e – ëbenbürtecheit ëbendol – ëbenguot ëbenheilec (?) – ebenisch ëbenjunc – ëbenmenden ëbenmensche – ëbenstrenge ëbensuoʒe – ëbenwette ëbenwîch – êbrëchærinne êbrëchec – eckerich eckerlîn – edelkeit edelkint – effede effelîn – ege|sam eges|bærec – êhaftec, ehtec êhafteclîche – ehten ehter – eichermel eichgrabe – eidigen eierære – eigenerge eigengeborn – eigenschaft eigenschaftlich – einbærkeit einbærunge – einent einenthalp, einenthalben – einhalp, einhalben einhël – einlift einlifthalp – einöuge einöugec – einstirn einstrîtec – einvach einvalt – einworhte einwort, einwürte – eischtac eischunge – eiterbluome eiterbrâme – eitertrache eitervar – êkonvrouwe ekub – elfenbein elfenbeinîn – ellendeclich elfenbeinîn Adj. elfentier stN. elfte Num. êlich Adj., Adv. êlîcheit stF. êlîchen swV. elider stM. elin stswF. ëlintesel stM. eliotrop Subst. êliute stM. (Pl.) eljotrôpîa Subst. elle stswF. ellecheit stF. ellecliche Adv. ellede stF. ellen stN. ellenbërnde Part.-Adj. ellenboge swM. ellenbreit Adj. ellende Adj. ellende stN. ellendec Adj. ellendecheit stF. ellendeclich Adj., Adv. ellenden – elmëʒ
elne, elle – emb- ember – emʒlîche en – enbicobe enbieten – enbore enbœrec – ende endeblat – endeschaft endeslac – enein hëllen enein komen – engegenen engegengân – engelkeiserinne engelkôr – engelvürste engelwësen – englîmen englimmen – enhundert enîdrus – enklieben enklœʒen – enmitten enmittenzwei – enphrüenden enphüelen – ensîten enslîbe (?) – ent- ent|ænegen – enthalben enthalt – enthitzen enthiuten – entlegen entlêhenen – entliutern entlocken – en|toben (?) ent|ordenen – ent|rigeln ent|rîhen – entsagen entsagunge – entschîben entschicken – entsebelich entseben – entslîchen entsliefen – entspitzen entsprëchen – entsüenen entsunkenheit – entvëlhen entvëlhigen – entvliehen entvlieʒen – entwachen entwâfenen – en|twelmen en|tweln – entwësenen entwëten – envalten envar – ênzeclich enzeichenen – enzückunge enzündærinne – ephichwurz ephimera – erargen erarmen – erbarmen erbarmhërze – erbeclîche erbedienest – erbe|insigel 1erbeiten – erbelôsunge erbeman – erbeschilt erbeschrîn – erbeveste erbevîent – erbieten erbietunge – erblœʒen erblüejen – erbrogen erbrüeten – ërden-, ërtmëʒʒer ërden-, ërtvruht – erdiuten erdoln – êregîtec êregîtikeit – êrenhüetære êrenhüge – êrenvest êrenvrëch – ergëben ergëbenheit – ergetzen ergëtzen – erglitzen erglîʒen – ergrisgramen ergriulen – erharn erharten – erhogen erhœhen – eringrieʒ
erinnern – erkennelich erkennen – erklepfen erklîben – erkræjen erkrallen – erkuolen erkuolunge – erlegen erlêhenen – êrlich erlîden – ér|lôn erlônen – erlusten erlustigen – ermelzipf ermen – ernacken ernaʒʒen – ërnesthaftic ërnesthafticheit – erqueln erqueschen – errîhen erringen – erscheinunge erschellen – erschrîben erschricken – ersîhen ersiht – ersnellen ersnîden – erstandunge erstarken – erstieben erstîgen – ersuochære ersuochærinne – ërtbærec ërtber – ërtgerüste ërtgruft – ertougen ertouwen – ertücken ertumben – ervære ervâren – erviselunge erviuhten – ervreisen ervriesen – erwahsen erwæjen – erwëgen erwëgen – erwermen erwern – erwîtern erwîʒen – erzeigen erzeigunge – erziugen erziugunge – eschenbürnen ê|schillinc – esellîp eselmære – esser estel, estelîn – ëtevil ëtewâ – etzweide etzwise – êwelich ê|wëlten – ê|wise ê|worhte – ëʒʒesac ëʒʒic – eʒʒisch|türlîn
|
elfenbeinîn
Adj.
