e – ëbenbürtecheit ëbendol – ëbenguot ëbenheilec (?) – ebenisch ëbenjunc – ëbenmenden ëbenmensche – ëbenstrenge ëbensuoʒe – ëbenwette ëbenwîch – êbrëchærinne êbrëchec – eckerich eckerlîn – edelkeit edelkint – effede effelîn – ege|sam eges|bærec – êhaftec, ehtec êhafteclîche – ehten ehter – eichermel eichgrabe – eidigen eierære – eigenerge eigengeborn – eigenschaft eigenschaftlich – einbærkeit einbærunge – einent einenthalp, einenthalben – einhalp, einhalben einhël – einlift einlifthalp – einöuge einöugec – einstirn einstrîtec – einvach einvalt – einworhte einwort, einwürte – eischtac eischunge – eiterbluome eiterbrâme – eitertrache eitervar – êkonvrouwe ekub – elfenbein elfenbeinîn – ellendeclich ellenden – elmëʒ
elne, elle – emb- ember – emʒlîche en – enbicobe enbieten – enbore enbœrec – ende endeblat – endeschaft endeslac – enein hëllen enein komen – engegenen engegengân – engelkeiserinne engelkôr – engelvürste engelwësen – englîmen englimmen – enhundert enîdrus – enklieben enklœʒen – enmitten enmittenzwei – enphrüenden enphüelen – ensîten enslîbe (?) – ent- ent|ænegen – enthalben enthalt – enthitzen enthiuten – entlegen entlêhenen – entliutern entlocken – en|toben (?) ent|ordenen – ent|rigeln ent|rîhen – entsagen entsagunge – entschîben entschicken – entsebelich entseben – entslîchen entsliefen – entspitzen entsprëchen – entsüenen entsunkenheit – entvëlhen entsunkenheit stF. entsûvern swV. entsweben swV. entswellen swV. entswëllen stV. entswern stV. entswîchen stV. entswînen stV. entswingen stV. en|tuon V. ent|ûʒenen swV. entv- entvâhære stM. entvæhec Adj. entvæhelich Adj. 1entvâhen stV. 2entvâhen stV. entvâhphenninc stM. entvâhunge stF. entvallen stV. entvalnisse stN. entvalten stV. entvarn stV. entvëhten stV. entvëlhen stV. entvëlhigen – entvliehen entvlieʒen – entwachen entwâfenen – en|twelmen en|tweln – entwësenen entwëten – envalten envar – ênzeclich enzeichenen – enzückunge enzündærinne – ephichwurz ephimera – erargen erarmen – erbarmen erbarmhërze – erbeclîche erbedienest – erbe|insigel 1erbeiten – erbelôsunge erbeman – erbeschilt erbeschrîn – erbeveste erbevîent – erbieten erbietunge – erblœʒen erblüejen – erbrogen erbrüeten – ërden-, ërtmëʒʒer ërden-, ërtvruht – erdiuten erdoln – êregîtec êregîtikeit – êrenhüetære êrenhüge – êrenvest êrenvrëch – ergëben ergëbenheit – ergetzen ergëtzen – erglitzen erglîʒen – ergrisgramen ergriulen – erharn erharten – erhogen erhœhen – eringrieʒ
erinnern – erkennelich erkennen – erklepfen erklîben – erkræjen erkrallen – erkuolen erkuolunge – erlegen erlêhenen – êrlich erlîden – ér|lôn erlônen – erlusten erlustigen – ermelzipf ermen – ernacken ernaʒʒen – ërnesthaftic ërnesthafticheit – erqueln erqueschen – errîhen erringen – erscheinunge erschellen – erschrîben erschricken – ersîhen ersiht – ersnellen ersnîden – erstandunge erstarken – erstieben erstîgen – ersuochære ersuochærinne – ërtbærec ërtber – ërtgerüste ërtgruft – ertougen ertouwen – ertücken ertumben – ervære ervâren – erviselunge erviuhten – ervreisen ervriesen – erwahsen erwæjen – erwëgen erwëgen – erwermen erwern – erwîtern erwîʒen – erzeigen erzeigunge – erziugen erziugunge – eschenbürnen ê|schillinc – esellîp eselmære – esser estel, estelîn – ëtevil ëtewâ – etzweide etzwise – êwelich ê|wëlten – ê|wise ê|worhte – ëʒʒesac ëʒʒic – eʒʒisch|türlîn
|
entsunkenheit
stF.
‘Entrücktheit, Versunkenheit’
er neiswi ward verzuket in sich und úber sich selb, und in
entsunkenheit der sinnen ward in im suͤzeklich gesprochen also Seuse
90,19.
93,8
u.ö.
MWB 1 1723,6; Bearbeiterin: Baumgarte
entsûvern
swV.
‘verunreinigen’
der von des wînes überkraft / sich zuo des swîns geselleschaft / mit allen
werken füeget, / entsûbert und entklüeget / sîn reinikeit und ouch sîn zuht
HvBer
4273;
sü hettent burnen vnd andere waszer entsüfert mit vergift ClosChr
104,7.
99,1.
399,6;
die edel mosse [d.i. mâʒe, vgl.
149,16: das ist des menschen gemuͤte (nach Lc
6,38)] do got so wunneklichen inne solte wonen, die ist also
entreint und entsúvert und also vol fules mistes das got dar in nút enmag
Tauler
149,19;
Seuse
277,10.
321,31
MWB 1 1723,10; Bearbeiterin: Baumgarte
entsweben
swV.
1 tr. ‘jmdn./etw. zum Einschlafen bringen, entrücken’
2 intr. ‘einschlafen’
1
tr. ‘jmdn./etw. zum Einschlafen bringen, entrücken’
ie süezer und senfter videln er began: / do entswebte er an
den betten vil manegen sorgenden man NibB
1835,4;
das si [die Sirenen] noh ligen
indem mer / und [...] die lúte mit ir sange / und mit des
sangis suͤze entswebint, / das si ir lebins niht
entsebint [wahrnehmen] / und entslafent sazestunt
RvEWchr
26671;
TrudHL
30,14;
UvZLanz
7365.
