k – cadmia kaf – kalc calcaire – 2kalle 3kalle – kaltlîchen kaltnisse – kamerærse kamerbëlle – kamerselde kamersidel – kampfer kampfgenôʒ – kampfwât kampfwërc – kanonîen kanonike – kanzelschrîbære kanzwagen – Cappadociære kappân – kappûnen capût (?) – kardenâldiaconus karele – karra(t)sche karre – karthiusære kartur – kæselîn kæse|lüppe – kasten kastenære – kathecuminus kathezizieren – kauerære (?) kauergerihte – kefse 1kegel – keisertuom keitivic (?) – kelken këllære – këlre këlstëchære – 2kemelîn kemelînvleisch – kendelîn kenecte – keppechîn keppeler – kerkerhaft kerl – kerrîne kerschlich – kerzîn kerzlach – ketenwambîs kettelinc – keʒʒelære keʒʒelærinne – kîche kîchen – kiesærinne kiesen – kindebet kindechîn – kindestac kindestohter – kintbettegemach kintbetten – Kiperære Kiper(e) – kirchenbrëchære kirchenerbe – kirchhërre kirchhof – kirchtac kirchtor – kirnen kirnîn – kitzelen kitzelîn – kiuwe kiuwen – klâfterlanc klâftermâʒe – klagenôt klagerede – klamben klamen – klæret klârheit – klëber klëbereht – klegerse klêgrüene – kleinlîche kleinlîcheit – kleinvüegunge kleinzëhende – klepfze kleppisch – klinge klingelære – klobeholz klobelouch – klôsterknëht klôsterlëben – klôsterweide klôsterwërre – klûde klüege – klupfen kluppe – klutterât klûwen – knëhtelîn knëhten – kniel (?) knieleip – knodebôʒe knödel – knubelen knugelîn – kobel kobel – kochman kochsudel – kôle kôlegruobe – kolner kölnisch – komelinc komen – condewier condewierde – konkavelite, konkavelit conplêt – convëntkopf convëntswester – koraze (?) körbelîn, körbel, körblî – körnære kornban – kornmesse kornmetze – corporâl corporâlgewæte – kostebæric kostebærlich – kötze kotzeht – koufgenôʒ koufgiric – koufschalc koufschanze – krachen kradem – krâme kræmel – kranc- krancmüetic – 1krapfe 2krapfe – krëb(e)ʒ krëbeʒen – krefticheit krefticlich – kreiʒgengel kreiʒlingen – kreter kretscheme – kriechelîn kriechen – krîgen krîieren – krippen- krîsch – kristâbent kristalle – kristenin kristenisch – kristiâne kristier – kriutener kriuzaltære – kriuzloht kriuzphenninc – 1krœnen 2krœnen – krotenstein krotenstutz – krülle krüllel – krupfei krüpfen – krûtmezzer Krûtnowe? – kûchen kuchenære – küechelmël küefelære – kugelhuot kügellîn – kumberlich kumberlîn – kûmen kumer – kunde künde – künftigære kunftlich – künigeslêhen künigessilber – künstelîn künstelôs – kuntmeister kuntsame – kuosërtærinnesun kuo|smër – kuppe 1kuppel – kurdewân kurdewænære – kurpen kürre – kurtois kurtoisîe – kurzwîle kurzwîlen – kuster kusterîe – kutzelvleisch kützen – kûze
|
keinic
Adj.
‘kein’
herre, ich mag seine keinig weis nit derpeiten
[warten] . ez ist zu lank dar
AdelhLangm
37,5
MWB 3,1 182,24; Bearbeiter: Luxner
keinvisch
stM.
Übers. von lat. nullus, das allerdings auf eine Verlesung von lat.
mullus (eine Barben-Art) zurückgeht (vgl. Hwb. dt. Abergl. 4,
1240):
nullus haizt ain kainvisch. der hât den namen dar umb, sam
Isidorus spricht, daz er waich ist und gar unlustich ze ezzen BdN
255,28.
