kîl
stM.
auch kiel (
ReinFu
K,1551
).
‘Keil’
die snüere [des Zeltes] wârn
gestrecket / vaste mit starken kîlen Wig
3308;
wan der [...] pei der wurzeln den
stam durchport mit aim nägbær [
nabeger ‘Bohrer’] und sleht ainen keil dar ein ze
mittelst übertwerch [quer] , sô werdent si
[die Mandeln] auch süez BdN
315,28;
man sal [...] in di spaldin seczin
eynen kil vnd bedeckin dy wurcziln als vor mit der erdin Pelzb
123,25
u.ö.;
ReinFu
K,1551;
Fegfeuer
1:9,8.
– in Vergleichen und übertr. Bildern:
[weil Hector in Bedrängnis war] sô brach er
[Paris] unde spielt / die rotte in kurzer wîle, / sam
der mit eime kîle / zerklübe grôziu blöcher KvWTroj
32960;
nu hertz, la dich clieben / mit jamers herten chiln!
WhvÖst
9067;
Renner
5227;
LvRegSyon
3986.
3631
MWB 3,1 243,46; Bearbeiterin: Baumgarte
kilbe
Subst.
→ AWB 5,249 s.v. klîba
MWB 3,1 243,62;
kilbere, kilber
F.
zu ahd. kilbura stswF.
‘weibliches Lamm’
agna: chilbere Gl
3:444,5
(BStK926);
agna: kilbirra SummHeinr
2:57,5;
agna: kilbira ebd.
1:141,367;
weme schaf geraten wol, / dem wirt kiste und kaste vol, / er hat auch golt und
silber, / stiͤr und auch die kilber, / der maniges wol gedihet, / daz man ez zu
ostern wihet KgvOdenw
6,42
MWB 3,1 243,63; Bearbeiterin: Baumgarte
kilch-
→
kirch-, kirchen-
MWB 3,1 244,6;
kîlhouwe
swF.
‘Hacke zur Steinbearbeitung’, hier bei Belagerungen:
gâhes wurden dô bereit / trîbocken, [...] / ebenhœhe,
mangen, katzen [verschiedene Belagerungsmaschinen] / mit
kîlhouwen und mit kratzen UvEtzAlex
2516;
die Kriechen [...] mit kîlhouwen und mit slegeln /
vaste an dem stein flegeln [dreschen] / begunden unde
brechen, / [...] / den stein sie sêre brâchen ebd.
21787.
– im Vergleich:
ein stoltzer ivnger degen, / [...] / rechte als ein
kilhowe / waz sin antlvtze geschaffen Wachtelm
32
MWB 3,1 244,7; Bearbeiterin: Baumgarte
kilîn
Adj.
‘für Schreibfedern, für Kiele’ (hier mit vaʒ zusammengeschrieben
(vgl. Lexer, Nachtr. 271 s.v. kilvaʒ):
gehangin an sinem gurtil was / ein tofel und ein kelinvaz. / an sines rechtin
oren zcil / trug he einen schribekil PfzdHech
279,20
MWB 3,1 244,18; Bearbeiterin: Baumgarte
kill
swM.
ein Fabeltier, das im Meer lebt:
von dem killen [Überschrift] .
kilion, oder killon als ain ander puoch hât, daz mag ain kill haizen. daz ist ain
wunderleich merwunder BdN
238,7
u.ö.
MWB 3,1 244,23; Bearbeiterin: Baumgarte
kilvaʒ
stN.
→
kilîn
Adj.
MWB 3,1 244,27;
kîme
swM.
‘Keim’
germen: kime VocOpt
48.061;
SummHeinr
2:319,147.3;
PsM
H 17,2;
diu âmeize hât grôze arbeit, / swenne si den sumer korn în treit, / wenne si
ein ieglich korn speltet / daz si durch daz jâr beheltet, / ob ein regen ez begieze,
/ daz iht kîmen dâr ûz schieze Renner
20054
MWB 3,1 244,28; Bearbeiterin: Baumgarte
kîmelen, kîmeln
swV.