→
hëlfenbeinîn
MWB 1 1576,40;
elfentier
stN.
→
hëlfentier
MWB 1 1576,41;
elfte
Num.
→
einlift
MWB 1 1576,42;
êlich
Adj., Adv.
auch ege- ( TrudHL ), adv. auch
-lîchen.
1
‘den Geboten von Religion, Sitte und Recht gemäß; göttlicher oder natürlicher
Ordnung entsprechend; gesetzlich geregelt’
2 meist im Hinblick auf die rechtmäßige Verbindung von Mann und Frau ‘ehelich’
2.1 Adj. 2.1.1 allg. 2.1.2 typische Bezugswörter 2.2 Adv.
1
‘den Geboten von Religion, Sitte und Recht gemäß; göttlicher oder natürlicher
Ordnung entsprechend; gesetzlich geregelt’
âne êlîch dinc mac nieman sîn eigen hin gegeben, daz ez kraft
müge haben SpdtL
143,7.
165,16;
daz ich [...] sú [
zehen march guͦtes silbers
] bekeret han in minen elichen nutz UrkCorp (WMU)
2316,37;
ein elicher und ein rechter besiczer der selbigen gewer StatTrient
126;
alse nu bi dirre frist / elich und gewonlich ist
RvEWchr
11011;
HeslApk
4426;
ich [
Meßikeit
] gere keines dinges nicht, / das elich orden widerspricht
MügelnKranz
1660.
576.
–
~ nôt
‘gesetzlich anerkannte Notsituation, die eine Ausnahme vom sonst geltenden
Recht gestattet’ (vgl.
êhaft
):
der sal vffe sinen eith an deme neisten frithage kvmmen in den rath vnde
sal daz rvgen, ez enneime imme danne eliche noth UrkCorp (WMU)
903,18
2
meist im Hinblick auf die rechtmäßige Verbindung von Mann und Frau ‘ehelich’
2.1
Adj.
2.1.1
allg.:
die elichen lúte [...] mit
iren kinden Mechth
7: 1,24;
hât ein man ein wîp ze êlîchen dingen unde begibet er
sich in einen orden SpdtL
108,25;
UrkCorp (WMU)
1638,34;
HvFritzlHl
152,16;
von elichem bande vri Wernh
D 1658;
daz er sol elich leben han SHort
6000;
sîn muoter [...] / was von
êlicher sippe Ottok
32770.
– subst. Pl. ‘Eheleute’
[Maria] ist ein muͦter der wittewen, ein
frúndin der elichen und ein ere aller megden Mechth
4: 3,47.
– übertr.:
ime [dem Hl. Geist] wirt
dîn sêle gefuͦget ze êgelikir unde ze rehtir wineschefte
TrudHL
13,12
2.1.2
typische Bezugswörter:
–
~ gemechede
‘Ehepartner’
het jr kinde deheines da vor oder nah ein eilich gemæchit genomin
UrkCorp (WMU)
248A,11;
wir Schoffrid, grave zu Liningen vnde Iohanna, vnser elich
gemechede UrkOtterb
276
(a. 1307).
–
~ hîrat:
man schol auch nieman twingen, weder vrawen noch man, zv eelichir
heirat wider seinen willen UrkCorp (WMU)
1914,24;
daz schœnste und daz beste leben / daz got der
werlde hât gegeben, / daz ist êlicher hîrât KvHeimHinv
995;
Spec
98,23.
–
~ wîp, vrouwe, wirtinne u.ä.:
ich hân dâ heime ein êlîch wîp, / die minnich als
mîn selbes lîp Tr
8189;
horet, waz einem manne geschach, / an dem sin
elich wip zebrach / beide ir triwe und ir reht! StrKD
58,(A) 2;
HvNstAp
637;
des margrauen Hermannes saͤligen elichû wirtin UrkCorp
(WMU)
2045,8;
Eligenta, sin eliche frowe ebd.