255,27
MWB 3,1 182,27; Bearbeiter: Luxner
keiser
stM.
‘Kaiser’
1 oberster weltl. Herrscher (auch als Anrede und Titel; vgl. differenzierter DRW
6,681-686 sowie WMU 2,987; zur Sache s. ferner LexMA 5,851-856 sowie 2 HRG 2,1496-1504) 2 Bez. für Gott oder Christus 3 Bez. für die Bienenkönigin (vgl.
wîsel
)
1
oberster weltl. Herrscher (auch als Anrede und Titel; vgl. differenzierter DRW
6,681-686 sowie WMU 2,987; zur Sache s. ferner LexMA 5,851-856 sowie 2HRG
2,1496-1504):
zwei swert liez got ûf ertrîche ze beschirmen die kristenheit.
dem bâbest ist gesetzet daz geistlîche, dem keiser daz werltlîche
SpdtL
81,8
u. ö.;
daz Pippin keisir wurde Roth
5065;
edel keiser Fôcas Eracl
4154;
daz ist Karl der cheiser Rol
11;
were alle die werlt an in gekart, / vnde daz er keiser were,
/ er were mir vnmere [zuwider]
Herb
12589;
was sol ein keyser one recht, ein babest on barmunge?
SM:Ga
1a: 1,1;
RvEBarl
9385;
Parz
13,11;
NibB
49,3.
–
rœmischer ~
oder
~ von(e) Rôme als Bez. für den röm. wie auch den deutschen
Kaiser:
der rœmische keiser Karl nie / eines tages sô manegen
helt verlôs, / die man ze vürsten ûz erkôs Wh
180,28;
bis dû Andrêas, der unsir gote cestôrit, unt rêtis den
lûtin einir hande geloubin, den der keisir von Rôme virbotin hât allen den, die
in deme rîche sint? PrMd (J)
342,3;
Friderich, von gotz gnaden keiser von Rome, ein mêrer des riches
UrkCorp (WMU)
1653,3
u. ö.;
GrRud
Db 29.
– Bez. heiliger ~
für Karl d. Gr., wohl noch nicht i. S. der Heiligsprechung Karls zu
verstehen (vgl. Kartschoke, Rol., S. 688f.):
heiliger kaiser, / uoget witwen unde weisen
Rol
2861.
9001.
– im Gleichnis mit Gott (vgl. 2):
daz ist der cheiser vnd der bezeichent vnsern herren
PrBerthKl
2,15
u. ö.
– im Sprichwort (vgl. Friedrich, PhrasWB, S. 241 und TPMA 6,400-402):
man sprichet und ist och war: ‘des kaisers dienste man ist groͤsser denne
ein grâf’ PrGeorg
43,10;
eins keisers lîp vil bœser ist / nâch tôde denne eins hundes mist
Renner
15517;
zu Mt 22,21 (auch Mc 12,17 und Lc 20,25):
gebt dem cheiser daz dez chaisers sei
PrOberalt
170,31;
ir sult gote unde dem keiser geben / ir reht, welt ir rehte leben
Freid
25,11;
ir sult vil rehte nemen war, / daz ir dem keiser gebt daz
sîn Ottok
471;
Walth
11,28;
SSp (W)
3:42,5.
– als Bestandteil von Personennamen:
her Hertneid der Chayser UrkCorp (WMU)
N347,18
u. ö.
2
Bez. für Gott oder Christus:
wan du, keiser, vil wol weist, / vater, sun, hêrre geist, /
daz er gewalt an mir begêt Wig
3062;
alsus lobe ich / dich, minneclîcher keiser LobGesMar
55,4;
ich bitte dich, keyser aller eren und crone aller fúrsten,
herre Jhesu Christe Mechth
6: 37,48.
1: 12,2;
MarlbRh
131,32;
PrOberalt
170,20.
