churrun
stN.
→
kurdewân
stMN.
MWB 3,1 236,49;
kibelen, kiveren
swV.
auch kivelen, kipelen.
‘zanken, keifen’ (vgl.
kîben
):
von ainem ogen blik / tuͦt er [der
Teufel] es [das Band der Ehe] wilunt sich
zerrivern / und fuͤget kriegen und kivern, / zúrnen, fluͦchen, rassen, / an ander
nyden, hassen / die sament lieplich solten leben SHort
5898;
so beginnet er zekiverne vnd zesingene eine hvndes messe
SelbhReg
436,22;
sô getân kipeln und klagen [wenn der Herr dem Gesinde vorhält,
was er alles kaufen ließ] / füllet selten mir den magen
Renner
5381.
4107;
wan er von gewonheit sundet. / alleyne da wider
vervlizzen [beflissen, eifrig] / kyvele dy sine
gewizzen, / doch nymet sin bosheit uberhant Hiob
7280
MWB 3,1 236,50; Bearbeiterin: Baumgarte
kibelwort
stN.
hier kivel-.
‘Streitwort’
dâ mite enpfliuhet er vil schaden [...] an spotte, an
müeziger rede, an unnützen mæren, an urteilen, an kivelworten DvASchr
318,5
MWB 3,1 237,1; Bearbeiterin: Baumgarte
kibelzære
stM.
jmd., der Streit entfacht, ‘Aufrührer’
so sol er doh wusscin [wissen] ,
daz er die regulam sins tegans old sins propstis, dv ime gesezzit ist, bihaltin sol.
vnde tvͦt er andirs so solm [soll man ihn] nvt han vur
ein priestir, wand vur ein chebilzere [
non sacerdos sed rebellio iudicetur
]
BrEng
62
MWB 3,1 237,5; Bearbeiterin: Baumgarte
kîben, kîfen
swV.
zur lautl. Entwicklung vgl. DWB 5,442f. s.v. keifen.
‘schimpfen, laut die Stimme erheben’
do mocht nit lǎn der juden nid, / si muͦstend dennocht gen im kÿben / und
maͤnig falt gespoͤt triben KvHelmsd
2069.
– subst.:
ouch irret mich vil manik zage, / der mit kiben / mich vertriben wil
Damen
3,3;
daz [kurze Ausfälle gegen die sie
Bestürmenden] tribbin sî sô dicke, / daz sî inhant zu schricke /
den sturmindin ûzlîfin / und kegin in mit kîfen / dâ hîlden manch gedene
NvJer
23025
MWB 3,1 237,12; Bearbeiterin: Baumgarte
kiberære, kiverære
stM.
jmd., der zänkisch herumkeift, kläfft (s.u. hundes messe) ‘Kläffer,
Zänker’
bruͦder kiuerere ist da sanchmeister. swenne der icht tuͦn sol, daz in sin
meister heizet, daz wider sinen willen ist, so beginnet er zekiverne vnd zesingene
eine hvndes messe SelbhReg
436,21
(s.a. Glr.z.St.)
MWB 3,1 237,23; Bearbeiterin: Baumgarte
kîbic
Adj.
‘aufsässig, streitlustig’
daz kumet da von, daz ich kibic bin unt wider spriche SiebenTodsünden
III
327;
das man [...] weder stritig noch
kibig si; sunder man sol sich leren lossen und stille sin Tauler
234,5
MWB 3,1 237,30; Bearbeiterin: Baumgarte
kîche
swF.
‘Gefängnis, Kerker’
in der cheichen BWB (Sch)
1,1219
(Hist. Fr.; a. 1318)
MWB 3,1 237,35; Bearbeiterin: Baumgarte
kîche
swFM.
krankhaftes Keuchen, wie es bei Asthma oder Keuchhusten u.ä. auftritt,
‘Atemnot, Keuchen’
si [
metridatum ist ein muter aller opiate 104,1] ist gut
fur den husten vnde fur daz asma, daz ist di chiche SalArz
104,19;
ez [
abrotanum
] hilfet ouch zu allerhand sache, di der brust werrende ist. iz hilfet
vor den kichen unde vortribet den husten [
sic quoque dys[p]noicis prodest tussimque repellit
]
Macer
2,5.