‘keimen, Keime austreiben’
si peizent daz korn enzwai daz si eintragent, daz ez icht
anderwaid keimel und grüen BdN
302,7
MWB 3,1 244,34; Bearbeiterin: Baumgarte
kîmen
stV.
→
kînen
MWB 3,1 244,37;
cimolea
Subst.
hier chimolea.
als Heilmittel verwendete kimolische Tonerde (vgl. MlatWB 2,567 s.v.
cimolia):
swenne di cit cumet daz si daz
[Kind] gebern sol, so sal si erste sitzen in bade.
[...] man sal ir ouch di bein netzen mit wazzer vnde
mit ezzige, da chimolea si inne getempirt SalArz
65,36;
[bei unkontrollierbarem Harndrang] schaffe, daz he sich
salbe vorne an der rore mit chimolea vnde mit ochsen galle ebd.
60,4
MWB 3,1 244,38; Bearbeiterin: Baumgarte
kin
stN.
→
kinne
MWB 3,1 244,47;
kindach
stN.
hier kindahe.
Kollektivbildung zu
kint
(vgl. Mhd. Gr. Wortb. § S 52-55), ‘Gesamtheit der Kinder, Kinderschar;
Nachkommen’
saget im ouch daz er mir chome mit al sîner hebe, / heizze
sîniu hîen [wohl alle, die zum Haushalt dazu gehören (Familie,
Bedienstete)] sîn fihe mit trîben, / daz er unt sîniu
chindahe [entspr. Gen. 45,9
filii tui et filii filiorum tuorum
] deme hungere inphlihe / noch ime daz fihe florn werde
Gen
2448
MWB 3,1 244,48; Bearbeiterin: Baumgarte
kindebet
stN.
→
kintbette
MWB 3,1 244,57;
kindechîn
stN.
auch kindekîn (zur Mode, die flämische Sprache nachzuahmen, vgl. Anm.
zu
Helmbr
717
).
Dimin. zu
kint
‘kleines Kind, Kindchen’
iz was ein gut einfeldig man, [...], der hatte ein
kindichin, daz was gereite funf jar alt wordin Köditz
72,5.
92,6.
97,29.
98,5.
– als Anrede an Erwachsene (vgl.
kindelîn
3 und s.o. Anm.z.St.):
vil liebe soete kindekîn, / got lâte iuch immer sælec sîn!
Helmbr
717.
747
MWB 3,1 244,58; Bearbeiterin: Baumgarte
kindegelîch
Indef.-Pron.
‘alle, wie die Kinder; ein jeder, wie ein Kind’ (zu gelîch mit
vorangest. Gen. Pl. vgl. 2
5Mhd. Gr. § S 127, Anm.):
sîner schame [wegen der
Mantelprobe] kindegelich vergaz / und wurden von dem mære vrô
UvZLanz
6176;
machet sie [die Lieder] kurze unde ringe unde daz
sie kindegelîch wol gelernen mügen PrBerth
1:406,3
MWB 3,1 245,3; Bearbeiterin: Baumgarte
kindekîn
stN.
→
kindechîn
MWB 3,1 245,11;
1kindel
stN.
→
kindelîn
MWB 3,1 245,12;
2kindel
stN.
Maßeinheit (aus mlat. quintale ? ‘Quintchen’, vgl. DWB 5,768
s.v. kindlein,4.):
item in receptione thelonei salis datur de cuppa ii den. item de xii chindel
ii den. et hoc in depositione, in eductione autem de cuppa datur i den. et de xii
chindel i den. UrbBayJ
366;
UrbBayS
3,594
MWB 3,1 245,13; Bearbeiterin: Baumgarte
kindelærinne
stF.
Bez. der Gattin Heinrich Kindelers, die als Verkäuferin urkundet (swF.?; zu
koufen umbe als Konstr. zur Angabe des Verkäufers vgl. Grimm, Dt. Gr.