–
der hailige adem entswebete ir
[Maria] den lichnamen / von den vuozen unze an den
wirbel [Haarwirbel, höchster Punkt des Kopfes]
AvaLJ
7,2;
JTit
5210,3(La.).
– mit Ersparung des Akk.:
du [Hl. Geist] entswebist unde wechist
Litan (M)
115
2
intr. ‘einschlafen’
ih slief unde entsuebet was PsWindb
3,5.
75,7;
vile sciere er intswebite Gen
839.
1239
MWB 1 1723,21; Bearbeiterin: Baumgarte
entswellen
swV.
tr. ‘zum Abschwellen bringen’
er [der Stein] kan entswellen / libis vnd der sele
geswulst Martina
50,102.
– intr. (?) ‘abschwellen’ (hierher oder zum stV.?):
swâ der mensch geswollen ist, salbe er sih mit dem gîers
hirn, er enswellet als palde Barth
154,34
MWB 1 1723,37; Bearbeiterin: Baumgarte
entswëllen
stV.
‘abschwellen’
legez ouf die geswulst: als palde entswillet si
Barth
144,6.
137,34
u.ö.;
vinde ich an Liupolt höveschen trôst, sô ist mir mîn muot entswollen
Walth
32,16
MWB 1 1723,43; Bearbeiterin: Baumgarte
entswern
stV.
refl. ‘sich durch Schwur entlasten’
wirt ein mensci gubundin undi givangin mit duibi edir mit
roibi vur din richteri bracht, undi wirt da leidic gilaizin durch ovilei edir durch
beiti [wer sich durch Abgaben ( →
oblei, →
bëte 2 ) freikauft] , daz he sich da uz nicht insuerit,
[...], die is givrattit [übel beleumundet
(vreten)]
Mühlh
115,1.
–
‘jmdm. etw. durch einen falschen Schwur, Meineid vorenthalten’ (?) (vgl. Metam.
11,206 falsis periuria verbis):
do der koning Laomedon / in vntsagete iren lon / vnde begundez in vntswere
AlbvHalbB
94
MWB 1 1723,47; Bearbeiterin: Baumgarte
entswîchen
stV.
‘jmdm. entweichen, ihn im Stich lassen’ mit Dat.d.P.:
daz im div chraft entswichen was, / daz chom da von, daz sein nas / ein wunden
het enphangen Krone
7502.
11947;
frou, iuch niht entswîch / zwâr iuwer frümcheit!
EnikWchr
15594;
swaz er dâ friunde moht gehaben, / die mant er flîziclichen,
/ daz si im iht entswichen, / des wær im ieze grôze nôt Ottok
15154.
61046;
EnikFb
1454.
– mit Dat.d.P. und Gen.d.S.:
ich dienstes iu niht entswîche EnikWchr
18558
u.ö.;
ich triuwen niht entswîch / dem vogt hie ûz Österlant!
EnikFb
1392;
Ottok
744;
kunic Ruodolf die boten hât / schône unde wirdiclichen, / ez
liez in nihtes entswîchen; / swes si einez wolden heben, / der wurden driu in
gegeben ebd.
13008.
– mit Dat.d.P. und präp. Erg.:
vnd wart sein varbe starch pleich, / wan im div chraft dar an
[durch die Verwundung] entsweich Krone
9921.
– phras. (?): ‘ohnmächtig werden’ (?):
Isengrin [l. Isengrine
] von dem blvte entsweich ReinFu
K,564
MWB 1 1723,59; Bearbeiterin: Baumgarte
entswînen
stV.
‘entschwinden, abnehmen’
des [Paradieses] suͤzú fruht /
[...] dem menschin niht entzswein / ze fuͦre und ze
spise RvEWchr
272
MWB 1 1724,15; Bearbeiterin: Baumgarte
entswingen
stV.
refl. ‘sich davon schwingen, davon machen’
im [Franziskus] wart vil sûre / die selbe wîle dâ,
wand er / walget in dem snê hin unde her, / unz er sich dâvon entswanc. / ûz der
gruobe er schiere spranc / unde schutte ab im den snê LvRegFr
913
MWB 1 1724,18; Bearbeiterin: Baumgarte
en|tuon
V.
1
‘öffnen, auftun’
2
‘zunichte machen, vernichten’
3
‘jmdn. entschädigen’ mit Dat.d.P.
1
‘öffnen, auftun’
ích stûont ûf. daz íh mînemo uuíne intâte Will
80,1.
77,1.
81,2;
sancta Maria. / du bist ein beslozzeniu borte, / entaniu deme
gotes worte MarldM
58.
– refl.:
dir himil indedde sich scône Anno
41,4
2
‘zunichte machen, vernichten’
er liez aber dare gan. / ez was allez endan. / swaz sin swert
irgen berein Herb
10048.
6023
u.ö.;
wyr sullen sy mit groessem nyde / so vreislichen hye bestaen, / dat sy sullent
syn entdaen, / e sy sich sullen bewaren KarlGalie
12608.
2841;
DvAPatern
142.
– refl. ‘sich entäußern, sich vernichten’ (vgl. Anm.z.St.):
in dem, daz sich der mensche entuot, sô întuot er Kristum, got, sælicheit
und heilicheit Eckh
1:414,2.5.
– phras. (?) enttân wërden
‘erschrecken’
do Marselis dyt vernam, / dat Karlle also vele volck quam, / do wart hey
harde sere entain Karlmeinet
426,5.
