Belegarchiv/Konkordanz
Die hier aus dem elektronischen Belegarchiv ausgegebenen Stellen bilden den durch halbautomatische Lemmatisierung von digitalisierten Volltexten gewonnenen Kern einer umfassenderen Beleggrundlage, die für die Ausarbeitung des Mittelhochdeutschen Wörterbuchs verwendet wird. Bei der Benutzung des elektronischen Belegarchivs ist stets zu beachten, dass es Stellen enthalten kann, die anderen Stichwörtern zuzuordnen sind.
hêrre swM. (7725 Belege) MWB Lexer Lexer-Nachtr. BMZ Findeb.
| her Îwein.’/ //‘Welhen Îwein meinet ir?‘ sprach er./ sî sprach ‘herre, daz ist der/ durch den ich lîde disiu bant./ sîn | |
| und alze gâch,/ unde ranc starke dar nâch/ daz er herre wurde hie/ leider als ez ouch ergie./ er behagete mir | |
| sîz getete.’/ dô sprach er ‘heizet ir Lûnete?’/ sî sprach ‘herre, jâ ich.’/ er sprach ‘sô erkennet mich:/ ich binz Îwein | |
| er sîn houbet:/ dô wart ez im geloubet/ daz erz her Îwein wære./ geringet wart ir swære:/ von vreuden sî weinde/ | |
| ouch meinde/ ‘mirn mac nû niht gewerren,/ sît ich mînen herren/ lebenden gesehen hân./ ez was mîn angest und mîn wân/ | |
| alle vrouwen ruochten/ die sînen dienest suochten,/ mîn lieber vriunt her Gâwein,/ der ie nâch vrouwen willen schein,/ ie ranc und | |
| in den selben tagen,/ dô ich dar kam durch clagen,/ her Gâwein nâch gestrichen./ ich liez dâ wærlichen/ umb die vrouwen | |
| nôt,/ od ich gelige durch iuch tôt.’/ //Sî sprach ‘lieber herre,/ sô stüende iuch al ze verre/ ze wâgen ein als | |
| vorburc verbrant/ unz an die burcmûre gar./ nû kam mîn her Îwein dar,/ als in der wec lêrte./ dô er ze | |
| ein clagen/ diu vreude der man dâ jach./ als daz her Îwein ersach,/ dô vrâgte er den wirt mære,/ waz im | |
| wirt mære,/ waz im geschehen wære./ //Er sprach ‘saget mir, herre,/ durch got waz iu werre,/ und waz dirre wehsel diute:/ | |
| wie hât sich daz verkêret sô?’/ dô sprach des hûses herre/ ‘waz uns arges werre,/ der mære endurfet ir niht gern./ | |
| vür in unde sprach/ ‘ich bin ûf gnâde her komen./ herre, ich hân von iu vernomen/ die milte und die vrümekheit,/ | |
| alle/ die von der tavelrunde./ sî sprâchen mit einem munde/ ‘herre, ir habet missetân,/ welt ir den rîter alsus lân./ wem | |
| in der rîter zürnen sach,/ dô trôster in unde sprach/ ‘herre, habent guote site,/ wand ich ir anders niene bite/ niuwan | |
| geteilet hât:/ er vüeret sî unverre,/ ezn sî daz unser herre/ mit im wider uns sî.’/ dô sprach der herre Keiî/ | |
| unser herre/ mit im wider uns sî.’/ dô sprach der herre Keiî/ ‘in beschirmt der tiuvel noch got,/ der uns disen | |
| der die vrouwen lôste./ ir wære komen ze trôste/ mîn herre Gâwein,/ der ie in rîters êren schein:/ done was er | |
| ûf sînen vuoz:/ daz ist mîn bete und mîn gebot.’/ her Îwein sprach ‘nu enwelle got/ daz mir diu unzuht geschehe/ | |
| unzuht geschehe/ daz ich ze mînen vüezen sehe/ diu mîns hern Gâweins swester ist./ jâ wære des, wizze Krist,/ dem künege | |
| dô niemen komen sach,/ daz was im leit, unde sprach/ ‘herre, nu wær ich iu gereit:/ iu ist der lîp unverseit:/ | |
| ez wart vil dicke von in zwein/ sîn bester vriunt her Gâwein/ an der bete genant/ unde er bî im gemant;/ | |
| im gemant;/ und manten in sô verre,/ daz got unser herre/ im sælde und êre bære/ der erbarmherze wære:/ erbarmet er | |