4,1014f. ):
das ich geben han lidig und lere und unverkúnbert das hus mit allem dem, so
darzuͦ hoͤret, [...], das ich koͧfte umbe die Kindelerinen
[von der K.] , ze einem regelhuse zwelf armen
swesteran iemerme darinne ze belibende dem priol ze den Brediern ze Friburg in
Brisgoͤwe UrkFreiburg
3:314,1
(a. 1316)
MWB 3,1 245,19; Bearbeiterin: Baumgarte
kindelbette
stN.
auch -bedde (
MarlbRh
37,28
); kinde- (
Elis
2215
) verschrieben? (vgl. kindel-
Elis
2371.
8279
).
Zeit (40 Tage) nach einer Geburt, in der Mutter und Kind besonderen Schutz und
Pflege genießen, ‘Wochenbett, Kindbett’ (vgl.
kintbette
):
wanne di zit ein ende nam / ir kindebettes innekeit, / daz si dan nach
gewonheit / solde nach den vierzic dagen / ir kindelin zu kirchen dragen
Elis
2215
(vgl.
kintbettærinne
).
8279;
der vride derumbe dô geschach, / wand in dem kindelbette lac / Marîâ, daz sî
niht enwürde / sô schier betruobt nâch ir gebürte Philipp
2651;
dirr mensch wart enzüket und wart geladen in daz kindelpet der reinen,
keuschen junkfrauwen Marie AdelhLangm
94,2;
MarlbRh
37,28.
38,27;
HvNstAp
2774;
Wernh
A 3464.
– in der Wendung (in) ~ ligen
‘im Kindbett liegen’
ir vrûnde iz ouch vernâmen; / mit gâbe sie ir quâmen, / sam man noch vil gerne
pliget, / wâ man kindelbette liget Erlös
3002.
2738.
2897;
sô die frouwen in kindelbette ligent PrBerth
322,19;
wa arme vrouwen inne / kindelbettes lagen, / nach den began si vragen, / di
wolde si ummer schouwen / unde mit ir gabe erfrouwen Elis
2371.
– übertr.:
das got eweclichen vs geborn hat sin ein geboren sun vnt gebirt in nv vnt
ewecliche. vnt alsus lit er in kindel bette in einer ieclicher guoter vnt us
brachter vnt inwonender sele PrWack
66,75
MWB 3,1 245,29; Bearbeiterin: Baumgarte
kindelbetten
stN.
subst. Inf. (?), wohl die Gesamtheit der Aufgaben, die sich mit der Pflege des
Neugeborenen und der Wöchnerin beschäftigen (s.a.
kintbetten
swV.):
vrewe dich! under dînen rippen / wart got mensche; in einer krippen / was dîn
reinez kindel betten MarGr 18
343.
– wohl hierher (oder zu
kindelbette
?):
Rachel unt Salomê / die wâren ze chindelbetten ê / gewesen
alle zîte / in der gegene wîte Wernh
4228;
we den di im chindelpeten sint vnd den di chinder savgent in
den tagen [
vae autem praegnatibus et nutrientibus Mt 24,19]
EvAug
60,4
MWB 3,1 245,56; Bearbeiterin: Baumgarte
kindelbrôt
stN.
hier kindebrot.
Ansatz und Bed. unklar; hier wohl eine Opfergabe in Form eines Brotes (vgl. mnl.
Beleg DRW 7,824 s.v. Kindsbrot); DWB belegt für die Lausitz
‘Kindtaufessen’ (5,730 s.v. Kindelbrot; s.a. Johansson,
NvJer., S. 197f.):
daz sî durre huite / von pferdin unde rindin / mûstin ân
irwindin / ezzin vor dî hungirnôt; / (ich wêne, daz in kindebrôt / dâ vil sûze wêre)
NvJer
12554
MWB 3,1 246,4; Bearbeiterin: Baumgarte
kinde|lege
stF.
‘Gebärmutter’
ist der frowen harn truobe als des vihes, sô sint sie siech in
der chindelege, diu dâ haizet matrix, unde in der wambe, daz ist diu vulva
Barth
131,13
MWB 3,1 246,13; Bearbeiterin: Baumgarte |