k – cadmia kaf – kalc calcaire – 2kalle 3kalle – kaltlîchen kaltnisse – kamerærse kamerbëlle – kamerselde kamersidel – kampfer kampfgenôʒ – kampfwât kampfwërc – kanonîen kanonike – kanzelschrîbære kanzwagen – Cappadociære kappân – kappûnen capût (?) – kardenâldiaconus karele – karra(t)sche karre – karthiusære kartur – kæselîn kæse|lüppe – kasten kastenære – kathecuminus kathezizieren – kauerære (?) kauergerihte – kefse 1kegel – keisertuom keitivic (?) – kelken këllære – këlre këlstëchære – 2kemelîn kemelînvleisch – kendelîn kenecte – keppechîn keppeler – kerkerhaft kerl – kerrîne kerschlich – kerzîn kerzlach – ketenwambîs kettelinc – keʒʒelære keʒʒelærinne – kîche kîchen – kiesærinne kiesen – kindebet kindechîn – kindestac kindestohter – kintbettegemach kintbetten – Kiperære Kiper(e) – kirchenbrëchære kirchenerbe – kirchhërre kirchhof – kirchtac kirchtor – kirnen kirnîn – kitzelen kitzelîn – kiuwe kiuwen – klâfterlanc klâftermâʒe – klagenôt klagerede – klamben klamen – klæret klârheit – klëber klëbereht – klegerse klêgrüene – kleinlîche kleinlîcheit – kleinvüegunge kleinzëhende – klepfze kleppisch – klinge klingelære – klobeholz klobelouch – klôsterknëht klôsterlëben – klôsterweide klôsterwërre – klûde klüege – klupfen kluppe – klutterât klûwen – knëhtelîn knëhten – kniel (?) knieleip – knodebôʒe knödel – knubelen knugelîn – kobel kobel – kochman kochsudel – kôle kôlegruobe – kolner kölnisch – komelinc komen – condewier condewierde – konkavelite, konkavelit conplêt – convëntkopf convëntswester – koraze (?) körbelîn, körbel, körblî – körnære kornban – kornmesse kornmetze – corporâl corporâlgewæte – kostebæric kostebærlich – kötze kotzeht – koufgenôʒ koufgiric – koufschalc koufschanze – krachen kradem – krâme kræmel – kranc- krancmüetic – 1krapfe 2krapfe – krëb(e)ʒ krëbeʒen – krefticheit krefticlich – kreiʒgengel kreiʒlingen – kreter kretscheme – kriechelîn kriechen – krîgen krîieren – krippen- krîsch – kristâbent kristalle – kristenin kristenisch – kristiâne kristier – kriutener kriuzaltære – kriuzloht kriuzphenninc – 1krœnen 2krœnen – krotenstein krotenstutz – krülle krüllel – krupfei krüpfen – krûtmezzer Krûtnowe? – kûchen kuchenære – küechelmël küefelære – kugelhuot kügellîn – kumberlich kumberlîn – kûmen kumer – kunde künde – künftigære kunftlich – künigeslêhen künigessilber – künstelîn künstelôs – kuntmeister kuntsame – kuosërtærinnesun kuo|smër – kuppe 1kuppel – kurdewân kurdewænære – kurpen kürre – kurtois kurtoisîe – kurzwîle kurzwîlen – kuster kusterîe – kutzelvleisch kützen – kûze
|
kintbëte
stF.
eine jährliche Abgabe (vgl.
bëte
2; DRW 7,815):
ius annualis petitionis. quod uuͦlgariter kintbeide dicitur
UrkMittelrhein
2,306
(a. 1210)
MWB 3,1 259,42; Bearbeiterin: Baumgarte
kintbettærinne
stF.
