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ABCDEF s.VGHIJKL
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k – cadmia
kaf – kalc
calcaire – 2kalle
3kalle – kaltlîchen
kaltnisse – kamerærse
kamerbëlle – kamerselde
kamersidel – kampfer
kampfgenôʒ – kampfwât
kampfwërc – kanonîen
kanonike – kanzelschrîbære
kanzwagen – Cappadociære
kappân – kappûnen
capût (?) – kardenâldiaconus
karele – karra(t)sche
karre – karthiusære
kartur – kæselîn
kæse|lüppe – kasten
kastenære – kathecuminus
kathezizieren – kauerære (?)
kauergerihte – kefse
1kegel – keisertuom
keitivic (?) – kelken
këllære – këlre
këlstëchære – 2kemelîn
kemelînvleisch – kendelîn
kenecte – keppechîn
keppeler – kerkerhaft
kerl – kerrîne
kerschlich – kerzîn
kerzlach – ketenwambîs
kettelinc – keʒʒelære
keʒʒelærinne – kîche
kîchen – kiesærinne
kiesen – kindebet
kindechîn – kindestac
kindestohter – kintbettegemach
kintbetten – Kiperære
Kiper(e) – kirchenbrëchære
kirchenerbe – kirchhërre
kirchhof – kirchtac
kirchtor – kirnen
kirnîn – kitzelen
kitzelîn – kiuwe
kiuwen – klâfterlanc
klâftermâʒe – klagenôt
klagerede – klamben
klamen – klæret
klârheit – klëber
klëbereht – klegerse
klêgrüene – kleinlîche
kleinlîcheit – kleinvüegunge
kleinzëhende – klepfze
kleppisch – klinge
klingelære – klobeholz
klobelouch – klôsterknëht
klôsterlëben – klôsterweide
klôsterwërre – klûde
klüege – klupfen
kluppe – klutterât
klûwen – knëhtelîn
knëhten – kniel (?)
knieleip – knodebôʒe
knödel – knubelen
knugelîn – kobel
kobel – kochman
kochsudel – kôle
kôlegruobe – kolner
kölnisch – komelinc
komen – condewier
condewierde – konkavelite, konkavelit
conplêt – convëntkopf
convëntswester – koraze (?)
körbelîn, körbel, körblî – körnære
kornban – kornmesse
kornmetze – corporâl
corporâlgewæte – kostebæric
kostebærlich – kötze
kotzeht – koufgenôʒ
koufgiric – koufschalc
koufschanze – krachen
kradem – krâme
kræmel – kranc-
krancmüetic – 1krapfe
2krapfe – krëb(e)ʒ
krëbeʒen – krefticheit
krefticlich – kreiʒgengel
kreiʒlingen – kreter
kretscheme – kriechelîn
kriechen – krîgen
krîieren – krippen-
krîsch – kristâbent
kristalle – kristenin
kristenisch – kristiâne
kristier – kriutener
kriuzaltære – kriuzloht
kriuzphenninc – 1krœnen
2krœnen – krotenstein
krotenstutz – krülle
krüllel – krupfei
krüpfen – krûtmezzer
Krûtnowe? – kûchen
kuchenære – küechelmël
küefelære – kugelhuot
kügellîn – kumberlich
kumberlîn – kûmen
kumer – kunde
künde – künftigære
kunftlich – künigeslêhen
künigessilber – künstelîn
künstelôs – kuntmeister
kuntsame – kuosërtærinnesun
kuo|smër – kuppe
1kuppel – kurdewân
kurdewænære – kurpen
kürre – kurtois
kurtoisîe – kurzwîle
kurzwîlen – kuster
kusterîe – kutzelvleisch
kützen – kûze

   keinic - këlcheht    


keinic Adj. ‘kein’ herre, ich mag seine keinig weis nit derpeiten [warten] . ez ist zu lank dar AdelhLangm 37,5

MWB 3,1 182,24; Bearbeiter: Luxner

keinvisch stM. Übers. von lat. nullus, das allerdings auf eine Verlesung von lat. mullus (eine Barben-Art) zurückgeht (vgl. Hwb. dt. Abergl. 4, 1240): nullus haizt ain kainvisch. der hât den namen dar umb, sam Isidorus spricht, daz er waich ist und gar unlustich ze ezzen BdN 255,28. 255,27