N105,32;
er hête si genomen / zuͦ einer êlîchen chonen Exod
204;
daz ir [...] mich geruochent minnen / als
eine êlichen vrouwen KvWTroj
8337;
wie sere hastu verkebset din elich kúneginne!
Mechth
3: 9,63.
–
~ man, trût, wirt:
swel vrouwe irn elichen wirt erben wil, so er irstirbet
UrkCorp (WMU)
1671,45;
das si sich ir eliches mannes abe tet ze
vnchusche Konr
12,23;
is daz ein vrowi enin elichchin man heit
Mühlh
177,28;
er muoz sîn ein wol berâten êlich man, / der hûs
sol hân SM:Had
7: 1,1;
ich bin ein unedel brut, iedoch bistu min elich
trut; des wil ich iemer froͤwen mich Mechth
5: 17,7.
–
~ kint, sun u.ä.:
ein ieglîch êlîch kint behaltet sînes vater reht
SpdtL
90,4;
StatDtOrd
93,25;
wie Pârîs, der jungelinc, / sîn êlich sun geheizen müge
KvWTroj
5093;
minen lieben muͦman, Katherinen vnd Elizabeten den Stukinan,
Cuͦnrates Stukkins saͤligen, [...], elichen
tohtran UrkKlWald
476
(a. 1350)
2.2
Adv.:
daz ich [...] han gelobt vnd gesworn, min swester
[...] ze geben elichen Chuͦnraden UrkCorp
(WMU)
1024,34;
ob ein witib oder ein tochter chönleich und eleich wirt gegewen einem
fleischakcher UrkStVerf
362
(14. Jh.);
div barmherze unser trûtfrowen bescirmet die drî
ordenunge, die êlichen wol lebent vnde die uerwitewet kûslichen lebent vnde die
ir magetoͮm behaltent Spec
98,34;
Lucid
124,13;
ir meinet ez alsô, daz ich / niht êlîche sî geborn / und
süle dâ mit hân verlorn / mîn lêhen und mîn lêhenreht Tr
5409;
SpdtL
139,3;
StRBern
1:18,12;
wie der ellenthafte degen / elichen was gelegen / bi der
lieben tohter sin RvEWh
14310;
das si den hoh gelobten man / elichen haben solte ebd.
15027;
Willehalm [...], ein junger künic von Engellant,
/ [...] / dem antwurte êlîche / des landes künic die
tohter sîn, / die hôchgemuoten künigîn RvEGer
1746;
ist er êlîche gehît Iw
2809.
–
~ zesamen/ ze einander komen; nëmen u.ä. ‘heiraten’
man unde wîp diu êlîch unde rehte zesamen komen sint
SpdtL
84,7.
84,8;
ist, daz en man vnd ain vrowa elich ze en anderen koment
UrkCorp (WMU)
2597,14;
swenn zwai gemaecheit eleich gesaement werdent StRMünch
346,15;
der vil rîterlîche degen / wolte si êlîehen nemen /
âne valsche minne / durch erben gedingen Wernh
1550;
welt ir Gotelinde / êlîchen nemen, sô sprechet jâ Helmbr
1513
MWB 1 1576,43; Bearbeiter: Diehl
êlîcheit
stF.
‘auf den Geboten von Religion, Sitte und Recht beruhende Verpflichtung; göttlicher
und natürlicher Ordnung entsprechende Lebensführung’
mit truwen halt dine elicheit, / geloube, laz unrecht gewin,
/ nicht roube, ensla, noch stil, noch brin / und vare zu gnaden ane wan
HeslApk
5326;
sie sint vor gote irkorn, / ob sie wol tuen ir elicheit / mit
anderer irre guten arbeit ebd.
4757
u.ö.
–
‘Ehestand’
ez sint drier hande luͦte die behaldin sin. daz eine ist recht elicheit, daz
andere witwetum, daz driette magetum PrLpz
319,6;
Zæwisch [von Rosenberg] algeriht /
dem kunic von Bêheim seit / umb sîn êlicheit Ottok
20349;
hierher? (vgl. Klein, Hesler u. Athis, S. 114):
daz ist uns noch ein bilde / und ein gezuc der elicheit
Athis
C* 37
MWB 1 1578,10; Bearbeiter: Diehl
êlîchen
swV.