–
~ aller künige u. ä.:
dû cheiser aller chünige bist KvHeimHinv
932;
si enphiengen in mit eren, den cheiser aller herren
AvaLJ
109,4;
Krist, aller künege ein keiser hêr RvEBarl
13948.
1963;
auch:
chunech aller keisere SüklV
722.
–
himelischer ~
:
do wart des himlischen cheisers pilde wider geniwet an
dem menschen PrOberalt
126,7
u. ö.;
– bezogen auf Maria:
wis gegrüezet, keisers adel Kirchenl
199,40
3
Bez. für die Bienenkönigin (vgl.
wîsel
):
wenn auch der kaiser müed wirt, sô tragent in die sterkisten
peinen enpor BdN
291,6;
der peinen kaiser machent mêr dann ainen sun ebd.
294,3
u. ö.
MWB 3,1 182,33; Bearbeiter: Luxner
keiserambet
stN.
hier -amt.
‘Amt des Kaisers, Kaiserwürde’
daz keiseramt wær im entseit EnikWchr
28673;
EnikFb
2607
MWB 3,1 183,30; Bearbeiter: Luxner
keiserinne
stF.
auch -în und -in; vereinzelt sw. (Konr
15,30).
‘Kaiserin’
1 als Gemahlin des Kaisers oder als weltliche Regentin (zur Sache vgl.
2 HRG 3,19-22) 2 übertr. 3 für Maria
1
als Gemahlin des Kaisers oder als weltliche Regentin (zur Sache vgl.
2HRG 3,19-22):
augusta vel imperatrix: keiserin SummHeinr
1:280,132;
dâ hæter sunder ûz genomen / drî gürtele den vrouwen drîn, /
daz keiserîn noch künigîn / nie keinen bezzeren gewan Tr
10820;
Athânais diu keiserîn [Gattin des Kaisers
Focas]
Eracl
2905;
diu keiserîn Athânais / diu was biderbe unde wîs ebd.
2453
u. ö.;
wir [...] römischer kaiser
[...] veriehen für uns, für unser fraw die kayserine
[...] offentlich an disem brief DRW
6,692
(Kogler, Kufstein; a. 1339);
die selben chetene, diu prahte diu
cheiserinne [Aelia Eudoxia, Gattin des Kaisers
Arcadius] ze Rome vnd chom zuͦ dem pabest Konr
15,20
u. ö.;
Parz
13,11;
Mechth
7: 40,5;
Seuse
420,23.
–
rœmischiu ~
:
wir Margareta von gotes genaden roemische keyserinne DRW
6,692
(Geschfrd. der 5 Orte; a. 1347);
sie sol hinnen für niht sîn / rœmischiu keiserîn, / wan
sie sô grôze missetât / vor der werlde verjehen hât Eracl
4368.
– in Vergleichen (bes. als idealisiertes Vergleichsobjekt):
si sitzet als ein keiserîn / behenket mit ir
merze [Schmuck]
KvWKlage
24,5;
si möhte wol keiserinne / von ir tugent sîn gewesen
Wig
734;
vrouwe Lârîe ouch komen was, / gekrœnet als ein keiserîn
ebd.
9354;
Mechth
7: 48,18
2
übertr.:
diu heilige schrift muoz immer sîn / doch aller künste keiserîn
Renner
13408;
diu wâre minne Karitas / ist aller tugende keiserîn LvRegSyon
3051.
4104.
– als Anrede für die (Gottes-)Minne:
ich danke dir, liebú gottes minne, vroͮwe keyserinne
Mechth
7: 48,92.
1: 3,14.
–
o Venus, keyserynne, / hie horet ware mynne / von dem
getruwen diner min! Minneb
5343.
– als Anrede für die Minnedame:
mîn trôst, mîn wunne, mîner sælden keiserîn / sol sie eine sîn
UvLFrd
322,26;
sô belîbest dû mir / mitten in dem herzen mîn, / ûzerwelte keiserîn!