| rehte ervant/ und im sô ofte wart genant/ got und her Gâwein:/ wan swederm er under den zwein/ grœzern unwillen truoc,/ | |
| dirre wirt wol wert,/ der ouch mîner helfe gert,/ und hern Gâweins swester und ir kint,/ diu mir ze herzen gânde | |
| sluoc/ mit sîner geiselruoten/ daz sî über al bluoten./ die herren riten ungeschuoch:/ ir hemde was ein sactuoch,/ gezerret, swarz, unde | |
| sî dâ trôste,/ der rîter der des lewen pflac/ ‘deiswâr, herre, ob ich mac,/ ich ledige unser gesellen./ got sol disen | |
| niemer mê getuot/ deweder übel noch guot.’/ //Des antwurt im her Îwein sô/ ‘rîter, waz touc disiu drô?/ lât bœse rede | |
| gnuoc/ an einer stange die er truoc./ nû vreute sich her Îwein/ daz er als ungewâfent schein./ under den arm sluoc | |
| lac:/ ê er erzüge den andern slac,/ dô hete sich her Îwein/ mit vil grôzen wunden zwein/ an im vil wol | |
| der rise gelac tôt:/ des gnâdeten si im genuoc,/ dem hern Îweine der in sluoc./ ouch gerter urloubes sâ:/ wander enhete | |
| daz er dâ hôrte von in zwein./ dô sprach mîn her Îwein/ ‘welt ir mich des geniezen lân/ ob ich iu | |
| des ich bite:/ dâ ist mir wol gelônet mite./ mînen hern Gâwein minn ich:/ ich weiz wol, alsô tuot er mich:/ | |
| den ernest sol ich im niuwen/ swâ ich mac entriuwen./ herre, zuo dem rîtent ir/ unde grüezent in von mir,/ und | |
| mit in var,/ und vüeret ouch daz getwerc dar,/ des herre dâ hie lît erslagen,/ und sult im des genâde sagen/ | |
| mir sî:/ dâ erkennet er mich bî.’/ //Daz gelobet der herre,/ und bat in des vil verre,/ swenn er zuo dem | |
| er dar wider rite:/ er schüef im guoten gemach./ mîn her Îwein dô sprach/ ‘mîn rîten daz ist mislich./ ich kume | |
| arbeit,/ die sî von sînen schulden leit./ ouch hete mîn her Îwein/ grôzen trôst zuo den zwein,/ daz got und ir | |
| harte clägelîchen./ sî bâten got den rîchen,/ sî sprâchen ‘got herre,/ wir biten dich vil verre/ daz dû uns rechest an | |
| vil kûme ûf gesach:/ do gevienc sî kraft unde sprach/ ‘herre, daz vergelt iu got:/ der weiz wol daz ich disen | |
| schande dulde/ ân alle mîne schulde;/ und bite des unsern herren/ daz sî iu müezen werren/ niuwan als ich schuldec sî,’/ | |
| ir vrouwen verriet/ daz sî von ir êren schiet./ deiswâr, herre, ich râte iu daz/ daz ir iuch bedenket baz./ ich | |
| //Dô sprach der truhsæze/ ‘swes ich mich vermæze/ wider unsern herren got,/ des gevieng ich schaden unde spot./ herre, zuo dem | |
| wider unsern herren got,/ des gevieng ich schaden unde spot./ herre, zuo dem drôt ir mir:/ ich getrûw im helfe baz | |
| rât./ hien vihtet niemen mit iu zwein.’/ dô sprach mîn her Îwein/ ‘der lewe vert mit mir alle zît:/ ichn vüere | |
| des niht verlân/ ern sæhe über den rücke dan/ sînen herren wider an./ //Sus sint diu wort hin geleit,/ und wurden | |
| michel nôt./ nû wâren zwêne wider zwein:/ wand ezn mohte her Îwein/ den lewen niht vertrîben:/ dô liez erz ouch belîben./ | |
| dô wart er ræzer vil dan ê./ ouch tete dem hern Îwein wê/ daz er den lewen wunden sach./ daz bescheinder | |
| genuoc./ doch bat sî in vil verre,/ sî sprach ‘lieber herre,/ durch got belîbet hie mit mir:/ wand ich weiz wol | |
| ir wille enwære ie mîn gebot:/ und gebiete ir unser herre got/ daz sî mich bedenke enzît./ der kumber der mir | |
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