MWB 3,1 182,27; Bearbeiter: Luxner

keiser stM. ‘Kaiser’ 1 oberster weltl. Herrscher (auch als Anrede und Titel; vgl. differenzierter DRW 6,681-686 sowie WMU 2,987; zur Sache s. ferner LexMA 5,851-856 sowie 2 HRG 2,1496-1504)
2 Bez. für Gott oder Christus
3 Bez. für die Bienenkönigin (vgl. wîsel )
   1 oberster weltl. Herrscher (auch als Anrede und Titel; vgl. differenzierter DRW 6,681-686 sowie WMU 2,987; zur Sache s. ferner LexMA 5,851-856 sowie 2HRG 2,1496-1504): zwei swert liez got ûf ertrîche ze beschirmen die kristenheit. dem bâbest ist gesetzet daz geistlîche, dem keiser daz werltlîche SpdtL 81,8 u. ö.; daz Pippin keisir wurde Roth 5065; edel keiser Fôcas Eracl 4154; daz ist Karl der cheiser Rol 11; were alle die werlt an in gekart, / vnde daz er keiser were, / er were mir vnmere [zuwider] Herb 12589; was sol ein keyser one recht, ein babest on barmunge? SM:Ga 1a: 1,1; RvEBarl 9385; Parz 13,11; NibB 49,3. rœmischer ~ oder ~ von(e) Rôme als Bez. für den röm. wie auch den deutschen Kaiser: der rœmische keiser Karl nie / eines tages sô manegen helt verlôs, / die man ze vürsten ûz erkôs Wh 180,28; bis dû Andrêas, der unsir gote cestôrit, unt rêtis den lûtin einir hande geloubin, den der keisir von Rôme virbotin hât allen den, die in deme rîche sint? PrMd (J) 342,3; Friderich, von gotz gnaden keiser von Rome, ein mêrer des riches UrkCorp (WMU) 1653,3 u. ö.; GrRud Db 29. – Bez. heiliger ~ für Karl d. Gr., wohl noch nicht i. S. der Heiligsprechung Karls zu verstehen (vgl. Kartschoke, Rol., S. 688f.): heiliger kaiser, / uoget witwen unde weisen Rol 2861. 9001. – im Gleichnis mit Gott (vgl. 2): daz ist der cheiser vnd der bezeichent vnsern herren PrBerthKl 2,15 u. ö. – im Sprichwort (vgl. Friedrich, PhrasWB, S. 241 und TPMA 6,400-402): man sprichet und ist och war: ‘des kaisers dienste man ist groͤsser denne ein grâf’ PrGeorg 43,10; eins keisers lîp vil bœser ist / nâch tôde denne eins hundes mist Renner 15517; zu Mt 22,21 (auch Mc 12,17 und Lc 20,25): gebt dem cheiser daz dez chaisers sei PrOberalt 170,31; ir sult gote unde dem keiser geben / ir reht, welt ir rehte leben Freid 25,11; ir sult vil rehte nemen war, / daz ir dem keiser gebt daz sîn Ottok 471; Walth 11,28; SSp (W) 3:42,5. – als Bestandteil von Personennamen: her Hertneid der Chayser UrkCorp (WMU) N347,18 u. ö.    2 Bez. für Gott oder Christus: wan du, keiser, vil wol weist, / vater, sun, hêrre geist, / daz er gewalt an mir begêt Wig 3062; alsus lobe ich / dich, minneclîcher keiser LobGesMar 55,4; ich bitte dich, keyser aller eren und crone aller fúrsten, herre Jhesu Christe Mechth 6: 37,48. 1: 12,2; MarlbRh 131,32; PrOberalt 170,20. ~ aller künige u. ä.: dû cheiser aller chünige bist KvHeimHinv 932; si enphiengen in mit eren, den cheiser aller herren AvaLJ 109,4; Krist, aller künege ein keiser hêr RvEBarl 13948. 1963; auch: chunech aller keisere SüklV 722. himelischer ~ : do wart des himlischen cheisers pilde wider geniwet an dem menschen PrOberalt 126,7 u. ö.; – bezogen auf Maria: wis gegrüezet, keisers adel Kirchenl 199,40    3 Bez. für die Bienenkönigin (vgl. wîsel ): wenn auch der kaiser müed wirt, sô tragent in die sterkisten peinen enpor BdN 291,6; der peinen kaiser machent mêr dann ainen sun ebd. 294,3 u. ö.