Heidin IV
1342;
trût frouwe, mînes herzen keiserinne, / got weiz wol daz ich dich von
herzen minne KLD:Dürinc
6:2,5;
SM:KvA
1: 2,1;
MinneR 36
6
3
für Maria:
der güete und der genaden runs / gat von dir, keiserinne wis
KvWGS
535
u. ö.;
o Maria, erlichú keyserinne, gottes muͦter und vroͮwe min!
Mechth
3: 4,3
u. ö.;
aller tugende ein keiserîn, / du bist diu drî und bist diu ein KLD:WvM
5:2,3;
aller frouwen und meide keiserîn, / engel und heiligen fröuden schîn
Renner
6005;
BdN
182,10;
MarlbRh
2,36;
WernhMl
14544
MWB 3,1 183,33; Bearbeiter: Luxner
keiserlich
Adj. , -lîche
Adv.
adv. auch -lîchen.
‘kaiserlich’, wobei sich der Funktion des Suffixes entsprechend verschiedene,
z. T. auch sich überschneidende Gebrauchsweisen unterscheiden lassen (vgl. Mhd. Gr.
Wortb. A 102).
1 als Attribut für jmdn., der als Kaiser bezeichnet wird (von Gott bzw. Christus) 2 was einem Kaiser gemäß, angemessen, entsprechend ist 3 was einen Kaiser hervorbringt, erzeugt 4 was zum/ dem Kaiser gehört 5 was von einem Kaiser ausgeführt, bewirkt, veranlasst wird
1
als Attribut für jmdn., der als Kaiser bezeichnet wird (von Gott bzw. Christus):
wol mir, ich danken dir, keyserlicher gottes sun
Mechth
7: 23,2.
4: 24,20;
diz keiserlîche kint, / des himel, erde und wazzer sint / und allez, daz
darinne vert Erlös
3417;
Emanuel man nande / den keiserlichen dienstman Pass
I/II (HSW)
36981.
3515;
Seuse
91,34.
–
~ maget für Maria:
so hôrt den wunderlîchen list, / wie got unser herre Crist / geboren wart
in zîdes vrist / von einer keiserlîchen maget Erlös
69.
2049
2
was einem Kaiser gemäß, angemessen, entsprechend ist:
der keiser wirt lobelich / und wirt wachsend uf von jugent /
an voller keiserlicher tugent HeslApk
18928;
es zimit wol keiserlicher milthekeit, wol tvͦn den, die dem riche zvͤ allen
zithen getrúwe sint UrkCorp (WMU)
1653,4.
– adv. auch ‘nach Art eines Kaisers’
er lebete keiserlîche, / wander kundiz wol bedenken
SAlex
4027;
do er in sant Pêters münster gie / und man in keiserlich
enphie Eracl
4130.
4980;
Mai
188,34;
von Gott:
tet er mir nu den selben tôt, / den ih dir hat gedaht, / oder versenchit
mih sin chraft / also verre in abgrunde, / oder vergebe mir mine sunde, / so
riht er cheiserliche! Eilh
Rr1,14.
– bes. übertr. i.S.v. ‘herrlich, prächtig, stattlich’
wie gânt im sô gelîche in ein / diu sîniu keiserlîchen
bein! Tr
710
u. ö.;
sîn keiserlîchez houbet zimt ir [der Krone]
alsô wol, / daz sî ze rehte nieman guoter scheiden sol Walth
18,32;
er hete keiserlichen ganc / und einen küniclichen site
KvWTroj
3066;
JSigen
86,7;
RvEGer
2918;
adv.:
Agmennon kaysserlichen straitt GTroj
5933;
da were ein vrowe riche, / die gebe keiserliche / almuͦsin
vor ir suͦnde GrRud
Gb 26;
zimier [ritterl. Schmuck] und wapen stuͦnd im
keiserliche JTit
1396,2.