21,14.
86,4.
– phras. ‘jmdn. vom Husten/ Keuchen kurieren, vom Atmen heilen’
i.S.v. ‘jmdn. töten’ (vgl. NeidhWB, 151):
trîbet erz [der vrouwe des Sprechenden zu nahe zu
treten] die lenge, / bestât er danne dâ, / man hilft im ûz der
kîchen [vgl. bes. die Laa. ia búß ich im den keychenn Hs.
c; man hilfet im der keychen Hs. R]
Neidh
WL 10:5,7
(vgl.
Martina
181,51. 78
→
huoste
swM. und →
kîchen
swV.)
MWB 3,1 237,37; Bearbeiterin: Baumgarte
kîche
swM.
eine Vogelart:
von dem keichen. kiches haizt ain kaich.
[...] wenn des selben vogels kinder sô stark worden
sint und sô wol gevidert, daz si gefliegen mügent, sô speisent si vater und muoter
BdN
202,31
MWB 3,1 237,54; Bearbeiterin: Baumgarte
kîchen
swV.
‘keuchen, nach Atem ringen’
swer sehzic iar ergrifet / [...] sin craft im
entwichit / er draset [schnaufen, schnauben] vnde kichit
/ sin aten vbil smeckit Martina
124,82;
swer swere edemt oder kichet Macer
11,13;
verbena mit wine getrunken hilfet, di da kichent ebd.
64,2
u.ö.;
welch ros kyͤchet, deme gyp nicht czu essyn wenne ruͤckyͤne
clyͤen [Kleie von Roggen] : so wirt ys gesunt
Albrant
2,16.
– subst. Inf.:
toste [d.i. Oregano] gesoten
[...] ist guͦt vor daz kichen Macer
48,7.
– subst. Part.Präs.:
[Plinius] dar abe [von der angeblich giftigen
Pflanze] hat gegebin heilsame trenke den, di dumfic
[verschleimt] warin, unde ouch den kichenden, das saf
mit wine getempert Macer
52,5
u.ö.
– phras. ‘jmdn. vom Husten/ Keuchen kurieren, vom Atmen heilen’
i.S.v. ‘jmdn. töten’
er wolde im niht entwichen / e daz er im daz kichen / buozte vnd daz kallen /
vor den liuten allen Martina
181,78
(vgl.
ebd.
181,51
→
huoste
swM. und
Neidh
WL 10:5,7
→
kîche
swFM.)
MWB 3,1 237,59; Bearbeiterin: Baumgarte
kicher, ziser
FM.
auch ciser; aus lat. cicer.
‘Kichererbse’
cicer: kichera SummHeinr
2:245,02.23
u.ö.;
gip im ouch ringe spise, nicht wen cisern mit ezzige. vnde
klaren win SalArz
46,55.
10,32
u.ö.;
BdN
389,10
u.ö.;
beide kichern und erweiz, / wes ich mich der ie gefleiz, / des kund ich
erwerben niht KgvOdenw
13,79;
zisern unde bonen / gent mir niht hohen muot. / wil mir der
hohste lonen, / so wirt daz trinken süeze und ouch diu spise guot
Tannh
13,61;
Wh
59,2.
– als Symbol für Geringfügigkeit:
er hete eine kichirn / genuͦmin vor Salerne [im
Tausch gegen Salerno]
Athis
B 8;
auch phras. niht ein ~
‘nicht ein bisschen, nicht die Bohne’ (vgl.
areweiʒ
,
bône
,
ei
,
hâr
u.ä.):
jr sollent jne [den Sieg bringenden Stein] legen in
den munt, / so werdent ir leydes sicher / vnd gebent niht ein kicher / vmb aller der
welt fijntschafft Krone
25007;
wær ich des sicher, / ich gæbe niht ein kicher, / swie vil man mich mit reht /
an wîget oder an vêht Ottok
32527.