MWB 3,1 182,33; Bearbeiter: Luxner

keiserambet stN. hier -amt. ‘Amt des Kaisers, Kaiserwürde’ daz keiseramt wær im entseit EnikWchr 28673; EnikFb 2607

MWB 3,1 183,30; Bearbeiter: Luxner

keiserinne stF. auch -în und -in; vereinzelt sw. (Konr 15,30). ‘Kaiserin’ 1 als Gemahlin des Kaisers oder als weltliche Regentin (zur Sache vgl. 2 HRG 3,19-22)
2 übertr.
3 für Maria
   1 als Gemahlin des Kaisers oder als weltliche Regentin (zur Sache vgl. 2HRG 3,19-22): augusta vel imperatrix: keiserin SummHeinr 1:280,132; dâ hæter sunder ûz genomen / drî gürtele den vrouwen drîn, / daz keiserîn noch künigîn / nie keinen bezzeren gewan Tr 10820; Athânais diu keiserîn [Gattin des Kaisers Focas] Eracl 2905; diu keiserîn Athânais / diu was biderbe unde wîs ebd. 2453 u. ö.; wir [...] römischer kaiser [...] veriehen für uns, für unser fraw die kayserine [...] offentlich an disem brief DRW 6,692 (Kogler, Kufstein; a. 1339); die selben chetene, diu prahte diu cheiserinne [Aelia Eudoxia, Gattin des Kaisers Arcadius] ze Rome vnd chom zuͦ dem pabest Konr 15,20 u. ö.; Parz 13,11; Mechth 7: 40,5; Seuse 420,23. rœmischiu ~ : wir Margareta von gotes genaden roemische keyserinne DRW 6,692 (Geschfrd. der 5 Orte; a. 1347); sie sol hinnen für niht sîn / rœmischiu keiserîn, / wan sie sô grôze missetât / vor der werlde verjehen hât Eracl 4368. – in Vergleichen (bes. als idealisiertes Vergleichsobjekt): si sitzet als ein keiserîn / behenket mit ir merze [Schmuck] KvWKlage 24,5; si möhte wol keiserinne / von ir tugent sîn gewesen Wig 734; vrouwe Lârîe ouch komen was, / gekrœnet als ein keiserîn ebd. 9354; Mechth 7: 48,18    2 übertr.: diu heilige schrift muoz immer sîn / doch aller künste keiserîn Renner 13408; diu wâre minne Karitas / ist aller tugende keiserîn LvRegSyon 3051. 4104. – als Anrede für die (Gottes-)Minne: ich danke dir, liebú gottes minne, vroͮwe keyserinne Mechth 7: 48,92. 1: 3,14. o Venus, keyserynne, / hie horet ware mynne / von dem getruwen diner min! Minneb 5343. – als Anrede für die Minnedame: mîn trôst, mîn wunne, mîner sælden keiserîn / sol sie eine sîn UvLFrd 322,26; sô belîbest dû mir / mitten in dem herzen mîn, / ûzerwelte keiserîn! Heidin IV 1342; trût frouwe, mînes herzen keiserinne, / got weiz wol daz ich dich von herzen minne KLD:Dürinc 6:2,5; SM:KvA 1: 2,1; MinneR 36 6    3 für Maria: der güete und der genaden runs / gat von dir, keiserinne wis KvWGS 535 u. ö.; o Maria, erlichú keyserinne, gottes muͦter und vroͮwe min! Mechth 3: 4,3 u. ö.; aller tugende ein keiserîn, / du bist diu drî und bist diu ein KLD:WvM 5:2,3; aller frouwen und meide keiserîn, / engel und heiligen fröuden schîn Renner 6005; BdN 182,10; MarlbRh 2,36; WernhMl 14544

