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ABCDEF s.VGHIJKL
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e – ëbenbürtecheit
ëbendol – ëbenguot
ëbenheilec (?) – ebenisch
ëbenjunc – ëbenmenden
ëbenmensche – ëbenstrenge
ëbensuoʒe – ëbenwette
ëbenwîch – êbrëchærinne
êbrëchec – eckerich
eckerlîn – edelkeit
edelkint – effede
effelîn – ege|sam
eges|bærec – êhaftec, ehtec
êhafteclîche – ehten
ehter – eichermel
eichgrabe – eidigen
eierære – eigenerge
eigengeborn – eigenschaft
eigenschaftlich – einbærkeit
einbærunge – einent
einenthalp, einenthalben – einhalp, einhalben
einhël – einlift
einlifthalp – einöuge
einöugec – einstirn
einstrîtec – einvach
einvalt – einworhte
einwort, einwürte – eischtac
eischunge – eiterbluome
eiterbrâme – eitertrache
eitervar – êkonvrouwe
ekub – elfenbein
elfenbeinîn – ellendeclich
ellenden – elmëʒ
elne, elle – emb-
ember – emʒlîche
en – enbicobe
enbieten – enbore
enbœrec – ende
endeblat – endeschaft
endeslac – enein hëllen
enein komen – engegenen
engegengân – engelkeiserinne
engelkôr – engelvürste
engelwësen – englîmen
englimmen – enhundert
enîdrus – enklieben
enklœʒen – enmitten
enmittenzwei – enphrüenden
enphüelen – ensîten
enslîbe (?) – ent-
ent|ænegen – enthalben
enthalt – enthitzen
enthiuten – entlegen
entlêhenen – entliutern
entlocken – en|toben (?)
ent|ordenen – ent|rigeln
ent|rîhen – entsagen
entsagunge – entschîben
entschicken – entsebelich
entseben – entslîchen
entsliefen – entspitzen
entsprëchen – entsüenen
entsunkenheit – entvëlhen
entvëlhigen – entvliehen
entvlieʒen – entwachen
entwâfenen – en|twelmen
en|tweln – entwësenen
entwëten – envalten
envar – ênzeclich
enzeichenen – enzückunge
enzündærinne – ephichwurz
ephimera – erargen
erarmen – erbarmen
erbarmhërze – erbeclîche
erbedienest – erbe|insigel
1erbeiten – erbelôsunge
erbeman – erbeschilt
erbeschrîn – erbeveste
erbevîent – erbieten
erbietunge – erblœʒen
erblüejen – erbrogen
erbrüeten – ërden-, ërtmëʒʒer
ërden-, ërtvruht – erdiuten
erdoln – êregîtec
êregîtikeit – êrenhüetære
êrenhüge – êrenvest
êrenvrëch – ergëben
ergëbenheit – ergetzen
ergëtzen – erglitzen
erglîʒen – ergrisgramen
ergriulen – erharn
erharten – erhogen
erhœhen – eringrieʒ
erinnern – erkennelich
erkennen – erklepfen
erklîben – erkræjen
erkrallen – erkuolen
erkuolunge – erlegen
erlêhenen – êrlich
erlîden – ér|lôn
erlônen – erlusten
erlustigen – ermelzipf
ermen – ernacken
ernaʒʒen – ërnesthaftic
ërnesthafticheit – erqueln
erqueschen – errîhen
erringen – erscheinunge
erschellen – erschrîben
erschricken – ersîhen
ersiht – ersnellen
ersnîden – erstandunge
erstarken – erstieben
erstîgen – ersuochære
ersuochærinne – ërtbærec
ërtber – ërtgerüste
ërtgruft – ertougen
ertouwen – ertücken
ertumben – ervære
ervâren – erviselunge
erviuhten – ervreisen
ervriesen – erwahsen
erwæjen – erwëgen
erwëgen – erwermen
erwern – erwîtern
erwîʒen – erzeigen
erzeigunge – erziugen
erziugunge – eschenbürnen
ê|schillinc – esellîp
eselmære – esser
estel, estelîn – ëtevil
ëtewâ – etzweide
etzwise – êwelich
ê|wëlten – ê|wise
ê|worhte – ëʒʒesac
ëʒʒic – eʒʒisch|türlîn