18404.
8959
MWB 3,1 238,16; Bearbeiterin: Baumgarte
kicherkrût
stN.
‘Kichererbsenpflanze’
von dem kicherkraut. cicer haizt ain kicherkraut und hât
klaineu pleter wan die fasœln oder wan die pôn BdN
389,7
MWB 3,1 238,37; Bearbeiterin: Baumgarte
kichermel
stN.
‘Kichererbsenmehl’
die kichern machent die stimm klâr, dar umb, daz si die
lungen paz fuorent dann kainerlai ander dinch, und dar umb macht man saufen
[schlürfbare Flüssigkeiten] auz dem kichermelb
BdN
389,23
MWB 3,1 238,41; Bearbeiterin: Baumgarte
kîde, kît
stN.
‘Spross, Keimling, Schößling’
als wand erde bringet chît sin [interl. zu sicut enim terra
profert germen suum
]
PsM
Per 23,11.
Per 16,9;
konig Ban [...] weynt syn sunde vor
unserm herren gott und brach dru kit grases in die ere der heyligen dryvaltikeit
Lanc
13,15;
diu sêle enkan sich niemer sô gar enblœzen, diu gotheit gê ir vor, als daz
niht [Nichts] , dâ nie kîde abe geschaffen wart noch dâ
niemer kîde abe geschaffen wirt Eckh (Pf)
532,34
MWB 3,1 238,46; Bearbeiterin: Baumgarte
kidel
F.
Bed. unklar (Weinhold [vgl. Lexer, Nachtr.], verweist auf flandr. kite,
kiete, kuyte
‘Fischeier’ und erwägt ‘Fischblase’):
wenne di kidel von wazzere wirt, / itslich visch do des todes
birt Brun
2600
MWB 3,1 238,56; Bearbeiterin: Baumgarte
1kiel
stM.
Bez. für einen (großen) Schiffstyp (z.B.
Rennew
13164
u.ö.;
Wh
9,2;
Kreuzf
545.
3725
), auch allg. Oberbegriff ‘Schiff’ (z.B.
Wh
438,5
):
volleclîche lanc drî raste / ein kiel anem andern stuont, /
urssier, kocken, tragamunt, / die kleinen und die grôzen, / mit banieren überstôzen
Wh
438,5;
daz mer getruͦg nie me / so manic shif mit ein ander: /
kiele, sheitis, shalander, / kocken, buzzen, galiden / manigen breiten segel von
siden / sach man uf dem mer da fuͤren Rennew
13164.
– die meisten Belege sind für eine Zuordnung zu unspezifisch:
trieris latine, grece dulcon dicitur id est kiel SummHeinr
1:361,244.
2:96,233;
von segel balde gêt der kiel Parz
660,4;
vil kum er bat die
verien [Seeleute] / daz sie die riemen leitent zuͦ /
und den kiel lanten bi der fluͦ SHort
10906;
der muoz den kiel wîsen / sô er ûf dem mere gât, / nâch dem
sterne Tramedât Volmar
590;
er schufte dâ manegen über bort. / si vluhen unz an des
kieles ort [Spitze] , / etslîche unz in die
sentîn [unterer Schiffsraum]
Wh
415,8;
EnikWchr
15301;
SAlex
1104.
–
kiel und schif:
diz schif, daz was der êrste kiel, / der ie ze Kriechen wart
gesehen KvWTroj
6850.
18735;
der beraitet ze ainen zîten sine kiele unde siniu schef PrSchw
2,32(2x).
–
kiel und barke:
des [Geldes] enkan ich niht
[...] geschiffen ûf daz mêr in kieln noch in barken
Walth
27,9;
sie wurfen eine barke / in daz mer vur den kiel Pass
I/II (HSW)
41057.