MWB 3,1 183,33; Bearbeiter: Luxner

keiserlich Adj. , -lîche Adv. adv. auch -lîchen. ‘kaiserlich’, wobei sich der Funktion des Suffixes entsprechend verschiedene, z. T. auch sich überschneidende Gebrauchsweisen unterscheiden lassen (vgl. Mhd. Gr. Wortb. A 102). 1 als Attribut für jmdn., der als Kaiser bezeichnet wird (von Gott bzw. Christus)
2 was einem Kaiser gemäß, angemessen, entsprechend ist
3 was einen Kaiser hervorbringt, erzeugt
4 was zum/  dem Kaiser gehört
5 was von einem Kaiser ausgeführt, bewirkt, veranlasst wird
   1 als Attribut für jmdn., der als Kaiser bezeichnet wird (von Gott bzw. Christus): wol mir, ich danken dir, keyserlicher gottes sun Mechth 7: 23,2. 4: 24,20; diz keiserlîche kint, / des himel, erde und wazzer sint / und allez, daz darinne vert Erlös 3417; Emanuel man nande / den keiserlichen dienstman Pass I/II (HSW) 36981. 3515; Seuse 91,34. ~ maget für Maria: so hôrt den wunderlîchen list, / wie got unser herre Crist / geboren wart in zîdes vrist / von einer keiserlîchen maget Erlös 69. 2049    2 was einem Kaiser gemäß, angemessen, entsprechend ist: der keiser wirt lobelich / und wirt wachsend uf von jugent / an voller keiserlicher tugent HeslApk 18928; es zimit wol keiserlicher milthekeit, wol tvͦn den, die dem riche zvͤ allen zithen getrúwe sint UrkCorp (WMU) 1653,4. – adv. auch ‘nach Art eines Kaisers’ er lebete keiserlîche, / wander kundiz wol bedenken SAlex 4027; do er in sant Pêters münster gie / und man in keiserlich enphie Eracl 4130. 4980; Mai 188,34; von Gott: tet er mir nu den selben tôt, / den ih dir hat gedaht, / oder versenchit mih sin chraft / also verre in abgrunde, / oder vergebe mir mine sunde, / so riht er cheiserliche! Eilh Rr1,14. – bes. übertr. i.S.v. ‘herrlich, prächtig, stattlich’ wie gânt im sô gelîche in ein / diu sîniu keiserlîchen bein! Tr 710 u. ö.; sîn keiserlîchez houbet zimt ir [der Krone] alsô wol, / daz sî ze rehte nieman guoter scheiden sol Walth 18,32; er hete keiserlichen ganc / und einen küniclichen site KvWTroj 3066; JSigen 86,7; RvEGer 2918; adv.: Agmennon kaysserlichen straitt GTroj 5933; da were ein vrowe riche, / die gebe keiserliche / almuͦsin vor ir suͦnde GrRud Gb 26; zimier [ritterl. Schmuck] und wapen stuͦnd im keiserliche JTit 1396,2. 6225,3; Tr 692; Erz III 69,84; MinneR 37 151    3 was einen Kaiser hervorbringt, erzeugt: nû het den keiserlîchen segen / der keiser enpfangen und der wîhe regen / als man ze keiser künige wîhen solde Loheng 6481    4 was zum/  dem Kaiser gehört: by dem see in der mure der stat ist eyn keysirlich pallas und eyn hoys, das hot XV pfortin kegin deme mittage MarcoPolo 29,19; daz er ab zoch sein gewant, / sein chaiserlich chlaider cehant GvJudenb 5006; keiserlich gewant Eracl 2384; RvEWchr 2317; Loheng 7385. – auf Gott oder Christus bezogen: dô kam mit zeichenlîchen siten / von keiserlîcher stüele kraft / dîn hœhste wort RvEBarl 2689; oben uf dem boͮme des crúzes swebet die allerschoͤnestú, keyserlichú, dúrninú crone des riches Mechth 7: 1,85; di keiserliche crone / di ist ime [Christus] uf gesetzet Glaub 1456; HlReg 90,5; Erz III 6,716    5 was von einem Kaiser ausgeführt, bewirkt, veranlasst wird: sô gunnet mir daz ich bejage / iuwer keiserlîche gunst KvWHvK 219 u. ö.; er wold in wîhen dâ ze keiser / und machen ganz unde sleht / alliu keiserlichiu reht, / diu er ze Rôm enphâhen solt Ottok 13542; nv vernement den andren vride den der keiserliche gewalt gesetzet vnde gestetet hat mit williger kvr SchwSp 111b; StRSchlettst 28; MGHConst 8:330,9 (a. 1347). – auf Gott oder Christus bezogen: diz ist ein keiserlîch gebot RvEBarl 9010

MWB 3,1 184,19; Bearbeiter: Luxner

keiserrëht stN. das durch den Kaiser bestimmte Recht (zur Sache vgl. 2HRG 2,1532-1535): alse her [...] vornam daz des grozin Ditherichs Gropin son mit eime andern pladekin [wohl: Störenfried (vgl. Anm.z.St.)] [...] den lantfrede gebrochin unde gefrevelt hattin, do liz her obir si richtin mit dem swerte, also des daz keiserrecht begerte Köditz 30,14. 17,6; diss is der vurgang der keyserrechte KlKsr Vorrede,Überschrift; gewalt ir [Richter] den gerechten tut, / valsch machet ir keiser recht, / strafet nicht der sunden knecht Daniel 2779