Frau, die gerade geboren hat und besonderen Schutz und Fürsorge genießt und die
bis zur Einsegnung oder dem ersten Kirchgang (nach 40 Tagen) eine besondere
kirchenrechtliche Stellung hat (vgl. DRW 7,816), ‘Wöchnerin’ (vgl.
kintbette
):
puerpera: kind betterin GlAnzfKdVz
4:235,201;
ez sol auch kein man zu keiner kint betterinne schenke
[Beschenkung] gen StRRotenb
492;
WeistGr
1,425
(vor 1400);
an únser frowen tag zuͦ der liehtmiss bereit er vorhin drie
tag mit gebete ein kerzen der himelschen kindbeterin Seuse
29,9
MWB 3,1 259,46; Bearbeiterin: Baumgarte
kintbette
F. (?)
→
kintbette
stN.
MWB 3,1 259,58;
kintbette
stN.
Zeitspanne (von 40 Tagen/ 6 Wochen) nach einer Geburt, in der Mutter und Kind
besonderen Schutz und Pflege genießen, ‘Wochenbett, Kindbett’ (vgl.
kindelbette
,
kintbettærinne
) und die Feierlichkeiten und Bräuche zu dessen Ende mit dem ersten Kirchgang
nach der Geburt (vgl. DRW 7,815f.):
er hêt mâge in der stat, / frouwen, die er sume bat /
[...] chomen dar, / dâ sîn frouwe gebar, / daz si sie
beruohten [betreuten] wol, / sô man wîp ze chintbette sol
KvFuss
780;
si sprâchen in triuwen, / die êbrêisken froͮwen / die chunden selbe den list,
/ der zuͦ chintpette guͦt ist Exod
182;
Erlös
3221;
es ist auch gesetzet, daz niemant, ez sei fraw oder man,
[...] in kein kintpette [...]
niht pringen noch geben noch senten sol, ez sei cleinot oder gelt oder wie ez genant
sei NüP
78;
zcu kynthouffene sullen nymmer danne zcwelf vrouwen gehen czu der kirchen, vnd
vier vrouwen sullen derbie dem kintbette beyte StRMühlh
119;
Macer
96,7.
– übertr.:
er [Gott] hât sînen sun êweclîche geborn unde gebirt
in iezunt unde sol in êweclîche gebern, und alsô hât der vater kintbette in einer
iegelîcher guoter sêle Eckh (Pf)
598,12;
dâ ist kintbette in der gotheit, dâ werdent sie getoufet in dem heiligen
geiste Eckh
2:86,4.
– hierher oder F. (?) ‘Wöchnerin’
daz si es [diesen Text] den lesen
sont / [...] / in doͤrfern, búrgen oder in stetten, / vor
siechen, kinden und kintbetten SHort
32
MWB 3,1 259,59; Bearbeiterin: Baumgarte
kintbettegemach
stN.
hier kindebetgemach.
‘Wochenbettruhe’
daz man der kunigin stôrt / ir kindebetgemach, / daz kom ir
übel hernâch Ottok
69144
MWB 3,1 260,24; Bearbeiterin: Baumgarte
kintbetten
swV.
‘eine Wöchnerin und das Neugeborene pflegen’ (vgl.
kindelbetten
stN.), hier übertr. auf den gebärenden Gott:
er [Gott] hât sînen sun êweclîche geborn unde
gebirt in iezunt unde sol in êweclîche gebern, und alsô hât der vater kintbette in
einer iegelîcher guoter sêle. sêlic ist der mensche [...],
der den himelischen vater alsus in sîner sêle kintbetten sol Eckh
(Pf)
598,13
MWB 3,1 260,28; Bearbeiterin: Baumgarte
kintbîʒe
swM.
‘Laus’
pediculus haizt aigencleich ain füezling. daz ist ain
leuteswürml oder ain kintpeiz BdN
305,16.