– in Vergleichen und übertr. Bildern:
von Liuhtenburc her Zmiel, / der reit ein ros als ein kiel /
grôz, michel unde wît EnikFb
3120;
reht als ein kiel walget ûf des meres ünden, / alsô viel er in den strît mit
sînes heres krefte Loheng
4366.
3187;
KvWTurn
779.
–
Sŷrênen clanc, / der dônes vanc / ze grunde zôch der sünden
kiel KvWLd
1,138;
Brun
10481.
– unklar (unaufhaltsam wie ein Schiff in Fahrt?):
daz bluot muoz von iu als ein [
ein ist Konjektur] kiel: / daz wil sîn iuwer
hagel [hier ‘Verderben’?]
Virg
903,9
MWB 3,1 238,61; Bearbeiterin: Baumgarte
2kiel
stM.
→
kîl
MWB 3,1 239,36;
kielbanc
stF.
‘Bank auf einem Schiff (Ruderbank?)’
er hatte sich verborgen / under einer kielbanc Brandan
709
MWB 3,1 239,37; Bearbeiterin: Baumgarte
kielbrüstic
Adj.
‘schiffbrüchig’
belîbent si die lenge in dirre vreise, / sô werden wir kielbrüstic ûf der
reise RvZw
170,8
MWB 3,1 239,40; Bearbeiterin: Baumgarte
kielgesinde
stN.
‘Schiffsmannschaft, Seeleute’
al daz kielgesinde / von ime und von dem kinde / unmuotic
wart Tr
2337;
daz kielgesinde bat got daz / [erg. er
] sîner verte phlæge Reinfr
23610
MWB 3,1 239,43; Bearbeiterin: Baumgarte
kielkemenâte
swF.
‘Raum auf einem Schiff, Kajüte’
nu was den vrouwen zuo zir vart / mit Tristandes râte / ein
kielkemenâte / nâch heinlîcher sache / gegeben zuo zir gemache Tr
11538
MWB 3,1 239,47; Bearbeiterin: Baumgarte
kielmeister
stM.
jmd., der auf einem Schiff die nautische Leitung hat:
den kielmeister bat er / kêren ûf daz wilde mer Brandan
720
MWB 3,1 239,51; Bearbeiterin: Baumgarte
kien
stM.
1 übers. lat. pinus
‘Kiefer’ und taeda
‘Fichte’
2 harzige Teile, Späne des Kiefern- (und anderen Nadel-)holzes, ‘Kienholz,
Kienspan’ (wird zum Feuermachen und als Fackel verwendet), hier übertr. 3 Harz, wohl vor allem der Kiefer oder wie 2
1
übers. lat. pinus
‘Kiefer’ und taeda
‘Fichte’
pinus: pinboͮm vel fiehta vel kien SummHeinr
1:179,124
u.ö.;
teda: kien VocOpt
10.059
2
harzige Teile, Späne des Kiefern- (und anderen Nadel-)holzes, ‘Kienholz,
Kienspan’ (wird zum Feuermachen und als Fackel verwendet), hier
übertr.:
du [Maria] bist ein vackel unde ein
kien, / diu vor im [Gott] hant gebrunnen
KvWGS
712;
da im der himilschliche kien / mit tusint liehtin zvndet
Martina
23,80
3
Harz, wohl vor allem der Kiefer oder wie 2:
vörheinz [von Föhren (Kiefern)]
holz ist voller kiens und dâ macht man lieht auz BdN
314,16;
so warf dis selbe lut / hartz, pech, werc, kien deste me, /
merende der kindre we [in dem Ofen]
Daniel
1433
MWB 3,1 239,54; Bearbeiterin: Baumgarte
kienast
stM.
Ast aus Kienholz, harzhaltigem Kiefernholz zum Feuermachen oder für Fackeln (vgl.
kien
):
und bringen har in den hof [...] ein burdelin
kienastes WeistGr
1,666
(a. 1320)
MWB 3,1 240,5; Bearbeiterin: Baumgarte |