich sael doen wer [Schutz bieten] / Karlle myme
erffjuncheren KarlGalie
1384
MWB 1 1799,24; Bearbeiter: Richter
erbekint
stN.
‘erbberechtigter Nachkomme’
ebruch benymt gewisheit noch / des worhaften erbekindes
Hiob
11703;
Loys het doch wisheit vnd sin, / vnd wær des keisers erbekint
TürlArabel
*A 34,15;
daz si wol zv dem mvͤnzzampt welent irev erbchinder vnd irev eninchel von
svͤnen, ir vaͤter sein tod oder lebentikch, daz erbchinder sint vnd nicht irev
chefschinder [l. kebs-
]
UrkWittelsb
2,357
(a. 1339);
StrKD
112,57.
– bildl.:
[die mit mir (Jesus) in den Himmel kommen] di haizent
minuí rechten erbe kint Rol
7696.
– übertr.:
diu selb vorht [Furcht aus
Selbsterhaltungstrieb] ist ain dienerin, diu dient dem nutz und
niht der lieb und ist ain betwungen vorht. aber diu êrst vorht [die
zuvor genannte kindliche Ehrfurcht] ist ain erbkint und ist neur
gepauwen auf lauter lieb und auf stætikait BdN
462,6
MWB 1 1799,27; Bearbeiter: Richter
erbeknabe
swM.
‘Erbfolger’
wer solde im wîzen daz / ob er sêle, lîp und lebn / ze wâge
ungerne wolde gebn / umb einen solhen erbeknabn [hier: im Ehebruch
gezeugtes Kind] ? RvEAlex
1081
MWB 1 1799,44; Bearbeiter: Richter
erbekünicrîche
stN.
‘erbliches Königreich’
daz er [Gott] iwerm gebot / hât
gemacht undertân: / diu lant, diu man iuch weiz hân / iwer erbekunicrîch
Ottok
79198
MWB 1 1799,48; Bearbeiter: Richter
erbelant
stN.
‘ererbtes Land, angestammter Grundbesitz’
1 auf Weltliches bezogen 2 auf Glaubenswahrheiten bezogen 2.1 das Himmelreich als Erbland der Kinder Gottes 2.2 das Heilige Land als irdische Heimat Christi
1
auf Weltliches bezogen:
der junge fúrste von Brabant / hatte botschaft gesant / sinem
erbelande RvEWh
14913;
im wurden wüeste / sîniu erbelant Ottok
17453
u.ö.;
vnd geloben fuͤr vns, vnser erben vnd nachkomen am kuͤnigriche von Beheim vnd
vnsere erblande UrkHohenz
3,233
(a. 1351);
En
5915.
–
ez [Kanaan (Gn 13,14f.)] waz
ouh ir erbe lant, / das gotis geheiz in hate benant RvEWchr
13594
2
auf Glaubenswahrheiten bezogen
2.1
das Himmelreich als Erbland der Kinder Gottes:
die engel fuͤrten sie zu hant / gein himel in ir erbelant
HvNstGZ
5909;
daz [der Kreuzestod Christi] gab
uns friliche widervart / in unser alt erbelant VEzzo
352;
Litan
882
2.2
das Heilige Land als irdische Heimat Christi:
wes wilt dû verhenge, / daz dû dîn rehtez
erbelant [Galiläa] , / darin dû, wârer heilant, /
bist gezogen und geborn, / wilt lâzen werden verlorn Ottok
49417;
rich, hêrre, dich und dîne muoter, der megde kint, / an den, diu iuwers
erbelandes viende sint Walth
10,10
MWB 1 1799,52; Bearbeiter: Richter
erbelêhen
stN.
‘erbliches Lehen, in Erbleihe vergebenes Gut’
mîn urbor und mîn êre, / die ich in disen landen hân, / die
wil ich lîhen unde lân / mînem vater Rûâle, / [...] / daz
ez sîn erbelêhen sî Tr
5803;
so lech si mir dc selbe gvͦt wider ze rechtem erbe in erbelens rechte
UrkCorp (WMU)
92,28;
ez enerbet nieman lehen. wan der vater vf den svn. daz heizet erbe lehen
SchwSp
183b;
UrkAargau
2:1,466,6
(a. 1307);
StRAugsb
155,21
MWB 1 1800,10; Bearbeiter: Richter
erbelêhenschaft
stF.
