Belegarchiv/Konkordanz
Die hier aus dem elektronischen Belegarchiv ausgegebenen Stellen bilden den durch halbautomatische Lemmatisierung von digitalisierten Volltexten gewonnenen Kern einer umfassenderen Beleggrundlage, die für die Ausarbeitung des Mittelhochdeutschen Wörterbuchs verwendet wird. Bei der Benutzung des elektronischen Belegarchivs ist stets zu beachten, dass es Stellen enthalten kann, die anderen Stichwörtern zuzuordnen sind.
sêle F. (1843 Belege) Lexer BMZ Findeb.
| alle heiligen./ Nv sule wir dir herre beuelen/ lib unde selen/ zu eristen vnde zu lezisten,/ wande dv allir beste/ unse not | |
| uon allirslahte leide,/ in der wile daz da gescheide/ di sele uon deme libe/ herre uater dv uns entlibe/ durh di | |
| allen zu einer lere,/ durh dine c#’vcis$/ ere/ durh diner sele hineuart,/ da dv selbe were opfir vnde ewart,/ cum uns | |
| uazze./ vnde vergib allin den di uns hazzen./ gnade allin selin/ di dines geloubin hant bijehen/ in ir hineuerte./ din stab | |
| din gerte/ sin nah der bete dauidis/ ein wec der sele unde des libes,/ daz dv uns muzis becleiden/ mit dinis | |
| eruant nie dehein man. Wen die bůch ſagent, daʒ manic ſele ewecliche dar in vallent vnde doch den grunt nie mer | |
| lacuſ mortiſ, daʒ iſt ein ſe deʒ dodeʒ. Wen die ſelen, die in die ſelben helle koment, die koment niemer daruʒ. | |
| an deʒ mereſ grunde niemer truken wirt, alſo erkolent die ſelen niemer, die dar in koment. Si heiʒet ouch terra tenebroſa, | |
| terra obliuioniſ, daʒ iſt die erde der uergeſſunge. Wen di ſelen, die dar in koment, der enwirt uor gote niemer gedath. | |
| ſie ginet biʒ an den iungeſten dac, wie ſie die ſelen verſlinden múge. Si heiʒet ouch ſtix, daʒ iſt unfróde. Wen | |
| in dem mer. Da búrnet ſuebel vnde bech, da die ſelen inne werden gewiʒeget, die erlóſt ſuln werden. //Do ſprach der | |
| eʒene. Deʒ enſpulget nieman in dem paradiſo. Wen alſe die ſelen geiſtlich ſint, alſo iſt ouch daʒ eʒſin geiſtlich. //Do ſprach | |
| dem berge ſiht men den ſwebel búrnen, da werdent die ſelen [16#’r] inne gewiʒeget. Jn dem mer ſint ʒwene werben. Der | |
| phliget. Vnſer bůch wellent, daʒ eʒ tieuele ſin vnde die ſelen wiſegen. Da bi iſt ein inſula, die heiʒet ſardinia. Da | |
| meiſter ſprach: Daʒ iſt wiſſentlich uon der ſcrift, daʒ di ſelent koment $t uon gote, der iſt ob dem geſtirne. So | |
| $t uon gote, der iſt ob dem geſtirne. So die ſele denne uert durch daʒ geſtirne, bi ſwelhem ſternen ſie denne | |
| genement ſie niemer ende, wen daʒ ſi ſich verwandelent. Die ſele uert wider ʒe gote, der ſi geſchafen het. Der lip | |
| ſo ſament er alle ſine genoʒen vnde cument ʒů der ſelen vnde triben den tieuil von dem menſchen vnde nimet die | |
| vnde triben den tieuil von dem menſchen vnde nimet die ſele vnde verlat ſie niemer, e ſi beſtetigit wirt in dem | |
| dem ewigen libe. //Da ſprach der iunger: Wer wiſenet die ſelen, die da geneſin ſuln? Do ſprach der meiſter: Daʒ důt | |
| //Da ſprach der iunger: Wie cumet eʒ umbe die ſundige ſele? Der meiſter ſprach: So die ſundige ſele cumet an daʒ | |
| umbe die ſundige ſele? Der meiſter ſprach: So die ſundige ſele cumet an daʒ ende, ſo cument die tiuele mit michelme | |
| den luften. So ſcheident die engele vil vnfroliche uon der ſelen. Der wirt niemer me uor gote gedath. Doch ſagent vnſ | |