6225,3;
Tr
692;
Erz III
69,84;
MinneR 37
151
3
was einen Kaiser hervorbringt, erzeugt:
nû het den keiserlîchen segen / der keiser enpfangen und der wîhe regen / als
man ze keiser künige wîhen solde Loheng
6481
4
was zum/ dem Kaiser gehört:
by dem see in der mure der stat ist eyn keysirlich pallas und eyn hoys, das
hot XV pfortin kegin deme mittage MarcoPolo
29,19;
daz er ab zoch sein gewant, / sein chaiserlich chlaider
cehant GvJudenb
5006;
keiserlich gewant Eracl
2384;
RvEWchr
2317;
Loheng
7385.
– auf Gott oder Christus bezogen:
dô kam mit zeichenlîchen siten / von keiserlîcher stüele
kraft / dîn hœhste wort RvEBarl
2689;
oben uf dem boͮme des crúzes swebet die
allerschoͤnestú, keyserlichú, dúrninú crone des riches Mechth
7: 1,85;
di keiserliche crone / di ist ime [Christus] uf
gesetzet Glaub
1456;
HlReg
90,5;
Erz III
6,716
5
was von einem Kaiser ausgeführt, bewirkt, veranlasst wird:
sô gunnet mir daz ich bejage / iuwer keiserlîche gunst
KvWHvK
219
u. ö.;
er wold in wîhen dâ ze keiser / und machen ganz unde sleht /
alliu keiserlichiu reht, / diu er ze Rôm enphâhen solt Ottok
13542;
nv vernement den andren vride den der keiserliche gewalt gesetzet vnde
gestetet hat mit williger kvr SchwSp
111b;
StRSchlettst
28;
MGHConst
8:330,9
(a. 1347).
– auf Gott oder Christus bezogen:
diz ist ein keiserlîch gebot RvEBarl
9010
MWB 3,1 184,19; Bearbeiter: Luxner
keiserrëht
stN.
das durch den Kaiser bestimmte Recht (zur Sache vgl. 2HRG
2,1532-1535):
alse her [...] vornam daz des grozin Ditherichs
Gropin son mit eime andern pladekin [wohl: Störenfried (vgl.
Anm.z.St.)]
[...] den lantfrede gebrochin unde gefrevelt hattin, do liz
her obir si richtin mit dem swerte, also des daz keiserrecht begerte
Köditz
30,14.
17,6;
diss is der vurgang der keyserrechte KlKsr
Vorrede,Überschrift;
gewalt ir [Richter] den gerechten
tut, / valsch machet ir keiser recht, / strafet nicht der sunden knecht
Daniel
2779
MWB 3,1 185,23; Bearbeiter: Luxner
keiserrîche
stN.
Herrschaftsgebiet, Reich eines Kaisers, ‘Kaiserreich’ (hier
übertr.):
das keyserrich sol oͮch an der cronen stan gebildet
Mechth
7: 1,37.
7: 1,79.
–
ja næm ich vür ein keiser rich ir minniklichez kosen Regenb
3,452b.
– bezogen auf Maria als →
himelkeiserin:
vam throne dines keiserriches, / da du, vrow, eweliche riches
MarlbRh
131,33
MWB 3,1 185,34; Bearbeiter: Luxner
keiserschaft
stF.
‘Kaisertum, -würde’
künic- und hôhe keiserschaft / sîn [des Priesters]
hôher gewalt verrigelt und versigelet Boppe
1:12,13
MWB 3,1 185,42; Bearbeiter: Luxner
keisertuom
stN.
‘Kaisertum’
1 bezogen auf die Regierungszeit 2 bezogen auf das Amt, die Institution, ‘Kaiserwürde’
1
bezogen auf die Regierungszeit:
in dem achtzehenden iar unsers rychs und in dem fumften dez cheysertums
UrkMühlh
405
(a. 1332);
abir in dem funfzcênden jâre des keisertuͦmis Tibêriî des keiseres stûnt vore
[verwaltete] Pontius Pilâtus Judêam
EvBeh
Lc 3,1;
in dem 15 jar vnsers reiches vnd in dem andern des cheysertuͦms
UrkIndersd
62
(a. 1329);
UrkFrankf
2,262
(a. 1329);
StRLauda
183
2
bezogen auf das Amt, die Institution, ‘Kaiserwürde’
an den Rein ge mit in! / daz keisirtum von in gewin! Dalimil
63,106;
wir lesin ouch sulchiz tun / von Tyto Vespasiani sun, / wi der virnam di mere
/ wi daz sin vatir were / gekorn an romisch keisirtum PfzdHech
317,7;
sô möht er daz keisertuom dâ ze Rôme wol besitzen / und alle der kristen herre
sîn Loheng
4827.