536,65
3
‘jmdn. entschädigen’ mit Dat.d.P.:
jst, daz ein brennær brennet oder dehein ander schad geschiht von holtz, vnd
sich der, dem der schad geschiht, des schaden versieht, daz man im entuͤ,
[...], so soll der selb dem herren oder sinem rihter,
[...], den schaden fuͤr bringen UrkCorp (WMU)
1274AB,19
MWB 1 1724,24; Bearbeiterin: Baumgarte
ent|ûʒenen
swV.
→
entiuʒen
MWB 1 1724,47;
entv-
s.a. enph-
MWB 1 1724,48;
entvâhære, enphâher
stM.
auch umgelautet entpheher.
‘Empfangender’
1 von Personen und Sachen 2 intellektuelles und spirituelles Erfassen, Aufnehmen
1
von Personen und Sachen:
sie [die Ordensmitglieder] sint ouch
von ubervluziger minne entphêhere der geste unde der pilgerîne unde der armen lûte
StatDtOrd
25,33;
daz Hilprant von Stilues [...] hat auf geben ain
voitaie [Vogtei]
[...] dem gotshause auf sand Gorien berge, vnd des bin ich
Willehalm, des selbes gotshauses diener, enpfaher gewesen UrkCorp (WMU)
2527,25;
enphaher vnd innemer UrkEnns
5,320
(a. 1322).
– zur Übers. von lat. susceptor
‘Beschützer’
du aber herre enphahær min bist ere min und erhohender hovbet min
PsM
3,4
u.ö.
2
intellektuelles und spirituelles Erfassen, Aufnehmen:
wîbe lôns enphâher Wh
411,4;
ein vollecomener enphaher himelscher vrŏden
DvAStaff
529
MWB 1 1724,49; Bearbeiter: Diehl
entvæhec, enphahec
Adj.
mit Gen. zur Übers. von lat. perceptivus
‘empfänglich für etw.’
doch hat des menschen sel die kraft all, das sy ist racionalis, das ist
erchennent das recht, das gut, das war vnd das nuͤcz vnd ist sein enphahig
KvMSel
117;
die sel [...] ist auch der götleichen
durchlewchtikait von dem ersten götleichem liecht enphähig mit lester emphahung
ebd.
134
MWB 1 1725,1; Bearbeiter: Diehl
entvæhelich, enphæhelich
Adj.
auch kontrahiert anpfellig, empfellig.
‘angenehm (aufzunehmen), wohlgefällig’
únserm herren ist enkain ding so empfellig so der gemain dienst PrGeorg
162,25;
daz ander ist daz aͤllú dinú wort und dinú werch got loblich sint und
anpfellig ebd.
298,18.
–
‘aufnahmebereit, -fähig’
der mennschen leibe, die da entpfählich sein essens unnd
trinnckens HvHürnh
28,4
MWB 1 1725,9; Bearbeiter: Diehl
1entvâhen, enphâhen
stV.
auch enpangen, impingen,
Prät. auch
enphunge MarcoPolo
71,21.
1
‘etw. anfangen’
2 tr. 2.1
‘etw. nehmen, ergreifen’
2.2
‘etw. entgegennehmen, bekommen’
2.2.1 allg. 2.2.2
‘das Abendmahl empfangen’ , meist phras. gotes lîcham ~
2.2.3
‘Worte aufnehmen, hören’
2.2.4 in Verbindung mit etw. Negativem ‘erleiden’
2.2.5 rechtl. (z.B. bezogen auf Lehen, Amt, Rechte u.ä., zahlreiche weitere Belege DRW 2,1518ff.) 2.3
‘jmdn. aufnehmen’
2.3.1 als Gast 2.3.2 einen Gegner ‘erwarten’ , ‘sich stellen’
2.3.3
‘jmdn. als etw. annehmen, in eine (Rechts-) Gemeinschaft aufnehmen’
2.4 selten mit sachl. Subj. 2.5
‘ein Kind empfangen, schwanger werden’
3 selten mit Gen. ‘etw. empfangen’
1
‘etw. anfangen’
einen camf han ih entfangen Litan
13;
den eber er ze vragen enpfienc, / daz er im sagte mere
ReinFu
K,1746.
– mit Ersparung des Obj.:
du entfehes vnde letzes Litan
64
2
tr.
2.1
‘etw. nehmen, ergreifen’
ein gezimieret sper. / Diepalt brâhte ouch einz dâ her: /
daz enpfie sîn herre küene UvZLanz
2973;
da er die glene in die hant enpfing Lanc
381,28;
ir hant er in die sîne enpfienc Parz
640,6.
–
Achilles sie dâ schôn enpfie / bî der hant
EnikWchr
15352
2.2
‘etw. entgegennehmen, bekommen’
2.2.1
allg.:
ôwî wan het ich sîn gewant / enphangen von des künges
hant Parz
148,16;
ub er ir oppher geruocht inphâhen Gen
608;
swer die touffe hat enphangen, / dem wære ez wol
ergangen Hochz
91;
alle die die in der heiligen tauffe christenlichen
namen enpfahent PrOberalt
162,28;
Rol
2874;
wiltu hie brvderschaft enpfan ReinFu
K,686;
lâ den [Geliebten] hie, / der
minne brâht und minne enpfienc MF:Wolfr
2: 4,3;
minne enphâhn und minne gebn Parz
77,15;
er muoz dar umbe enpfâhen strît ebd.
529,12.
604,29;
ze sînen kampfgenôzen, / die manegen slac grôzen /
heten enpfangen und gegeben Iw
5393;
Parz
288,21;
daz sie binamen des todes pfliht /
enpfiengen [starben] in kurtzen ziten
Rennew
18263;
der schol [...] bucze emphahen
StRBrünn
404;
di enphahent ablaz irr sunde von den byssoffen UrkCorp (WMU)
3581,34;
Spec
130,4;
PrOberalt
78,25;
aber wê den, die allain enpfangner guottæt niht
gedenkent BdN
208,16.