‘(Recht über ein) Erblehen’
sol die erblechenschaft sinen kinden [...]
vorbehalten sin UrkZürich
8,145
(a. 1306 kopial);
die erblenschaft und dz erblen, dz wir da har gehebt hein an dien guͤtern
UrkBern
7,99
(a. 1345)
MWB 1 1800,19; Bearbeiter: Richter
erbelêhenunge
stF.
‘Erbleihe’, Vereinbarung über ein Lehen mit erblichem Nutzungsrecht:
daz div erbelehenvng stæte belibe, dar vber gebe wir in disen brive UrkCorp
(WMU)
461,43
MWB 1 1800,24; Bearbeiter: Richter
erbelgen
swV.
auch erbalgen (
Gen
1051
); s.a.
erbolgen
swV.
1
‘jmdn. erzürnen, erbosen’
2
‘etw. an etw. stoßen, verletzen’
3
‘jmdn. strafen’
1
‘jmdn. erzürnen, erbosen’
daz sie die lieben gotes brut / erbelget hæten uber lvt
Wernh
D 3430;
daz wir in [Gott] erbalgen
Gen
1051;
unser got ist sô erbalget von den sunden JJud
1278;
solti [...] ein geweltigir vriwent
zvͦ iwerme hûse chomin, mit allim vlizze wrde iwer hûs gechert unde gereinit, daz
iwet da ware, daz dei oͮgin iwers vriwendis irbêlgiti Spec
73,25;
PsM
H 53,6;
PrOberalt
128,15.
– refl. ‘zornig werden’
des irbelget der schalk [der
Antichrist] sich / und lezet sie zu tode slan
HeslApk
16006
2
‘etw. an etw. stoßen, verletzen’
got der hat sinen engeln geboten daz si dich behuͤten, daz du
dinen fuz iht erbelgest an dem stein [
ne forte offendas ad lapidem pedem tuum Lc 4,11]
PrOberalt
60,5.
60,7.
60,12
3
‘jmdn. strafen’
sie [
die leiden zoͮberâre
] nemohten dô nieht mêre / gestên wider die gotes scalche, / wande er
[Gott] si erbalchte / mit siechtuͦme Exod
1754
MWB 1 1800,28; Bearbeiter: Richter
erbëlgen
stV.
1 tr. ‘jmdn. erzürnen, erbosen’
2 refl. ‘sich ärgern, zornig werden, zürnen’
3 meist als Part.Prät., häufig mit Dat.d.P. ‘erzürnt, aufgebracht, verärgert’
1
tr. ‘jmdn. erzürnen, erbosen’
die ime [dem Antichrist] denne
gevolgent, got si erbelgent; / die ave an dem geloube gestênt, vile wole der ding
ergêt Gen
2874;
he bidde och vor die on havent erbolgen Lilie
20,28;
Spec
131,7.
– mit Gen.d.S.:
die [Engel] niht des newellent, /
des dich, herre, mug erbelgen Vateruns
118
2
refl. ‘sich ärgern, zornig werden, zürnen’
erbilget er sich wider mich, / sciere bin ich erslagen Exod
556;
do erbalc sich der degen / Roͮlant mit zorne
Rol
5058;
Kchr
1494;
TrSilv
799.
– mit Gen.d.S.:
des irbalch sich got uone himele VMos
47,20;
der engel sprach, er wolte got sîn, / des erbalc sih mîn
trehtîn Kchr
2410
3
meist als Part.Prät., häufig mit Dat.d.P. ‘erzürnt, aufgebracht, verärgert’
er was erbolgen harte Rol
8225;
swelch wip mir ist erbolgen / durch disen rat, diu tut wol
schin, / daz si ir mannes meister wil sin StrKD
86,210;
umbe disiu wort waren ime die iuden erbolgen
JPhys
27,5;
Märt
8066;
KLD:UvL
16: 6,1;
PrOberalt
19,13.
– mit Gen.d.S.:
des wârens im erbolgen / und truogen im vil grôzen haz
Eracl
412;
mines muͦtes was ich ime irbolgen Rol
2172;
ReinFu
K,1256;
StrKD
130,12.
– Part.-Adj. (attr. nur mit muot):
mit erbolgem muote / daz volc uber den berch saich
Kchr
14602.