4849;
StRBrünn
383;
EnikWchr
24995
MWB 3,1 185,45; Bearbeiter: Luxner
keitivic (?)
Adj.
wohl von mnl. keitivich (von keitijf aus afrz.
chaitif; vgl. Anm.z.St. sowie MNW 3,1284f.; s.a.
katîve
,
schêtîs
), hier keitunge.
‘unglücklich, arm’
da myn herre der konig die keitunge jungfrauwen in syn
beschirmung nam ein jare und einen tag Lanc
308,21
MWB 3,1 185,63; Bearbeiter: Luxner
keitunge
→
keitivic
MWB 3,1 186,5;
këlacker
stM.
Acker mit Vertiefung (vgl.
këlhalde
); hier wohl als Flurname:
in curia episcopi: de Wegelanger, daz Legenwis unus ager, retro pomerium auf
dem Kelacher unus ager TradSchäftl
462
MWB 3,1 186,6; Bearbeiter: Luxner
këlbant
stN.
verschrieben kle- (SHort
2700).
‘Halsfessel’
si hiess den kneht sa zehant / dar maniger hand bringen: /
klebant mit isen ringen, / armissen und ketten SHort
2700.
– wohl hierher (vgl. BMZ 1:132,6):
der hunt sprach: ‘daz wil ich dir sagen. / des tags muoz ich ein kelben
[l. kelbant; La.: kelbern
] tragen, / und muoz an einem seile stân / gebunden
[...]’ Boner
59,42
MWB 3,1 186,11; Bearbeiter: Luxner
këlbe
→
këlbant
MWB 3,1 186,19;
kelbelîn, kelbel
stN.
Dimin. zu
kalp
.
‘(kleines, junges) Kalb’
din vater hat getötet ein gemestez chelblein
EvAug
178,23;
des kälbleins flaisch, daz in der muoter leib getœt ist, ist
guot für vergift und hailt der slangen piz an dem menschen BdN
130,3.
131,15;
únser herre tuͦt in reht als ain rich man sim kaͤlblin: daz lat er gan
spilend und mit grosser vroͤde uf der haide, und swenn er wil so schleht er es an
daz hobet daz es tod lit PrGeorg
69,4;
Renner
12492;
Loheng
436;
Seuse
420,8.
–
des hirzs kälbel, sô daz gevangen wirt von ainem menschen und
wirt ain klain gefüert in panden, sô volgt ez dâ nâch dem menschen ungepunden
BdN
131,10.
129,33.
– im Sprichwort:
eines hat bewîset mich / ein spruch, der dik gesprochen wirt: / das ein
bluomoht kuo vil dik gebirt / ein vlekehtes kelbelîn Ammenh
3883.
– als Bestandteil von Personennamen:
Cvͦnrat kælbelin UrkCorp (WMU)
1360,1.
N511,2
MWB 3,1 186,20; Bearbeiter: Luxner
kelberbein
stN.
‘Knochen von Kälbern’
gegen des menschen biz vrumet kelber bein so si gebrant
werden vnde gepuluert SalArz
75,53
MWB 3,1 186,39; Bearbeiter: Luxner
kelberbûch
stM.