   eges|lich, eislich - êhalte    


eges|lich, eislich Adj., Adv. auch eiges- ( Mechth ) und eist- ( Lanc ), adv. auch -lîchen (vgl. egelich ). ‘schrecklich, furchterregend’ nu habet ir vernomen, wie egeslich urtêile uber ivch getan ist Spec 41,17; Iw 450; von grôzer übermüete muget ir hœren sagen, / und von eislîcher râche NibB 1003,2; zwúschent dem túfel und siner brut, der verdampneten sele, sint alle ding eigesclich und also grúwelich Mechth 3: 11,4. – adv.: vil schiere sach der küene man / den ungevüegen wurm Pfetân / vor im eislîche gên Wig 5014; sein laüd was unmassen groß, / das eß aysleichen erschall / in der stat uberall HvNstAp 19110; nochdann was er im lib sere geqwetscht, als es kein wunder was: er was ein groß ritter und schwere und was eistlich gevallen Lanc 484,24

MWB 1 1500,5; Bearbeiter: Diehl

eges|ôt stFM. ‘Schrecken, Furcht’ gotes muͦter [...] lose mik fon aller der forkte unde der egesode Sathane̜ EngelbGeb 95; MuriGeb 593

MWB 1 1500,21; Bearbeiter: Diehl

egesprochen Adj. ‘oben genannt’ gesche aber daz, daz ymant die egenanten vrawen [...] an der egesprochen wisen ansprech UrkMähren 8:2 (a. 1350)

MWB 1 1500,24; Bearbeiter: Diehl

êgëster Adv. auch egesteren(t) ( SummHeinr ). ‘vorgestern’ perendie: ubermorgene vel egesteren SummHeinr 2:69,44; nudius tercius nunc die tercio id est egesterent ebd. 2:381,97; si enweiz von gester noch êgester, von morne noch von übermorne, wan ez ist in der êwicheit weder gestern noch morne, dâ ist ein gegenwertigez nû Eckh 1:183,1 u.ö.; ich wonde uch eegestern so vil han geseit das irs nicht me bedorfftet Lanc 536,33. 239,30

MWB 1 1500,28; Bearbeiterin: Baumgarte

eges|var Adj. ‘furchterregend, schrecklich aussehend’ ez [das Wasser im Sturm] waz so rehte eigis var / daz mir beguͦnde grusen MinneR 410 6

MWB 1 1500,37; Bearbeiter: Diehl

êgeverte swM. ‘Ehepartner’ (Mann oder Frau): die sêlen si wol ernerten, / die lieben êgeverten, / nâch disem kranken lîbe Frauentrost 622

MWB 1 1500,40; Bearbeiterin: Baumgarte

ege|wîs Adv. ‘schrecklich, furchtbar’ hier in der Verbindung jmdm. ~ ligen ‘schrecklich auf jmdm. lasten’ aber in den jungern syn [Christi] / leit ein ander leye pyn: / als trubnis und slafernis [Schläfrigkeit] , / di én lagen agewis TvKulm 3930

MWB 1 1500,43; Bearbeiter: Diehl

egge stswF.stN. ecke

MWB 1 1500,48;

eggewëc stM. Bed. unklar (möglicherweise zu egen ‘eggen’ als Bezeichnung einer bestimmten Art von Weg in einer Feldmark; auch eine Anbindung an ecke 3 ist möglich): matten vnd aker an dem anewender [Pflugwende, vgl. anewendære ] an dem eggewege UrkCorp (WMU) 1852,42; als der eggeweg obenan hin gat UrkWürtt 8,*371 (a. 1283)

MWB 1 1500,49; Bearbeiterin: Baumgarte

egilope Subst. Geschwür im Augenwinkel: swer hat egylopas, egylope ist ein suche, in dez ougen winkele weschet ein vleisch Macer 39,15. 61,7

MWB 1 1500,57; Bearbeiterin: Baumgarte

Egiptenlant stN. auch egipti- oder egiptelant. ‘Ägypten’ (überw. in bibl. Erzählungen): dô si in [Josef] zuo Egyptelande brâhten Gen 1839; VAlex 1183; Spec 23,27; der kuniginne von Egypti lande unt Antonius her was michil grôzir denne des kunigis von Rôme PrMd (J) 353,2; Gen 1095; Cathapleba ist ain tier, daz wont pei dem wazzer, daz Nilus haizt, in Egiptenlant BdN 131,24; AvaLJ 35,2; RvEBarl 10416