114,14
MWB 3,1 260,36; Bearbeiterin: Baumgarte
kintbriuwe
stN.
hier wohl eine bestimmte Zeit des Bierbrauens (vgl.
briuwe
stN.), zu der eine Abgabe in Form von Schaffellen zu leisten ist:
von den schaffen von Gvͦtichenhusen vnd von Gaimersheim git man dem
chuchenmaister all jar sehs vel, [...] vnd zem chindprav
als vil [
pro praxatione (vgl. bracio ‘Bier brauen’ MlatWB 1,1559),
que dicitur chintprau
]
UrkGeisf
424
(13. Jh.)
MWB 3,1 260,39; Bearbeiterin: Baumgarte
kint|entvâhærinne
stF.
‘Gebärmutter’
ez sprechent etleich, daz ain âder gê von der kindenpfâherin
unz an des kindleins nabel, und mit der âdern oder mit dem pand zeuht daz kint in
sich daz pluot von der muoter lebern, und von dem selben pluot nert sich daz kint in
der muoter BdN
33,28
MWB 3,1 260,47; Bearbeiterin: Baumgarte
kintgebërærinne
stF.
‘Frau, die ein Kind geboren hat’, von Maria:
sæligiv geburt der meit do chintgeberærinne gebar vnser heil
[interl. zu cum puerpera edidit nostram salutem
]
PsM
H 42,2
MWB 3,1 260,54; Bearbeiterin: Baumgarte
kintgedinge
stN.
Vertrag zwischen Dienstherren über die Zuordnung der Kinder unfreier Eltern, wenn
diese zwei verschiedenen Herren gehören (zur Sache vgl. 2HRG 2,1769-1770;
weitere Belege vgl. DRW 7,823):
pueri [...] equa porecione dividentur prout ius
dictaverit quod dicitur kintgedinge DRW
7,823
(StArchKoblenz; a. 1263)
u.ö.
MWB 3,1 260,58; Bearbeiterin: Baumgarte
kintheit
stF.
1
‘Lebensabschnitt der Kindheit’ (vor der Jugend; in Bezug auf Jugendliche
nicht von 2.2. zu trennen; vgl.
kint
) 2
‘kindliche Art, kindliches Verhalten’
2.1
‘Kindlichkeit’
2.2
‘Jugendlichkeit’
3
‘Kinderei, spielerische oder sinnlose Tat eines Kindes’
4
‘Kindschaftsverhältnis’
1
‘Lebensabschnitt der Kindheit’ (vor der Jugend; in Bezug auf Jugendliche
nicht von 2.2. zu trennen; vgl.
kint
):
also teilit man dez menschen lebtage in vier. daz erste ist
die kintheit, iugent, manheit unde daz alter MNat
9,23;
PrOberalt
15,37;
swer sich in den drin altern [...]
chuͤschlichen behaltet, der ist sælich. swenn dem unser herre chuͤmet in swelher
waht [hier ‘Lebensalter’] , in der chintheit, in der
jugent, in dem alter, so ist er berait ebd.
16,2;
ditz ist dâ von gesetzet daz diu kintheit niht witze hât SpdtL
136,12;
als man ein junges schuͦlerli dez ersten leret, daz zuͦ der
kintheit hoͤret Seuse
98,29.
– bezogen auf die Kindheit einer bestimmten Person:
wie das er [Dyonisius] och von
gotte [Jesus]
seit [berichtet] / alters und kintheit
WernhMl
36;
wiser me denne alle lút / was sin klainú kinthait / mit
aller wiser sælikait ebd.
4353;
sîn jungiu kintheit RvEBarl
7722;
únser kintheit die was toreht, únser jugent die wart
angevohten Mechth
7: 3,9.
– übertr.:
setzest dv̍ an der ersten warheit vnd an dem obersten guͦtte din
verstantnissi vnd allen din willen, vnd sugst dv̍ da mit din kintheit vnd din
vnvolkomenheit RvBib
79,13.