‘heiraten’
dô hin heim kam / der kunic Albreht, / sînem sun er
gereht [richtete] , / swaz er haben solde, / sô er
êlichen wolde, / [...] / allez, daz er solde haben, / was
bereit ze sîner hôchzît Ottok
75198.
–
‘jmdn. (Kinder) durch Heirat legitimieren’
sullen di vodern [vorehelichen] chint daz erbtail
nemen mit den lesten [in der Ehe geborenen] ?
[...] jâ, wan deu ê sôgetân chraft hât, dâ si geêligt
sint mit der ê RbRupr
178;
lude, dye do offenlichen sint unelich, sy ensin dan geelichet bit rechte
StRWorms
38
MWB 1 1578,26; Bearbeiter: Diehl
elider
stM.
auch enidros.
ein Edelstein (vgl. Engelen, Edelsteine, S. 25 u.ö.):
von dem elider. elidros oder enidros ist ain stain, der
geleicht ainer cristallen und tropft ân underlâz fäuht tropfen sam ob er switz, und
die tropfen sint den fibrigen läuten guot BdN
446,24;
[der agestein
] ist auch den hinvallenden guot, [...]. und
alsô ist auch der elider in geleicher weis ebd.
447,20;
enîdrus Parz
791,18;
enidorium diezen sicht man zu allen stunden / und wazzer dar uz vliezen, und
wirt an siner groͤz nicht minner funden JTit
41,1
MWB 1 1578,37; Bearbeiter: Diehl
elin
stswF.
→
elne
MWB 1 1578,48;
ëlintesel
stM.
→
ëlnte
MWB 1 1578,49;
eliotrop
Subst.
überw. lat. Formen, auch elitrop.
‘Heliotrop’, ein Edelstein mit verschiedenen Wirkungen (vgl. Engelen,
Edelsteine, S. 25f. u.ö.):
ein stein heizt elitrôpîe. / [...] /
der man hât guot und êre, / der den stein bî im hât, / daz bluot ouch dâ von verstât
Volmar
445;
elitropia [...] / den sumer git er kuͤle, swie daz
wazzer im winter von im wellet JTit
334,1;
elitropius haizt sunnenwendel. ist daz man den in ain vaz
mit wazzer tuot, sô macht er die sunnen pluotvar [...] der
stain ist grüen sam ain smaragt und ist besprengt mit pluotvarben tröpfleinn
BdN
445,26;
eljotrôpîâ Parz
791,7;
eleotropia HvNstAp
18155
MWB 1 1578,50; Bearbeiter: Diehl
êliute
stM. (Pl.)
‘Eheleute’
ist daz zwai gemaechide sterbent, die elute sint, und lant
aigen oder erbegut hinder in StRAugsb
140,8;
ez sîn ledige oder êliute oder geistlîche oder werltlîche PrBerth
1:106,5;
die êrsten êliute die gote liep sint, daz sint alle die zuht und mâze haltent
an dem bette ebd.
2:191,1;
Paulus / e lút leret leben sus / daz si gehorsam sunder strit
/ an andern sint in rehter zit SHort
5914;
er [der Beryll] hât auch die art,
daz er der êläut lieb widerpringt BdN
436,23
MWB 1 1578,63; Bearbeiter: Diehl
eljotrôpîa
Subst.
→
eliotrop
MWB 1 1579,10;
elle
stswF.
→
elne
MWB 1 1579,11;
ellecheit
stF.
→
allecheit
MWB 1 1579,12;
ellecliche
Adv.
→
alleclich
MWB 1 1579,13;
ellede
stF.
‘Kühnheit, Mut’
sî wârin hellede / an menlîchir ellede / und got was mit in NvJer
17593
MWB 1 1579,14; Bearbeiter: Diehl
ellen
stN.
(stF. HeslNic
3071) selten mit epithetischem t, z.B. Demantin
.