MWB 1 1500,60; Bearbeiterin: Baumgarte

Egiptier stM. (Pl.) ‘Ägypter’ aber in der zeit lauf fuorten in [den balsempaum ] Egypcier auf daz velt ze Babiloni BdN 358,23. 358,25; Egiptii die weisen läut, die vil weishait funden habent ebd. 27,16

MWB 1 1501,5; Bearbeiterin: Baumgarte

egiptisch Adj. ‘ägyptisch’ ûf zehen esil er luot vile manigslahte guot / des egiptisken rîchtuomes Gen 2484; div lôsunge des egiptiischin dienistis, daz ist wîzzinlich allin den, die div buͦche chunnin Spec 72,26; VEzzo 324

MWB 1 1501,10; Bearbeiterin: Baumgarte

egle swSubst. ‘Barsch’ (?) (vgl. SchweizId 1,144 s.v. Egli): es truͦg vf sinem ruggen / ain ertzpriester eglen vail LügenrM 70

MWB 1 1501,15; Bearbeiterin: Baumgarte

êgrabe swM. ‘vorgeschriebener, vertragsgemäß angelegter Abwassergraben, Grenzgraben’ die egraben, die vor verbotten würden, sol nieman wider machen StRZürich 224; daz div tole [Abzugsgraben] alde der êgrabe von den zewain hûsern [...] offen sol sin UrkCorp (WMU) 2209,28

MWB 1 1501,18; Bearbeiterin: Baumgarte

êgruobe stswF. ‘vorgeschriebene, vertragsgemäß angelegte Abwasser-, Sickergrube’ das das hus [...], in swes hant es iemer kumet, sin ê gruobe haben sol vnschedeliche UrkCorp 3053,15; ein weg [...] zer ê grvoben UrkCorp (WMU) 1459,6

MWB 1 1501,24; Bearbeiterin: Baumgarte

egunge stF. ‘das Eggen’ occatio: egunga vel brachunga SummHeinr 2:88,23. 1:232,463