– in der Wendung von (mîner/ sîner) ~
, ‘von Kindheit an’
ir sît von chintheite gwon mit deme fihe gên
Gen
2549;
der was dâ zen Sahsen / von kintheit gewahsen Bit
6010;
dú [10 Gebote] han ich von miner kinthait
behalten vnz her PrGeorg (Sch)
4,41;
PrOberalt
48,38
u.ö.;
si geschuof mit wîbes listen, / daz er ir alles des
verjach / des im von kintheit geschach / unz an die gegenwertigen stunt
UvZLanz
628;
Tauler
119,29;
Tr
4418;
OvBaierl
69,16;
UrkCorp (WMU)
2345,23
2
‘kindliche Art, kindliches Verhalten’
2.1
‘Kindlichkeit’
[der Säugling] erzeicte sîn kintheit. / des was diu
muoter im bereit, / und treip die wagen [Wiege] her
und dar; / daz tet im sanfte, daz ez gar / schiere weinnenes sich bewac
WolfWiege
1637;
er began mit warheit jehin / ez [das
Zerbrechen von Pharaos Krone durch das Kind Moses] were von
kintheit geschehen RvEWchr
9049;
EnikWchr
6819;
dô sprach das kint: ‘Ciku Ciku’ [...]
‘Franciscus’ wold ez hân geseit: / done moht ez vor kintheit / des namen niht
gar gesprechen LvRegFr
4607
2.2
‘Jugendlichkeit’
man süch in [Paris] by den
frowen, / die wöltten in lichtt schowen / durch sine clauren kinthaitt
GTroj
2543.
–
‘jugendliche Unerfahrenheit’, übergehend zu ‘jugendliche
Selbstüberschätzung, Leichtsinn’
diu junger greif die nâchvart [fuhr
hinterher (und verlor den Vorteil, die erste zu sein, die sich den
besten Kämpfer aussuchen konnte)] : / daz machet ir
kintheit, / dazs ir [ihrer älteren Schwester] ir
willen hete geseit Iw
5671.
6330;
daz eine was diu minne / diu im verriet die sinne, / daz ander sîner
swester schœne, / daz dritte des tiuvels hœne, / daz vierde was sîn kintheit
/ diu ûf in mit dem tiuvel streit / unz er in dar ûf brâhte / daz er benamen
gedâhte / mit sîner swester slâfen Greg
327;
si [die Botin, die um Hilfe
ersucht] vorhte daz si ir arbeit / verlür von sîner
kintheit, / durch daz er sô junc was Wig
1817.
2461;
Herb
1062;
Tr
294.
12429.
– übergehend zu ‘Dummheit’
mich slant [schlagen]
Rotheres man / wie grozer kintheit it gewelt / daz ich ime sin wif nam
Roth
4516;
daz was ein michel chintheit, / daz mîn vane chom in
iwer hant; / iz wirt iu ze laster gewant VAlex
1346
3
‘Kinderei, spielerische oder sinnlose Tat eines Kindes’
wolt iuch sîn niht verdriezen, / ich klagt iu mînen kumber
schier, / wolt ir ez gelouben mir, / wan daz ez wær ein kintheit, / ob ich iu mînen
kumber kleit EnikWchr
26909;
Germanus schribet das fúr war, / do Ihesus hette zechen jar,
/ das er da fúr gelachete nie / und kaine kinthait me begie, / so das man haisset
kinde spil WernhMl
4342
4
‘Kindschaftsverhältnis’
mîn herze vröuden vil gewan, / dô ich vernam, daz dîn kintheit
/ gerach dîn werndez herzenleit / und daz du manlîch als ein man / slüege den künic
Morgan / und rêche den vater dînen HvFreibTr
1889
MWB 3,1 261,1; Bearbeiterin: Baumgarte
kintlich
Adj. , -lîche
Adv.
adv. auch -lîchen.