‘Mut, Kühnheit, Tatkraft’
dâ mohte man scowen / manneglîchis ellen / under den gesellen
/ und degenis gebêre SAlex
4308;
mit ellen er dar wác / manigen uermezenlichen slác
Rol
4899;
si tâten rîters ellen schîn, / der tjost ein ander si niht
lugen Parz
37,24;
der rîter ellens niht vergaz MF:Wolfr
2: 5,7;
ûr hant hât daz ellent mîn / mit kreftin segelôs getân. / ich enkan ûch
strîtes nicht irstân Demantin
5478;
Frl
3:10,2.
– in der Wendung
~ tragen
‘Mut zeigen’
ein man, der ellen truoc, / der gerne unde wol vaht
Eracl
4604;
ich wæn er selbe ouch ellen truoc Wh
301,5.
78,3;
des hant vil mänlich ellen truoc Wig
10170;
iwer manlichez ellen tragen / git reinen wiben herzen spil
TürlArabel
*A 25,8.
– in (teils synonymen) Wortpaaren:
ir ellen und ir sterke beider wâren grôz NibB
2359,1;
daz gap im ellen unde kraft Iw
2999;
sîn jugent het ellen unde kraft Parz
174,22;
Wig
5610;
Ottok
16796;
dô wuohs im muot und ellen Tr
7006;
er ist manheit und ellens hêr Parz
425,1;
wie gar er sî volkomen / ellens unde manheit
Ottok
11210;
arme und riche / clagten do geliche / sin ellend und sin
tegenhaitt GTroj
4071;
vrecheit und ellen truoc sîn lîp Parz
26,16;
swâ der vil zesamne kumt / den beidiu kunst und ellen vrumt;
/ dâ wirt gehurt unde geslagen Wig
8436;
Parz
175,9.
–
ich gap dem ellens vesten / der sunnen wider glesten
Wh
355,5;
in Verbindung mit rîche übergehend zur Lexikalisierung ( →
ellensrîche
)
MWB 1 1579,16; Bearbeiter: Diehl
ellenbërnde
Part.-Adj.
‘tatkräftig, Mut verratend’
an dir man prîses ist gewon, / den dîn hant erworben hât / in strît mit
ellenbernder tât UvEtzAlex
10928
MWB 1 1579,47; Bearbeiter: Diehl
ellenboge
swM.
1
‘Ellenbogen’
2 der Elle entspr. Maßeinheit 3
‘Geschwisterkind, zweiter Verwandtschaftsgrad’ (in der Verwandtschaftszählung
des SSp )
1
‘Ellenbogen’
ich saz ûf eime steine / und dahte bein mit beine. / dar ûf sazte ich den
ellenbogen Walth
8,6;
er saß uber der tafeln und wart gedencken.
[...], er leit sinen backen in syn hant und leynte off
synen ellebogen, er vergaß synes eßsens Lanc
306,9;
siu bietent ime den herten rukken oder den stôzzenden
ellenbougen odir daz wesse chinnebain TrudHL
70,5;
er reit zu Galahot und stieß yn mit dem elebogen an die
schultern als er mit im spielen wolt Lanc
483,22;
diu hant was ûzsetzic zwâr / biz an den ellenbogen gar
EnikWchr
7538;
enilbogen OvBaierl
64,6.
– zur Beschreibung der Stärke (?):
‘wer bestêt einen resen, der heizet Strûtân? /
[...]’ / ‘den bestêt Heime, der hât vîr ellebogen.’
RosengP
320
2
der Elle entspr. Maßeinheit:
mit einem eichinen garte, der drier oder zweier ellenbogen lang si
SchwSp
85a;
nimst du nu ain meil fuͤr vier tausent elenpogen, so sint an
dem uͤmbkraizz dez ertreiches zwaintzig tausent und vir hundert meil
KvMSph
19,4;
ain mervisch, der ist zeitleich klain, wan er ist wênig mêrer
denne ains elnpogen lang BdN
259,16
3
‘Geschwisterkind, zweiter Verwandtschaftsgrad’ (in der Verwandtschaftszählung
des SSp ):
diu mâcschaft gât von brüeder kinden unde von swester kinden.
diu in dem elbogen stânt, daz ist diu ander [erg.