–
wir sun den winder in stuben enpfâhen
[erwarten]
KLD:BvH
1: 1,1.
–
daz urinâl brâht man im dar
[...] / dar inn er sînen brunnen enpfie
[auffing]
EnikWchr
15021
2.2.2
‘das Abendmahl empfangen’, meist phras. gotes lîcham ~
:
daz ir den gotes lichenamen hivte also enphahet
Spec
21,28;
den gotes lichenamen si enphiengen Rol
3398;
StatDtOrd
27,20;
RvEBarl
14318;
Mechth
4: 8,9;
swenn wir sinen hiligen lichnam und sein heres blut
enpfahen PrOberalt
80,7;
unsers herren lichnam ebd.
80,11;
den vrônen lip Spec
51,15;
daz wirn [Christus im
Abendmahl] durch die gehuge sines tôdis schulin enphahin
ebd.
49,28
2.2.3
‘Worte aufnehmen, hören’
sâ warin ir orn horinte daz gotis wort, daz si vil
wirdechlichen enphiengin Spec
8,12;
niwan eines von sînem munde / enpfie ich die
âventiure Wig
11690;
so sulnt sie swern, gezv́ge vnd vrkv́nde ze sinne vmbe die warheit
êwecliche vber alle die ding, die sie enpfahen vnd derzuo sie gezogen
werdent UrkCorp (WMU)
N238A,9;
vur ein michel wunder / entpfienc der herre die geschicht Pass
III
455,93
2.2.4
in Verbindung mit etw. Negativem ‘erleiden’
swer magir ist vnde badet in dem kalden wazzere. der
enpfet da uon schaden SalArz
26,12;
Vateruns
44;
thaz martyrium untfan MfrkReimb
420;
Jêsus [...], / der sît durch
uns vil scharpfen tôt / ame kriuze mennischlîche enphienc
Parz
113,21;
RvEBarl
14260;
des intfienc her eine wunden ureissam
Ägidius
518;
NibB
2067,3;
die mvsten enphahen / iamer vnd ruwe
Herb
16469;
die in aver unwirdichlich enpfahent, die empfahent
die ewigen verlornuͤsse der sel und des leibs PrOberalt
80,12
2.2.5
rechtl. (z.B. bezogen auf Lehen, Amt, Rechte u.ä., zahlreiche weitere
Belege DRW 2,1518ff.):
ich möht mit êrn von sîner hant / mit vanen enpfâhen
mîn lant Parz
420,14;
ir lêhen si enpfiengen / von dem künege wol gezogen,
/ fürsten, grâven, herzogen, / vrîen unde dienestman UvZLanz
8378;
Lanc
27,21;
do daz enpfahen [der
Lehen] geshach Rennew
32405;
daz fürstentuom ze Brâbant / zeim erbe enphâhent
KvWSchwanr
1267;
da mitte hant des gotzhus eigenlúte enpfangen lên vnd erbe
WeistGr
1,2
(14. Jh.);
Orilus den eit enpfienc Parz
452,14;
enpfâhet jenez zinsreht Tr
7115;
nu lânt mich bürgen / emphâhen unde sicherheit
KvWHvK
287;
swer och in der stat burchrecht enpfæhet vnd burchreht tvͦt
UrkWittelsb
2,47
(a. 1294).
– z.T. mit refl. Dat.:
inphahint in selbin eine grimme hersaf [
adsumentes sibi tyrannidem
]
BrHoh
65;
ein edel mensche vuor ûz in ein verrez lant und
enpfienc im ein rîche und kam wider Eckh
5: 109,21.
–
enphahende hant
‘Lehensnehmer’ (vgl. DRW 2,1519):
so sich die enphahende hant wandelt UrkBasel
4:137,3
(a. 1339).
– übertr.:
daz si mînen dienst enpfâhe / lieblîch und in niht
versmâhe SM:JvW
3: 2,4;
MF:Mor
15: 1,6
2.3
‘jmdn. aufnehmen’
2.3.1
als Gast:
di engel her gahent, scone si dich enphahent
AvaLJ
47,4;
ze allen ziten ist vnser herre berait, die svndære ze
enphahenne vnde ir schvlde ze vergebenne Spec
48,18;
als tet diu künegin sîn wîp. / diu enpfienc Gâwânes
lîp / und ander sîne geselleschaft / mit getriulîcher liebe kraft
Parz
671,2;
nu stant vf herre Constantin / vnd intfawir dise geste
Roth
252;
so er sine brut enphahit vnde si mit gesange fúr
leitet Lucid
123,4;
do enpfinc man in nach der gewonheit, / als des landes
site was Herb
1936;
dô kam sî wider gegangen / und wart baz enpfangen /
dan sî verlâzen wære Iw
2078;
ich werd verdriven of entfangen MarlbRh
12,21.
– z.T. mit präp. Erg.:
durch aller der heiligen willen di dich in
himelriche impingen VatGeb
47;
die iuch enpfahent in di ewigen herwerg
PrOberalt
141,22;
in sîne gnâde er in enpfie / und kusten ein ander
beide Wig
7198;
Ginovêr in ir pflege enpfienc / Itonjê und ir
âmîs Parz
731,2;
als Zacheus unsern herren in sin irdisscez hus
enphienc mit grozzer wirtscefte Spec
136,34;
daz unser herre diu haidenschaft ze sinen genaden
enpfahen wolt PrOberalt
31,25.
33,26
u.ö.;
dô inphienc in ce hûs
[...] der kuniginne kemerêre PrMd
(J)
350,18;
KvHeimUrst
1296.
– subst.:
ich pin iwers enpfâhens vrô Parz
306,8;
dâ was grôz enpfâhen / von dem wirte und von den
sînen Wig
8666;
ir gruoz und ir empfâhen / was bî im, dô si in sach Sperb
86.
