einwillec
Adj.
‘gleichen Willens’
ein sôgetân mensche ist sô einwillic mit gote, daz er allez
daz wil, daz got wil und in der wîse, sô ez got wil Eckh
5: 22,5
MWB 1 1558,48; Bearbeiter: Diehl
einwirte
stN.
→
einwort
MWB 1 1558,52;
einwonære
stM.
‘jmd., der allein wohnt’ (vgl.
einsezzen
):
wan ez sprichet Hylarius in dem vierden capitele ‘von der
driveltikeit’: ‘uns ist niht zeveriehen, daz got ein einwoner si noch gemessen si’ [
nobis neque solitarius, neque diversus deus est confitentus (in der
Vorlage dimensus?, vgl. Anm. z. St.)]
ThvASu
316,5
MWB 1 1558,53;
einwonende
Part.-Adj.
‘allein wohnend’
unde da von sprichet Ambrosius in dem beginne ‘von der
driveltikeit’: ‘[...] ez [das Wesen
Gottes] ist ane underscheit.’ ouch ist ze vermiden der name dez
einwonenden, daz iht angenomen werde die geselleschafte der drier personen [
vitandum est etiam nomen solitarii, ne tollatur consortium trium
personarum
]
ThvASu
316,3
MWB 1 1559,1; Bearbeiter: Diehl
einworhte
stN.
→
einwort
MWB 1 1559,9;
einwort, einwürte
stN.
auch einwirte, einworchte; nur im hess.-thür. Raum belegt.
‘rechtsverbindliche Einigung’ (oft im Zusammenhang mit Feld- und Waldfrevel,
vgl. einunge und Bech, Vilmar, S. 5f.):
[ich beeide,] daz ich der stat eynwort besßirn unde
vordern wolle StRHeiligenst
105;
die panth [Pfand(gebühren)] suͦllin wir halp
verdrinkin unnd daz andere halbe deil sal nemen eyn pleger zuͦ Sibuͦldesdorph, dar
nach daz dan unsir einworte stet UrkDOHess
2:451,21
(a. 1335).
– überw. ‘Strafe, Buße’ für die Übertretung der Einigung:
abir von der willikure gizugit min diz einworchte ubir on
Mühlh
102,8;
unde dazu heit daz phert vurworcht zu rechti an einwurti alsi
manigin phenninc, alsi iz manigin vuz heit ebd.
156,23
u.ö.;
wer da worde gerogit, queme he nit unde sunthe sine eynwirte nit, so suldin
unsir [...] ammitlude [...] den
brodirn helfin um ir einwirte UrkDOHess
2:489,28
(a. 1340)
u.ö.
MWB 1 1559,10; Bearbeiter: Diehl
einworten
swV.
‘jmdn. zur Einigung bringen bezüglich einer Sache’
wer abir, daz wir unszer vorgenante vettirn und swegir des vorgenant geldes
und schult nicht inewortin UrkArnst
93
(a. 1350)
MWB 1 1559,29; Bearbeiter: Diehl
einwürte
stN.
→
einwort
MWB 1 1559,33;
einzec
Adj.
‘einzig, einzeln, allein’
1 attr. 2 oft in präp. Verbindungen mit bî, ze , teilw. zu beinzec,
zeinzec kontrahiert 3 phras. (?)
~ wërden
‘einig werden’
1
attr.:
dise minne wehset von einziger gedechtnuzze der guͦtât, di got getuͦt
[...] dem menschen MvHeilFr
13;
sine ewikeit, die enkein fúr noch dekein nach enhat denne
ein engegenwúrtig besitzen in eime einzigen nu sich selber und alle ding in eime,
und das unwandelberlichen Tauler
249,13;
die fumfe und die zweinzik [...] / aller sunder
einzic [jeder für sich allein] waren si mit tjoste da gen
im geraten JTit
5368,2.
– kontrahiert mit bî (vgl. 2.):
daz was, dô man zalte hie / zwelf hundert jâr sît Krists
geburt / und daz man beinziger jâre spurt / einz und sibenzic darnâch
Ottok
11545
2
oft in präp. Verbindungen mit bî, ze, teilw. zu beinzec,
zeinzec kontrahiert:
sînen [zerbrochenen] chruoc / bî einzigen schirben
[Scherbe für Scherbe] ûf lesen KvFuss
2627.