1
‘kindlich, jung, jugendlich’
1.1 einem Kind gemäß, nach Art eines Kindes, wie ein Kind, ‘kindlich’
1.1.1 bezogen auf Unwissenheit 1.1.2 übergehend zu ‘unschuldig’
1.2
‘jugendlich’ , überw. i.S.v. ‘unvernünftig, leichtsinnig’
2
‘zur Kindheit gehörig’
3
‘im Kindschaftsverhältnis (zu jmdm.) stehend, (wie ein) Kind von jmdm.
seiend’
1
‘kindlich, jung, jugendlich’
1.1
einem Kind gemäß, nach Art eines Kindes, wie ein Kind, ‘kindlich’
daz der maget tohte / zuo ir kintlîchen spil, / des gap ir der herre vil
AHeinr
331;
sin herze erkante iesa zustunt / me dan sin kintlicher munt / mit worten
brechte zu der rede Elis
700;
den stain hân ich geleicht unserr frawen kintleicher
vorht, die ain kint zuo seinem vater hât stæticleichen, wie ez alleu seineu werk
füer und volpring und sein leben ganz dar nâch schick, daz ez seinen vater iht
erzürn BdN
461,31.
67,1;
Wernh
D 4114.
A 1009;
Seuse
30,9
u.ö.
– mit site u.ä.:
swer die kintliche site sah, / der half des mit
warheit jehen / das ez von kintheit were geschehen RvEWchr
9067.
9056;
kintlich sitte / wonete dem kinde mitte
WernhMl
693.
4319.
588
1.1.1
bezogen auf Unwissenheit:
nuo der herre begunde spehen, / daz er sô kintlîche reit
UvZLanz (K)
477;
chintlich tvmphait vͦbet ofte vnzimlich boshait UrkCorp
(WMU)
2345,32
1.1.2
übergehend zu ‘unschuldig’
man möhte wol genôzen / ir kintlich gemüete / hin zuo der engel güete
AHeinr
465.
– wohl hierher:
dô si alle ruowe wânden hân, / dô kom
[...] des wirtes tohter, stille. /
[...] / siu wolte gerne kunnen, / waz sites
die herren pflægen / [...] / wan siu von
starken minnen bran. / [...] diu vrowe diu
gienc âne huot [ohne Kopfbedeckung (nur mit einem
Blumenkränzchen)] / durch daz siu kintlich wolte sîn
UvZLanz
867
1.2
‘jugendlich’, überw. i.S.v. ‘unvernünftig, leichtsinnig’
ir soldet noch belîben durch iuwer schœne wîp, / ê ir sô
kintlîche soldet wâgen den lîp NibB
1468,4;
du maht wol sîn ein tumber gouch, / sît du dô kintlichen redest / und ûf
dich grôzen kumber ledest KvWPart
1423;
Karlmeinet
89,17;
En
4445;
owe, chunich von hiunisch riche, / ir habt getan hiut vil chintliche
Rab
414,6;
dem si [die Augen] tieff
ligent, der ist kindlich [
callidus
] unnd ain trügnär HvHürnh
46,14
2
‘zur Kindheit gehörig’
sin kintlich leben und sin tuͦn / was úber aller wishaite
ruͦm WernhMl
4363.
–
in (jmds.)
~ tage(n)
‘in der Kindheit’
in sinen kintlichen dagen begund er getruliche unserme herren dinen
HlReg
55,14.
3,30;
daz waz gar ain groͤssú minne daz er also zitlich und in sinen kintlichen
tagen arbait und not fúr únser súnde wolt liden PrGeorg
29,13;
Seuse
267,22.
–
von (jmds.)
~ tage(n)
‘von Kindheit an’
ich [ein alter Seemann] han
gewandlot uf dem mer / von minen kintlichen tagen SHort
10997;
nun suͦln wir schriben und sagen / waz er von sinen
kintlichen tagen / erliten habe biz an den dot HvNstGZ
1982;
WernhMl
1,2;
Seuse
201,2;
HagenChr (G)
1650;
UrkCorp (WMU)
668,18.