MWB 1 1501,29; Bearbeiterin: Baumgarte

êhaft, eht Adj. auch eehaft, eapht; Rechtswort (vgl. 2HRG 1,1177f. und 1,1191, sowie ausführlich in WMU 1,419f. und DRW 2,1221-1223). 1 ‘rechtsgültig, rechtmäßig, rechtlich begründbar, rechtlich anerkannt’
1.1 meist in der Wendung ~ nôt ‘gesetzlich anerkannte Notsituation’ , die eine Ausnahme vom sonst geltenden Recht gestattet
1.2 ~ (oder êrbære) sache ‘Sachverhalt, der als rechtmäßiger Grund anerkannt ist’
2 ‘dem Recht entsprechend, rechtlich vorgeschrieben’
2.1 ~ kampf ‘Gerichtskampf’
2.2 ~ (tage-)  dinc/ teidinc ‘ungebotene (Gerichts-)Versammlung, die regelmäßig zu bestimmten Zeiten stattfindet und zu der die Dingpflichtigen deshalb nicht extra geladen werden müssen’ (vgl. dinc 1.1.1.1 )
3 ‘rechtskräftig’
4 Subst. zur nd. Bedeutung ‘ehelich’
   1 ‘rechtsgültig, rechtmäßig, rechtlich begründbar, rechtlich anerkannt’    1.1 meist in der Wendung ~ nôt ‘gesetzlich anerkannte Notsituation’, die eine Ausnahme vom sonst geltenden Recht gestattet: swer deme andrin icht geheiz [wer einem anderen gegenüber eine Verpflichtung einging] / daz her dat war liet / iz ne beneme ime der tot / oder ehast [l. ehaft ] not Roth 4926; ouch swuor er [Iwein gegenüber Laudine] , [...], / er kæme wider, möhter, ê, / esn latzte in êhaftiu nôt, / siechtuom vancnüsse ode der tôt Iw 2933; Tr 8201; twinget in [den Ehemann] aver êhafte nôt, er wirt ez [das Vermögen seiner Frau] wol âne mit rehte SpdtL 97,25; das ich [...] durch rechter ehafter not willen verkauft han [...] meins rechten freyen aigens zwo hofstet UrkEnns 6,531 (a. 1345). – i.d.R. in Bezug auf eine Verhinderung, vor Gericht erscheinen zu können: vier sache sint die êhafte nôt heizent: daz ist vancnüsse unde siechtuom unde gotes dienst ûz dem lande unde herren nôt SSpAug 192,10; hi vindit min vir eapht not [mit genauen Erläuterungen] Mühlh 149,5 u.ö.; SpdtL 192,10. 192,18 u.ö.; StRAugsb 167,11; Iw 6042. – übertr. auf Ausnahmen von anderen Regeln und Bräuchen: durch ehafte not mac man si [die Medikamente] geben bi dem tage fur di uallende sucht SalArz 102,12; zwelff gruben hieß er beraitten, / da wurden gar ein getragen / di auff dem velde wurden erslagen. / das was eehafte nott: / [...] / der gestanck war da so groß gewesen / das wenig yemand war genesen HvNstAp 3978    1.2 ~ (oder êrbære) sache ‘Sachverhalt, der als rechtmäßiger Grund anerkannt ist’ ob ein person waffen faustet oder zucket ân ehaft sach, der sol gepeinigt vnd gestraft werden StatTrient 127; vnd muegent die sehsse wol daz zil lengen [hinausschieben] / ob si sehent [...] / daz ehaft oder erbær sache / den pischolf / oder den hertzogen irrent UrkCorp 787,32 u.ö.    2 ‘dem Recht entsprechend, rechtlich vorgeschrieben’ elliu burcreht diu in den ehaften zol niht hoerent, daz sin huser, garten, baumgarten StRAugsb 181,12; swo ein lantstrazz oder ein ehafter wagenweck durch ein velt oder neben einem veld get OberBairLdr 141    2.1 ~ kampf ‘Gerichtskampf’ so biuͦtit iene man sine vnschult, daz ist ein eit [...] vnd ein echt kamph, ob her in zvͦ rechte gegruͦzet hat UrkCorp (WMU) 51,25; SSp 54,21    2.2 ~ (tage-)  dinc/ teidinc ‘ungebotene (Gerichts-)Versammlung, die regelmäßig zu bestimmten Zeiten stattfindet und zu der die Dingpflichtigen deshalb nicht extra geladen werden müssen’ (vgl. dinc 1.1.1.1): daz si deheinen des gotshavses man niht betwingen noch gebiͤten ze choͤmen vͦf dehein ehaft taidinch noch vͦf dehein besvnder taidinch UrkCorp (WMU) 2087,6. 51,5 u.ö.    3 ‘rechtskräftig’ vnd wart div gabe vnd daz opher volle brath mit gelerthen worten, div so creftinch sint vnd so ehaft vnd als endelich, das sie nach gaisselichem vnd nach welteclichem reht socdán gabe vnd socdan ophér volle bringen mugen UrkCorp 1624,30    4 Subst. zur nd. Bedeutung ‘ehelich’ in suͤsser anschowunge lassen si [die witwen ] sich begnuͤgen uf das hoͤhste, so si das muͤssent ansehen, wie sich das lamp zuͦ den megden fuͤget. die ehte soͤllent das oͮch minnenklich ansehen Mechth 3: 1,133 (vgl. Anm.z.St. und zu 1: 22,67 )