Verwandtschaftsebene]
SpdtL
84,17;
PrBerth
1:312,21
MWB 1 1579,51; Bearbeiter: Diehl
ellenbreit
Adj.
→
elne
stF.
MWB 1 1580,15;
ellende
Adj.
md. auch enlende; häufig subst.
1
‘fremd’
1.1
‘nicht heimisch’ (im Ahd. überwiegend, vgl. AWB 3,256ff.) 1.2
‘fern (einer Sache, Person/ von etw., jmdm.)’
1.3 rechtl. 2
‘armselig, einsam, elend, beklagenswert’ (nicht immer klar von 1 zu scheiden)
1
‘fremd’
1.1
‘nicht heimisch’ (im Ahd. überwiegend, vgl. AWB 3,256ff.):
ouch sprach her nekunde / die sprache uon deme lande, /
her were enelende Ägidius
783;
er endiente vaste / dem ellenden gaste, / der mit sîner
swestr geriten kam UvZLanz
2796;
Parz
382,15;
wâ sint die vriunde mîn, / die durch mîne liebe wellent
ellende sîn, / die suln mit mir rîten in der Hiunen lant? NibB
1282,2;
Domicius habet in versant / in ein ellentez lant, / in eine
iselen, diu heizet Patmos HimmlJer
24;
du woltest sîn ûf erden gast / und ein ellender pilgerîn
KvWLd
1,70.
–
swer Zürich zem zapfen win verkouffet, es si ellender win oder lantwin
StBZürich
58;
StRZürich
240.
– subst.:
daz ih die ellenden nien geherbergote BenedGlB
337,28;
von den ellenden / wolt er den portenære / gerne
vrâgen mære Iw
6234.
– im Ggs. zum Himmlischen ‘diesseitig, irdisch’
unze got sinen sun sande ze den ellenden landen
AvaLJ
139,3;
swer dize ellente leben / umbe daz ewige hat gegeben
HimmlJer
378
1.2
‘fern (einer Sache, Person/ von etw., jmdm.)’
alse lange so wir in dirre werlte birn, so mvͦzen wir
ellende sin von gote Spec
38,1;
ThvASu
136,31;
hôher muot ist her gewesen von uns lange ellende: / wol
uns des, er ist nu wider komen KLD:UvL
34: 2,1;
won sy was ellend des landes und der lút dannen sy geboren was
Stagel
111,22.
– subst. mit vorangestelltem Gen. zum Ausdruck einer Negation:
ich freuden
ellende [Freudloser] , / zem urteillîchem ende
/ beklage ich eine iuch alle Parz
788,1
u.ö.;
der vröuden enlende, / der trôstlôse marke
HvFreibTr
6726;
der gnâden ellende / hât danne den bœsern teil erkorn Greg
24;
WernhMl
11221
1.3
rechtl.:
vnd in welhem gerichte ein mort geschiht, er sey gefreunt oder niht, vnd
der niht clager hat von freunden noch von nimant, daz heisset ein ellender mort
StRBamb
47;
den ellendin eit zuͦ dune UrkMoselQ
170,6
(a. 1338)
(vgl.
ellende
stN.)
2
‘armselig, einsam, elend, beklagenswert’ (nicht immer klar von 1 zu
scheiden):
ein haus vnd ein hofstatt in der ellenten strazz [oder bereits
Name?]
UrkCorp
299,8;
der man ist ellend âne guot, / swaz er kan od swaz er tuot Freid
57,12;
SM:Had
7: 4,6;
EnikWchr
15655;
alsô, lieber mensch, wenne dû von disem ellenden mer diser
armen werlt schaiden muost BdN
182,27;
er wirt gefuͤrt einen gar wilden weg, der gar vinster und
ellent ist Tauler
161,14;
owe und owe, und minem ellenden herzen iemer we, waz han ich
getan Seuse
211,18.
– subst.:
si gaben ez den armen und den ellenden, also Job tet
PrOberalt
159,24
MWB 1 1580,16; Bearbeiter: Diehl
ellende
stN.
md. auch elelende, enelende, enlende,
inelende.