– selten bezogen auf Tiere (z.T. mit Dat. commodi):
selue intfinc he sin rosvert Roth
5104;
si liefen im engegene und enpfiengen im daz
marc [nahmen ihm das Pferd ab]
NibB
957,3;
als man in diu ros emphie, / mit dem getwerge er dô gie Er
1208
2.3.2
einen Gegner ‘erwarten’, ‘sich stellen’
an dem braiten uelde / wellent dise helde / enphahen
sine recken / mit scarphen swertis ecken Rol
7665;
die geste kunden sie wol enphân / mit manegem
scharpfen pfîle Eracl
2732;
Terramêr enpfangen / wart sus von der getouften diet:
/ si buten strîtes gegenbiet Wh
37,14
2.3.3
‘jmdn. als etw. annehmen, in eine (Rechts-) Gemeinschaft aufnehmen’
welch meyster ouch eynen lerknecht entfehit UrkSchles
8,123
(14. Jh.).
– meist mit präp. Erg.:
so insal min sien zu burgeri nicht inpha
Mühlh
160,20;
ob si in ze kuninge wolden entfân / und ime werden
undertân SAlex
963;
die zwen konig die er zu búrgen hett enpfangen
Lanc
304,29;
da enpfing die ebtißinn den knecht zu bruder
ebd.
16,11;
ich enpfah uch also zu eim gesellen ebd.
544,6;
ein ieglich man, der entphangen wirt zu brûdere zu
unserm ordene StatDtOrd
61,18;
diz ist, wie man einen brûder entphâhen sule in
den orden ebd.
127,1;
so enpfahe ich dich wiedder in die heilige
kristenheit Lanc
538,24.
–
do spranc si czuͤ der tvͤre vnd tet im vͦf vnd
emphiench in fuͤr iren friedel Konr
6,42.
– in der Wendung etw. ~ vür guot
‘wohlwollend aufnehmen’
den eit er vur gut enphienc, / swie er doch vbel
vz ginc Herb
16022;
dirre kranke presant, / vrowe, sî dir gesant. /
empfâhe in von mir für guot SM:EvS
3: 1,3;
diu vrowe daz für guot enpfie
UvZLanz
4592.
–
der helt daz houbet dahte / und enpfie die rede
für ein gamen [Spaß]
UvZLanz
1071;
das er es [das Verhalten der
Dame] úmmer fur húbscheit kunde enpfahen
Lanc
253,17
2.4
selten mit sachl. Subj.:
daz div selbe porte, div ze himele get, niemin enphahit
wan den, der sich siner sundin hie erclagit hat Spec
70,31;
Hochz
433;
daz velt do den tou enphinc Herb
7888;
Konr
11,23;
do der tac vf ginc / vnde die werlt die licht enphinc /
von der claren svnnen Herb
10954.
–
nû het ouch vil der mâsen / diu veste Oransche
enphangen / mit würfen von den mangen Wh
222,15
2.5
‘ein Kind empfangen, schwanger werden’
du hast ein chint enphangen. / danne wahset ein man, der
wirt geheizen gotesun AvaLJ
6,3;
Abhrahâmis schôz sal mich intphâhin PrMd (J)
341,7;
von deme héligen geiste wart er enphangen
Lucid
4,5.
62,7;
so emphehestu dinen svn gesvnten Konr
13,56;
din kint, dat du, magt, entfiͤnges MarlbRh
42,30.
56,2.
– mit Ersparung des Obj.:
ein magit sal inphâhin unt sal ein sun gwinnin, der
sal got geheizin werde PrMd (J)
344,11;
nâch menschlicher gewonheit / wart sie swanger und
enphie Eracl
317
3
selten mit Gen. ‘etw. empfangen’
priesterlicher wirdikeit / er von dem von Regenspurg enphie Ottok
8754;
sô mugen wir enphâhen [...] / der gnâd ebd.
10683
MWB 1 1725,18; Bearbeiter: Diehl
2entvâhen, enphâhen
stV.
Zuordnung zum Simplex vâhen problematisch (vgl. 2DWB 8,1368
und 9,18 sowie TrudHL (O) , Komm.z.St. mit weiterer Lit.), s.a.
entvengen
.
‘etw. entfachen, entzünden’
der heilige geist emphahet unde
eitet [erhitzt] , brennet unde zerlât dc golt odir dc
silbir TrudHL
1,10.
1,11;
daz wilde fiur, als ez von swebel / wær enpfangen und enbrant Reinfr
17371.
– refl. ‘sich entzünden’
der hûf [zweite Holzhaufen] verbrinnt, der dritte /
enpfâhet von der hitze gar Reinfr
26503.
26493
MWB 1 1728,3; Bearbeiter: Diehl
entvâhphenninc, enphâhphenninc
stM.
Bezeichnung für verschiedene Abgabearten (vgl.
vancphenninc
)
1 von Prozessparteien an den Richter 2 von Bergwerksgewerken an den Grundeigentümer
1
von Prozessparteien an den Richter:
decernimus, ne ulli iudici in ipsa civitate liceat denarios qui
enphahphenninge dicuntur vulgariter, ab ullo hominum in antea extorquere
UrkÖsterrSt
28
(a. 1276)
2
von Bergwerksgewerken an den Grundeigentümer:
ist aber ain pergkrichter da in demselben gericht, der sol den fund leyhenn,
vnd der man, des das aigen ist, der sol das vierczigist nemmen, vnd sol der richter
die emphachpfenning mit ihm tailen UrkSteiermSt
2,174
(a. 1339 kopial)
MWB 1 1728,14; Bearbeiter: Diehl
entvâhunge, enphâhunge
stF.