– vereinzelt von ~ zîte:
ein sô grôz herze nie gewan / vor sîner zît sô kleine ein
man, / als ez wuohs an dem helde sît / von sîner kintlîcher zît
RvEAlex
1326.
– vereinzelt nâch/ under ~ jâren:
nach kintlichen jaren, / als dú verendet waren / und der
vil minnekliche zart / Ihesus och ain jungling wart, / vil grosse tugende er
gewan WernhMl
6131;
der engel ein michel menige was, / die [...] hie
enerde ir herren enphiengen / under chintlîchen jâren, / vor dem si ze himel
êwic wâren KvFuss
797
3
‘im Kindschaftsverhältnis (zu jmdm.) stehend, (wie ein) Kind von jmdm.
seiend’
ich troste si vil guͤtliche in der toͤtlichen schidunge, und
bevalh si minem geminten junger in muͦterlich trúwe und bevalh den junger ir in
kintlich trúwe Seuse
260,12
MWB 3,1 262,17; Bearbeiterin: Baumgarte
kintmeister
stM.
‘Erzieher’
an hern Hiltweinen, chindmaister doselben, daz si nach iren triuwen mein
geschaft auzrihten suln, als ez hernach geschriben stet UrkEichst
2,284
(a. 1341)
MWB 3,1 263,22; Bearbeiterin: Baumgarte
kintporte
swF.
‘Scheide, Muttermund’
diu nezzel erwecket die unkäusch und allermaist ir sâm mit
wein und offent die kintporten an den frawen, alsô daz diu muoter dester leihter
zuogevæht BdN
423,28
MWB 3,1 263,26; Bearbeiterin: Baumgarte
kintspil, kindespil (?)
stN.
vgl. syntagmatisch kindes spil (vgl.
StrKD
58,I 292
und Friedrich, PhrasWB, 243 mit zahlreichen Belegen)
und kinde spil (?) mit Gen.Pl.
‘Kinderspiel’
1
‘Spiel(en) eines Kindes’
2
‘eine einfache Sache, etwas Geringfügiges’ (vgl. Friedrich, PhrasWB, 245)
1
‘Spiel(en) eines Kindes’
[Darius schreibt dem Feldherrn Alexander, warum er ihm einen Ball
geschickt hat:] der bal bezeichent kindespil: / dâ mite soltû
ballen vil / und sô die zît vertrîben RvEAlex
4227
2
‘eine einfache Sache, etwas Geringfügiges’ (vgl. Friedrich, PhrasWB,
245):
ez was gar ein kintspil swes er ie began Kudr
858,2.
–
mir ist ze lange wê, / sît si jehent, ez sî niht ein kinde
spil, / dem ein wîp sô nâhen an sîn herze gê MF:Mor
21: 3,3;
minne ist niht ein kindespil: / gar unsanfte ich sî
vermîde, / diu mîn herze in jâmer twinget sunder dank SM:KvL
6: 2,4;
Rol
6574;
RvEAlex
10948
MWB 3,1 263,31; Bearbeiterin: Baumgarte
kint-, kindel-,
kindestac
stM.
nur im Pl. ‘Tage der Kindheit, Kindheit’
ich [...] wil eu doch dar vnder / seiner tugent
anegeng sagen, / wie ez in seinen kinttagen / jm alr erst ergienge
Krone
170.
2232;
hie vor in minen kindestagen Vät
23326;
do ich [...] gewuhs und uf quam /
ein teil uz minen kindestagen, / do begonde mich der zwivel jagen ebd.
23419;
ôich was dy zît gerucket / van hiren kindeldagen, /
[...] dat dy vrunt beryde sich, / wô sy hir gêven einen
man Yolande
449;
daz ich mache dir bekant / die lêre, die ich hân getragen /
her von mînen kindes tagen RvEBarl
3944;
Vät
31562
MWB 3,1 263,47; Bearbeiterin: Baumgarte
kinttoufe
stF.