1
‘Fremde, Fremdheit an einem Ort’ (oft im Hinblick auf Herkunft oder Folge von Verbannung) 2 rechtl. ‘Elendeneid’ , der Reinigungseid eines Beklagten ohne genügend
Eideshelfer (vgl.
ellende
Adj., zur Sache DRW 2,1511 und 2 HRG 1,1791-98) 3
‘Unglück, Not’
1
‘Fremde, Fremdheit an einem Ort’ (oft im Hinblick auf Herkunft oder Folge von
Verbannung):
an der stat ellentes mines [interl. zu in loco
peregrinationis mee
]
PsM
118,54;
da heime vnde in ellende Herb
18447;
Wahrh
10;
nû fûre mich mit dir hinnin zû Alexandrîe, daz ich in deme
ellende icht irsterbe PrMd (J)
353,30;
Spec
29,3;
di nu ir lieben sahen / inz inelende gahen Elis
4366;
der sich durch godes ere / [...] / ergap ins enlende
ebd.
4410;
ellende frumt mirz herze kalt Parz
659,19;
ich ne wille daz elelende / buwin immir mere
Roth
2346;
dar nach herzog Chuͦn [Konrad II.]
wart von Payern von kayser Hainreichen vertriben daz er ellend ward und starb in dem
ellend EnikWchr
541,36 ;
swa sich ein gotzhusman verloft in das ellend WeistBa
240
(a. 1344);
daz her si uns zu huteren sende, / wen wir in daz enelende /
dort sullen mit angeste varn Brun
6898.
–
‘Verbannung’
von dem aufgang [der Gestirne]
schreibt Ovidius in dem puch, daz haizzet de Ponto, da er klagt di langen zeit
seines ellendes, do in di roͤmer heten eingesant KvMSph
35,1;
wo ainer um ein totslach von der stat vertailt wiert in daz ellent
StRBrünn
344.
– übertr. ‘Galgen’
hat er der zeichen [Diebszeichen] zwei, man
sendet en in das enelende; das ist an eynen galgen RbMagdeb
341,12.
– mit dem Ggs. zum Paradies ‘Diesseits’
gedenket an des himels wunne / diu dâ iemer wert ân ende; / merket daz der
werlde ellende / unlange wernde fröude gît / unde in swacher fuore lît
LvRegFr
133
u.ö.;
herre, ich wone in eime lande, das heisset ellende, das
ist disú welt Mechth
7: 48,3;
duo er si dere wunnône bestiez ich weiz er si ûz deme
paradîse liez / vile hart âmerende in ditz ellende Gen
501;
Konr
18,46;
AvaLJ
189,3;
Ägidius
1577;
nv hat got verhangt, daz [...] Ortlieb von Steten
chvrtzlichen wart gezvchet von disem ellende [starb]
UrkCorp (WMU)
1866,17;
iedoch wartent si tæglichen, die sæligen, von disem
ellende hintz himel ze dem hiligen Christ PrOberalt
24,28;
PrGeorg
307,1.
– bezogen auf die Hölle:
diu genade ist daz paradise: /
[...] / di anderen cherint / vil vreisliche / in
daz tieffe hellewize. / [...] / daz ist daz ellente
Wahrh
26;
sie han sich gevlizzen / der warheit [...] / und
han vorsuht vil ebene / des armen libes ende / und genez ellende, / dar wir nach
disem libe varn HeslNic
2742
2
rechtl. ‘Elendeneid’, der Reinigungseid eines Beklagten ohne genügend
Eideshelfer (vgl.
ellende
Adj., zur Sache DRW 2,1511 und 2HRG 1,1791-98):
iz enmac nieman weder vmbe totslach oder vmbe wnde oder vmbe decheine schult
dichein ellende geswern UrkCorp (WMU)
2265,29;
ist er ein vremder, so swert er um das ellend StRBrünn
364
3
‘Unglück, Not’
frowe reine, / wandels eine, / süezze, wende / mîn ellende, /
lieber lîp SM:KvL
21: 5,4;
mein clag hat ain ende, / da hin ist mein ellende
HvNstAp
16794;
daz ir icht gebrest in dem ellende ditz libes
PrOberalt
136,29;
man mochte iamer schowen / an deme kindeline / wie is mit quelender pine /
vaste weinte vnde schre / dem vatere was vmmazen we / vmbe ein sulch ellende
Pass I/II
380,34;
die ime [Christus] nu aller
werlichest nach volgent an uswendiger trostloskeit und an worem ellende von innen
und von ussen [...], die koment aller adellichest und
luterlichest dar do das rich [...] funden wirt
Tauler
364,5
MWB 1 1581,5; Bearbeiter: Diehl
ellendec
Adj.