MWB 1 1501,31; Bearbeiterin: Baumgarte

êhafte stswF. auch eehäffty. Vgl. 2HRG 1,1191, DRW 1,1223f. und WMU 1,420f.. 1 ‘Ehhafte, Gerechtsame’ i.d.R. Nutzungsrechte (meist für die natürlichen Vorkommen wie z.B. Ackerland, Wasser, Weide, Wald), (Vor)rechte und Pflichten, die auf ein bestimmtes Gebiet, ein Dorf, einen Hof o.Ä. bezogen sind, und ihr Gültigkeitsbereich
2 Sammlung der örtlichen Satzungen, Rechte und Pflichten, sowie auch deren einzelne Bestimmungen
   1 ‘Ehhafte, Gerechtsame’ i.d.R. Nutzungsrechte (meist für die natürlichen Vorkommen wie z.B. Ackerland, Wasser, Weide, Wald), (Vor)rechte und Pflichten, die auf ein bestimmtes Gebiet, ein Dorf, einen Hof o.Ä. bezogen sind, und ihr Gültigkeitsbereich: item eehäffty des hoffs zu Buchs die gat vntz an den Wirtz zu Bolatingen, vnd sond ir vich trinken zu Bongarten in dem brunnen, vnd gat vntz in dem múlibach zu Fünstetten wunn [Ertrag] vnd weid, vnd sond vnser schwin gan in ir holtz wenn sy äckerit [Bucheckern und Eicheln zur Waldmast] hand WeistGr 1,815 (o.J.); StRBern 1:6,3; das siv [...] disen vorgenanten acker vnd weg ze rechter ehafti mit allen rehten han vnd niessen sv́ln UrkCorp (WMU) 1554,32; wære aber der abeganch an guͤtern oder an hoͤven, da getwinge, ban vnd ander ehafti zuͦhorti ebd. 2021,16. – bei Eigentumsübertragungen in der Formel mit aller ~ : [wir] habin im siv [die Güter] geben mit allem dem rehte alse wir siv haton in vnser aigenlichen gewer, mit holze vnd mit velde, mit wasen [Wiesen] vnd mit zwige, gesvochiz vnd vngesvochez mit aller ehafti UrkCorp 239,22; vnd geben daz vorgenant hus mit aller ehafti, [...], dem appete vnd dem convent ebd. N370,31 u.ö.; hierher oder ‘unter Wahrung aller entsprechenden Vorschriften, der Rechtsform genügend’ (?): das [...] her Peter Senftli und vro Gerdrut [...] offenlich vor únserm gerichte vrilich gaben mit aller ehafti und mit gemachten worten und geberden alles ir guͦt [...]dem gotshuse von Wettingen UrkBasel 2:395,7 (a. 1290)    2 Sammlung der örtlichen Satzungen, Rechte und Pflichten, sowie auch deren einzelne Bestimmungen: hie hebent sich an die ehaftin unde elliu diu reht als si disiu stat ze Auspurch von ir herschefte mit rehte unde mit guͤter gewonheit herbraht hat StRAugsb 2,3; unde swaz diu stat rehtes hat gen dem burggrafen, daz vindet man da vorn in der ehaeftin ebd. 194,12

MWB 1 1502,36; Bearbeiterin: Baumgarte

êhaftec, ehtec Adj. 1 ‘rechtsgültig, rechtmäßig, rechtlich begründbar, rechtlich anerkannt’
2 ‘dem Recht entsprechend’ (vgl. êhaft 2 )
2.1 ‘vorschriftsmäßig, vorgeschrieben’
2.2 ‘rechtskräftig, rechtsgültig’
2.3 ‘rechtmäßig, bevollmächtigt’
2.4 ‘in den Bereich der Rechtssprechung fallend’
2.5 übertr. ‘mit den Geboten des christlichen Glaubens in Einklang ’
   1 ‘rechtsgültig, rechtmäßig, rechtlich begründbar, rechtlich anerkannt’ in den Wendungen ~ nôt/ sache ‘gesetzlich anerkannte Notsituation’, die eine Ausnahme vom sonst geltenden Recht gestattet (vgl. êhaft 1; weitere Belege DRW 2,1227f., WMU 1,421): er ensol oh weder huͤser noh eigen noh enhein ander guͦt virkofen noh virsezzen ân unsirs conventen willen und âne êhaftige not sins libez UrkBasel 2:164,7 (a. 1280); ist daz, daz uns ehaftigú not von armuͦt wegen, [...], angienge, [...], so múgen wir beidú old unser einez von deshin den wingarten und boͮngarten angrifen und verkoͮfen UrkBern 5,620 (a. 1328); WeistGr 1,31 (a. 1347). beschehe aber daz, daz uns irte ehaftige sache, das sun wir die burger lasen wissen mit unserm boten UrkBern 3,588 (a. 1294); UrkCorp (WMU) 1993,26    2 ‘dem Recht entsprechend’ (vgl. êhaft 2)    2.1 ‘vorschriftsmäßig, vorgeschrieben’ ist oͧch, das sie dekein ehaftigen bu dar an leiten mit unser wissende, den sullen wir, [...], in abe toͧn UrkBasel 3:195,39 (a. 1297); wann da ein rechte ehehaftige hofstadt ist UrkFürstenb 5,357 (a. 1322 kopial). ~ tagedinc (vgl. êhaft 2.2): daz die rihter drev ehaftigev taidinch svllen haben in dem jar UrkCorp (WMU) 3305,2    2.2 ‘rechtskräftig, rechtsgültig’ daz disiv sazzunge vnd disiv richtunge mit disen ehaftigen vorgenanden gedingen war si vnd stete belibe UrkCorp (WMU) 3054,16    2.3 ‘rechtmäßig, bevollmächtigt’ so sol man im alde sinime ehaftigen ammanne den win bieten UrkCorp (WMU) 1453ABC, 30,31,44    2.4 ‘in den Bereich der Rechtssprechung fallend’ gesche ouch eyn totslag addir echtige wunden StRHeiligenst 27    2.5 übertr. ‘mit den Geboten des christlichen Glaubens in Einklang ’ got wil dir eine wîle sparn / des lîbes leben, ein kurzez zît, / daz dîn êhaftiger strît / den lôn neme von gotes hant / ze rehte RvEBarl 15532