7367;
dô liezens dar riuschen / mit erbolgenme muote
UvZLanz
2547;
sô wizzet daz er uns ist / erbolgenes muotes / und
deheines guotes / wider uns gedenchet KvHeimUrst
1247
MWB 1 1800,48; Bearbeiter: Richter
erbelich
Adj., Adv.
adv. auch -lîchen.
‘erblich’
1 Adj. 1.1
‘erbberechtigt’
1.2
‘vererbbar, erblich’ (für alle Zeiten, unwiderruflich) 2 Adv. 2.1 als Erbschaft 2.2
‘dauerhaft’
1
Adj.
1.1
‘erbberechtigt’
stete ze habenne iemer me fivr mich vnd mine erbelichen nahkomen ælliv div
reht UrkCorp (WMU)
834AB,39;
ire kindere, erbin ofe erfliche naykomelinge UrkSiegen
203
(a. 1350).
–
‘durch Erbfolge bestimmt’ (vgl.
erbehërre
):
erbliche herren, ir sit / schuldic im
[dem Bauern] zu aller zit / vride, genade
schaffen Daniel
1823
1.2
‘vererbbar, erblich’ (für alle Zeiten, unwiderruflich):
vmbe vnse erfliche reit [Rechte] in deme dorp
zuͦ Lynse UrkCorp (WMU)
146,8;
Nikil Mölstein hat gekauft eyn halbe mark czinses erblich auf Remel baders
erbe UrkGlatz
74
(a. 1342);
UrkSiegen
81
(a. 1313);
UrkWürzb
45,133
(a. 1338).
–
‘dauerhaft, ewig’
[der Teufel] alliz menschlich kvnne fraz / dvͦrch
sinen erbelichen haz PrHess
57,62
2
Adv.
2.1
als Erbschaft:
were iz sache daz der junge marcgrave von Missen ane libis erben abe
ginge, daz daz lant erblichin an on [l. in (seinen
Vormund)] solde gevalle Köditz
30,22;
min vater des hate ahte, / daz er ez vil wol bedahte, / wer nach im hie
erbeliche / solde besitzen daz riche Macc
9539;
nieman hat recht, des riches gut zu besitzen erblich, dan des riches
dinstman KlKsr
3,5;
NvJer
18088;
StiftStBernh
247
2.2
‘dauerhaft’
dat wir inde vnse nakuͦmelinge, die na der zit ze Guleghe greuen sint, ze
Kolne burgere worden sin inde wesen suͦlen erffliche UrkCorp (WMU)
69AB,38.
– in der Wendung ~
verkoufen: unter Ausschluss des Rückkaufrechtes, d.h. für alle
Zeiten ‘als erbliches Gut verkaufen’
das wir [...] unser dorff
[...] erblichen vorkoufft haben und in krafft
desis brieffs erbelichen und ewiglichen vorkouffen DRW
3,102f.
(BürgelUB.; a. 1333);
wir [...] hant virkauft den juncfrauwin zu
Keppele erfligin an daz geluchte [zur Beschaffung der
Beleuchtung] al unsir gut UrkSiegen
190
(a. 1348).
– in der Paarformel ~
unde êwelîche
‘für alle Zeiten, unwiderruflich’
wijr [...] herren zo Burensheim doyn kunt
[...] dat wijr [...]
verkouffen ind verkoufft hayn [...] deyme kapittele
van sent Gereone zu Collen erffligen ind eweligen, fredeligen ind vrij zo
halden ind zo besitzene [...] unse vadye
[Vogtei] zo Huͦsen UrkGerKöln
363
(a. 1336 kopial);
UrkDOKobl
1,408
(a. 1348);
UrkKaisersw
252
(a. 1348).
–
unde geloben [...] den selben kauf erffeliche
eweliche unde ummer me stede veste unde unverbrucheliche zo handinne
UrkDOKobl
1,408
(a. 1348)
MWB 1 1801,14; Bearbeiter: Richter
erbelinc
stM.
‘Erbe’
ab sein gut czugehore adir gebore sienen erbeling ader sienen herren
DRW
3,105
(Stobbe,Beitr.; a. 1338)
MWB 1 1802,1; Bearbeiter: Richter
1erbellen
swV.
von Tierstimmen ‘schreien, brüllen’
ein tiêr heizzit onager daz ist ein tanesil der nerbellot nîh ÄPhys
7,1.