– als adv. Best.:
naͤm er uns nicht pey aintzig ab Teichn
42,95;
der herzog frâgte sunderlich / beinzigen und heimelich,
/ wer die besten wæren dâ gewesen Ottok
62449;
beinzigen und besundert ebd.
97520;
wer der ist, der die vorgenanten zwelif ieuchart achers in nuz vnd in
gewer hat, ze ainzigen, oder mit einander, der sol alle iar dienen
[...] zwen phenning UrkKlostern
1,181
(a. 1321);
daz an dem krûz di
hangêre [Hängenden] / zû ênzigen und
wîlen [jeder für sich und eine Zeit lang] , /
gemechlich, sunder îlen / abe nâmen an der kraft JvFrst
10165;
zeinzigen si dar giengen KvHeimUrst
244.
– adv. mit Ersparung von bî oder ze:
eintzingen oder samenthaft UrkRapp
462,19
(a. 1348)
3
phras. (?)
~ wërden
‘einig werden’
di wurden des gar einzic, daz da heizet helm und schilde brechen JTit
4265,2
MWB 1 1559,34; Bearbeiter: Diehl
einzecheit
stF.
‘Einzigartigkeit’
got ist zu der sel kumen / in dem virden grad / als oft mit seiner gnod, /
[...] / piß der andoht ain sicherheit [La.
ain czichait
] / wirt naturlich gewonheit MvHeilGr
1205
MWB 1 1560,3; Bearbeiter: Diehl
einzeclich
Adj., Adv.
auch ênzeclich.
1 Adj. ‘einzig’
2 Adv. ‘nur’
1
Adj. ‘einzig’
daz die selben schar / erstûnden genzlich und verwâr, / nicht
in twalmes schîne / sunder in rechtem rîme / ênziclicher wârheit
JvFrst
10381;
uns ist nicht erloublich, / îmant zû tôten ênziclich
[auch nur einen Einzigen]
ebd.
6066
u.ö.
2
Adv. ‘nur’
[eine der Mäuse] sölt der katzen henken an / ein
schallen, die si sölte hân / und tragen, einzeklîch dur daz, / daz si sich möchtin
deste baz / gehüeten Boner
70,29
MWB 1 1560,8; Bearbeiter: Diehl
einzehte(n)
Adv.
‘einzeln’
swaer obez her fueret ane
stuͤbche [Packfass] , der sol daz verkaufen bi dem
metzen, [...]; unde swelh gast ir niht samptkaufes
verkaufen mak, der sol daz obez einzaehtin verkauffen StRAugsb
131,24;
siben staffeln, [...], vnd weler mensche si alle
sibene einzehte vfget, der kvmet ŏch zuͦ sime [Gottes]
nehesten MerswZM
56,7
MWB 1 1560,18; Bearbeiter: Diehl
einzel
Adj.
adv. einzeln, enzelen, enzeln.
‘einzeln’
der [gejagte Bär] richet einzele
schaden, / unz er mit schaden wirt beladen Tr
285;
swaz er ir benante, / die quamen mit einzeln scharen
Herb
3699;
sie quamen einzelen zv gekart, / biz ir ein grozze schar wart
ebd.
9546;
ich wunsche daz des gezeme, / min blut niht enzelen queme / zu irme blute
gegozzen, / dan daz ez queme geschozzen / zumale mit einander dar / zu irme blute
allez gar Macc
11796;
nicht daz wir uns an venien / enzeln oder mit menien / an
gebete durfen nuwen HeslApk
22290.
– oft verstärkt durch al-:
bie zwein, bi drin, bi vieren, / al einzeln
Herb
12361;
sî begundin nâhin / alenziln hin zu der burc NvJer
12633;
glich edeln steinen turen / al entzelen in die muren
HeslApk
6302;
Pass I/II
317,93
MWB 1 1560,26; Bearbeiter: Diehl
einzelec
Adj.
‘einzeln’
daz di [...] ecker und wisen niͤt zertelit sollen
werden under mine nachkomen, si sollen an aͤinen einzeligen vallen
UrkNeckartal
170
(a. 1330)
MWB 1 1560,42; Bearbeiter: Diehl
einzelëht
Adj.