| gote gedath. Doch ſagent vnſ die bůch, di wile die ſelen in den wiʒenen ſint, daʒ in die heiligen, die ſi | |
| ſeligen nach dem iungeſten dage? Der meiſter ſprach: Die ſeligen ſelen nement den lip widere. Vnde verlihet $t in got ſiben | |
| widere. Vnde verlihet $t in got ſiben eren an der ſelen vnde ſiben an dem libe. Si werdent ſibentſtunt ſchoner denne | |
| die gedenke nu ſint. Si werdint alſo ſtarc, daʒ ein ſele wol diʒe welt ʒerbreche. [28#’r] Si werdent ſo gefůge, daʒ | |
| gedenken mac. Si werdent ſo lieb mit enander, ſwaʒ dehein ſele ſiht an der anderren eren, daʒ dunket ſi, daʒ ſi | |
| Do ſprach der meiſter: Der wůcher iſt ein ſlac der ſelen, wen da mite roͮbet der menſche ſinen eben criſten ſineʒ gůteſ, | |
| daʒ vnſ daʒ paradiſ werte, wen do fůr deʒ ſchacherſ ſele in daʒ paradiſ. //Der iunger ſprach: Durch waʒ fůrte er | |
| den ſchacher in daʒ paradiſe $t e anderer ſiner heiligen ſelen? Do ſprach der meiſter: Die bůch wellent, daʒ er den | |
| da mite iſt betútet, $t daʒ vnſer lip vnde vnſer ſele geʒeichent ſol ſin mit der fronen marter. Deʒ ſelben nahtiſ, | |
| ſi wol habin mohte. #;vOch ſcribet er vnſ, daʒ ſimiliche ſelen mit deheime gůtete mugent nine erlidigent werden, wen mit dem | |
| der kerʒen ſinget, der betútet daʒ groʒe lob, daʒ die ſelen ſungen, die got uon der hellen lóſte. //Der iunger ſprach: | |
| uon dem tode deſ libeſ alſe uon dem tode der ſelen? Do ſprach der meiſter: Mit vnſeren ſúnden hete wir verdienet | |
| ſúnden hete wir verdienet ʒwene tóde, deſ libeſ vnde der ſelen. Deʒ einen het vnʒ got erlóſet, den wir heten an | |
| einen het vnʒ got erlóſet, den wir heten an der ſelen. Den anderen habe wir uor vnſ, daʒ wir darʒů ſorge | |
| an dem iungeſten dage, ſo wir mit libe vnde mit ſelen erſtant. //Der iunger ſprach: Wenn wurdent die ʒuelfboten getouft? Do | |
| von dú wen die getouften ſint denne erſtanden an der ſele, ſo ſingen wir alleluia. Daʒ ſi denne vil ſtarce arbeit | |
| iungeſten dage ſuln gewinnen, ſo wir mit libe vnde mit ſelen irſtan ſulen. Durch daʒ iſt die veſper deſ abendeſ alſe | |
| Deſ ſunnendagiſ ſuln wir oͮch erſtan mit libe vnde mit ſelen an dem iungeſten dage. //Do ſprach der iunger: Durch waʒ | |
| iargeʒit me danne ander dage? Do ſprach der meiſter: Die ſele hat drú dinc: vernunft, ſin vnde girde. So iſt der | |
| gemaht. So begat men den ſibeden dac darunbe, ſwaʒ die ſele hat getan mit den drien dingen vnde der lip mit | |
| vergeſſe. //Der iunger ſprach: Waʒ fureſ iſt daʒ, do die ſelen inne werdent irlútert? Do ſprach der meiſter: Den gůten iſt | |
| ſie ʒe goteſ gnaden coment. //Der iunger ſprach: Wie manic ſele comet hin ʒe himele? Do ſprach der meiſter: Alſe manic | |
| mit einer michelen ſchar gruwelich vnde eigeſlich vnde nement die ſele mit grimme $t vnde fůrent ſie in die helle. //Do | |
| carcere animam meam#.;, daʒ ſprichet: #.:Erlidege uon dem kerker mine ſele.#.; Die nidere helle iſt an der ſtete, do ſo getan | |
| die toten begrebit mit der erde, alſo begrebet men die ſelen in der hellen mit dem fúre. Alſo kit eʒ uon | |
| hetent tóthliche vinſterniſſe. //Do ſprach der iunger: Jrkennint ſich die ſelen vnder ein ander? Der meiſter ſprach: Die rehtin erkennent ſich | |
| riche abrahe vnde laʒari. //Do ſprach der iunger: Bitent die ſelen uber ir liebin iht? Der meiſter ſprach: Die gůten bitent | |
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