‘Taufe eines Säuglings’
si suln auch von ieder kintauf von iedem kind nemen ainen haller
NüP
197;
ez sol auch ze kainer kintauffe niht mer gen denne vier frawen unde die
gevatern und auch niht mehr manne denne vier man und die gevatern ebd.
148
MWB 3,1 263,60; Bearbeiterin: Baumgarte
kinttoufen
swV.
hier subst. Inf. ‘Taufen eines Säuglings’
zcu kynthouffene sullen nymmer danne zcwelf vrouwen gehen czu der kirchen, vnd
vier vrouwen sullen derbie dem kintbette beyte StRMühlh
119
MWB 3,1 264,1; Bearbeiterin: Baumgarte
kinttragærinne
stswF.
‘Schwangere’, von Maria:
genesen ist chinttragerinne den der engel het vorgeseit [interl.
zu enixa est puerpera quem gabriel predixerat
]
PsM
H 37,5;
von Elisabeth (Lc 1,41):
stimme erchuhte gesant chinttragerinnen [sw. Gen.
Sg.] vnd vuͦrte wissagen vrevde weniges [interl. zu
vox suscitauit missa puerpere fouitque uatis gaudia paruuli
]
ebd.
H 75,3
MWB 3,1 264,6; Bearbeiter: Gärtner
kinttraht
stF.
‘Schwangerschaft’
daz ein wip mulichen gebirt, daz geschit etwenne von grozer
hitze di si hat [...] oder daz si zu kinttrechte zu weninc
[klein] ist SalArz
65,52;
sô die frouwen næhic [nah am Geburtstermin] sint
mit der kinttrahte und als grôz sint, sô sult ir ir gar mit flîze hüeten
PrBerth
1:322,18;
die arzât sprâchen zehant: / uns ist daz wol bekant, / wir
müezen in dem urinâl [Harnglas] / morgen sehen über al, /
wie der kinttraht sî, / sô tuon wir in [den mit der Kröte schwangeren
Nero] sorgen frî EnikWchr
23175;
Spec
93,4;
Litan
371.
–
sune gewan si niht mer; si gewan eine tohter / die vil schone Dinam: ir
chintraht [die Zeit, in der sie Kinder getragen hat] da
mit ende nam GenM
58,18
MWB 3,1 264,14; Bearbeiterin: Baumgarte
kintvël
stN.
1
‘Nachgeburt’ (weitere Belege in späteren Glossaren, vgl. Ex quo, S 375;
Diefenbach, 523 auch s.v. secunda ) 2 unklar, ob Überlieferungsfehler
1
‘Nachgeburt’ (weitere Belege in späteren Glossaren, vgl. Ex quo, S 375;
Diefenbach, 523 auch s.v. secunda):
secundina: kinduel VocOpt
1.250
2
unklar, ob Überlieferungsfehler:
genitalia: kindsfel VocOpt
1.260
MWB 3,1 264,29; Bearbeiterin: Baumgarte
kintwësen
stN.
die Zeit, in der man Kind ist, ‘Kindheit’
dû solt dînen gelouben von kintwesen [von Kindheit
an] veste machen in dînem herzen PrBerth
1:45,3;
denselben antlâz nimt man von den heiligen menschen, die man in kintwesen
[in der Kindheit] in clôster tuot und die alsô ân
alle sünde lebent ebd.
2:12,28
MWB 3,1 264,34; Bearbeiterin: Baumgarte
kinzan
stM.
→
kinnezan
MWB 3,1 264,41;
kîp
stM.
auch kîf (z.B.
TvKulm
888;
Hiob
2329
), kiep (
TvKulm
5730
).