‘Empfang, Auf-, Annahme’
1 von Personen und Sachen 2 intellektuelles und spirituelles Erfassen, Aufnehmen
1
von Personen und Sachen:
der armo vnde der bilgeri alrmaiste der inphahunge ruͦch
sorcsamlic werdet irbotin BrZw
53;
sô bevelhen wir die entphâunge des bescheidenheite, deme
sôgetân ambeht denne bevolhen ist StatDtOrd
53,15.
–
unde nach enphahung [
acceptio
] dirre naturen so heizent si widergeborn oder anderwerbe geborn in
gotis sün ThvASu
214,22.
–
‘Übernahme, Einweisung’
von der enphaunge der lehen KlKsr
3,29;
ufdragungen und intphagunge DRW
2,1525
(Mainz/ DRWArch.; a. 1342).
–
‘Empfängnis’
aber nu hatte Christus von dem beginne siner enphahunge [
conceptio
] volkomen gotlich gebruchung ThvASu
58,22.
34,5.
58,7
2
intellektuelles und spirituelles Erfassen, Aufnehmen:
die sel [...] ist auch der götleichen
durchlewchtikait von dem ersten götleichem liecht enphähig mit lester emphahung
KvMSel
135;
dâ got istic ist sîn selbes, niht nâch einer enpfâhunge sîn selbes noch nâch
einer gewinnunge sîn selbes Eckh
1:197,3.
–
aber sin gesteltnüsse daz offenbaret daz wort dez
machenden, alse die forme dez huses zeiget die enphahunge [
conceptionem
‘Planung’
] dez kunstmeisters ThvASu
260,23.
– phras.
~ unsers herren lîcham
‘Empfang des Abendmahls’
in disir predigade lerit brudir Eckart Rube der lesemeister wi di
inphahunge unsis herrin lichamin ist zveigirleige geistilich und sacramentilich
Parad
3,4.
3,9.
55,24
MWB 1 1728,27; Bearbeiter: Diehl
entvallen, enphallen
stV.
auch enpfallen, enphallen.
1
‘niedersinken, herunterfallen’ z.T. mit präp. Erg. 2 übertr. ‘entfallen, verloren gehen’
2.1 mit Dat.d.P. 2.2 mit Dat.d.P. und ergänzendem Gen. (in rechtl. Zusammenhang) ‘jmdm. etw.
vorenthalten’
2.3 mit Dat.d.S. ‘von etw. abfallen’
3
‘etw. einbüßen, verlieren’
3.1 mit Gen.d.S. 3.2 mit präp. Erg. 4
‘jmdm. zufallen, anheimfallen’
5 in der Wendung
sîn
‘(jmdm.) etw. schuldig sein’ (meist im Zusammenhang mit Strafen) 6 subst. ‘Ablegen’
1
‘niedersinken, herunterfallen’ z.T. mit präp. Erg.:
ir hende enphilen uf ir knie Elis
4817.
– mit Dat.d.P.:
[er] begreif den herzogen got / vnde crazitime ave
den stalin hot / mit deme hare here in vf want / do intfiel er eme indaz
gedranch Roth
1705;
daz was ein bitter zeichen. / im enphilen die hende
Herb
10407;
Tr
18189;
Iw
6225;
jhener raufft syn schwert und wolt sich weren, der ander
macht yn so unmúßig [beschäftigt ihn so sehr] das im
syn schwert entfiel Lanc
161,24;
und wart im an dem herczen so wee das im der brieff uß
der hant enpfiel ebd.
492,21;
Kaîn der nît ane gie, daz antlutze im inphiel [
concidit vultus Gn 4,6]
Gen
617.
–
‘ausfallen’
do entvîl in beidin ein hâr / daz was schône unde lang Eilh (L)
1386;
keyn blat wirt in [den
Bäumen] entvallin und ire vrucht wirt nicht vorgeen
Cranc
Ez 47,12
2
übertr. ‘entfallen, verloren gehen’
2.1
mit Dat.d.P.:
als ich gedenke an manigen wunneklîchen tac, / die mir sint enphallen
Walth
124,16;
wenne min fleisch mir entvallet, /
[...] / und min herze smilzet nach diner minne
Mechth
2: 25,88;
niht, daz man dem innern sül entgân oder entvallen oder
vermeinen, sunder in dem und mit dem und ûz dem sol man lernen würken
Eckh
5: 291,4;
inphallin uri abir die guzugi, so mac he woli mit sinemi
rechti davuri ste Mühlh
107,24;
und were dz er burger wurde an eins probsts urlop, so ist dem gozhusman
all sin recht empfallun WeistBa
242
(a. 1344);
wol wil ich des getrûn / disen herren allen / daz si mir
iht enphallen [abtrünnig werden]
Ottok
4180.
–
ez ist lanc daz mir freude enpfiel
Parz
660,3;
wîp sint âne gallen: uns allen enphallen sorge muoz /
durch der minneclichen reinen wîbe gruoz KvWLd
8,15.
– euphemistisch ‘ums Leben kommen’
Ludewic der degen / sluͦc da uor Neren: / do waren in
[den Heiden] die herren / paide samt enphallen
Rol
4829;
daz si si solten gesehen / von den lantherren allen,
/ den ir vater was enpfallen, / der si wol berihte UvZLanz
8616;
owe, daz ir uns baide / sit also fruͦ enpfallen!
WhvÖst
19293
2.2
mit Dat.d.P. und ergänzendem Gen. (in rechtl. Zusammenhang) ‘jmdm. etw.
vorenthalten’
nimet ein herre sinem man guͦt [...] oder
enphellet er im der manschaft [Gewährspflicht] , daz
sol er clagen dem obern herren SchwSp
197a;
daz im [dem Kläger] des di boten intpfilen, so
wurde ienre [der Beklagte] ledic aber mit rechte
StRFreiberg
197,9.
74,29;
sô biten wir in alle / daz er uns des niht enpfalle StrDan
844.