‘fremd, jämmerlich, arm’ (die ältere Hauptbed. ‘fremd, vertrieben’ [vgl.
AWB 3,253] in jüngeren Belegen nur ausnahmsweise noch erkennbar):
1
‘fremd’
2
‘jämmerlich, arm’
1
‘fremd’
konig Foren lachen da began. / er sprach: ‘lant ruwen den ellenden man. / ich
han an sinem libe uß erkorn / und prieff an sinen geberden, / er ist von hoher art
geborn.’ SalMor
195,2;
der guͦte Joseph der sente Marien vridel was, der was ellendich worden durch
sine not und durch sin armuͦte und was cuͦmen zu Nazareth PrLpz
151,23
2
‘jämmerlich, arm’
wer sal sich erbarmen / uber vns vil elendigen armen ThürJungfrSp
B 676;
in der diemuͤtigen einvaltekeit und in dem ellendigen armuͤte
und in der verdrukten smacheit hat mir got sinú wunder erzoͤget
Mechth
3: 1,40;
alsust sprichet der gepineget licham zuͦ der ellendigen sele
ebd.
7: 65,13
u.ö.;
als unser herre denne sicht din ellendig liden, das du das
vertreist und dich do inne tugentlichen haltest Tauler
152,30
MWB 1 1582,10; Bearbeiter: Diehl
ellendecheit
stF.
‘Fremdheit, Verbannung’
in deser werelde ellendicheit Pilgerf
Anh. 6;
unde welches die rede der ellendikeit si [
quae sit ratio peregrationis
]
ThvASu
136,31;
daz wâre wort der êwicheit wirt aleine gesprochen in der einicheit, dâ der
mensche verwüestet und verellendet ist sîn selbes und aller manicvalticheit. dirre
verwüesteten ellendicheit begerte der prophête Eckh
4:482,70;
[diejenigen] , die gote nâchvolgent in armuot und in
ellendicheit ebd.
4:774,74;
Mechth (M)
282
MWB 1 1582,30; Bearbeiter: Diehl
ellendeclich
Adj., Adv.
kontrahiert ellenklich; adv. auch -lîchen.
1
‘fremd, verbannt’
2 adv. ‘jämmerlich, bedauernswert’
1
‘fremd, verbannt’
daz dirre lande ein fremde man, / [...] / mich dâ von
wil vertrîben. / mîn ellendeclich belîben, / [...] / daz
sol mîn volc mit triuwen clagen UvEtzAlex
15850
2
adv. ‘jämmerlich, bedauernswert’
ob du alsô erstirbest / und ellendiclich vertirbest UvEtzAlex
6420;
Hierusalem, dir sÿ gesait / das du wirst uff die erd gelait / und ellentklich
zerstoͤret gar / von diner grimmen vient schar KvHelmsd
931;
der tiufel. so der dc sihet dc diu sele also wiselôse und also ellentclichen
gât PrSchw
2,61;
do er in einem froͤmden convent vil ellendeklich ze bet gelag
und dez nahtes von noͤten des grimmen siechtagen nit mohte schlafen
Seuse
69,4;
so wirt min sele also vinster [...]
unde min herze also kalt, das ich ellendeklich muͦs weinen und jemerlich klagen
Mechth
5: 33,8.
–
‘schrecklich’
dem frumptte der gaste sur / ainen all sölichen stich /
mitt sinen kreften ellenklich / daz er nach gevallen was / nider uff daz grünne
gras GTroj
5086
MWB 1 1582,40; Bearbeiter: Diehl |