MWB 3,1 185,23; Bearbeiter: Luxner

keiserrîche stN. Herrschaftsgebiet, Reich eines Kaisers, ‘Kaiserreich’ (hier übertr.): das keyserrich sol oͮch an der cronen stan gebildet Mechth 7: 1,37. 7: 1,79. ja næm ich vür ein keiser rich ir minniklichez kosen Regenb 3,452b. – bezogen auf Maria als → himelkeiserin: vam throne dines keiserriches, / da du, vrow, eweliche riches MarlbRh 131,33

MWB 3,1 185,34; Bearbeiter: Luxner

keiserschaft stF. ‘Kaisertum, -würde’ künic- und hôhe keiserschaft / sîn [des Priesters] hôher gewalt verrigelt und versigelet Boppe 1:12,13

MWB 3,1 185,42; Bearbeiter: Luxner

keisertuom stN. ‘Kaisertum’ 1 bezogen auf die Regierungszeit
2 bezogen auf das Amt, die Institution, ‘Kaiserwürde’
   1 bezogen auf die Regierungszeit: in dem achtzehenden iar unsers rychs und in dem fumften dez cheysertums UrkMühlh 405 (a. 1332); abir in dem funfzcênden jâre des keisertuͦmis Tibêriî des keiseres stûnt vore [verwaltete] Pontius Pilâtus Judêam EvBeh Lc 3,1; in dem 15 jar vnsers reiches vnd in dem andern des cheysertuͦms UrkIndersd 62 (a. 1329); UrkFrankf 2,262 (a. 1329); StRLauda 183    2 bezogen auf das Amt, die Institution, ‘Kaiserwürde’ an den Rein ge mit in! / daz keisirtum von in gewin! Dalimil 63,106; wir lesin ouch sulchiz tun / von Tyto Vespasiani sun, / wi der virnam di mere / wi daz sin vatir were / gekorn an romisch keisirtum PfzdHech 317,7; sô möht er daz keisertuom dâ ze Rôme wol besitzen / und alle der kristen herre sîn Loheng 4827. 4849; StRBrünn 383; EnikWchr 24995

MWB 3,1 185,45; Bearbeiter: Luxner

keitivic (?) Adj. wohl von mnl. keitivich (von keitijf aus afrz. chaitif; vgl. Anm.z.St. sowie MNW 3,1284f.; s.a. katîve , schêtîs ), hier keitunge. ‘unglücklich, arm’ da myn herre der konig die keitunge jungfrauwen in syn beschirmung nam ein jare und einen tag Lanc 308,21

MWB 3,1 185,63; Bearbeiter: Luxner

keitunge keitivic

MWB 3,1 186,5;

këlacker stM. Acker mit Vertiefung (vgl. këlhalde ); hier wohl als Flurname: in curia episcopi: de Wegelanger, daz Legenwis unus ager, retro pomerium auf dem Kelacher unus ager TradSchäftl 462

MWB 3,1 186,6; Bearbeiter: Luxner

këlbant stN. verschrieben kle- (SHort 2700). ‘Halsfessel’ si hiess den kneht sa zehant / dar maniger hand bringen: / klebant mit isen ringen, / armissen und ketten SHort 2700. – wohl hierher (vgl. BMZ 1:132,6): der hunt sprach: ‘daz wil ich dir sagen. / des tags muoz ich ein kelben [l. kelbant; La.: kelbern ] tragen, / und muoz an einem seile stân / gebunden [...]’ Boner 59,42

MWB 3,1 186,11; Bearbeiter: Luxner

këlbe këlbant

MWB 3,1 186,19;

kelbelîn, kelbel stN. Dimin. zu kalp . ‘(kleines, junges) Kalb’ din vater hat getötet ein gemestez chelblein EvAug 178,23; des kälbleins flaisch, daz in der muoter leib getœt ist, ist guot für vergift und hailt der slangen piz an dem menschen BdN 130,3. 131,15; únser herre tuͦt in reht als ain rich man sim kaͤlblin: daz lat er gan spilend und mit grosser vroͤde uf der haide, und swenn er wil so schleht er es an daz hobet daz es tod lit PrGeorg 69,4; Renner 12492; Loheng 436; Seuse 420,8. des hirzs kälbel, sô daz gevangen wirt von ainem menschen und wirt ain klain gefüert in panden, sô volgt ez dâ nâch dem menschen ungepunden BdN 131,10. 129,33. – im Sprichwort: eines hat bewîset mich / ein spruch, der dik gesprochen wirt: / das ein bluomoht kuo vil dik gebirt / ein vlekehtes kelbelîn Ammenh 3883. – als Bestandteil von Personennamen: Cvͦnrat kælbelin UrkCorp (WMU) 1360,1. N511,2