MWB 1 1503,13; Bearbeiterin: Baumgarte

êhafteclîche Adv. ‘rechtsgültig, rechtmäßig’ swer nahtes mit messern oder mit andern waffen gat [...], von deme sol man rihten, ern mvge sich denne rehte vnd eheftecliche entreden UrkCorp (WMU) N238AB,6

MWB 1 1503,51; Bearbeiterin: Baumgarte

êhaftege stF. 1 ‘Ehhafte, Gerechtsame’ (vgl. êhafte 1 , vgl. WMU 1,421 und DRW 2,1228) i.d.R. Nutzungsrechte (z.B. für Ackerland, Wasser, Weide, Wald) und ihr Gültigkeitsbereich
2 ‘Rechtskraft’
   1 ‘Ehhafte, Gerechtsame’ (vgl. êhafte 1, vgl. WMU 1,421 und DRW 2,1228) i.d.R. Nutzungsrechte (z.B. für Ackerland, Wasser, Weide, Wald) und ihr Gültigkeitsbereich: der selbv Vͦlrich old sin erbvn [...], die svn han ehefigi holtzes vnd veldes, wazzerz vnd weidv UrkCorp (WMU) 1843,19. 3243,10; UrkBern 5,335 (a. 1323); possessiones [...] cum omni utilitate sive usagiis que ehehaftigi dicuntur ebd. 3,485 (a. 1290). – bei Eigentumsübertragungen in der Formel mit aller ~ : unsern teil der vogteie ze Wirnelingin vnde swaz dar zvͦ horet mit allem nvze vnde mit aller eheftige vnde mit allem rechte UrkCorp (WMU) 553,21. 2915,26; UrkBern 3,192 (a. 1272 kopial)    2 ‘Rechtskraft’ das der selbe kouf volle kraft und êheftige hette UrkBasel 4:26,4 (a. 1314)

MWB 1 1503,56; Bearbeiterin: Baumgarte

êhaften swV. ‘etw. (eine Stadt) mit Rechten versehen’ wir [...] verjehen offenbar an disem brief, daz wir [...] ehaften und frigen von unserm cheyserlichen gewalt [...] die stat ze Chanelstatt, also daz si alle diu reht, ere und guͦt gewonheit haben suͤlle und muͤge als unser und dez richs stat ze Esselingen MGHConst 6,1:739,19 (a. 1330); daz wir [...] die stat ze G. geehaft und gefreyt haben DRW 2,1227 (TrierZ.; a. 1330)

MWB 1 1504,8; Bearbeiterin: Baumgarte

êhaftlîche Adv. ‘rechtmäßig’ (vorschriftsmäßig, formal korrekt ? vgl. êhafte 1): das dú gift also redelich vnd ehaftlich beschehen were UrkCorp (WMU) 1337AB,34,33

MWB 1 1504,17; Bearbeiterin: Baumgarte

êhalte swM. (vereinzelt st. StRAugsb 244,24) auch eehalte ( HvBurg 643). ‘Dienstbote’ ez sol auch fuͤrbaz dehain man noch frawe, [...], ze den wihennehten nieman nihtz geben [...], ez sei danne ob ain man oder frawe irin kinde oder ir ehalt in irem hus begaben [beschenken] welte StRAugsb 244,24. 220,4 u.ö.; swer den andern rovffet oder in an daz movl sleht [...], der sol im ein pfunt geben [...] ân div chint, div hinder fierzehen iaren sint vnd ân ob ein man oder ein frowe ir ehalten slahent ân mezzersleg vnd swertessleg vnd ân wvnden UrkCorp (WMU) 475A,25. 2521,27; SchwSp 118b; wan Abyron und Dathan / mit allem das sy want an, / chint, ehalten, viche und ir weip, / verluren gahes den leip HvBurg 2593. 643. – übertr.: jâ, heizest dû dar umb ein êhalte, daz dû disen liuten die in der heiligen ê sint ir êre und ir guot getriuwelîche behalten solt PrBerth 1:479,15

MWB 1 1504,21; Bearbeiterin: Baumgarte