7,3;
do sach sÿ [das Drachenweibchen] die iungen tot vnd
irn lieben man. / sÿ erbellet also ein osse, der wurm freisan WolfdD
1848,3
MWB 1 1802,4; Bearbeiter: Richter
2erbellen
swV.
‘den Ballen (des Fußes) verletzen, verdrehen’
zwo dick solen lait er an / daz hat er vmb daz getan / das er die fuͤezze nit
erbelle Barfüsser
85.
– übertr.:
von dez tunren schal / der so vorhteclich erhal / wart ir frovde gar erbellet
Martina
159,43
MWB 1 1802,10; Bearbeiter: Richter
erbëllen
stV.
‘zu bellen anfangen, bellen’
dar nach ein hunt erbal, / daz alle liute, die do lebten,
horten sinen schal Tannh
16,9;
an einer stat ein hunt erbal, / daz ez über al die werlt erschal Freid
109,10;
di tier liessen stymme / senfften und grymme; / di hunde
pellen [La. pollen; konjiz. erpullen
] / das di perg erhollen HvNstAp
13127;
Erz III
90,29.
– übertr. ‘erschallen, erklingen’
die erde ouch erbal / von deme lobelicheme done Pass I/II
131,46;
nu vugete sichz daz in irdoz / ein stimme als eines menschen
lut. / uber stoc unde uber crut / lugeten sie do uberal / wa von in die stimme irbal
Vät
25402.
39925
MWB 1 1802,16; Bearbeiter: Richter
erbelôn
stMN.
‘dauerhafter, ewiger Lohn’
sa wil vns Krist dan senden / in sin faderlichiz lant, / daz er deme menschen
hat benant / zvͦ eime erbelone / dort in des hymmelis throne PrHess
23,49.
11,186
MWB 1 1802,29; Bearbeiter: Richter
erbelôs
Adj.
1
‘ohne Erben, erbberechtigte Nachkommen’
2
‘von der Erbschaft ausgeschlossen’
1
‘ohne Erben, erbberechtigte Nachkommen’
diu frouwe was wol siben jâr / [...],
/ daz sie kindes niht wart swanger. / [...] / sie wânden
belîben erbelôs Eracl
204;
[das Königreich war] niht erbelôs beliben doch, / wan ez
lebte dannoch / sîn vrecher sun Achilles KvWTroj
11175;
si klagten beidiu tiure daz ir lant wurde erbelôs OrtnAW
170,4;
AlexiusF
269;
UrkCorp (WMU)
1816,16.
–
swaz sô sus getânes dinges erbelôs erstirbt, herwête [männl.
Ausrüstung] , erbe oder gerâde [weibl.
Gebrauchsgegenstände] , daz sal man antwerten deme richtêre
SSp (W)
1:28,1
2
‘von der Erbschaft ausgeschlossen’
der keiser hat den vettern virboten, daz sie die kint nicht vnrecht erbeloz
machen KlKsr
2,11;
dû muost ein basthart sîn êlôs und erbelôs PrBerth
1:413,29;
des himeles machet er unsih erbelos Glaub
622;
UrkCorp (WMU)
1368,24;
SSp (W)
1:17,2.
– übertr.:
getichtes des gar spêhen, / [...] /
bin ich ein erbelôser man / und hân mich doch genumen an / zu volbringene diz
mêr HvFreibTr
9.
–
‘in ererbten Rechten beeinträchtigt’
alle schullen sweren ze dem heyligen, das sy an alle argelist einer
iglichen mul geben ir mazz, di si zv recht haben schol, also das nymant do von
erblos werde StRPrag
59
MWB 1 1802,33; Bearbeiter: Richter
erbelôse
stF.
‘Erbschaftssteuer’
viginti octo solidos prenotatos et sex denarios cum bonis ipsis, de quibus
idem solidi solvebantur, ac omnia iura, utpote bettemunde, erbelose
[...] tradidimus UrkErf
1,33
(a. 1210).
1,276
(a. 1290)
MWB 1 1802,58; Bearbeiter: Richter
erbelôsunge
stF.
‘Erbschaftssteuer’
waz gutis in dem vorgenantin dorfe zu Mewirsburg
[...] vorkouft adir gekouft wirt
[...], darvone sal di erbelosunge den obgenantin
burgern und der stat [...] gevallin UrkErf
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(a. 1348)
MWB 1 1802,63; Bearbeiter: Richter |