MWB 3,1 186,20; Bearbeiter: Luxner

kelberbein stN. ‘Knochen von Kälbern’ gegen des menschen biz vrumet kelber bein so si gebrant werden vnde gepuluert SalArz 75,53

MWB 3,1 186,39; Bearbeiter: Luxner

kelberbûch stM. ‘Bauch von Kälbern’ ez sol auch niemen cheinen chelberbuch noch cheinen lemberbuch noch chein chitzin erschieben [(mit etw.) voll stopfen] wande mit dem netze [Bauchfell oder Fettnetz] daz davon chomen ist StRAugsb 200,15

MWB 3,1 186,42; Bearbeiter: Luxner

kelberhërre swM. wohl jemand, der die Abgabe für Kälber bezieht oder für die Eintreibung derselben verantwortlich ist; evtl. auch ein reicher Viehstandsbesitzer (vgl. DRW 6,721), hier als Bestandteil eines Personennamens: Otto dictus Kelberherre DRW 6,721 (Scheffler,ANürnbNB.; a. 1263)

MWB 3,1 186,48; Bearbeiter: Luxner

kelberîn Adj. ‘vom Kalb, kälbern’ vitulinum: chelbiriniz Gl 3:668,11 (BStK287); kelberin uleisch ist wol getempirt. vnde machit gut blut SalArz 16,52; ein gugel man obene drûfe vant. / al frisch rûch kelberîn Parz 127,7; HvHürnh 38,9; EnikFb 1041. sanctus Lvcas nam angenge uon dem opphere des heiligen Christes. da uon ist er gescriben mit chelberimme antlvzze Spec 118,21

MWB 3,1 186,55; Bearbeiter: Luxner

kelberschîe (?) Subst. Bed. unklar; falls Zweitglied zu → schîe (vgl. Lexer 2,723), dann wohl Bez. für einen sog. Kälberstall für Jungwild (zur Sache vgl. Riesenthal, Jagd, S. 304f.); hier wohl bildl. von weiter Kleidung: wie suͤmlich tragent gelencket [mit einer Taille versehen] / ir gewant nach dem nuͤwen schnit / etlicher nach dem alten sit / dem wont ain langer mantel by / recht als er sy ein kaͤlberschy MinneR 368 48

MWB 3,1 186,63; Bearbeiter: Luxner

kelbervël stN. ‘Kalbsfell, -haut’ (vgl. kalpvël ): ir kleider waren kelber fel HvNstGZ 794

MWB 3,1 187,8; Bearbeiter: Luxner

kelch, kelich stM. ‘Kelch’ (i. d. R. für den Abendmahlskelch): calix: kelch VocOpt 12.034; dâ der kelch mit wîne stêt / und diu oblat lît dâvor LvRegSyon 3136; ich pringe die chirichtur / [...] / und den alter plossen, / den kelich und das kirichgewant / und was man in der kirichen fand HvBurg 5641; mit in sûlen sî ouch zu deme sîchen vûren eine reinecliche stôlen unde einen cinninen kelch unde eine wîze twêlen StatDtOrd 73,24; Litan 1445; Rol 258. – übertr. (mit Bezug auf Mt 26,39 bzw. Mc 14,36): als Matheus [...] / beschribet gantz mit warer tat: / e got Crist zur martyr trat, / er bat und sprach: ‘ey, vater min, / der kelch ge vur mich, mac iz syn!’ Hiob 1124; daz ich ze der stunde den kelch miner bitteren marter allein litte vúr ellú menschen Seuse 260,26

MWB 3,1 187,10; Bearbeiter: Luxner

këlch stM. ‘angeschwollener, dicker Hals; Kropf’ (vgl. AWB 5,75f.): struma: chelch Gl 3:438,70 (BStK926); SummHeinr 2:484,408

MWB 3,1 187,26; Bearbeiter: Luxner

këlcheht Adj. hier -aht. ‘mit einer Geschwulst behaftet’, hier von Bäumen wohl ‘mit Maserknollen, Wucherungen behaftet’ (vgl. Ganslmayer, Adjektivderivation, S. 285f.; anders WMU 2,988): als der grabe gêt von dem berig entriht fvͤr die chelchahten pvͦchen vntz in die Saltzah immer mer ze tal UrkRait 401 (a. 1299)

MWB 3,1 187,29; Bearbeiter: Luxner