8302
2.3
mit Dat.d.S. ‘von etw. abfallen’
inde [dat] der bischof der [Sühne] niet
intfalle uppe eine side noch her Cunrait uppe die andirsiede UrkCorp
(WMU)
21A45.
–
entviele got sînem worte [würde
wortbrüchig] , sîner wârheit, er entviele
[verlöre (zu 3.1)] sîner gotheit
Eckh
5: 27,9
3
‘etw. einbüßen, verlieren’
3.1
mit Gen.d.S.:
alsô als der inner mensche nâch geistes art entvellet sînes eigens wesens
Eckh
3:135,1;
so insolen wir in [...] dekeinen schaden don,
[...], daz wir nit inphallen vnser leene
UrkCorp (WMU)
904,10;
brechen wir daz, so weren wir inphallen unser leene ebd.
904,7
3.2
mit präp. Erg.:
brechen wir diz an irme libe [...], so sin wir
inphallen an vnsern leenen UrkCorp (WMU)
904,2;
wie er des nyet endeit, so entfellit er von allem dem rechte syns stuylis
UrkTrier
326,22
(a. 1351)
4
‘jmdm. zufallen, anheimfallen’
daz inen die [
lehen
] ledic vnd enpfallen sint wider an sich vnd an der herren hant
UrkCorp (WMU)
986,32.
776,20
5
in der Wendung ~
sîn
‘(jmdm.) etw. schuldig sein’ (meist im Zusammenhang mit Strafen):
der das nit endut, der ist das phunt entfallen WeistGr
2,3
(a. 1321);
wer den andern [...] eyniche gelydt brichet,
[...] der ist vns entfallen 50 phenninge ebd.
2,5
(a. 1321)
u.ö.
– mit Gen.d.S.:
daz er denne vnserm lieben oheim [...] enpfallen
vnd schuldich sei zwaier hvndert march Aglaier pfenninge UrkCorp
(WMU)
1421,4.
466,35.
– mit präp. Erg.:
richtet der denne den zins nit inront viertzehen tagen
[...], so sol er ze pene inen emphallen sin umbe
zwivalten zins UrkBern
5,570
(a. 1327)
6
subst. ‘Ablegen’
mit einem enpfallene dez ussern gewerbes sich sezzen in ein
stillheit sins gemuͤtes Seuse
192,26
MWB 1 1728,57; Bearbeiter: Diehl
entvalnisse, enphalnisse
stN.
‘Verlust, Einbuße’
[wenn] wir diz niit steede inhailden, so solen wir
troweloiz vnd meenedich sin zo deme inphalnisse vnser leene UrkCorp (WMU)
904,18
MWB 1 1730,14; Bearbeiter: Diehl
entvalten, enphalten
stV.
‘etw. entfalten, aus- oder darlegen’
sus begonde sy eme zo envalden / eren wille zo der stunde KarlGalie
12006;
daz sie iz buch uf musten tuen / und sine zeichen entpfalden
HeslApk
9405;
Mechth
7: 46,15
MWB 1 1730,18; Bearbeiter: Diehl
entvarn, enpharn
stV.
‘entweichen, entkommen’
swem ouch des libes geniez / so half daz er mohte entfaren / der wolde nicht
sin vlien sparn Pass I/II
40,46;
da sie vernamen das er kame, da flohen sie allesampt
[...]. sie kuͦnten so bezitt nit entfarn, er hett sie
erfarn und stach den ersten dott Lanc
176,19;
jst aber, daz dehain des gotshavs man [...] avz der
gewalt chert oder anders enphert ân des brosts [Probsts]
ammans vrlaub UrkCorp (WMU)
3191,11.
– mit präp. Erg. oder adv. Bestimmung:
ir deheiner mohte von dem strît / niht enpfaren, noch entvuor
Wh
327,19;
so war si gehorin, dat si van irme dinste niet moͮgen intvarin UrkCorp
(WMU)
59,27;
alsus entfuͦr Beandiz von den Ylen und von der dolorosen
garden Lanc
176,23;
wann jhene den walt wol kunden, da waren sie yne darinn
entfarn ebd.
182,35.
– überw. mit Dat.d.P. (z.T. auch mit zusätzlicher präp. Erg.):
swem sin eigen man, sin lehenman oder sin vogtman in ein panstat enpfert
UrkCorp (WMU)
1800A,40;
want sî mochtin nicht intvarn / wedir vor sich noch besît / den Pogezênin âne
strît NvJer
13712;
Wh
139,4;
StrKD
56,121;
in was enpfarn / der visch mit kreften durch daz garn
HvFreibTr
3237;
dô man daz grap [des hl.
Ludwig] entlûchte [öffnete] , / dô enphuor
und enstrûchte / manigen siechen sîn gebreste Ottok
19513;
‘ich weiß wol’, sprach Phariens, ‘das ir dem tode nit mögent
entfarn.’ Lanc
107,14;
das sich jener wol dristunt uberwarff und im das swert
enpfure ebd.
353,21;
nuo nemt war / daz iu ein wort iht enphar, / wan daz ir sprechet: ‘ez ist wâr’
StrAmis
1708;
SHort
5246;
liebes kint, das solt du liden, und enpfert dir oͮch wol ein
hert antwúrt und ein swer wort Tauler
219,9
MWB 1 1730,23; Bearbeiter: Diehl
entvëhten, enphëhten
stV.
‘misslingen, erfolglos kämpfen’ (unpersönl., mit Dat.d.P.):
si [die Häretiker ] musten diz [das
Beten um Gottes Eingreifen] lazen sin, / wand ez in genzlich
entvacht Pass III
129,3
MWB 1 1730,57; Bearbeiter: Diehl
entvëlhen, enphëlhen
stV.
(sw. KvHelmsd
3130).