‘Bauch von Kälbern’
ez sol auch niemen cheinen chelberbuch noch cheinen
lemberbuch noch chein chitzin erschieben [(mit etw.) voll
stopfen] wande mit dem netze [Bauchfell oder
Fettnetz] daz davon chomen ist StRAugsb
200,15
MWB 3,1 186,42; Bearbeiter: Luxner
kelberhërre
swM.
wohl jemand, der die Abgabe für Kälber bezieht oder für die Eintreibung derselben
verantwortlich ist; evtl. auch ein reicher Viehstandsbesitzer (vgl. DRW 6,721), hier
als Bestandteil eines Personennamens:
Otto dictus Kelberherre DRW
6,721
(Scheffler,ANürnbNB.; a. 1263)
MWB 3,1 186,48; Bearbeiter: Luxner
kelberîn
Adj.
‘vom Kalb, kälbern’
vitulinum: chelbiriniz Gl
3:668,11
(BStK287);
kelberin uleisch ist wol getempirt. vnde machit gut blut
SalArz
16,52;
ein gugel man obene drûfe vant. / al frisch rûch kelberîn
Parz
127,7;
HvHürnh
38,9;
EnikFb
1041.
–
sanctus Lvcas nam angenge uon dem opphere des heiligen
Christes. da uon ist er gescriben mit chelberimme antlvzze Spec
118,21
MWB 3,1 186,55; Bearbeiter: Luxner
kelberschîe (?)
Subst.
Bed. unklar; falls Zweitglied zu →
schîe
(vgl. Lexer 2,723), dann wohl Bez. für einen sog. Kälberstall für Jungwild
(zur Sache vgl. Riesenthal, Jagd, S. 304f.); hier wohl bildl. von weiter
Kleidung:
wie suͤmlich tragent gelencket [mit einer Taille
versehen] / ir gewant nach dem nuͤwen schnit / etlicher nach dem
alten sit / dem wont ain langer mantel by / recht als er sy ein kaͤlberschy
MinneR 368
48
MWB 3,1 186,63; Bearbeiter: Luxner
kelbervël
stN.
‘Kalbsfell, -haut’ (vgl.
kalpvël
):
ir kleider waren kelber fel HvNstGZ
794
MWB 3,1 187,8; Bearbeiter: Luxner
kelch, kelich
stM.
‘Kelch’ (i. d. R. für den Abendmahlskelch):
calix: kelch VocOpt
12.034;
dâ der kelch mit wîne stêt / und diu oblat lît dâvor LvRegSyon
3136;
ich pringe die chirichtur / [...] /
und den alter plossen, / den kelich und das kirichgewant / und was man in der
kirichen fand HvBurg
5641;
mit in sûlen sî ouch zu deme sîchen vûren eine reinecliche
stôlen unde einen cinninen kelch unde eine wîze twêlen StatDtOrd
73,24;
Litan
1445;
Rol
258.
– übertr. (mit Bezug auf Mt 26,39 bzw. Mc 14,36):
als Matheus [...] / beschribet gantz
mit warer tat: / e got Crist zur martyr trat, / er bat und sprach: ‘ey, vater min, /
der kelch ge vur mich, mac iz syn!’ Hiob
1124;
daz ich ze der stunde den kelch miner bitteren marter allein
litte vúr ellú menschen Seuse
260,26
MWB 3,1 187,10; Bearbeiter: Luxner
këlch
stM.
‘angeschwollener, dicker Hals; Kropf’ (vgl. AWB 5,75f.):
struma: chelch Gl
3:438,70
(BStK926);
SummHeinr
2:484,408
MWB 3,1 187,26; Bearbeiter: Luxner
këlcheht
Adj.
hier -aht.
‘mit einer Geschwulst behaftet’, hier von Bäumen wohl ‘mit Maserknollen,
Wucherungen behaftet’ (vgl. Ganslmayer, Adjektivderivation, S. 285f.; anders
WMU 2,988):
als der grabe gêt von dem berig entriht fvͤr die chelchahten pvͦchen vntz in
die Saltzah immer mer ze tal UrkRait
401
(a. 1299)
MWB 3,1 187,29; Bearbeiter: Luxner |