‘einzeln’
di brâ werdent ir eizelacht vil chlein vnd di ougin blutvar Barth
(H)
469
MWB 1 1560,46; Bearbeiter: Diehl
einzelinc
Adj.
auch ênzelinc, adv. einzelingen.
‘einzeln’
wenne sie mit einzelinger schare / furen alle do dare
Herb
4319;
si intfîngen ênczelinge pfenninge EvBeh
Mt 20,9;
Tr
19438;
Erlös
2297.
–
ez [ein geslehte
] wer sich mit einander sîn [gegen einen herren
] , swenn erz beginne drücken: / wil ez sich einzelingen under sîne
füeze smücken, / sô wirt ez in stücken / zejungest gar von im verhert
KvWLd
32,133
MWB 1 1560,48; Bearbeiter: Diehl
einzellich
Adj., Adv.
auch ênzellich, adv. auch -lîchen.
‘einzeln’
einzlichen [
singulariter
] bin ih unze ih si ubergen PsWindb
140,10;
ebrietas: trunchenheit div einzelich geschit SiebenTodsünden I
365;
der jaspis [...] / luttert der
ougen gesicht, / swer in an einzelichen siet HeslApk
21395;
iz wêr zu hô, zu breit, zu lanc / [...] / ênzillîch
zu tichtene, / [...] / wî hêrlîch und wî rittirlîch / der
meistir und dî brûdre sîn NvJer
5868
MWB 1 1560,57; Bearbeiter: Diehl
einzeln
Adv.
→
einzel
Adj.
MWB 1 1561,1;
einzen
Adv.
→
einez
Adj.
MWB 1 1561,2;
einzigen
Adv.
→
einzec
Adj.
MWB 1 1561,3;
einz|wagen
stM.
‘Einspänner, Wagen mit einem einzelnen Zugtier’ (meist in Abgrenzung zum
mehrspännigen
dîhselwagen
, s.a.
öwenzwagen
):
swelch wagen vuert getraide [...], ist daz ers in der
stat wil verchaufen, so gibt der einczwagen czwen phenning und der deichselwagen
vier phenning StRBrünn
373;
swaz danne ander wægen abget gen Wienen [...], der
geit von der deichsel swaz si treit wenich oder vil lx phenning
[...], der æntzwagen [...]
geit xxx UrbBayS
4,51
u.ö.
MWB 1 1561,4; Bearbeiter: Diehl
eisære
stM.
→
neisære
MWB 1 1561,14;
eisbærec
Adj.
‘erschreckend’
ander eispariger beschovvnge der freisliken antluze EngelbGeb
104
MWB 1 1561,15; Bearbeiter: Diehl
eisch
Adj.
auch eis.
‘hässlich, scheußlich’ (noch nd. belegt, vgl. z.B. NdsWB 3,870f.):
her Nabuchodonosor / bedutet uns den eisen / voit
[Vogt] in der helle vreisen Daniel
1665;
Lucifer der aysch / rieff mit großer freysch Luzifer
2,21
MWB 1 1561,17; Bearbeiter: Diehl
eisch
stM.
‘gerichtliche Untersuchung’
quicumque vult ius ostensionis habere quod vulgo dicitur weisung vel
inquisitionem habere, quod vulgo dicitur aische, iurare debet, quod sine dolo vel
fraude fiant UrkWittelsb
1,86
(a. 1244)
u.ö.
–
‘Klageanspruch’
ist aver daz ein gast zuo der stat chumt und ist im sein gelter tôt, er mag
wol seiner hausfrawen fur gepieten [...]. sprechent di, si
wizzen um daz gelt nicht, sô sol im dhain aysche ertailt werden RbRupr
228.
–
‘Frist zur Leistung einer Forderung’
ez schullen alle wittiben aysch haben nach irs mans tod vmb wew mans
anspricht. hat si aber selben icht gelobt [...], da mag si
nicht aysch vmb haben SteiermLdr
93;
soll man aisch haben nach lebentigen erben das verzewht ein burger wol drey
xiiii tag StRRegensb
37
MWB 1 1561,22; Bearbeiter: Diehl |