1 mit Dat.d.P. 1.1
‘jmdm. jmdn./etw. anvertrauen, übergeben’
1.1.1 mit Akk.d.P. 1.1.2 mit Akk.d.S. 1.1.3 mit Obj.-Satz 1.1.4 in Konstruktionen mit lâʒen
‘sich jmdn./etw. empfohlen sein lassen’
1.2
‘jmdm. etw. befehlen’
2 selten mit Akk. und präp. Erg.
1
mit Dat.d.P.
1.1
‘jmdm. jmdn./etw. anvertrauen, übergeben’
1.1.1
mit Akk.d.P.:
dehainem sinem boten enwolte vnser herre sine mvͦter
enphelhen niwan s. Iohannes Spec
28,29;
da mit hat er die trægen brediger geleret den diu
heilig christenheit enpholhen ist PrOberalt
152,21.
– mit Refl.-Pron.:
idoch enphalch si
[Maria] sich dem almehtigen gote
Konr
18,21.
– mit zusätzlicher präp. Erg.:
er enphalch in ir an sunes stat
KvHeimHinv
147;
deheinen rîter er erlie / wan demer enpfalch in
sîne pflege / eine frowen ûf dem wege, / dazs alden tac samen riten
UvZLanz
8987.
– in Passivkonstruktion: der erde/ dem grab enpholhen
wërden, ‘begraben werden’
ich geloub, daz er der erden enpholhen wart, dar inne lach drî tag
und drî naht und an dem driten tag erstuont wâr got und wârer mensch
PrStPaul
1,15;
sein weib enpfohlen waz dem grab HDecke II
23
1.1.2
mit Akk.d.S.:
er was vil innechlichen fro, got enphalh er sine sele
do AvaJo
30,2;
da uone sulen wir hiute ir
[Maria] emphelhen vnser potschaft
Konr
16,73;
die der erlich got auserwelt hat und in sein chunst
enpfolhen hat HvHürnh
3,21;
ich enpfele daz besunder dir HvFreibTr
6338.
– häufig rechtl. bezogen auf Besitz oder Rechte:
si emphulhen im daz rîche, / daz er des gerihtes
pflâge Kchr
16809;
die herren den got gerihte unde gewalt enphalch ûf
ertrîche BuchdKg
3,6;
SpdtL
80,15;
ob man in ein ampt enpfilhet
PrBerthKl
2,81;
swenne ich danne niht enpin, so enphelhen si die fogtaie, swem si
wellen UrkCorp (WMU)
1974,35.
1595,1.
748,3;
suem er ez verlihet oder enpfilhet an sin stat UrkWürzb
45,121
(a. 1322);
SpitEich
23,2;
umbe gewant daz den snidern enpholhen wirt
StRAugsb
8,22.
6,29.
314,13.
– mit zusätzlicher präp. Erg.:
diu vrowe den jungen ritter nam / und enpfalh im
gar in sîne hant / beidiu liut unde lant UvZLanz
1245.
– mit abh. Inf. mit ze:
die [Angelegenheit] do selben
[...] dem Meyssower enpfolhen wart, ze
betagen vnd ze slichten zwisshen vns paidenthalben UrkCorp (WMU)
3333,22;
StRAugsb
246,20;
so sol er [...] welenn
ainenn getreuen, weschaiden man und sol dem enpfelhen den gemainen nutz
zeweschaffnen und des reiches guet zeweschirmen HvHürnh
4,17.
– mit Ersparung des Dat.-Obj.:
daz wir in disem zit die selben burg und stat von Burgdorf nit
súllen verkoͮffen noch versetzen, noch hinlien, noch hingeben, noch
empheln, noch úns emphroͤmden in deheinen weg ane ir willen
UrkBern
5,522
(a. 1326)
1.1.3
mit Obj.-Satz:
daz man brieuen vnd gezivgen inphelhen sol, swaz man in ganzer
gehugede behalten wil UrkCorp (WMU)
1846,19
u.ö.;
UrkFürstenb
5,262
(a. 1303);
der kelnar aber dem inganden inphelhe [
intranti consignet
] daz er wizze daz er git oder daz er inphahit
BrZw
35
1.1.4
in Konstruktionen mit lâʒen
‘sich jmdn./etw. empfohlen sein lassen’
daz ir ev meinev chint, ivnge vnd alte, lat enpholichen sein
UrkCorp (WMU)
938,14;
ich wil, vil liebiu vrowe mîn, / mich iu enpfolhen lâzen sîn / ûf iwer
genâde reht, als ich sol UvLFrd
364,6;
KvHeimHinv
481.
– formelhaft bei Verabschiedungen und Grüßen:
nû lâ mich dir enpholhen sîn
EnikFb
1978;
lautz euch in allen träwen wol enpfolhen sein EbnerMargBr
65,22
1.2
‘jmdm. etw. befehlen’
do nun der knab [Jesus] nit kam zehus, / als sÿ
[Maria] hett gerechnot uss / die tagzit als er
komen solt, / nach dem als im was empfolcht, / do ward sÿ seer belangen
KvHelmsd
3130;
die swester vnd maͤgde svlen dienen, den ez div maisterin
enphilhet SpitEich
14,32.
– mit Obj.-Satz:
er emphalch in daz si die heilige minne zeinander behielten
PrOberalt
80(App.);
Konr
3 W1,19;
UrkCorp (WMU)
597,3.
1925,15;
die phleger vnd der maister die svlen ainer swester
enphelhen, [...], wie sie den siechen dienen svl
SpitEich
12,14
2
selten mit Akk. und präp. Erg.:
alle di cristen waren / di enphal er zu den gotes gnaden
Rol
3025;
Karln minen herren / den enphilh ich in dine gewalt ebd.
6502;
wan [...] div chint mit den phenningen hin dan
geschaiden wæren vnd die selben phenninge in der burger gewalt enpholhen vnd gelegt
heten UrkCorp (WMU)
2250,26
MWB 1 1730,62; Bearbeiter: Diehl |