‘streitbare und/ oder widerständige Heftigkeit im Tun und Empfinden’
(der Übergang zwischen den einzelnen Positionen ist fließend)
1
‘leidenschaftlicher Einsatz, Eifer’
2
‘Wettstreit, Wetteifern’
3
‘Widerstand, Widerständigkeit, Auflehnug’ (auch ‘Ungehorsam,
Trotz’ ) 4
‘Feindseligkeit (auch Gewalttätigkeit)’
5
‘Streit’
6 als sprechender Personenname
1
‘leidenschaftlicher Einsatz, Eifer’
man sach in [Johannes d. Täufer] durch der warheit
kiͤp / den kunig Herodes straͮfen HeinzelJoh
32,1;
der wint [beim Versuch, dem Pilger den Mantel zu
entreißen] vieng an / vast wæjen unde herteklich;
[...]
[der Pilger] strikt in [den
Mantel] vast umb sînen lîp; / im gewan niut an des windes kîp
Boner
66,36
2
‘Wettstreit, Wetteifern’
der anger lît / gar wol bespreit / mit maniger hande bluomen
kîb SM:HvS
2: 3,8;
die sinne fúnfe gent [d.i. gebent
] wollust / ja ungelicher luste schust [d.i.
tjost
] , / [...] dannoch muͦz [durch
den fünften Sinn rüeren
] alles merre werden / der lust und ouch der froͤuden kib, / so ruͤren
lat irn suͤßen lib / eine reine minneklichez wip GvHag
2,9
3
‘Widerstand, Widerständigkeit, Auflehnug’ (auch ‘Ungehorsam,
Trotz’)
von Parmenîe geborn / was sîn frecher [kühner]
starker lîp / und mohte sunder vorhtes kîp / wol üeben ritterlîch getât
Reinfr
1006;
daz êrste leit daz êrste wîp / dem êrsten man geschaffen hât,
[...] / ir tumber sin, ir wîbes kîp / verwîste in an
des tievels rât KLD:RvR
6,3;
es was sinem hertzen der groͤste kÿb [Empörung] /
das er muͦsst sterben von ainem wÿb KvHelmsd
3477.
– hierher oder zu 5:
also wart die fro tugenrich / [...] / und macht
in [den Ehemann] aller sorgen fri, / als noch tünt
beschaiden [umsichtige] wip / die zücht biettent ir
man än kib Widersp
208.
– in den Wendungen sunder ~
und âne ~
‘ohne Einwände, ohne Zweifel’
ir müssend baide sunder kip / hangen an ainer wide
GTroj
12438;
der fürste [...] sach / die sûl von salze sunder
kîp / diu des alten Lôten wîp / was Reinfr
27091;
HistAE
5437;
daz man dâ heizet bî gelegen, / des enmoht er niht mit ir pflegen, / und
was im doch âne kîp / lieber dan sîn selbes lîp GFrau
2101;
KvHelmsd
3044
4
‘Feindseligkeit (auch Gewalttätigkeit)’
dô / wart einr dem andern vil gehaz; / ir triuwe dô vil kleine was. / ir kîp
wart grôz, ir vriuntschaft klein Boner
84,51.
7,26;
die stett [
stæte
] ân allen valschen kib / ist vnd ân falsche tück MinneR
332
168;
daz er in hât von mir geseit, / daz ist mir hiute und iemer leit, / er
verlíuset mîne hulde. / mir wirret niht sîn boeser kîp MF:Eist
15:3,7;
1141;
Hiob
2329;
TvKulm
888;
SM:HvT
2: 4,10;
KvWLd
2,8
5
‘Streit’
die [König Sauls Tochter] was kúng David elich
wÿp, / die ir vatter durch einen kÿb / mit gwalt her David nam / und sÿ maͤchlte
aim andern man KvHelmsd
3178;
dô huop sich schier ein grôzer kîp Boner
39,12
6
als sprechender Personenname:
der maier Bärschi sippe was: / Haini Crieg und Trieffnasz, /
[...] / Rudolff Troll und Petter Kib
Bauernh
106
MWB 3,1 264,42; Bearbeiterin: Baumgarte |